{"file_url":"https://verfassungsschutzberichte.de/pdfs/vsbericht-ni-1984.pdf","jurisdiction":"Niedersachsen","num_pages":135,"pages":["* * * * \" . * * * * * * < * * * * * * * * * * Verfassungs- ^ sch\u00fctzBericht'83-'8<","Lagebericht \u00fcber den politischen Extremismus und die Spionageabwehr in Niedersachsen - I.Juli 1983bis 31. Dezember 1984 -","Herausgeber: Der Nieders\u00e4chsische Minister des Innern Postfach 4420 3000 Hannover 1 Herstellung: Schl\u00fctersche Verlagsanstalt und Druckerei, Hannover Bestellung beim Herausgeber (Lieferung erfolgt kostenlos und portofrei)","Inhaltsverzeichnis Seite Vorbemerkung 9 A \u00dcberblick 11 I Zusammenfassung der Lage im Berichtszeitraum 11 II \u00dcberblick in Zahlen 12 B Linksextremismus 16 I Allgemeine Entwicklung 16 II Organisationen und Bestrebungen 18 1. Orthodoxe Kommunisten 18 1.1 \"Deutsche Kommunistische Partei\" (DKP) 18 1.1.1 Ideologisch-politischer Standort 18 1.1.2 Parteiorganisation und Mitgliederstand 19 1.1.3 Finanzierung, Schulung, Propaganda 20 1.1.3.1 Finanzierung durch die SED 20 1.1.3.2 Schulungst\u00e4tigkeit 20 1.1.3.3 Propaganda 22 1.1.4 Die Taktikder DKP: B\u00fcndnispolitik 23 1.1.4.1 Aktionseinheit 24 1.1.4.2 Betriebsarbeit 25 1.1.5 Weitere Schwerpunkte der Parteiarbeit 27 1.1.5.1 Mitgliederwerbung 27 1.1.5.2 Nieders\u00e4chsische Teilnahme an zentralen DKP-Veranstaltungen 28 1.1.6 Internationale Zusammenarbeit der DKP 29 1.2 Die Nebenorganisationen der DKP 30 1.2.1 \"Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend\" (SDAJ) 30 1.2.1.1 Organisation, Mitgliederstand, Publikationen 30 1.2.1.2 Neues \"Aktionsprogramm\" der SDAJ 31 1.2.1.3 Aktionsschwerpunkt Jugendarbeitslosigkeit 32 1.2.1.4 Einflu\u00dfnahme auf die \"Bundessch\u00fclervertretung\" 32 1.2.1.5 Mitwirkung der SDAJ in Jugendringen 34 1.2.1.6 \"Pfingstcamps\" der SDAJ 34 1.2.1.7 Solidarit\u00e4tsaktionen f\u00fcr Nicaragua 34 3","1.2.2 \"Marxistischer Studentenbund Spartakus\" (MSB-Spartakus) 35 1.2.3 \"Junge Pioniere - Sozialistische Kinderorganisation\" (JP) 36 1.2.3.1 Organisation 36 1.2.3.2 Aktivit\u00e4ten 36 1.3 DKP-beeinflu\u00dfte Organisationen 37 1.3.1 \"Deutsche Friedensunion\" (DFU) 37 1.3.1.1 Organisation 37 1.3.1.2 Aktivit\u00e4ten 37 1.3.2 \"Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes - 38 Bund der Antifaschisten\" (VVN-BdA) 1.3.2.1 Organisation 38 1.3.2.2 Aktivit\u00e4ten 40 1.3.3 \"Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner\" (DFG-VK) 40 1.3.4 Initiative \"Weg mit den Berufsverboten\" 40 1.3.5 Sonstige DKP-beeinflu\u00dfte Organisationen 41 2. Dogmatische \"Neue Unke\" 43 2.1 Einzelne Parteien und Gruppierungen 43 2.1.1 \"Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands\" (MLPD) 43 2.1.2 \"Kommunistischer Bund\" (KB) 43 2.1.3 \"Kommunistische Partei Deutschlands (Marxisten-Leninisten)\" (KPD) 45 2.1.4 \"Bund Westdeutscher Kommunisten\" (BWK) 45 2.1.5 \"Kommunistischer Bund Westdeutschland\" (KBW) 45 2.1.6 \"Marxistische Gruppe\" (MG) 45 2.2 Agitations-und Aktionsschwerpunkte 46 3. Undogmatische \"Neue Linke\" 47 3.1 Allgemeines 47 3.2 Schwerpunkte der Aktionen 49 III Besondere Aktionsfelder der 50 Linksextremisten 1. \"Anti-Militarismus-Kampf\" 50 l. I Allgemeines 50 1.1.1 Beteiligung am \"traditionellen\" Fl\u00fcgel 50 1.1.2 Beteiligung am unabh\u00e4ngigen Fl\u00fcgel 51","1.2 Herbstaktionen 1983 zur Verhinderung der NATO-Nachr\u00fcstung 52 1.3 PlanungenzurFortf\u00fchrungder Protestaktionen(tm) Jahre 1984 53 1.4 Aktionen gegen US-Munitionstransporte 53 1.5 ProtestegegendielnternationaleLuftfahrtausstellung 1984(ILA) 54 1.6 St\u00f6rungen der NATO-Herbstman\u00f6ver im Raum Hildesheim 54 2. Einflu\u00dfnahme auf die \"Anti-Kernkraftbewegung\" 57 2.1 \"Widerstand\" gegen die Standortbenennung Dragahn 57 2.2 Protestaktionen gegen Transporte zum Zwischenlager Gorleben 57 2.3 Straftaten innerhalb des \"Widerstandes\" in 60 der Region L\u00fcchow-Dannenberg 3. \"Anti-Faschismus\"-Kampagne 61 IV Gewalt und Terror mit 64 linksextremistischem Hintergrund 1. Allgemeine Feststellungen 64 2. \"RoteArmee-Fraktion\"(RAF) 65 3. \"Revolution\u00e4reZellen\"(RZ) 69 4. Sonstige Gruppen 70 C Rechtsextremismus 78 I Allgemeine Entwicklung 78 Il Organisationen und Bestrebungen 84 1. Neonazis 84 1.1 Einzelne Gruppierungen 84 1.1.1 Ehemalige Mitglieder der verbotenen \"Aktionsfront Nationaler 84 Sozialisten/Nationale Aktivisten\" (ANS/NA) 1.1.2 \"Hilfsorganisation f\u00fcr nationale politische Gefangene und 86 deren Angeh\u00f6rige e.V.\" (HNG) 1.1.3 \"Nothilf technische \u00dcbungsund Bereitschaftsstaffel Bergene. V.\"(N\u00dcB) 87 1.1.4 \"Kampfeinheit Nationaler Sozialisten\" (KNS) 89 1.1.5 \"B\u00fcrgerinitiative gegen Kriegsschuld und antideutsche GreuellUgen\" 89 1.1.6 \"Die Deutsche Freiheitsbewegung - der Bismarck-Deutsche\" (DDF) 89 1.2 Verbindungen zum ausl\u00e4ndischen Rechtsextremismus 89 1.3 Abgeschlossene Strafverfahren gegen Neonazis 91","2. Nationaldemokratische Organisationen 92 2.1 Allgemeines 92 2.2 \"Nationaldemokratische Partei Deutschlands\" (NPD) 92 2.2.1 Allgemeines 92 2.2.2 Beteiligung an der Europa-Wahl 1984 92 2.2.3 Bundesparteitage 94 2.2.4 Weitere Aktivit\u00e4ten 94 2.3 \"Junge Nationaldemokraten\" (JN) 97 2.4 \"B\u00fcrgerinitiative Ausl\u00e4nder-Stop\" (BIA) 97 2.5 Sympathisantenkreis Fiedler 9g 3. \"National-Freiheitliche\"Rechte 98 4. Sonstige rechtsextremistische Gruppen IOI 4.1 Jugendgruppen IOI 4.1.1 \"Wiking-Jugend\" (WJ) IOI 4.1.2 \"Bund Heimattreuer Jugend\" (BHJ) IOI 4.2 Kultur-und Weltanschauungs Vereinigungen IOI 4.2.1 \"Deutsche Kulturgemeinschaft\" (DKG) IOI 4.2.2 \"Deutsches Kulturwerk Europ\u00e4ischen Geistes\" (DKEG) 102 4.2.3 \"Gesellschaft f\u00fcr freie Publizistik\" (GfP) 102 4.2.4 \"Bund f\u00fcr Gotterkenntnis (LUDENDORFF) e. V.