{"file_url":"https://verfassungsschutzberichte.de/pdfs/vsbericht-nw-1977.pdf","jurisdiction":"Nordrhein-Westfalen","num_pages":49,"pages":["Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 - Vorwort............................................................................................. 3 1 Rechtsextremismus ......................................................................... 4 1.1 Entwicklungstendenz ....................................................................................4 1.2 Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)......................................4 1.3 Junge Nationaldemokraten (JN)....................................................................5 1.4 Neonazistische Gruppen ...............................................................................6 1.5 Sonstige rechtsextremistische Aktivit\u00e4ten .....................................................8 2 Linksextremismus.......................................................................... 10 2.1 Deutsche Kommunistische Partei (DKP).....................................................10 2.2 Prochinesische (\"maoistische\") kommunistische Organisationen ...............15 2.3 Undogmatische linksextreme Gruppen .......................................................19 2.4 Sozialistisches B\u00fcro (SB) ............................................................................19 2.5 \"Russell-Tribunal\" gegen angebliche Menschenrechtsverletzungen in der Bundesrepublik .................................................................................................19 2.6 Trotzkisten...................................................................................................20 2.7 Europ\u00e4ische Arbeiterpartei (EAP) ...............................................................22 3 Situation an den Hochschulen ...................................................... 23 3.1 Allgemeine Lage .........................................................................................23 3.2 Studentische Selbstverwaltung ...................................................................24 4 Verfassungsfeindliche Bestrebungen und \u00f6ffentlicher Dienst ... 25 5 Ausl\u00e4nder........................................................................................ 27 5.1 Entwicklungstendenzen ..............................................................................27 5.2 Spanier, Portugiesen, Italiener und Griechen..............................................27 5.3 Jugoslawen .................................................................................................27 5.4 T\u00fcrken .........................................................................................................27 5.5 Pal\u00e4stinenser ..............................................................................................29 5.6 Iraner...........................................................................................................29 5.7 Afghanen.....................................................................................................29 5.8 Chilenen ......................................................................................................30 6 Terrorismus .................................................................................... 31 6.1 Allgemeines.................................................................................................31 6.2 RAF-Nachfolgegruppen...............................................................................31 6.3 Revolution\u00e4re Zellen ...................................................................................32 6.4 Logistik ........................................................................................................32 6.5 Terroristisches Umfeld ................................................................................32 6.6 Politisch motivierte Gewalttaten ..................................................................33 7 Spionageabwehr............................................................................. 35 8 Ma\u00dfnahmen im Bereich des Justizministers ............................... 38 8.1 Entwicklungstendenz ..................................................................................38 1","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 8.2 Terrorismus .................................................................................................38 8.3 Demonstrationsstraftaten ............................................................................39 8.4 Rechtsextremistische Aktivit\u00e4ten.................................................................40 8.5 Linksextremistische Aktivit\u00e4ten ...................................................................42 8.6 Gesetzgeberische Ma\u00dfnahmen ..................................................................42 9 Anhang............................................................................................ 43 9.1 Anlage 1 ......................................................................................................43 9.2 Anlage 2 ......................................................................................................45 2","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 - VorwortDiese Brosch\u00fcre entspricht inhaltlich dem Bericht, den die Landesregierung zum Rechtsund Linksextremismus in Nordrhein-Westfalen dem Landtag vorgelegt hat. Dieser Bericht umfa\u00dft das Jahr 1977 und schlie\u00dft die wichtigsten Ereignisse des Monats Januar 1978 ein. Wie die Abgeordneten sollen sich alle B\u00fcrger unseres Landes anhand dieser Brosch\u00fcre \u00fcber Entwicklungen im Bereich des Extremismus informieren k\u00f6nnen. Der vorliegende Bericht gibt zugleich einen \u00dcberblick \u00fcber die vielf\u00e4ltige Arbeit der Abteilung Verfassungsschutz des Innenministeriums. Diese Arbeit geschieht in strikter Rechtsstaatlichkeit; sie gilt dem Schutz der B\u00fcrger unseres Landes. Der Verfassungsschutz hat es verdient, mit dem gleichen Ma\u00df an Sachlichkeit gemessen zu werden, mit dem er selbst seine Arbeit durchf\u00fchrt. Nur dann werden wir seiner freiheitssichernden Funktion im demokratischen Rechtsstaat gerecht. 3","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 1 Rechtsextremismus 1.1 Entwicklungstendenz Auch im Jahre 1977 bildete der Rechtsextremismus im Land Nordrhein-Westfalen wie \u00fcberhaupt in der Bundesrepublik Deutschland keine ernste Gefahr f\u00fcr die staatliche und gesellschaftliche Ordnung. Allerdings erfolgten mehr NS-Plakatund -Schmieraktionen als in den vergangenen Jahren; hierf\u00fcr kommen vorwiegend Einzelt\u00e4ter in Betracht. Auch nahm der Vertrieb sogenannter NSArtikel (Schallplatten mit Reden und Liedern, M\u00fcnzen, Orden, Waffen und dergleichen mit Emblemen aus der Nazizeit) erheblich zu; dies geschah jedoch weniger aus politischen als aus kommerziellen Motiven. Zudem kam es 1977 h\u00e4ufiger zu t\u00e4tlichen Auseinandersetzungen zwischen Jungen Nationaldemokraten und ihren politischen Gegnern. Dar\u00fcber hinaus war eine Zunahme neonazistischer Aktivit\u00e4ten festzustellen. Diese Vorg\u00e4nge d\u00fcrfen angesichts vereinzelt beginnender Gewaltanwendung und -androhung durch Rechtsextremisten nicht verharmlost werden. Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Entwicklung d\u00fcrften in Fanatismus und in dem Bed\u00fcrfnis zu finden sein, sich insbesondere von der erfolglosen Nationaldemokratischen Partei Deutschlands abzuheben und es den militanten Linksextremisten in der Anwendung der Mittel gleichzutun. Anscheinend glaubt ein Teil dieser Rechtsextremisten auch, durch spektakul\u00e4res Auftreten eher die Aufmerksamkeit der Medien und das Interesse der, \u00d6ffentlichkeit auf sich ziehen zu k\u00f6nnen. Aufgrund von Hinweisen des Verfassungsschutzes konnten mehrfach erfolgreiche Ma\u00dfnahmen u. a. gegen die Verbreiter von NS-Artikeln und gegen neonazistische Gruppierungen getroffen werden. 1.2 Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) Allgemeines Die NPD - nach wie vor gr\u00f6\u00dfte rechtsextremistische Organisation - hat weiter an politischer Bedeutung verloren und mu\u00dfte auch 1977 einen Mitgliederverlust hinnehmen. Ihr geh\u00f6ren noch rd. 9.000 Mitglieder an, von denen sich nur ein Bruchteil aktiv f\u00fcr die Partei einsetzt. Mit etwa 1.600 Mitgliedern z\u00e4hlt der nordrhein-westf\u00e4lische zu den st\u00e4rksten NPD-Landesverb\u00e4nden. Bundesparteitag 1977 in Hannover Am 26. und 27. M\u00e4rz 1977 hielt die NPD ihren 11. Bundesparteitag in Hannover ab. Er w\u00e4hlte Martin Mu\u00dfgnug erneut zum Parteivorsitzenden. \"Deutschlandtreffen\" am 17. Juni 1977 in Frankfurt Zu einem \"Deutschlandtreffen\" hatte die NPD zum 17. Juni 1977 nach Frankfurt/Main aufgerufen. An ihrem Demonstrationszug durch die Stadt und der anschlie\u00dfenden Kundgebung auf dem R\u00f6merberg beteiligten sich etwa 4.000 Personen, darunter auch Rechtsextremisten aus \u00d6sterreich, Italien, Belgien und Frankreich. Eine gro\u00dfe Anzahl junger Leute trug schwarze oder khakifarbene Kleidung. In seiner Rede erkl\u00e4rte der Parteivorsitzende Mu\u00dfgnug, die NPD werde das von den \"Bonner Parteien verseuchte\" politische Klima reinigen. Er bezeichnete Mitglieder des Deutschen Bundestages als Verr\u00e4ter. 4","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Verlegung der Gesch\u00e4ftsstelle des Landesverbandes NW Anfang Juni 1977 hat der nordrhein-westf\u00e4lische Landesverband der NPD seine Gesch\u00e4ftsstelle von Duisburg nach Bochum-Wattenscheid verlegt. Sie befindet sich in einem dreist\u00f6ckigen alten Wohnhaus, das von der NPD angemietet, renoviert und f\u00fcr Parteizwecke umgestaltet worden ist. F\u00fcnf Arbeitsr\u00e4ume f\u00fcr die Referate, ein Maschinenraum f\u00fcr Druckerei und Postanlage sowie \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten und Schulungsr\u00e4ume stehen zur Verf\u00fcgung. Ferner ist der neuen Landesgesch\u00e4ftsstelle, in der die NPD insgesamt etwa viermal so viel R\u00e4ume wie bisher hat, ein sogenanntes Zentrum mit Cafeteria und K\u00fcche angeschlossen. Landesparteitag 1977 in Erkelenz Am 25. September 1977 fand in Erkelenz der Landesparteitag der NPD NW statt. Es nahmen bis zu 500 Personen teil, darunter Abordnungen fl\u00e4mischer und wallonischer Nationalisten. Der bisherige Landesvorsitzende Walter Seetzen, ein 60-j\u00e4hriger Kaufmann aus Bremen, wurde mit gro\u00dfer Mehrheit in seinem Amt best\u00e4tigt. Zu seinen Stellvertretern wurden Heinrich Gerlach (Student aus Iserlohn, 29 Jahre), Manfred Aengenvoort (33-j\u00e4hriger Prokurist aus Oberhausen) und Wolfgang Frenz (Solinger Kaufmann von 41 Jahren) gew\u00e4hlt. Der anwesende Bundesvorsitzende Mu\u00dfgnug behauptete vor den Delegierten, das Interesse der Bev\u00f6lkerung an der NPD habe wieder zugenommen. Stundung der Wahlschulden Von den Wahlkampfkosten-Vorsch\u00fcssen, die ihr f\u00fcr die Bundestagswahl 1976 gew\u00e4hrt worden waren, hat die NPD noch 918.000 DM zur\u00fcckzuerstatten. L\u00e4ngere Verhandlungen mit der Bundestagsverwaltung f\u00fchrten zu der Vereinbarung, da\u00df die Partei bis zum 31. Januar 1978 150.000 DM zur\u00fcckzahlt; die restlichen Wahlschulden werden ihr bis nach der Bundestagswahl 1980 zinslos gestundet. Aus diesem Anla\u00df hat die NPD in ihrem Presseorgan \"Deutsche Stimme\" Nr.1/1978 einen dringenden Spendenaufruf an alle \"Mitglieder und Freunde\" ver\u00f6ffentlicht. Sie weist darauf hin, da\u00df zwar durch das Verhandlungsergebnis der \"schwere Druck von uns genommen\" aber die \"finanziellen Reserven der Partei auch weitgehend ersch\u00f6pft\" seien. (Die 1975 zwischen der nordrhein-westf\u00e4lischen Landtagsverwaltung und dem NPD-Landesverband NVV \u00fcber die R\u00fcckzahlung von WahlkampfkostenVorsch\u00fcssen f\u00fcr die Landtagswahl 1975 getroffene Vereinbarung - monatliche R\u00fcckzahlung von 750 DM -besteht unver\u00e4ndert fort. Die Wahlschulden des Landesverbandes belaufen sich derzeit noch auf rd. 150.000 DM.) 1.3 Junge Nationaldemokraten (JN) Allgemeines Bei den JN handelt es sich um die zunehmend militante Jugendorganisation der NPD. Sie z\u00e4hlten Ende 1977 rund 1.500, davon in Nordrhein Westfalen rund 450 Mitglieder. Die JN scheuen auch nicht die t\u00e4tliche Auseinandersetzung mit politischen Gegnern in der \u00d6ffentlichkeit. In einigen ihrer Gruppen sind neonazistische Tendenzen unverkennbar. Wiederholt wirkten JN-Aktivisten bei neonazistischen Aktionen mit. 5","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Landeskongre\u00df 1977 in M\u00fcnster Ein Landeskongre\u00df der nordhrein-westf\u00e4lischen JN fand am 12. M\u00e4rz 1977 in M\u00fcnster statt. Er stand unter dem Motto \"Vorw\u00e4rts f\u00fcr ein einiges Land!\" W\u00e4hrend des Kongresses kam es zu Auseinandersetzungen zwischen linksextremistischen Gegendemonstranten (vorwiegend vom Kommunistischen Bund Westdeutschland - KBW) und der Polizei, wobei Polizeifahrzeuge besch\u00e4digt und eine Polizeiwache in M\u00fcnster belagert wurden. F\u00fcnf St\u00f6rer mu\u00dften vor\u00fcbergehend festgenommen werden. Bundeskongre\u00df 1977 in Osnabr\u00fcck Am 17. und 18. September 1977 hielten die JN in Osnabr\u00fcck einen au\u00dferordentlichen Bundeskongre\u00df ab. Sein Motto war \"Zerschlagt Rotfront und Reaktion!\". An ihm nahmen ca. 200 Personen teil. Zum Bundesvorsitzenden wurde G\u00f6sta Thomas aus Erlangen gew\u00e4hlt. In dem neugew\u00e4hlten 12-k\u00f6pfigen JN-Bundesvorstand sind f\u00fcnf Mitglieder aus Nordrhein-Westfalen vertreten. Anl\u00e4\u00dflich des Kongresses gab es wiederholt Auseinandersetzungen zwischen JN und \u00fcberwiegend linksextremistischen Gegendemonstranten. Landeskongre\u00df 1978 in Bochum Am 14. und 15. Januar 1978 fand in Bochum-Wattenscheid der 7. ordentliche JNLandeskongre\u00df statt, an dem ca. 70 Personen teilnahmen. Das Motto der Veranstaltung lautete: \"Deutscher Sozialismus vernichtet den Marxismus!\" Mit gro\u00dfer Mehrheit wurde Heinrich Gerlach, 29-j\u00e4hriger Student aus Iserlohn, in seinem Amt als Landesvorsitzender best\u00e4tigt. In seiner Schlu\u00dfansprache rechnete Gerlach mit dem \"liberal-b\u00fcrgerlich-kapitalistischen B\u00fcrgertum\" ab. Er forderte, das liberal-b\u00fcrgerliche Denken, welches sich besonders in der CDU und im rechten Fl\u00fcgel der SPD eingenistet habe, anzugreifen und zu demaskieren. Gerlach k\u00fcndigte weitere Stra\u00dfenaktionen der JN in Nordrhein-Westfalen an. Im Zusammenhang mit dem Landeskongre\u00df kam es am 14. Januar 1978 in Bochum zu Auseinandersetzungen zwischen ca. 450 Angeh\u00f6rigen des KBW und ca. 50 JN-Mitgliedern. Nach Angaben der Polizei versuchten die Linksextremisten, mit Gewalt eine angemeldete Kundgebung der JN zu st\u00f6ren. Dabei schlugen sie auch mit Eisenstangen auf die Polizei ein. Ein Beamter erlitt hierbei einen Unterarmbruch; ein KBW-Angeh\u00f6riger wurde leicht verletzt. F\u00fcnf Personen wurden vorl\u00e4ufig festgenommen. 