{"file_url":"https://verfassungsschutzberichte.de/pdfs/vsbericht-nw-1984.pdf","jurisdiction":"Nordrhein-Westfalen","num_pages":58,"pages":["Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 Vorwort ................................................................................................ 3 1 Rechtsextremismus ......................................................................... 4 1.1 Entwicklungstendenz ....................................................................................4 1.2 Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) und Junge Nationaldemokraten (JN) ....................................................................................5 1.3 \"National-freiheitliche\" Rechte.......................................................................7 1.4 Neonazistische Gruppen ...............................................................................8 1.5 Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei (FAP) ..................................................9 1.6 B\u00fcrgerinitiative Deutsche Arbeiterpartei (BI DAP).........................................9 1.7 Komitee zur Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag Adolf Hitlers (KAH) .......................................................................................................9 1.8 Hilfsorganisation f\u00fcr nationale politische Gefangene und deren ,Angeh\u00f6rige e.V. (HNG) ....................................................................................10 1.9 NSDAP-Auslandsund Aufbauorganisation (NSDAP-AO)..........................10 1.10 NS-Gruppe M\u00fcller .....................................................................................11 1.11 Rechtsextremistische Jugendgruppen ......................................................11 1.11.1 Wiking-Jugend (WJ) ......................................................................11 1.11.2 Bund Heimattreuer Jugend (BHJ)/ Gemeinschaft Volkstreuer Jugend e.V. (GVJ) ....................................................................................11 1.12 Sonstige Gruppen .....................................................................................11 1.13 Rechtsextremisten im \u00f6ffentlichen Dienst .................................................12 2 Linksextremismus.......................................................................... 16 2.1 Entwicklungstendenz ..................................................................................16 2.2 Deutsche Kommunistische Partei (DKP).....................................................17 2.3 DKP-orientierte Jugendund Studentenorganisationen ..............................21 2.3.1 Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) ..............................21 2.3.2 Marxistischer Studentenbund Spartakus (MSB) ..............................22 2.3.3 Junge Pioniere (JP) .........................................................................22 2.4 DKP-beeinflu\u00dfte Organisationen und Einrichtungen...................................22 2.4.1 Deutsche Friedens-Union (DFU) .....................................................22 2.4.2 Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK)..................................................................................................23 2.4.3 Demokratische Fraueninitiative (DFI) ..............................................23 2.4.4 Krefelder Initiative ............................................................................23 2.5 B\u00fcndnispolitik ..............................................................................................24 2.6 Dogmatische Neue Linke ............................................................................25 2.6.1 Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD)...................25 2.6.2 Kommunistische Partei Deutschlands (Marxisten-Leninisten) - KPD - ................................................................................................................25 2.6.3 Kommunistischer Bund Westdeutschland (KBW) ............................26 1","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 2.6.4 Marxistische Gruppe (MG)...............................................................27 2.7 Undogmatische Neue Linke ........................................................................27 2.8 Trotzkismus.................................................................................................27 2.9 Linksextremisten im \u00f6ffentlichen Dienst ......................................................28 3 Terrorismus .................................................................................... 34 3.1 Entwicklungstendenz ..................................................................................34 3.2 Rote Armee Fraktion (RAF) und RAF-Umfeld .............................................34 3.3 Revolution\u00e4re Zellen (RZ) ...........................................................................36 3.4 Sonstiges terroristisches Umfeld.................................................................37 3.5 Sonstige linksextremistisch motivierte Gewalttaten.....................................38 4 Ausl\u00e4nderextremismus.................................................................. 41 4.1 Entwicklungstendenz ..................................................................................41 4.2 T\u00fcrken .........................................................................................................41 4.3 Kurden.........................................................................................................44 4.4 Iraker...........................................................................................................45 4.5 Iraner...........................................................................................................45 4.6 Afghanen.....................................................................................................46 4.7 Pal\u00e4stinenser ..............................................................................................46 4.8 Jugoslawen .................................................................................................46 5 Spionageabwehr............................................................................. 49 5.1 Entwicklungstendenzen ..............................................................................49 5.2 Art und Umfang der gegnerischen Werbungsmethoden .............................50 5.3 Nachrichtendienstliche Auftr\u00e4ge gegen Nordrhein-Westfalen .....................50 6 Strafrechtspflege............................................................................ 52 6.1 Verfahren wegen rechtsextremistischer Aktivit\u00e4ten.....................................52 6.2 Verfahren wegen linksextremistischer Aktivit\u00e4ten .......................................52 6.3 Demonstrationsstraftaten ............................................................................53 7 Anhang............................................................................................ 54 7.1 \u00dcbersicht \u00fcber erw\u00e4hnenswerte rechtsextremistische Parteien, nebenund beeinflu\u00dfte Organisationen sowie deren Presseerzeugnisse ...........................54 7.2 \u00dcbersicht \u00fcber erw\u00e4hnenswerte linksextremistische Parteien, nebenund beeinflu\u00dfte Organisationen sowie deren Presseerzeugnisse ...........................56 2","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 Vorwort Der beste Schutz Unserer Verfassung ist eine politische Kultur, die der freiheitlichen demokratischen Grundordnung und damit den politischen Wertentscheidungen unseres Grundgesetzes verpflichtet ist. Politische Kultur aber lebt im Bewu\u00dftsein der B\u00fcrger, die sie geschaffen haben und die sie tragen. Politische Kultur ist gelebte Verfassung, ist st\u00e4ndiges Eintreten f\u00fcr die Verfassung. Dennoch: die Verfassung ist auch immer wieder bedroht; sie hat Gegner, innere wie \u00e4u\u00dfere. Sie bedarf deshalb - selbst in Zeiten gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Zustimmung durch die B\u00fcrger - der institutionellen Sicherung. Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rden haben die Aufgabe, m\u00f6gliche Gefahren f\u00fcr die verfassungsm\u00e4\u00dfige Ordnung, f\u00fcr den Bestand und die Sicherheit unseres freiheitlichen und demokratischen Rechtsstaates rechtzeitig zu erkennen und hier\u00fcber zu berichten. Angesprochen sind hier neben den zust\u00e4ndigen staatlichen Stellen die politischen Institutionen, vor allem aber das Parlament als die vom Volk gew\u00e4hlte repr\u00e4sentative Vertretung, die von ihm eingesetzte Regierung und nicht zuletzt die B\u00fcrger selbst als Volkssouver\u00e4n. Denn die Zustimmung zur Verfassung, zu unserem Staat, bedarf der st\u00e4ndigen Information auch \u00fcber die gegen sie gerichteten Bestrebungen. Diesen \"Fr\u00fchwarndienst\" ist der Staat seinen B\u00fcrgern schuldig. Und der B\u00fcrger wird bei Lekt\u00fcre des Verfassungsschutzberichts 1984 erkennen k\u00f6nnen, da\u00df unser Gemeinwesen wohl durch politisch aktive Teilhabe, niemals aber durch Gewalt ver\u00e4nderbar ist. Dr. Herbert Schnoor Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen 3","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 1 Rechtsextremismus 1.1 Entwicklungstendenz 1984 ist die Gesamtzahl der Mitglieder rechtsextremistischer Gruppen in Nordrhein-Westfalen in etwa gleich geblieben. Sie liegt bei ca. 4.000. Davon entfallen 1.000 auf die \"nationaldemokratischen\", 2.500 auf die \"nationalfreiheitlichen\" und ca. 500 auf sonstige rechtsextremistische Gruppen. Die Zahl der aktiven Neonazis liegt bei ca. 100. Die \"nationaldemokratischen\" Organisationen sehen sich nach langen Jahren stetigen Mitgliederund W\u00e4hlerschwunds wieder im Aufwind. Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) konnte bei der Wahl des Europa-Parlaments ihren Stimmenanteil gegen\u00fcber der Bundestagswahl 1983 im Bund und in Nordrhein-Westfalen etwas mehr als verdoppeln und bundesweit ihre Mitgliederzahl von ca. 6.000 auf 6.100 erh\u00f6hen. Mit ca. 1.000 Mitgliedern bleibt dabei der nordrhein-westf\u00e4lische Landesverband einer der st\u00e4rksten der Partei. Er steht Ende 1984 in einem gewissen Gegensatz zum Parteivorstand, da letzterer - neben anderen internen Auseinandersetzungen im Laufe des Jahres - eine Teilnahme der NPD an der Landtagswahl 1985 in Nordrhein-Westfalen abgelehnt hat. Hinzu kommen Schwierigkeiten im Landesverband der Jungen Nationaldemokraten (JN), die im Herbst 1984 mit der Abl\u00f6sung des Vorstandes und der Einsetzung eines Notvorstandes ihren vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt fanden. Die \"national-freiheitlichen\" Organisationen um die ,,Deutsche Nationale Zeitung\" sind auch 1984 in Nordrhein-Westfalen \u00f6ffentlich kaum in Erscheinung getreten. Sie unterhalten im Landesbereich auch keine erkennbar aktive Organisationsstruktur. Im neonazistischen Bereich haben ehemalige Mitglieder und Funktion\u00e4re der im Dezember 1983 als verboten festgestellten und aufgel\u00f6sten Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationale Aktivisten (ANS/NA) 1984 die bis dahin unbedeutende \"Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei\" (FAP) unterwandert und versucht, sich damit neue Organisationsformen f\u00fcr eine Fortsetzung ihrer T\u00e4tigkeit zu schaffen. Wie die Wahlergebnisse der FAP bei der Kommunalwahl 1984 in den St\u00e4dten Dortmund und Duisburg deutlich machen, konnten die politischen Vorstellungen dieser Gruppe bisher kein Echo bei den W\u00e4hlern finden. Auch 1984 sind von rechtsextremistischen Kreisen Versuche unternommen worden, auf jugendliche Randgruppen Einflu\u00df zu gewinnen. Erfolge zeigten sich in Nordrhein-Westfalen bei den mehrfachen Auftritten von Skinheads bei \u00f6ffentlichen Veranstaltungen rechtsextremistischer Gruppen. Dabei wurde aber auch offenkundig, da\u00df f\u00fcr die Rechtsextremisten vordringlich die Bereitschaft dieser Jugendlichen zur Gewaltanwendung von Interesse war, weil dies sie zum Einsatz beim Schutz von Veranstaltungen und sonstigen Aktionen pr\u00e4destinierte. Insgesamt war diese Entwicklung 1984 r\u00fcckl\u00e4ufig. Neben den Aktivit\u00e4ten der rechtsextremistischen Organisationen wurden 1984 eine Vielzahl von offenkundig Rechtsextremisten zuzuschreibenden Schmierereien (Hakenkreuze, SS-Runen usw.) festgestellt. Flugblattverteilungen und Plakatklebeaktionen - wobei Parolen mit volksverhetzendem Inhalt und Flugbl\u00e4tter mit antisemitischen und ausl\u00e4nderfeindlichen Texten festgestellt wurden - haben zugenommen. 4","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 Rechtsextremistisch motiviert waren offensichtlich auch einzelne Gewaltaktionen. Zu nennen sind ein Fall wie der Brandanschlag auf eine ehemalige Synagoge in D\u00fcsseldorf Ende Februar 1984 (einer der T\u00e4ter war zumindest zeitweise Mitglied der NPD) oder verschiedene \"S\u00e4ureanschl\u00e4ge\" in Hattingen im Herbst 1984, die auf das Konto von Neonazis gehen. Die Bereitschaft zur Anwendung von Gewalt ist 1984 unter Neonazis mehrfach - wenn auch gelegentlich nur verbal - bekundet worden. Sie verdient besondere Beachtung. Die Erfahrungen des Jahres 1984 haben gezeigt, da\u00df die ablehnende und kritische Haltung der Bev\u00f6lkerung, insbesondere gegen\u00fcber neonazistischen Bestrebungen, gewachsen ist. Nur in Einzelf\u00e4llen war es den Neonazis m\u00f6glich, \u00f6ffentlich aufzutreten und offen f\u00fcr ihre Ziele zu werben. Auf der anderen Seite zeigten die leichte Stabilisierung der NPD und die Versuche der Neonazis, sich nunmehr im Rahmen einer ,,Partei\" organisatorisch zu bet\u00e4tigen, da\u00df rechtsextremistische Bestrebungen weiterhin zumindest sorgf\u00e4ltiger Beobachtung bed\u00fcrfen. Insgesamt ist jedoch eine ernsthafte Gef\u00e4hrdung der inneren Sicherheit unseres Landes durch Rechtsextremisten nicht eingetreten. 