Über was informiert der Verfassungs­schutz?
Die Berichte des Geheimdienstes: gesammelt, durchsuchbar und analysiert.

Der Verfassungsschutz hat die Aufgabe die Öffentlichkeit über verfassungsfeindliche Bestrebungen aufzuklären.

Die 16 Landesämter und das Bundesamt für Verfassungsschutz veröffentlichen jährlich Verfassungsschutzberichte.

Diese Webseite ist ein zivilgesellschaftliches Archiv, das den Zugang zu den Berichten erleichert.

331 Verfassungs­schutz­berichte

Wir sammeln die PDFs der Berichte und stellen sie dem Web entsprechend dar. Hier sind nur die Berichte des Bundesamts für Verfassungsschutz aufgeführt. Alle 331 Berichte gibt es auf der Übersichtsseite.

Berichte des Bundesamtes
2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 2001 2000 1999 1998 1997 1983

Verfassungsschutz Trends

Durch die digitale Archivierung können Erwähnung im zeitlichen Verlauf betrachten werden: Wir präsentieren die Verfassungsschutz Trends. Oben sind nur drei Beispiele. Die Nutzer:innen sind eingeladen durch eigene Begriffe interessante Grafiken zu kreieren und über Social Media zu verbreiten.


Mach mit!

Du bist im Besitz oder hast Zugang zu Berichten, die noch fehlen? Bitte nimm Kontakt zu uns auf. Ziel ist es alle Berichte des Verfassungsschutzes zu sammeln – von seiner Entstehung bis zu seiner Auflösung.
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Über uns

Wir sammeln alle Berichte des Verfassungsschutzes und erleichtern den Zugang zu ihnen. Dieses Archiv soll Wissenschaftler:innen, Journalist:innen, Aktivist:innen und allen interessierten Bürger:innen in ihrer Recherche unterstützen. Zwar werden mittlerweile alle Berichte auch online veröffentlicht, jedoch werden diese regelmäßig depubliziert (aus dem Internet gelöscht). Die Berichte sind dann nur noch (analog) in Bibliotheken zu haben. Sie sind damit rechtlich gesehen öffentlich verfügbar. Deswegen können sie nicht per Informationsfreiheitsgesetz angefragt werden. Ein Bibliotheksbesuch ist aber mit Hürden verbunden und damit ist der Zugang nicht mehr zeitgemäß. Mit dieser Plattform lässt sich in Erfahrung bringen, wen oder was der deutsche Inlandsgeheimdienst beobachtet und wie er arbeitet.

Die Berichte des Bundesamtes und der 16 Landesbehörden erscheint in der Regel jährlich. Ziel ist es über verfassungsfeindliche Bestrebungen aufzuklären. Damit folgt die Behörde der Strategie „Verfassungsschutz durch Aufklärung“. Ihrem Selbstverständnis nach sollen die Verfassungsschutzberichte einen Beitrag zur geistig-politischen Auseinandersetzung mit den verschiedenen Formen des Extremismus leisten. Die Wikipedia liefert mehr Hintergrundinformation und eine geschichtliche Einordnung zu den Berichten.

Der Verfassungsschutz steht regelmäßig aufgrund seiner Arbeit oder seiner Inaktivität in der Kritik. Öfters wird die Abschaffung und Neuorganisation der Behörde gefordert (wie z. B. im Stern). Beispielsweise hat er bei der Aufklärung über den NSU versagt oder baute rechte Strukturen in Thüringen mit auf. Im aktuellen Bericht des Verfassungsschutzes Sachsen wird das #wirsindmehr-Konzert in Chemnitz als „linksextrem“ beschrieben – während Pegida explizit als „nicht-extremistisch“ bezeichnet wird.

Nachfolgend weitere Quellen für die Auseinandersetzung mit den Verfassungsschutz. Die Naturfreunde Berlin öffnen mit einer Kampagne die „Blackbox“. Der Bürgerrechtler Ralf Gössner, der für 38 Jahre rechtswidrig überwacht wurde, fasst seine Kritik in einem viertelstündigen Vortrag zusammen und die Netzaktivistin Anne Roth präsentierte auf dem 29C3 die „Best of Verfassungsschutz“.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Verfassungsschutz keine neutrale Instanz ist. Daher sollten die Information aus den Berichten nicht ungeprüft als Wahrheit angenommen werden.