1.4 Neonazistische Gruppen Allgemeines Die etwa 15 neonazistischen Gruppen in der Bundesrepublik Deutschland besitzen keine feste organisatorische Struktur. Ihren insgesamt etwa 150 Aktivisten - meist j\u00fcngeren Personen - sind mehrere hundert Sympathisanten hinzuzurechnen. Ziele der Neonazis sind die Beseitigung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung und die Errichtung eines der NS-Diktatur vergleichbaren Staatssystems. In Reden und Publikationen ihrer Wortf\u00fchrer treten militanter Antisemitismus, die Verherrlichung des Nationalsozialismus und tiefer Ha\u00df gegen die Demokratie immer mehr zutage. Kampfbund Deutscher Soldaten (KDS) 6","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Der 63-j\u00e4hrige Journalist Erwin Sch\u00f6nborn aus Frankfurt/Main, Leiter des KDS, gab im Februar 1977 durch Rundschreiben die Gr\u00fcndung eines KDSLandesverbandes Nordrhein-Westfalen bekannt. Sitz des neuen Verbandes, dessen Vorstand ein angeblicher Oberst a. D. und eine NPD-Funktion\u00e4rin angeh\u00f6ren, ist Paderborn. Aktivit\u00e4ten des Verbandes lie\u00dfen sich bisher nicht feststellen. NSDAP-Auslandsorganisation (NSDAP-A0) Die NSDAP-AO wurde im Jahre 1972 von dem 24-j\u00e4hrigen Deutsch-Amerikaner Gary Rex (Gerhard) Lauck aus Lincoln/Nebraska (USA) gegr\u00fcndet. Sie unterh\u00e4lt in der Bundesrepublik Deutschland mehrere St\u00fctzpunkte. Seit 1973 verschickt Lauck, der sich selbst als \"Berufspolitiker\" bezeichnet, die Zeitschrift \"NS-Kampfruf\" und anderes NS-Propagandamaterial in das Bundesgebiet. In der Nacht zum 12. April 1977 befestigten unbekannte T\u00e4ter in K\u00f6ln am Bankhaus Oppenheim 30 Hakenkreuz-Plakate der amerikanischen NSDAP-AO mit dem Text \"Kauft nicht bei Juden\". Wiederholt klebten auch in anderen nordrhein-westf\u00e4lischen St\u00e4dten unbekannte T\u00e4ter zahlreiche NSDAP-AOPlakate. Am 18. August 1977 wurden der 53-j\u00e4hrige Maschinenschlosser Paul Otte aus Niedersachsen und drei neonazistische Gesinnungsgenossen vorl\u00e4ufig festgenommen, als sie NS-Propagandamaterial aus D\u00e4nemark einschleusen wollten. Otte gilt als Schl\u00fcsselfigur der NSDAP-AO und tritt als deren \"Sektionsleiter\" in der Bundesrepublik Deutschland auf. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurde umfangreiches weiteres NS-Schriftgut sichergestellt. Deutsche B\u00fcrgerinitiative (DBI) Am 10. Mai 1977 demonstrierte der 49-j\u00e4hrige ehemalige Rechtsanwalt Manfred Roeder mit etwa 20 DBI-Anh\u00e4ngern vor der Britischen Botschaft in Bonn f\u00fcr die Freilassung von Rudolf Hess. Nach \u00dcbergabe einer Resolution und offizieller Beendigung der Demonstration verbrannten einige Teilnehmer vor dem Bonner Rathaus eine britische Flagge. Einer der T\u00e4ter konnte gefa\u00dft werden; das eingeleitete Ermittlungsverfahren wurde am 2. August 1977 eingestellt, da ein verantwortlicher Leiter der Versammlung nicht zu ermitteln war. NSDAP-Gruppe W\u00fcbbels Der Mitbegr\u00fcnder und Koordinator eines Sammlungsvorhabens \"NSDAP\", der 53j\u00e4hrige Fr\u00fchrentner Wilhelm W\u00fcbbels aus Bocholt, wurde am 6. Juni 1977 durch das Amtsgericht Bocholt rechtskr\u00e4ftig wegen Unterschlagung einer geringwertigen Sache zu einer Geldstrafe von 15 Tagess\u00e4tzen zu jeweils 20 DM verurteilt. W\u00fcbbels hatte sich den Stempel eines Hospitals angeeignet und ihn zur Tarnung beim Versenden nationalsozialistischer Propagandaschriften als Absenderstempel benutzt. Nach den FeststeIlungen des Gerichts bekennt sich W\u00fcbbels offen zum Nationalsozialismus und tritt aktiv f\u00fcr den Wiederaufbau der NSDAP ein. Nach Vorermittlungen der Verfassungsschutzbeh\u00f6rden wurden am 28. Oktober 1977 in Bocholt und in Bad D\u00fcrkheim (Rheinland-Pfalz) Ma\u00dfnahmen gegen den Herausgeber und den Drucker der seit Januar 1977 erscheinenden neonazistischen Zeitschrift \"Wille und Weg - Nationalsozialistische Reichszeitung\" 7","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 eingeleitet. In der Wohnung des Herausgebers Wilhelm W\u00fchl konnte umfangreiches Schriftmaterial sichergestellt werden. Der Drucker hatte die letzten drei Ausgaben dieser Zeitschrift in einer Auflage von jeweils 1.500 St\u00fcck sowie 5.000 Hakenkreuz-Plakate gedruckt. Volkssozialistische Bewegung Deutschlands/Partei der Arbeit (VSBD/PdA) Bei einer Geschwindigkeitskontrolle hielt die Verkehrspolizei am 6. August 1977 in D\u00fcsseldorf einen Personenwagen an, dessen Insassen NS-uniform\u00e4hnliche Kleidung trugen. Im Pkw und bei anschlie\u00dfender Durchsuchung mehrerer Wohnungen sowie einer Gastst\u00e4tte im K\u00f6ln-D\u00fcsseldorfer Raum fand die Polizei neben zahlreichen neonazistischen Schriften, Filmen, Hakenkreuz-Armbinden und Hitler-Portraits auch eine Pistole sowie Hinweise auf Sympathisanten und Kontaktgruppen im Inund Ausland. Die Staatsanwaltschaft D\u00fcsseldorf ermittelt wegen Verdachts der Verbreitung nationalsozialistischer Kennzeichen. Nach den bisherigen Feststellungen sind die Beschuldigten Mitglieder der VSBD/PdA, einer ca. 50 Angeh\u00f6rige z\u00e4hlenden neonazistischen Organisation mit Sitz in M\u00fcnchen. Die VSBD/ PdA wird von dem ehemaligen NPD-Funktion\u00e4r Friedhelm Busse geleitet. Sie besitzt \"Landesverb\u00e4nde\" in Bayern und Nordrhein-Westfalen. 1.5 Sonstige rechtsextremistische Aktivit\u00e4ten Deutsche Volksunion (DVU) Bei ihr handelt es sich um eine 1971 auf Initiative von Dr. Gerhard Frey, dem Herausgeber der rechtsextremistischen \"Deutschen National-Zeitung\" (DNZ), gegr\u00fcndete Mitgliederorganisation. Sie f\u00fchrt publizistisch vorbereitete, spektakul\u00e4re Veranstaltungen durch, auf denen Dr. Frey vor allem gegen die Politik der sozial-liberalen Bundesregierung polemisiert, sich f\u00fcr eine Amnestie aller \"Kriegsverbrecher\" des \"Dritten Reiches\" einsetzt und regelm\u00e4\u00dfig antij\u00fcdisch agitiert. Als Publikationsorgan erscheint w\u00f6chentlich der \"Deutsche Anzeiger\". Der DVU geh\u00f6ren ca. 4.000 Mitglieder an. Am 5. M\u00e4rz 1977 fand in K\u00f6ln-Porz eine DVU-Kundgebung unter dem Motto \"Bekenntnis zu Oberst Rudel - Abrechnung mit Wehner\" statt. Hauptredner der Veranstaltung, an der rd. 900 Personen teilnahmen, war Dr. Gerhard Frey. F\u00fcr die Bombenanschl\u00e4ge auf das DNZ-Verlagsgeb\u00e4ude im Januar und Februar 1977 machte er j\u00fcdische Gruppen und den israelischen Geheimdienst verantwortlich. Rund 80 Demonstranten, darunter das franz\u00f6sische Ehepaar Klarsfeld, protestierten gegen die DVU-Versammlung. NS-Aktionen im Ruhrgebiet und M\u00fcnsterland Vom Landgericht Dortmund wurden am 16. Juni 1977 drei Personen verurteilt, weil sie im Ruhrgebiet Propagandamittel neonazistischer Organisationen verbreitet und deren Kennzeichen verwendet haben. Zwei von ihnen erhielten je eine f\u00fcnfmonatige Freiheitsstrafe unter Aussetzung zur Bew\u00e4hrung; der dritte wurde zu einer Geldstrafe von 30 Tagess\u00e4tzen zu je 30 DM verurteilt. In der Folgezeit konnten weitere NS-Schmieraktionen im Raum Recklinghausen gekl\u00e4rt werden, an denen die Verurteilten ebenfalls beteiligt waren. Neben einer Vielzahl weiterer NS-Schmierereien im Verlauf des Jahres 1977 in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens kam es auch im M\u00fcnsterland - insbesondere um die Jahreswende 1977/78 - wiederholt zu neonazistischen und antisemitischen Aktionen. So wurden in der Nacht zum 24. Dezember 1977 die Hauswand eines 8","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Gesch\u00e4ftes in M\u00fcnster, in der darauffolgenden Nacht die gesamte Hausfront des Institutum Judaicum der Universit\u00e4t M\u00fcnster beschmiert. In der Nacht zum 26. Dezember 1977 spr\u00fchten unbekannte T\u00e4ter an die Stra\u00dfenfront des Rathauses in Billerbeck neonazistische und antisemitische Hetzparolen. \u00c4hnliche Schmierereien stellte man zur gleichen Zeit in Havixbeck fest. In M\u00fcnster brachten in der Nacht zum 31. Dezember 1977 Unbekannte am Ladenlokal des Vorsitzenden der j\u00fcdischen Kultusgemeinde mehrere Aufkleber an, die ein Hakenkreuz und den Text \"Kauft nicht bei Juden - Wir sind wieder da\" enthielten. In der Nacht zum 7. Januar 1978 wurde das Billerbecker Rathaus erneut beschmiert. Eine Vielzahl von Mitgliedern des Stadtrates von Billerbeck und der Redakteur der M\u00fcnsterschen Zeitung in Coesfeld erhielten Drohbriefe mit Trauerrand. Es handelte sich um Fotokopien, deren obere H\u00e4lfte einen Totenkopf mit gekreuzten Knochen, auf der Stirn die Todesrune, und deren untere H\u00e4lfte das Hakenkreuzbanner mit dem Aufdruck \"NSDAP\" sowie in Druckbuchstaben den Namen des jeweiligen Empf\u00e4ngers mit dem Wort \"Verrecke\" aufweisen. In einer Wohnung in M\u00fcnster stellte die Polizei NS-Propagandaund weiteres Beweismaterial sicher. Der Wohnungsinhaber stand bis dahin in direkter Verbindung mit der NSDAP-Auslandsorganisation und dem DNSU-Verlag in Aarhus (D\u00e4nemark) und geh\u00f6rte zumindest noch im November 1977 dem Kreisverband M\u00fcnster der Jungen Nationaldemokraten an. Bei seiner Vernehmung hat er zugegeben, mehrfach die neonazistische Zeitschrift \"Wille und Weg\" verschickt, Drohbriefe an politische Pers\u00f6nlichkeiten im Raum Billerbeck sowie - selbst hergestelltes - NS-Propagandamaterial (Flugbl\u00e4tter) an j\u00fcdische Institutionen versandt zu haben. Au\u00dferdem hat er gestanden, an Schaufenstern eines j\u00fcdischen Gesch\u00e4ftes Aufkleber mit Hakenkreuzen und Parolen wie \"Kauft nicht bei Juden\" angebracht zu haben. Brandanschlag auf das B\u00fcro der Sozialistischen Einheitspartei West-Berlin (SEW) Aufgrund Haftbefehls des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten wurde am 8. August 1977 der Rechtsextremist Ekkehard Weil in seinem derzeitigen Wohnort Bochum u. a. wegen des Verdachts verhaftet, am 1. August 1977 auf das SEW-B\u00fcro in Berlin-Charlottenburg einen Brandanschlag ver\u00fcbt zu haben, bei dem ein Sachschaden in H\u00f6he von ca. 7.000 DM entstanden ist. Wegen dieser Tat ist er am 23. Januar 1978 von einer Gro\u00dfen Strafkammer in Berlin zu 3 Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden. Weil war zuletzt am 30. April 1977 in Erscheinung getreten. Damals versuchte er mit vier weiteren Personen, unangemeldet vor dem Geb\u00e4ude der St\u00e4ndigen Vertretung der DDR in Bonn zu demonstrieren; er wollte die Freigabe der Leiche des an der DDR-Grenze get\u00f6teten Michael Gartenschl\u00e4ger erreichen. Am 8. M\u00e4rz 1971 war Weil durch ein Gericht der britischen Milit\u00e4rregierung in Berlin (West) wegen Mordversuchs an einem sowjetischen Soldaten (Anschie\u00dfen des Wachtpostens vor dem sowjetischen Ehrenmal) zu 6 Jahren Freiheitsentzug verurteilt, im Herbst 1975 allerdings vorzeitig aus der Haft entlassen worden. 9","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 2 Linksextremismus 2.1 Deutsche Kommunistische Partei (DKP) Allgemeine Entwicklungstendenzen Die DKP hat auch 1977 ihre bisherige Parteiarbeit fortgesetzt. Dabei konzentrierten sich die Bem\u00fchungen der DKP-F\u00fchrungsgremien u. a. darauf, die Mitgliederwerbung im Rahmen des f\u00fcr 1977 beschlossenen \"Max-ReimannAufgebots\" zu intensivieren, dem Pressefest des DKP-Zentralorgans \"Unsere Zeit\" (UZ) im Juli 1977 in Recklinghausen zu einem spektakul\u00e4ren Erfolg zu verhelfen, die internationalen Beziehungen zu bestimmten kommunistischen \"Bruderparteien\" zu vertiefen und durch eine Reihe zentraler Veranstaltungen und offizieller Verlautbarungen (Programmentwurf) die Pr\u00e4senz der Partei in der \u00d6ffentlichkeit erneut deutlich zu machen. Die vielgestaltigen Aktivit\u00e4ten lie\u00dfen auch diesmal die taktische Zielvorstellung der DKP erkennen, neben der organisatorisch-ideologischen Festigung des Parteiapparates zur \"Aktionseinheit der Arbeiterklasse\" als dem Kernst\u00fcck ihrer \"B\u00fcndnispolitik\" zu gelangen. So hat der Parteivorstand der DKP mehrfach - vornehmlich auf seiner 6. Tagung am 18./19. Juni 1977 in D\u00fcsseldorf - die Mitglieder und Funktion\u00e4re der Partei angewiesen, auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens Kontakte mit \"sozialdemokratischen, christlichen und parteilosen Arbeitern\" aufzunehmen und zu versuchen, sie f\u00fcr eine gemeinsame Solidarit\u00e4tsaktion \"Recht auf Arbeit zu gewinnen. Mitgliederwerbung (\"Max-Reimann-Aufgebot\") Trotz einiger lokal begrenzter Erfolge und einer f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit bestimmten optimistischen Einsch\u00e4tzung der Werbeaktion durch den DKP-Parteivorstand hat die DKP in Nordrhein-Westfalen auch im Jahre 1977 ihren Mitgliederbestand (ca. 15.000) nicht erh\u00f6hen k\u00f6nnen. Das unbefriedigende Ergebnis des \"Max-Reimann-Aufgebots\" hat sich jedoch auf die Aktivit\u00e4t der Mitglieder und Funktion\u00e4re nicht ausgewirkt. Veranstaltungen auf Bundesund Landesebene Solidarit\u00e4tskonferenz deutscher und ausl\u00e4ndischer Arbeiter Der Parteivorstand der DKP veranstaltete am 5. Juni 1977 in K\u00f6ln eine Konferenz unter dem Motto \"Solidarit\u00e4t deutscher und ausl\u00e4ndischer Arbeiter\"; an der zahlreiche spanische, portugiesische, italienische, griechische und t\u00fcrkische Arbeiter teilnahmen. Damit werden die Versuche fortgesetzt, ausl\u00e4ndische Arbeiter, insbesondere Mitglieder der KP Italiens und der KP Spaniens, f\u00fcr die DKP zu gewinnen. ZU-Pressefest vom 1. bis 3. Juli 1977 in Recklinghausen An dieser Veranstaltung nahmen insgesamt, d. h. an den drei Tagen, etwa 200.000 Personen teil. Die Teilnehmer waren u. a. mit Sonderz\u00fcgen und 10","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Omnibussen aus allen Bundesl\u00e4ndern angereist. Als G\u00e4ste waren Vertreter von 24 \"Bruderparteien\" erschienen. F\u00fcr die KPdSU waren u. a. der stellvertretende Chefredakteur des Zentralorgans der KPdSU \"Prawda\" anwesend. Die SED war durch den stellvertretenden Chefredakteur des Zentralorgans der SED \"Neues Deutschland\", Werner Micke, vertreten. Die DKP versuchte, Festbesucher in Gespr\u00e4chen und Forumsdiskussionen \u00fcber ihre Politik zu informieren und \"antikommunistische Vorurteile\" abzubauen. Hauptanziehungspunkt f\u00fcr die Besucher bildete das Unterhaltungsprogramm, bei dem etwa 900 K\u00fcnstler sowie Sportler und Artisten aus der Bundesrepublik Deutschland, der DDR und dem Ausland (z. B. der Sowjetunion, den USA und Vietnam) mitwirkten. Obwohl die Veranstaltung bei der Bev\u00f6lkerung weniger beachtet wurde als die beiden zentralen Pressefeste vorher in D\u00fcsseldorf, kann von einem propagandistischen Erfolg der DKP gesprochen werden. Arbeiterzug in die Sowjetunion und Delegationsreisen in die DDR Um die \"Freundschaft zwischen den Arbeitern der Bundesrepublik und der Sowjetunion zu vertiefen\"; fand vom 28. Mai bis 11. Juni 1977 auf Einladung der sowjetischen Gewerkschaften die von der DKP organisierte Veranstaltung \"Arbeiterzug 1977 - Freundschaft mit der Sowjetunion\" statt. An dem Arbeiterzug nahmen etwa 300 Personen, \u00fcberwiegend DKP-Mitglieder, teil. Wie ein Mitglied des Parteivorstandes der DKP erkl\u00e4rte, habe der \"Arbeiterzug\" das Ziel erreicht, auch parteilose Arbeiter an die Sowjetunion heranzuf\u00fchren. Ein Schwerpunkt der Arbeit der DKP im Ruhrgebiet ist die Durchf\u00fchrung von Delegationsreisen in die SED-Patenbereiche Leipzig und Halle. Die DKP hat 1977 die Anzahl der von der SED angebotenen Delegationsreisen auf rd. 62 (1976 rd. 40) erh\u00f6ht. Es handelte sich \u00fcberwiegend um \"Arbeiterdelegationen\" f\u00fcr Mitglieder und Sympathisanten sowie Delegationsreisen f\u00fcr junge Mitglieder und Reisen zu kommunalund bildungspolitischen Zwecken. Aktivit\u00e4ten zum Jahrestag der Oktoberrevolution Am 29. Oktober 1977 fanden in D\u00fcsseldorf die zentralen Veranstaltungen der DKP zum 60. Jahrestag der Oktoberrevolution statt. An der \"Theoretischen Konferenz\" (600 Teilnehmer) und an der anschlie\u00dfenden Festveranstaltung (6.300 Teilnehmer) nahmen Delegationen der KPdSU, des sowjetischen Komsomol, des ZK der KP der CSSR sowie des ZK der SED, teil. Au\u00dferdem waren Vertreter der Botschaften sozialistischer L\u00e4nder in der Bundesrepublik Deutschland erschienen. Internationale Beziehungen Die DKP vertrat auf internationalen kommunistischen Beratungen sowie bei zahlreichen Zusammenk\u00fcnften mit kommunistischen \"Bruderparteien\" wie bisher die Linie der sowjetischen KP. Dies zeigte sich besonders auf den Konferenzen von 75 kommunistischen Parteien im April 1977 in Prag und von 17 westeurop\u00e4ischen kommunistischen Parteien im Juni 1977 in Br\u00fcssel. Zu den Feierlichkeiten anl\u00e4\u00dflich des 60. Jahrestages der Oktoberrevolution Anfang November 1977 in