1.2 Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) und Junge Nationaldemokraten (JN) Ziele Die NPD vertritt nach wie vor einen \u00fcbersteigerten Nationalismus, verbunden mit einem v\u00f6lkischen und rassistischen Kollektivismus sowie Vorstellungen von einem autorit\u00e4ren F\u00fchrerstaat. In der der Partei politisch zuzurechnenden Polemik ihrer Publizistik und ihrer Mandatstr\u00e4ger kommen Mi\u00dfachtung und Ablehnung oberster Verfassungswerte, insbesondere der parlamentarischen Demokratie, des Mehrparteiensystems und der Volkssouver\u00e4nit\u00e4t zum Ausdruck. Parteiorganisation In Nordrhein-Westfalen verf\u00fcgt die NPD \u00fcber einen Landesverband mit Sitz in Bochum-Wattenscheid, dem in sechs Landesbereichen insgesamt 54 Kreisverb\u00e4nde mit unterschiedlicher Aktivit\u00e4t unterstehen. Die Mitgliederzahl liegt bei ca. 1.000 (Bund: 6.100). Finanzierung Zur Finanzierung ihrer Arbeit ist die NPD neben den Mitgliedsbeitr\u00e4gen vor allem auf Spenden angewiesen. Sie versucht daher, sich \u00fcber \"Freundes\"und \"F\u00f6rderKreise\" Geldquellen zu erschlie\u00dfen. Im Zusammenhang mit dem Ergebnis der Wahl zum Europa-Parlament (0,8 %) sind der NPD 1,8 Millionen Wahlkampfkosten erstattet worden. Hierdurch hat sich ihre bis dahin \u00e4u\u00dferst angespannte Finanzlage gebessert. Publikationen Presseorgan der NPD ist die monatlich erscheinende \"Deutsche Stimme'' mit einer Auflage von 75.000 Exemplaren. Daneben erscheinen auf Bundesebene regelm\u00e4\u00dfig die zentralen Schriften \"NPD Aktuell\" und \"NPD-Info-Blitz\". Vom Landesverband Nordrhein-Westfalen werden monatlich der \"NPD-Landesspiegel Nordrhein-Westfalen'' und der \"NPD-Organisationsspiegel Nordrhein-Westfalen\" 5","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 herausgegeben. Hierneben gibt es periodische Bl\u00e4tter und Informationsdienste der Kreisverb\u00e4nde. Schwerpunkte der Parteiarbeit * Der 18. ordentliche Bundesparteitag der NPD fand am 3./4. November 1984 mit ca. 1.000 Teilnehmern in M\u00fcnchen statt. Da keine Vorstandswahlen anstanden, war er in erster Linie eine Propagandaveranstaltung zur Motivation der Mitglieder. Im Mittelpunkt stand die Rede des Parteivorsitzenden Martin Mussgnug aus Tuttlingen, der die Erfolge bei der Europawahl am 17. Juni hervorhob und erkl\u00e4rte, die Partei befinde sich wieder \"im Aufwind\". Als politisches Ziel der NPD stellte Mussgnug \"das ganze Deutschland in seinen historischen Grenzen bis zur Memel\" heraus. * Am 28. April 1984 f\u00fchrte die NPD in Wiehl-Drabenderh\u00f6he ihren Landesparteitag durch. Es nahmen rd. 300 Personen teil, darunter 66 Delegierte. Der Landesvorsitzende beschr\u00e4nkte sich in seinem Rechenschaftsbericht darauf, die bekannten politischen Leitlinien der Partei aufzuzeigen. Auf einer Protestkundgebung gegen den NPD-Landesparteitag kam es zwischen etwa 400 Gegendemonstranten (u.a. DKP, SDAJ) und einer Gruppe von rund 70 Skinheads, die durch Angeh\u00f6rige der NPD mit dem Schutz des Versammlungsortes beauftragt worden waren, zu teilweise schweren Auseinandersetzungen. Gegen neun Personen wurden wegen K\u00f6rperverletzung, Mitf\u00fchrens von Waffen und gef\u00e4hrlichen Gegenst\u00e4nden sowie wegen des Verdachts der Volksverhetzung und Beleidigung Ermittlungsverfahren eingeleitet. * Die NPD beteiligte sich am 17. Juni 1984 an der Wahl zum Europ\u00e4ischen Parlament, Sie f\u00fchrte ihren Wahlkampf unter dem Motto \"Ein Herz f\u00fcr Deutschland\". Sie erhielt in Nordrhein-Westfalen 46.164 Stimmen = 0,6 % (Bund: ca. 198.000 Stimmen = 0,8 %). Bei der Bundestagswahl 1983 hatte sie ca. 19.400 Stimmen = 0,2 % (Bund: ca. 91.000 = 0,2 %) erreicht. In einigen Gro\u00dfst\u00e4dten bzw. Kreisen wurden \u00fcberdurchschnittliche Ergebnisse erzielt (Hagen und M\u00e4rkischer Kreis je 1,1 %, Herne und Remscheid Je 0,9 %). Zur Kommunalwahl 1984 hatte - entgegen den Beschl\u00fcssen des Parteipr\u00e4sidiums - die Hagener NPD Kandidaten aufgestellt, die 171 Stimmen (0,0 %) erhielten. Sonstige Vorkommnisse * In M\u00fclheim a.d. Ruhr hatten sich am 4. Februar 1984 vor Beginn einer geplanten Podiumsdiskussion der NPD ca. 90 Gegendemonstranten versammelt. Zwischen diesen und drei NPD-Mitgliedern kam es zu t\u00e4tlichen Auseinandersetzungen. Dabei spr\u00fchten die NPD-Anh\u00e4nger wahllos mit Tr\u00e4nengas in die Menge, wodurch einige der Demonstranten verletzt wurden. * In Bonn kam es im Mai 1984 zweimal an Info-St\u00e4nden der NPD zu t\u00e4tlichen Auseinandersetzungen zwischen Punkern und Angeh\u00f6rigen der NPD und der Wiking-Jugend, die polizeiliche Eins\u00e4tze erforderten. 6","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 * In Hagen fand am 1. Juni 1984 eine \u00f6ffentliche Veranstaltung der NPD statt, bei der es vor dem Veranstaltungsraum zu Handgreiflichkeiten zwischen Gegendemonstranten und Skinheads kam, die von der Polizei unterbunden wurden. * In Recklinghausen ist es w\u00e4hrend einer Kundgebung der NPD am 11. August 1984 zwischen ca. 60 NPD-Anh\u00e4ngern - darunter einige Skinheads - und rd. 200 Gegendemonstranten zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Ein gr\u00f6\u00dferes Polizeiaufgebot konnte gewaltt\u00e4tige Zusammenst\u00f6\u00dfe zwischen den beiden Gruppierungen verhindern. Junge Nationaldemokraten (JN) Die vom Landesverband Nordrhein-Westfalen der JN herausgegebene Schrift \"Klartext\" hat im Laufe des Jahres 1984 ihre Agitation - insbesondere in Fragen der Ausl\u00e4nderpolitik - erheblich versch\u00e4rft. Dies veranla\u00dfte den Bundesvorstand der JN, die weitere Herausgabe als JN-Publikation zu unterbinden. Als daraufhin der Herausgeberkreis unter dem JN-Landesvorsitzenden versuchte, eine eigene \"Klartext-Organisation\" au\u00dferhalb der JN aufzubauen, enthob ihn das Parteipr\u00e4sidium der NPD im November 1984 seiner Funktion und leitete gegen ihn wegen parteisch\u00e4digenden Verhaltens ein Parteiausschlu\u00dfverfahren ein. Gleichzeitig wurde \u00fcber den JN-Landesverband Nordrhein-Westfalen der organisatorische Notstand verh\u00e4ngt und ein Notvorstand unter dem Leiter des JNKreisverbandes Krefeld eingesetzt. Anl\u00e4\u00dflich des Landeskongresses der nordrhein-westf\u00e4lischen JN am 31. M\u00e4rz 1984 in Bad Sassendorf-Lohne - es nahmen ca. 70 Personen teil, darunter 33 Delegierte - hatte der Landesvorsitzende noch festgestellt, da\u00df der nordrheinwestf\u00e4lische Landesverband nach einer zwischenzeitlichen Krise wieder der mitgliederst\u00e4rkste Landesverband der JN geworden sei. Inzwischen wird vom Notvorstand ein neuer Landeskongre\u00df vorbereitet, der Neuwahlen und eine Konsolidierung der T\u00e4tigkeit des Verbandes bringen soll. Auf dem Bundeskongre\u00df der JN am 13./14. Oktober 1984 in Darmstadt mit ca. 150 Teilnehmern verwies der JN-Bundesvorsitzende in seinem Rechenschaftsbericht auf die angeblich steigende Tendenz in der Mitgliederentwicklung. Der NPD-Parteivorsitzende Mussgnug versuchte, die Teilnehmer durch einen Hinweis auf die Wahlerfolge des Jahres 1984 und die sich daraus ergebende Besserung der Finanzlage der Partei f\u00fcr die k\u00fcnftige Arbeit zu motivieren. 1.3 \"National-freiheitliche\" Rechte Zur ,national-freiheitlichen\" Rechten z\u00e4hlen die Deutsche Volksunion (DVU) unter dem Vorsitz des M\u00fcnchener Verlegers Dr. Gerhard Frey und folgende, ebenfalls von Dr. Frey gef\u00fchrte und beeinflu\u00dfte \"Aktionsgemeinschaften\", deren Mitglieder kraft Satzung gleichzeitig der DVU angeh\u00f6ren: * Aktion Deutsche Einheit (AKON) * Volksbewegung f\u00fcr Generalamnestie (VOGA) 7","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 * Initiative f\u00fcr Ausl\u00e4nderbegrenzung (I.f.A.) * Aktion Deutsches Radio und Fernsehen (A R F) * Ehrenbund Rudel (ER) * sowie der im Jahre 1984 gegr\u00fcndete * Schutzbund f\u00fcr Leben und Umwelt. Mit einer Mitgliederzahl von ca. 12.000 (Nordrhein-Westfalen: 2.500) Personen stellen die \"National-Freiheitlichen\" nach wie vor die mitgliederst\u00e4rkste Gruppierung im rechtsextremistischen Spektrum dar. Die \u00fcberwiegende Zahl ihrer Mitglieder ist allerdings bereits im vorger\u00fcckten Alter, verh\u00e4lt sich in der Regel passiv und beschr\u00e4nkt sich darauf, die Organisation finanziell zu unterst\u00fctzen. Vom 6. bis 12. April 1984 veranstaltete die DVU in mehreren St\u00e4dten des Bundesgebietes eine Vortragsreihe zum Thema ,,Das Geheimnis um Rudolf Hess''. Die Veranstaltungen in Bonn, Oberhausen und Dortmund, die teilweise von heftigen Gegendemonstrationen begleitet waren, fanden jeweils vor einem Zuh\u00f6rerkreis von ca. 200 Personen statt. 1.4 Neonazistische Gruppen Die neonazistische Szene war 1984 von den Bem\u00fchungen der am 7. Dezember 1983 als verboten festgestellten und aufgel\u00f6sten Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationale Aktivisten (ANS/NA) bestimmt, die Kader der \"Bewegung\" zusammenzuhalten und sich gleichzeitig neue Plattformen f\u00fcr die Durchsetzung ihrer politischen Ziele zu schaffen. Sie versuchte dies zu erreichen * durch die Fortf\u00fchrung ihrer T\u00e4tigkeit auf \u00f6rtlicher Ebene unter neuen Bezeichnungen (sog. Leserkreise pp.) * durch die Unterwanderung der bis dahin politisch unbedeutenden Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP) * durch die Bildung neuer Organisationen, wie der B\u00fcrgerinitiative Deutsche Arbeiterpartei (BI DAP) oder des Komitees zur Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag Adolf Hitlers (KAH) - durch den Ausbau ihres Einflusses in der Hilfsorganisation f\u00fcr nationale politische Gefangene und deren Angeh\u00f6rige e.V. (HNG). Kurzfristig bestand Anfang 1984 in Nordrhein-Westfalen ein Nationaler Bund Rhein-Westfalen (NBR), der auf die Initiative von ANS/NA-Anh\u00e4ngern zur\u00fcckging. Der Gr\u00fcnder und Leiter der ANS/NA, Michael K\u00fchnen, hat sich am 19. M\u00e4rz 1984 der weiteren Strafverfolgung durch die Flucht ins Ausland entzogen. Er wurde am 4. Oktober 1984 in Paris, wo er seit l\u00e4ngerem politisch t\u00e4tig war, von den franz\u00f6sischen Beh\u00f6rden festgenommen und am 5. Oktober 1984 in die Bundesrepublik abgeschoben. Im Zusammenhang mit mehreren gegen ihn bestehenden Haftbefehlen ist er sofort in Haft genommen worden.*) Anh\u00e4nger der ANS/NA haben im August 1984 in der N\u00e4he von Hattingen ein mehrt\u00e4giges \"1. Gauausbildungslager\" durchgef\u00fchrt, das der wehrsportlichen 8","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 Erziehung dienen sollte. Ziel des Lagers war es auch, geeignete Mitglieder f\u00fcr geplante \"Stabswachen'' zu finden. *) Am 25. Januar 1985 sind K\u00fchnen zu drei Jahren vier Monaten und der mitangeklagte Arnd Heinz Marx zu zwei Jahren sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. 1.5 Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei (FAP) Die FAP wurde 1979 in Stuttgart gegr\u00fcndet. Sie hatte bis Anfang 1984 nur lokale Bedeutung und war nicht eindeutig rechtsextremistisch einzuordnen. Am 18. Februar 1984 gr\u00fcndeten Anh\u00e4nger der ANS/NA in Heiden einen Landesverband Nordrhein-Westfalen der FAP, in dessen Vorstand ehemalige ANS/NA-Aktivisten die entscheidenden Funktionen \u00fcbernahmen. K\u00fchnen, der an der Gr\u00fcndungsversammlung teilnahm, erkl\u00e4rte, die FAP sei der \"neue legale Arm der Bewegung\". In der Folge hat der Einflu\u00df der ANS/NA-Anh\u00e4nger auf den FAP-Landesverband zugenommen. Dies zeigte sich w\u00e4hrend des \"1. Kongresses\" am 7. April 1984 in M\u00fcnster, auf dem der Landesvorsitzende in seiner Eingangsrede betonte, da\u00df die FAP sowohl in der Nachfolge der ANS/NA wie auch der NSDAP stehe. Es zeigte sich ferner auf dem Landesparteitag am 10. November 1984 in M\u00fcnster, der einen Landesvorstand allein aus Anh\u00e4ngern der ANS/NA w\u00e4hlte. Verschiedene Einzelveranstaltungen im Laufe des Jahres machten auch die engen Kontakte zwischen ANS/NA-Anh\u00e4ngern in der FAP und Anh\u00e4ngern jugendlicher Randgruppen (Skinheads) deutlich. Zur Kommunalwahl 1984 kandidierte die FAP in Dortmund und Duisburg in insgesamt f\u00fcnf Wahlbezirken. Sie erhielt in Dortmund (Kandidaten in vier Wahlbezirken) 98 und in Duisburg (ein Wahlbezirk) 22 Stimmen. Mit den Vorbereitungen f\u00fcr eine Beteiligung an der Landtagswahl 1985 in NordrheinWestfalen, insbesondere dem \u00f6rtlichen Ausbau des Parteiapparates, wurde begonnen. 1.6 B\u00fcrgerinitiative Deutsche Arbeiterpartei (BI DAP) Im Februar 1984 ist von nordrhein-westf\u00e4lischen Anh\u00e4ngern der ANS/NA die BI DAP geschaffen worden, die nach dem Willen ihrer Gr\u00fcnder die Plattform f\u00fcr den Aufbau einer \"nationalsozialistischen Arbeiterpartei\" (Wahlpartei) bilden sollte. In Nordrhein-Westfalen ist sie bisher vornehmlich durch die Herausgabe von Flugbl\u00e4ttern in Erscheinung getreten. Gelegentlich sind in Nordrhein-Westfalen hergestellte Flugbl\u00e4tter auch in anderen Bundesl\u00e4ndern verbreitet worden. 1.7 Komitee zur Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag Adolf Hitlers (KAH) In der von Michael K\u00fchnen in Paris herausgegebenen ANS-Schrift \"Unser Europa\", Ausgabe Juli 1984, wurde berichtet, da\u00df am 26. Mai 1984 von K\u00fchnen und seinem Stellvertreter das obengenannte KAH gegr\u00fcndet worden sei. Im September 1984 verbreitete ein FAP-Funktion\u00e4r aus Duisburg, ehemaliger ANS/NA-Aktivist, als Stellvertreter des KAH-Generalsekret\u00e4rs Rundschreiben an alle ehemaligen ANS/NA-Funktion\u00e4re in Nordrhein-Westfalen, in denen er das KAH als,, legalen Arm der Bewegung'' bezeichnete. Er verwies auch auf eine 9","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 \"Dienstvorschrift f\u00fcr Rhein-Westfalen\" (DVRW 1984), in der die Dienstgrade und Gliederungen des KAH festgelegt wurden, die \"den organisatorischen Rahmen f\u00fcr die politische Arbeit\" bieten sollen. Im Oktober 1984 wurden unter der Bezeichnung \"KAH'' Rundschreiben an ehemalige ANS/NA-Anh\u00e4nger zu einem \"Schulungsund Besprechungstreffen'' am 20./21. Oktober 1984 in den R\u00e4umen des Collegium Humanum in Vlotho versandt. Dieses Treffen ist als \"Seminar \u00fcber Umweltfragen und Naturreligionen\" getarnt worden. Es nahmen ca. 25 Personen teil, \u00fcberwiegend ehemalige ANS/NA-Funktion\u00e4re, die vor allem die Teilnahme der FAP an der Landtagswahl 1985 in Nordrhein-Westfalen er\u00f6rterten. 1.8 Hilfsorganisation f\u00fcr nationale politische Gefangene und deren ,Angeh\u00f6rige e.V. (HNG) Die HNG stand 19'84 im Zeichen einer von Michael K\u00fchnen und einem weiteren ANS/NA-Funktion\u00e4r aus Niedersachsen betriebenen Kampagne, mit der durch \u00dcbernahme von \u00c4mtern der Einflu\u00df der ANS/NA auf die HNG erweitert werden sollte. Die damit verbundenen Auseinandersetzungen machten eine satzungsgem\u00e4\u00dfe Vorstandsneuwahl auf der Jahreshauptversammlung am 7. Januar 1984 in Bielefeld unm\u00f6glich, so da\u00df am 25. Februar 1984 eine au\u00dferordentliche Mitgliederversammlung in Speyer durchgef\u00fchrt werden mu\u00dfte. Eine ehemalige ANS/NA-Aktivistin und HNG-Bereichsbeauftragte aus Bielefeld wurde zur neuen Vorsitzenden gew\u00e4hlt; der erw\u00e4hnte ehemalige ANS/NA-Funktion\u00e4r aus Niedersachsen als verantwortlicher Redakteur der HNG-Schrift ,,Nachrichten der HNG'' in seinem Amt best\u00e4tigt. Sitz der HNG ist nunmehr Bielefeld, da satzungsgem\u00e4\u00df der Wohnsitz des Vorsitzenden hierf\u00fcr ma\u00dfgebend ist. Eine am 24. November 1984 in Kassel durchgef\u00fchrte Mitgliederversammlung, an der insgesamt etwa 120 Personen teilnahmen, darunter ca. 25 Teilnehmer aus Nordrhein-Westfalen, die \u00fcberwiegend der verbotenen ANS/NA angeh\u00f6rten, best\u00e4tigte den ANS/NA-Einflu\u00df. Die HNG-Vorsitzende erstattete einen Rechenschaftsbericht, in dem sie u.a. die Betreuung von zehn inhaftierten Rechtsextremisten als erfolgreich bezeichnete, die ,Schikanen\" der Beh\u00f6rden bei Erteilung der Besuchserlaubnisse jedoch beklagte. 1.9 NSDAP-Auslandsund Aufbauorganisation (NSDAP-AO) Nach den im Laufe des Jahres bekanntgewordenen Einzelaktionen mu\u00df davon ausgegangen werden, da\u00df sich in einer Reihe von Orten des Landes St\u00fctzpunkte (evtl. auch Einzelpersonen) befinden, die Material der NSDAP-AO beziehen und verbreiten. Seit Mitte 1983 erhielten im Raum Solingen/ Wuppertal mit dem Absender\"NSDAP-A0Gau Solingen\" insbesondere Frauenh\u00e4user und andere Institutionen der Frauenbewegung Drohbriefe mit neonazistischem Propagandamaterial. Im Zuge polizeilicher Ermittlungen konnten im Januar 1984 zwei NPD-Anh\u00e4nger aus Solingen und Wuppertal als Initiatoren dieser Pamphlete ermittelt werden. Das Material hatten sie per Post aus den USA von der dort 10","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 ans\u00e4ssigen NSDAP-AO in der Absicht bezogen, eine neonazistische Gruppe im Raum Solingen aufzubauen. 