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"(links or rechts) kind" in den Verfassungsschutz Trends
  • rund 2.000 Teilnehmern durch. Beherrschendes Agitationsthema der türkischen Linksextremisten blieb die Kampagne gegen die Gefängnisreform in der Türkei, die Einführung
  • Türkei traten seit dem 20. Oktober 2000 zahlreiche inhaftierte Linksextremisten
A U S L Ä N D E R E X T R E MI S MU S H E S S I S C H E R V E R F A S S U N G S S C H U T Z B E R I C H T 2 0 0 1 T ü r k i s c h e A r b e i t e r - u n d B a u e r n b e f r e i u n g s a r me e ( T I K K O) , verübt terroristische Guerillaaktionen in der Türkei. Seit Jahren ist die T K P / ML in zwei voneinander unabhängige Flügel gespalten. Zum dominierenden " P a r t i z a n " - F l ü g e l gehören: ---> die K o n f ö d e r a t i o n d e r A r b e i t e r aus der Tür kei i n E u r o p a ( A T I K ) und ---> die F ö d e r a t i o n d e r Ar be i - t er aus der Tür kei i n De u t s c h l a n d e . V . ( A T I F ) . ZumOs t a n a t o l i s c h e n Ge b i e t s - k o mi t e e ( DA B K ) gehören: ---> die K o n f ö d e r a t i o n f ü r d e mo k r a t i s c h e R e c h t e i n E u r o p a ( A DHK ) und ---> die F ö d e r a t i o n f ü r d e mo - k r a t i s c h e Re c h t e i n De u t s c h l a n d ( A DHF ) . Wie alljährlich führten beide Parteiflügel Versammlungen zum Gedenken an den Be k e nnt ni s z u Gründer der T K P / ML , Ibrahim Kaypakkaya, durch. Die Gedenkveranstaltung des " P a r - Ma o T s e t u n g : t i z a n " - F l ü g e l s in Ludwigshafen am 12. M ai fand mit rund 3.000 Teilnehmern statt, T K P / ML an der Veranstaltung des DA B K in Oberhausen am 26. M ai beteiligten sich rund 4.000 a m 1 . Ma i Anhänger. In Hessen versammelten sich anlässlich des 25-jährigen Bestehens der A T I F am 10. M ärz rund 1.700 Teilnehmer in der Stadthalle Offenbach. Zu Beginn der Veranstaltung wurde der "im Kampf gefallenen Genossen" gedacht, deren Bilder auf die Bühne getragen wurden. Es wurde dazu aufgerufen, mit dem Kampf nicht aufzuhören. Irgendwann werde das Volk das wahre Gesicht des Regimes erkennen und dann die M acht ergreifen, um dem Sozialismus zum Sieg zu verhelfen. Vertreter der P a r t e i d e s De mo k r a t i s c h e n S o z i a l i s mu s ( P DS ) und der Ma r x i s t i s c h - L e n i n i s t i s c h e n P a r t e i De u t s c h l a n d s ( ML P D) hielten Ansprachen. Die A T I K führte anlässlich ihres 15. Gründungstages am 22. Dezember ebenfalls eine Veranstaltung in der Stadthalle Offenbach mit rund 2.000 Teilnehmern durch. Beherrschendes Agitationsthema der türkischen Linksextremisten blieb die Kampagne gegen die Gefängnisreform in der Türkei, die Einführung von Kleinzellen in türkischen Gefängnissen anstelle der Unterbringung in M assensälen. Dadurch fürchten die Organisationen die Einflussmöglichkeiten auf ihre einsitzenden Anhänger zu verlieren. In der Türkei traten seit dem 20. Oktober 2000 zahlreiche inhaftierte Linksextremisten in 23
  • AUSLÄNDEREXTREMISMUS 3.1 Überblick Linksextremistische, extrem nationalistische und islamistiUnterschiedliche sche Ausländerorganisationen weisen weder eine einheitliIdeologien und Strukturen che Ideologie noch eine
  • entspricht einem Anteil von zwei Dritteln (67,4 Prozent). Linksextremistische Organisationen stellen mit ca. 1 350 Personen dagegen ein Viertel
108 V E R F AS S U N GS S C H U TZ B E R I C H T B E R L I N 2 0 0 5 3 AUSLÄNDEREXTREMISMUS 3.1 Überblick Linksextremistische, extrem nationalistische und islamistiUnterschiedliche sche Ausländerorganisationen weisen weder eine einheitliIdeologien und Strukturen che Ideologie noch eine vergleichbare organisatorische Struktur auf. Erhebliche Unterschiede zwischen den Organisationen bestehen vor allem in der Frage des Einsatzes von Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele; hier reicht das Spektrum von der Ablehnung jeglicher Gewaltanwendung bis zur pseudoreligiösen Legitimation von Terrorismus. Unverändert werden extremistische Gruppierungen in Berlin nur von einer kleinen Minderheit der hier lebenden Ausländer unterstützt. Ca. 5 060 Personen lassen sich extremistischen Ausländerorganisationen zurechnen;167 dies entspricht ca. 1,1 Prozent der ausländischen Bevölkerung Berlins (30. Juni 2005: 453 977 Personen). Die Verteilung auf die einzelnen Extremismusfelder ist weitgehend konstant geblieben: Unter den ausländerexMehrheit islamistisch tremistischen Organisationen in Berlin bilden die Anhänger islamistischer Gruppierungen mit ca. 3 410 Personen die Mehrheit; dies entspricht einem Anteil von zwei Dritteln (67,4 Prozent). Linksextremistische Organisationen stellen mit ca. 1 350 Personen dagegen ein Viertel (26,7 Prozent). Ca. 300 Personen (ca. 6 Prozent) sind extremnationalistischen Organisationen zuzurechnen. 167 Diese Angaben sowie alle folgenden Angaben zu Personenpotenzialen sind geschätzt.