Moskau entsandte die DKP eine vierk\u00f6pfige Delegation 11","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 unter Leitung des Parteivorsitzenden Herbert Mies. Er sprach auf der Jubil\u00e4umssitzung des ZK der KPdSU und des Obersten Sowjet. Entwurf eines Parteiprogramms der DKP Der Parteivorstand der DKP hat im Dezember 1977 den Entwurf eines Parteiprogramms ver\u00f6ffentlicht, der auf Grund eines Beschlusses des Bonner Parteitags der DKP (19. bis 21. M\u00e4rz 1976) erarbeitet worden war. Der Parteivorsitzende Mies erkl\u00e4rte, das Programm stehe in der Kontinuit\u00e4t der bisherigen programmatischen Dokumente. Im Programmentwurf bezeichnet sich die DKP als die \"revolution\u00e4re Partei der Arbeiterklasse\" der Bundesrepublik Deutschland, deren Politik sich auf den \"Marxismus-Leninismus\" gr\u00fcnde. Sie bekenne sich zum \"proletarischen Internationalismus\" und gestalte Ihre nationale Politik im \"Einklang\" mit dem \"revolution\u00e4ren Weltproze\u00df\". Die DKP entwickele ihre \"br\u00fcderlichen Beziehungen\" zur KPdSU, der \"st\u00e4rksten und erfahrensten Abteilung der kommunistischen Weltbewegung\", immer weiter und pflege vor allem ihre Verbundenheit mit der SED, unter deren F\u00fchrung in der DDR die \"grundlegende Alternative\" zur \"kapitalistischen Ausbeuterordnung\" gestaltet werde. Hauptziel der DKP in der gegenw\u00e4rtigen Etappe sei, eine \"Wende zu demokratischem und sozialem Fortschritt\" zu erk\u00e4mpfen, die in eine \"antimonopolistische Demokratie\" einm\u00fcnde. Um diese \"Wende\" herbeizuf\u00fchren, m\u00fcsse sich die DKP zu einer \"Massenpartei\" entwickeln und beharrlich danach streben, die Aktionseinheit der Arbeiterklasse\" und - darauf aufbauend - \"breite demokratische B\u00fcndnisse\" (Volksfront) herzustellen. Dabei k\u00e4men dem au\u00dferparlamentarischen Kampf, den Aktionen der Jugend und Studenten sowie den B\u00fcrgerinitiativen eine entscheidende Bedeutung zu. Die DKP k\u00e4mpfe f\u00fcr die \"Wende\" stets mit dem Blick auf die \"weitergehenden Ziele der revolution\u00e4ren Arbeiterbewegung\". Der Sozialismus werde auch in der Bundesrepublik Deutschland durch die \"politische Macht der Arbeiterklasse und ihrer Verb\u00fcndeten\" gekennzeichnet sein. Die DKP wirke \"auf dem Boden des Grundgesetzes und bekenne sich zu dessen demokratischen Prinzipien\". In Wirklichkeit enth\u00e4lt der Programmentwurf keine wesentlichen \u00c4nderungen der ideologisch-politischen Grundlagen und Ziele der DKP. Nebenorganisationen der DKP Als Nebenorganisationen der DKP agitieren * unter Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren die \"jungen Pioniere (JP) - Sozialistische Kinderorganisation\"; * unter der berufst\u00e4tigen Jugend die \"Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend\" (SDAJ) * und unter Studenten der \"Marxistische Studentenbund (MSB) Spartakus\". Junge Pioniere - Sozialistische Kinderorganisation Diese Organisation wurde 1974 auf direkte Veranlassung des Parteivorstandes der DKP gegr\u00fcndet. Die in der Satzung festgelegte enge Verbindung zur SDAJ soll den sp\u00e4teren \u00dcbergang der Kinder zur Partei f\u00f6rdern, Vorst\u00e4nde und Betreuer 12","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 der Jungen Pioniere bestehen dementsprechend fast ausschlie\u00dflich aus DKPund SDAJ-Angeh\u00f6rigen. Obwohl in der Satzung entsprechende Passagen fehlen, lassen zahlreiche Verlautbarungen von Funktion\u00e4ren der DKP und der JP den zwingenden Schlu\u00df zu, da\u00df die JP eindeutig auf die ideologische und politische Linie der DKP festgelegt sind. Die Jungen Pioniere sind in NW - analog zu DKP und SDAJ - in die Landesverb\u00e4nde Rheinland-Westfalen und Ruhr-Westfalen gegliedert. Z. Zt. sind in NW insgesamt 60 \u00f6rtliche Gruppen bekannt. Die Mitgliederzahl wird f\u00fcr NW auf ca. 600 gesch\u00e4tzt. Der Bundesvorstand gibt eine Zweimonatszeitschrift \"Willibald\" heraus. Daneben erscheinen in NW noch 5 \u00f6rtliche Zeitschriften und ein Mitteilungsblatt. Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) Die SDAJ bekennt sich laut Satzung weltanschaulich \"zu den sozialistischen Ideen, wie sie von Marx, Engels und Lenin begr\u00fcndet wurden\". Obwohl sie sich als \"unabh\u00e4ngig von Parteien und Vereinigungen\" bezeichnet, ist sie in Wahrheit ideologisch, politisch und personell so eng mit der DKP verbunden, da\u00df sie praktisch als deren Jugendorganisation anzusehen ist. Die Mitgliederzahl der SDAJ in Nordrhein-Westfalen wird auf ca. 6.000 gesch\u00e4tzt. Es sind 178 \u00f6rtliche Gruppen bekannt. Sie geben insgesamt 160 \u00f6rtliche Zeitungen heraus, und zwar 80 Gruppenzeitungen, 47 betriebsgebundene Zeitungen, 14 Berufsschulzeitungen und 19 Sch\u00fclerzeitungen. Ein Zentralorgan besteht offiziell nicht, jedoch wird dessen Funktion praktisch von dem Jugendmagazin \"elan\" (Dortmund) wahrgenommen. Marxistischer Studentenbund Spartakus (MSB) Der MSB ist - obwohl formal selbst\u00e4ndig -der Studentenverband der DKP, der er sich offen politisch unterordnet. Er vertritt ein marxistisch-leninistisches Konzept orthodoxer Pr\u00e4gung, das sich deckt mit der Zielsetzung der DKP, mit der er auch personell eng verflochten ist. Durch sein planvolles Verhalten hat er sich zur schlagkr\u00e4ftigsten linksextremistischen Studentenorganisation entwickelt. Der 5. Bundeskongre\u00df des MSB fand am 8./9. Oktober 1977 in M\u00fcnchen statt. Etwa 700 Delegierte und Gastdelegierte aus 188 Gruppen vertraten die insgesamt 5.800 MSB-Mitglieder (4. Bundeskongre\u00df 1975: 4.700 Mitglieder in 145 Gruppen). Gastdelegationen aus 24 L\u00e4ndern waren anwesend, darunter Vertreter aus der DDR, UdSSR, CSSR, Ungarn und Kuba. Der Vorsitzende der DKP, Herbert Mies, \u00fcberbrachte dem Kongre\u00df die Gr\u00fc\u00dfe seiner Partei und beteuerte die freundschaftliche Verbundenheit mit dem MSB. Der MSB Spartakus, der seinen Sitz in Bonn hat, ist in eine Bundesorganisation und in \u00f6rtliche Gruppen gegliedert. In Nordrhein-Westfalen ist er an allen Universit\u00e4ten, Fachhochschulen und P\u00e4dagogischen Hochschulen vertreten. Seine Mitgliederzahl betr\u00e4gt im Bund ca. 5.800, in unserem Land etwa 1.500. Sein Zentralorgan \"rote bl\u00e4tter\" erscheint monatlich in einer Auflage von rund 30.000. B\u00fcndnispolitik der DKP (DKP-beeinflu\u00dfte Organisationen) 13","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Allgemeines Die DKP versuchte auch 1977, mit Hilfe von Organisationen, in denen und auf die sie in vielf\u00e4ltiger, aber nach au\u00dfen hin m\u00f6glichst unauff\u00e4lliger Weise Einflu\u00df aus\u00fcbt, die Verwirklichung ihrer politischen Ziele und Vorstellungen in Teilbereichen und etappenweise voranzutreiben. Als solche Organisationen sind beispielsweise zu nennen * die \"Deutsche Friedens-Union\" (DFU) * das \"Komitee f\u00fcr Frieden, Abr\u00fcstung und Zusammenarbeit\" (KFAZ). Deutsche Friedens-Union (DFU) Die DFU wurde 1960 unter ma\u00dfgeblicher Beteiligung der illegalen KPD gegr\u00fcndet. Ihre T\u00e4tigkeit bestand bisher fast ausschlie\u00dflich darin, die Politik der DKP zu f\u00f6rdern, und zwar einmal durch das Eintreten f\u00fcr friedenspolitische Vorstellungen, wie sie von der politischen Seite, der die DKP verpflichtet ist, vertreten werden, zum anderen auch durch innenpolitische Folgerungen, die sie daraus zieht: so sieht sie es als eine ihrer Hauptaufgaben an, den Antikommunismus in der Bundesrepublik zu bek\u00e4mpfen. Zielgruppen ihrer politischen Arbeit sind insbesondere mittelst\u00e4ndische Kreise sowie Gruppen, die sich aus betont christlicher Bindung friedenspolitisch engagieren wollen. Seit der Gr\u00fcndung der DKP im Jahre 1968 hat sich die DFU immer mehr zu einer weitgehend nur noch von Funktion\u00e4ren getragenen Partei r\u00fcckentwickelt. Auch an Wahlen nimmt sie nicht mehr teil, seit die DKP bei ihnen selbst\u00e4ndig auftritt. Die Mitgliederzahl ist r\u00fcckl\u00e4ufig und wird z. Zt. f\u00fcr das Bundesgebiet auf ca. 2.000, f\u00fcr NW auf ca. 1.000 gesch\u00e4tzt. Komitee f\u00fcr Frieden, Abr\u00fcstung und Zusammenarbeit (KFAZ) Das KFAZ hat die Aufgabe, durch gemeinsame politische Aktionen von Kommunisten und Nichtkommunisten die Vorstellungen des orthodoxen Kommunismus zur Friedensund Abr\u00fcstungspolitik zu verbreiten und durchzusetzen. Nach eigenen Aussagen stimmt das KFAZ voll mit den sowjetischen Vorschl\u00e4gen zur Sicherung des Friedens \u00fcberein. Die Gesch\u00e4ftsstelle des KFAZ befindet sich in einem K\u00f6lner Verlag, der zur Arbeitsgemeinschaft sozialistischer und demokratischer Verleger und Buchh\u00e4ndler geh\u00f6rt; der Leiter der Arbeitsgemeinschaft ist Mitglied des Parteivorstandes der DKP. Die beiden tats\u00e4chlich f\u00fchrenden Funktion\u00e4re des KFAZ, von denen einer dem acht Personen umfassenden \"B\u00fcro\" angeh\u00f6rt, sind in leitender Position bei diesem Verlag t\u00e4tig. Wenn auch von den Mitgliedern des \"B\u00fcros\" keines der DKP oder einer ihrer Nebenorganisationen angeh\u00f6rt, so kann doch andererseits keine Rede sein von einem \"breiten B\u00fcndnis der Friedenskr\u00e4fte\" bis hinein in das relevante demokratische politische Spektrum. B\u00fcndnispolitik an den Hochschulen (Sozialistischer Hochschulbund SHB) Der Sozialistische Hochschulbund (SHB), der seinen Sitz in Bonn hat, ist aufgrund seiner eigenen Zielsetzung, gegen die eine innerverbandliche Opposition nicht mehr erkennbar ist, nach wie vor stetiger und zuverl\u00e4ssiger B\u00fcndnispartner des MSB Spartakus. Dies erwies auch seine letzte 19. ordentliche Bundesdelegiertenversammlung am 22./23. Oktober 1977 in Bremen. Die etwa 150 Delegierten vertraten die - nach SHB-Angaben - 1.600 Mitglieder des 14","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Verbandes (1976 = 1.400 Mitglieder), die in 51 Gruppen und etwa 20 Initiativgruppen organisiert sind, davon 500 in Nordrhein-Westfalen. Unter den etwa 150 G\u00e4sten befanden sich auch Abordnungen der DKP und ihrer Nebenorganisationen. 2.2 Prochinesische (\"maoistische\") kommunistische Organisationen Allgemeine Entwicklungstendenzen Die Meinungsverschiedenheiten zwischen KBW, KPD, KPD/ML und dem Kommunistischen Bund (KB) haben durch den F\u00fchrungswechsel in der Volksrepublik China nach dem Tod Mao Tse-tungs eine zus\u00e4tzliche Versch\u00e4rfung erfahren. W\u00e4hrend die KPD und der KBW die \u00dcbernahme der Macht durch die neue F\u00fchrungsgruppe begr\u00fc\u00dfen, lehnen der KB und die KPD/ML die gegenw\u00e4rtige Entwicklung in China ab. Die KPD/ ML folgt dabei der Linie der Kommunistischen Partei Albaniens, die sie anstelle der KP Chinas als die \"f\u00fchrende Kraft des Weltproletariats\" anerkennt. Unter diesen Voraussetzungen ist es zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt schwierig, die genannten Gruppierungen noch als prochinesisch oder maoistisch zu bezeichnen. Sie werden unter \u00dcbernahme eines aus dem ideologischen Umfeld des Linksextremismus herr\u00fchrenden Begriffs auch als \"K-Gruppen\" (von K = kommunistisch) bezeichnet. Da jedoch die DKP nicht einbezogen wird, erscheint die Verwendung dieses Begriffs mi\u00dfverst\u00e4ndlich. Die \u00f6ffentlichen Er\u00f6rterungen \u00fcber ein m\u00f6gliches Verbot haben die Tendenz der Apparate, ihre T\u00e4tigkeit weitgehend konspirativ durchzuf\u00fchren, erheblich verst\u00e4rkt. KBW und KPD haben bereits konkrete Beschl\u00fcsse \u00fcber eine Fortsetzung der Parteiarbeit im Untergrund gefa\u00dft und einen Teil ihrer Arbeit auf nach au\u00dfen hin neutrale Gruppen, die auch unter der Bezeichnung \"B\u00fcrgerinitiative\" auftreten k\u00f6nnen, oder bestimmte Komitees - z. B. das Soldatenund Reservistenkomitee des KBW oder auf die Leserkreise des KPD-Zentralorgans \"Rote Fahne\" - verlagert. Damit sollen zugleich die in KBW, KPD, KPD/ML und KB nur in Ans\u00e4tzen vorhandenen Vorstellungen \u00fcber die kommunistische B\u00fcndnispolitik zumindest teilweise realisiert werden. Trotz der ideologischen und organisatorischen Differenzen haben die genannten Gruppierungen nichts von ihrer Gef\u00e4hrlichkeit eingeb\u00fc\u00dft, weil sie sich nach wie vor eindeutig zur Gewalt bekennen. Bem\u00fchungen um \"Aktionseinheit\" Im Oktober 1977 hat die Aktivit\u00e4t der sogenannten K-Gruppen unter dem Eindruck des von verschiedenen Seiten geforderten Verbots sprunghaft zugenommen. Es gelang ihnen, zu einer Kundgebung gegen die Verbotsandrohung am 8.10.1977 in Bonn rd. 16.000 Anh\u00e4nger des maoistischen Lagers aus allen Teilen der Bundesrepublik Deutschland zu mobilisieren. In einer selbstkritischen Einsch\u00e4tzung der Kundgebung kommt vor allem der KBW zu dem Ergebnis, da\u00df die Veranstaltung kein voller Erfolg gewesen sei. Deshalb m\u00fc\u00dften die Bem\u00fchungen fortgesetzt werden, die \"Aktionseinheit\" zwischen KBW, KPD und KPD/ML auszubauen und auf andere Organisationen auszudehnen. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand ist jedoch davon auszugehen, da\u00df die K- Gruppen wieder getrennt operieren werden. Eine \"Aktionseinheit\" gr\u00f6\u00dferen Umfangs ist erst dann zu erwarten, wenn ein Verbotsantrag tats\u00e4chlich gestellt werden sollte. Lediglich auf \u00f6rtlicher Ebene ist es ab September 1977 zu einer 15","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 begrenzten Zusammenarbeit zwischen Gruppierungen des KBW und der KPD gekommen. Kommunistischer Bund Westdeutschland (KBW) Im Gegensatz zu allen anderen K-Gruppen ist es dem KBW in NordrheinWestfalen gelungen, seinen Mitgliederbestand erheblich zu erh\u00f6hen. Nach dem Stand vom 1. September 1977 liegt die Mitgliederzahl bei ca. 1.500; dies bedeutet gegen\u00fcber Anfang 1977 eine Zunahme von 600 Mitgliedern. Seit 1975 hat sich der Mitgliederbestand des KBW in Nordrhein-Westfalen damit mehr als verdoppelt. Diese Entwicklung ist insofern bemerkenswert, als der KBW von seinen Mitgliedern nach wie vor erhebliche finanzielle Opfer verlangt. Der normale Monatsbeitrag liegt z. Zt. bei 150 DM. Es sind auch Beitragszahlungen von 500 DM und mehr bekanntgeworden. Personen ohne regelm\u00e4\u00dfiges Einkommen m\u00fcssen monatlich mindestens 30 DM zahlen. Ab Ende 1977 ist eine weitere Zunahme der Mitgliedsst\u00e4rke nicht mehr festzustellen. Die Mitglieder des KBW sind in Nordrhein-Westfalen in rund 40 Ortsverb\u00e4nden und 8 \u00fcbergeordneten Bezirksverb\u00e4nden zusammengefa\u00dft, die von der 27-k\u00f6pfigen Regionalleitung Mitte mit Sitz in K\u00f6ln angeleitet werden. Von hier aus werden auf Weisung des \"Zentralen Komitees\" (ZK) in Frankfurt/Main die Arbeitsziele der Gruppen bestimmt. Besondere Schwerpunkte sind die Universit\u00e4tsst\u00e4dte. In Frankfurt hat der KBW inzwischen ein Haus f\u00fcr einige Millionen DM erworben, in dem die \"Zentrale Leitung\" und ein Schulungszentrum untergebracht werden sollen. Dar\u00fcber hinaus lie\u00df der KBW mit erheblichen Kosten ein hochmodernes Nachrichtensystem zwischen dem \"Zentralen Komitee\" und den Regionalund Bezirksleitungen installieren. (In NW ist hieran u. a. die Regionalleitung K\u00f6ln angeschlossen.) Die neuen Einrichtungen sind aus den 1976 unter den Mitgliedern gesammelten Spenden finanziert worden. Trotz aller Aktivit\u00e4ten hat sich seit den vom KBW mitgetragenen militanten Aktionen in Brokdorf und Grohnde seine Resonanz in der \u00d6ffentlichkeit verschlechtert. Dies ist auch am r\u00fcckl\u00e4ufigen Verkauf des KBWZentralorgans \"Kommunistische Volkszeitung\" (KVZ) zu erkennen. Kommunistischer Jugendbund (KJB) Der KJB ist die Jugendorganisation des KBW. Es gibt keine zentrale Organisation, nur \u00f6rtliche von der jeweiligen KBW-Einheit angeleitete St\u00fctzpunkte bzw. Gruppen. Mitglieder: im Bundesgebiet ca. 400 im Land NW ca. 100 11 Gruppen bzw. St\u00fctzpunkte in NW. KBW - orientierte Studentengruppen Die dem KBW zuzurechnenden Studentengruppen haben ihre Basis nicht erweitern k\u00f6nnen. Sie sind an Hochschulen in Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, D\u00fcsseldorf, K\u00f6ln, M\u00fcnster und Paderborn vertreten. 