1.10 NS-Gruppe M\u00fcller Wie schon in Vorjahren fanden am 21. April 1984 auf dem Anwesen des Neonazi Curt M\u00fcller in Mainz eine \"F\u00fchrergeburtstagsfeier\" und im Juni und Dezember 1984 Sonnenwendfeiern statt, zu denen jeweils Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet angereist waren, darunter auch NS-Anh\u00e4nger aus NordrheinWestfalen. Bei den Treffen war die Polizei anwesend, die die Teilnehmer vor dem Anwesen kontrollierte bzw. auf dem Anwesen \u00fcberpr\u00fcfte. 1.11 Rechtsextremistische Jugendgruppen 1.11.1 Wiking-Jugend (WJ) Nach wie vor ist neben den JN die straff nach dem F\u00fchrerprinzip geleitete WJ die st\u00e4rkste rechtsextremistische Jugendorganisation. In ihrer Mitgliederst\u00e4rke (Bund: ca. 440, Nordrhein-Westfalen: ca. 100) hat sich gegen\u00fcber dem Vorjahr in Nordrhein-Westfalen keine wesentliche \u00c4nderung ergeben. Die Bereitschaft \u00f6rtlicher WJ-Gruppen zur gewaltsamen Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner zeigte sich im Mai und September 1984 in Bonn, wo es an Informationsst\u00e4nden der NPD zwischen Angeh\u00f6rigen der WJ und der NPD sowie Punkern zu Schl\u00e4gereien kam. Neben den traditionellen Veranstaltungen (Sommerund Winterlager pp.) f\u00fchrte die WJ in der ersten Septemberh\u00e4lfte 1984 aus Anla\u00df des 1975. Jahrestages der Schlacht im Teutoburger Wald in Horn bei Detmold ein gemeinsames Treffen mit dem f\u00fcr ,,Rassenreinheit\" eintretenden Nordischen Ring e.V. durch, an dem auch Mitglieder der verbotenen ANS/NA teilnahmen. 1.11.2 Bund Heimattreuer Jugend (BHJ)/ Gemeinschaft Volkstreuer Jugend e.V. (GVJ) Der BHJ ist in Nordrhein-Westfalen 1984 kaum in Erscheinung getreten. Seine Mitgliederzahl d\u00fcrfte bundesweit bei ca. 100 liegen. Die 1983 durch Funktion\u00e4re aus Nordrhein-Westfalen vollzogene Abspaltung der GVJ vom BHJ hat keine nennenswerten Auswirkungen gezeigt. Die neue Jugendorganisation ist organisatorisch auf den Landesbereich beschr\u00e4nkt geblieben und im wesentlichen nur durch die Herausgabe ihrer Zeitschrift \"Der Trommler\" an die \u00d6ffentlichkeit getreten. 1.12 Sonstige Gruppen Den sonstigen rechtsextremistischen Gruppierungen, vor allem den Kulturund Weltanschauungsvereinigungen, kommt derzeit in Nordrhein-Westfalen keine besondere Bedeutung zu. Ihre Aktivit\u00e4ten sind gering, und \u00f6ffentlich treten sie nur gelegentlich in Erscheinung Die Europ\u00e4ische Arbeiterpartei (EAP), deren eindeutige politische Zuordnung zu einer traditionell extremistischen Richtung 11","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 auch 1984 nicht m\u00f6glich war, hat sich an den im Laufe des Jahres durchgef\u00fchrten Wahlen beteiligt und folgende Ergebnisse erzielt: Wahl zum Europ\u00e4ischen Parlament 6.883 Stimmen = 0,1 % (1979: 8.811 Stimmen = 0, 1 %) Kommunalwahl 1984 (Kandidatur nur in einzelnen St\u00e4dten) 735 Stimmen = 0,0 % Sie bleibt damit eine politisch unbedeutende Splittergruppe. 1.13 Rechtsextremisten im \u00f6ffentlichen Dienst Nach dem Stand vom 31. Dezember 1984 befanden sich unter den ca. 340.000 Besch\u00e4ftigten im \u00f6ffentlichen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen (ohne Vorbereitungsdienst) - soweit bekannt - 13 Angeh\u00f6rige rechtsextremistischer Organisationen. Sie verteilen sich auf die Ressorts wie folgt: Die Zahl der erkannten Rechtsextremisten im \u00f6ffentlichen Dienst ist gegen\u00fcber 1983 um zwei zur\u00fcckgegangen. 12","Schluss mil dar Iesatzungszusl\u00e4ndend NS-VERBOT AUFHEBEN!","","DIE NEUEZEIT a: VORMALS UNSER ELIROPA Zerartargander AK TIONSERONNT MATERNALER","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 2 Linksextremismus 2.1 Entwicklungstendenz 1984 sind im Bereich des Linksextremismus - bis auf die Zerfallerscheinungen im Kommunistischen Bund Westdeutschland (KBW) -wesentliche \u00c4nderungen organisatorischer oder personeller Art nicht eingetreten. Die Zahl der Anh\u00e4nger linksextremistischer Parteien und sonstiger Gruppierungen liegt in NordrheinWestfalen bei rd. 20.000. Davon sind ca. 18.000 dem \"orthodoxen\", d.h. moskautreuen Kommunismus, und ca. 2.000 der sogenannten Neuen Linken zuzurechnen. Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) konnte ihre Position als st\u00e4rkste linksextreme Gruppierung - wie bereits in den vergangenen Jahren - behaupten. Es gelang ihr jedoch trotz erheblicher Anstrengungen nicht, die Zahl ihrer Mitglieder (Nordrhein-Westfalen: ca. 12.000; Bundesgebiet: ca. 40.000) zu erh\u00f6hen. Ihre Aktivit\u00e4ten waren insbesondere auf eine Verst\u00e4rkung der sogenannten Aktionseinheitsund B\u00fcndnispolitik gerichtet. Im zunehmenden Ma\u00dfe setzte sie sich dabei f\u00fcr \"Kampfformen\" (Menschenketten, Blockaden) ein, die ihr geeignet erschienen, neue Kr\u00e4fte zu mobilisieren. Bei der Kommunalwahl 1984 in Nordrhein-Westfalen gelang es ihr zwar, die Zahl ihrer Ratsmandate zu erh\u00f6hen, landesweit mu\u00dfte sie jedoch erhebliche Verluste an Stimmen in Kauf nehmen. Die Nebenorganisationen der DKP * Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) * Marxistischer Studentenbund Spartakus (MSB) * Junge Pioniere (JP) blieben auch 1984 ideologisch und politisch eng mit der DKP verbunden. Auch in den von der DKP beeinflu\u00dften Organisationen * Deutsche Friedens-Union (DFU) * Komitee f\u00fcr Frieden, Abr\u00fcstung und Zusammenarbeit (KFAZ) * Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) wurden die ma\u00dfgeblichen politischen Entscheidungen weiterhin von kommunistischen oder eindeutig prokommunistischen Funktion\u00e4ren vorbereitet. Dies gilt auch f\u00fcr das am 18. M\u00e4rz 1984 unter der Bezeichnung \"Die Friedensliste\" gegr\u00fcndete \"Personenb\u00fcndnis\", das erstmals an der Europa-Wahl teilnahm und sich k\u00fcnftig an weiteren Wahlen, so an der Landtagswahl 1985 in NordrheinWestfalen, beteiligen will. Von den Organisationen der dogmatischen Neuen Linken, die den Kommunismus sowjetischer Pr\u00e4gung ablehnen, kann lediglich die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) als relativ stabil angesehen werden. Es gelang ihr, im 16","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 Rahmen ihrer \u00d6ffentlichkeitsarbeit unter weitgehender Aufgabe ihrer bisherigen streng konspirativen Arbeitsweise, die Zahl ihrer Mitglieder zu erh\u00f6hen. Die \u00fcbrigen Organisationen der dogmatischen Neuen Linken haben weiter an Bedeutung verloren. Ihre Anh\u00e4nger versuchten, durch Mitarbeit in anderen, vornehmlich \u00f6kologisch orientierten Gruppierungen Einflu\u00df zu gewinnen Der KBW, der sich bereits Mitte 1983 als Verein konstituiert hatte, will auf einer Mitgliederversammlung Mitte Februar 1985 seine Aufl\u00f6sung beschlie\u00dfen.*) Linksextremisten, die den dogmatischen Marxismus-Leninismus ablehnen und eigene, unabh\u00e4ngige Zielvorstellungen entwickeln (undogmatische Neue Linke), finden sich in Nordrhein-Westfalen in zahlreichen kleinen und politisch unbedeutenden Gruppen. Hervorzuheben sind lediglich Gruppen und Einzelpersonen, die sich Autonome nennen, einen militant orientierten Anarchismus propagieren und die freiheitliche Demokratie als \"Schweine-System\" beseitigen wollen. Das gesamte linksextremistische Spektrum hat sich auch 1984 bem\u00fcht, die Friedensbewegung durch ma\u00dfgebliche Einflu\u00dfnahme f\u00fcr seine Zwecke einzuspannen. Dieses Ziel wurde - wie in den Vorjahren - nicht erreicht. Obwohl die Bedrohung durch terroristische Gruppen anh\u00e4lt, ist insgesamt eine Gef\u00e4hrdung der inneren Sicherheit unseres Landes durch den Linksextremismus nicht eingetreten. *) Inzwischen geschehen. Vgl. Seite 32/33 2.2 Deutsche Kommunistische Partei (DKP) Ziele Die DKP repr\u00e4sentiert den \"orthodoxen\", d.h. sowjetisch orientierten Kommunismus in der Bundesrepublik Deutschland. Sie folgt vorbehaltlos der von der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) vorgegebenen politischen und ideologischen Linie. Auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus will sie nach dem Vorbild der DDR eine \"sozialistische Gesellschaft\" errichten, Obwohl sie sich zur \"revolution\u00e4ren Gewalt\" als Mittel sozialistischer Umw\u00e4lzung bekennt, die im Wege des Klassenkampfes erreicht werden m\u00fcsse, behauptet die DKP, sie entwickle ihre Politik auf dem Boden des Grundgesetzes. Die verfassungsfeindliche Zielsetzung der DKP ist demgegen\u00fcber mehrfach durch h\u00f6chstrichterliche Rechtsprechung, festgestellt worden. Parteiorganisation Die DKP verf\u00fcgt \u00fcber einen handlungsf\u00e4higen Parteiapparat, der sich im Kern aus geschulten Funktion\u00e4ren zusammensetzt. Der Parteivorstand mit Sitz in D\u00fcsseldorf, der mehr als 100 Mitarbeiter besch\u00e4ftigt, leitet 12 Bezirksorganisationen im Bundesgebiet an, darunter die Bezirksorganisationen Ruhr-Westfalen und Rheinland-Westfalen, bei denen - ohne Hilfskr\u00e4fte - etwa 30 weitere Funktion\u00e4re in gehobenen Positionen t\u00e4tig sind. Die 42 Kreisorganisationen in Nordrhein-Westfalen gliedern sich in etwa 300 Orts-, Stadtteilund Wohngebietsgruppen und ca. 120 Betriebsund Hochschulgruppen. 17","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 Finanzierung In dem im September 1984 von der DKP vorgelegten Rechenschaftsbericht f\u00fcr 1983 hat sie f\u00fcr diesen Zeitraum bundesweit DM 17.809.552,66 als Einnahmen angegeben (1982: DM 16.488.871,62). Sie setzten sich mit einem Betrag von DM 8.673.479,50 fast zur H\u00e4lfte aus Spenden zusammen. Mit einem etwa gleichen Betrag in H\u00f6he von ca. 18 Millionen DM konnte die DKP auch 1984 ihre tats\u00e4chlichen Aufwendungen nicht bestreiten. Wie dargelegt, hat sie eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl hauptamtlicher Mitarbeiter. Hinzu kommen die erheblichen Ausgaben f\u00fcr die vielen Parteib\u00fcros, die Schulungsst\u00e4tten, die Reisen der Funktion\u00e4re sowie die weitgef\u00e4cherte Publizistik und die 1984 besonders festzustellenden fortlaufenden Agitationseins\u00e4tze. Es haben sich erneut Anhaltspunkte daf\u00fcr ergeben, da\u00df die DKP - wie in den Jahren zuvor - Finanzzuwendungen in H\u00f6he von mehr als 60 Millionen DM aus der DDR erhalten hat. Publikationen Als Zentralorgan gibt die DKP die Tageszeitung \"Unsere Zeit\" (UZ) heraus. Die Auflagenh\u00f6he liegt bei knapp 25.000, w\u00e4hrend die Wochenendausgabe mit ca. 50.000 Exemplaren hergestellt wird. Weiterhin erscheinen regelm\u00e4\u00dfig als wichtigste zentrale Schriften der \"DKPPressedienst\", die \"Marxistischen Bl\u00e4tter\", die \"Nachrichten\" (f\u00fcr Gewerkschaftsangeh\u00f6rige), der ,,Infodienst\" (f\u00fcr DKP-Betriebs-, Wohngebietsund Hochschulzeitungen), die deutschsprachige Ausgabe der internationalen Zeitschrift,, Probleme des Friedens und des Sozialismus\", die Brosch\u00fcre \"Praxis\" (f\u00fcr die Parteiarbeit) und gelegentlich die \"Landrevue\" (f\u00fcr die Landbev\u00f6lkerung). Eine besondere Rolle nehmen die Betriebs-, Kreisund Stadtteilzeitungen ein. 1984 konnten in Nordrhein-Westfalen ca. 140 Betriebsund Hochschulzeitungen sowie ca. 130 Kreisund Stadtteilzeitungen festgestellt werden, deren Auflagenh\u00f6he durchschnittlich unter 10.000 Exemplaren lag. Die Schriften werden \u00fcberwiegend in der \"Hausdruckerei'' der DKP \"Plambeck & Co. in Neuss hergestellt. Dieses Unternehmen besch\u00e4ftigt ca. 350 Personen. Betriebsarbeit In dem Bem\u00fchen um eine \"Erweiterung ihres massenpolitischen Einflusses in der Arbeiterklasse'' mi\u00dft die DKP der Betriebsarbeit weiterhin besondere Bedeutung bei. In diesem Zusammenhang hat sie die Unterst\u00fctzung des Kampfes f\u00fcr die 35Stunden-Woche zu einer zentralen Aufgabe der Partei gemacht und versucht, durch Beteiligung von Parteimitgliedern an au\u00dferparteilichen Aktionen und Demonstrationen f\u00fcr die 35-Stunden-Woche Einflu\u00df in den Betrieben zu gewinnen. Anl\u00e4\u00dflich der Betriebsratswahl (M\u00e4rz bis Mai 1984) trat sie erneut f\u00fcr gewerkschaftliche Einheitslisten ein und bek\u00e4mpfte sogenannte \"Spalterlisten\". Auf \u00fcber\u00f6rtlicher Ebene f\u00fchrte die Partei im Bereich der Betriebsarbeit zwei Gro\u00dfveranstaltungen durch: 18","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 Am 12. Februar 1984 fand in der Stadthalle K\u00f6ln-M\u00fclheim unter der Losung \"Der Frieden mu\u00df siegen! - Jetzt erst recht: Arbeitspl\u00e4tze statt Raketen\" die erste zentrale Betriebsr\u00e4tekonferenz der DKP statt. Vor \u00fcber 400 Teilnehmern bezeichnete ein DKP-Funktion\u00e4r aus Essen die Aktionseinheit und Solidarit\u00e4t der gewerkschaftlichen und der politischen Arbeiterbewegung im Kampf um Arbeitspl\u00e4tze und beim \"Friedenskampf\" als Schl\u00fcssel zum Erfolg. Weiterhin wies er - unter \u00dcbernahme der gewerkschaftlichen Forderungen - auf den \"Kampf der DKP\" um die Einf\u00fchrung der 35-Stunden-Woche hin. Am 27. Oktober 1984 fand in Castrop-Rauxel der Kongre\u00df \"Frieden und Arbeit'' statt, an dem ca. 1600 Personen teilnahmen. In seinem Er\u00f6ffnungsreferat forderte der DKP-Vorsitzende Herbert Mies aus D\u00fcsseldorf eine noch engere Verbindung von \"Arbeiterund Friedensbewegung\" und wies darauf hin, da\u00df die Weiterentwicklung \"betrieblicher Friedensinitiativen\" dazu ein \"unverzichtbarer Schl\u00fcssel\" sei. Schulung Die DKP hat ein umfangreiches System von Schulungseinrichtungen geschaffen, um Mitglieder sowie Funktion\u00e4re ideologisch ausund fortzubilden. Sogenannte Betriebsarbeiterschulen in Dortmund, D\u00fcsseldorf, Essen und K\u00f6ln haben im Rahmen dieses Systems die Aufgabe, DKP-Mitglieder auf wichtige Funktionen in Betrieben und Gewerkschaften vorzubereiten. Einen weiteren wesentlichen Beitrag leistet die Parteischule \"Karl Liebknecht\" in Leverkusen. Dort fanden im Jahre 1984 ca. 30 einw\u00f6chige Lehrg\u00e4nge zur Einf\u00fchrung in die kommunistische Ideologie und Taktik statt. Daneben stehen der DKP f\u00fcr die Schulung folgende Einrichtungen zur Verf\u00fcgung: * Institut f\u00fcr Marxistische Studien und Forschungen e.V. in Frankfurt/Main * Marxistische Arbeiterbildung (MAB) in Wuppertal als Dachverband der lokalen MAB-Bildungsgruppen und der Marxistischen Abendschulen * Verein Marx-Engels-Stiftung e.V. im Marx-Engels-Zentrum in Wuppertal * SED-Parteischule \"Franz Mehring\" in Ostberlin und * Institut f\u00fcr Gesellschaftswissenschaften beim ZK der KPdSU in Moskau. Schwerpunkte der Parteiarbeit Kommunalwahl 1984 Die DKP konzentrierte ihre Aktivit\u00e4ten seit Juli 1984 auf die Kommunalwahl am 30. September 1984. Sie bildete in Erwartung eines f\u00fcr sie insgesamt ung\u00fcnstigen Wahlergebnisses in solchen Gemeinden Schwerpunkte, in denen sie sich eine Wahlchance versprach, n\u00e4mlich in Ahlen, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gevelsberg, Gladbeck, Hattingen, Solingen und W\u00fclfrath. In den genannten 19","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 St\u00e4dten wurde ein massierter Wahlkampf, zum Teil mit erheblicher Unterst\u00fctzung aus anderen Kreisorganisationen, gef\u00fchrt. Die DKP erhielt in den Stadtr\u00e4ten von Ahlen vier Mandate (1979:vier Mandate), Bottrop f\u00fcnf Mandate (1979:f\u00fcnf Mandate), Gevelsberg f\u00fcnf Mandate (1979:drei Mandate), Gladbeck drei Mandate (1979:f\u00fcnf Mandate), Hattingen drei Mandate (1979:drei Mandate), und in der Bezirksvertretung Gelsenkirchen-West ein Mandat (1980: ein Mandat). Dar\u00fcber hinaus erzielte sie erstmalig W\u00e4hlerfolge in W\u00fclfrath, D\u00fcsseldorfGerresheim und Essen-Altenessen. Im Rat der Stadt W\u00fclfrath ist sie mit f\u00fcnf Mandatstr\u00e4gern, in den Bezirksvertretungen D\u00fcsseldorf-Gerresheim und EssenAltenessen mit jeweils einem Mandatstr\u00e4ger vertreten. In Oberhausen, Erkrath und Steinhagen wurde jeweils ein DKP-Mitglied als Kandidat anderer politischer Gruppierungen gew\u00e4hlt. Der Stimmenanteil der DKP ging insgesamt im Landesdurchschnitt gegen\u00fcber der Kommunalwahl 1979 von 0,7 % auf 0,4 % zur\u00fcck. Delegationsreisen in die DDR Die Bezirksorganisationen Rheinland-Westfalen und Ruhr-Westfalen entsandten auf Einladung der SED-Bezirksleitungen Karl-Marx-Stadt, Halle und Leipzig im Jahre 1984 ca. 50 Delegationen in die DDR. Es handelte sich hierbei vorwiegend um Funktion\u00e4rsdelegationen, Delegationen mit Mitgliedern aus Stadtteilund Betriebsgruppen und sogenannte Frauen-, Elternund Veteranendelegationen. Sie umfa\u00dften in der Regel nicht mehr als ca. 15 Personen. Der Aufenthalt in der DDR diente der Werbung f\u00fcr den \"realen Sozialismus\". Zentrale Veranstaltungen * Am 7. Parteitag vom 6. bis 8. Januar 1984 in N\u00fcrnberg, der unter der Losung stand: \"Der Frieden mu\u00df siegen! Jetzt erst recht: Arbeitspl\u00e4tze statt Raketen\", nahmen 651 ordentliche Delegierte und 127 Gastdelegierte aus dem Bundesgebiet teil. Entgegen den Angaben der DKP-F\u00fchrungsgremien, da\u00df davon fast 75 % Arbeiter und Angestellte seien, lag deren Anteil in Wirklichkeit unter 50 %. Der bisherige Parteivorsitzende Herbert Mies sowie sein Stellvertreter Hermann Gautier aus Bremen wurden mit gro\u00dfer Mehrheit in ihren Funktionen best\u00e4tigt. Von den weiteren 89 Mitgliedern des neu gew\u00e4hlten Parteivorstandes wohnen 35 in Nordrhein-Westfalen. 