\"(BfG) 102 4.2.5 \"Gesellschaft f\u00fcr biologische Anthropologie, Eugenik und 102 Verhaltensforschung\" (GfbAEV) 5. Wehrsportund wehrsport\u00e4hnliche Gruppierungen 103 / / / Rechtsextremistische Beeinflussung von Skinheads, 104 Fu\u00dfballfans u. a. IV Neonazistische Ausschreitungen 106 1. Allgemeines 106 2. Gewalttaten in anderen Bundesl\u00e4ndern 106 3. Vorf\u00e4lle in Niedersachsen 106 6","D Sicherheitsgef\u00e4hrdende und extremistische 110 Betrebungen von Ausl\u00e4ndern I Allgemeine Entwicklung 110 // Organisationen und Bestrebungen 111 1. T\u00fcrken HI 1. I Linksextremisten HI l.l.l Orthodoxe Kommunisten HI LI.2 \"Neue Linke\" HI 1.1.3 Agitationen und Ausschreitungen 112 1.1.3.1 Aktionen gegen das R\u00fcckkehrf\u00f6rderungsgesetz 112 und f\u00fcr die 35-Stunden-Woche 1.1.3.2 Aktionen gegen die Ausl\u00e4nderpolitik der Bundesregierung 112 1.1.3.3 Aktionen f\u00fcr hungerstreikende H\u00e4ftlinge in der T\u00fcrkei 114 1.1.3.4 Aktionen gegen den Idealistenverein Hannover 114 1.1.3.5 Sonstige Aktionen 114 1.2 Rechtsextremisten 115 1.2.1 Extrem nationalistische Vereinigungen 115 1.2.2 Islamisch-extremistische Gruppen 116 1.2.3 Agitationen und Ausschreitungen 116 2. Kurden 116 2.1 Gruppierungen 116 2.2 Ausschreitungen und besondere Aktivit\u00e4ten 117 3. Iraner 117 3.1 Anh\u00e4nger der iranischen Regierung 118 3.2 Gegner der iranischen Regierung 118 4. Araber 119 5. Sonstige Ausl\u00e4nder 119 E Spionageabwehr 120 I Allgemeine Feststellungen 120 II Einzelf\u00e4lle 125","F Geheim-und Sabotageschutz 128 G Extremisten und \u00f6ffentlicher Dienst 130 / Einstellungen in den \u00f6ffentlichen Dienst 130 Il Dienstpflichtverletzungen 131 H Verfassungsschutz durch Aufkl\u00e4rung 134 8","Vorbemerkung Der vorliegende Verfassungsschutzbericht gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die Entwicklung des politischen Extremismus und \u00fcber die Spionageabwehr in der Zeit vom 1. Juli 1983 bis zum 31. Dezember 1984. Verfassungsschutzberichte enthalten neben Informationen \u00fcber sicherheitsgef\u00e4hrdende und geheimdienstliche T\u00e4tigkeiten f\u00fcr fremde M\u00e4chte Feststellungen \u00fcber extremistische Bestrebungen. \"Extremistisch\" sind die Bestrebungen, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtet sind (SS 3 Abs. 1 des Gesetzes \u00fcber den Verfassungsschutz im Lande Niedersachsen vom 12. 7. 1976 in der Fassung vom 24. 3. 1980). - und das Recht auf verfassungsm\u00e4\u00dfige Unter der freiheitlichen demokratischen Bildung und Aus\u00fcbung einer OpposiGrundordnung ist nach der Rechtspretion. chung des Bundesverfassungsgerichts eine Zweck der Berichterstattung ist es, den Ordnung zu verstehen, die unter AusB\u00fcrgern eine sachliche Grundlage f\u00fcr die schlu\u00df jeglicher Gewaltund Willk\u00fcrherrAuseinandersetzung mit dem politischen schaft eine rechtsstaatliche HerrschaftsExtremismus an die Hand zu geben mit ordnung auf der Grundlage der Selbstbedem Ziel, vorurteilsfreie Diskussionen zu stimmung des Volkes nach dem Willen der erm\u00f6glichen. jeweiligen Mehrheit und der Freiheit und Die Berichterstattung \u00fcber F\u00e4lle, in deGleichheit darstellt. Zu den fundamentanen Extremisten zum Zweck der Agitation len Prinzipien dieser freiheitlichen demosolche Themen aufgreifen, die auch andekratischen Grundordnung geh\u00f6ren insbere B\u00fcrger bewegen, darf nicht in dem Sinsondere ne mi\u00dfverstanden werden, da\u00df der Verfas- - die Achtung vor den im Grundgesetz sungsschutz sich um alle von diesem Thekonkretisierten Menschenrechten, ma betroffenen B\u00fcrger k\u00fcmmert. Das gilt - die Volkssouver\u00e4nit\u00e4t, insbesondere f\u00fcr Protestund Alternativ- - die Gewaltenteilung, bewegungen. Im Interesse einer verst\u00e4nd- - die Verantwortlichkeit der Regierung, lichen Darstellung ist es aber unvermeid- - die Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit der Verwaltung, lich, diese Bewegungen als Hintergrund, - die Unabh\u00e4ngigkeit der Gerichte, Bet\u00e4tigungsfeld oder Ansatzpunkt f\u00fcr ex- - das Mehrparteienprinzip, tremistische Aktivit\u00e4ten zu benennen. - die Chancengleichheit der politischen Ohne auf Einzelheiten des folgenden Parteien, Berichts n\u00e4her einzugehen, m\u00f6chte ich vor 9","allem auf die zunehmende GewaltbereitAlle Demokraten haben die gemeinsame schaft von Linksund Rechtsextremisten Pflicht, daf\u00fcr zu sorgen, da\u00df eine solche hinweisen. Diese Tendenz wird besonders Entwicklung verhindert wird! im Raum L\u00fcchow-Dannenberg deutlich: Die politische Stabilit\u00e4t in der BundesAllein im Jahre 1984 wurden dort rund 60 republik Deutschland ist nicht selbstverAnschl\u00e4ge ver\u00fcbt und dabei Sch\u00e4den von st\u00e4ndlich. Sie fordert weiterhin auch ein fast vier Millionen DM verursacht. Es deutliches Bekenntnis zur wehrhaften Dewurden Straftaten mit Sprengstoff und mokratie. Der Verfassungsschutz nimmt Brands\u00e4tzen, Sabotage gegen Bundesinnerhalb der wehrhaften Demokratie eibahneinrichtungen, Blockaden des Schienen wichtigen Platz ein. Es ist seine Aufnen-und Stra\u00dfenverkehrs begangen. Mit gabe, die der freiheitlichen demokratiden Taten war teilweise betr\u00e4chtliche Geschen Grundordnung drohenden Gefahfahr f\u00fcr Menschen verbunden. Die Aktiviren rechtzeitig zu erkennen. Die niedert\u00e4ten von Gruppen und Einzelt\u00e4tern aus s\u00e4chsische Landesregierung dankt an diedem Kreise der Kernkraftgegner hat an ser Stelle allen Mitarbeitern des VerfasGewalt zugenommen. Die Aktionstage sungsschutzes f\u00fcr ihre gewissenhafte Arder Kernkraftgegner im Februar 1985 habeit zum Wohle unserer demokratischen ben gezeigt, da\u00df die Spirale der Gewalt Ordnung. sich weiterdreht. Von gewaltfreiem Widerstand kann hier nicht mehr die Rede sein. Wer zu solchen Aktionen aufruft, wer militante Demonstranten unterst\u00fctzt und ihnen Hilfe gew\u00e4hrt, der hat es mitzuvertreten, da\u00df vor allem junge Menschen mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind. Deshalb mu\u00df ich an dieser Stelle noch einDr. Egbert M\u00f6cklinghoff mal betonen: Nieders\u00e4chsischer Innenminister Es ist unter keinem Gesichtspunkt zu rechtfertigen und unverantwortlich, Gewalt und Rechtsverletzungen als Mittel der politischen Auseinandersetzung zu propagieren. Solche Mittel, solche Methoden sind von allen Demokraten auf das sch\u00e4rfste abzulehnen. Und wer hier nicht klar Stellung nimmt, macht sich mitverantwortlich, weil auch der, der nicht jede Anwendung von Gewalt und Rechtsbruch verurteilt, dazu beitr\u00e4gt, den Damm gegen Gewaltanwendung zu \u00f6ffnen. Wer rechtsbrecherische Gewalt gegen gesetzm\u00e4\u00dfige Ma\u00dfnahmen des Rechtsstaates als Notwehr, Aus\u00fcbung des Widerstandsrechtes oder Gegengewalt gegen eine angebliche strukturelle Gewalt des Staates ausgibt, gef\u00e4hrdet unser rechtsstaatliches System und damit die Freiheit seiner Mitb\u00fcrger. 