16","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Es handelt sich im wesentlichen um Funktion\u00e4rsgruppen. Die Mitgliederzahl d\u00fcrfte im Bundesgebiet etwa 1.600 betragen, auf Landesebene 300 - 350 nicht \u00fcberschreiten. Soldatenund Reservistenkomitees (SRK) Als Nebenorganisationen des KBW sind die auf seine Initiative gebildeten und von ihm gesteuerten \"Soldatenund Reservistenkomitees\" (SRK) anzusehen. Sie pflegen in \"Orientierungsm\u00e4rschen\", \"Pionier\u00fcbungen\" und Gel\u00e4ndespielen eine Art paramilit\u00e4rische Ausbildung. Agitationsschwerpunkte ergeben sich besonders in Verbindung mit Ma\u00dfnahmen und Veranstaltungen der Bundeswehr. Neuerdings besch\u00e4ftigen sie sich auch mit der Bildung von Spielmannsz\u00fcgen und Ch\u00f6ren. Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) Wie bei den K-Gruppen \u00fcblich, f\u00fchrte die KPD unter konspirativen Umst\u00e4nden an einem nicht bekannten Ort ihren 11. Parteitag durch. Sie gab in ihrem Zentralorgan \"Rote Fahne an, da\u00df dieser Parteitag vom 28. bis 31. Juli 1977 in Duisburg stattgefunden habe. Als Vorsitzender des ZK der KPD wurde der KPDFunktion\u00e4r Christian Semler gew\u00e4hlt. Der Parteitag beschlo\u00df, die \"proletarische Einheitsfrontpolitik\" zur Leitlinie seiner Gewerkschaftsarbeit zu machen. Er verwarf das fr\u00fchere Konzept der \"Revolution\u00e4ren Gewerkschaftsbewegung\". Kommunistischer Jugendverband Deutschlands (KJVD) Die Jugendorganisation der KPD, die ihren Sitz in K\u00f6ln hat, ist im Bundesgebiet ca. 450 und im Land NW ca. 100 Mitglieder stark. In Nordrhein-Westfalen gibt es 18 Gruppen bzw. St\u00fctzpunkte. Ihr Zentralorgan ist die \"K\u00e4mpfende Jugend\", das in K\u00f6ln erscheint. Kommunistischer Studentenverband (KSV) Der KSV ist die Studentenorganisation der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Er hat seinen Sitz in K\u00f6ln und verf\u00fcgt im Bund \u00fcber ca. 1.100 Mitglieder; im Lande Nordrhein-Westfalen wird die Mitgliederzahl von 400 derzeit nicht \u00fcberschritten. Auf Bundesebene ist die \"Zentrale Leitung\" F\u00fchrungsorgan, auf L\u00e4nderebene bestehen \"Regionalkomitees\". In NW sind KSV-Aktivit\u00e4ten (Gruppen oder Sympathisanten) nur noch an acht Hochschulen festgestellt worden. Das Zentralorgan hei\u00dft \"Dem Volke dienen\". Liga gegen den Imperialismus Die KPD bedient sich der Liga f\u00fcr den \"anti-imperialistischen Kampf\", auch wenn diese inzwischen in ihren programmatischen \u00c4u\u00dferungen die Verbindung zur KPD nicht mehr so deutlich macht. Die Liga, die ihren Sitz in K\u00f6ln hat, ist in Bundes-, Landesund regionale Organisationen gegliedert. F\u00fchrungsgremium ist der vom Pr\u00e4sidium gew\u00e4hlte Vorstand. Sie hat im Bund etwa 1.800, in unserem Lande ca. 750 Mitglieder. 17","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Der Landesverband der Liga in NW (Sitz: Bochum) hat inzwischen mindestens 30 Ortsgruppen gegr\u00fcndet. In NW bestehen ferner \u00fcberregionale Bezirksleitungen f\u00fcr die Bereiche * Ruhrgebiet * Rhein-Wupper * Ostwestfalen-Lippe * Aachener Revier einschl. Bonn-K\u00f6ln. Zentralorgan der Liga ist die \"Internationale Solidarit\u00e4t\". Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten (KPD/ML) Anfang 1977 hat die KPD/ML unter strengster Geheimhaltung ihren 3. Parteitag durchgef\u00fchrt und das 4. Zentralkomitee der KPD/ML und die neue \"Zentrale Parteikontrollkommission\" (ZPKK) gew\u00e4hlt. Au\u00dferdem wurden das neue Parteiprogramm und ein neues Statut verabschiedet. Das neue Programm, in dessen Mittelpunkt nach wie vor das Bekenntnis zur Gewalt steht, enth\u00e4lt keine ver\u00e4nderten Aussagen \u00fcber die ideologische und politische Linie der KPD/ML. Das Statut beinhaltet wesentlich versch\u00e4rfte Bestimmungen zur Einhaltung der Parteidisziplin und der parteiinternen Sicherheitsbestimmungen. Der Parteiaufbau ist nicht mehr konkret angegeben. Die Aktivit\u00e4ten der KPD/ML in der \u00d6ffentlichkeit sind 1977 zur\u00fcckgegangen. Stattdessen ist - wie bereits dargelegt - die Tendenz erkennbar, zu konspirativen Arbeitsmethoden im Rahmen kleinerer Gruppen \u00fcberzugehen. So wird die von dem KPD/ML-Vorsitzenden Ernst Aust wiederholt erhobene Forderung nach dem Aufbau von \"Kampfabteilungen\" in den Parteizirkeln er\u00f6rtert. Die Planungen gehen dahin, Gruppen von milit\u00e4risch geschulten Mitgliedern zu bilden, die - ohne Kontakt zu den \u00f6rtlichen Parteigliederungen - bei geeigneten Anl\u00e4ssen eingesetzt werden sollen. Bisher konnte jedoch in Nordrhein-Westfalen die Aufstellung von Kampfabteilungen der KPD/ML nicht festgestellt werden. Ende September/Anfang Oktober 1977 hielt sich der KPD/ML-Vorsitzende Ernst Aust auf Einladung des ZK der \"Partei der Arbeit Albaniens\" (PAA) in der Volksrepublik Albanien auf. Anl\u00e4\u00dflich des 7. Kongresses des \"Verbandes der Jugend der Arbeit Albaniens\" nahm auch eine Delegation der KPD/ML-Jugendorganisation \"Rote Garde\" teil. Rote Garde Jugendorganisation der KPD/ML Sie hat ihren Sitz in Dortmund. Die Mitgliederzahl betr\u00e4gt im Bund ca. 300, in NW ca. 100, die sich auf 19 Gruppen bzw. St\u00fctzpunkte verteilt. Zentralorgan: \"Die Rote Garde\", Dortmund. Kommunistischer Studentenbund/Marxisten-Leninisten (KSB/ML) Er ist eine Sektion der Roten Garde (der Jugendorganisation der KPD/ML) und ist wie diese organisiert. Er soll die Aufgabe erf\u00fcllen, die das revolution\u00e4re Proletariat den Studenten stellt. In letzter Zeit konnten nur noch vereinzelt Aktivit\u00e4ten an den Hochschulen unseres Landes festgestellt werden. Die Gesamtmitgliederzahl in NW betr\u00e4gt weniger als 100. 18","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Kommunistischer Bund (KB) Der KB, organisatorisch in Nordrhein-Westfalen noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig schwach, versuchte 1977 mit erheblicher Aktivit\u00e4t, Einflu\u00df auf die Bewegung gegen Kernkraftwerke zu gewinnen. Vor allem bei der Planung und Vorbereitung der Demonstration am 24. September 1977 gegen den Bau des \"Schnellen Br\u00fcters\" in Kalkar ist er unter den extremistischen Kernkraftwerksgegnern besonders hervorgetreten. KB - orientierte Studentengruppen Mit dem Auftreten des KB in Nordrhein-Westfalen ist die Bildung ihm zuzurechnender Studentengruppen an Hochschulen in Aachen, Bochum und Bonn einhergegangen. Sie haben bisher keine besondere Bedeutung erlangt. Weitere maoistische Parteians\u00e4tze Als weitere Parteians\u00e4tze der maoistischen Richtung sind zu erw\u00e4hnen * der Kommunistische Arbeiterbund Deutschlands (KABD), und * der Arbeiterbund (AB) f\u00fcr den Wiederaufbau der KPD, die aber beide in Nordrhein-Westfalen noch keine nennenswerte Basis gewonnen haben. 2.3 Undogmatische linksextreme Gruppen Soweit in den Gruppen, die gegen Kernkraftwerke agitieren, linksextremistischer Einflu\u00df erkennbar wurde, ist er mehrheitlich der \"Neuen Linken\" zuzuordnen. Dabei sind neben den Organisationen, die sich zu einem dogmatisch aufgefa\u00dften Marxismus-Leninismus der maoistischen Richtung bekennen, auch Gruppierungen beteiligt, die ideologische Festlegungen und organisatorische Disziplin ablehnen und daher \"undogmatisch\" (auch \"Spontis\") genannt werden. 2.4 Sozialistisches B\u00fcro (SB) Das sozialistische B\u00fcro (SB) mit Sitz in Offenbach, das mit einigen ihm nahestehenden Gruppen auch nach Nordrhein-Westfalen hineinwirkt, ist ein locker gef\u00fcgter Zusammenschlu\u00df radikaler Sozialisten, die sowohl au\u00dferhalb der Parteien und Organisationen des demokratischen Sozialismus als auch abgesetzt vom \"etablierten\" Linksextremismus, wie ihn besonders die DKP und die maoistischen Parteien verstehen, Anh\u00e4nger zu sammeln versuchen. Innerhalb des ideologischen Spektrums des SB werden auch linksextremistische Thesen vertreten, wie beispielsweise die, da\u00df die (geforderte) \"revolution\u00e4re Umw\u00e4lzung\" auf parlamentarischem Wege und unter Ausnutzung des \"b\u00fcrgerlichen\" Staatsapparates nicht m\u00f6glich sei. An den Vorbereitungen f\u00fcr ein \"RussellTribunal\" gegen angebliche Verletzungen der Menschenrechte in der Bundesrepublik Deutschland hat sich das SB von Anfang an f\u00fchrend beteiligt. 2.5 \"Russell-Tribunal\" gegen angebliche Menschenrechtsverletzungen in der Bundesrepublik Die Vorbereitungen zu dem geplanten \"Russell-Tribunal\" gegen politische Unterdr\u00fcckung in der Bundesrepublik, zu dem die nach dem britischen pazifistischen Philosophen Bertrand Russell benannte und von ihm 1963 mit 19","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 gegr\u00fcndete \"Russell-Stiftung\" (\"Bertrand Russell Peace Foundation Ltd.\" - RF) aufgerufen hat, werden im Bundesgebet von Anfang an von linksradikalen und linksextremistischen Gruppen mit getragen und beeinflu\u00dft. Dabei handelt es sich vorwiegend um solche Gruppen, die sich ideologisch nicht an den beiden gro\u00dfen kommunistischen F\u00fchrungsm\u00e4chten ausrichten. Vor allem das \"Sozialistische B\u00fcro\" ist in diesem Zusammenhang zu nennen. Die zur Begr\u00fcndung angeblicher Menschenrechtsverletzungen und der vorgeschlagenen Themen zirkulierenden Unterlagen sind zum Teil mit Kampfschriften und Parolen aus dem Bereich von Unterst\u00fctzern des Terrorismus identisch (z. B. die von 12 Russell-Initiativgruppen herausgegebene Schrift \"Klassenkrieg in der BRD - Interview ans Stammheim\"). Auch andere Gruppen, die das Vorhaben unterst\u00fctzen und sich zumindest verbal von terroristischen Gewaltakten distanzieren, \"tragen durch ihre verzerrte, die Wirklichkeit grob entstellende Darstellung der Verh\u00e4ltnisse in der Bundesrepublik Deutschland dazu bei, ein geistig-politisches Klima zu schaffen, das terroristischen Gewalttaten Vorschub leistet.\" (Vgl. Antwort des Bundesministers des Innern vom 18.11.1977 auf die Kleine Anfrage von Abgeordneten der CDU/CSU, Bundestagsdrucksache Nr. 8/933) Der deutsche Beirat des Russell-Tribunals distanzierte sich von Gruppen der terroristischen Randszene, die sich in \"Russell-Initiativen\" oder \"RussellUnterst\u00fctzungskomitees\" umbenannt haben. Ein Mitglied der Jury, das dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Italiens angeh\u00f6rt, erkl\u00e4rte in einem in der Frankfurter Rundschau vom 26.11.1977 ver\u00f6ffentlichten Brief, das Tribunal wolle \"die Anomalie des Falles Deutschland' im Kreis der europ\u00e4ischen Demokratien illustrieren.\" 2.6 Trotzkisten Die Trotzkisten in der Bundesrepublik Deutschland sind in verschiedene, miteinander rivalisierende und sich teilweise heftig bek\u00e4mpfende Organisationen gespalten. Alle bekennen sich zu der von Trotzki entwickelten Lehre von der \"permanenten Revolution\"; die nur im Weltma\u00dfstab siegen k\u00f6nne und daher einer Weltpartei bed\u00fcrfe. Bis zum Siege dieser Revolution seien andauernde politische und milit\u00e4rische Aktionen zu entfachen, bis dieser Sieg in allen Staaten der Welt und ohne b\u00fcrokratische Verfestigung der revolution\u00e4ren Elite in den einzelnen Staaten errungen sei. Die Gr\u00fcndung kommunistischer Parteien in einzelnen L\u00e4ndern wird daher abgelehnt. Endziel aller Trotzkisten ist die \"Diktatur des Proletariats\" in der Staatsform einer \"R\u00e4teherrschaft\". In der Bundesrepublik Deutschland sind folgende trotzkistische Organisationen t\u00e4tig, von denen sich jede einer entsprechenden internationalen trotzkistischen Richtung zugeh\u00f6rig empfindet: Gruppe Internationale Marxisten (GIM) - deutsche Sektion der IV. Internationale Sitz: Frankfurt/Main Mitglieder: Bund ca. 600 NW ca. 100 Zentralorgan: \"was tun\", Frankfurt/M. 15 Gruppen bzw. St\u00fctzpunkte in Nordrhein-Westfalen. 20","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Spartacusbund im Mai 1977 gespalten in zwei verschiedene Richtungen, die jedoch beide den Organisationsnamen f\u00fcr sich beanspruchen. Sitze: Westberlin bzw. Frankfurt/Main Zentralorgane: \"Spartacus\" - separate Ausgaben in Westberlin bzw. Frankfurt/Main Mitglieder - vor der Spaltung Bund ca. 200 NW unter 100 Internationale Arbeiterkorrespondenz (IAK) Funktion\u00e4rsgruppe um die gleichnamige Zeitschrift. Sitz: Frankfurt/Main. In NW ein St\u00fctzpunkt in Bochum. Bund Sozialistischer Arbeiter (BSA) Sitz: Essen Mitglieder: Bund ca. 100 NW ca. 50 Zentralorgan: \"Neue Arbeiterpresse\", Essen. In NW eine Gruppe in Essen. Sozialistischer Jugendbund (SJB) Jugendorganisation des BSA Sitz: Essen Mitglieder: Bund ca. 200 NW ca. 50 Zentralorgan: \"links voran\", Essen 4 Gruppen in NW. Trotzkistische Liga Deutschland (TLD), - \"Sympathisierende Sektion der Internationalen Spartacist-Tendenz\" Sitz: Westberlin Mitglieder: Bund ca. 20 NW Funktion\u00e4rsgruppe Zentralorgan: \"Kommunistische Korrespondenz\", Westberlin. In NW ein \"Organisationskomitee K\u00f6ln\". Die Haltung der vorgenannten trotzkistischen Organisationen zum Terrorismus kann - trotz gradueller Unterschiede - mit dem Begriff \"Kritische Solidarit\u00e4t\" gekennzeichnet werden. Sozialistische Arbeiter-Gruppe (SAG) 21","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Sie steht zwar ideologisch in der Tradition des Trotzkismus, lehnt aber alle derzeitigen internationalen trotzkistischen Richtungen und deren deutsche Sektionen strikt ab. Ihr Ziel ist die Diktatur des Proletariats. Sie fordert die Beseitigung der parlamentarischen Demokratie und bezeichnet als Vorl\u00e4ufer des von ihr erstrebten \"Arbeiterstaates\" die Pariser Kommune von 1871 und die Sowjetunion bis Ende der zwanziger Jahre. Zentrale: Frankfurt/Main Mitglieder: Funktion\u00e4rsgruppen in 5 Gro\u00dfst\u00e4dten, darunter in NW eine in K\u00f6ln Zentralorgan: \"Klassenkampf\"; Frankfurt/Main. 2.7 Europ\u00e4ische Arbeiterpartei (EAP) Eine linksextremistische Organisation besonderer Art ist die \"Europ\u00e4ische Arbeiterpartei\" (EAP). Sie geh\u00f6rt \u00fcber die \"European Labor Committees\" (ELC) zur internationalen Labor Committee-Organisation, die ihren Ausgangspunkt und ihre Zentrale in den USA hat. Die EAP/ELC k\u00e4mpfen, wie sich ihren weithin verworrenen politischen Konzepten entnehmen l\u00e4\u00dft, f\u00fcr eine nicht n\u00e4her beschriebene kommunistische Gesellschaftsordnung, und sie sehen in den \"Rockefellers\" die Hauptfeinde der Menschheit, die mit ihren \"Agenten\", darunter CIA, multinationale Konzerne, Maoisten, \"rechte Sozialdemokraten\", eine faschistische Weltdiktatur errichten wollen. Die EAP/ELC verf\u00fcgen \u00fcber eine zwar sehr kleine, aber \u00e4u\u00dferst aktive Anh\u00e4ngerschaft, die mit einem technisch gut ausger\u00fcsteten und aufwendigen Kommunikationssystem vor allem die Verbindung zur Zentrale h\u00e4lt. Zentralorgan ist die \"Neue Solidarit\u00e4t\" in Nordrhein-Westfalen sind vier Kontaktstellen bekannt. 