20","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 * W\u00e4hrend der Woche der DKP (21. bis 29. Januar 1984) haben die Bezirksorganisationen Ruhr-Westfalen und Rheinland-Westfalen auf gr\u00f6\u00dfere, ihrer Selbstdarstellung in der \u00d6ffentlichkeit dienende Aktionen verzichtet. Ihre politischen Aktivit\u00e4ten beschr\u00e4nkten sich im wesentlichen auf vereinzelte Informationsst\u00e4nde und die Verbreitung von Flugbl\u00e4ttern. Ihre Agitation richtete sich gegen die NATO-Nachr\u00fcstung und die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. * Anl\u00e4\u00dflich des Internationalen Frauentages am 8. M\u00e4rz 1984 f\u00fchrten DKPMitglieder auf Kreis-, Ortsund Stadtteilebene Hausbesuche sowie Veranstaltungen, zum Teil unter Mitwirkung von Song-, Folkloreund Laienspielgruppen, durch. Schwerpunkte waren hierbei die Themen \"F\u00fcr Frieden und gegen US-Raketen\", \"F\u00fcr Gleichberechtigung und eine qualifizierte Ausbildung\", \"F\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze und 35-Stunden-Woche\". * Vom 25. bis 27. Mai 1984 f\u00fchrte der Parteivorstand in Duisburg-Wedau das 6. \"UZ-Pressefest - Volksfest der DKP\" durch, das von etwa 200.000 Personen besucht wurde. Die 5. Veranstaltung dieser Art mit fast 400.000 Besuchern fand 1982 am gleichen 0rt statt. Das Interesse der Besucher galt fast ausschlie\u00dflich den Darbietungen von fast 1.000 K\u00fcnstlern, Musikern und Sportlern. * Unter der Losung \"F\u00fcr Frieden und Arbeit - Freundschaft mit der Sowjetunion\" entsandte die DKP vom 13. bis 26. Juli 1984 einen sogenannten Arbeiterzug 84 in die UdSSR. Die ca. 300 Teilnehmer - darunter sch\u00e4tzungsweise 80 aus NordrheinWestfalen - sollten sich \u00fcber die \"Hintergr\u00fcnde der sowjetischen Friedenspolitik und ein Gesellschaftssystem\" informieren, \"das frei von Ausbeutung, sozialer Unsicherheit und Arbeitslosigkeit ist\". Die G\u00e4ste aus der Bundesrepublik Deutschland - unter ihnen angeblich auch Parteilose - wurden erwartungsgem\u00e4\u00df mit gro\u00dfem propagandistischen Aufwand empfangen. Sie lernten in mehreren Teilen der Sowjetunion prestigetr\u00e4chtige Wirtschaftsunternehmen, kulturelle sowie soziale Einrichtungen kennen. Ihre Gastgeber versuchten in zahlreichen Gespr\u00e4chen, sie von der Friedensbereitschaft der Sowjetunion zu \u00fcberzeugen. * Die Bezirksorganisationen Ruhr-Westfalen und Rheinland-Westfalen haben vom 19. November bis 24. November 1984 Veranstaltungen unter der Bezeichnung \"Sozialismus - konkret - 35 Jahre DDR'' (\"Woche des realen Sozialismus\") durchgef\u00fchrt. Hierzu als Referenten geladene SED-Funktion\u00e4re versuchten ihren Zuh\u00f6rern - es handelte sich dabei ganz \u00fcberwiegend um DKP-Mitglieder - ein g\u00fcnstiges Bild von dem Gesellschaftsund Wirtschaftssystem der DDR zu vermitteln. 2.3 DKP-orientierte Jugendund Studentenorganisationen 2.3.1 Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) 21","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 Die SDAJ beschlo\u00df auf ihrem VIII. Bundeskongre\u00df am 15./16. Dezember 1984 in Bottrop ein \"Arbeitsprogramm f\u00fcr die Grundrechte der Jugend\", das \"Grundlage der Politik des Verbandes und Richtschnur f\u00fcr den Kampf der gesamten SDAJ\" werden soll. Dieses Programm enth\u00e4lt neben aktuellen arbeitsmarktpolitischen Forderungen Stellungnahmen zur Beendigung des Wettr\u00fcstens und zum Stopp der NATO-Nachr\u00fcstung, zur Verl\u00e4ngerung des Grundwehrdienstes und zur Einbeziehung von Frauen in die Bundeswehr. In der Verbandsspitze traten wesentliche \u00c4nderungen ein. Zugleich wurden viele andere f\u00fchrende Funktion\u00e4re ausgewechselt; die meisten sind f\u00fcr Aufgaben in der DKP vorgesehen. Bei den teilweise zusammen mit den Jungen Pionieren (JP) durchgef\u00fchrten und von der DKP unterst\u00fctzten Pfingstcamps vom 9. bis 11. Juni 1984 in Ahlen, Bottrop, Essen, Gevelsberg, Kamp-Lintfort und Remscheid standen die Forderungen nach Stopp der US-Raketenstationierung, Einf\u00fchrung der 35Stunden-Woche, Bereitstellung ausreichender Lehrstellen sowie die Solidarit\u00e4t mit Nicaragua im Mittelpunkt. 2.3.2 Marxistischer Studentenbund Spartakus (MSB) Auch im Jahre 1984 haben MSB und der Sozialistische Hochschulbund (SHB) ihre langj\u00e4hrige Aktionseinheit vor allem im Bereich der studentischen Selbstverwaltung an den Hochschulen des Landes - fortgesetzt. Der MSB geh\u00f6rte - neben der SDAJ, dem SHB pp. - auch zu den Unterst\u00fctzern der \"Aktionswoche der Arbeiterjugend, Sch\u00fcler und Studenten f\u00fcr das Recht auf Arbeit und Bildung\" Ende November/Anfang Dezember 1984. 2.3.3 Junge Pioniere (JP) Die \"Kinderferienaktion\" (Reisen von Kindern in die DDR) der DKP/JP in der Zeit vom 8. bis 25. Juli 1984 stand erneut unter dem Leitwort \"Hallo, wir fahren in ein kinderfreundliches Land\". Die Kosten betrugen unver\u00e4ndert 130,DM je Kind; es reisten ca. 2.000 Kinder aus Nordrhein-Westfalen in Ferienlager in der DDR. Vorrangiges Ziel der JP war 1984 die zahlenm\u00e4\u00dfige St\u00e4rkung der Organisation sowie die Erweiterung des politischen Einflusses auf die Eltern, diesmal auch mit Blick auf die Kommunalwahl 1984. Diese Erwartungen wurden nicht erf\u00fcllt. 2.4 DKP-beeinflu\u00dfte Organisationen und Einrichtungen Die DKP st\u00fctzt sich zur Verfolgung bestimmter Teilziele auf eine Reihe von Organisationen oder Initiativen, die nach au\u00dfen in der Regel unabh\u00e4ngig erscheinen, deren entscheidende Funktionen jedoch - vor allem im organisatorischen Bereich - in den H\u00e4nden kommunistischer oder prokommunistischer Funktion\u00e4re liegen. Ihre Bedeutung ist um so gr\u00f6\u00dfer, je unverf\u00e4nglicher die aufgestellten Forderungen sind und je weniger der kommunistische Einflu\u00df erkannt wird. 2.4.1 Deutsche Friedens-Union (DFU) Wie in den Vorjahren war die DFU auch 1984 an den Vorbereitungen und der Organisation der Aktionen der Friedensbewegung und der \"Krefelder Initiative\" beteiligt. Auf einem au\u00dferordentlichen \"Unionstag\" am 31. Mai 1984 hat die DFU neue 22","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 Organisationsformen beraten und beschlossen, den Parteistatus aufzugeben. Nach dem ge\u00e4nderten Statut will sie nunmehr ihre Ziele als \"politische Vereinigung\" verfolgen. 2.4.2 Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) Die ebenfalls in der Friedensbewegung aktive DFG-VK hat am 4./5. Februar 1984 in Duisburg ein bundesweites \"Strategie-Seminar\" durchgef\u00fchrt, an dem ca. 130 Personen teilnahmen. In mehreren Arbeitsgruppen wurde eine Standortbestimmung zu folgenden Themen erarbeitet: * Ist die Entspannungspolitik gescheitert? * Droht der Dritte Weltkrieg? * Brauchen wir Friedensinitiativen? * Tritt die Sozialfrage vor die Friedensfrage? * Raketenver\u00e4nderung durch Kriegsdienstverweigerung? * Massenmobilisierung durch Volksbefragung? 2.4.3 Demokratische Fraueninitiative (DFI) Die DFI, die 1975 mit Unterst\u00fctzung der DKP als Initiative \"Internationales Jahr der Frau 1975\" gegr\u00fcndet und 1976 in DFI umbenannt wurde, hat sich Anfang 1984 als eingetragener Verein mit \u00fcber 38 Ortsgruppen auch in Nordrhein-Westfalen konstituiert. In ihrem Leitungsgremium, dem Zentralen Arbeitskreis - ZAK -, arbeiten seit Jahren DKP-Mitglieder und DKP-Funktion\u00e4rinnen ma\u00dfgeblich mit. Einen Aktionsschwerpunkt sah sie auch 1984 im \"Friedenskampf\". Auf dem am 2./3. Juni 1984 in K\u00f6ln durchgef\u00fchrten Bundeskongre\u00df stand die Diskussion um ein Arbeitsund Aktionsprogramm\" im Vordergrund, das vor allem \"Stopp und Zur\u00fccknahme der Stationierung neuer US-Mittelstreckenraketen\", \"Keine Einbeziehung der Frauen in die Bundeswehr\", \"35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich\" und \"Streichung des SS 218\" forderte. Bei diesem Kongre\u00df wurde auch die gew\u00fcnschte Zusammenarbeit mit \"allen fortschrittlichen Frauengruppenund -organisationen\" herausgestellt. 2.4.4 Krefelder Initiative Am 14. Januar 1984 tagte in Bonn-Bad Godesberg auf Einladung der Krefelder Initiative der \"Krefelder Kreis\", der allen Friedensinitiativen als Forum dienen und den st\u00e4ndigen Dialog und die gegenseitige Information erm\u00f6glichen will. Das 4. Forum der Krefelder Initiative, das von der DFU vorbereitet und organisiert wurde, fand unter dem Motto \"Hiroshima mahnt - F\u00fcr Europa und die Welt: Stoppt den R\u00fcstungswahnsinn\" am 8./9. September 1984 in der Dortmunder Westfalenhalle statt. 23","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 Etwa 1.000 Teilnehmer aus Ost und West diskutierten in Einzelforen und Arbeitsgruppen die Aufgaben der \"Friedensbewegung\" im \"Widerstand gegen Hochr\u00fcstung und die Aufstellung neuer US-Atomraketen\" in der Bundesrepublik Deutschland. Etwa 10.000 Personen besuchten die Abschlu\u00dfveranstaltung \"K\u00fcnstler f\u00fcr den Frieden\" mit K\u00fcnstlern aus 12 L\u00e4ndern, u. a. aus der DDR und der Sowjetunion. Die Bundestagsabgeordneten Gerd Bastian und Petra Kelly erkl\u00e4rten am 13. Februar 1984 auf einer Pressekonferenz ihren Austritt aus der Krefelder Initiative (Krefelder Appell). Sie warfen der F\u00fchrung vor \"durch Erweiterung des Sprecherkreises und Aufgabe des Einstimmigkeitsprinzips den block\u00fcbergreifenden Charakter der Friedensbewegung aush\u00f6hlen zu wollen\". 2.5 B\u00fcndnispolitik Gem\u00e4\u00df dem auf dem 7. Parteitag im Januar 1984 beschlossenen \"Aktionsprogramm '84 f\u00fcr Frieden und Arbeit\" standen neben den Auseinandersetzungen um die Einf\u00fchrung der 35-Stunden-Woche die Aktivit\u00e4ten gegen die NATO-Nachr\u00fcstung im Mittelpunkt der Bem\u00fchungen um Aktionseinheit. Die DKP hat so - unterst\u00fctzt durch von ihr beeinflu\u00dfte Organisationen - auch 1984 versucht, die Aktionen der Friedensbewegung in ihrem Sinne zu beeinflussen. Alle von ihr unterst\u00fctzten Aktionen, so z. B. * die Osterm\u00e4rsche * die Kampagne \"Volksbefragung\" anl\u00e4\u00dflich der Europawahlen am 17. Juni * die Man\u00f6verbehinderungsaktionen mit \"Menschengittern\" und Schlu\u00dfkundgebungen im Herbst * die regionalen Gro\u00dfaktionen und Menschenketten\" am 20. Oktober * die \"Solidarit\u00e4tsaktionen'' f\u00fcr Nicaragua am 3. November und * die \"Tage der Verweigerung\" vom 22. bis 24. November erzielten nicht den erwarteten Mobilisierungseffekt; die Teilnehmerzahlen blieben erheblich hinter den Erwartungen zur\u00fcck. Mehr Erfolg hatte die DKP mit der am 18. M\u00e4rz 1984 bundesweit als \"Personenb\u00fcndnis\" zur Europawahl konstituierten \"Friedensliste\". Initiatoren waren die DKP, die DFU und die Demokratischen Sozialisten. Etwa ein Drittel des Vorstandes (32 Personen) geh\u00f6rt der DKP bzw. der DFU an. Bei der Europawahl am 17. Juni 1984 erhielt die \"Friedensliste\" ca. 313.000 Stimmen = 1,3 % (Nordrhein-Westfalen insgesamt 95.405 Stimmen = 1,3 %). In Nordrhein-Westfalen wurde am 12. April 1984 die Gr\u00fcndung einer \"Friedensliste\" beschlossen. Sie hat inzwischen in 127 von 151 Wahlkreisen des 24","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 Landes Unterst\u00fctzerkreise gegr\u00fcndet sowie ein \"Landeskoordinierungsb\u00fcro\" in D\u00fcsseldorf eingerichtet. Auch hier geh\u00f6ren den F\u00fchrungsgremien Mitglieder von DKP und DFU an. Auf einem Landestreffen der ,,Friedensliste\" am 18. November 1984 in D\u00fcsseldorf wurden die ersten \"Thesen f\u00fcr ein Wahlprogramm'' zur Landtagswahl 1985 in Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Die DKP will zugunsten der \"Friedensliste\" auf die Aufstellung eigener Kandidaten verzichten. 2.6 Dogmatische Neue Linke 2.6.1 Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) Die MLPD blieb 1984 mit rd. 1100 Mitgliedern (Nordrhein-Westfalen: ca. 430) die mitgliederst\u00e4rkste Organisation der dogmatischen Neuen Linken. Sie gab ihre bis dahin \u00fcberwiegend konspirative Arbeitsweise zugunsten einer intensiven \u00d6ffentlichkeitsarbeit auf und konnte nicht zuletzt deswegen im Vergleich zum Vorjahr einen Mitgliederzuwachs von ca. 10% verzeichnen. Die Mehrzahl der Mitglieder ist nach wie vor in Nordrhein-Westfalen und Baden-W\u00fcrttemberg aktiv. Die Partei finanziert sich im wesentlichen aus Mitgliedsbeitr\u00e4gen und Spenden. Ziel der MLPD ist es, durch intensive Mitgliederund Sympathisantenschulung sowie breite \u00d6ffentlichkeitsund Betriebsarbeit eine \"Partei der Massen\" zu werden und auf der Grundlage der Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Mao Tse-tung und dessen Idee der gro\u00dfen proletarischen Kulturrevolution\" die Errichtung der Diktatur des Proletariats zu erreichen. Den politischen Schwerpunkt bildet dabei die Betriebsund Gewerkschaftsarbeit, die durch die Herausgabe von zahlreichen Betriebszeitungen, vor allem in Unternehmen der Gro\u00dfindustrie, unterst\u00fctzt wird. Anl\u00e4\u00dflich der Kommunalwahl 1984 kandidierte die MLPD erstmalig in Gelsenkirchen und konnte 399 Stimmen (0,3 %) auf sich vereinigen. Der Wahlkampf war weitgehend vom Marxistisch-Leninistischen Sch\u00fclerund Studentenverband (MLSV) organisiert worden. In zunehmendem Ma\u00dfe versuchte die MLPD mit ihrem Revolution\u00e4ren Jugendverband Deutschlands (RJVD), Kinder und Jugendliche an die Partei zu binden; jedoch ohne Erfolg. Demgegen\u00fcber kommt dem Marxistisch-Leninistischen Bund Intellektuelle (MLBI) (bis zum 3. zentralen Delegiertentag im Dezember 1983 Bund Kommunistischer Intellektueller (BKI) im Rahmen der Mitgliederund Sympathisantenschulung sowie im Rahmen von Parteiorganisation und -aufbau (Ideologie, Strategie und Taktik) besondere Bedeutung zu. 2.6.2 Kommunistische Partei Deutschlands (MarxistenLeninisten) - KPD - Die Mitgliederzahl der KPD blieb konstant. Sie wird f\u00fcr Nordrhein-Westfalen wieder auf 150, (Bund: 400) gesch\u00e4tzt. Auf der Tagung des ZK der KPD am 3./4. M\u00e4rz 1984 wurde beschlossen, nicht zur Europa-Wahl am 17. Juni 1984 zu kandidieren, sondern sich auf eine Beteiligung an den Betriebsratswahlen und dem Kampf um die 35-Stunden-Woche zu konzentrieren. 