  • Ebenen ab. Zu den weiteren im Lande vorhandenen dogmatisch-linksextremistischen Organisationen gehört unter anderem die "Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands" (MLPD
  • Organisationen "Sozialistische Alternative VORAN" (SAV), "Sozialistische Arbeitergruppe" (SAG) und "Linksruck" sowie traditionell anarchistische Gruppen der "Graswurzelbewegung
Schleswig-Holsteinischer Landtag - 16. Wahlperiode Drucksache 16/64 "(...) Wir kämpfen dafür, heute Widerstand zu leisten gegen Sozialraub und Demokratieabbau und um Reformen im Interesse der Lohnabhängigen, der Arbeitslosen, Sozialhilfeempfänger. (...) Wir setzen uns dafür ein, im Bündnis mit anderen fortschrittlichen politischen Kräften eine breite außerparlamentarische Opposition zu schaffen. (...) Wir bringen in diese Bewegungen Klassenpositionen ein und machen darauf aufmerksam, dass es letztlich darum geht, die gesellschaftlichen Verhältnisse grundsätzlich zu verändern, wenn soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden durchgesetzt werden sollen. Unsere Aufgabe ist es, auf die Ursachen der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation aufmerksam zu machen und auf historische Erfahrungen aus den Kämpfen der Arbeiterbewegung. (...)" Mitglieder der DKP sind nach wie vor in den Führungsgremien der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten" (VVN-BdA) vertreten. In Schleswig-Holstein nahmen - bedingt durch die Altersstruktur - die Aktivitäten auf allen Ebenen ab. Zu den weiteren im Lande vorhandenen dogmatisch-linksextremistischen Organisationen gehört unter anderem die "Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands" (MLPD), die sich 2004 aktiv an den "Montags-Demonstrationen" gegen "Sozialabbau" und "Hartz IV" auch in Schleswig-Holstein beteiligte. Die MLPD versuchte, sich als Ansprechpartner für Betroffene bekannt zu machen und so ihren gesellschaftlichen Einfluss zu vergrößern. Die MLPD entstand 1982 aus dem "Kommunistischen Arbeiterbund". Sie orientiert sich am traditionellen Kommunismusverständnis nach Marx und Engels, Stalin und Mao. Weiterhin gehören die aus dem ehemaligen "Bund Westdeutscher Kommunisten" (BWK) hervorgegangene "Arbeitsgemeinschaft Kommunistische Politik von unten in und bei der PDS", die trotzkistischen Organisationen "Sozialistische Alternative VORAN" (SAV), "Sozialistische Arbeitergruppe" (SAG) und "Linksruck" sowie traditionell anarchistische Gruppen der "Graswurzelbewegung", wie die in der "Freien Arbeiterinnenund Arbeiter-Union" (FAU) organisierten Anarcho-Syndikalisten, diesem Spektrum an. Ihre Bedeutung ist marginal. 57
  • Konzentrationslagern Hitlers bestünden keine Unterschiede. In Deutschland führten türkische Linksextremisten wie im Vorjahr zahlreiche Besetzungen, Kundgebungen und "Solidaritäts-Hungerstreiks" durch
  • demonstrierten in Frankfurt am M ain über 200 türkische Linksextremisten. ---> Am 11. August beteiligten sich in Frankfurt
A U S L Ä N D E R E X T R E MI S MU S H E S S I S C H E R V E R F A S S U N G S S C H U T Z B E R I C H T 2 0 0 1 Agi t a t i o ns - Hungerstreik, dem sich auch Anhänger außerhalb der Gefängnisse anschlossen. Durch t h e ma dieses "Todesfasten" sind über 40 M enschen ums Leben gekommen. Durch bewaffnete Ge f ä n g n i s - Häftlinge war es auch zu Gefängnisbesetzungen gekommen, die durch türkische Sicherheits- r ef or m kräfte im Dezember 2000 gewaltsam beendet worden waren. Die A T I K behauptete in Flugblättern, zwischen den türkischen Gefängnissen und den Konzentrationslagern Hitlers bestünden keine Unterschiede. In Deutschland führten türkische Linksextremisten wie im Vorjahr zahlreiche Besetzungen, Kundgebungen und "Solidaritäts-Hungerstreiks" durch, am 20. April kam es in Regensburg zur Selbstverbrennung eines DHK P - C -Aktivisten. Hauptorganisatoren waren Ak t i o ne n das S o l i d a r i t ä t s k o mi t e e mi t d e n p o l i t i s c h e n Ge f a n g e n e n i n der Tür kei ( DE T U DA K ) , das von DHK P - C , Ma r x i s t i s c h - L e n i n i s t i - s c h e r K o mmu n i s t i s c h e r P a r t e i ( ML K P ) und T K P / ML gegründet worden war, das von der DHK P - C gebildete K o mi t e e g e g e n I s o l a t i o n s h a f t ( I K M) sowie der von der DHK P - C getragene V e r e i n f ü r F a mi l i e n d e r Ge f a n - ge ne n und Ve r ur t e i l t e n i n de r Tür kei ( T A Y A D) . Am 27. Januar beteiligten sich in Köln mehr als 16.000 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland an einer von dem DE T U DA K und der von der verbotenen A r b e i t e r p a r t e i Kur di s t ans ( PKK) gesteuerten Föder at i on kur di s c her V e r e i n e i n De u t s c h l a n d e . V . ( Y E K - K OM) organisierten Veranstaltung. Auf der Abschlusskundgebung traten Redner der DHK P - C , der T K P / ML , der ML K P sowie der P K K erstmals seit 1999 gemeinsam auf. In Hessen sind folgende Aktionen besonders erwähnenswert: ---> Am 6. Januar führte in N eu-Isenburg vor der Redaktion der türkischen Tageszeitung Hürriyet das DE T U DA K eine Protestveranstaltung mit etwa 1.600 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet durch. ---> Am 19. M ärz besetzten neun DHK P - C -Angehörige die Räume des I GMG-nahen türAk t i v i t ä t e n kischen Fernsehsenders M edia 7 in Frankfurt am M ain. Zum Zeitpunkt der Besetzung i n He s s e n waren bereits Pressevertreter der Öz g ü r P o l i t i k a (Sprachrohr der P K K ) vor Ort. Die Demonstranten verließen nach knapp drei Stunden freiwillig das Gebäude. ---> Am 30. Juni demonstrierten in Frankfurt am M ain über 200 türkische Linksextremisten. ---> Am 11. August beteiligten sich in Frankfurt am M ain rund 300 Personen an einem Protestmarsch. Bis zum 25. August wurde ein "Hungerstreikzelt" aufgestellt, in dem etwa 15 Personen einen "Solidaritätshungerstreik" begannen, der anschließend in Köln weitergeführt wurde. Verantwortlich waren T A Y A D und DE T U DA K . ---> Am 15. September besetzten etwa 15 Anhänger des T A Y A D kurzzeitig die Räume des AStA der Technischen Universität (TU) Darmstadt, die sie nach einer Pressekonferenz am folgenden Tag verließen. 24
  • Linksextremismus überwiegend kurzlebigen Gruppen bilden sich meist über Aktionsthemen. Feste Bindungen an die Gruppen werden schon aufgrund der negativen Grundeinstellung
  • Bevölkerungsschichten betroffen seien. Die Gruppe versucht damit, wie von Linksextremisten bereits in der Vergangenheit häufig praktiziert, auf demokratische und friedliche