22","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 3 Situation an den Hochschulen 3.1 Allgemeine Lage Die Protestaktionen des Sommersemesters 1977 waren bestimmt durch sachlich begr\u00fcndete Probleme und \u00c4ngste, durch die Sorge um eine gesicherte Existenz nach dem Studium usw. Seit der Ermordung des Generalbundesanwalts Buback zeichnet sich aber daneben im Zusammenhang mit der \"Mescalero\"-Erkl\u00e4rung des G\u00f6ttinger AStA auch eine Tendenz ab, die deutlich wieder an die Ziele der Protestaktionen von 1970 ankn\u00fcpft: der Staat wird schlechthin als Unrechtsstaat empfunden; Widerstand gegen ihn wird als legitim und notwendig hingestellt. Nach den Protestaktionen im Sommersemester 1977, den Vorg\u00e4ngen um die \"Mescalero\"-Ver\u00f6ffentlichungen sowie verschiedentlichen Ank\u00fcndigungen \u00fcber einen \"hei\u00dfen Herbst\" waren erhebliche St\u00f6rund Gewaltaktionen an den Hochschulen des Landes im Wintersemester 1977/78 nicht auszuschlie\u00dfen, insbesondere im Zusammenhang mit dem von den VDS angek\u00fcndigten bundesweiten Vorlesungs-Boykott in der Zeit vom 28.11. -10.12.1977. Diesem Boykott-Aufruf, der sich wie die Protestaktionen des vergangenen Sommersemesters im wesentlichen gegen das Hochschulrahmengesetz und dessen Umsetzung in Landeshochschulgesetze richtete und dar\u00fcber hinaus Einzelfragen, wie Ordnungsrecht, Regelstudienzeit, verfa\u00dfte Studentenschaften bzw. BAf\u00f6G zum Gegenstand hatte, ist im Ergebnis die von den Initiatoren erhoffte Breitenwirkung versagt geblieben. Abgesehen davon, da\u00df sich an den Urabstimmungen und Vollversammlungen an den einzelnen Hochschulen selten mehr als 30% (Bef\u00fcrworter wie Gegner) beteiligten, wobei sich Studentenorganisationen wie der RCDS und der SLH von vornherein gegen Boykott-Ma\u00dfnahmen ausgesprochen hatten, kam es lediglich in wenigen Bereichen (z. B. Psychologie, Soziologie, Philosophie, Mathematik und Sprachwissenschaften) an einigen Hochschulen zu nennenswerten Vorlesungsausf\u00e4llen und St\u00f6rungen, die zum Teil durch \u00f6rtliche Verlagerung der Veranstaltungen vermieden werden konnten. Auch zum Teil spektakul\u00e4r angek\u00fcndigte Veranstaltungen mit bestimmten Hochschullehrern verliefen ohne besondere St\u00f6rungen. Auch nach Abschlu\u00df der Boykott-Aktionen Anfang Dezember 1977 sind, mit Ausnahme einiger weniger St\u00f6rungen, wie z. B. die Verhinderung der Rektorneuwahl an der Universit\u00e4t D\u00fcsseldorf, keine wesentlichen Beeintr\u00e4chtigungen des Hochschulbetriebs im Wintersemester 1977/78 zu verzeichnen. Im Vordergrund der Auseinandersetzungen standen wiederum Fragen der Studienbedingungen, der Berufsperspektiven sowie die soziale Absicherung der Studenten. Es kann angenommen werden, da\u00df zu diesem insgesamt relativ ruhigen Verlauf auch die klaren rechtlichen Hinweise beigetragen haben, die der Minister f\u00fcr Wissenschaft und Forschung den Hochschulleitungen vor Beginn der Boykottma\u00dfnahmen an die Hand gegeben hatte sowie die darauf fu\u00dfenden konkreten Ma\u00dfnahmen und Ank\u00fcndigungen der Rektoren an den Hochschulen. Dabei hatten die Hochschulen in Wahrnehmung ihrer Autonomie letztlich unter Ber\u00fccksichtigung der besonderen Umst\u00e4nde die notwendigen Entscheidungen zu treffen. Hervorzuheben ist schlie\u00dflich auch die Bereitschaft von Politikern und 23","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Hochschulleitungen, mit den Studenten in einen konstruktiven Dialog \u00fcber die sie bewegenden Fragen einzutreten. 3.2 Studentische Selbstverwaltung Entwicklung in Nordrhein-Westfalen Die Zusammensetzung der Studentenparlamente und der Allgemeinen Studentenaussch\u00fcsse zeigt ein weitgehend konstantes Bild. Die gem\u00e4\u00dfigten Studentengruppen konnten ihre Positionen behaupten, waren aber nicht in der Lage, tragf\u00e4hige Mehrheiten an weiteren Hochschulen zu erreichen. Vereinigte Deutsche Studentenschaften (VDS) Die VDS haben ihre Aufgaben als Dachverband der Studentenschaften im Jahre 1977 nur unvollkommen erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Hieran waren vor allem die tiefgreifenden inneren Spannungen innerhalb des Verbandes schuld, die sich aus den f\u00fcr eindeutige L\u00f6sungen unzureichenden Mehrheitsverh\u00e4ltnissen ergaben. Erst nach mehreren Ans\u00e4tzen konnte im Herbst 1977 im Wege des Kompromisses ein Vorstand gew\u00e4hlt werden, in dem die Organisationen MSB Spartakus, SHB, Jungsozialisten und LHV sowie die Fraktion der Basisgruppen mit je einem Sitz vertreten sind. Anfang Januar 1978 haben die politischen Meinungsverschiedenheiten zum Bruch im Vorstand gef\u00fchrt. Die Hochschulgruppen der Jungsozialisten und der LHV stellten ihre Mitarbeit unter Hinweis auf die von ihnen kritisierte Politik des MSB Spartakus und der \"Basisgruppen\" ein. Die Zentrale Leitung des Kommunistischen Studentenverbandes (KSV), Nebenorganisation der maoistischen KPD (vgl. Seite 22), hat den Beschlu\u00df der Vertreter der Juso-Hochschulgruppen und des LHV als \"demagogischen Erpressungsversuch\" gegen\u00fcber den Basisgruppen bezeichnet und sich mit diesen solidarisch erkl\u00e4rt. Inzwischen haben sich die am alten Vorstand beteiligten Gruppen auf der 3. ordentlichen Mitgliederversammlung der VDS in Lahn (Gie\u00dfen) wieder auf einen gemeinsamen Vorstand geeinigt, in dem alle vertreten sind. Im \u00fcbrigen haben Verlauf und Ergebnis der Mitgliederversammlung der VDS im Februar dieses Jahres sowie die vorangegangenen Beratungen deutlich gemacht, da\u00df trotz unterschiedlicher Positionen der einzelnen Gruppierungen doch von starken Kr\u00e4ften innerhalb des Verbandes die Notwendigkeit erkannt wird, ein klares und \u00fcberzeugendes Handlungsund Arbeitskonzept zu erarbeiten und auf dieser Grundlage das Gespr\u00e4ch mit den Parteien und politischen Kr\u00e4ften zu suchen. 24","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 4 Verfassungsfeindliche Bestrebungen und \u00f6ffentlicher Dienst Das Verfahren bei der Einstellung von Bewerbern f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst ist durch die von der Landesregierung beschlossenen \"Vorl\u00e4ufigen Richtlinien \u00fcber die Beurteilung von Zweifeln an der Verfassungstreue von Bewerbern f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst aufgrund des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts vom 22. 5.1975\" in einer Weise geregelt, die ein H\u00f6chstma\u00df an Rechtsstaatlichkeit sichert. Vom 1. 1. bis zum 31.12.1977 sind 50.739 Anfragen f\u00fcr Bewerber f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst eingegangen. In 2.699 F\u00e4llen (5,31%) lagen Erkenntnisse bei der Verfassungsschutzabteilung vor. Den Einstellungsbeh\u00f6rden sind jedoch nur in 226 F\u00e4llen (0,44%) Erkenntnisse, die einer Einstellung entgegenstehen k\u00f6nnten, mitgeteilt worden. In 34 F\u00e4llen (0,06%) sind die Bewerber nicht in den \u00f6ffentlichen Dienst eingestellt worden. Die \u00fcber Bewerber f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst vorliegenden Einzelerkenntnisse betreffen insbesondere ausgebildete P\u00e4dagogen, die in den Schuldienst eingestellt werden wollen. Dies best\u00e4tigt die Beobachtung der letzten Jahre, wonach Extremisten vornehmlich bei den Lehrberufen in den \u00f6ffentlichen Dienst zu gelangen versuchen. Der durch Kabinettbeschlu\u00df vom 24. 9.1974 gebildeten interministeriellen Kommission sind bis zum 25.1.1978 aus den Gesch\u00e4ftsbereichen des Innenministers (1), Kultusministers (135), Ministers f\u00fcr Wissenschaft und Forschung (6) und des Justizministers (4) insgesamt 146 F\u00e4lle zur Entscheidung vorgelegt worden. Sie hat sich f\u00fcr eine Empfehlung zur Einstellung in 52 und zur Nichteinstellung in 76 F\u00e4llen entschieden, 13 F\u00e4lle sind zur weiteren Erledigung an die zust\u00e4ndigen Ressorts zur\u00fcckgegeben worden. 5 F\u00e4lle sind noch nicht entschieden worden. Unter den rd. 320.000 Besch\u00e4ftigten im \u00f6ffentlichen Dienst des Landes NordrheinWestfalen befinden sich 110 Personen, die linksbzw. rechtsextremen Parteien oder Organisationen zuzurechnen sind (Stand: 1. 2.1978). Sie verteilen sich auf die einzelnen Ressorts wie folgt: 25","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Linksextremisten: IM FM JM KM WM MAGS insgesamt F Beamte DKP - 3 - 34 2 1 40 sonstige - 1 - 20 1 - 22 Beamte gesamt - 4 - 54 3 1 62 Angestellte DKP - 3 - 10 8 3 24 sonstige - - - 2 1 - 3 Beamte gesamt - 3 - 12 9 3 27 Linksextr. insgesa - 7 - 66 12 4 89 mt Rechtsextremisten: IM FM JM KM WM MAGS insgesamt F Beamte DKP 1 2 4 6 1 - 14 sonstige - - - - - - - Beamte gesamt 1 2 4 6 1 - 14 Angestellte DKP - - 1 4 1 1 7 sonstige - - - - - - - Beamte gesamt - - 1 42 1 1 7 Linksextr. insgesa 1 2 5 10 2 1 21 mt 26","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 5 Ausl\u00e4nder 5.1 Entwicklungstendenzen Die Zahl der im Bundesgebiet und in Berlin (West) wohnenden Ausl\u00e4nder betrug Ende 1977 3.950.000 Personen. Davon lebten rund 1,2 Millionen in NordrheinWestfalen. Diese Zahlen haben sich gegen\u00fcber dem Vorjahr nicht ge\u00e4ndert. Die T\u00fcrken, deren St\u00e4rke im Gegensatz zu anderen Ausl\u00e4ndergruppen in NordrheinWestfalen auf rund 393.000 (Vorjahr: rund 372.000) Personen anstieg, nehmen unter den Ausl\u00e4ndern weiterhin die erste Stelle ein. Ihnen folgen die Italiener (rund 157.500), Jugoslawen (rund 143.500), Griechen (rund 114.000), Spanier (rund 74.500) und Portugiesen (rund 50,000); der Rest setzt sich aus Ausl\u00e4ndern anderer Nationalit\u00e4ten (darunter etwa 32.500 Staatsangeh\u00f6rige arabischer L\u00e4nder) zusammen. Innerhalb dieser Bev\u00f6lkerungsteile Nordrhein-Westfalens hat sich die T\u00e4tigkeit extremistischer Gruppen auch im Jahre 1977 fortgesetzt. Die politische Agitation dieser Vereinigungen reichte von Flugblattaktionen \u00fcber Solidarit\u00e4tsveranstaltungen und Demonstrationen bis hin zu Gewaltaktionen. Die freiheitliche demokratische Grundordnung, der Bestand und die Sicherheit unseres Landes waren hierdurch jedoch nicht gef\u00e4hrdet. 5.2 Spanier, Portugiesen, Italiener und Griechen Unter den in Nordrhein-Westfalen lebenden Gastarbeitern aus Spanien, Portugal, Italien und Griechenland suchten auch 1977 insbesondere die traditionellen kommunistischen Parteien dieser L\u00e4nder weiteren Einflu\u00df zu gewinnen. Dabei ist ihr Bem\u00fchen auch auf Unterwanderung der zahlreichen ausl\u00e4ndischen Freizeitund Kulturklubs gerichtet. 5.3 Jugoslawen Bei den extremistischen Jugoslawen in Nordrhein-Westfalen wie im Bundesgebiet handelt es sich in erster Linie um nationalistische kroatische Emigrantengruppen. Anders als in den vergangenen Jahren ver\u00fcbten diese 1977 jedoch keine Gewalttaten. Am 9. November 1977 verurteilte das Schwurgericht beim Landgericht D\u00fcsseldorf nach 19 Verhandlungstagen zwei Kroaten wegen im Jahre 1976 versuchten gemeinschaftlichen Mordes zum Nachteil des ehemaligen jugoslawischen Vizekonsuls Vladimir Topic zu 10 Jahren und 3 Monaten bzw. zu 9 Jahren Freiheitsstrafe. 5.4 T\u00fcrken Allgemeines Die Zahl der als extremistisch einzusch\u00e4tzenden T\u00fcrken liegt in NordrheinWestfalen bei rund 3.000. Hiervon ist etwa die H\u00e4lfte dem rechtsextremistischen bzw. nationalistischen, der andere Teil dem linksextremistischen Bereich zuzurechnen. Nach Sch\u00e4tzungen teilen sich die linksextremistischen T\u00fcrken je zur H\u00e4lfte in orthodoxe Kommunisten und in Maoisten. Von den letzten sind etwa 100 T\u00fcrken in terroristischen bzw. zu Gewalt neigenden Vereinigungen organisiert. Den gr\u00f6\u00dften Einflu\u00df besitzen die orthodoxkommunistischen T\u00fcrken. Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) 27","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Die MHP darf sich nach einem Beschlu\u00df des t\u00fcrkischen Verfassungsgerichts von 1976 im Ausland (und damit auch im Bundesgebiet) nicht organisieren. Sicherheitsgef\u00e4hrdende Aktivit\u00e4ten von MHP-Anh\u00e4ngern waren auch 1977 in Nordrhein-Westfalen nicht zu verzeichnen. Mitglieder oder Sympathisanten der MHP sammelten sich weiterhin in sog. Idealund Kulturvereinen, deren Lokale am Symbol des \"Grauen Wolfs\" (Fabeltier der t\u00fcrkischen Mythologie) erkennbar sind. Diese Vereine vertreten - wie die MHP - ausgepr\u00e4gt nationalistische und antikommunistische Ziele. Beweise daf\u00fcr, da\u00df gewaltt\u00e4tige Auseinandersetzungen mit t\u00fcrkischen Gastarbeitern entgegengesetzter politischer Anschauung angestrebt werden, liegen bisher nicht vor. Es ist verschiedentlich die Bef\u00fcrchtung ge\u00e4u\u00dfert worden, da\u00df von t\u00fcrkischen Eltern privat verpflichtete Koranlehrer sich in ihren Kursen (sog. Koranschulen) verfassungsfeindlich bet\u00e4tigen oder von der MHP dazu benutzt w\u00fcrden, die t\u00fcrkischen Gastarbeiterkinder politisch zu beeinflussen. Diese Angaben konnten aber bisher nicht belegt werden. Orthodox-kommunistische T\u00fcrken W\u00e4hrend des t\u00fcrkischen Arbeiterkongresses am 26./27. Februar 1977 ist die \"F\u00f6deration der T\u00fcrkischen Arbeitervereine in der Bundesrepublik Deutschland e.V.\" (FlDEF) gegr\u00fcndet worden, die unter orthodox-kommunistischem Einflu\u00df steht. Ihr Sitz ist D\u00fcsseldorf. Sie versteht sich als \"Massenorganisation der Arbeiter aus der T\u00fcrkei in der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin\". Mittlerweile hat sie sich zum gr\u00f6\u00dften t\u00fcrkischen Dachverband im Bundesgebiet entwickelt. Nach bisherigen Erkenntnissen verf\u00fcgt die FIDEF \u00fcber 66 Mitgliedervereine t\u00fcrkischer Arbeiter im Bundesgebiet, davon 18 Vereine in Nordrhein-Westfalen. Sie gibt als Organe die \"Almanya Postasi\" (Deutschland Post) und die deutschsprachige Monatsschrift \"FIDEF\" heraus. Am 2. April 1977 fand in Dortmund eine Veranstaltung des orthodoxkommunistischen \"T\u00fcrkischen Europa-Komitees f\u00fcr Frieden und Freiheit\" (TB\u00d6K) statt. Dort wurden sechs T\u00fcrken festgenommen, weil sie in t\u00e4tliche Auseinandersetzungen mit den Ordnern geraten waren und dabei Schlagst\u00f6cke aus Kupferstahl benutzt hatten. Ab Mitte Januar 1978 wurden in mehreren nordrhein-westf\u00e4lischen St\u00e4dten (K\u00f6ln, D\u00fcsseldorf, Herne, Gelsenkirchen, Bochum und Wuppertal) ungenehmigt Plakate geklebt, die zu einer Gedenkwoche vom 21. bis 28. Januar 1978 f\u00fcr 15 am 28. Januar 1921 \"von der Bourgeoisie ermordete\" Gr\u00fcnder der T\u00fcrkischen Kommunistischen Partei (TKP) aufriefen. Die t\u00fcrkischen Plakatkleber wurden zumeist von der Polizei auf frischer Tat angetroffen; gegen sie sind Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. - Zum Abschlu\u00df der angek\u00fcndigten Gedenkwoche fand am 28. Januar 1978 in der Aula der ehemaligen P\u00e4dagogischen Hochschule Essen eine Gedenkfeier statt. An ihr nahmen weit \u00fcber 500 Personen - \u00fcberwiegend T\u00fcrken - teil, darunter auch deutsche Kommunisten. T\u00fcrkische Maoisten Gegen die Festnahme (anl\u00e4\u00dflich der TB\u00d6K-Veranstaltung am 2. April 1977 in Dortmund; s. o.) und die drohende Abschiebung ihrer Landsleute demonstrierten am 2. Juli 1977 etwa 500 T\u00fcrken in der Dortmunder Innenstadt zusammen mit rund 60 Anh\u00e4ngern der KPD und KPD/ML. Zu dem Protestmarsch hatten - neben 28","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 deutschen kommunistischen Gruppen - vorwiegend die t\u00fcrkischen maoistischen Dachverb\u00e4nde \"F\u00f6deration der Arbeiter aus der T\u00fcrkei in Deutschland e. V.\" (ATIF) mit Sitz in Duisburg, die \"Studentenf\u00f6deration der T\u00fcrkei in Deutschland e. V.\" (AT\u00d6F; Sitz in M\u00fcnchen) sowie die \"Konf\u00f6deration Iranischer Studenten - National-Union\" aufgerufen. Die ATIF verf\u00fcgt inzwischen \u00fcber sechs Mitgliedervereine in Nordrhein-Westfalen. Gespr\u00e4che zwischen der maoistischen \"Revolution\u00e4ren Arbeiterund Bauernpartei der T\u00fcrkei\" (TIIKP), die in der Bundesrepublik Deutschland einige Zellen unterh\u00e4lt, und der KPD gegen Ende des Jahres 1977 f\u00fchrten zu einer \"Gemeinsamen Erkl\u00e4rung der TIIKP und der KPD\". Sie ist abgedruckt im Zentralorgan der KPD \"Rote Fahne\" Nr. 51/52 vom 21. Dezember 1977; darin hei\u00dft es: \"Die TIIKP unterst\u00fctzt den Kampf der KPD f\u00fcr ein unabh\u00e4ngiges, vereintes und sozialistisches Deutschland\". Au\u00dfer den genannten maoistischen t\u00fcrkischen Vereinigungen waren 1977 in Nordrhein-Westfalen die \"Volksbefreiungsarmee der T\u00fcrkei\" (THKO), die \"T\u00fcrkische Kommunistische Partei - Marxisten-Leninisten\" (TKP/ML) und deren Frontorganisation, die \"T\u00fcrkische Arbeiterund Bauernbefreiungsarmee\" (TIKKO) weiterhin konspirativ t\u00e4tig. Am 25. Januar 1978 verbreiteten ATIF und AT\u00d6F in Wuppertal Plakate in deutscher und t\u00fcrkischer Sprache mit folgendem Aufruf: \"MHP-Vereine und alle Faschistennester m\u00fcssen geschlossen werden. Die faschistischen Angreifer m\u00fcssen bestraft werden. Landsleute, der herrschende Druck mu\u00df beendet und s\u00e4mtliche politischen Gefangenen freigelassen werden!' 