25","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 Die KPD nahm erstmalig an der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen teil. Sie kandidierte lediglich in Dortmund, wo sie 131 Stimmen erhielt. Am 14./15. Januar 1984 f\u00fchrten die Zentralen Komitees von KPD und dem eigenst\u00e4ndig kaum noch in Erscheinung tretenden Bund Westdeutscher Kommunisten (BWK) in K\u00f6ln unter Beteiligung von Vertretern der MLPD, der anarchistischen Freien Arbeiter Union (FAU), der Zeitschrift \"Aufs\u00e4tze zur Diskussion\" und der von BWK, KPD und FAU gemeinsam unterhaltenen ,Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr revolution\u00e4re Hochschulpolitik\" ihre zweite gemeinsame Vollversammlung durch. Sie beschlossen, als n\u00e4chsten Schritt der Zusammenarbeit eine viertelj\u00e4hrliche \"theoretische Zeitung\" herauszugeben, die als Beilage zu den zentralen Publikationen \"Roter Morgen\" (KPD) und \"Politische Berichte\" (BWK) erscheinen, aber gesondert vertrieben werden soll. Die erste Ausgabe befa\u00dfte sich mit der ,,Europ\u00e4ischen Gemeinschaft\" als \"Instrument f\u00fcr die Kapitalisten\". Die KPD-beeinflu\u00dfte Revolution\u00e4re Gewerkschaftsopposition (RGO) f\u00fchrte am 23./24. Juni 1984 in K\u00f6ln ihren 4. ordentlichen Kongre\u00df durch. Im Mittelpunkt standen die Auswertung der Betriebsratswahlen, die Beratung der Auseinandersetzung um die 35-Stunden-Woche sowie innerorganisatorische Fragen. Der Antrag, die RGO in \"Arbeitsgemeinschaft klassenk\u00e4mpferischer Gewerkschafter'' umzubenennen, fand keine Mehrheit. Es wurde ein Aufruf verabschiedet, sich an allen praktischen Aktivit\u00e4ten zur St\u00e4rkung und Unterst\u00fctzung des Kampfes f\u00fcr die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich zu beteiligen und sie mit zu organisieren. Die Rote Hilfe Deutschlands e.V. (RH D) - \"Rechtshilfeorganisation'' der KPD - hielt am 2. Juni 1984 in Herten ihre V. ordentliche Bundesdelegiertenkonferenz ab, die nach eigenen Angaben im Zeichen der Diskussion um das \"Selbstverst\u00e4ndnis der RHD'' stand. Es wurden die M\u00f6glichkeiten er\u00f6rtert, eine \u00fcberparteiliche, bundesweite Solidarit\u00e4tsorganisation zu erhalten bzw. weiter aufzubauen. Die Mitgliederzahl der von der KPD beeinflu\u00dften Volksfront gegen Reaktion, Faschismus und Krieg (Volksfront) - V- wird f\u00fcr Nordrhein-Westfalen auf 500 (Bund: 1400) gesch\u00e4tzt. Am 12. Mai 1984 f\u00fchrte sie in K\u00f6ln einen \"Sonderkongre\u00df'' zur Frage \"Arbeitsweise und Organisationsform der Volksfront\" durch. Zentrale Themen des Kongresses waren die Grunds\u00e4tze und die Satzung der Volksfront. K\u00fcnftig wird sowohl auf einen 1. Vorsitzenden als auch auf das Pr\u00e4sidium verzichtet. Das Pr\u00e4sidium wird durch einen ,Gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Ausschu\u00df\" ersetzt. Der Zentrale Vorstand wurde um sechs Mitglieder auf nunmehr 15 erweitert. 2.6.3 Kommunistischer Bund Westdeutschland (KBW) Die Mitgliederzahl und die Aktivit\u00e4ten des KBW waren im Laufe des Jahres 1984 weiterhin r\u00fcckl\u00e4ufig. Auf der am 2. Juni 1984 durchgef\u00fchrten Bundesleitungssitzung wurde als einziger Tagesordnungspunkt der Antrag auf Aufl\u00f6sung des KBW behandelt. Es wurde beschlossen, in Frankfurt/Main eine ordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen, um \u00fcber die Aufl\u00f6sung zu entscheiden und die Verm\u00f6gens\u00fcbertragung zu regeln. Alle anwesenden Bundesleitungsmitglieder 26","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 sprachen sich f\u00fcr die Aufl\u00f6sung des KBW aus. Auf einer Mitgliederversammlung am 16. Februar 1985 hat er die Aufl\u00f6sung beschlossen. 2.6.4 Marxistische Gruppe (MG) Bei der MG handelt es sich nach ihrem Aufbau und Auftreten - obwohl sie den \"Leninismus\" offiziell ablehnt - um eine marxistisch-leninistische Kaderorganisation, die den demokratischen Staat durch die sozialistische Revolution beseitigen will. Wie die Erfahrungen beweisen, ist sie in der Lage, \u00fcber ihren Mitgliederbestand (Bund: 1500) hinaus einen gro\u00dfen Anh\u00e4ngerkreis zu mobilisieren. Die MG unterh\u00e4lt in Nordrhein-Westfalen weiterhin St\u00fctzpunkte in Bochum, Bonn und Dortmund. Sie f\u00fchrte auch 1984 zahlreiche \u00f6ffentliche Vortragsund Diskussionsveranstaltungen in Hochschulen bzw. Gastst\u00e4tten mit z. T. bis zu 100 Besuchern durch. 2.7 Undogmatische Neue Linke Undogmatische Linksextremisten lehnen die ideologischen Grundlagen des Marxismus-Leninismus ab und streben einen eigenst\u00e4ndigen Sozialismus an. Aus dem zum Teil schwer zu definierenden Spektrum der ,,Undogmatischen\" ist den militanten Autonomen besondere Beachtung zu schenken. Sie sind \u00f6rtlich organisiert, haben aber selbst hier keine festen Organisationsstrukturen. \u00dcber\u00f6rtliche Zusammenschl\u00fcsse sind auch in Ans\u00e4tzen nicht erkennbar. Sie und ihre Anh\u00e4nger bezeichnen die freiheitliche demokratische Grundordnung als ein \"Schweine-System'', das sie in eine herrschaftslose Gesellschaft ver\u00e4ndern wollen. Ihre Bereitschaft zur Anwendung von Gewalt ist vielfach durch entsprechendes Handeln unterstrichen worden. In Schriften militanter Autonomer findet sich der Slogan, der eine wesentliche Zielvorstellung wiedergibt: \"Zerschlagt die NATO! Zerschlagt den Staat! Zerschlagt Justizund Knastapparat! Unser Kampf wird niemals enden, auch nicht hinter Zuchthausw\u00e4nden!\" Auch die undogmatische linksextremistische Szene hat sich an den Aktivit\u00e4ten der Friedensbewegung beteiligt, konnte jedoch ebenso wie die Kommunisten keinen Einflu\u00df in diesem Bereich gewinnen. Einzelaktionen, die militanten Kr\u00e4ften der Szene zuzuschreiben sind, richteten sich in Nordrhein-Westfalen gegen Munitionstransporte. In diesem Zusammenhang kam es vereinzelt zu Anschl\u00e4gen gegen Bundesbahnanlagen mit geringf\u00fcgigen Sch\u00e4den. Die Zahl der Aktionen war gegen\u00fcber 1983 r\u00fcckl\u00e4ufig. 2.8 Trotzkismus Die trotzkistische Gruppe Internationaler Marxisten (GIM) hat in NordrheinWestfalen ca. 60 bis 80 Mitglieder (Bund: 250). Anl\u00e4\u00dflich der Konferenz der GIM vom 2,4. bis 26. Februar 1984 in Frankfurt/Main wurde beschlossen, den Sitz der Zentrale nach K\u00f6ln zu verlegen, da NordrheinWestfalen \"Schwerpunkt f\u00fcr den weiteren Aufbau\" der GIM werden soll. Diese Pl\u00e4ne sind bis zum Jahresende nicht verwirklicht worden. 27","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 Die von der GIM unterst\u00fctzten Jugendgruppen \"Rote Maulw\u00fcrfe\" entschieden sich am 13./14. Oktober 1984 in K\u00f6ln auf ihrem bundesweiten Gr\u00fcndungskongre\u00df hinsichtlich der Namengebung f\u00fcr \"Revolution\u00e4r-Sozialistische Jugendorganisation - Roter Maulwurf''. Es existieren inzwischen 16 Ortsgruppen. Im Anschlu\u00df an den Kongre\u00df w\u00e4hlte die Bundesleitung ein \"Bundesb\u00fcro\", das seine Arbeit in K\u00f6ln demn\u00e4chst aufnehmen soll. 2.9 Linksextremisten im \u00f6ffentlichen Dienst Nach dem Stand vom 31. Dezember 1984 befanden sich unter den ca. 340.000 Besch\u00e4ftigten im \u00f6ffentlichen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen (ohne Vorbereitungsdienst) - soweit bekannt - 223 Angeh\u00f6rige linksextremistischer Organisationen. Sie verteilen sich nunmehr auf die einzelnen Ressorts wie folgt: Die Gesamtzahl der erkannten Linksextremisten im \u00f6ffentlichen Dienst hat sich gegen\u00fcber 1983 nicht ver\u00e4ndert. 28","","Walsumer #7 Is een DushurgrWWalsim","","Aanr / 2deg EB richt e Far a 1 4 Li Feltsrheift des Bund Westdeutscher Kommunisten Te nan (EIWE} u 1 K EEEie . FE r : 1 f e n FE De rdreb i, Eumi -- n e E","","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 3 Terrorismus 3.1 Entwicklungstendenz Die den Hungerstreik der H\u00e4ftlinge der Roten Armee Fraktion (RAF) seit Dezember 1984 begleitenden terroristischen Aktionen aus dem RAF-Bereich und dem Bereich solidarischer Gruppen haben die Regenerationsf\u00e4higkeit der RAF deutlich gemacht. Die RAF mu\u00df trotz der Festnahmen von sieben mutma\u00dflichen Mitgliedern im Juni/Juli 1984 und der anderen bisher erlittenen R\u00fcckschl\u00e4ge weiterhin als die gef\u00e4hrlichste terroristische Vereinigung in der Bundesrepublik Deutschland angesehen werden. Sie hat sich nach den 1984 gemachten Erfahrungen - st\u00e4rker als vielfach angenommen - aus dem Umfeld rekrutieren und offenbar auch Anh\u00e4nger au\u00dferhalb der Szene gewinnen k\u00f6nnen. Die nicht eindeutig festzulegende personelle St\u00e4rke des \"harten Kerns\" der RAF darf vor diesem Hintergrund nicht untersch\u00e4tzt werden. Die Zahl der Straftaten, zu denen sich Revolution\u00e4re Zellen (RZ) sowie die ihnen angeh\u00f6rende autonome Frauengruppe Rote Zora bekannten, blieb im Land Nordrhein-Westfalen mit sechs Sprengstoffbzw. Brandanschl\u00e4gen im Jahr 1984 gegen\u00fcber dem Vorjahr unver\u00e4ndert. Andere terroristische oder auf Gewalt und Sabotage ausgerichtete Kleingruppen haben ihre Gewaltaktionen fortgesetzt. Die terroristische Bedrohung der inneren Sicherheit h\u00e4lt damit unvermindert an. 3.2 Rote Armee Fraktion (RAF) und RAF-Umfeld Die bundesweite Fahndung nach der RAF hat auch 1984 Erfolge erzielt. Am 22. Juni 1984 wurde in Deizisau/Kreis Esslingen die in Paderborn geborene 28-j\u00e4hrige Manuela Happe, die sich zuletzt in Berlin aufhielt, nach einem Schu\u00dfwechsel mit Polizeibeamten festgenommen; sie hatte versucht, sich einer Ausweiskontrolle durch Flucht und Schu\u00dfwaffengebrauch zu entziehen. Am 2. Juli 1984 nahm die Polizei nach einem Hinweis in einer konspirativen Wohnung in Frankfurt/Main sechs Personen, darunter vier mit Haftbefehl gesuchte mutma\u00dfliche RAF-Terroristen, fest. Einer der Festgenommenen war den Sicherheitsbeh\u00f6rden bis dahin unbekannt. In der Wohnung wurden u. a. sechs Faustfeuerwaffen, Handgranaten, elektronische Zeitz\u00fcnder, inund ausl\u00e4ndische Ausweispapiere und eine gr\u00f6\u00dfere Geldmenge, darunter ein 500-DM-Schein aus dem \u00dcberfall im M\u00e4rz auf eine Sparkasse in W\u00fcrzburg, sowie schriftliche Unterlagen sichergestellt. Unabh\u00e4ngig von diesen Festnahmen entdeckte die Polizei am 14. Juli 1984 nach einem Hinweis aus der Bev\u00f6lkerung in Karlsruhe eine weitere konspirative Wohnung der RAF. Die bei den Festgenommenen und in den Wohnungen sichergestellten schriftlichen Unterlagen enthalten u. a. Aufzeichnungen, die auf Aussp\u00e4hungen im Bereich der Justiz sowie von US-amerikanischen Einrichtungen und des NATO-Pipeline-Netzes in verschiedenen Regionen des Bundesgebietes hindeuten. Am 4. Dezember 1984 gaben Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart im Rahmen des gegen sie anh\u00e4ngigen Strafverfahrens \"Hungerstreikerkl\u00e4rungen'' ab. Diesem Hungerstreik haben sich 34","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 innerhalb kurzer Zeit \u00fcber 30 in Haft befindliche Mitglieder der RAF, H\u00e4ftlinge \"aus dem antiimperialistischen Widerstand\" sowie politisierte H\u00e4ftlinge aus dem Bereich der allgemeinen Kriminalit\u00e4t angeschlossen. Der Hungerstreik, der f\u00fcr die in Haft befindlichen Mitglieder der RAF die Fortsetzung ihres Kampfes mit anderen Mitteln bedeutet, zeigt auch, da\u00df langj\u00e4hrige Haftzeiten die H\u00e4ftlinge nicht davon abbringen, die - wie es in der \"Hungerstreikerkl\u00e4rung'' hei\u00dft - ,,imperialistischen Staaten Westeuropas mit dem US-Kernstaat BRD'' zu bek\u00e4mpfen; sie fordern * Zusammenlegung mit den Gefangenen aus dem Widerstand und allen k\u00e4mpfenden Gefangenen in gro\u00dfen Gruppen * Abschaffung der Einzelund Kleingruppenisolation und der akustischen und optischen Ausforschung und Kontrolle * Aufhebung der Kommunikationssperre. Eine Reihe terroristischer Aktionen, wie der versuchte Sprengstoffanschlag auf die NATO-Schule in Oberammergau am 18. Dezember 1984, zu dem sich die RAF unter der Bezeichnung \"Kommando Jan Raspe\" bekannte, sollen dem Kampf der Hungerstreikenden Nachdruck verleihen. In Nordrhein-Westfalen wurden - offenbar von Anh\u00e4ngern der RAF - in diesem Zusammenhang folgende Straftaten ver\u00fcbt: * versuchter Sprengstoffanschlag auf das AEG-Kabelwerk in M\u00fclheim a.d. Ruhr * Sprengstoffanschlag auf das t\u00fcrkische Generalkonsulat in M\u00fcnster * Sprengstoffanschlag auf ein Geb\u00e4ude der US-Army in D\u00fcsseldorf und * Sprengstoffanschlag auf das Geb\u00e4ude der Wehrtechnischen Abteilung der Franz\u00f6sischen Botschaft in Bonn-Bad Godesberg. Umfeld der Rote Armee Fraktion Der im Herbst 1983 erstmals bekanntgewordene Versuch von Personen und Gruppen des Umfeldes der RAF, \u00fcber die ,,Gru\u00dfaktion an alle politischen Gefangenen\" eine \"antiimperialistische Front\" aufzubauen, ist gescheitert. Am 3. Januar 1984 erschien in der taz als ganzseitige Anzeige ein \"Aufruf: Gr\u00fc\u00dfe an politische Gefangene\", der von ,Angeh\u00f6rigen der politischen Gefangenen\", Gruppen des terroristischen Umfeldes und anderen linksextremen Gruppen unterst\u00fctzt wurde. Ziel dieses Aufrufes war es, \"der beginnenden Kontaktsperre gegen die politischen Gefangenen etwas entgegenzusetzen und die Situation \u00f6ffentlich zu machen\". Die Hoffnung auf positive Reaktionen in der \u00d6ffentlichkeit hat sich ebenso zerschlagen wie die Erwartung der RAF-Anh\u00e4nger, da\u00df die Aktion unter den beteiligten Gruppen zu einer breiteren Solidarisierung mit den Zielen der RAF f\u00fchren werde. Ende August/Anfang September 1984 wurde in D\u00fcsseldorf eine - offenbar von Anh\u00e4ngern der RAF zusammengestellte - 50 Seiten 35","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 umfassende Brosch\u00fcre mit dem Titel Aufarbeitung der Gru\u00dfaktion an alle politischen Gefangenen\" verbreitet, in der sich neben inhaftierten RAF-Terroristen auch an der Gru\u00dfaktion beteiligte Gruppen zu dieser Aktion \u00e4u\u00dfern. Hierbei wird der Versuch deutlich, die Erfahrungen aus der Gru\u00dfaktion im Kampf gegen das gesellschaftliche und politische System der Bundesrepublik Deutschland zu nutzen. Am 28. September 1984 fand im AStA-Geb\u00e4ude der Universit\u00e4t D\u00fcsseldorf eine Veranstaltung mit \"Angeh\u00f6rigen der politischen Gefangenen\" statt, an der rd. 150 Personen teilnahmen. Angeh\u00f6rige inhaftierter RAF-Terroristen berichteten \u00fcber ihre Arbeit, die \"Angriffe der BAW (Bundesanwaltschaft) gegen die Angeh\u00f6rigengruppe\" und \u00fcber die Situation der Gefangenen. 