Berichtserstattung & Pressemitteilungen:

Das sagen andere über uns

„Die Verfassungsschutzberichte der letzten Jahrzehnte belegen eindrucksvoll eine fehlende Prioritätensetzung im Bereich Rechtsextremismus. Wer Umweltbewegungen beobachten lässt, statt Rechtsterroristen ins Visier zu nehmen, hat ein grundlegend falsches Verständnis von dem, was unsere demokratische und freiheitliche Gesellschaft tatsächlich bedroht. Diese Plattform leistet einen wichtigen Beitrag für die kritische Auseinandersetzung mit der Arbeit des Verfassungsschutzes.”

Linus Neumann

„Die Bundes- und Landesämter für Verfassungsschutz sind wohl die intransparentesten Behörden der BRD – und regelmäßig Kern schwerster Skandale. Ihre Berichte sind das kleine bisschen Transparenz, das der Öffentlichkeit zugestanden wird. Jetzt wird es erstmalig möglich, sie gezielt längsschnittlich zu analysieren. Frei, offen, unverfälscht und für alle zugänglich.”

Arne Semsrott

„Eine Supersache, dass die Berichte des sog. Verfassungsschutzes jetzt öffentlich zugänglich sind. Der Geheimdienst hat bei dem Versagen rund um die Aufklärung des NSU gezeigt, dass er von Transparenz nichts hält. Die Aktenvernichtung und die Verharmlosung der rechten Gewalt sind einer Demokratie unwürdig. Die Zivilgesellschaft muss weiter Druck aufbauen, um deutsche Geheimdienste besser zu kontrollieren.”

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Fragen und Antworten

Woher kommen die Dokumente?

Die Verfassungsschutzberichte werden von den Ämtern auf ihrer Webseite veröffentlicht. Leider werden ältere Berichte meistens depubliziert, jedoch schwirren viele Kopien noch im Netz. Alle Verfassungsschutzberichte sind in Bibliotheken vorhanden und können theoretisch eingescannt werden. Falls dir ein fehlender Bericht vorliegt, kontaktiere uns bitte.

Warum nimmt der Verfassungsschutz die alten Berichte aus dem Netz?

Einige Behörden, wie z. B. der Verfassungsschutz Brandenburg, lassen ihre Berichte online. Die meisten anderen Ämter nehmen die Berichte nach ein paar Jahren offline. Das Bundesamt für Verfassungsschutz behauptet, dass sie aus Datenschutzgründen nur Berichte der letzten fünf Jahren vorhalten. Online sind dennoch alle seine Berichte bis 1999 zu finden. Auf über 300 Berichte sind wir nur per Recherche via archive.org gestoßen (z. B. Berichte aus Bayern).

Können jetzt Personen und Organisation, die in Berichten erwähnt werden, über die z. B. die Google-Suche gefunden werden?

Nein, Suchmaschinen ist es auf dieser Webseite untersagt den Text aus den Berichten in ihre Suchergebnisse aufzunehmen. Die Berichte sind keine verlässliche Informationsquelle und daher sollten die Erwähnung nicht aus dem Kontext gerissen werden.

Wie wurden die Dokumente bearbeitet?

Die neueren Berichte liegen als textbasiertes PDF vor. Das bedeutet, dass es einfach ist den Text zu extrahieren. Ältere und auch eingescannte Berichte bestehen nur als Bilder. Um darin suchen zu können muss erst eine Texterkennung durchgeführt werden. Dafür wurden OCRmyPDF benutzt, das wiederum Tesseract 4.0 verwendet. Die Datenqualität ist mal besser und mal schlechter, da es abhängig von vielen Faktoren wie z. B. der Schriftart ist. Einige Dokumente mussten umfangreich manuell bereinigt werden, da z. B. die Reihenfolge der Seiten durch das Scannen fehlerhaft war.

Welche Suchoperationen werden unterstützt?

Generell operiert die Suche auf einzelnen PDF-Seiten. Wenn mehrere Wörter in der Abfrage verwendet werden, gibt es mehrere Möglichkeiten komplexere Anfragen zu stellen. Standardmäßig müssen beide Suchbegriffe irgendwo auf der Seite vorkommen. Bei der Suche Kommunistische Partei müssen Kommunistische und Partei auf der gleichen Seite vorkommen. Damit nur Treffern mit genau der Phrase gefunden werden, können Anführungszeichen gesetzt werden. "Kommunistische Partei". Mit or kann man sagen, dass nur einer von beiden Begriffen auftauchen soll, z. B. links or rechts. Zudem lassen sich mit den Klammern ( und ) Suchanfragen kombinieren: (links or rechts) kind. Aktuell sind alle Suchanfragen sog. Wildcard Queries. Das bedeutet, dass nur der Anfang eines Wortes zum Suchbegriff übereinstimmen muss, um als Treffer erkannt zu werden.