122 Linksextremismus überwiegend kurzlebigen Gruppen bilden sich meist über Aktionsthemen. Feste Bindungen an die Gruppen werden schon aufgrund der negativen Grundeinstellung gegenüber jeglichen hierarchischen Strukturen abgelehnt. Einig sind sich die Autonomen in der kategorischen Ablehnung von Staat und Gesellschaft. Ihr Ziel ist die Abschaffung des Staats und seiner Institutionen, um an seiner Stelle eine "herrschaftsfreie Gesellschaft" zu errichten, von der indessen nieOrundgefühl von mand weiß, wie sie im einzelnen aussehen soll. Vielen Anhängern AntiStaatlichkeit genügt auch das Grundgefühl von "AntiStaatlichkeit". Die Münchner Gruppierung "Zusammen kämpfen" setzte ihre verfassungsfeindliche Agitation fort. Nach dem ausgeprägten antikapitalistischen Grundverständnis dieser Gruppe versteht sie die staatliche und gesellschaftliche Ordnung Deutschlands als "Klassengesellschaft", in der ein "gnadenloser Klassenkampf von oben" gegen die "proletarische Klasse" betrieben werde. Dieser Sichtweise folgend propagiert "Zusammen kämpfen" in einem Grundsatzpapier, abgedruckt in der autonomen Publikation "INTERIM" Nummer 429 vom 7. August, die Beseitigung der bestehenden gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung in Deutschland. An ihre Stelle treten soll eine Klassenlose klassenlose, kommunistische Gesellschaftsform, aufgebaut nach dem Kommunistische Räteprinzip. Um dieses Ziel zu erreichen, forderte "Zusammen kämpfen" Gesellschaft den Aufbau einer breiten revolutionären Bewegung, die einen gemeinsamen antikapitalistischen und antistaatlichen Kampf führen müsse. Agitationsschwerpunkt der Gruppe "Zusammen kämpfen" ist der Bereich "Sozialabbau", da hiervon breite Bevölkerungsschichten betroffen seien. Die Gruppe versucht damit, wie von Linksextremisten bereits in der Vergangenheit häufig praktiziert, auf demokratische und friedliche Protestaktionen einzuwirken und diese für ihre extremistischen Ziele zu nutzen: "Die spontan auftretenden massenhaften und militanten Streiks der proletarischen Klasse (Arbeiter, Arbeitslose, Studenten, ...) aufgreifen und ausweiten bis hin zum politischen Massenstreik gegen den Sozialraub der Rätesystem Bundesregierung und die Angriffe der Unternehmer! (...) In von uns gewählten Räten in Betrieb, Schule, Stadtteil, ... mit selbstorganisierten Streiks, Straßenrevolten ... zur Enteignung von Konzernen und Banken! Eine internationale Front gegen ein Europa des Kapitals aufbauen!" (Flugblatt zur " 1 . Mai-Demo 1997" in München). Hauptthema Eine wesentliche Rolle nimmt für Autonome das Thema AntifaschisAntifaschismus mus ein. Darunter verstehen sie nicht nur den unmittelbaren Kampf
  • Linksextremismus 125 massive Schmieraktionen in Erscheinung. Die in den Vorjahren festgestellte besonders hohe Gewaltbereitschaft der Passauer Gruppen blieb unverändert
  • Nürnberg erfolgen. Damit wird die Bedeutung des KOMM für linksextremistische Agitation nachlassen. Zuletzt verübten Autonome in Nürnberg am 20. Dezember
Linksextremismus 125 massive Schmieraktionen in Erscheinung. Die in den Vorjahren festgestellte besonders hohe Gewaltbereitschaft der Passauer Gruppen blieb unverändert und manifestierte sich insbesondere durch die Einbindung in die Antifaschistische Aktion/Bundesweite Organisation (AA/BO). Die Bedeutung des "Künstlerhauses", vormals Kommunikationszentrum (KOMM) als zentrale Anlaufund Kontaktstelle der Autonomen in Nürnberg ging zurück. Den Schlußpunkt setzte die Kündigung der Mietverträge durch die Stadt Nürnberg zum Ende des Jahres. Die künftige Nutzung soll unter unmittelbarem Hausrecht der Stadt Nürnberg erfolgen. Damit wird die Bedeutung des KOMM für linksextremistische Agitation nachlassen. Zuletzt verübten Autonome in Nürnberg am 20. Dezember im Zusammenhang mit massiven Ausschreitungen einen Brandanschlag. Den Autonomen in Nürnberg scheint es zu gelingen, ihre ideologische und organisatorische Tätigkeit an anderen Orten fortzusetzen. Agitationsschwerpunkt für die Münchner Autonomen war das Thema Antifaschismus. Den Schwerpunkt bildeten die zum Teil unfriedlichen Versammlungen gegen die Wehrmachtsausstellung am 1. März und gegen die JN am 16. August. Daneben bestehen autonome Gruppen in den Bereichen Aschaffenburg, Augsburg, Bamberg, Coburg, Erlangen, Fürth, Ingolstadt, Regensburg, Rosenheim und Würzburg. Auch aus anderen Städten wurden Aktivitäten bekannt, die als Indiz für das Vorhandensein autonomer Strukturen gewertet werden müssen. Insgesamt gehören autonomen Strukturen in Bayern rund 500 Perso500 Autonome in nen an. Obwohl die Anhängerzahl sich nicht erhöht hat, ist die Bayern Motivation der Autonomen gestiegen. Dies zeigt sich unter anderem an der durchwegs zunehmenden Beteiligung Autonomer an Großveranstaltungen, einer gesteigerten Aggressivität der Versammlungsteilnehmer und nicht zuletzt an den deutlich gestiegenen Zahlen der in Bayern verübten Gewalttaten. Das öffentliche Erscheinungsbild Autonomer hat sich verändert. Viele versuchen, vom Image des in schwarzer Kluft herumlaufenden, vermummten und mit einer Zwille bewaffneten "Revolutionärs" wegzukommen. Durch ein unauffälligeres Erscheinungsbild will man bündnisfähiger werden. Die oft kurzlebigen, meist aus konkretem Anlaß gegründeten Gruppierungen tragen Namen wie Rote Antifa Nürnberg, Zusammen kämpfen, Antifaschistische Jugendfront und Antifaschistische Aktion.
  • Linksextremismus 119 "herrschenden Ausbeuterklasse" und die "Errichtung einer Diktatur des Proletariats", um den Kommunismus in einer "klassenlosen Gesellschaft" zu verwirklichen
  • stabilen organisatorischen Strukturen eine der Stabile Strukture größten linksextremistischen Organisationen in Deutschland. Über die MG wurde zuletzt im Verfassungsschutzbericht Bayern
Linksextremismus 119 "herrschenden Ausbeuterklasse" und die "Errichtung einer Diktatur des Proletariats", um den Kommunismus in einer "klassenlosen Gesellschaft" zu verwirklichen. Der AB bekennt offen, daß dies nur mit Gewalt zu erreichen sei, da die "herrschende Klasse" nicht freiwillig auf ihre Macht verzichte. Der AB ist vorwiegend in Bayern tätig. Es bestehen Gruppen in Augsburg, München, Nürnberg und Regensburg. "Freundeskreise" in München, Nürnberg und Regensburg sollen den AB finanziell unterstützen. In weiteren Städten des Bundesgebiets verfügt der AB über Ortsgruppen bzw. Stützpunkte. Die Gesamtmitgliederzahl blieb konstant """KW" -**** bei etwa 200, davon rund 100 in Bayern. Der AB ist in zwei Flügel gespalten. Der größere, die Gruppe Kommunistische Arbeiterzeitung (Gruppe KAZ) steht der DKP, der kleinere Flügel der PDS nahe. Der Großteil der Mitglieder der Gruppe KAZ hat sich 1997 in Form einer Doppelmitgliedschaft der DKP angeschlossen. Zu einem kollektiven Übertritt zur DKP und Auflösung des KAZ-Flügels konnten sich die Mitglieder jedoch nicht durchringen. Beide Flügel sehen sich in der Tradition des AB, zeigten aber nur geringe Aktivitäten. 2.6 Marxistische Gruppe (MG) Die Marxistische Gruppe, 1969/1970 aus der Gruppierung "Rote Zellen" hervorgegangen, hatte am 21. Mai 1991 ihre "Auflösung" erklärt. Sie blieb jedoch mit etwa 10.000 fest an die Gruppe gebundenen Mitgliedern und stabilen organisatorischen Strukturen eine der Stabile Strukture größten linksextremistischen Organisationen in Deutschland. Über die MG wurde zuletzt im Verfassungsschutzbericht Bayern für 1992 berichtet. Seither trat die MG nicht mit öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten in Erscheinung. Diese Zurückhaltung hat sie inzwischen zumindest zum Teil aufgegeben. Bereits Anfang 1992 veröffentlichten führende MG-Funktionäre die "Politische Vierteljahreszeitschrift .GEGENSTANDPUNKT'". Die Auflage beträgt seither etwa 7.000 Exemplare. Später begannen in München