3.3 Revolution\u00e4re Zellen (RZ) Die Zahl der Anschl\u00e4ge der RZ ist 1984 insgesamt zur\u00fcckgegangen. Dies ist offenbar bedingt durch den internen Proze\u00df der Diskussion und der Meinungsbildung, in dem die RZ ihr strategisches Konzept sowie ihr Verh\u00e4ltnis zu anderen terroristischen Gruppen und Gruppen des militanten Widerstandes zu kl\u00e4ren versuchen. Seit Anfang 1984 wird bundesweit ein 28 Seiten umfassendes \"Diskussionspapier\" der RZ \"In Gefahr und h\u00f6chster Not, bringt der Mittelweg den Tod - Krise, Krieg, Friedensbewegung -\" verbreitet, in dem die RZ zu dem Schlu\u00df kommen:\" Wir m\u00fcssen aus der fatalen Abh\u00e4ngigkeit von dem Friedensb\u00fcndnis herauskommen und eigene Fronten aufbauen\". Daneben stellen sich die RZ in dieser Schrift die Frage, ob die von ihnen als \"neue strategische Sektoren\" bezeichneten Bereiche Biotechnologie, Mikroelektronik, Energieund Nahrungsmittelsektor sowie die Rohstoffausbeutung der Meere und Pole \"zu zentralen Angriffspunkten einer revolution\u00e4ren Strategie in den Metropolen werden, ob Sabotage zur vorrangigen Kampfform der radikalen Linken wird, auf die hin wir uns zu qualifizieren und zu organisieren haben\". In der seit Anfang M\u00e4rz 1984 verbreiteten Schrift \"Wolf im Schafspelz - 35StundenWoche - Sozialpartnerschaft - Linke - Klassenantagonismus -\" fordern die RZ dazu auf, \"autonome sozialrevolution\u00e4re Positionen ... zu entwickeln ... und sowohl auf Massen-(politischer) wie auf militanter Ebene voranzutreiben\". Die Rote Zora bringt in einem fiktiven Interview in der Juni-Ausgabe der Frauenzeitschrift \"emma\" zum Ausdruck, da\u00df sie \"die gleichen Grunds\u00e4tze wie die RZs\" habe, \"dieselbe Konzeption, illegale Strukturen aufzubauen, ein Netz zu schaffen, das der Kontrolle und dem Zugriff des Staatsapparates entzogen ist''. Nur so k\u00f6nne sie - \"im Zusammenhang mit den offenen, legalen K\u00e4mpfen der verschiedenen Bewegungen - auch subversive und direkte Aktionen durchf\u00fchren\". In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Anschl\u00e4ge der RZ gegen\u00fcber dem Vorjahr mit sechs konstant geblieben. Sie bekannten sich zu folgenden Anschl\u00e4gen: 02.01.1984 Sprengstoffanschlag auf das Zentralgeb\u00e4ude des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr in Gelsenkirchen, bei dem geringer Sachschaden entstand 10.02.1984 Sprengstoffanschlag auf das T\u00fcrkische Generalkonsulat in K\u00f6ln mit erheblichem Sachschaden 36","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 12.03.1984 Sprengstoffanschlag auf das Geb\u00e4ude der Deutschen Finanzierungsgesellschaft f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder mbH (DEG) in K\u00f6ln mit einem Sachschaden in H\u00f6he von rd. DM 50.000,19.05.1984 Sprengstoffanschlag auf ein leerstehendes Schulgeb\u00e4ude in Duisburg, das von der Fraunhofer-Gesellschaft angemietet und im Rahmen der Mikroelektronik-Forschung genutzt werden sollte, mit einem Sachschaden in H\u00f6he von rd. DM 50.000,05.08.1984 Brandanschlag auf einen Lkw der Firma Kreuzer in Bonn mit geringem Sachschaden und 12.08.1984 Sprengstoffanschlag auf ein Geb\u00e4ude der Firma Wilhelm Koch GmbH in G\u00fctersloh mit erheblichem Sachschaden. W\u00e4hrend in dem Tatbekenntnis zum Anschlag auf die DEG deren Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung der Dritten Welt kritisiert wird, kn\u00fcpfen die anderen Bekennerschreiben mit Hinweisen auf Fahrpreiserh\u00f6hungen, den Proze\u00df gegen die t\u00fcrkischen Konsulatsbesetzer in K\u00f6ln, die beabsichtigte Anmietung des Schulgeb\u00e4udes durch die Fraunhofer-Gesellschaft sowie die Praxis von Privatunternehmen, Lohnarbeiten von H\u00e4ftlingen in den Justizvollzugsanstalten ausf\u00fchren zu lassen, polemisierend an aktuelle Ereignisse an. 3.4 Sonstiges terroristisches Umfeld Weitere Straftaten mit politisch linksextremer Motivation lassen erkennen, da\u00df \u00f6rtliche Gruppen bereit sind, mit gewaltsamen Mitteln auf ihre politischen Zielvorstellungen hinzuweisen. * Am 20. Januar 1984 verursachten Unbekannte im Geb\u00e4ude der AOK und LVA in Bielefeld durch Diebstahl von medizinischen Ger\u00e4ten sowie durch Verw\u00fcstungen innerhalb des Geb\u00e4udes einen Gesamtschaden in H\u00f6he von \u00fcber DM 100.000,-; sie bezeichneten die Tat in einem mit \"Sabotage\" \u00fcberschriebenen Bekennerschreiben als \"Aktion Rohrzange\". * In der Nacht zum 3. Februar 1984 wurden von unbekannten T\u00e4tern am Neubau des Polizeidienstgeb\u00e4udes in Paderborn bereits verlegte Elektrokabel zerschnitten und Anarchosymbole (\"A\" im Kreis) sowie die Buchstaben \"RZ'' in Fensterscheiben geritzt. Durch die Zerst\u00f6rungen entstand Sachschaden in H\u00f6he von rd. DM 100.000,-. * Am 7. Mai 1984 drangen mit schwarzen T\u00fcchern maskierte m\u00e4nnliche und weibliche Personen in eine Ausstellung der Computerfirma Nixdorf in der Stadthalle in G\u00fctersloh ein, warfen die Bedienungselemente einer Computeranlage von den Tischen und verspritzten Fl\u00fcssigkeit (vermutlich Reinigungsmittel) auf die Ger\u00e4te. Ein T\u00e4ter schlug mit einem Vorschlaghammer auf einen \"gl\u00e4sernen Computer\" ein. Der verursachte Sachschaden betr\u00e4gt rd. DM 100.000,-. * Im Herbst 1984 wurden im Landesbereich im Zusammenhang mit offenbar vorbereiteten bzw. bereits begangenen Straftaten Personengruppen aus Berlin 37","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 und Hamburg festgenommen, die nach den Tatumst\u00e4nden und den sichergestellten Gegenst\u00e4nden dem terroristischen Umfeld zuzuordnen sind. Die regelm\u00e4\u00dfig in Dortmund erscheinende linksextremistische Publikation \"Regenbogen - Neue Folge\" ver\u00f6ffentlicht immer wieder neben Tatbekenntnissen terroristischer Gruppen auch Beitr\u00e4ge aus dem terroristischen Umfeld. Sie dient nach einer Selbstdarstellung \"den Radikalen aus allen Teilen der Rhein-RuhrMetropole als Instrument der gegenseitigen Information \u00fcber\" den \"Widerstand\" sowie \"als Medium zum Austausch von Diskussionen und Meinungen\". Daneben wollen die offenbar selbst aus dem terroristischen Umfeld stammenden Verfasser \"als politische Teile der verschiedenen Bewegungen\" ... \"in die Lage kommen, zu zentralen Fragen und Hintergr\u00fcnden f\u00fcr Praxis und Theorie des antiimp. Widerstandes hier im Land auch was beitragen zu k\u00f6nnen\". 3.5 Sonstige linksextremistisch motivierte Gewalttaten \u00d6rtlichen militanten oder linksterroristischen Kleingruppen d\u00fcrften folgende Gewalttaten zuzurechnen sein: 04.05.1984 Sprengstoffanschlag auf das Wohnhaus des Polizeif\u00fchrers der Einsatzhundertschaft Essen in M\u00fclheim a.d. Ruhr. Geringer Sachschaden. T\u00e4ter waren nach einer Bekennung Sympathisanten Krefelder Gewaltt\u00e4ter (Philadelphiade). 05.07.1984 Brandanschlag auf die Polizeistation in Sendenhorst. Geringer Sachschaden. 03.09.1984 Brandanschlag auf den Neubau eines Polizeidienstgeb\u00e4udes in Bochum. Geringer Sachschaden. 17.09.1984 Anschlag auf die NATO-Pipeline in Kalletal-Bavenhausen. Geringer Sachschaden. 31.12.1984 Brandanschlag auf f\u00fcnf Lastkraftfahrzeuge der Bundeswehr in Ennepetal. Schaden ca. DM 50.000,-. Insgesamt sind 1984 bei den Polizeibeh\u00f6rden des Landes 112 (1983: 85) vollendete oder versuchte Gewalttaten registriert worden und zwar 15 Sprengstoffanschl\u00e4ge 19 Brandanschl\u00e4ge 11 gef\u00e4hrliche Eingriffe in den Bahnverkehr 35 Anschl\u00e4ge auf Verteidigungsanlagen 29 Sachbesch\u00e4digungen mit Gewaltanwendung 1 Raub\u00fcberfall 1 Erpressung 1 gef\u00e4hrliche K\u00f6rperverletzung. Der Anstieg gegen\u00fcber 1983 beruht auf den im ersten Halbjahr 1984 massierten Eingriffen in den Bahnverkehr in Verbindung mit Munitionstransporten auf den Bundesbahnstrecken Recklinghausen, Gelsenkirchen, Herne (10 F\u00e4lle) und auf den Besch\u00e4digungen von Sprengschachtanlagen im Regierungsbezirk Detmold (26 F\u00e4lle), die noch mit den Bundestagsbeschl\u00fcssen zur Raketennachr\u00fcstung vom Dezember 1983 im Zusammenhang gestanden haben d\u00fcrften. Die Brandbzw. Sprengstoffanschl\u00e4ge gingen gegen\u00fcber 1983 von 58 auf 19 bzw. von 20 auf 15 zur\u00fcck. 38","ET ha ni ET EEE HE ie ei TEN HE A Din Be Pape WET\" - LER Beil BEBTTIAITTEL a TEEin Be a ILS 7 Sprengstoffanschlag \"Rev. Zellen/Rote Zora\" z.N.d. Fa. Wilhelm Koch GmbH in G\u00fctersloh am 12. 8. 1984","in der einheit vonguerilla, gef\u00e4ngenen und widerstand das system der imperialistischen herrschaft brechen msLE de LT Berieien mi db Ein erfangroen was der rad wei ann dem =i as 18 kallaakiree F\u00f6lrein, sm Ale karbaref der jerjaiien me derhrerien, je foordara bairiehiegegen Fir alrien dah Hafer bawrieklieen ala elodeg\u00e4irsransien garen Selier wei werniche Anne fir Kriscmrssnage Poawallere Ki, \"har ber nn F Fr, Die) EEWERETANN men arzme lt m dm binBanana 1 wesen gemrin rn, 'ii merias, mine Ma baren JE Bess linie jaser wearu w\u00e4nde er irigriuzgeumn a wma ringe Mage udn\" kaurm hr Ara rin \" (UNSCEAFFERNLike BEE SESHTELEHRRATFE ABHIELFFIGE iss Femseeeeir ae = * JABSEELFFEG ta Bol ar A a =. \"EFFEIE SDRin FariE SA CATICECR LICHT Sa erf\u00e4ngeitn La Seh BAnbRAdLtn Bar mi wind mawharmae a a BELETE ES a H\u00c4TTE] FABICHiNErBIrHnFEene Sa nlaminn aunprerlalj Ih \" Zi an, Eh r& 3elalen Jahres srbbhlich TIrnENe FerFIIERR Wliniadlunen, Temnrapaneairieierene, wann Lriek er hate EanfE onen Bmmrschaurerulchienden\"bedag run Ic dan BiEn\u00e4when. = \"oh rigen wird die wh\u00f6lldberlt Bm Laforganice ae diekpsion reranun up Hari wirh der Wssrheidene roei ven Bffeslibriee wr\u00e4wln, Sprengstoffanschlag \"Rev. Zellen\" auf ein leerSprengstoffanschlag \"Rev. Zellen' stehendes Schulgeb\u00e4ude in Duisbu rg am19,5.1984 auf das T\u00fcrkische Generalkonsulat in K\u00f6ln am 10. 2. 1984","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 4 Ausl\u00e4nderextremismus 4.1 Entwicklungstendenz Gegen Ende 1984 lebten in Nordrhein-Westfalen ca. 1,3 Millionen ausl\u00e4ndische Mitb\u00fcrger (darunter rund 490.000 T\u00fcrken). Davon sind ann\u00e4hernd 21.000 Anh\u00e4nger extremistischer Organisationen verschiedener Nationalit\u00e4ten und Volksgruppen. Die Zahlen machen deutlich, da\u00df auch 1984 die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit (98,4 %) der ausl\u00e4ndischen Mitb\u00fcrger trotz vielf\u00e4ltiger Schwierigkeiten im sozialen und gesellschaftlichen Bereich sich nicht an extremistischen Bestrebungen beteiligt hat. Soweit sich Ausl\u00e4nder extremistisch bet\u00e4tigen, ist die Bereitschaft erkennbar, bei der Verfolgung politischer Ziele und in der Auseinandersetzung mit politischen Gegnern schnell zur Gewalt zu greifen. Hieraus d\u00fcrften sich die zahlreichen Gewalttaten in diesem Bereich erkl\u00e4ren. Im Bereich der rechtsextremen Organisationen der T\u00fcrken sind die Aktivit\u00e4ten zur\u00fcckgegangen. Die Mitgliederzahl der rechtsextremen T\u00fcrk-F\u00f6deration in Nordrhein-Westfalen hat sich fast um die H\u00e4lfte verringert. Auch die moskauorientierte FIDEF hat 1984 zahlreiche Anh\u00e4nger verloren, bleibt aber die st\u00e4rkste Organisation des orthodox-kommunistischen Lagers. Die Anh\u00e4ngerschaft der t\u00fcrkischen Neuen Linken erscheint trotz Verbots der DEV SOL und des Strafverfahrens gegen einen Teil ihrer Anh\u00e4nger (Konsulatsbesetzer) im wesentlichen unver\u00e4ndert. Von ihr gingen auch die meisten Aktivit\u00e4ten aus, insbesondere von der Arbeiterf\u00f6deration ATIF (mit Sitz in Duisburg) und von der F\u00f6deration demokratischer Arbeitervereine aus der T\u00fcrkei in der Bundesrepublik Deutschland (DIDF, Sitz K\u00f6ln). Schwerpunkte der Bestrebungen aller linksextremistischen T\u00fcrken waren nach wie vor die Agitation gegen die Bundesrepublik Deutschland, die Kampagne gegen rechtsextremistische Landsleute und der Kampf gegen das t\u00fcrkische Milit\u00e4rregime. Extremistische Organisationen der Kurden agitierten weiterhin f\u00fcr nationale Selbstbestimmung in der T\u00fcrkei. Im Vordergrund standen Protestaktionen gegen die Verfolgungen, denen kurdische Extremisten im Heimatland ausgesetzt sind. Die Verh\u00e4ltnisse in einigen anderen vorderasiatischen Staaten (Afghanistan, Irak, Iran, Pakistan pp.) waren f\u00fcr hier aktive extremistische Gruppen aus Angeh\u00f6rigen dieser Staaten Anla\u00df zu Demonstrationen und sonstigen Aktionen, bei denen es in Einzelf\u00e4llen auch zu t\u00e4tlichen Auseinandersetzungen kam. Exekutivma\u00dfnahmen gegen extremistische Jugoslawen (Exilkroaten) f\u00f6rderten Waffen, Munition und umfangreiches Schriftmaterial zu Tage. 4.2 T\u00fcrken Rechtsextremisten F\u00f6deration der T\u00fcrkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Europa e.V. (T\u00fcrk-F\u00f6deration) 41","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 In der T\u00fcrk-F\u00f6deration (Sitz Frankfurt/Main ) sammeln sich hier lebende extreme Nationalisten und Antikommunisten (sog. Graue W\u00f6lfe). Sie hat 1984 an politischem Einflu\u00df verloren. Die Zahl ihrer Mitglieder in Nordrhein-Westfalen ging um etwa die H\u00e4lfte auf rd. 2500 zur\u00fcck. Der Grund d\u00fcrfte vor allem darin liegen, da\u00df es der Organisation an F\u00fchrerpers\u00f6nlichkeiten mangelt. Ihre Leitfigur T\u00fcrkes ist seit Jahren im Heimatland inhaftiert; ihr fr\u00fcherer Vorsitzender Celebi, inzwischen wegen mutma\u00dflicher Beteiligung am Papstattentat (Rom, Mai 1981) angeklagt, befindet sich seit seiner Auslieferung aus Deutschland (Januar 1983) in italienischer Haft. Auf dem 6. gro\u00dfen Kongre\u00df (Jahreshauptversammlung) im April 1984 in Wiesbaden wurden drei Personen aus Nordrhein-Westfalen in den neuen Vorstand gew\u00e4hlt. Kulturund Idealistenvereine In Nordrhein-Westfalen sind der T\u00fcrk-F\u00f6deration \u00fcber 30 Kulturund Idealistenvereine zuzurechnen, deren Aktivit\u00e4ten 1984 insgesamt nachlie\u00dfen. Sie traten durch sog. Kulturveranstaltungen (mit politischem Einschlag) in Erscheinung. An einer vom T\u00fcrkischen Verein in Gelsenkirchen-Horst e.V. Ende Januar 1984 organisierten Veranstaltung beteiligten sich \u00fcber 500 \"Graue W\u00f6lfe\" aus dem gesamten Bundesgebiet. Ca. 100 politische Gegner, vor allem linksextremistische Landsleute, protestierten gegen die Zusammenkunft. Auch gegen die zentrale Veranstaltung des T\u00fcrkischen Kulturvereins Krefeld im Februar 1984 mit etwa 700 Besuchern aus Nordrhein-Westfalen richtete sich eine Gegendemonstration von Linksextremisten. \u00c4hnlich verlief ein Folkloreabend in Wuppertal im Dezember 1984. Islamisch-extremistische Organisationen Neben den nationalistischen Vereinigungen der T\u00fcrken agieren in unserem Land eine Reihe von islamisch-fundamentalistisch (und gleichfalls antikommunistisch) ausgerichteten t\u00fcrkischen Dachorganisationen. Sie haben die Kulturund Idealistenvereine und deren Dachverband T\u00fcrk-F\u00f6deration an politischer Bedeutung \u00fcberfl\u00fcgelt. Die Zahl ihrer Mitgliedsvereine/Zweigstellen in Nordrhein-Westfalen bel\u00e4uft sich auf rund 70 mit inzwischen \u00fcber 8.000 Einzelmitgliedern. Die Spannungen im - fr\u00fcher einheitlichen - islamisch-extremistischen Block laufen auf eine weitere Trennung der Organisationen hinaus, Ursache sind unterschiedliche Vorstellungen \u00fcber die - auch politisch bedeutsame - Auslegung des \"wahren Islam\". Meist abh\u00e4ngig von der Meinung ihrer Vorst\u00e4nde oder Vorbeter wechselten Mitgliedsvereine 1984 vermehrt die Dachorganisationen. Als solche sind zu nennen: * Islamische Union Europa e.V. (Sitz: K\u00f6ln) mit derzeit 37 Mitgliedsvereinen oder Zweigstellen und insgesamt etwa 4.500 Mitgliedern in Nordrhein-Westfalen. Sie nennt sich seit kurzem auch Islami Hareket (Islamische Bewegung). * Islamisches Zentrum K\u00f6ln e.V. (IZ) 42","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 mit \u00fcber 20 Mitgliedsvereinen und ca. 2.400 Mitgliedern in NordrheinWestfalen. Fr\u00fcher personell mit der Islamischen Union Europa verbunden, hat das IZ auf seiner Jahreshauptversammlung im Mai 1984 die f\u00fchrenden Mitglieder der Union ausgeschlossen. * F\u00f6deration der islamischen Zentren Deutschland e.V. mit 11 Mitgliedsvereinen und ca. 1300 Mitgliedern in Nordrhein-Westfalen. Ende 1982 von der Islamischen Union Europa abgespalten, hat sie ihren Sitz ebenfalls in K\u00f6ln. * F\u00f6deration islamischer Gemeinden im Ruhrgebiet e.V. (FIG) Sie wurde am 29. Juni 1.984 in Kamen gegr\u00fcndet, wo sich auch ihr Sitz befindet. Die FIG wird von den Mitgliedsvereinen der drei vorgenannten Dachverb\u00e4nde gebildet, Ihr \"Generalpr\u00e4sident\" unterh\u00e4lt enge Kontakte zur Islamischen Union Europa wie auch zum IZ. Linksextremisten Aktionen linksextremistischer Organisationen der T\u00fcrken richteten sich 1984 gegen staatliche Organe wie auch gegen das Gesellschaftssystem der Bundesrepublik Deutschland. So beteiligten sich Mitte M\u00e4rz 1984 T\u00fcrken und Kurden in K\u00f6ln an einer zentralen Demonstration gegen die Ausl\u00e4nderpolitik der Bundesregierung. In einem im April 1984 erfa\u00dften Flugblatt rief die Spaltergruppe Bolsevik Partizan der TKP/Marxisten-Leninisten zur \"Zerschlagung des imperialistischen westdeutschen Staatsapparates durch die sozialistische Revolution\" auf. In einer weiteren Flugschrift bezeichnete sie u. a. den \"imperialistischen westdeutschen Staat\" als \"Zielscheibe, deren Sturz notwendig ist\". Die F\u00f6deration der Arbeiter aus der T\u00fcrkei in Deutschland e.V. (ATIF) verbreitete ein Flugblatt mit der \u00dcberschrift, Ausl\u00e4nderfeindlichkeit ist Staatspolitik\" und \u00e4u\u00dferte in einer anderen Flugschrift: \"Der westdeutsche Imperialismus ... bereitet sich allseitig auf eine revanchistische Weise auf den III. Weltkrieg vor.