Wie wird die relative Häufigkeit für die einzelnen Wörter errechnet?

Im ersten Schritt werden die absoluten Erwähnungen pro Jahr errechnet. Dazu wird eine Suche ausgeführt und dann pro gefundener Seite die Vorkommen summiert. Dabei werden nur exakte Treffer der Begriffe berücksichtigt. Die Suche findet teilweise auch Resultate, bei denen Wörter nur teilweise übereinstimmen. Diese werden bei den Trends nicht gezählt, um die Rate der falsch Positiven zu verringern.

Im zweiten Schritt werden die Häufigkeiten relativiert, da die absolute Anzahl an Wörtern pro Jahr schwankt (da z. B. noch nicht für alle Jahre Berichte vorhanden sind). Dazu werden die absoluten Werte durch die Anzahl aller Wörter in einem Jahr dividiert.

Wie aussagekräftig sind die Verfassungsschutz-Trends?

Wie jede quantitative Auswertung ersetzt sie keine qualitative Analyse, um Schlussfolgerungen zu ziehen. So wird zum Beispiel die AfD im Bundes-Bericht 2018 nur als Opfer von Gewalt gelistet. Das Verfahren ist lediglich ein Einstiegspunkt für tiefergehendere Betrachtungen.

Zudem schwanken die Resultate je nach Begriff. So liefert eine Suche nach "AfD" auch Treffer für die Organisation "AFDP". Hier sind die Grenzen des Verfahrens erreicht, daher sollten man die Ergebnisse auf Plausibilität überprüfen. Theoretisch ist es möglich diese Verwechslung zu umgehen, indem man versucht Eigennamen zu erkennen. Dazu ist die Texterkennung bei alten Dokumenten noch zu schlecht.

Ist die Domain nicht zu lang?

Es gibt eine Weiterleitung von vsberichte.de und vs-berichte.de. 😉

Daten

Die PDFs (>2GB) und die Text-Dateien der Berichte gibt es jeweils gebündelt als ZIP-File und es steht eine minimalistische JSON-API bereit (Übersicht, Einzelansicht).

Unterstütze uns!

Diese Plattform ist im Rahmen von Code for Germany entstanden. Code for Germany fördert Entwicklungen im Bereich Transparenz, Open Data und Civic Tech in Deutschland und setzt Impulse damit die Möglichkeiten der offenen und freien Digitalisierung so vielen Menschen wie möglich zugute kommen.

Code for Germany organisiert sich in lokalen Gruppen, den Open Knowledge Labs, und ist in 26 deutschen Städten aktiv. Dort treffen sich Designer:innen, Entwickler:innen, Journalist:innen und anderen, um an nützlichen Anwendungen rund um offene Daten und Transparenz zu arbeiten. Sie entwickeln Apps, die informieren, die Gesellschaft positiv gestalten und die Arbeit von Verwaltungen und Behörden transparenter machen. Sie vermitteln insbesondere zwischen Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik und nutzen ihre Fähigkeiten um die Kommunikation zwischen diesen zu verbessern.

Die Open Knowledge Labs arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich. Jedoch möchten wir überregionale Veranstaltungen organisieren, um den Austausch zwischen den Gruppen zu stärken. Für die Veranstaltungskosten bitten wir um Spenden. Unser Trägerverein ist ehrenamtlich und daher können wir Spendenquittungen ausstellen.

Kontakt

Für Fragen und Anregungen bitte (verschlüsselt) eine E-Mail an [email protected] senden (.asc).
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Der Code befindet sich auf GitHub und Neuigkeiten gibt es auf Twitter.

👉 twitter@vsberichte

Ehrenamtlich konzipiert und umgesetzt von Johannes Filter aus dem Open Knowledge Lab Berlin von Code for Germany, einem Projekt der Open Knowledge Foundation Deutschland.

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Danksagungen

Ein großen Dank an alle Personen, die mitgeholfen haben die Bericht zu sammeln, das Internet Archive und die Open-Source-Community.