  • militanten türkischen Linksextremisten organisiert worden. Die P K K -Anhänger waren dominierend, sie skandierten u.a. die strafbare Parole "Biji Serok
  • Veranstaltung traten P K K und türkische Linksextremisten erstmals seit 1999 wieder gemeinsam in Erscheinung, nachdem ein früheres Bündnis wegen
A U S L Ä N D E R E X T R E MI S MU S H E S S I S C H E R V E R F A S S U N G S S C H U T Z B E R I C H T 2 0 0 1 Auf dem "1. Kurdischen Wirtschaftskongress" im Januar in Rotterdam (N iederlande) wurde der Unternehmerverband K u r d i s c h e A r b e i t g e b e r e . V . ( KARS AZ) Gr ü n d u n g gegründet, der die Interessen kurdischer Geschäftsleute zusammenfassen soll. Öz g ü r ei nes P o l i t i k a berichtete in mehreren Ausgaben ausführlich über die Veranstaltung, an der U n t e r n e h me r - auch hochrangige Funktionäre von P K K -gesteuerten Organisationen teilnahmen. Ziel von ver bandes K A R S A Z sei die Aktivierung des kurdischen Kapitals und die Schaffung eines kurdischen M arktes, der an den Weltmarkt angeschlossen sei. Laut Satzung des mit Sitz in Frankfurt am M ain eingetragenen Vereins will K A R S A Z u.a. in den Bereichen Lebensmittelproduktion, Telekommunikation, Immobilien sowie Versicherungs-, Bankund Kreditwesen aktiv werden. Öz g ü r P o l i t i k a berichtete über eine Holdingeröffnung in London und die 1. Asien-Wirtschaftskonferenz, bei der der Beschluss zu einer Filiale in Asien gefasst worden sei. Wegen Verdachts der maßgeblichen finanziellen Unterstützung der verbotenen P K K hat das Bundesministerium des Innern ein vereinsrechtliches Ermittlungsverfahren gegen K A R S A Z eingeleitet. Bei Durchsuchungen der Vereinsräume sowie der Wohnungen von Vorstandsmitgliedern am 21. N ovember wurde umfangreiches M aterial sichergestellt. Ihre personelle und organisatorische Stärke zeigte die P K K auf mehreren Veranstaltungen und Großkundgebungen. M ehr als 16.000 Personen demonstrierten am 27. Januar in Köln u.a. für "Solidarität mit den politischen Gefangenen in der Türkei" und die "Lösung der Kurdenfrage". Die Veranstaltung war gemeinsam von der Y E K - K OM und militanten türkischen Linksextremisten organisiert worden. Die P K K -Anhänger waren dominierend, sie skandierten u.a. die strafbare Parole "Biji Serok Apo" ("Es lebe der Führer Öcalan"). M it der Veranstaltung traten P K K und türkische Linksextremisten erstmals seit 1999 wieder gemeinsam in Erscheinung, nachdem ein früheres Bündnis wegen des "Friedenskurses" der P K K auseinandergefallen war. K u r d e n =P K K = Anlässlich des zweiten Jahrestages der Festnahme Öc a l a n : Öcalans mobilisierte die P K K bundesweit zu Aktionen. In Vo n de r PKK zahlreichen Städten fanden M ahnwachen, Informationsstänpr opagi er t e de, M enschenketten, Demonstrationen und Kundgebungen Gl e i c h s e t z u n g statt. Vor diplomatischen Vertretungen der USA, Griechenlands, der Türkei und Großbritanniens wurden Kränze niedergelegt, da diese Länder aus Sicht der P K K als "Komplottstaaten" an der "Entführung" Öcalans beteiligt waren. In Frankfurt am M ain beteiligten sich am 15. Februar an einem Aufzug mit Kundgebung rund 700 Personen. Die Abschlusskundgebung wurde mit "Biji Serok Apo"-Rufen beendet. Erneut fanden von der P K K gesteuerte Feiern zum kurdischen N eujahrsfest "N ewroz" statt. Im gesamten Bundesgebiet wurden zahlreiche Demonstrationen/ Kundgebungen, " Ne wr o z " - zum Teil mit Fackelumzügen, durchgeführt. Im Vorfeld war in Öz g ü r Pol i t i ka Fei er n sowie ME DY A - T V massiv zur Teilnahme aufgerufen worden. An einer N ewroz-Veranstaltung am 20. M ärz in Darmstadt nahmen mindestens 600 Personen teil. N ach der Auftakt30
  • Linksextremismus 127 Im Rahmen der Vernetzung von Gruppen spielen vor allem Passauer Bundesweiter EinAktivisten bundesweit eine wichtige Rolle. In Berlin
  • AA/BO Anhänger mit einem farbig gestalteten Faltblatt in der linksextremistischen Szene. Darin heißt es: "Mit der Antifaschistischen Aktion/Bundesweite Organisation wollen
  • AA/BO empfiehlt sich als Sammlungsbewegung, die die Zersplitterung der "Linken" überwindet. Sie propagiert Widerstand gegen bürgerliche Kräfte und das "bestehende
Linksextremismus 127 Im Rahmen der Vernetzung von Gruppen spielen vor allem Passauer Bundesweiter EinAktivisten bundesweit eine wichtige Rolle. In Berlin, Hamburg und fluß bayerischer Göttingen wirkten bayerische Autonome stabilisierend auf die "poliAutonomer tische Arbeit" der dortigen Gruppierungen. So nahm die Polizei am 17. November in Göttingen vier Autonome wegen Verdachts der Sachbeschädigung vorläufig fest. Bei drei von ihnen handelt es sich um ehemals führende Aktivisten der Autonomen in Passau, die ihren Wohnsitz im Laufe des Jahres 1996 nach Göttingen verlegt hatten. Sie werden verdächtigt, mit Steinen das Schaufenster eines Fotogeschäfts in Göttingen eingeworfen und an die Eingangstür die Parole "Deutsche Täter sind keine Ausstellungsstücke" gesprüht zu haben. Im Geschäft war das Foto eines Mannes in Wehrmachtsuniform ausgestellt. Unter dem Titel "Was Sie schon immer über die Antifaschistische Werbung neuer Aktion/Bundesweite Organisation wissen wollten" wirbt die AA/BO Anhänger mit einem farbig gestalteten Faltblatt in der linksextremistischen Szene. Darin heißt es: "Mit der Antifaschistischen Aktion/Bundesweite Organisation wollen wir den Faschisten organisiert entgegentreten. Wir gehen offensiv gegen die Drahtzieher und Ideologen des Nazi-Terrors vor. Faschistische Täterinnen haben Namen und Adressen!" Die AA/BO empfiehlt sich als Sammlungsbewegung, die die Zersplitterung der "Linken" überwindet. Sie propagiert Widerstand gegen bürgerliche Kräfte und das "bestehende Herrschaftssystem". Der Widerstand soll auch all denen gelten, die Nazis gesellschaftliche Akzeptanz verleihen. Dazu zählt die AA/BO bürgerliche Politiker, Gewerkschaftsfunktionäre und Medien, die sich für eine Begrenzung der Migration einsetzen. "Eine antifaschistische, freie Gesellschaft kann nur entstehen, wenn das Propagierung von System mit all seinen Übeln gekippt wird. Denn für alles Reaktionäre gilt,Gewalt daß es nicht fällt, wenn es nicht niedergerissen wird." 4.3.3 Bemühen um Jugendliche und Heranwachsende Autonome treten in der Öffentlichkeit vor allem durch eine antistaatliche Haltung, Ablehnung gesellschaftlicher Normen und Werte sowie Abgrenzung zu anderen Protestpotentialen in Erscheinung. Sie bejahen den Einsatz eigener Militanz zur Durchsetzung ihrer sogenannten poliUmfassende tischen Forderungen und Ziele. Diese oft umfassende "Anti"-Haltung "Anti"-Haltung