\" Anfang Mai 1984 beteiligten sich zahlreiche T\u00fcrken an einer \"antifaschistischen\" Demonstration der DKP, u. a. gegen ein Treffen von Skinheads in Duisburg, bei der es zwischen den gegnerischen Gruppen zu T\u00e4tlichkeiten kam, die massiven Polizeieinsatz erforderten. Linksextremistische T\u00fcrken, die im Heimatland nicht agieren k\u00f6nnen, arbeiten weiterhin von deutschem Boden aus unvermindert auf den Sturz des Milit\u00e4rregimes hin und bek\u00e4mpfen dessen Verfolgungsma\u00dfnahmen. Sie unternahmen, oft von Deutschen unterst\u00fctzt, w\u00e4hrend des ganzen Jahres 1984 Protestaktionen verschiedener Art gegen Folter und Hinrichtungen von Gesinnungsgenossen, Unterdr\u00fcckung von Kurden und allgemein gegen die \"faschistische Junta\". Hervorzuheben ist der von Anh\u00e4ngern der DIDF organisierte \"lange Marsch\" von Mitte April bis Mai 1984, der sich gegen die Verh\u00e4ltnisse in den t\u00fcrkischen Gef\u00e4ngnissen richtete und von D\u00fcsseldorf zum Stra\u00dfburger Sitz des Europarates f\u00fchrte. Zentrale Protestkundgebungen f\u00fchrten die moskautreuen Kommunisten bzw. die Neue Linke am 8. September 1984 mit jeweils rd. 3.000 43","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 Anh\u00e4ngern in der K\u00f6lner Innenstadt durch. Bolsevik Partizan demonstrierte mit rd. 150 Personen getrennt im Stadtteil Deutz. Devrimci Sol (DEV SOL) Vor dem Landgericht K\u00f6ln begann Anfang Januar 1984 das Strafverfahren gegen zehn Anh\u00e4nger der - im Vorjahr vom Bundesminister des Innern verbotenen - DEV SOL (Revolution\u00e4re Linke), die im November 1982 das t\u00fcrkische Generalkonsulat in K\u00f6ln besetzt und Geiseln genommen hatten. W\u00e4hrend des Prozesses kam es zu mehreren - z. T. gewaltsamen - St\u00f6raktionen t\u00fcrkischer und deutscher Sympathisanten. Durch Urteil vom 3. April 1984 wurden alle DEV SOLAngeklagten mit Freiheitsentzug zwischen vier und viereinhalb Jahren bestraft. Hiergegen hat die Staatsanwaltschaft K\u00f6ln Revision eingelegt. F\u00f6deration der Einheit f\u00fcr die Demokratie der Arbeiter aus der T\u00fcrkei in Europa (DIB-AF) Mitte Januar 1984 wurde in D\u00fcsseldorf die DIB-AF gegr\u00fcndet. Den Vorsitz \u00fcbernahm der bisherige Leiter des Komitees \"Einheit f\u00fcr Demokratie - Europakomitee\" (DIB-AK), das die Ziele der moskautreuen Arbeiterpartei der T\u00fcrkei (TIP) vertritt. F\u00f6deration der T\u00fcrkischen Arbeitervereine in der Bundesrepublik Deutschland e. V. (FIDEF) Die FIDEF (Sitz D\u00fcsseldorf), die von der orthodoxen T\u00fcrkischen Kommunistischen Partei (TKP) ma\u00dfgeblich beeinflu\u00dft wird, hielt im April 1984 in Essen ihren 8. Jahreskongre\u00df ab. Es nahmen zwischen 800 und 900 Personen teil. Unter den G\u00e4sten befand sich ein DKP-Pr\u00e4sidiumsmitglied. Eine Begegnungsst\u00e4tte t\u00fcrkischer Staatsangeh\u00f6riger in Hamm, die vom \u00f6rtlichen FIDEF-Verein unterhalten wird, war in der Nacht zum 8. Oktober 1984 Ziel eines Brandanschlages. 4.3 Kurden Als Reaktion auf einen Hungerstreik kurdischer H\u00e4ftlinge gegen ihre Haftbedingungen in der T\u00fcrkei kam es in Nordrhein-Westfalen zu einer Serie von Solidarit\u00e4tsdemonstrationen kurdischer und t\u00fcrkischer Extremisten, darunter * Besetzung von DGB-H\u00e4usern in Bochum, D\u00fcsseldorf und K\u00f6ln * Solidarit\u00e4tshungerstreiks in Bielefeld und L\u00fcdenscheid * Autokorso in Bonn * Besetzung der B\u00fcros der Gr\u00fcnen und von Amnesty International in D\u00fcsseldorf * Ankettungsaktion in Bielefeld Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) Die orthodox-kommunistische PKK hat sich in Flugbl\u00e4ttern und ihrem deutschsprachigen Organ \"Kurdistan Report\" dazu bekannt, im Sommer 1984 44","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 mehrere Abweichler und angebliche Verr\u00e4ter liquidiert zu haben. Im Zusammenhang mit der Ermordung eines Kurden am 7. August 1984 in R\u00fcsselsheim wird in dieser Richtung ermittelt. Andere Vereinigungen der Kurden und T\u00fcrken haben sich wegen dieser Taten von der PKK distanziert. Mit einer zentralen Kundgebung am 8. September 1984 protestierten rd. 2.000 Anh\u00e4nger der PKK in Duisburg gegen das Milit\u00e4rregime in der T\u00fcrkei. Au\u00dferdem prangerten PKK-Anh\u00e4nger im Oktober 1984 in K\u00f6ln t\u00fcrkische Milit\u00e4roperationen gegen kurdische \"Widerstandsk\u00e4mpfer\" an; ein Teil der Gruppe hielt die Aussichtsplattform des Doms besetzt. Ihren 7. Gr\u00fcndungstag feierte die PKK Anfang Dezember 1984 in der K\u00f6lner Sporthalle. Anwesend waren rd. 4.000 Personen aus dem Inund Ausland. F\u00f6deration der patriotischen Arbeiterund Kulturvereinigungen aus Kurdistan in der Bundesrepublik Deutschland (FEYKA-KURDISTAN) Im M\u00e4rz 1984 wurde in K\u00f6ln die FEYKA-KURDISTAN gegr\u00fcndet. Sie fa\u00dft die von der PKK beeinflu\u00dften \u00f6rtlichen Vereine der Kurden zusammen. Bereits im April/Mai 1984 f\u00fchrte der neue Verband einen mehrw\u00f6chigen Sternmarsch nach Bonn durch, der sich gegen \"Unterdr\u00fcckung, Folter und Massaker\" in t\u00fcrkischen Gef\u00e4ngnissen richtete und zugleich forderte, die Mitgliedschaft der T\u00fcrkei im Europarat aufzuheben. F\u00f6deration der Arbeitervereine Kurdistans in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (KOMKAR) Anfang Juni 1984 veranstaltete die orthodox-kommunistische KOMKAR in K\u00f6ln ihren 6. Jahreskongre\u00df. Einer der Gastredner war ein DKP-Vorstandsmitglied. Der Kongre\u00df verlangte eine Generalamnestie f\u00fcr die politischen Gefangenen in der T\u00fcrkei und T\u00fcrkisch-Kurdistan. Die Bundesregierung wurde aufgefordert, die Kurden als selbst\u00e4ndige nationale Minderheit anzuerkennen. 4.4 Iraker Islamische Union Irakischer Studenten (I.U.I.S) Die fundamental islamisch ausgerichtete I.U.I.S. steht der rechtsextremistischen - persischen - Union der Islamischen Studentenvereine in Europa (U.I.S.A.) und dem Revolutionsf\u00fchrer Khomeini nahe. Im M\u00e4rz, April und im September 1984 protestierten I.U.I.S.-Sympathisanten in Bonn \"gegen die Benutzung chemischer Waffen von seiten des Irak gegen islamische St\u00e4dte am Golf\", ,gegen die Aggression des irakischen Regimes\" und f\u00fcr die Errichtung einer islamischen Republik Irak. Generalunion Arabischer Studenten in der Bundesrepublik Deutschland und WestBerlin (GUAS) - Irakische Sektion Im Anschlu\u00df an die Bonner I.U.I.S.-Kundgebung im April 1984 hatte die - regimetreue - irakische Sektion der sozialrevolution\u00e4r-nationalistischen GUAS zu einer Demonstration in Bonn aufgerufen, bei der es zu Auseinandersetzungen mit am Kundgebungsort verbliebenen iranfreundlichen Irakern kam. Eine drohende Eskalation konnte nur durch die Polizei vermieden werden. 4.5 Iraner 45","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 In der in K\u00f6ln ans\u00e4ssigen Moslemischen Studentenvereinigung (MSV) sammeln sich die im Bundesgebiet lebenden Anh\u00e4nger der Volksmojahedin, die das Khomeini-Regime erbittert bek\u00e4mpfen. Wie im Vorjahr gedachte die MSV im Februar 1984 in Bonn mit einer Kundgebung des Todestages f\u00fchrender Volksmojahedin-Funktion\u00e4re. Zur Erinnerung an blutige Ausschreitungen in Persien vor drei Jahren f\u00fchrte sie im Juni 1984 ebenfalls in Bonn eine Kundgebung durch. Ca. 650 Demonstranten, teilweise in Str\u00e4flingskleidung (symbolisch f\u00fcr die im Heimatland inhaftierten Volksmojahedin), forderten auf Transparenten und in Sprechch\u00f6ren \"Freiheit f\u00fcr alle politischen Gefangenen im Iran\". 4.6 Afghanen F\u00fcr Ende Juni 1984 hatte die Union der afghanisch-islamischen Studentenvereine in Europa e.V. (UIAAS), die sich als Teil der islamischen Bewegung des afghanischen Volkes versteht zu einer zentralen Kundgebung nach K\u00f6ln aufgerufen. An diesem letzten Tag des Fastenmonats Ramadan lenkten rd. 1300 moslemische Teilnehmer die Aufmerksamkeit auf die Verh\u00e4ltnisse in Afghanistan, die Pal\u00e4stinenserfrage und den irakisch-iranischen Krieg. Am 9. August 1984 drangen 13 Afghanen in die Botschaft der Demokratischen Republik Afghanistan in Bonn ein. Sie begingen Sachbesch\u00e4digungen und verletzten einen Attache und den Hausmeister durch Faustschl\u00e4ge und Fu\u00dftritte. Die Besetzer, die sich als Regimegegner bezeichneten und aus verschiedenen deutschen St\u00e4dten kamen, wurden vorl\u00e4ufig festgenommen. Zum 5. Jahrestag des sowjetischen Einmarsches forderten die Generalunion der afghanischen Studenten im Ausland e.V. (GUAFS) in K\u00f6ln sowie der Rat der islamischen Vereinigungen der Afghanen in Europa (VIRAE) und ein eigens gegr\u00fcndeter \"Demonstrationsausschu\u00df 27.12.1984\", bestehend aus der F\u00f6deration der Afghanen und afghanischer Studenten im Ausland e.V. (FASA) und anderen Gruppierungen, auf einer Veranstaltung am 27. Dezember 1984 in Bonn den R\u00fcckzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan. 4.7 Pal\u00e4stinenser Vor einem Aachener Studentenwohnheim lieferten sich Ende September 1984 Anh\u00e4nger des Pal\u00e4stinenserf\u00fchrers Arafat und seines Gegenspielers Abu Musa eine blutige n\u00e4chtliche Schl\u00e4gerei. Sie waren mit Holzkn\u00fcppeln, Stiletten und einer Pistole bewaffnet. Ein Pal\u00e4stinenser erlitt lebensbedrohende Stichund Kopfverletzungen, ein anderer trug Schnittwunden an der Hand davon. Die Polizei nahm f\u00fcnf Tatverd\u00e4chtige fest; gegen sie wird wegen versuchten Totschlags ermittelt. 4.8 Jugoslawen Nach Sprengstoffanschl\u00e4gen 1981 und 1982 in Baden-W\u00fcrttemberg und Jugoslawien f\u00fchrt das Oberlandesgericht Stuttgart gegen verd\u00e4chtige Exilkroaten ein Ermittlungsverfahren wegen Mitgliedschaft in bzw. Unterst\u00fctzung einer terroristischen Vereinigung. Im Rahmen des Verfahrens fanden Ende Januar 1984 in Nordrhein-Westfalen Durchsuchungen u. a. bei drei bekannten kroatischen Extremisten statt; in einem Fall (Dortmund) wurden eine Pistole und ca. 300 Schu\u00df Munition gefunden. 46","a ne ET en % -- erngp nn EAulaHin | er mu","ATIFTAlmanya Turkiveli Istiler Federasyann} KEIT IST STAATSPOLITIK wuns i'hut1j':ni : ENRTE Ylrhlalahllhn","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 5 Spionageabwehr 5.1 Entwicklungstendenzen Auch 1984 war die Bundesrepublik Deutschland intensiven Spionageaktivit\u00e4ten der Nachrichtendienste kommunistischer Staaten ausgesetzt. Besondere Beachtung verdienen hierbei die in den letzten Jahren erheblich verst\u00e4rkten Anstrengungen der \u00f6stlichen Nachrichtendienste auf dem Gebiet der Milit\u00e4rspionage. Ein weiterer Schwerpunkt war die Wirtschaftsund Wissenschaftsspionage. Die Staaten des Warschauer Paktes unternahmen weiterhin erhebliche Anstrengungen, um Informationen \u00fcber Spitzenentwicklungen und -produkte auf den Gebieten der Datenverarbeitung, Chemie, Werkstoffherstellung, Elektronik und Nukleartechnik u. a. zu erlangen. Die Einsch\u00e4tzung des Wertes unserer Technologie durch \u00f6stliche Nachrichtendienste und deren Aussp\u00e4hungserfolge unterstreichen die Notwendigkeit innerbetrieblicher Sicherheitsvorkehrungen. Pr\u00e4zise Geheimschutzbestimmungen - \u00e4hnlich denen im beh\u00f6rdlichen Bereich - und ihre sorgf\u00e4ltige Beachtung auf der Grundlage \u00fcberzeugender Unterrichtung der Beteiligten w\u00fcrden die Aussp\u00e4hung wesentlich erschweren. Wie in den Vorjahren war Nordrhein-Westfalen auch 1984 mit einem Anteil von 20 % der erkannten nachrichtendienstlichen Auftr\u00e4ge Schwerpunkt gegnerischer Aussp\u00e4hungsbem\u00fchungen (1983 = 24 %) in der Bundesrepublik Deutschland. Bei den erkannten Werbungen bzw. Werbungsversuchen, die sich gegen in Nordrhein-Westfalen wohnhafte Personen richteten, standen die Nachrichtendienste der DDR mit etwa 62 % an der Spitze. Es folgen die Nachrichtendienste der UdSSR mit etwa 11 %. Insgesamt waren die Werbungen und Werbungsversuche 1984 r\u00fcckl\u00e4ufig. Die Bedeutung der Spionage f\u00fcr die DDR hat der seit 1957 amtierende Minister f\u00fcr Staatssicherheit (MfS), Armeegeneral Erich Mielke, mehrfach herausgestellt. Bereits 1979 beteuerte er, die Arbeit sozialistischer Kundschafter habe \"nichts mit den sch\u00e4ndlichen Praktiken imperialistischer Agenten zu tun\". Des weiteren zollte er der Spionaget\u00e4tigkeit f\u00fcr die DDR hohes Lob und erkl\u00e4rte sie zum \"vaterl\u00e4ndischen Verdienst\". Die Wertsch\u00e4tzung der Arbeit des MfS wird in j\u00fcngster Zeit durch die Parteiund Staatsf\u00fchrung der DDR mit einer bemerkenswerten Offenheit best\u00e4tigt und bekr\u00e4ftigt. In einem Leitartikel des SED-Organs \"Neues Deutschland\" vom 2. Oktober 1984 werden dem MfS anl\u00e4\u00dflich des 35. Jahrestages der Gr\u00fcndung der DDR \"Herzliche Gl\u00fcckw\u00fcnsche und br\u00fcderliche Kampfesgr\u00fc\u00dfe\" \u00fcberbracht. Dem MfS wird in dieser Gru\u00dfbotschaft u. a. bescheinigt, es habe unter der F\u00fchrung der SED \"im vergangenen Jahr den Klassenauftrag des X. Parteitages der SED'' mit \"revolution\u00e4rer Wachsamkeit\" ... und \"hoher Kampfund Einsatzbereitschaft\" in Ehren erf\u00fcllt. Besonderer Dank gelte den \"K\u00e4mpfern an der unsichtbaren Front\" (Agenten in der Bundesrepublik). Sie leisteten einen wesentlichen Beitrag dazu, \"da\u00df sich die DDR als stabiler und dynamisch entwickelnder sozialistischer Staat weiter festigen und st\u00e4rken konnte\". Das ZK der SED sei davon \u00fcberzeugt, da\u00df \"alles ... f\u00fcr die politisch-operative Arbeit ...\" getan werde, \"um auch k\u00fcnftig unter allen Lagebedingungen den Klassenauftrag des X. Parteitages erf\u00fcllen zu 49","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 k\u00f6nnen\". Um dieses Ziel zu erreichen, sei \"h\u00f6chste revolution\u00e4re Einsatzbereitschaft geboten\". 