10","Zusammenfassung der Lage im Berichtszeitraum Der politische Extremismus stellt auch Die Versuche von Neonazis, sich nach in Niedersachsen nach wie vor noch keine dem Verbot der ANS/NA organisatorisch ernsthafte Bedrohung f\u00fcr den Bestand unwieder zu sammeln und st\u00e4rkeren Einflu\u00df seres Staates und f\u00fcr die freiheitliche dezu gewinnen, sind bisher gescheitert. Nach mokratische Grundordnung dar. Die Zielwie vor propagieren sie jedoch ungesetzung verschiedener Gruppen l\u00e4uft jehemmt Gewalt und ver\u00fcben Straftaten. doch auf Gewalt oder Terror oder auf die Deshalb besteht aller Anla\u00df, die Umtriebe Errichtung eines Unrechtsregimes hinaus; neonazistischer Gruppen und insbesondedaher bedeutet der politische Extremisre ihrer F\u00fchrer weiterhin aufmerksam zu mus eine st\u00e4ndige Gefahrenquelle f\u00fcr die verfolgen. innere Sicherheit und f\u00fcr unsere rechtsDie \"Nationaldemokratische Partei staatliche Verfassungsordnung. Deutschlands\" (NPD) erhielt bei der EuGegen Ende des Berichtszeitraums haropa-Wahl mehr Stimmen, als sie erwartet ben vor allem Aktionen des gewaltbereihatte. Die 1985 bis 1987 anstehenden ten Spektrums unter den Linksextremisten Wahlen werden zeigen m\u00fcssen, ob die zu einer Anspannung der Sicherheitslage NPD wirklich Tritt gefa\u00dft hat. Dagegen gef\u00fchrt. H\u00f6hepunkt der Entwicklung war ist sicher, da\u00df der Anh\u00e4ngerkreis des die Reaktivierung des Terrors: Anschl\u00e4ge, Rechtsextremisten Dr. Frey sich auch in die den Hungerstreik inhaftierter TerroriNiedersachsen erweitert hat. sten begleiteten, wirkten als Signal auch Die Zahl extremistischer Ausl\u00e4nder f\u00fcr Kreise, die bisher keine unmittelbare ging zwar zur\u00fcck. Jedoch kam es h\u00e4ufiger Beziehung zum Terrorismus hatten erkenzu schweren Auseinandersetzungen zwinen lassen. - Die Gewaltbereitschaft unschen t\u00fcrkischen Gruppen. ter den extremistischen Unterst\u00fctzern der Die Bedrohung durch Spionage ging gro\u00dfen Protestbewegungen stieg. Vor alweiterhin \u00fcberwiegend von den Nachrichlem Anh\u00e4nger der undogmatischen \"Neutendiensten der DDR aus. Niedersachsen en Linken\" ver\u00fcbten Straftaten und Geist aufgrund der geographischen Lage und waltakte zur Unterst\u00fctzung der Proteste. wegen der gro\u00dfen Zahl der f\u00fcr den OstAuch im \u00fcbrigen haben die politischen block interessanten Aussp\u00e4hungsziele beExtremisten von links vor allem versucht, sonders betroffen. auf die Protestbewegungen Einflu\u00df zu nehmen. Das gelang ihnen teilweise. Besonders die \"Deutsche Kommunistische Partei\" (DKP) fand in Protestbewegungen Ansatzpunkte f\u00fcr ihre B\u00fcndnispolitik.","\u00dcberblick in Zahlen Organisationen Bundesgebiet einschl. Berlin Inl\u00e4ndische Extremisten (ohne Mehrfachmitgliedschaften und Kinderorganisationen) - Mitglieder linksextremistischer Kernund Nebenorganisationen 61.200 (61.000) - Mitglieder linksextremistisch beeinflu\u00dfter Organisationen 1 ) 55.300 (56.000) - Rechtsextremisten 22.100 (20.300) Orthodoxer Kommunismus -- Kernorganisationen') (DKP, SEW) 44.500 (44.500)3) - Nebenorganisationen 1 ) 28.000 (27.600) - beeinflu\u00dfte Organisationen 1 ) 2 ) 71.000 (70.000) Dogmatische \"Neue Linke\" - Kernorganisationen 1 ) 2.800 (3.400) - Nebenorganisationen 1 ) 1.100 (1.100) - beeinflu\u00dfte Organisationen 1 ) 2 ) 4.500 (4.500) Undogmatische \"Neue Linke\"4) einschlie\u00dflich Terroristen/ 5.100 (4.900) terroristisches Umfeld Rechtsextremisten - Neonazistische Gruppen 1.150 - Neonazistische Einzelg\u00e4nger, (1.130) Spender u.a. 200 - \"Nationaldemokratische\" Organisationen 6.700 (6.100) - \"National-freiheitliche\" Organisationen 12.400 (11.400) - sonstige Rechtsextremisten 3.200 (2.600) Sicherheitsgef\u00e4hrdende und extremistische Bestrebungen von Ausl\u00e4ndern 116.000 (114.300) - Rechtsextremisten 34.350 (32.700) - Linksextremisten 81.650 (81.600) Abz\u00fcge f\u00fcr Mehrfachmitgliedschaften wurden nur in der Zusammenfassung (oberste Spalte) vorgenommen. Vergleichszahlen 1983 in ( ) Vergleiche Erl\u00e4uterungen auf der folgenden Seite 12","Organisationen Niedersachsen Inl\u00e4ndische Extremisten (ohne Mehrfachmitgliedschaften und Kinderorganisationen) - Mitglieder linksextremistischer Kernund Nebenorganisationen 5.800 (5.800) - Mitglieder linksextremistisch beeinflu\u00dfter Organisationen1) 3.000 (3.000) - Rechtsextremisten 2.190 (1.920) Orthodoxer Kommunismus - Kernorganisationen1) (DKP) 3.000 (3.000) - Nebenorganisationen1) 1.600 (1.600) - beeinflu\u00dfte Organisationen1) 2) 3.000 (3.100) Dogmatische \"Neue Linke\" - Kernorganisationen1) 380 (420) - Nebenorganisationen1) - beeinflu\u00dfte Organisationen 1 ) 2 ) 300 (300) Undogmatische \"Neue Linke\"4) 710 (810) einschlie\u00dflich Terroristen/ davon terroristisches Umfeld: terroristisches Umfeld 60 (60) Rechtsextremisten - Neonazistische Gruppen 120 (120) - Neonazistische Einzelg\u00e4nger, Spender u.a. 80 (60) - \"Nationaldemokratische\" Organisationen 910 (870) - \"National-freiheitliche\" Organisationen 1.000 (750) - sonstige Rechtsextremisten 160 (180) Sicherheitsgef\u00e4hrdende und extremistische Bestrebungen von Ausl\u00e4ndern 6.400 (6.570) - Rechtsextremisten 2.400 (2.300) - Linksextremisten 4.000 (4.270) Erl\u00e4uterungen: siehe n\u00e4chste Seite 13","\u00dcberblick in Zahlen Erl\u00e4uterungen derzahlen ausger\u00fcckt. Mitglieder von Initiativen wurden hier nur dann erfa\u00dft, wenn ein organisatorischer ZusammenEin Vergleich dieser Gesamtzahlen mit halt und eine Mitgliederstruktur gegeben der Bev\u00f6lkerungsst\u00e4rke der einzelnen sind. Bundesl\u00e4nder kann nur mit Einschr\u00e4n- 3 kungen zu aussagekr\u00e4ftigen Ergebnissen ) Die DKP hat nach eigenen Angaben f\u00fchren. Abgesehen davon, da\u00df in einigen (bekanntgegeben beim 7. Parteitag am Bundesl\u00e4ndern gr\u00f6\u00dfere Ballungsgebiete 6. Januar 1984) 50.482 Mitglieder. 4 mit einem st\u00e4rkeren Anteil extremistischer ) Hierunter fallen die sonstigen revoluOrganisationen vorhanden sind, weichen tion\u00e4ren Marxisten, Anarchisten sowie die Gesamtzahlen f\u00fcr Niedersachsen nicht sonstigen Sozialrevolution\u00e4re. Erfa\u00dft sind erheblich vom Bundesdurchschnitt ab; sie nur Gruppen, die \u00fcber einen l\u00e4ngeren entsprechen etwa dem Durchschnitt der Zeitraum aktiv waren. Bundesweit hinvergleichbar strukturierten Gebiete in anzuzurechnen sind sch\u00e4tzungsweise etwa deren Bundesl\u00e4ndern. 