  • LINKSEXTREMISMUS
  • Linksextremistische Straftaten * Strafund Gewalttaten 2002 2001 Gewalttaten Tötung Hessen 0 0 Bund 0 1 Versuchte Tötung Hessen 0 0 Bund
LINKSEXTREMISMUS H E S S I S C H E R V E R F A S S U N G S S C H U T Z B E R I C H T 2 0 0 2 Linksextremistische Straftaten * Strafund Gewalttaten 2002 2001 Gewalttaten Tötung Hessen 0 0 Bund 0 1 Versuchte Tötung Hessen 0 0 Bund 0 1 Körperverletzungen Hessen 13 3 Bund 152 194 Brandstiftungen/Sprengstoffdelikte Hessen 5 3 Bund 35 42 Landfriedensbruch Hessen 5 2 Bund 124 310 Gefährliche Eingriffe in den Bahn-' Luft-' Schiffsund Straßenverkehr Hessen 5 5 Bund 16 52 Sonstige Straftaten Freiheitsberaubung' Raub' Erpressung' Widerstandsdelikte Hessen 1 0 Bund 58 150 Andere Straftaten (insbesondere Sachbeschädigungen und Nötigung/ Bedrohung) Hessen 8 36 Bund 752 1.145 Summe Hessen 37 49 Bund 1.137 1.895 * Die Zahlen basieren auf Angaben des Bundeskriminalamtes sowie des Hessischen Landeskriminalamtes. Die Angaben für 2002 sind nur vorläufig. 117
  • dass sich die Bundesrepublik Deutschland zu vielen Staaten älteste rechtsextremistische Partei Deutschdes ehemaligen Warschauer Paktes ist eine lands
  • letzentwickelt hat. ten Jahr der Spionagefall eines Kaufmanns Im Linksextremismus stellten die militanten aus dem Raum Walsrode bewiesen
  • unsere Demokratie erfolgte Festnahme war der erfreuliche und gegen rechtsextremistische Bestrebungen Abschluss umfangreicher Ermittlungsarbeit gewaltfrei engagiert, freue ich mich. Davon
  • gegrößten Spionagefall der letzten Jahre. nannte Antifaschismus-Kampf linksextremistischer Autonomer, die teilweise vorgeben, mit ihrer Militanz "nur" Neonazis und "Faschisten
  • Straße überlassen zu wollen, tatsächlich aber unseren demokratischen Rechtsstaat, den sie ablehnen und bekämpHeiner Bartling fen, treffen wollen. Niedersächsischer Innenminister
Vorw ort Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, der niedersächsische Verfassungsschutz ist in diesem Jahr fünfzig Jahre alt geworden. Die Behörde hat sich vor allem durch die Beschaffung und Auswertung von Informationen aus der Beobachtung neonazistischer Bestrebungen als unverzichtbarer Bestandteil unserer Sicherheitsbehörden bewährt. Notwendige Verbotsmaßnahmen, wie das Verbot des Heide-Heim e.V., dem Trägerverein der rechtsextremistischen Tagungsstätte in Hetendorf, wären ohne diese Grundlagenarbeit des Verfassungsschutzes nicht realisierbar gewesen. Im Ausländerextremismus hat die ArbeiterparMit Urteil vom 29. März 2000 hat das Obervertei Kurdistans, die PKK, mit der von ihr prowaltungsgericht in Lüneburg die Verbotsentpagierten "gewaltfreien" Linie ein hoffnungsscheidung des niedersächsischen Innenminisvolles Zeichen gesetzt. Wir bestehen allerteriums bestätigt. dings unverändert darauf, dass die PKK SpenIn dem vorliegenden Bericht steht der dengelderpressungen beendet, Jugendliche Rechtsextremismus, wie in den Vorjahren, an nicht mehr mit Gewalt für Ausbildungslager erster Stelle. Bei den neonazistischen Bestrein anderen Ländern rekrutiert und sich insbebungen, wie sie sich insbesondere in der Skinsondere nicht mehr eine eigene Strafgewalt head-Szene manifestieren, stellen wir erneut in der Bundesrepublik Deutschland anmaßt. einen zahlenmäßigen Anstieg fest. Auffällig Ungeachtet freundlicher Beziehungen der in diesem Zusammenhang ist, dass sich die Bundesrepublik Deutschland zu vielen Staaten älteste rechtsextremistische Partei Deutschdes ehemaligen Warschauer Paktes ist eine lands, die NPD, weiter zu einem AuffangBeendigung ihrer Spionagetätigkeit gegen becken für diese gewaltbereiten Neonazis unser Land nicht feststellbar. Das hat im letzentwickelt hat. ten Jahr der Spionagefall eines Kaufmanns Im Linksextremismus stellten die militanten aus dem Raum Walsrode bewiesen, der vom Autonomen das wichtigste Beobachtungsfeld Generalbundesanwalt angeklagt wurde, techdes Verfassungsschutzes dar. Ich möchte in nologisches Knowhow aus dem Rüstungsbediesem Zusammenhang ein persönliches Wort reich an einen russischen Nachrichtendienst sagen: verkauft zu haben. Die am 28. Juni 1999 Über jeden, der sich für unsere Demokratie erfolgte Festnahme war der erfreuliche und gegen rechtsextremistische Bestrebungen Abschluss umfangreicher Ermittlungsarbeit gewaltfrei engagiert, freue ich mich. Davon des niedersächsischen Verfassungsschutzes im klar zu unterscheiden ist allerdings der so gegrößten Spionagefall der letzten Jahre. nannte Antifaschismus-Kampf linksextremistischer Autonomer, die teilweise vorgeben, mit ihrer Militanz "nur" Neonazis und "Faschisten" nicht die Straße überlassen zu wollen, tatsächlich aber unseren demokratischen Rechtsstaat, den sie ablehnen und bekämpHeiner Bartling fen, treffen wollen. Niedersächsischer Innenminister 3
  • Linksextremismus 109 tern, Theologen, Wissenschaftlern und Künstlern, die am 9. Januar zeitgleich in Erfurt und Berlin vorgestellt wurde
  • Einfluß-Reichen" ausgerichteten Sozialpolitik der Bundesregierung und ein Linksbündnis für soziale Demokratie. In der Erklärung heißt es: "Die regierende Politik