5.5 Pal\u00e4stinenser Konspirativ arbeitende pal\u00e4stinensische Widerstandsgruppen versuchten 1977 weiterhin, auch in Nordrhein-Westfalen, an Einflu\u00df zu gewinnen. Das gilt z. B. f\u00fcr die maoistisch-terroristische \"Volksfront f\u00fcr die Befreiung Pal\u00e4stinas\" (PFLP). Als Teil der sogenannten \"Ablehnungsfront\" lehnt sie eine politische L\u00f6sung der Pal\u00e4stinafrage schlechthin ab. Demgegen\u00fcber versucht der inoffizielle Repr\u00e4sentant der \"Pal\u00e4stinensischen Befreiungsorganisation\" (PLO) in Bonn, Dr. Al Frangi, die Pal\u00e4stinenser in der Bundesrepublik Deutschland f\u00fcr die Politik seiner Organisation zu gewinnen. Auf dem \"ZU-Volksfest\", das die DKP vom 1. bis 3. Juli 1977 in Recklinghausen veranstaltete, war die PLO mit einem Informationsstand vertreten. 5.6 Iraner Die Anh\u00e4nger der \"Konf\u00f6deration Iranischer Studenten - National-Union\" (CISNU) und der ihr angeschlossenen \"F\u00f6deration Iranischer Studenten in der Bundesrepublik Deutschland und Westberlin\" (FIS) f\u00fchrten ihre heftige Agitation gegen die Schahregierung in Persien 1977 fort. CISNU und FIS, die beide ihren Sitz in Frankfurt am Main haben, unterhalten in mehreren St\u00e4dten NordrheinWestfalens Zweiggruppen. Am 12. November 1977 demonstrierte in Bonn die islamisch-marxistische Gruppierung \"Union der islamischen Studenten\" (UISA) mit ca. 200 Teilnehmern. Mit Flugbl\u00e4ttern und Transparenten wandte sie sich gegen die Regierung des Iran und gegen den iranischen Geheimdienst SAVAK. 5.7 Afghanen 29","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Die maoistisch ausgerichtete Gruppierung \"Afghanischer Studentenverein Aachen\" - Zweiggruppe des sozialrevolution\u00e4ren Dachverbandes \"Generalunion der Afghanischen Studenten im Ausland\" - veranstaltete am 15. Dezember 1977 in Aachen einen Demonstrationszug mit abschlie\u00dfender Kundgebung unter dem Motto \"Politische Gefangene in Afghanistan\". Es nahmen etwa 60 Personen, meist Ausl\u00e4nder, teil. Bereits Ende November 1977 hatte der \"Afghanische Studentenverein M\u00fcnster\" in einer Flugblattaktion in M\u00fcnster gegen die politischen Verh\u00e4ltnisse in Afghanistan protestiert. 5.8 Chilenen Am 4. Januar 1978 versammelten sich etwa 40 Exil-Chilenen unangemeldet vor der Chilenischen Botschaft in Bonn-Bad Godesberg. Sie wollten dort ihre Stimme f\u00fcr die am selben Tag in Chile stattfindende Volksbefragung abgeben. Nachdem der Botschafter darauf hingewiesen hatte, da\u00df nach der chilenischen Verfassung nur die im Heimatland wohnenden Chilenen an der Abstimmung teilnehmen k\u00f6nnten, wollte man solange vor der Botschaft demonstrieren, bis man abstimmen d\u00fcrfe. Nach Aufforderung durch die Polizei l\u00f6ste sich die Demonstration jedoch nach einer Stunde wieder auf. 30","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 6 Terrorismus 6.1 Allgemeines Das Jahr 1977 ist gekennzeichnet durch zahlreiche, in ihrer Brutalit\u00e4t sich steigernde Gewaltverbrechen, die von Terroristen begangen wurden mit dem Ziel, Verfassungsorgane zu erpressen, die Repr\u00e4sentanten der freiheitlichdemokratischen Staatsund Wirtschaftsordnung zu verunsichern und unseren demokratischen Rechtsstaat zu zerst\u00f6ren. In dieser Phase terroristischer Bestrebungen, die im Mordund Entf\u00fchrungsfall Schleyer ihren bisherigen H\u00f6hepunkt erreicht haben, tritt die ideologische Motivation noch weiter hinter methodischen Anleitungen sowie Planung und Durchf\u00fchrung von Verbrechen zur\u00fcck. 6.2 RAF-Nachfolgegruppen In ihrer zeitlichen Folge seien hier die schwersten Mordtaten und Gewaltverbrechen aufgef\u00fchrt: 07.04.1977 Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seinem Fahrer Wolfgang G\u00f6bel. Ein weiterer Begleiter Bubacks, Georg Wurster, wird bei dem Mordanschlag schwerverletzt und stirbt in der Nacht zum 13. 4.1977. 30.07.1977 Der Vorstandssprecher der Dresdner Bank, J\u00fcrgen Ponto, wird von Terroristen bei dem Versuch, ihn zu entf\u00fchren, durch Sch\u00fcsse schwer verletzt und stirbt kurze Zeit sp\u00e4ter. 25.08.1977 Erfolgloser Versuch eines Raketenanschlags auf das Geb\u00e4ude der Bundesanwaltschaft. 05.09.1977 Bei der Entf\u00fchrung des Pr\u00e4sidenten des Bdl und des BdA, Dr Hanns Martin Schleyer, in K\u00f6ln werden sein Fahrer Heinz Marcisz und die ihn begleitenden Polizeibeamten Reinhold Br\u00e4ndle, Roland Pieler und Helmut Ulmer ermordet. Die Entf\u00fchrer fordern im Austausch gegen Dr. Schleyer die Freilassung von 11 inhaftierten Terroristen. 13.10.1977 Entf\u00fchrung eines Lufthansa-Flugzeuges auf dem Flug von Palma de Mallorca nach Frankfurt/Main. Die Entf\u00fchrer des Flugzeuges fordern u. a. ebenfalls die Freilassung der 11 inhaftierten Terroristen, die gegen Dr. Schleyer ausgetauscht werden sollen. Der Flugkapit\u00e4n wird im Verlauf der Entf\u00fchrung erschossen. Einer Sondereinheit des Bundesgrenzschutzes gelingt es, am 18.10.1977 die Geiseln in dem Lufthansa-Flugzeug \"Landshut\" in Mogadischu/Somalia zu befreien. 19.10.1977 Die Leiche Dr. Schleyers wird in M\u00fclhausen/ Elsa\u00df im Kofferraum eines Autos aufgefunden. Zu den genannten Gewalttaten haben sich -ausgenommen die Flugzeugentf\u00fchrung -die RAF bzw. Kommandos der RAF bekannt. 31","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Tatverd\u00e4chtig im Zusammenhang mit den aufgef\u00fchrten Gewalttaten sind Personen, die sich vor ihrem Verbergen im Untergrund im s\u00fcddeutschen bzw. Hamburger Raum aufgehalten haben. F\u00fcr die erw\u00e4hnten Gewalttaten nahmen Terroristen folgende Vorbereitungshandlungen in Nordrhein-Westfalen vor: a) Anmietung des beim Mord an GBA Buback benutzten Motorrades in D\u00fcsseldorf, vermutlich durch G\u00fcnther Sonnenberg. b) Diebstahl zweier Kraftfahrzeuge in D\u00fcsseldorf und K\u00f6ln, Kauf von drei Kraftfahrzeugen im K\u00f6lner Raum sowie Anmietung dreier konspirativer Wohnungen in K\u00f6ln bzw. Erftstadt-Liblar im Zusammenhang mit dem Mordund Entf\u00fchrungsfall Dr. Schleyer. Die Wohnungen wurden vermutlich von Adelheid Schulz, Friederike Krabbe und Monika Helbing gemietet 6.3 Revolution\u00e4re Zellen Neben der \"Roten Armee-Fraktion\" (RAF) bzw. deren Nachfolgegruppen haben die \"Revolution\u00e4ren Zellen \" (RZ) 1977 wiederum zahlreiche Gewaltakte ver\u00fcbt. In Nordrhein-Westfalen haben sich \"Revolution\u00e4re Zellen\" zu folgenden Taten bekannt: 04.01.1977 Versuchte Brandanschl\u00e4ge auf zwei Kinos in Aachen und in D\u00fcsseldorf, in denen der Film \"Unternehmen Entebbe\" aufgef\u00fchrt wurde. 16.02.1977 Brandanschlag in D\u00fcsseldorf auf den Pkw, der von einem Pflichtverteidiger des im Stockholm-Proze\u00df angeklagten Karl Heinz Dellwo benutzt wurde. Im Mai 1977 erschien, wie bereits im Mai 1975 und 1976, der \"Revolution\u00e4re Zorn\" -Zeitung der Revolution\u00e4ren Zellen -, wobei in dieser Ausgabe die Gruppenbezeichnung im Untertitel erstmals im Plural gebraucht wird. Die Schrift enth\u00e4lt neben dem Bekenntnis zu Gewalttaten, die 1976 ver\u00fcbt wurden, die Anleitung zum Bau eines Zeitz\u00fcnders sowie zur Besch\u00e4digung von Fahrscheinentwertern in \u00f6ffentlichen Nahverkehrsmitteln. 6.4 Logistik Wie bereits im Zusammenhang mit dem Mord an GBA Buback und dem Mordund Entf\u00fchrungsfall Dr. Schleyer erw\u00e4hnt, sind Terroristen auch im Bereich der Logistik im Land Nordrhein-Westfalen t\u00e4tig geworden. Bei acht Raub\u00fcberf\u00e4llen auf Geldinstitute, bei denen die Tatumst\u00e4nde auf die T\u00e4terschaft von Terroristen deuten, wurden * ca. 1,3 Millionen DM und * ca. 140.000,DM in Devisen verschiedenster W\u00e4hrung erbeutet. Bei vier Einbr\u00fcchen in die Amtsr\u00e4ume von Meldebeh\u00f6rden wurden * ca. 280 Personalpapiere, z, T Blankovordrucke, * 18 Siegel bzw. Stempel sowie * 1 Pa\u00dfbilddoppelrasterger\u00e4t zum f\u00e4lschungssicheren Einarbeiten von Lichtbildern in Ausweisformulare entwendet. 6.5 Terroristisches Umfeld 32","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Im Berichtszeitraum sind auch wieder mehrere Personen durch ihre Kontakte zu inhaftierten Terroristen in Erscheinung getreten. Diese Kontakte dienten nicht etwa nur der sozialen Betreuung, sondern in erster Linie dem Austausch von Informationen. Dieser Informationsaustausch ist auch wesentliche Funktion von \"Knast Infos\", die in Nordrhein-Westfalen periodisch erscheinen. Dar\u00fcber hinaus wird in diesen Schriften in polemischer Form auf Terroristenprozesse und die Haftbedingungen inhaftierter Terroristen eingegangen. Andere Schriften, wie z. B, die \"Dokumentation\", \"Der b\u00fcrgerliche Friede ist bewaffneter Friede\", die von einem \"Kampfkomitee gegen die Repression\" in M\u00fcnster herausgegeben wurden, geben Hinweise auf Arbeitsmethoden der Sicherheitsbeh\u00f6rden sowie Anleitungen zu konspirativem Verhalten. 6.6 Politisch motivierte Gewalttaten Ausgef\u00fchrte Gewalttaten Im Berichtszeitraum (1. 1. 1977 bis 31.1.1978) wurden im Bereich der Staatsschutzkriminalit\u00e4t 67 versuchte bzw. vollendete Gewalttaten registriert; davon 3 F\u00e4lle im Monat Januar 1978 (1976: 25 F\u00e4lle). Herausragende F\u00e4lle waren (neben den auf Seite 42 u. 43 bereits genannten): 03./04.01,1977 Brandanschl\u00e4ge auf das Rathaus und ein M\u00f6belgesch\u00e4ft in Hamm durch Linksextremisten 15.02.1977 Bank\u00fcberfall auf die Zweigstelle der Nationalbank in Essen 27.02.1977 Schwere K\u00f6rperverletzung mit Todesfolge anl\u00e4\u00dflich von Auseinandersetzungen bei einer \u00f6ffentlichen Versammlung t\u00fcrkischer Gastarbeiter in K\u00f6ln 12.04.1977 Bank\u00fcberfall auf die Zweigstelle der Dresdner Bank in K\u00f6ln 15.04.1977 Bank\u00fcberfall auf die Zweigstelle der Deutschen Bank in D\u00fcsseldorf 28./29.04.1977 Sprengstoffanschlag auf das Geb\u00e4ude der Bundes\u00e4rztekammer in K\u00f6ln; zum Anschlag bekannten sich in verschiedenen Bekennerschreiben ein \"Kommando Petra Schelm\" und eine Frauenvereinigung \"Rote Zora\" 19.05.1977 Bank\u00fcberfall auf die Zweigstelle der Deutschen Bank in K\u00f6ln 04.07.1977 Bank\u00fcberfall auf die Zweigstelle der Dresdner Bank in D\u00fcsseldorf 03.08.1977 Bank\u00fcberfall auf die Nationalbank in Essen 21.09.1977 Raub\u00fcberfall auf die Raiffeisenbank in Aachen durch drei Gewaltt\u00e4ter, die mit einer Schnellfeuerwaffe und einem Revolver bewaffnet waren. Beute: ca. 115.000,DM. 21.09.1977 33","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Raub\u00fcberfall auf die Zweigstelle der Deutschen Bank in Hagen-Emst durch zwei maskierte T\u00e4ter, die mit einer Maschinenpistole und einer Pistole bewaffnet waren. Beute: \u00fcber 62.000,DM. 27.11.1977 Brandanschlag auf die Gesch\u00e4ftsstelle der IG Bergbau und Energie in Dortmund im Hause Kronprinzenstra\u00dfe 95. Bei einem im gleichen Hause untergebrachten Textilgesch\u00e4ft entstand ein Schaden in H\u00f6he von 200.000,DM. 23.12.1977 Brandanschlag auf das Bundesamt f\u00fcr den Zivildienst in K\u00f6ln. Die in den Aktenraum geschleuderten beiden Brandflaschen richteten nur geringen Sachschaden an, da der ausgebrochene Brand nach kurzer Zeit gel\u00f6scht werden konnte. 02.01.1978 Versuchter Sprengstoffanschlag auf die \u00e4gyptische Botschaft in Bonn-Bad Godesberg. Der Sprengsatz konnte zwei Minuten vor der eingestellten Z\u00fcndzeit entsch\u00e4rft werden. Aufgrund der festgestellten Tatzusammenh\u00e4nge d\u00fcrften f\u00fcr die Bank\u00fcberf\u00e4lle terroristische Gewaltt\u00e4ter in Frage kommen. Angedrohte Gewalttaten Vom 1. 1. 1977 bis 31. 1.1978 wurden 373 Gewalttaten, bei denen ein politisches Motiv erkennbar war oder behauptet wurde, angedroht (1976: 337). In 138 F\u00e4llen handelte es sich um sog. Bombendrohungen, die sich vorwiegend gegen \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude und Einrichtungen richteten. Die Bedrohungen (235 F\u00e4lle) richteten sich \u00fcberwiegend gegen Politiker und f\u00fchrende Personen aus dem Bereich der Wirtschaft. In den Monaten September und Oktober 1977 war eine H\u00e4ufung dieser Delikte festzustellen. Im Monat Januar 1978 wurden nur 13 der insgesamt 373 F\u00e4lle gez\u00e4hlt. Die T\u00e4ter gaben sich in der Mehrzahl als Angeh\u00f6rige der \"RAF\", des \"Kommandos Hausner\", des \"Kommandos Holger Meins\" usw. aus und wurden offenbar zu einem erheblichen Teil durch die Vorkommnisse im Zusammenhang mit der Entf\u00fchrung Dr. Schleyers, der Flugzeugentf\u00fchrung und Befreiung sowie der Vorf\u00e4lle im Gef\u00e4ngnis in Stuttgart-Stammheim zu ihren Taten angeregt. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang eine Zunahme der Bedrohungen durch T\u00e4ter aus dem rechtsextremen Bereich (z. B. \"Deutsche Liga f\u00fcr Recht und Ordnung\", \"Die Deutsche Wacht\", \"Geheimbund zum Schutz der Demokratie\" usw.). 34","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 7 Spionageabwehr * Wie in den fr\u00fcheren Jahren so ist auch 1977 innerhalb der Bundesrepublik Deutschland das Land Nordrhein-Westfalen bevorzugtes Ziel der Spionageaktivit\u00e4ten kommunistischer Staaten gewesen. Die Zahl der erkannten Spionageauftr\u00e4ge ist gegen\u00fcber dem Vorjahr um mehr als das 1 1/2fache gestiegen. Hieraus l\u00e4\u00dft sich jedoch keine au\u00dfergew\u00f6hnliche Zunahme der Aktivit\u00e4t gegnerischer Nachrichtendienste herleiten. Die h\u00f6here Zahl der erkannten Spionageauftr\u00e4ge ist vielmehr auf die umfassende Auswertung des Spionagefalles Berger (Zielrichtung Ausw\u00e4rtiges Amt) zur\u00fcckzuf\u00fchren. * Was die geheimdienstlichen Auftraggeber angeht, so stehen unver\u00e4ndert die Nachrichtendienste der DDR im Vordergrund, deren Anteil sich auf rund 90% bel\u00e4uft. Die \u00fcbrigen Auftraggeber waren die Nachrichtendienste anderer kommunistischer Staaten, wie vor allem Polens, aber auch der UdSSR, Rum\u00e4niens, Ungarns und der CSSR. Die \u00fcbrigen Ostblockstaaten sind dagegen kaum in Erscheinung getreten. * Das Schwergewicht der gegnerischen Auftr\u00e4ge lag zum einen mit etwa 64% bei der politischen Spionage - Ziele waren insbesondere * Regierungsund Verwaltungsstellen des Bundes, des Landes und der Kommunen, * Politische Parteien, * Universit\u00e4ten und andere wissenschaftliche Einrichtungen-, zum anderen mit 21,4% bei der milit\u00e4rischen Spionage. Etwa 8% der erkannten Auftr\u00e4ge richteten sich gegen die gewerbliche Wirtschaft. * Die geographische Zielrichtung der Spionagebedrohung lag einmal auf der Linie Bonn, K\u00f6ln, M\u00f6nchengladbach (Natohauptquartier), D\u00fcsseldorf und zum weiteren im Ruhrgebiet und im M\u00fcnsterland. * Der \u00fcberwiegende Teil der von kommunistischen Nachrichtendiensten zur Spionaget\u00e4tigkeit aufgeforderten Personen wohnte zur Zeit der Werbung in unserem Lande. Insgesamt sind aber nur einige der Personen, die nach den vorhandenen Erkenntnissen angesprochen worden sind, f\u00fcr die kommunistischen Nachrichtendienste auch t\u00e4tig geworden. Die meisten der Angesprochenen lehnten eine Spionaget\u00e4tigkeit von vornherein ab. Ihr Anteil hat sich gegen\u00fcber dem Vorjahre erh\u00f6ht. Diese Tatsache d\u00fcrfte nicht zuletzt auf die verst\u00e4rkte vorbeugende Aufkl\u00e4rung staatlicher Stellen und auf die breitere Berichterstattung \u00fcber einige spektakul\u00e4re Spionagef\u00e4lle zur\u00fcckzuf\u00fchren sein. Weitaus die meisten der nachrichtendienstlich angesprochenen Bewohner Nordrhein-Westfalens wurden im kommunistischen Machtbereich \"kontaktiert\". Reisen jeder Art dienten hier als