6.000 Personen, die auf lose, statistisch Organisationsinterne Entscheidungen, nicht ber\u00fccksichtigte Zusammenschl\u00fcsse regionale oder geschichtliche Besonderentfallen. heiten f\u00fchren dazu, da\u00df extremistische Organisationen in den einzelnen Bundesl\u00e4ndern unterschiedlich vertreten sind. ') Kernorganisationen sind Parteien und Gruppierungen, die die f\u00fchrende Kraft in dem jeweiligen politisch-extremistischen Lager bilden. Nebenorganisationen sind Vereinigungen, die sich selbst offen als einer Kernorganisation politsch verbunden bezeichnnen, deren f\u00fchrende Rolle anerkennen und in allen ma\u00dfgeblichen Funktionen von Mitgliedern der Kernorganisation besetzt sind. Sie sind jedoch aufgrund einer eigenen Satzung, eigener F\u00fchrungsgremien und eines mit dem der Kernorganisation nicht identischen Mitgliederbestandes in organisatorischer Hinsicht selbst\u00e4ndig. Beeinflu\u00dft sind Organisationen und Initativen, auf die eine Kernorganisation sich in ihrem Bem\u00fchen st\u00fctzt, m\u00f6glichst viele B\u00fcrger f\u00fcr ihre jeweiligen Ziele zu mobilisieren; sie erscheinen nach au\u00dfen meist unabh\u00e4ngig, sind aber erheblich von der Kernorganisation beeinflu\u00dft. 2 ) Da den beeinflu\u00dften Organisationen auch Mitglieder angeh\u00f6ren, die keine Kommunisten sind, wurden die Mitglie14","Bundesgebiet I Niedersachsen (Nds.) 116.500 116.000 RechtsexKommunist. tremist. beeinflu\u00dfte Org. 34.350 55.300 2.400 Nds. 3.000 Nds. Linksextremist. 81.650 Kernund Nebenorg. 61.200 22.100 5.800 Nds. 4.000 Nds. 2.190 Nds. Linksextremisten Rechtsextremisten Extremistische Ausl\u00e4nder 15","Linksextremismus Allgemeine Entwicklung Im Bundesgebiet ist die Zahl der LinksMitgliedern, davon rd. 3.000 in Niederextremisten, die Kernoder Nebenorganisachsen. Sie ist die Kernorganisation des sationen angeh\u00f6ren, auf 61.200 (1983: orthodox-kommunistischen Bereichs und 61.000) zu sch\u00e4tzen. Dabei wurden K\u00fcrbedient sich zu ihrer Unterst\u00fctzung mehzungen wegen Mehrfachmitgliedschaften rerer Nebenorganisationen. Diese sind vorgenommen. Minderj\u00e4hrige in Kinderhinsichtlich Satzung und Organisation organisationen wurden nicht mitgez\u00e4hlt. von der DKP unabh\u00e4ngig; sie verfolgen Rund 90% der Linksextremisten sind dem aber die Ziele der DKP; ihre Funktion\u00e4re orthodox-kommunistischen Lager zuzugeh\u00f6ren durchweg der DKP an. Die wichrechnen. In Niedersachsen kann man 1984 tigsten sind: wie 1983 von etwa 5.800 Linksextremisten - die \"Sozialistische Deutsche Arbeiterausgehen; davon sind mehr als 75% ortjugend\" (SDAJ) hodoxe Kommunisten. Bei diesen steigt - der \"Marxistische Studentenbund die Zahl der Doppelmitgliedschaften, so Spartakus\" (MSB) da\u00df bei der Gesamtzahl weitere Abz\u00fcge - die \"Jungen Pioniere - Sozialistische vorgenommen werden m\u00fcssen. Kinderorganisation \" (JP). Au\u00dfer Betracht geblieben sind die Mitglieder linksextremistisch beeinflu\u00dfter OrDaneben st\u00fctzt sich die DKP mit der ganisationen, da nicht alle dieser MitglieAbsicht, m\u00f6glichst viele B\u00fcrger f\u00fcr ihre der als Extremisten anzusehen sind. Die Ziele zu gewinnen, auf Organisationen Mitgliederzahl solcher - in der Regel ortund Initiativen, die nach au\u00dfen unabh\u00e4nhodox-kommunistisch - beeinflu\u00dfter Orgig erscheinen, tats\u00e4chlich aber erheblich ganisationen wird nach entsprechenden von der DKP beeinflu\u00dft werden. Vor alAbz\u00fcgen f\u00fcr Mehrfachmitgliedschaften lem in den gr\u00f6\u00dferen beeinflu\u00dften Organibundesweit auf \u00fcber 55.000 (1983: sationen liegen die ma\u00dfgeblichen Funktio56.000), in Niedersachsen wie 1983 auf nen in H\u00e4nden kommunistischer oder ein3.000 gesch\u00e4tzt. Hierbei wurden lose Zudeutig pro-kommunistischer Funktion\u00e4re. sammenschl\u00fcsse mit geringem OrganisaZu nennen sind insbesondere: tionsgrad, insbesondere alle \u00f6rtlichen - die \" Vereinigung der Verfolgten des Initiativen, Komitees und AktionsgrupNazi-Regimes - Bund der Antifaschipen, in denen Linksextremisten ma\u00dfgebsten\" (VVN-BdA) lich mitwirken, nicht ber\u00fccksichtigt. - die \" Deutsche FriedensUnion \" (DFU) St\u00e4rkste linksextremistische Organisa- - die \" Deutsche Freidensgesellschaft tion in der Bundesrepublik Deutschland Vereinigte Kriegsdienstgegner\" (DFG-- auch in Niedersachsen -- ist nach wie VK) vor die \"Deutsche Kommunistische Par- - die Initiative \" Weg mit den Berufsvertei\" (DKP) mit bundesweit etwa 40.000 boten\". 16","Der kommunistische Einflu\u00df in diesen rungen der Munitionstransporte aus Organisationen ist unterschiedlich stark. Nordenham waren diese Gruppen aktiv Die Mitgliedschaft der beeinflussenden beteiligt. Die Blockadeaktionen in der kommunistischen oder eindeutig prokomWesermarsch im Juni 1984 wurden von munistischen Funktion\u00e4re in der Partei den Initiatoren aus der undogmatischen und in anderen Organisationen wird nicht Szene \u00fcberwiegend als Erfolg bewertet. stets offenbart. Diese Organisationen Die noch unaufgekl\u00e4rte Serie der Brandk\u00f6nnen oftmals sogar wirksamer arbeiten, anschl\u00e4ge gegen die am Bau der kerntechwenn ihr kommunistischer Einflu\u00df von nischen Anlagen beteiligten Firmen und den Zielgruppen nicht erkannt wird. der Sachbesch\u00e4digungen an Bahngleisen Die politische Bedeutung der dogmatiim Raum L\u00fcchow-Dannenberg d\u00fcrfte auf schen\"Neuen Linken\"ging weiter zur\u00fcck. das Konto dieser Gruppierungen gehen. Die meisten Organisationen haben MitWeitere Anschl\u00e4ge richteten sich gegen die gliederverluste und finanzielle SchwierigComputerindustrie und gegen \"R\u00fcstungskeiten zu verzeichnen. Auch die im \u00fcbribetriebe\". Flugbl\u00e4tter und Bekennergen Bundesgebiet mitgliederstarke \"Marschreiben lassen erkennen, da\u00df die \u00dcberxistisch-Leninistische Partei Deutschg\u00e4nge vom militanten Verhalten zum Terlands\" (MLPD) ist in Niedersachsen berorismus flie\u00dfend geworden sind. deutungslos. Lediglich die \"Marxistische Gruppe\" (MG) konnte die Zahl ihrer \u00fcberwiegend akademisch vorgebildeten Mitglieder in Niedersachsen wie im \u00fcbrigen Bundesgebiet erh\u00f6hen und ihre Aktivit\u00e4ten verst\u00e4rken. Ein wachsender Schwerpunkt innerhalb der extremistischen \"Neuen Linken\" ist das undogmatische Spektrum, in dem keine starren Organisationsformen und keine einheitliche