5.2 Art und Umfang der gegnerischen Werbungsmethoden Die Werbungsmethoden der Nachrichtendienste kommunistischer Staaten sind im wesentlichen unver\u00e4ndert. In der DDR k\u00f6nnen Bem\u00fchungen von DDR-B\u00fcrgern um Ausoder \u00dcbersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland Anla\u00df zu Kontaktanbahnungen sein. Bei den nachrichtendienstlichen Werbungen bzw. Ansprachen von B\u00fcrgern der Bundesrepublik Deutschland stehen zwei Drittel mit privaten oder gesch\u00e4ftlichen Besuchsreisen in den kommunistischen Machtbereich im Zusammenhang. Die Verbindungsaufnahme erfolgt h\u00e4ufig unter einer Legende, um den Angesprochenen zun\u00e4chst \u00fcber die Absicht seines Gespr\u00e4chspartners zu t\u00e4uschen. Mehr als zwei Drittel der Angesprochenen waren zum Zeitpunkt der Ansprache zwischen 20 und 40 Jahre alt. Sie lie\u00dfen f\u00fcr den gegnerischen Dienst in beruflicher Hinsicht interessante Perspektiven erwarten. Das MfS \u00fcberl\u00e4\u00dft die Ansprache dieser Personen nicht dem Zufall, Immer wieder sind Bundesb\u00fcrger, die von einem DDR-Nachrichtendienst angesprochen worden sind \u00fcber das umfassende Wissen der Gegenseite hinsichtlich ihrer Person erstaunt. Dieses Wissen, verbunden mit einem skrupellosen Ausnutzen von Schwachpunkten, erleichtert den gegnerischen Nachrichtendiensten den Zugang zu Zielpersonen. Grundlage ist die umfassende Kenntnis im Zusammenhang mit der \u00dcberwachung des grenz\u00fcberschreitenden Verkehrs (u. a. Genehmigungsverfahren bei privaten und gesch\u00e4ftlichen Reisen in die DDR) durch DDR-Organe. Es ist davon auszugehen, da\u00df die meisten Personenhinweise aus der systematischen Erfassung und Auswertung der Reiseunterlagen von Westbesuchern stammen. Aus operativer Sicht sind insbesondere Reisende aus bestimmten Zielgebieten und Zielorten, gewisse Personenbzw. Berufsgruppen sowie bestimmte Objekte, Betriebe und Institutionen von Interesse. Neben den Werbungsbem\u00fchungen verdienen die Befragungen und Ausforschungen von Bundesb\u00fcrgern bei Aufenthalten in der DDR Beachtung. Hier kommt es insbesondere bei Grenzabfertigungen, polizeilichen Anmeldungen oder anderen Ber\u00fchrungen mit staatlichen Organen, z. B. Verkehrsverst\u00f6\u00dfen u. \u00e4., zu Kontaktaufnahmen. 5.3 Nachrichtendienstliche Auftr\u00e4ge gegen Nordrhein-Westfalen Die Milit\u00e4rspionage lag mit 46 % (1983 = 36 %) an der Spitze der erkannten nachrichtendienstlichen Auftr\u00e4ge. Schwerpunkte waren neben der Bundeswehr die NATO-Streitkr\u00e4fte sowie Truppenbewegungen und strategische Objekte wie Stra\u00dfen, Br\u00fccken und Radarstellungen in Nordrhein-Westfalen. Daneben richtete sich das Interesse auf Wirtschaftsund Forschungsunternehmen, die mit R\u00fcstungsaufgaben befa\u00dft sind. Die politische Spionage (34 %) richtete sich gegen * Regierungsund Verwaltungsstellen des Bundes, des Landes und der Gemeinden 50","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 * Universit\u00e4ten, Hochschulen und Studentenorganisationen * politische Parteien * Emigrantenorganisationen. Unvermindert fortgesetzt wurden auch die Ausforschungsbem\u00fchungen gegen Sicherheitsbeh\u00f6rden und Fluchthelferorganisationen. Bei der Wirtschaftsspionage lag der Anteil bei etwa 9 %. Insgesamt ist die Zahl der erkannten Auftr\u00e4ge im Vergleich zum Vorjahr um etwa 12% zur\u00fcckgegangen. Das Oberlandesgericht in D\u00fcsseldorf, zust\u00e4ndig in Nordrhein-Westfalen f\u00fcr Straftaten in Landesverratssachen, hat 1984 f\u00fcnf Personen wegen Landesverrat und Gef\u00e4hrdung der \u00e4u\u00dferen Sicherheit (SSSS 93-101 a StGB) rechtskr\u00e4ftig verurteilt. In allen F\u00e4llen waren Auftraggeber die Nachrichtendienste der DDR. 51","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 6 Strafrechtspflege Die Justizbeh\u00f6rden des Landes Nordrhein-Westfalen sind, wie schon in den Vorjahren, auch 1984 in erheblichem Ma\u00dfe mit Strafverfahren, deren Gegenstand Straftaten im Zusammenhang mit extremistischen Umtrieben waren, befa\u00dft worden. 6.1 Verfahren wegen rechtsextremistischer Aktivit\u00e4ten Bei den Staatsanwaltschaften des Landes sind im Jahre 1984 insgesamt 823 einschl\u00e4gige Verfahren neu anh\u00e4ngig geworden. In dieser Zeit ist in 111 Verfahren gegen 158 Personen Anklage erhoben bzw. Antrag auf Erla\u00df eines Strafbefehls gestellt worden. Rechtskr\u00e4ftig verurteilt wurden 65 Personen; vier Angeklagte wurden freigesprochen. Gegen 42 Personen wurde das Verfahren von dem erkennenden Gericht eingestellt bzw. die Untersuchung auf nicht einschl\u00e4gige Straftaten beschr\u00e4nkt. Die Staatsanwaltschaften haben 1984 in Ermittlungsverfahren gegen insgesamt 1096 Personen das Verfahren eingestellt bzw. die Untersuchung auf nicht einschl\u00e4gige Straftaten beschr\u00e4nkt, und zwar * gegen 886 Personen, weil entweder die T\u00e4ter nicht ermittelt werden konnten oder weil eine Straftat nicht vorlag, weil der genaue Hergang nicht mit der erforderlichen Sicherheit aufgekl\u00e4rt werden konnte oder aber weil die Beweismittel zu einer \u00dcberf\u00fchrung des Beschuldigten nicht ausreichten, * gegen 95 Beschuldigte wegen geringer Schuld und geringer Bedeutung der Vorf\u00e4lle (zum Teil gegen Geldauflagen) oder im Hinblick auf schwerere Tatvorw\u00fcrfe, denen gegen\u00fcber die in Rede stehenden Taten nicht erheblich ins Gewicht fielen und * gegen 115 Personen nach sonstigen Vorschriften (z. B. wegen unbekannten Aufenthaltes). 6.2 Verfahren wegen linksextremistischer Aktivit\u00e4ten Wegen Straftaten, deren Ursprung dem Bereich des Linksextremismus zuzuordnen ist, haben die Staatsanwaltschaften 1984 insgesamt 734 Verfahren neu eingeleitet. In der Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 1984 ist in 135 Verfahren gegen 146 Personen Anklage erhoben bzw. Antrag auf Erla\u00df eines Strafbefehls gestellt worden. 94 Angeklagte wurden rechtskr\u00e4ftig verurteilt; 14 Angeklagte wurden freigesprochen. Gegen 124 Personen wurde das Verfahren von dem erkennenden Gericht eingestellt bzw. die Untersuchung auf nicht einschl\u00e4gige Straftaten beschr\u00e4nkt. Die Staatsanwaltschaften haben 1984 die Ermittlungsverfahren gegen 893 Beschuldigte eingestellt, und zwar * gegen 691 Beschuldigte, weil entweder die T\u00e4ter nicht ermittelt werden konnten oder weil eine Straftat nicht vorlag, weil der genaue Hergang nicht mit 52","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 der erforderlichen Sicherheit aufgekl\u00e4rt werden konnte oder aber weil die Beweismittel zu einer \u00dcberf\u00fchrung des Beschuldigten nicht ausreichten, * gegen 140 Beschuldigte wegen geringer Schuld und geringer Bedeutung der Vorf\u00e4lle (zum Teil gegen Geldauflagen) oder im Hinblick auf schwerere Tatvorw\u00fcrfe, denen gegen\u00fcber die in Rede stehenden Taten nicht erheblich ins Gewicht fielen und * gegen 62 Beschuldigte nach sonstigen Vorschriften (z. B. wegen unbekannten Aufenthaltes). 6.3 Demonstrationsstraftaten Die nachfolgende Darstellung bezieht sich auf Ermittlungsund Strafverfahren, die anl\u00e4\u00dflich von Demonstrationen aller Art entstanden sind und im Jahre 1984 bei den Staatsanwaltschaften und Gerichten anh\u00e4ngig waren. \u00dcber die H\u00e4ufigkeit von Gewalttaten im Zusammenhang mit Demonstrationen soll und kann sie keinen Aufschlu\u00df geben.*) Wie bereits in den fr\u00fcheren Berichten dargelegt, ist es bei Veranstaltungen der genannten Art zu strafrechtlich relevanten \u00dcbergriffen sowohl der Veranstaltungsteilnehmer als auch von Au\u00dfenstehenden gegen\u00fcber Teilnehmern und von Teilnehmern einer Gegendemonstration gekommen. Ferner sind die F\u00e4lle der Ausschreitungen gegen\u00fcber den eingesetzten Polizeikr\u00e4ften erfa\u00dft. Im Jahre 1984 hatten die Staatsanwaltschaften des Landes insgesamt 1680 einschl\u00e4gige Verfahren zu bearbeiten. Insgesamt 1206 der genannten Verfahren sind in der Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 1984 abgeschlossen worden, und zwar * 582 Verfahren durch Einstellung, weil entweder die T\u00e4ter nicht ermittelt werden konnten, eine Straftat nicht vorlag, der genaue Hergang nicht mit der erforderlichen Sicherheit aufgekl\u00e4rt werden konnte oder aber weil die Beweismittel zu einer \u00dcberf\u00fchrung des Beschuldigten nicht ausreichten, * 82 Verfahren durch rechtskr\u00e4ftige Urteile gegen 106 Personen, * 255 Verfahren durch rechtskr\u00e4ftige Strafbefehle gegen 255 Personen und * 287 Verfahren auf andere Weise. Noch anh\u00e4ngig waren am 31. Dezember 1984 495 Verfahren gegen 537 Personen, wobei in 366 Verfahren gegen 399 Personen bereits Anklage erhoben bzw. der Erla\u00df eines Strafbefehls beantragt worden ist. Die weiteren Verfahren befinden sich noch im Ermittlungsstadium. *) Die fortgeschriebene polizeiliche Statistik weist f\u00fcr 1984 in Nordrhein-Westfalen 2.157 Demonstrationen aus, von denen 44 unfriedlich verliefen; das sind 2,04 %. 53","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 7 Anhang 7.1 \u00dcbersicht \u00fcber erw\u00e4hnenswerte rechtsextremistische Parteien, nebenund beeinflu\u00dfte Organisationen sowie deren Presseerzeugnisse Organisation Mitglieder Presse (einschlie\u00dflich (einschlie\u00dflich Sitz) Erscheinungsweise und Auflage) 1984 (1983) Unter anderem Namen aktive 270 \"Die Neue Front\" Kreise der verbotenen (monatlich) Aktionsfront Nationaler \"Der Schulungsbrief\" Sozialisten / Nationale (monatlich) Aktivisten (ANS/NA) \"Die Kameradschaft\" (unregelm\u00e4\u00dfig) Darunter NRW 70 B\u00fcrgerinitiative Deutsche \"Unser Europa\" Arbeiterpartei (BI-DAP) (unregelm\u00e4\u00dfig) Freiheitlich Deutsche Arbeiterpartei (FAP) - Landesverband NRW Komitee zur Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag Adolf Hitlers (KAH) Deutsche Volksunion (DVU) 12.000 (11.000) \"Deutscher Anzeiger\" 8000 M\u00fcnchen (w\u00f6chentlich) NRW 2.500 einschlie\u00dflich Aktion Deutsche Einheit AKON e.V. 8000 M\u00fcnchen Aktion Deutsches Radio und Fernsehen (ARF) Initiative f\u00fcr Ausl\u00e4nderbegrenzung (I.f.A.) 8000 M\u00fcnchen 54","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 Volksbewegung f\u00fcr Generalamnestie (VOGA) 8000 M\u00fcnchen Ehrenbund Rudel (ER) Schutzbund f\u00fcr Leben und Umwelt Hilfsorganisation f\u00fcr nationale 300 (300) Information der HNG politische Gefangene und deren (monatlich) Angeh\u00f6rige (HNG) 4800 Bielefeld NRW 20 Junge Nationaldemokraten (JN) 550 (500) \"JN-Pressedienst\" 5000 K\u00f6ln (unregelm\u00e4\u00dfig) Landesverband NRW 100 (100) \"JN-Orgblitz\" 4630 Bochum-Wattenscheid (unregelm\u00e4\u00dfig) \"JN-Intern\" (unregelm\u00e4\u00dfig) \"Querkopp\"-JN Wuppertal (unregelm\u00e4\u00dfig) Nationaldemokratische Partei 6.100 (6.000) \"Deutsche Stimme\" Deutschlands (NPD) (monatlich) 7000 Stuttgart \"NPD Aktuell\" (unregelm\u00e4\u00dfig) \"NPD-Info-Blitz\" (unregelm\u00e4\u00dfig) Landesverband NRW 1.000 (1.000) \"NPD-Landesspiegel 4630 Bochum-Wattenscheid Nordrhein-Westfalen\" (monatlich) NRW: 54 Kreisverb\u00e4nde \"NPD-Organisationsspiegel Nordrhein-Westfalen\" (monatlich) NSDAP-Auslandsund 100 (100) \"NS-Kampfruf\" Aufbauorganisation (NSDAP-A0) Lincoln/USA Wiking-Jugend (WJ) 440 (350) \"Wikinger\" 5190 Stolberg (viertelj\u00e4hrlich) NRW 100 (100) Anmerkung: 55","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 Die Aufnahme von extremistisch beeinflu\u00dften Organisationen in die vorstehende \u00dcbersicht bedeutet nicht, da\u00df die eigene Zielsetzung einer solchen Organisation als extremistisch zu beurteilen ist. 7.2 \u00dcbersicht \u00fcber erw\u00e4hnenswerte linksextremistische Parteien, nebenund beeinflu\u00dfte Organisationen sowie deren Presseerzeugnisse Organisation Mitglieder Presse (einschlie\u00dflich (einschlie\u00dflich Sitz) Erscheinungsweise und Auflage) 1984 (1983) Demokratische Fraueninitiative \"Wir Frauen\" (DFI) 5000 K\u00f6ln NRW: 38 Ortsgruppen Deutsche Friedens-Union (DFU) 1.000 (1.000) \"Deutsche Volkszeitung\" (DVZ) ab September 1983 \"Deutsche Volkszeitung - die tat\" - inoffiziell - (40.000 w\u00f6chentlich) \"Pressedienst DFU\" (unregelm\u00e4\u00dfig) \"DFU betr. Politik\" (unregelm\u00e4\u00dfig) Landesverband NRW 400 (400) \"Pressedienst DFU NRW 4300 Essen (unregelm\u00e4\u00dfig) Deutsche Kommunistische Partei 40.000 (40.000) \"Unsere Zeit\" (UZ) (DKP) Tagesausgaben: 25.000 Parteivorstand: Wochenendausgaben: Prinz-Georg-Str. 79 50.000 4000 D\u00fcsseldorf \"DKP-Pressedienst\" (t\u00e4glich) \"Marxistische Bl\u00e4tter\" (alle 2 Monate) Zentrale Einrichtungen \"Nachrichten\" - f\u00fcr \"Institut f\u00fcr Marxistische Studien Gewerkschaftsfunktion\u00e4re und Forschungen\" (monatlich) 6000 Frankfurt/Main \"Verein zur F\u00f6rderung der \"Landrevue\" - Informationen Forschung und des Studiums der f\u00fcr die Landbev\u00f6lkerung - Sozialwissenschaften e.V.\" (unregelm\u00e4\u00dfig) 6000 Frankfurt/Main \"Karl-Liebknecht-Schule\" \"PRAXIS\" 5090 Leverkusen (unregelm\u00e4\u00dfig) 56","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 \"Marx-Engels-Stiftung e.V.\" \"Probleme des Friedens und (fr\u00fcher: \"Friedrich-EngelsSozialismus\" - Zentrum\") deutschsprachige Ausgabe 5600 Wuppertal der in der CSSR hergestellten Schrift - (monatlich) \"infodienst\" - f\u00fcr DKPBetriebszeitungen, Wohngebietsund Hochschulzeitungen (unregelm\u00e4\u00dfig) Bezirk Ruhr-Westfalen 6.500 (6.500) Hoffnungstr. 18 4300 Essen Bezirk Rheinland-Westfalen 5.500 (5.500) Ackerstr. 3 4000 D\u00fcsseldorf NRW: 42 Kreisorganisationen ca. 130 Kreisund Ca. 120 Betriebsund Stadtteilzeitungen Hochschulgruppen ca. 140 Betriebsund Ca. 300 Ortsbzw. Hochschulzeitungen Stadtteilorganisationen und Wohngebietsgruppen Gruppe Internationale Marxisten 250 \"was tun\" (GIM) (vierzehnt\u00e4gig) 6000 Frankfurt/Main NRW 60-80 Junge Pioniere (JP) 4.000 (4.000) \"pionier\" 4600 Dortmund (monatlich) Landesverband Ruhrgebiet\"Pionierleiter-Info\" Westfalen (monatlich) 4300 Essen \"Mach-mit-Reihe\" Landesverband Rheinland(unregelm\u00e4\u00dfig) Westfalen 5000 K\u00f6ln NRW 1.500 (1.500) Kommunistische Partei 400 (400) \"Roter Morgen\" Deutschlands (Marxisten(6.000 w\u00f6chentlich) Leninisten) (KPD) \"Kommunistische Hefte\" 4600 Dortmund (alle 3 Monate) NRW 150 (150) Marxistische Arbeiterbildung 60 Gruppen e.V. (MAB) Vereinigung zur Verbreitung des wissenschaftlichen Sozialismus 5600 Wuppertal NRW Ca. 30 Gruppen 57","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1984 Marxistische Gruppe 1.500 (1.300) \"Marxistische Hochschulzeitung\" (auch \u00f6rtlich) \"Marxistische Studentenzeitung MSZGegen die Kosten der Freiheit\" (monatlich) Marxistisch-Leninistische Partei 1.100 (1.000) \"Rote Fahne\" Deutschlands (MLPD) (10.000 w\u00f6chentlich) 4300 Essen NRW 430 (400) Marxistischer Studentenbund 6.000 (6.000) \"rote Bl\u00e4tter\" Spartakus (MSB) 5300 Bonn NRW 1.400 (1.400) Sozialistische Deutsche 15.000 (15.000) \"elan\" (inoffiziell) Arbeiterjugend (SDAJ) (35.000 monatlich) 4600 Dortmund Landesverband Ruhrgebiet80 \u00f6rtliche Zeitungen Westfalen 4300 Essen Landesverband Rheinland80 \u00f6rtliche Zeitungen Westfalen 5000 K\u00f6ln NRW 4.600 (4.600) Volksfront (V) 1400 (1.500) \"Volksecho\" 5100 Aachen (monatlich) Landesverband NRW 500 (500) 5100 Aachen (z.T. Mitgliedschaft KPD) Anmerkung: Die Aufnahme von extremistisch beeinflu\u00dften Organisationen in die vorstehende \u00dcbersicht bedeutet nicht, da\u00df die eigene Zielsetzung einer solchen Organisation als extremistisch zu beurteilen ist. 58"],"title":"Verfassungsschutzbericht 1984","year":1984}