Anla\u00df. Sonst erfolgte die Anbahnung \u00fcberwiegend brieflich, eine Werbungsmethode, die fast ausschlie\u00dflich von DDR-Nachrichtendiensten angewandt wird. Im Berichtsjahr werteten diese Dienste auf dem Hintergrund der angespannten Arbeitsmarktlage offenbar 35","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 systematisch Stellengesuche in Zeitungen und Fachzeitschriften f\u00fcr ihre Zwecke aus; denn bei vielen der brieflichen Anbahnungen war Ankn\u00fcpfungspunkt die Aufgabe eines Inserats in den in unserem Land stark verbreiteten Tageszeitungen. In den ihm geeignet erscheinenden F\u00e4llen schreibt der Nachrichtendienst den Inserenten an und \"segelt dabei unter falscher Flagge\", wie z. B. \u00fcberbetriebliche Forschungsgemeinschaft, Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr prognostische Forschung, Ingenieurb\u00fcro Lorenz. Bei den Personen aus der DDR und dem \u00fcbrigen kommunistischen Machtbereich waren zumeist Antr\u00e4ge auf Aussiedlung Anla\u00df der nachrichtendienstlichen Ansprache. Daneben dienten vor allem famili\u00e4re Bindungen in den Westen und Reisen in die Bundesrepublik zur Kontaktierung. * Seit etwa 1971 ist in Zusammenarbeit der Verfassungsschutzbeh\u00f6rden des Bundes und der L\u00e4nder eine Form der Abwehr entwickelt worden, die es h\u00e4ufig gestattet, eine Enttarnung der betreffenden Personen schon vor Aufnahme ihrer nachrichtendienstlichen T\u00e4tigkeit zu erreichen. Mit rund 50% aller im Bundesgebiet nach dieser Methode erkannten Einschleusungsf\u00e4lle ist Nordrhein-Westfalen mit Abstand am st\u00e4rksten betroffen. Nach Vorermittlungen der Verfassungsschutzbeh\u00f6rden des Bundes und der L\u00e4nder wurden bis Ende 1977 18 geheime Mitarbeiter, vermutlich des Ministeriums f\u00fcr Staatssicherheit, festgenommen. Davon waren acht in Nordrhein-Westfalen t\u00e4tig. In nahezu allen F\u00e4llen t\u00e4uschten die Agenten mit Hilfe falscher Papiere \u00fcber ihre Person und Herkunft. Diese Festnahmeaktionen haben das Ministerium f\u00fcr Staatssicherheit verunsichert und f\u00fchrten dazu, da\u00df sich zahlreiche weitere geheime Mitarbeiter -davon der \u00fcberwiegende Teil aus Nordrhein-Westfalen - fluchtartig in die DDR absetzten. * Die Benutzung amtlicher und halbamtlicher Vertretungen im Ausland als nachrichtendienstliche St\u00fctzpunkte - sogenannte \"Legale Residenturen\" - geh\u00f6rt auch weiterhin zu den klassischen Methoden der Geheimdienste. Diese Residenturen sind getarnt in den Vertretungen ihrer Staaten untergebracht und verfolgen neben ihren offiziellen Aufgaben nachrichtendienstliche Ziele. Sie beschaffen ihre Informationen durch das Sammeln offener Meldungen, durch das \"Absch\u00f6pfen\" ihrer oft gutgl\u00e4ubigen Gespr\u00e4chspartner, durch den Versuch einer Einflu\u00dfnahme oder Desinformation von Einzelpersonen und staatlichen sowie halbstaatlichen Einrichtungen der Bundesrepublik und nicht zuletzt durch konspirative Arbeit mit geheimdienstlichen Mitteln. * Im Zuge der Abschiebung von H\u00e4ftlingen aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland wurden in der Zeit vom 1.1.-20.12.1977 238 Personen nach Nordrhein-Westfalen eingewiesen (1976: 255 und 1975: 268). Diese Personen waren in der DDR \u00fcberwiegend wegen versuchter Republikflucht zu Haftstrafen verurteilt und wurden aufgrund materieller Gegenleistungen der Bundesregierung vorzeitig aus der Haft entlassen. In einigen F\u00e4llen sind die Entlassenen w\u00e4hrend ihrer Haft vom Ministerium f\u00fcr Staatssicherheit kontaktiert und zu Spitzeldiensten innerhalb der Haftanstalten gezwungen worden. * Im Jahre 1977 wurden in Nordrhein-Westfalen 23 Personen wegen 36","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Landesverrats, geheimdienstlicher T\u00e4tigkeit oder sicherheitsgef\u00e4hrdenden Nachrichtendienstes verurteilt (1976 waren es elf, 1975 sieben). 37","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 8 Ma\u00dfnahmen im Bereich des Justizministers 8.1 Entwicklungstendenz Die Justizbeh\u00f6rden des Landes Nordrhein-Westfalen sind in den letzten Jahren - mit besonderem Schwergewicht im Jahr 1977 - in erheblichem Ausma\u00dfe mit Verfahren befa\u00dft worden, deren Gegenstand Straftaten im Zusammenhang mit extremistischen Umtrieben waren. 8.2 Terrorismus Terroristische Aktionen im Inund Ausland haben auch im Lande NordrheinWestfalen zu Strafverfahren gef\u00fchrt. F\u00fcr die Aburteilung der schwereren terroristischen Gewaltkriminalit\u00e4t ist im Lande Nordrhein-Westfalen nach SS 120 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) das Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf zust\u00e4ndig, das insoweit jedoch Gerichtsbarkeit des Bundes aus\u00fcbt (Artikel 96 Abs. 5 des Grundgesetzes). Die Ermittlungen und die Anklagevertretung in derartigen F\u00e4llen - z. B. im Verfahren gegen die Teilnehmer an dem \u00dcberfall auf die Deutsche Botschaft in Stockholm - obliegen dem Generalbundesanwalt (SS 142 a GVG). Im Berichtszeitraum sind jedoch auch einige Strafverfahren anh\u00e4ngig geworden, in denen kraft Gesetzes oder auf Grund der dem Generalbundesanwalt vom Gesetz einger\u00e4umten M\u00f6glichkeit zur Abgabe bestimmter Verfahren die Staatsanwaltschaften des Landes zust\u00e4ndig sind und die Gerichte Gerichtsbarkeit des Landes aus\u00fcben (SS 142a Abs. 2, 4, SSSS 74 a, 120 GVG) Hervorzuheben sind im einzelnen folgende Verfahren: Vor dem Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf ist zur Zeit das Strafverfahren gegen zwei Personen wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und anderer Straftaten anh\u00e4ngig. Die Angeklagten sollen als Mitglieder der Vereinigung \"Revolution\u00e4re Zellen\" folgende Straftaten geplant und zum Teil durchgef\u00fchrt haben: Geiselnahme eines Politikers; Verhinderung der Auff\u00fchrung des Spielfilms \"Unternehmen Entebbe\" durch das Z\u00fcnden von Spreng-Brands\u00e4tzen in Lichtspieltheatern; Beschaffung von Geldmitteln durch erpresserischen Menschenraub, Raub u. a.; Beschaffung und F\u00e4lschung von Ausweisen, Dienststempeln u. a. zur Vorbereitung einer Untergrundexistenz. Die seit Januar 1978 dauernde Hauptverhandlung ist noch nicht abgeschlossen. Gegen ein weiteres Mitglied der Vereinigung \"Revolution\u00e4re Zellen\" hat der Generalstaatsanwalt in D\u00fcsseldorf im Mai 1978 Anklage wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und anderer Straftaten vor dem Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf erhoben. Dem Angeschuldigten wird ebenfalls Planung und Durchf\u00fchrung von Straftaten der vorerw\u00e4hnten Art zur Last gelegt. Das Gericht hat \u00fcber die Er\u00f6ffnung des Hauptverfahrens noch nicht entschieden. Bei dem Verteidiger des vorgenannten Angeschuldigten wurde anl\u00e4\u00dflich des Besuchs seines Mandanten in der Justizvollzugsanstalt D\u00fcsseldorf eine sogenannte L\u00f6schtafel gefunden, die er in der Unterhose versteckt bei sich trug. In dem daraufhin vom Generalstaatsanwalt in D\u00fcsseldorf wegen Verdachts der Unterst\u00fctzung einer terroristischen Vereinigung und anderer 38","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 Straftaten eingeleiteten Verfahren dauern die Ermittlungen an. Bei dem Generalstaatsanwalt in D\u00fcsseldorf sind ferner mehrere noch nicht abgeschlossene Ermittlungsverfahren wegen Vergehens nach SS 129a StGB und anderer Straftaten gegen Personen anh\u00e4ngig, die Parolen der terroristischen Vereinigung \"Rote Armee-Fraktion (RAF)\" angebracht haben und an die Brosch\u00fcren versandt worden sind, in denen unter Bezugnahme auf terroristische Gewalttaten der Vergangenheit zur Vorbereitung und Durchf\u00fchrung weiterer Straftaten dieser Art aufgerufen wird. 8.3 Demonstrationsstraftaten Einen breiten Raum in der staatsanwaltschaftlichen und gerichtlichen Praxis haben die Verfahren wegen solcher Straftaten beansprucht, die durch Demonstrationen oder im Zusammenhang mit solchen begangen worden sind. In der nachfolgenden \u00dcbersicht sind dabei sowohl Vorkommnisse erfa\u00dft, die aus rechtswie auch solche, die aus linksextremistischen Aktivit\u00e4ten herr\u00fchren. Zu strafrechtlich relevanten \u00dcbergriffen bei Versammlungen der genannten Art kann es n\u00e4mlich von verschiedenen Seiten kommen. Die \u00dcbergriffe k\u00f6nnen sowohl Ausschreitungen der Teilnehmer einer - erlaubten oder verbotenen - Veranstaltung selbst sein (Demolierung von Einrichtungen, Angriffe gegen Unbeteiligte o. a.) oder von Au\u00dfenstehenden gegen die Teilnehmer begangen werden (T\u00e4tlichkeiten, Beleidigungen o. a.), aber auch von Mitgliedern einer Gegendemonstration ausgehen oder sich anl\u00e4\u00dflich von Polizeieins\u00e4tzen zur Trennung der in die Auseinandersetzung verwickelten Personen oder Gruppen ereignen (z. B. in Gestalt von Widerstandsleistungen). Zeitraum vom 1. 1. bis zum 31.12.1977: Wegen Straftaten, die durch Demonstrationen oder im Zusammenhang hiermit begangen worden sind, sind in der Zeit vom 1. 1. 1977 bis zum 31.12.1977 794 staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren gegen 1.373 namentlich bekannte sowie gegen weitere nicht bekannte Personen eingeleitet worden. 57 Verfahren haben im Hochschulbereich begangene Straftaten zum Gegenstand. In der Zeit vom 1. 1. 1977 bis zum 31. 12.1977 haben 723 Verfahren wegen Straftaten, die seit dem 1. 1. 1970 durch Demonstrationen oder im Zusammenhang hiermit begangen worden sind, ihren Abschlu\u00df gefunden, und zwar * 474 Verfahren durch Einstellung oder Absehen von der Verfolgung, * 136 Verfahren durch rechtskr\u00e4ftige Urteile gegen 205 Angeklagte, * 27 Verfahren durch rechtskr\u00e4ftige Strafbefehle gegen 37 Beschuldigte, * 86 Verfahren durch Verbindung mit anderen Verfahren oder durch Abgabe an andere Staatsanwaltschaften. Am 31.12.1977 waren wegen Straftaten, die seit dem 1. 1. 1970 begangen worden sind, noch 523 Verfahren gegen 1.015 namentlich bekannte Personen anh\u00e4ngig. In 337 dieser Verfahren ist gegen 623 Personen Anklage erhoben oder der Erla\u00df eines Strafbefehls beantragt worden. Die \u00fcbrigen Verfahren befinden sich noch im Ermittlungsstadium. Zeitraum vom 1. 1. 1978 bis zum 14.2.1978: Wegen Straftaten, die durch Demonstrationen oder im Zusammenhang hiermit begangen worden sind, sind in der Zeit vom 1. 1. 1978 bis zum 14. 2.1978 52 39","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren gegen 90 namentlich bekannte sowie gegen weitere nicht bekannte Personen eingeleitet worden. Kein Verfahren hat im Hochschulbereich begangene Straftaten zum Gegenstand. In der Zeit vom 1. 1. 1978 bis zum 14. 2.1978 haben 11 Verfahren wegen Straftaten, die seit dem 1. 1. 1970 durch Demonstrationen oder im Zusammenhang hiermit begangen worden sind, ihren Abschlu\u00df gefunden, und zwar * 6 Verfahren durch Einstellung oder Absehen von der Verfolgung, * 5 Verfahren durch rechtskr\u00e4ftige Urteile gegen 10 Angeklagte. Am 14. 2.1978 waren wegen Straftaten, die seit dem 1. 1. 1970 begangen worden sind, noch 564 Verfahren gegen 937 namentlich bekannte Personen anh\u00e4ngig. In 230 dieser Verfahren ist gegen 351 Personen Anklage erhoben oder der Erla\u00df eines Strafbefehls beantragt worden, Die \u00fcbrigen Verfahren befinden sich noch im ErmittIungsstadium. Nach einer von dem Bundesminister des Innern zusammengestellten \u00dcbersicht \u00fcber die Zahl der Demonstrationen im gesamten Bundesgebiet ist f\u00fcr das Land Nordrhein-Westfalen ein R\u00fcckgang von 1.184 im Jahre 1976 auf 927 im Jahre 1977 festzustellen. Dabei ist der Anteil der \"unfriedlich\" verlaufenen Demonstrationen, d. h. solcher mit strafrechtlich erheblichen Auseinandersetzungen, im Lande Nordrhein-Westfalen im Jahre 1977 mit 3,3% erheblich geringer gewesen als im Bundesgebiet insgesamt (8,7%). Damit ist freilich nicht zwangsl\u00e4ufig ein R\u00fcckgang der Zahl der Straftaten verbunden, weil diese Zahl sich nach Umfang und Intensit\u00e4t der Ausschreitungen bei den einzelnen Demonstrationen bestimmt. Vorg\u00e4nge von \u00fcber\u00f6rtlicher Bedeutung, die Anla\u00df zu Koordinierungsma\u00dfnahmen im Bereich der Staatsanwaltschaften auf Grund der Rundverf\u00fcgung des Justizministers vom 24. 3.1971 (4100 - IIIA. 198) h\u00e4tten geben k\u00f6nnen, haben sich im Berichtszeitraum nicht ereignet. 8.4 Rechtsextremistische Aktivit\u00e4ten Bei der Verfolgung von Straftaten im Zusammenhang mit rechtsextremistischen Aktivit\u00e4ten galt die Arbeit der Justizbeh\u00f6rden vornehmlich der Bek\u00e4mpfung der im Jahre 1977 besonders in den Blickpunkt der \u00d6ffentlichkeit ger\u00fcckten neonazistischen Bestrebungen. Eine Erhebung des Justizministeriums \u00fcber die in diesem Zusammenhang anh\u00e4ngig gewordenen Strafverfahren, die sich \u00fcber den Zeitraum vom 1. 1. 1975 bis zum Fr\u00fchjahr 1978 erstreckte, hat gezeigt, da\u00df \u00f6rtlich schwerpunktm\u00e4\u00dfig ein erheblicher Anstieg einschl\u00e4giger Straftaten zu beobachten war. Die Untersuchung des Justizministeriums, das alle einschl\u00e4gigen von den Staatsanwaltschaften des Landes \u00fcbersandten staatsanwaltschaftlichen Abschlu\u00dfverf\u00fcgungen gegen\u00fcber bestimmten Personen und die gerichtlichen Entscheidungen ausgewertet hat, hat gezeigt, da\u00df die Straftaten sich auf drei Gruppen von T\u00e4tern verteilen. * Eine Gruppe stellen Mitglieder bzw. Anh\u00e4nger der sog. NSDAP Auslandsorganisation des Gary Rex Lauck dar, der in den USA ans\u00e4ssig ist. Die Straftaten bestanden vorwiegend im Verteilen oder \u00f6ffentlichen Anbringen von Propagandamaterial der genannten Organisation. * Eine zweite T\u00e4tergruppe setzt sich aus Einzelpersonen zusammen, die aus Anh\u00e4ngerschaft zu dem Nazigedankengut oder aus rein kommerziellen Gr\u00fcnden Gegenst\u00e4nde mit Nazi-Emblemen \u00f6ffentlich verwendet oder verbreitet haben. Hierzu z\u00e4hlen Antiquit\u00e4tenund Kunsth\u00e4ndler, die Einzelobjekte 40","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 vertrieben haben, H\u00e4ndler auf Messen und Flohm\u00e4rkten, die echte oder neu hergestellte Gegenst\u00e4nde mit Nazi-Emblemen \u00f6ffentlich feilgeboten haben, und schlie\u00dflich Einzelg\u00e4nger, die Armbinden oder Fahnen mit einschl\u00e4gigen Kennzeichen gezeigt haben. * Eine zahlenm\u00e4\u00dfig kleine, aber intensiv in Erscheinung getretene dritte Gruppe befa\u00dft sich mit der gewerbsm\u00e4\u00dfigen Herstellung und dem gewerbsm\u00e4\u00dfigen Vertrieb einer F\u00fclle von Gegenst\u00e4nden, die geeignet sind, nazistische Tendenzen wiederzubeleben. Dem Justizministerium haben umfangreiche Angebotslisten \u00fcber Hitlerb\u00fcsten, SS-Dolche u. \u00e4., Bildund Tondarstellungen sowie Nachbildungen von Nazifiguren u. \u00e4. vorgelegen. Wegen des Vertriebs derartiger Gegenst\u00e4nde sind - zum Teil sehr umfangreiche - Strafverfahren anh\u00e4ngig. Aus den durch das Justizministerium ausgewerteten Berichten der Staatsanwaltschaften zu 130 Verfahren ergibt sich: Durch rechtskr\u00e4ftiges Urteil bzw. rechtskr\u00e4ftigen Strafbefehl sind sechs Verfahren abgeschlossen worden, darunter eines gegen drei Personen. In 43 F\u00e4llen mu\u00dften die Staatsanwaltschaften das Verfahren einstellen, weil T\u00e4ter nicht zu ermitteln waren. Diese F\u00e4lle betrafen nach den Berichten der Staatsanwaltschaften fast ausschlie\u00dflich Straftaten der ersten oben beschriebenen T\u00e4tergruppe. Ferner mu\u00dften 15 Verfahren eingestellt werden, weil entweder eine Straftat nicht vorlag oder der genaue Hergang des Geschehens nicht festgestellt werden konnte bzw. - was \u00fcberwog - ausreichendes Beweismaterial zu der \u00dcberf\u00fchrung der Beschuldigten in objektiver oder subjektiver Hinsicht fehlte. In weiteren 30 F\u00e4llen (in einigen davon gegen\u00fcber mehreren T\u00e4tern) haben die Staatsanwaltschaften oder die Gerichte zwar die Strafbarkeit der den Beschuldigten vorgeworfenen Handlungen bejaht, aber die Verfahren entweder wegen geringerer Bedeutung des Vorkommnisses eingestellt, h\u00e4ufig gegen Zahlung von Geldbu\u00dfen, oder im Hinblick auf einen anderen, gravierenderen Strafvorwurf, neben dem das hier in Rede stehende Verhalten an Bedeutung erheblich zur\u00fcckstand, von der Strafverfolgung abgesehen. Die \u00fcbrigen Verfahren sind aus anderen Gr\u00fcnden (z. B. Verj\u00e4hrung, Abgabe an andere Staatsanwaltschaften) erledigt worden oder noch anh\u00e4ngig. Die Auswertung der Berichte und Unterlagen hat ferner ergeben, da\u00df es im Lande Nordrhein-Westfalen zu Verfahrenseinstellungen im Hinblick auf die Sozialad\u00e4quanzklausel der SS 86 Abs. 3, SS 86a Abs. 3 des Strafgesetzbuches nur in einer sehr geringen Anzahl von F\u00e4llen gekommen ist. Die Problematik des \u00f6ffentlichen Vertriebs von Gegenst\u00e4nden mit Nazi-Emblemen hat der Justizminister Ende 1977 auf die Tagesordnung einer im Februar 1978 abgehaltenen Dienstbesprechung mit den Leitern der Generalstaatsanwaltschaften und der Staatsanwaltschaften des Landes gesetzt. Bei der Besprechung sind die rechtlichen und tats\u00e4chlichen Probleme der Verfolgung der einschl\u00e4gigen Straftaten eingehend er\u00f6rtert und die Staatsanwaltschaften auf die Notwendigkeit ihrer nachdr\u00fccklichen Verfolgung hingewiesen worden. Bei der Auswertung der Berichte der Staatsanwaltschaften hat sich gezeigt, da\u00df in einem Punkte, n\u00e4mlich im Hinblick auf das Herstellen und die Einfuhr neonazistischen Materials, der bestehende Strafrechtsschutz verbesserungsbed\u00fcrftig ist. Insoweit hat das Justizministerium Gesetzgebungsvorschl\u00e4ge erarbeitet, die zur Zeit zwischen den Justizministern und -senatoren des Bundes und der L\u00e4nder er\u00f6rtert werden. 