Ideologie zu finden sind. Die Gruppen sind schwer \u00fcberschaubar; h\u00e4ufig handelt es sich nur um kleine, \u00f6rtliche Zirkel oder um lockere, kurzlebige Zusammenschl\u00fcsse. Im politischen Kampf bef\u00fcrworten sie Spontaneit\u00e4t, Autonomie, Selbstbestimmung in Bezugsgruppen und pers\u00f6nliche Aktionsfelder. Fragen, die Gegenstand allgemeiner Protestbewegungen sind, verkn\u00fcpfen sie mit einseitiger \"Systemkritik\": Diskussionen um den Frieden und um Kernkraft werden bei ihnen zum \"Friedenskampf\", zum \"AntiMilitarismus-Kampf\" und zum \"Kampf gegen Kernkraft\". Die undogmatische Szene beteiligte sich an den Aktionen zur Behinderung der Herbstman\u00f6ver 1984 und gegen den Transport radioaktiver Abf\u00e4lle in Gorleben. Auch an den Behinde17","Linksextremismus Organisationen und Bestrebungen Orthodoxe Kontinuit\u00e4t der Geschichte der kommunistischen Bewegung auf deutschem Boden sein\"; durch die Gr\u00fcndung der DKP sei Kommudie \" Traditionslinie der revolution\u00e4ren deutschen Arbeiterbewegung in ein neues nisten Licht gesetzt\" worden. (\"Der KPD-Gr\u00fcndungsparteitag vor 65 Jahren und der 7. Parteitag\", DKP-Zentralorgan \"unsere \"Deutsche Kommunizeit\" - UZ - vom 30. 12. 1983). stische Partei\" (DKP) In diesem Zusammenhang bezeichnet sich die DKP auch als mit der 1956 vom Ideologisch-politischer Bundesverfassungsgericht verbotenen Standort \"Kommunistischen Partei Deutschlands\" (KPD) in einer Linie stehend; urspr\u00fcngDie DKP versteht sich als die revolutiolich hatte sie eine solche Fortsetzungslinie n\u00e4re, systemver\u00e4ndernde Partei der Arbestritten. beiterklasse und sieht sich als \" Teil der Ein grundlegendes Merkmal der komweltumspannenden revolution\u00e4ren Bewemunistischen Revolution ist die \u00dcbernahgung\". (Herbert MIES, Vorsitzender der me der Macht durch die \"Werkt\u00e4tigen\". DKP, in seinem Rechenschaftsbericht an Daf\u00fcr tritt auch die DKP ein; sie strebt die den 7. Parteitag der DKP in N\u00fcrnberg am \"Herrschaft der Arbeiterklasse\" an und 6. Januar 1984). meint damit die \"Diktatur des ProletaDie DKP legt gr\u00f6\u00dften Wert auf ein enriats\". (Vergleiche dazu \"Kleines W\u00f6rterges Verh\u00e4ltnis zur Sowjetunion und zur buch der marxistisch-leninistischen PhiloDDR: in der Macht dieser Staaten liegt ihsophie\", hrg. erstmals vom DIETZ-Verlag rer Meinung nach \"der Hauptfaktor f\u00fcr in Ost-Berlin, 1966, Stichwort \"Diktatur die Entfaltung des revolution\u00e4ren Weltdes Proletariats\"). prozesses\". (Erkl\u00e4rung des Pr\u00e4sidiums des DKP-Parteivorstandes zum Karl-MarxMit dieser Zielsetzung k\u00e4mpft die DKP Jahr 1983). gegen wesentliche Prinzipien der freiheitliIhre Aufgabe sieht die DKP darin, auf chen demokratischen Grundordnung: dem Boden der Bundesrepublik Deutsch- * Der Kampf f\u00fcr die Errichtung land zur Verwirklichung dieser Weltrevoder Diktatur des Proletariats soll lution beizutragen und damit die Tradizur \"politischen F\u00fchrung der tion der deutschen revolution\u00e4ren komWerkt\u00e4tigen im Interesse der munistischen Bewegung fortzusetzen. So Schaffung der neuen Gesellschaft\" erkl\u00e4rte Herbert Mies in einem Aufsatz f\u00fchren. Dieses Vorhaben, die \"pozum 7. Parteitag der DKP in N\u00fcrnberg, litische Herrschaft des Proletariats dieser Parteitag werde \"ein Ausdruck der \u00fcber die Reaktion zu sichern, setzt 18","zweifellos Gewaltanwendung geZum Beispiel ergibt sich aus Artigen\u00fcber den Gegnern der Revolukel 1 der DDR-Verfassung, in dem tion voraus\"(W. W. SAGLADIN, die DDR als ein Staat bezeichnet Die kommunistische Weltbewewird, der unter der F\u00fchrung der gung. Abri\u00df der Strategie und marxistisch-leninistischen Partei Taktik, Frankfurt/ der Arbeiterklasse steht, da\u00df diese Main 1973, S. 142 f). Verfassung ein MehrparteienprinWer die Abl\u00f6sung einer bestehenzip mit einer Chancengleichheit den Verfassungsordnung mit Gef\u00fcr alle Parteien, einmal an die walt propagiert, zeigt, da\u00df er sich Macht zu kommen, f\u00fcr dauernd gegen die Geltung des Grundsatzes ausgeschlossen hat. Gerade die der Volkssouver\u00e4nit\u00e4t, des GrundDDR wird aber von der DKP als satzes der Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit der Vorbild f\u00fcr die von ihr angestrebte Verwaltung und gegen den GrundStaatsund Gesellschaftsordnung satz des Mehrparteienprinzips und gepriesen. der Freiheit der Opposition einsetzt, alles Wesensmerkmale der freiheitlichen demokratischen Parteiorganisation und Grundordnung. Mitgliederstand * Mit der Errichtung der DiktaDie F\u00fchrungsgremien der Partei (Partur des Proletariats soll der Sieg teivorstand, Pr\u00e4sidium, Sekretariat, Zender Revolution gesichert und der trale Schiedsund Zentrale RevisionskomWiderstand der feindlichen Klasmission) wurden im Rahmen des 7. Parteisen f\u00fcr dauernd unterdr\u00fcckt wertags im Januar 1984 in N\u00fcrnberg wie erden (vergl. W. W. SAGLADIN, wartet entsprechend den parteiinternen a.a.O.). Vorschl\u00e4gen gew\u00e4hlt. Herbert Mies als Das ist eine deutliche Aussage daVorsitzender und Hermann Gautier als f\u00fcr, in einem kommunistischen Stellvertreter wurden in ihren Funktionen Staat keine Bewegungen oder Bebest\u00e4tigt. Dem insgesamt 91 Mitglieder strebungen zuzulassen, die auf umfassenden Parteivorstand geh\u00f6ren neeine Abl\u00f6sung der \"Herrschaft der ben ihnen in erster Linie die Vorsitzenden Arbeiterklasse\"gerichtet w\u00e4ren. der 12 DKP-Bezirksorganisationen des Die DKP befolgt die im Lehrbuch von Bundesgebiets an, darunter der VorsitzenSAGLADIN wiedergegebenen konkreten de der Bezirksorganisation NiedersachStrategien und Taktiken konsequent. Das sen, Hans-J\u00f6rg Hennecke. Ferner sind im erkl\u00e4rt, warum die DKP den Einsatz von Vorstand eine Reihe von seit Jahren in der Gewalt als \"Kampfform\" auch in tagespoParteif\u00fchrung hauptamtlich t\u00e4tigen Funklitischen Auseinandersetzungen nicht tion\u00e4ren vertreten, darunter Kurt Fritsch grunds\u00e4tzlich ablehnt, sondern nach aus Braunschweig; dieser ist zugleich MitGr\u00fcnden der Zweckm\u00e4\u00dfigkeit beurteilt. glied des Pr\u00e4sidiums und des Sekretariats Zu den weiteren Indizien der verfasder DKP; bis 1973 war er der Vorsitzende sungsfeindlichen Zielsetzung der DKP geder Bezirksorganisation Niedersachsen. h\u00f6rt das Bekenntnis zur Vorbildfunktion Schlie\u00dflich sind