Linksextremismus 109 tern, Theologen, Wissenschaftlern und Künstlern, die am 9. Januar zeitgleich in Erfurt und Berlin vorgestellt wurde. Die 27 Erstunterzeichner des sieben Ziffern umfassenden Aufrufs - dokumentiert in der PDS-nahen Tageszeitung "Neues Deutschland" vom 10. Januar - fordern einen Machtwechsel in Bonn, einen außerparlamentarischen Aufbruch, eine Abkehr von der auf "radikale Umverteilung zugunsten der Einfluß-Reichen" ausgerichteten Sozialpolitik der Bundesregierung und ein Linksbündnis für soziale Demokratie. In der Erklärung heißt es: "Die regierende Politik in unserem formal vereinten Land ist in einem Zustand von gnadenloser Ungerechtigkeit, Sozialverschleiß und fehlenden Perspektiven versunken. (...) Wir brauchen eine außerparlamentarische Bewegung. Sie muß auf die Opposition in den Parlamenten überspringen. Die Erfahrung von 1968 und der Geist von 1989 sind für 1998 aufgeruAufforderung fen, den Machtwechsel herbeizuführen. (...) Gebraucht wird eine Opposizum politischen tion, die den Wechsel mit allen Kräften will. Sie kann nur aus den bisher Wandel getrennten Oppositionskräften entstehen. Kein Nichtberührungsgebot darf sie schrecken, ... (...) Von der PDS fordern wir: Ihre Positionen zum historisch gescheiterten Sozialismusmodell weiter zu klären. Es geht nicht um Demutsgesten und den Verzicht auf antikapitalistische Strömungen. Es geht um demokratische Zuverlässigkeit bei aller Entschiedenheit, eine demokratisch-sozialistische Kraft im Spektrum der Parteien zu sein." Die "Erfurter Erklärung" ist von Funktionären der PDS und DKP begrüßt worden. In der PDS-nahen Tageszeitung "Neues Deutschland" vom 11. Januar äußerte der Parteivorsitzende der PDS, Prof. Dr. Lothar Bisky, die "Erfurter Erklärung" sei so etwas wie eine Reaktion auf die Beschwörung einer Bolschewistengefahr durch die CDU. Dr. Andre Brie, Mitglied des PDS-Parteivorstands und Wahlkampfleiter, bezeichnete in einem Kommentar derselben Ausgabe der Tageszeitung "Neues Deutschland" die Ausführungen in der Erklärung als "realistisch". Der stellvertretende DKP-Vorsitzende Rolf Priemer hob im DKP-Zentralorgan "Unsere Zeit" vom 17. Januar hervor, die "Erfurter Erklärung" sei "ein Signal für eine andere, für eine neue Politik, deren oberstes Ziel die Überwindung der Massenarbeitslosigkeit ist". Unter dem Motto "Einheit verpflichtet - sie soll dem Wohl des Volkes Versammlung dienen" fand am 3. und 4. Oktober in Erfurt eine Versammlung zur in Erfurt "Erfurter Erklärung" statt. Einem Bericht in dem DKP-Zentralorgan "Unsere Zeit" vom 10. Oktober zufolge verabschiedeten die rund
  • politisch motivierten Kriminalität waren 37 (2001: 49*) dem Bereich Linksextremismus zuzuordnen. Bei 13 Straftaten handelte es sich um Körperverletzungen
  • Frankfurt am Main verübt. Damit sollten offensichtlich Plakatierungsaktionen der Rechtsextremisten verhindert werden. Der Schaden betrug 7.000 Euro. - > Brandanschlag
LINKSEXTREMISMUS H E S S I S C H E R V E R F A S S U N G S S C H U T Z B E R I C H T 2 0 0 2 waltung sowie dem ausgesprochenen Versammlungsverbot verlief die Veranstaltung ohne nennenswerte Störungen. Dieser Trend setzte sich bei einer Demonstration am 14. September in Köln, für die InterLinksruck massiv mobilisierte, sowie bei den folgenden internationalen Konferenzen im nationale Verlauf des Jahres fort. Bei dem NATO-Gipfel in Prag (Tschechien) im November demonProteste strierten etwa 1.500 Personen. Zu gewalttätigen Ausschreitungen wie noch zwei Jahre zuvor bei den ebenfalls in Prag durchgeführten Demonstrationen gegen den Internationalen Währungsfond kam es nicht. Trotz frühzeitiger Mobilisierung zu dem EU-Gipfel in Kopenhagen (Dänemark) im Dezember wurde auch hier die erhoffte Zahl von Demonstrationsteilnehmern nicht erreicht. Demonstrationen und Kundgebungen am Konferenzort mit rund 2.000 Demonstranten verliefen friedlich. Strafund Gewalttaten Von 599 extremistischen Straftaten im Bereich der politisch motivierten Kriminalität waren 37 (2001: 49*) dem Bereich Linksextremismus zuzuordnen. Bei 13 Straftaten handelte es sich um Körperverletzungen, die übrigen verteilten sich auf Brandstiftungen, Landfriedensbrüche und gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Luft-, Schiffsund Straßenverkehr. Erwähnenswert sind mehrere Brandanschläge, die in die Themenbereiche "Antifaschismus" und "Antirassismus" fallen. Beispiele: - > Vor dem Hintergrund des Bundestagswahlkampfes wurde ein Brandanschlag auf ein Fahrzeug der NPD am 1. September in Frankfurt am Main verübt. Damit sollten offensichtlich Plakatierungsaktionen der Rechtsextremisten verhindert werden. Der Schaden betrug 7.000 Euro. - > Brandanschlag auf das Landgericht in Gießen am 14. September, dem so genannten "antirassistischen Aktionstag". Es entstand ein Schaden von 40.000 Euro. Der Großteil der Straftaten wurde - wie in früheren Jahren - im Rahmen der Konfrontation mit Rechtsextremisten bzw. dem politischen Gegner verübt. Ein anderer Themenschwerpunkt war die Ausländerund Asylfrage. * Im Jahresbericht 2001 waren 46 Straftaten angegeben. Auf Grund von Nachmeldungen hat sich die Zahl der Straftaten erhöht. 116
  • Linksextremismus verändern will, die aus dem Osten kommt, aus einer ehemaligen allmächtigen Staatspartei hervorgegangen ist, an deren Tropf
  • Verhältnis zur Gewalt arbeitet die PDS auch mit gewaltbereiten Linksextremisten (z.B. Autonomen) zusammen. Der sich laut Tageszeitung "junge Welt
108 Linksextremismus verändern will, die aus dem Osten kommt, aus einer ehemaligen allmächtigen Staatspartei hervorgegangen ist, an deren Tropf die DKP bis 1989 gehangen hat, eine andere Entwicklung nehmen muß als die DKP der Bundesrepublik Deutschland, die 1968 nach schweren Verbotsjahren wiedererstanden ist. Wechselseitige Beziehungen sind möglich, und es gibt sie übrigens vielerorts, nicht nur von der Kommunistischen Plattform, sondern auch von vielen Basisorganisationen und z.B. auch zwischen Heinz Stehr (DKP-Vorsitzender) und mir. Und wie sie sich entwickeln, dazu können beide Parteien beitragen. Eine Unterstützung von DKP-Genossen und -Wählern in den Wahlen zum 14. Deutschen Bundestag - ich denke an die Zweitstimme - wäre eine kluge Entscheidung der DKP. Und der Beschluß des Schweriner Parteitags der PDS, zu den nächsten Wahlen mit einer offenen Liste anzutreten, heißt eben, daß die PDS antritt und keine Parteienkoalition (bei) dieser Wahl eingehen will und eingehen kann. Ich denke, wenn das akzeptiert wird, kann es zu einer guten fruchtbaren Zusammenarbeit kommen." Zusammenarbeit Weiterhin pflegt die PDS Kontakte zum Arbeiterbund für den Wiemit anderen deraufbau der KPD (AB) und zur trotzkistischen Vereinigung für SoLinksextremisten zialistische Politik (VSP). Ein führender Funktionär der VSP (Dr. Winfried Wolf) gehört zur Abgeordnetengruppe PDS im Deutschen Bundestag. Die KPF der PDS unterhält darüber hinaus auch Kontakte zur Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD). Entsprechend dem zweideutigen Verhältnis zur Gewalt arbeitet die PDS auch mit gewaltbereiten Linksextremisten (z.B. Autonomen) zusammen. Der sich laut Tageszeitung "junge Welt" vom 4. September 1995 den Autonomen und Hausbesetzern zurechnende Frederik Over wurde am 22. Oktober 1995 für die PDS in das Berliner Abgeordnetenhaus gewählt. Insbesondere im Rahmen der "Antifaschismus"und auch "Antimilitarismus"-Arbeit tritt die Partei als Veranstalter und Anmelder von Demonstrationen und Kundgebungen von Bündnissen auf, an denen auch Autonome beteiligt sind. Die Partei ist durch ihre Gliederungen in Vorbereitung und Planung solcher Veranstaltungen eingebunden und leistet logistische Unterstützung. 2.2.5.3 Erfurter Erklärung Aufruf"Bis hierher und nicht weiter. Verantwortung für die soziale Demoinszenierung kratie" lautet der Titel einer "Erfurter Erklärung" von Gewerkschaf-