41","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 8.5 Linksextremistische Aktivit\u00e4ten Strafverfahren auf Grund von Straftaten, deren Ursprung dem Bereich des Linksextremismus zuzuordnen ist und die in den vergangenen Jahren ganz \u00fcberwiegend im Vordergrund des Interesses gestanden haben, sind bereits in der chronologischen \u00dcbersicht auf Seite 45 ff des Berichts aufgef\u00fchrt. An den auf Seite 51 ff. dargestellten Straftaten durch Demonstrationen oder im Zusammenhang mit solchen haben die von linksextremistischen Kreisen ausgehenden Ausschreitungen insgesamt einen gr\u00f6\u00dferen Anteil gehabt. Einen weiteren Bereich, in dem die Justizbeh\u00f6rden des Landes - namentlich auch im Jahre 1977 - mit einer erheblichen Anzahl von Verfahren belastet worden sind, stellen die Verfahren wegen Straftaten dar, die Anh\u00e4ngern oder Sympathisanten kommunistisch orientierter Gruppierungen zur Last gelegt werden. Dies hat sich vor allem in der Belastung der Staatsanwaltschaft Dortmund niedergeschlagen, die sowohl auf dem Sektor der Organisationsdelikte (SSSS 84 ff. des Strafgesetzbuchs) als auch auf dem der Verunglimpfungsdelikte (SSSS 90, 90a Abs. 3, SS 90 b des Strafgesetzbuchs) \u00fcberproportional im Lande und sogar im gesamten Bundesgebiet betroffen war. Im Zust\u00e4ndigkeitsbezirk dieser Staatsanwaltschaft liegt der zentrale Sitz einer Partei kommunistischer Pr\u00e4gung, von der eine rege Druckt\u00e4tigkeit entfaltet wird. Die Pr\u00fcfung der zahlreichen Druckwerke auf ihren strafrechtlichen Gehalt f\u00e4llt deshalb in besonderem Ma\u00dfe bei dieser Staatsanwaltschaft an, um so mehr, als ihr die zentrale Zust\u00e4ndigkeit im Bundesgebiet f\u00fcr alle diejenigen Druckschriften zukommt, die in ihrem Bezirk erscheinen (SS 7 Abs. 2 StPO). 8.6 Gesetzgeberische Ma\u00dfnahmen Der Bundestag hat am 16. 2.1978 ein Gesetz zur \u00c4nderung der Strafproze\u00dfordnung verabschiedet. Dieses Gesetz ist am 18. 4.1978 verk\u00fcndet worden (BGBl. I S. 497). Zur Bek\u00e4mpfung des Terrorismus sieht es namentlich folgende Regelungen vor: In Verfahren wegen Straftaten nach SS 129a StGB (Bildung terroristischer Vereinigungen) kann ein Verteidiger ausgeschlossen werden, wenn \"bestimmte Tatsachen\" den Verdacht begr\u00fcnden, da\u00df der Anwalt sich als Komplize seines Mandanten bet\u00e4tigt. Bisher war insoweit ein dringender Verdacht erforderlich. F\u00fcr das Gespr\u00e4ch zwischen dem unter dem Verdacht einer Straftat nach SS 129a StGB inhaftierten Beschuldigten und dem Verteidiger werden Vorrichtungen vorgesehen, die die \u00dcbergabe von Schriftst\u00fccken und anderen Gegenst\u00e4nden ausschlie\u00dfen (Trennscheibe). Bei Fahndungen nach terroristischen Gewaltverbrechern wird die bisher nur f\u00fcr einzelne Wohnungen und R\u00e4ume zul\u00e4ssige Durchsuchung auf ein ganzes Geb\u00e4ude ausgedehnt, wenn auf Grund von Tatsachen anzunehmen ist, da\u00df der Beschuldigte sich in dem Geb\u00e4ude aufh\u00e4lt. Ferner regelt das Gesetz die Einrichtung von Kontrollstellen auf \u00f6ffentlichen Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen sowie das Verfahren zur Identit\u00e4tsfeststellung. 42","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 9 Anhang 9.1 Anlage 1 Aufstellung der wichtigsten rechtsextremen Publikationen \"Anzeiger der Notverwaltung des Deutschen Ostens\" Mitteilungsblatt der Gemeinschaft Ostund Sudetendeutscher Grundeigent\u00fcmer und Gesch\u00e4digter-Bundesverband \"Briefe\" Mitteilungsblatt der neonazistischen Deutschen B\u00fcrgerinitiative e. V. (Manfred Roeder) \"Das freie Forum\" Mitteilungsblatt der Gesellschaft f\u00fcr freie Publizistik e. V. \"Das Reich\" Mitteilungsblatt der Nationalen Front \"Denk mit\" Organ des Freundeskreises \"Denk mit\" \"Der Angriff\" Organ der neonazistischen Deutsch-V\u00f6lkischen-Gemeinschaft \"Der Aufmarsch\" Mitteilungsblatt des V\u00f6lkischen Jugendkreises \"Der Pfeil\" Organ der Jungen Nationaldemokraten, M\u00fcnster \"Der Pflegst\u00e4ttenleiter\" Mitteilungsblatt des Deutschen Kulturwerks Europ\u00e4ischen Geistes \"Der Weg nach vorn\" Organ der Deutschen Sozialen Bewegung e. V. \"Der Wind schl\u00e4gt um\" Mitteilungsblatt der neonazistischen Deutschen B\u00fcrgerinitiative e V (Manfred Roeder) \"Deutschland\" Organ der Vereinigung Deutsche Nationalversammlung e.V. \"Deutsche National-Zeitung\" Wochenzeitung der National-Freiheitlichen (Herausgeber: Dr. Frey, M\u00fcnchen) \"Deutsche Stimme\" Parteiorgan der NPD \"Deutscher Anzeiger\" Organ der Deutschen Volksunion \"Deutscher Studenten-Anzeiger\" Unabh\u00e4ngiges Forum Deutscher Hochsch\u00fcler (der NPD nahestehend) \"Deutsche Wochenzeitung\" Der NPD nahestehende Wochenzeitung (Herausgeber: u. a. Adolf von Thadden) \"Die Bauernschaft\" Organ der neonazistischen B\u00fcrgerund Bauerninitiative e. V. (Thies Christophersen) 43","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 \"Die Sirene\" Organ der Jungen Nationaldemokraten, Bonn \"Die Wahrheit f\u00fcr Deutschland\" Organ der neonazistischen Deutsch-V\u00f6lkischen Gemeinschaft \"Dritte Republik\" Organ der Volkssozialistischen Bewegung Deutschlands \"Freiheitskampf\" Mitteilungsblatt der Sache des Volkes - Nationalrevolution\u00e4re Aufbauorganisation \"IdeoIogie und Strategie\" Mitteilungsblatt der Sache des Volkes - Nationalrevolution\u00e4re Aufbauorganisation \"Informationsbrief\" Mitteilungsblatt f\u00fcr Abonnenten des Historisch - Politischen Leserkreises (Herausgeber: Joachim Nehring) \"JN-Intern\" Mitteilungsblatt der Jungen Nationaldemokraten, Landesvorstand NordrheinWestfalen \"JN-Report\" Mitteilungsblatt der Jungen Nationaldemokraten - Bundesvorstand \"Jugend-Pressedienst\" Organ des Bundes Heimattreuer Jugend \"Junges Forum\" Organ der Deutsch-Europ\u00e4ischen Studiengesellschaft (Neue Rechte) \"Kl\u00fcter - Bl\u00e4tter\" Publikationsorgan des Deutschen Kulturwerks Europ\u00e4ischen Geistes \"Kritik\" Schriftenreihe des Thies Christophersen \"Mein Standpunkt\" Der Ludendorff-Bewegung nahestehend \"Mensch und Ma\u00df\" Organ der Ludendorff-Bewegung \"Missus\" Organ der von dem Rechtsextremisten Fiedler, G\u00f6ttingen, unterhaltenen Diskussionsund Sympathisantenkreise \"Mut\" Nationaleurop\u00e4isches Magazin, mit dem insbesondere rechtsextremistische Jugendorganisationen angesprochen werden \"Nationaldemokraten informieren\" Mitteilungsblatt des NPD-Landesvorstandes Nordrhein-Westfalen \"Nationaldemokratische Propaganda-Depesche\" Mitteilungsblatt des NPD-Parteivorstandes \"Nationalrevolution\u00e4r\" Mitteilungsblatt der Sache des Volkes - Nationalrevolution\u00e4re Aufbauorganisation \"Nation Europa\" Rechtsextremistische Monatsschrift (Verantwortlicher Schriftleiter ist NPD - Funktion\u00e4r) 44","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 \"Neue Anthropologie\" Organ der Gesellschaft f\u00fcr biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung \"Neue Zeit\" Mitteilungsblatt der Sache des Volkes - Nationalrevolution\u00e4re Aufbauorganisation \"Nordische Zukunft\" Organ des Nordischen Ring e. V. \"*NSIDE\" Informationsdienst der Pro Veritate Verlagsgesellschaft mbH \"Profil\" Nationaldemokratische Schriftenreihe - NPD Parteivorstand \"Rebell\" Mitteilungsblatt der Sache des Volkes - Nationalrevolution\u00e4re Aufbauorganisation \"Reichs-Arbeiter-Zeitung\" Organ der Unabh\u00e4ngigen Arbeiter Partei \"SOL\" Organ der Solidaristischen Volksbewegung \"SVB-Information\" Mitteilungsblatt der Solidaristischen Volksbewegung \"Unabh\u00e4ngige Nachrichten\" Nachrichtendienst und Mitteilungsblatt unabh\u00e4ngiger Freundeskreise \"V-Informationsdienst der Arbeitsgemeinschaft aller konstruktiven Kr\u00e4fte\" Informationsdienst der Vereinigung Verfassungstreuer Kr\u00e4fte \"Volkssozialistische Schulungsbriefe\" Organ der Volkssozialistischen Bewegung Deutschlands - Partei der Arbeit (Zentralb\u00fcro) \"Widerhaken\" Mitteilungsblatt der Jungen Nationaldemokraten, Neu\u00df \"Wikinger\" Organ der Wiking Jugend \"Wille und Weg\" Nationalsozialistische Reichszeitung Organ der NSDAP-Gruppe W\u00fcbbels 9.2 Anlage 2 Aufstellung der wichtigsten linksextremen Publikationen \"Arbeiterkampf\" Arbeiterzeitung des Kommunistischen Bundes \"Argumente\" SDAJ-Bundesvorstand \"Befreiung\" Organ der K\u00f6lner Anarchosyndikalisten \"Das Neue China\" Zeitung der Gesellschaft f\u00fcr Deutsch-Chinesische Freundschaft \"Dem Volke dienen\" Zentralorgan des Kommunistischen Studentenverbandes 45","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 \"Deutsche Volkszeitung\" Wochenzeitung f\u00fcr demokratischen Fortschritt (Sprachrohr der DFU) \"die internationale\" Organ der \"Gruppe Internationale Marxisten (GIM) - Deutsche Sektion der IV. Internationale\" \"Die Internationale\" Zeitung des Kommunistischen Bundes f\u00fcr den Internationalismus \"Die revolution\u00e4re Stimme\" (ZK der KPD/ML [Neue Einheit] ) \"Die rote Garde\" Beilage zum \"Roten Morgen\" f\u00fcr die Jugendorganisation \"Rote Garde\" der KPD/ML \"die tat\" Sprachrohr der kommunistisch beeinflu\u00dften VVN \"DKP-Informationen\" \"DKP-Landrevue\" Informationen f\u00fcr die Landbev\u00f6lkerung \"DKP-Pressedienst\" \"DKP-Report\" \"Einheit\" Politische Zeitung - Sprachrohr der Vereinigten Linken \"elan - Das Jugendmagazin\" (SDAJ) \"frontal\" Verbandsorgan des SHB \"Heinzelpress\" - \"Freiheitlich sozialistische Zeitschrift\" - Organ der Anarchistengruppe \"K\u00f6lner Heinzelmenschen\" \"Info BUG\" (Berliner Undogmatischer Gruppen) Linksextreme Schrift, die regelm\u00e4\u00dfig Bekennerbriefe von Terrorgruppen ver\u00f6ffentlicht \"Informationen\" (DKP-Landesbezirk Ruhr-Westfalen) \"Informationen der DKP f\u00fcr die Landbev\u00f6lkerung\" (DKP-Landesbezirk Ruhr-Westfalen) \"Informationen zur Landesund Kommunalpolitik\" (DKP-Landesbezirk Rheinland-Westfalen) \"Informationsdienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten\" (ID) Linksextreme Schrift, die regelm\u00e4\u00dfig \"Kommandomeldungen\" und Bekennerbriefe von Terrorgruppen ver\u00f6ffentlicht. \"INPREKORR\" Internationale Presse-Korrespondenz der IV. Internationale \"Internationale Arbeiterkorrespondenz\" (IAK) Organ der Gruppe IAK zum Aufbau der trotzkistischen Organisation f\u00fcr ganz Deutschland \"Internationale SoIidarit\u00e4t\" Zeitschrift der Liga gegen den Imperialismus 46","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 \"Internationales Bulletin' (European Labor Committees - ELC - Europ\u00e4ische Arbeiterfraktionen) \"K\u00e4mpfende Jugend\" Zentralorgan des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands (KJVD) \"Kommunismus und Klassenkampf\" Theoretisches Organ des Kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW) \"Kommunistische Arbeiterpresse\" (KPD-Betriebszeitungen) \"Kommunistische Arbeiterzeitung\" Zentralorgan des Arbeiterbundes f\u00fcr den Wiederaufbau der KPD \"Kommunistische Jugend-Presse\" (Betriebszeitungen der KJVD-Betriebszellen) \"Kommunistische Korrespondenz\" Trotzkistische Liga Deutschlands (TLD) \"Kommunistische Volkszeitung\" Zentralorgan des Kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW) \"Kultur und Gesellschaft\" Bundesvorstand des \"Demokratischen Kulturbundes der Bundesrepublik Deutschland\" (DKBD) \"links voran\" Monatszeitung des Sozialistischen Jugendbundes (SJB) \"LU - links um - Zeitung f\u00fcr Soldaten\" (SDAJ) \"Marxismus Digest\" Theoretische Beitr\u00e4ge aus marxistischen und antiimperialistischen Zeitschriften (Institut f\u00fcr Marxistische Studien und Forschungen e. V.) \"Marxistische Bl\u00e4tter\" (DKP) \"Marxistische Studentenzeitung\" (MSZ) Hochschulzeitung der Roten Zellen und marxistischen Gruppen \"Mittelstandskurier\" Zeitschrift f\u00fcr Handwerk, Handel und Gewerbe (DFU) \"Nachrichten\" Informationen und Kommentare zur Wirtschaftsund Sozialpolitik (DKP) \"Neue Arbeiterpresse\" Wochenzeitung des Zentralkomitees des Bundes Sozialistischer Arbeiter \"Neue Solidarit\u00e4t\" Wochenzeitung der Europ\u00e4ischen Arbeiterpartei (EAP) und der European LaborComittees \"praxis\" Erfahrungen und Beispiele des demokratischen Kampfes (Parteivorstand der DKP) \"Pressedienst\" (DKP-Landesbezirk Rheinland-Westfalen) 47","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 \"Rebell-Jugendzeitung des Kommunistischen Bundes\" \"Rebell\" Organ des Revolution\u00e4ren Jugendverbandes Deutschlands (RJVD) \"Revolution\u00e4re Gewerkschaftsopposition\" (RGO) (Gewerkschaftsabteilung des ZK der KPD) \"Revolution\u00e4rer Zorn\" Zeitung der Revolution\u00e4ren Zelle \"rote bl\u00e4tter\" Organ des MSB Spartakus \"Rote Fahne\" Zentralorgan der KPD \"Rote Fahne\" Zentralorgan des Kommunistischen Arbeiterbundes Deutschlands \"Rote Fahne - Pressedienst\" (KPD) \"Rote Hilfe\" (Blatt der Roten Hilfe der KPD) \"Rote Hilfe\" Zentralorgan der Roten Hilfe Deutschlands \"Rote Presse Korrespondenz\" Pressedienst der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) \"Roter Morgen\" Zentralorgan der KPD/Marxisten-Leninisten (KPD/ML) \"Solidarit\u00e4t\" Sozialistische Studentenzeitung (Sozialistischer Studentenbund und Kommunistischer Hochschulbund) \"SPARTACIST\" Fourth Internationalist - Ein Organ des Revolution\u00e4ren Marxismus (Trotzkistische Liga Deutschlands) \"SPARTACUS\" Zentralorgan des Spartacusbundes \"Spartacus\" Zentralorgan des Spartacusbundes \"F\u00fcr den Wiederaufbau der IV, Internationale\" \"Unsere Zeit\" Zeitung der arbeitenden Menschen - Zeitung der DKP (UZ) \"Volksmiliz\" Zeitungen der \u00f6rtlichen \"Soldatenund Reservistenkomitees\" (SRK) \"was tun\" Wochenzeitung der Gruppe Internationale Marxisten (GIM) \"Willibald\" Zeitung der \"Jungen Pioniere\" \"Wissenschaft im Klassenkampf\" Theoretisches Organ des KSV Nicht in diese Aufstellung aufgenommen wurden die mit unterschiedlichen Titeln erscheinenden \u00f6rtlichen DKP-Betriebs-, Stadtteilund Kreiszeitungen, die KBW48","Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen \u00fcber das Jahr 1977 und KPD/ML-Betriebszeitungen sowie die SDAJ -Gruppen-, Betriebs-, Berufsschulund Sch\u00fclerzeitungen. 49"],"title":"Verfassungsschutzbericht 1977","year":1977}