im Vorstand drei weitere der Staatsund Gesellschaftsordnung der Mitglieder aus Niedersachsen vertreten, DDR, die den Grunds\u00e4tzen der freiheitlidie als Vorsitzende von DKP-Betriebschen demokratischen Grundordnung entgruppen oder als Betriebs-bzw. Personalscheidend widerspricht. ratsmitglieder namhafter Unternehmen 19","Linksextremismus sowie als gewerkschaftliche Vertrauensdie SDAJ als \"Kaderreserve\" der DKP leute besonderes Gewicht in der Partei hamerklich geschw\u00e4cht wurde. ben. Der Zentralen Schiedskommission, die als Sicherheitsorgan der Partei \u00fcber \"Einheit und Reinheit\" zu wachen hat, geFinanzierung, Schulung, h\u00f6ren aus Niedersachsen an: Otto Hans Propaganda aus Hildesheim als Vorsitzender sowie Joachim Vock und Kurt Baumgarte aus Finanzierung durch die SED Hannover. Hans und Baumgarte waren schon vor 1956 als KPD-Funktion\u00e4re beDer Rechenschaftsbericht f\u00fcr 1983 kannt. weist Gesamteinnahmen der DKP von rd. 17,8 Millionen DM (1982: 16,5 Millionen Ein Generationswechsel vollzog sich DM) aus. Damit konnten die Aufwendunauf den vorangegangenen Bezirksdelegiergen f\u00fcr die zahlreichen Aktivit\u00e4ten der tenkonferenzen in Hannover-Misburg Partei unm\u00f6glich finanziert werden. und in Bremen: Aus Altersund Gesund\u00dcberdies l\u00e4\u00dft die Beitragsmoral zu w\u00fcnheitsgr\u00fcnden wurden Heinz Kampe (Alschen \u00fcbrig, und eine Reihe von Kreisorfeld) und Herbert Breidbach (Bremen) in ganisationen gibt an, Schulden zu haben. ihren Funktionen durch Hans-J\u00f6rg HenDennoch leisten sich immer mehr Kreisornecke (Hannover) und Dieter Gautier ganisationen eigene Parteib\u00fcros mit ho(Bremen, Sohn des stellvertretenden Parhen Mietkosten. Die Zahl hauptamtlicher teivorsitzenden Hermann Gautier) abgeMitarbeiter ist gro\u00df; die Funktion\u00e4re sind l\u00f6st. zudem sehr reisefreudig. Auch die VielDen beiden Bezirksorganisationen sind zahl von Gro\u00dfveranstaltungen bringt Koin Niedersachsen insgesamt 28 Kreisorgasten mit sich; schlie\u00dflich ist der Aufwand nisationen unterstellt; diese leiten \u00fcber f\u00fcr Propagandamaterial hoch. F\u00fcr die 100 Orts-, Stadtteilund WohngebietsDifferenz kommt die SED auf: Im Jahre gruppen sowie 27 Betriebsgruppen und 9 1984 d\u00fcrfte sie der DKP rund 60 MillioHochschulgruppen als sogenannte Grundnen DM zugewendet haben. einheiten an. Daneben erbringt die SED verschiedene Die Parteif\u00fchrung behauptete, die Mitunentgeltliche Leistungen; so stellt sie die gliederentwicklung sei erfolgreich verlauSchulungseinrichtungen in der DDR kofen. Auf dem 7. Parteitag wurde von stenlos zur Verf\u00fcgung. 50.482 Mitgliedern gesprochen. Beim 6. Parteitag im Mai 1981 in Hannover war die Zahl 48.856 genannt worden. Indessen Schulungst\u00e4tigkeit lassen parteiinterne Stellungnahmen \u00fcber Anl\u00e4\u00dflich des 100. Todestages von Karl zahlreiche Austritte vor allem neugeworMARX wurde im \"Bildungsjahr 1982/83\" bener Mitglieder infolge unzul\u00e4nglicher die \"Parteibildungsarbeit\" verst\u00e4rkt. Als Betreuung und Anleitung den Schlu\u00df zu, wichtigste Bildungseinrichtung f\u00fcr Parteida\u00df die DKP weder Ende 1983 noch Ende mitglieder und Funktion\u00e4re aus den Be1984 mehr als 40.000 Mitglieder hatte. In trieben werden von der Partei die \"BeNiedersachsen hat der Eintritt zahlreicher triebsarbeiterschulen\" hervorgehoben. Mitglieder der \"Sozialistischen Deutschen Diese sind von den Bezirksorganisationen Arbeiterjugend\" (SDAJ) in die Partei eine eingerichtet worden; in ihnen werden in geringf\u00fcgige Steigerung der Mitgliedereinj\u00e4hrigen oder auch k\u00fcrzeren Abendzahl auf rund 3.000 (Ende 1982: 2.900) bekursen diejenigen Mitglieder geschult, die wirkt; die zwangsl\u00e4ufige Folge war, da\u00df gewerkschaftliche oder betriebliche Funk20","Entwicklung des Mitgliederstandes der DKP -*--*Ich bin Mitglied der DKP Warum Du nicht? ?J Diese kleine, doch m\u00e4chtige Partei.. 1 15 Jahre DKP 8.000 i - i -- ' -- i -- i - 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 Zeichenerkl\u00e4rung: von den Verfassungsschutzbeh\u00f6rden gesch\u00e4tzt: nach eigenen Angaben der Partei: DKP in Niedersachsen (gesch\u00e4tzt): 21","Linksextremismus gung zur Verbreitung des wissenschaftlichen Sozialismus\" (MAB) mit \u00f6rtlichen MAB-Gemeinschaften und \"Marxistischen Abendschulen\" (MASCH) organisiert; in Niedersachsen befinden sich solche Einrichtungen in Hannover, Braunschweig und Oldenburg. Insbesondere die dort eingesetzten Referenten aus der DDR sind angehalten, den \"realen Sozialismus konkret und \u00fcberzeugend\" darzustellen. Propaganda Eine Flut von Betriebs-, Kreis-, Orts-, Stadtteilund Hochschulgruppenzeitungen werden gezielt eingesetzt, um die \"Politik der DKP, ihre Alternative verst\u00e4ndlich zu machen\" (Fritz N\u00d6LL, Mitglied des Part ei Vorstandes der DKP, in der Schriftenreihe \"Probleme des Friedens und des Sozialismus\", Nr. 5/1983). Neben der Propaganda und Agitation dienen diese Zeitungen im Sinne der Leninschen Taktik auch der kollektiven Organisation. Die Kleinzeitungen erf\u00fcllen tionen innehaben oder \u00fcbernehmen. Dardurch vielf\u00e4ltige Aufrufe und Veranstal\u00fcber hinaus wird eine Vielzahl von Parteitungsmitteilungen an der Parteibasis eine mitgliedern in einoder zweiw\u00f6chigen Reihe organisatorischer Aufgaben. In Grundund Speziallehrg\u00e4ngen an der Niedersachsen werden rund 70 Kreis-, \"Karl-Liebknecht-Schule\" der DKP in LeOrtsund Stadtteilzeitungen sowie 35 Beverkusen unterrichtet. Regelm\u00e4\u00dfig nehtriebszeitungen und 5 Hochschulgruppenmen daran auch Personen aus Niedersachzeitungen herausgegeben. Ihre Auflagensen teil. Inhalte und Methoden der Lehrh\u00f6he variiert: Einzelnen Ausgaben mit g\u00e4nge sind mehr als bisher auf Genossen Auflagen von 500 stehen Ortszeitungen aus den Betrieben und vor allem auch auf mit bis zu 10.000, in Wahlkampfzeiten bis junge Parteimitglieder ausgerichtet. F\u00fcr zu 30.000 Exemplaren gegen\u00fcber. k\u00fcnftige Funktionen in der Partei ausgeDas \"Karl-Marx-Jahr\" 1983 war f\u00fcr die w\u00e4hlte Parteimitglieder nehmen an DreiDKP ein Anla\u00df zur verst\u00e4rkten Propaganmonatsoder auch an Jahreslehrg\u00e4ngen da. Beteiligt waren vor allem die zentralen an der SED-Parteischule \"Franz MehPresseorgane, an der Spitze die in einer ring\" in Ost-Berlin oder am \"Institut f\u00fcr