  • Linksextremismus und Arbeitslosigkeit, von Umweltzerstörung, Diskriminierung, Rassismus, Nationalismus und Unterdrückung zu beseitigen. (...) Unverzichtbare Marxismus als weltanschauliche Grundlage für uns Kommunisten
  • Sozialismusvorstellungen" haben kein Abrücken der DKP von ihren linksextremistischen Ansichten gebracht. Ebenso wie die PDS betont die DKP angebliche Leistungen
112 Linksextremismus und Arbeitslosigkeit, von Umweltzerstörung, Diskriminierung, Rassismus, Nationalismus und Unterdrückung zu beseitigen. (...) Unverzichtbare Marxismus als weltanschauliche Grundlage für uns Kommunisten ist der Marxismus, sind unverzichtbare die wissenschaftliche Analyse und die sich daraus ergebenden PerspektiGrundlage ven. (...) Der Sozialismus führt einen grundlegenden Bruch mit der kapitalistischen Wirtschaftsweise herbei, die auf die Erzielung maximalen Profits durch die Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft und den verschwenderischen Umgang mit den Naturressourcen gerichtet ist. (...) Um gegen die geballte Macht des Kapitals einen anderen Entwicklungsweg durchzusetzen, bedarf es umfassender Massenkämpfe. Der Beginn des sozialistischen Weges ist nicht als Putsch denkbar, sondern nur als Ergebnis des Handelns von Millionen - also als Ausdruck tiefer Demokratie. (...) Die DKP will dazu beitragen, daß immer größere Teile des arbeitenden Volkes sowie der durch Arbeitslosigkeit Ausgegrenzten, der Lernenden und Studierenden zur Erkenntnis der Notwendigkeit des Sozialismus und des Kampfes um seine Durchsetzung gelangen. (...) Das hauptsächliche Hindernis für den gesellschaftlichen Fortschritt stellt die ökonomische und politische Macht der Monopolbourgeoisie dar. Die Zurückdrängung und Notwendigkeit schließliche Überwindung der Herrschaft dieses mächtigsten Teils der einer "SystemBourgeoisie ist deshalb die entscheidende Voraussetzung für die Öffnung Überwindung" des Weges zum Sozialismus. (...) Im gemeinsamen Handeln für punktuelle Ziele können sich die Kräfte für weitergehende Bündnisse formieren, die auf grundlegende gesellschaftliche Veränderungen gerichtet sind. Die DKP hält es für möglich und erstrebenswert, daß im Ergebnis des antimonopolistischen Kampfes grundlegende antimonopolistisch-demokratische Umgestaltungen durchgesetzt werden können, die den Weg zum Sozialismus frei machen." E* WE" ^ Die "Sozialismusvorstellungen" haben kein Abrücken der DKP von ihren linksextremistischen Ansichten gebracht. Ebenso wie die PDS betont die DKP angebliche Leistungen des realen Sozialismus, stellt aber als Erklärung für dessen i Scheitern nicht so sehr innere Ursachen als viel- l mehr die "Konterrevolution" heraus. Die Vor- K A N N Sjsrsss- \ Stellungen der DKP im Abschnitt "Der Weg 1 \ zum Sozialismus" über Etappenziele und ?EBEN'"antimonopolistische" Bündnisse entsprechen klassischen kommunistischen Konzeptionen, wie sie seit den 30er Jahren entwickelt wurden.
  • Linksextremismus 2015 2016 Gewaltorientierte Linksextremisten einschl. Autonome 850 970 DKP 800 800 MLPD 650 650 Gesamt 2.300 2.420 Ausländerextremismus
Linksextremismus 2015 2016 Gewaltorientierte Linksextremisten einschl. Autonome 850 970 DKP 800 800 MLPD 650 650 Gesamt 2.300 2.420 Ausländerextremismus 2015 2016 "ADÜTDF" 2.000 2.000 DHKP-C 200 200 KONGRA-GEL bzw. PKK 2.200 2.200 LTTE 300 300 Gesamt 4.700 4.700 Islamismus 2015 2016 Extremistischer Salafismus 2.500 2.900 davon politisch 2.000 2.200 davon gewaltbereit 500 700 HAMAS 65 75 Hizb Allah 100 105 Hizb ut-Tahrir 35 35 Kalifatsstaat 220 220 Muslimbruderschaft 65 65 Milli Görüs-Bewegung (extremistischer Teil) 250 250 Nordkaukasische Separatisten-Bewegung 70 70 Türkische Hizbullah 100 100 Furkan-Gemeinschaft - 15 Gesamt 3.405 3.835 ExtrEmismus in ZahlEn 23 Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen 2016
  • Schleswig-Holstein entwickelt. Später prägten ständige Auseinandersetzungen mit Linksextremisten und der Polizei das Erscheinungsbild der "Kameradschaft". Gelegentlich gab es Bedrohungen
  • Jahresbeginn häuften sich noch Auseinandersetzungen und gegenseitige Bedrohungen mit linksextremistischen Kräften aus der Region. Im Laufe des Jahres erlahmte
Drucksache 16/64 Schleswig-Holsteinischer Landtag - 16. Wahlperiode derte sich erst zum Jahresende hin. Nachdem klar war, dass die NPD in SchleswigHolstein den Einzug in den Landtag anstrebte, gab es wieder regelmäßige Treffen mit wachsender Beteiligung. Offensichtlich begünstigt durch das NPD-Ergebnis bei der Landtagswahl in Sachsen gelang es den Lübecker Protagonisten, unter anderem bei einer Kranzniederlegung anlässlich des "Heldengedenkens" auf dem Lübecker Ehrenfriedhof am 14. November mehr als 60 Personen aus Lübeck, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern zu einer Teilnahme zu motivieren. Die Region Pinneberg war Jahre lang eine der Hochburgen der schleswig-holsteinischen neo-nationalsozialistischen Szene. Unter dem Einfluss führender Hamburger Neo-Nationalsozialisten hatte sich die "Kameradschaft Pinneberg" in den Jahren 2000 und 2001 zu einer der politisch aktivsten Gruppierungen in Schleswig-Holstein entwickelt. Später prägten ständige Auseinandersetzungen mit Linksextremisten und der Polizei das Erscheinungsbild der "Kameradschaft". Gelegentlich gab es Bedrohungen unter Berufung auf die verbotene "Blood & Honour"und die militante britische "Combat 18"-Bewegung. Wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung vollstreckte die Polizei im Oktober 2003 zahlreiche Durchsuchungsbeschlüsse, von denen insbesondere Angehörige der "Kameradschaft" betroffen waren. Die Bedeutung der "Kameradschaft Pinneberg" ist seitdem stark zurückgegangen. Im Netzwerk der norddeutschen Neo-Nationalsozialisten spielt sie keine Rolle mehr. Auch die zweite Gruppierung im Kreisgebiet, die "Kameradschaft Elbmarsch", ist im Berichtsjahr kaum öffentlichkeitswirksam aufgetreten. Zu Jahresbeginn häuften sich noch Auseinandersetzungen und gegenseitige Bedrohungen mit linksextremistischen Kräften aus der Region. Im Laufe des Jahres erlahmte das Interesse an den ständigen Konfrontationen. Einzelne Kameradschaftsangehörige nahmen unter anderem an den Demonstrationen und Aktionen gegen die so genannte Wehrmachtsausstellung Anfang des Jahres in Hamburg teil. Auch am "Rudolf-HeßGedenkmarsch" im August in Wunsiedel (Bayern) und an einer regionalen Kranzniederlegung anlässlich des Volkstrauertages am 14. November in Uetersen beteiligten sich Anhänger der "Kameradschaft". 32