Auflage von 25.000 Exemplaren (am Gesellschaftswissenschaften\" beim ZK der Wochenende 50.000) erscheinende TagesKPdSU in Moskau teil. zeitung \"unsere zeit\". Die DKP versucht dar\u00fcber hinaus, ihr Gedankengut auch Au\u00dfenstehenden zu Die Taktik der DKP: vermitteln. Zu diesem Zweck hat sie als B\u00fcndnispolitik Schulungsinstrument \u00fcberregional die Bei allen kommunistischen Parteien ist \"Marxistische Arbeiterbildung -- Vereinidas Kernst\u00fcck der Arbeitsweise die bereits 22","von Lenin 1905 konzipierte B\u00fcndnispolidarin, da\u00df \"fremde Forderungen, die tik. Dabei wird streng zwischen \"Aktionsnicht von allen B\u00fcndnispartnern mitgetraeinheit der Arbeiterklasse\" und \"demogen werden k\u00f6nnen, das B\u00fcndnis nicht bekratischer Einheit\" (auch mit dem \u00e4lteren lasten\" d\u00fcrfen. Dies gilt im Hauptfeld der Begriff .Volksfront' bezeichnet) unterB\u00fcndnispolitik, dem \"Friedenskampf\" f\u00fcr schieden. Die \"Aktionseinheit\" beinhaltet Versuche, die unterschiedlichen Standvor allem die Betriebsund die Gewerkpunkte zu Ereignissen in kommunistischaftsarbeit; \"demokratische Einheit\" schen Staaten in die Friedensbewegung steht f\u00fcr die kommunistische Taktik, Thehineinzutragen \"und damit die Gefahr der men b\u00fcrgerlicher Kreise aufzugreifen und Spaltung dieser Bewegung heraufzubeim Verlaufe gemeinsamer Aktivit\u00e4ten dieschw\u00f6ren\" (Bildungsjahr 1983, Heft 4, sen Gruppen die Scheu vor der Ber\u00fchrung S. 6). Bei der Einmischung der DKP in die mit den Kommunisten zu nehmen. Eigens Friedensbewegung wurde die umstrittene zu diesem Zweck hat die DKP OrganisaFrage der Kritik an der \u00f6stlichen R\u00fcstung tionen gegr\u00fcndet, die den kommunistiaus der Diskussion herausgenommen; die schen Einflu\u00df zu verbergen suchen. DarKritik an der westlichen R\u00fcstung war un\u00fcber hinaus beteiligt sich die DKP ma\u00dfgestrittig. Die Kommunisten setzten diese Beschr\u00e4nkung als \"Minimal-Konsens\" bend an \"Kampagnen\" und stellt f\u00fcr diese durch und erreichten damit, da\u00df in der ihren organisatorischen Apparat zur VerFriedensbewegung kaum noch Widerf\u00fcgung; auch dies geschieht in der Regel spruch gegen die R\u00fcstung im Warschauer durch beeinflu\u00dfte Organisationen. Damit Pakt erhoben wurde. kommt die DKP den Anforderungen nach, die die KPdSU an die kommunistiAuch wenn die DKP in B\u00fcndnissen keischen Parteien des Westens stellt. nen F\u00fchrungsanspruch erhebt, ist ihr Einflu\u00df doch gro\u00df, da sie ihre Organisations(In dem ma\u00dfgeblichen Werk \"Die kraft einbringt und oftmals die entscheikommunsitische Weltbewegung - denden Initiativen ergreift. Es hat sich Abri\u00df der Strategie und Taktik\", herausgestellt, da\u00df die Aussichten auf eine Gesamtredaktion: W, W. SAerfolgreiche Durchsetzung der von der GLADIN, Frankfurt/Main 1973 DKP formulierten Forderungen um so sind dieser A ufgabe allein f\u00fcnf Kagr\u00f6\u00dfer sind, je breiter die B\u00fcndnisse angepitel gewidmet. Auf Westeuropa legt sind. Deshalb ist die DKP bestrebt, sind 3 Kapitel bezogen mit den auch die zun\u00e4chst punktuellen B\u00fcndnisse \u00dcberschriften: \"Die kommunistizu umfassenderen B\u00fcndnissen auszubauschen Parteien im Kampf um die en, die \"antimonopolistisch\", \"im InteresEinheit der Arbeiterklasse\", \"Der se einer grundlegenden gesellschaftlichen Kampf der kommunistischen ParUmgestaltung\" wirken. Die der DKP nateien der kapitalistischen L\u00e4nder hestehende \"progress-presse-agentur\" um die Bildung und St\u00e4rkung einer (ppa) berichtete am 28./30. Januar 1984 anti-monopolistischen Front\" und mit Genugtuung, in der \"Friedensver\"Die Arbeit der Kommunisten unsammlung Hannover\" seien Repr\u00e4sentanter den Massen\".) ten von SPD, Gr\u00fcnen, Alternativen Die DKP gibt in B\u00fcndnissen aus taktiebenso vertreten wie Gewerkschafter, schen Gr\u00fcnden den Vorstellungen der Stadtteilgruppen, berufsbezogene und B\u00fcndnispartner Raum und erhebt keinen christliche Friedensgruppen. Die Gesch\u00e4fF\u00fchrungsanspruch (Parteiprogramm, S. te in der \"Friedensversammlung\" f\u00fchrt ein 81). Die einzige Einschr\u00e4nkung besteht DKP-Funktion\u00e4r. 23","Linksextremismus Aktionseinheit schaftlichen Arbeiterbewegung\"). Als besondere Erfolge wertet die DKP \"Im Kampf f\u00fcr die Einheit der Ar- - das Zusammenwirken von Kommubeiterklasse richten die Kommunisten und Sozialdemokraten in der nisten die Hauptaufmerksamkeit \" Friedensbewegung \", auf die Aktionseinheit der kom- - das gemeinsame Auftreten prominenmunistischen und der sozialdemoter SPD-Vertreter mit DKP-Funktiokratischen Parteien ... Sie werden n\u00e4ren bei Ostermarschkundgebungen, alles tun, was in ihren Kr\u00e4ften insbesondere in Hannover, steht, um diese Zusammenarbeit - das Engagement von Sozialdemokrazu verwirklichen.\" (W. W. SAten im \"Kampf gegen die BerufsverboGLADIN, \"Die kommunistische te\", Weltbewegung - Abri\u00df der Stra- - nicht zuletzt die Erfahrungen w\u00e4hrend tegie und Taktik\", Frankfurt/ der Streiks in der Metallund DruckinMain 1973, S. 187, unter Bedustrie. zugnahme auf die internationale Herbert Mies schrieb zum Thema \"35Beratung der kommunistischen Stunden-Woche\" an den Parteivorsitzenund Arbeiterparteien von 1969. den der SPD, das Verh\u00e4ltnis zwischen SoVergl, auch das DKP-Parteiprozialdemokraten und Kommunisten in den gramm, S. 73.) Betrieben sei so \"entkrampft\", da\u00df geDiese Zusammenarbeit, so betonte der meinsames Wirken f\u00fcr gemeinsame Ziele Parteivorsitzende Herbert Mies, sei gegennicht mehr die Ausnahme, sondern die w\u00e4rtig notwendiger denn je; daher m\u00fc\u00dfRegel sei (Bericht in UZ vom 14. April ten die \"antikommunistischen Beschl\u00fcsse\" 1984). Ein Wolfsburger DKP-Funktion\u00e4r des M\u00fcnchener SPD-Parteitages gegen die beklagte, es sei gewissen Vers\u00e4umnissen Aktionseinheit endlich aufgehoben wervon Kreisorganisationen der DKP zuzuden (Rede vom 18. August 1984 zum Theschreiben, da\u00df es \"trotz zahlreicher Gema \"Ernst TH\u00c4LMANN und Rudolf spr\u00e4che mit Sozialdemokraten keine offiBREITSCHEID - Aktionseinheit f\u00fcr ziellen Gespr\u00e4chsangebote an die AfA*) Frieden und Arbeit\"). Die DKP strebt an, der SPD\" vor Ort gegeben habe (Volkmar da\u00df Sozialdemokraten und Kommunisten DUCKE \"Die t\u00e4gliche Aktionseinheit - \"als die