  • Linksextreimismus Neuwahl des An dem 3. Landesparteitag 1997 am 27. September in Nürnberg Landesvorstands nahmen etwa 50 Personen teil. Nach
  • derzeit acht Personen an, von denen fünf in anderen linksextremistischen Gruppierungen tätig waren bzw. aktiv sind. In ihrem
96 Linksextreimismus Neuwahl des An dem 3. Landesparteitag 1997 am 27. September in Nürnberg Landesvorstands nahmen etwa 50 Personen teil. Nach den dort durchgeführten Neuwahlen zum Landesvorstand - seine Amtsdauer beträgt ein Jahr - gehören diesem Gremium derzeit acht Personen an, von denen fünf in anderen linksextremistischen Gruppierungen tätig waren bzw. aktiv sind. In ihrem Amt als Sprecherin des Landesvorstands und damit als geschäftsführendes Vorstandsmitglied wurde Sima Sorayya bestätigt. Das geschäftsführende Vorstandsmitglied Stephan Straub löste Günter Grimme-Ruhland in der Funktion des zweiten Landessprechers ab. Unter den weiteren Vorstandsmitgliedern befindet sich auch die bayerische PDS-Bundestagsabgeordnete Eva-Maria Bulling-Schröter (früher DKP). Der 4. Landesparteitag 1997 des PDS Landesverbands Bayern fand am 7. Dezember in München statt; es waren etwa 70 Personen erschienen. Im Mittelpunkt stand dabei die Aufstellung der Kandidaten für die Landesliste zur Bundestagswahl 1998. Die schon 1994 als Spitzenkandidatin angetretene Bundestagsabgeordnete Eva-Maria Bulling-Schröter konnte ihren Spitzenplatz behaupten und führt die acht Personen umfassende Landesliste an. Für die PDS in Bayern sieht die Spitzenkandidatin ihr Ziel bei mm .^."."""s*"*-' '"AmA~"\M 100.000 Wählerstimmen. Zur Unterrichtung der Mitglieder gibt der Landesverband in unregelmäßigen Abständen die Publikation "TITEL - Informationsforum der PDS Bayern" heraus. 2.2.3 Plattformen und Arbeitsgemeinschaften Plattformen und Arbeitsgemeinschaften sind wesentlich für die Bündnisund Integrationspolitik der PDS. Sie wirken im Rahmen des Statuts in der Partei und können sich eigene Satzungen geben. Sie Integrale Bestandsind damit integrale Bestandteile der PDS. Diese Strukturen können teile der PDS gemäß den statuarischen Bestimmungen der PDS ihre politischen Ziele in der Partei offen vertreten. Die PDS muß sich deshalb die Tätigkeit der Plattformen und Arbeitsgemeinschaften sowie die Äußerungen ihrer Mitglieder als Gesamtpartei zurechnen lassen. Plattformen sind in der Regel Zusammenschlüsse mit gemeinsamer Ideologie, wohingegen Arbeitsgemeinschaften themenbezogen auf wichtigen
  • Islamistischer Terror löst Reaktionen und Aktionen von Rechtsextremisten aus. Darauf wiederum reagieren Linksextremisten. Zudem ändert sich die Form politischer Kommunikation
  • anderen Seite des politischen Spektrums aus wird der Rechtsstaat ebenfalls angegriffen. Linksextremisten legitimieren Gewalt in der Auseinandersetzung mit dem politischen
  • Rahmen des G20-Gipfels in Hamburg. Wer das Recht auf Versammlungsfreiheit und auf freie Meinungsäußerung für Gewalt missbraucht, wer Polizisten
Das Gefühl der Bedrohung setzt eine Gesellschaft hohem Stress aus. Diese Verunsicherung ist das Kapital von Extremisten - ganz egal welcher Ideologie. Wir können Wechselwirkungen beobachten: Islamistischer Terror löst Reaktionen und Aktionen von Rechtsextremisten aus. Darauf wiederum reagieren Linksextremisten. Zudem ändert sich die Form politischer Kommunikation in extremistischen Organisationen. Beispiele dafür liefert die rechtsextremistische Identitäre Bewegung. Ihre Ästhetik ist auf die sozialen Netzwerke zugeschnitten - ihre öffentlichen Banneraktionen adaptieren mediengerecht Formen der ökologischen Protestkultur. Ihre zeitgemäße corporate identity ändert nichts daran, dass in neuer und moderner Gestalt rechtsextremistisches Gedankengut verbreitet wird. Von der anderen Seite des politischen Spektrums aus wird der Rechtsstaat ebenfalls angegriffen. Linksextremisten legitimieren Gewalt in der Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner nicht nur, sondern eskalieren die Gewaltanwendung gegen Personen und Sachen. Ein besonders markantes Beispiel dafür waren die gewalttätigen Proteste im Rahmen des G20-Gipfels in Hamburg. Wer das Recht auf Versammlungsfreiheit und auf freie Meinungsäußerung für Gewalt missbraucht, wer Polizisten als Vertreter der rechtsstaatlichen Ordnung zum Angriffsziel erklärt und macht, wer das staatliche Gewaltmonopol nicht akzeptiert und aktiv bekämpft, der wendet sich aggressiv gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung. Mit Sorge erfüllt uns zudem, dass die innenpolitischen Konflikte in der Türkei auf Deutschland und damit auch auf NRW ausstrahlen. Hier ist seitens der Verfassungsschutzbehörden insbesondere jeder Form von Oppositionellenausspähung entgegenzuwirken. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim NRW-Verfassungsschutz leisten jeden Tag ihren Beitrag, um unsere Demokratie und unsere freie Gesellschaft vor diesen Gefahren zu schützen. Dafür gebührt ihnen Dank. Herbert Reul Minister des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen Vorwort 3 Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen 2016
  • unten: MIK BB S. 103 links: inforiot, 23.11.2016 rechts: linksunten.indymedia, abgerufen am 16.06.2017 S. 105ff. MIK BB S. 143 friendsvertrag
  • abgerufen am 16.06.2017 S. 144ff. MIK BB S. 150 linksunten.indymedia, abgerufen am 28.03.2017 S. 151 YouTube "RASH Berlin/Brandenburg.avi", abgerufen
Verfassungsschutzbericht Land Brandenburg 2016 S. 89 Facebook-Seite "Identitäre Bewegung Berlin-Brandenburg", 15.05.2016 S. 90 Facebook-Seite "Identitäre Bewegung Berlin-Brandenburg, 14.01.2016 S. 94 MIK BB S. 97 oben: Homepage "Fylgien Versand", abgerufen am 16.06.2017 unten: Homepage "Zentralversand", abgerufen am 16.06.2017 S. 98f, MIK BB S. 100 oben: inforiot, 02.05.2016 unten: MIK BB S. 103 links: inforiot, 23.11.2016 rechts: linksunten.indymedia, abgerufen am 16.06.2017 S. 105ff. MIK BB S. 143 friendsvertrag, abgerufen am 16.06.2017 S. 144ff. MIK BB S. 150 linksunten.indymedia, abgerufen am 28.03.2017 S. 151 YouTube "RASH Berlin/Brandenburg.avi", abgerufen am 28.03.2017 S. 153 laffo.blogsport, abgerufen am 16.06.2017 S. 154ff. MIK BB S. 174 https://wikimedia.org, abgerufen am 28.03.2017 S. 177ff. MIK BB S. 181 Internetseite: teyrenbaz, abgerufen am 16.06.2017 S. 183 Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) S. 187 MIK BB S. 189 BfV S. 192ff. MIK BB S. 221 mittig: http://www.consdaple.de, 28.02.2012 unten: MIK BB S. 222ff. MIK BB S. 239 Koordinierungsstelle "Tolerantes Brandenburg" S. 240 Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien 372

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