beiden Hauptstr\u00f6mungen der Ardas ist der Kern des Erfolges\", in \"Praxis\" beiterbewegung in der Bundesrepublik Nr. 5/84, S. 12/13). Deutschland\" den \"Kristallisationskern\" f\u00fcr breitere Formen der Aktionseinheit \"Der Kampf um die Einheit der bilden m\u00fc\u00dften (DKP-Bildungsjahr Arbeiterklasse, einschlie\u00dflich des 1983/84, Heft 4, S. 4 ff.). Sie glaubt, in Ringens um die Einheit von Komj\u00fcngster Zeit neue Ansatzpunkte f\u00fcr die munisten und Sozialisten, entfaltet Intensivierung der Aktionseinheit zu ersich breit in den Gewerkschaften\" kennen; \"die wichtigste Ver\u00e4nderung in (SAGLADINa.a.O. S. 203. Vergl, der Linie der SPD\" bestehe in einer \" weauch Parteiprogramm sentlich positiveren Einstellung zu den S. 74f.). Fragen der R\u00fcstungsbegrenzung und AbEin wichtiger Ansatzpunkt der DKP in r\u00fcstung\" (Herbert MIES in seiner Rede der Zusammenarbeit mit Gewerkschaften vom 25. August 1984 zum Thema \"Die war die Unterst\u00fctzung der gewerkschaftliStreikk\u00e4mpfe - Neue Momente der Aktionseinheit in der politischen und gewerk*)d. i. \"Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr Arbeitnehmer\" 24","chen Forderung nach Einf\u00fchrung der 35der DKP-Betriebsgruppen in allen WirtStunden-Woche. Die DKP wertete diese schaftsunternehmen mehr denn je die entKampagne als \"eine der bedeutendsten scheidende Frage f\u00fcr die gesamte zuk\u00fcnfKlassenauseinandersetzungen in der Getige Entwicklung der Partei sei. Es komme schichte der Bundesrepublik Deutschdarauf an, betriebsbezogene und wirtland\" (Bildungsjahr 1983/84, Sonderheft, schaftsstrukturelle Probleme aufzugreiS. 1). Nach Beendigung der Auseinanderfen, um \"die Arbeiterklasse zu wachsensetzungen erkl\u00e4rte Herbert Mies in seiner der Kampfbereitschaft\" zu motivieren Rede vom 25. August 1984: und betriebliche K\u00e4mpfe zu entwickeln. P \"Im Kampf um die 35-StundenWoche, unter den Bedingungen einer zugespitzten Kampfsituation, Trotz verst\u00e4rkter Bem\u00fchungen ist die DKP aber noch immer weit entfernt von ihrem Ziel, in allen Gro\u00dfbetrieben mit in der alle Kr\u00e4fte gefordert waren, mehr als 1.000 Besch\u00e4ftigten durch eine ist die Aktionseinheit der ArbeiterBetriebsgruppe oder durch ein \"Betriebklasse ein gutes St\u00fcck vorangesaktiv\" vertreten zu sein. In der UZ vom kommen. \" 5. April 1984 wird behauptet, die DKP In vielen Betrieben, an vielen Orten - habe mehr als 500 Betriebsgruppen. Tatso fuhr er fort - habe es einen \" Schulters\u00e4chlich wurden 340 Betriebsgruppen beschlu\u00df zwischen sozialdemokratischen, kannt; 1982 hatte es etwa 300 Betriebskommunistischen, christlichen und parteigruppen gegeben. In Niedersachsen wurlosen Gewerkschaftern\" gegeben. Alles in den im Berichtszeitraum bis zu 40 Beallem habe die DKP \"an Ansehen in der triebsgruppen bekannt, von denen jedoch Einheitsgewerkschaft gewinnen k\u00f6nnen \". nicht alle arbeitsf\u00e4hig sind. Der neugeBei ihrer Einmischung in Streikaktiow\u00e4hlte Bezirksvorsitzende Hans-J\u00f6rg nen um die 35-Stunden-Woche fiel auf, Hennecke teilte in einem Rechenschaftsda\u00df die DKP zunehmend f\u00fcr militante bericht mit, neue Betriebsgruppen seien in Formen der Auseinandersetzung eintrat. Hannover bei WABCO-Westinghouse, Ein der DKP angeh\u00f6render GewerkHanomag und kabelmetal sowie im schaftsfunktion\u00e4r \u00e4u\u00dferte, da\u00df die GeDruckbereich und im st\u00e4dtischen Gesundwerkschaften sich in Arbeitsk\u00e4mpfen heitswesen, ferner in Goslar bei Preussag \"nicht den b\u00fcrgerlich-rechtlichen Spielregegr\u00fcndet worden. Tats\u00e4chlich wurden in geln des Gegners freiwillig unterwerfen\" den meisten dieser F\u00e4lle lediglich Betriebsd\u00fcrften; gegen Streikbruch und Ausspergruppen aktiviert, die fr\u00fcher bereits berungen m\u00fcsse eine \"zeitlich befristete und standen hatten. punktuelle Militanz legitim\" sein. Hennecke gab auch die Bildung von \"Betriebsaktivs\" f\u00fcr eine Reihe von Betrieben bekannt, insbesondere in HannoBetriebsarbeit ver bei Pelikan, VAW-Leichtmetall und Polygram, in Osnabr\u00fcck bei Kl\u00f6ckner, in Aus kommunistischer Sicht ist die AgiBraunschweig bei Siemens, in Walsrode tation in Betrieben besonders geeignet, bei Wolff, in Nordhorn bei Nino, in Salzum den Arbeitern die \"Unvers\u00f6hnlichkeit gitter bei VW und in Celle bei AEG. \"Beihrer Klasseninteressen\" mit denen des triebsaktivs\" sind kleine Gruppen von \"Kapitalismus\" bewu\u00dft zu machen. Der Parteimitgliedern au\u00dferhalb der BelegParteivorsitzende Herbert Mies hat in seischaft, die vor allem durch Verteilung von nem Aufsatz zum 100. Todestag von Karl Betriebszeitungen und Gespr\u00e4che mit BeMarx betont, da\u00df vor allem die St\u00e4rkung legschaftsmitgliedern am Werkstor f\u00fcr die 25","Linksextremismus aasPS * ION ^ / ** \"orf T \" Thomson-Brandt setzt sich dun* IrfcfunktB-Vfli^snd trittrarfiek\u00fcwfin A M M * * - TSU lUjgN i /","DKP werben. Dar\u00fcber hinaus verfolgt die ten; sie sei schlie\u00dflich keine \"Wahlpartei\". DKP mit einigen \"Betriebsaktivs\" auch Unter dem Titel \"Diese kleine, doch das Ziel, noch ungeschulte DKP-Mitgliem\u00e4chtige P a r t e i . . . \" (DKP-Bildungsjahr der aus der Belegschaft auf die Betriebsar1982/83, Heft 5) hob die Partei hervor, sie beit vorzubereiten. Die DKP erhofft, da\u00df werde zu Unrecht als \"0,3%-Partei\" versich \u00fcber \"Betriebsaktivs\" neue Betriebsspottet; immerhin seien daf\u00fcr etwa gruppen bilden. Herbert Mies erkl\u00e4rte auf 100.000 W\u00e4hlerstimmen erforderlich gedem 7. Parteitag, es h\u00e4tten rund 140 Bewesen. Das seien nahezu 100.000 B\u00fcrger, triebsaktivs bundesweit ihre Arbeit aufge\"die nach dem Sozialismus streben\". Der nommen; z. T. seien bereits die Voraus7. Parteitag der DKP beschlo\u00df, aus Anla\u00df setzungen daf\u00fcr geschaffen worden, neue des 100. Geburtstages von Ernst TH\u00c4LBetriebsgruppen zu bilden. MANN in der Zeit vom 1. September 1985 Die DKP verfolgt das Ziel, \u00fcber die Bebis zum 16. April 1986 ein \"Ernst TH\u00c4Ltriebsgruppen Kandidaten f\u00fcr BetriebsMANN-Aufgebot\" f\u00fcr die St\u00e4rkung der ratswahlen zu stellen. Dabei hatte sie wieDKP durch \"Tausende neuer Mitglieder\" derholt Erfolg. Wie wichtig ihr dies ist, durchzuf\u00fchren; eine \"Jugendkampagne\" zeigt ein Fall aus Hannover, den sie selbst und eine \"Kampagne zur Gewinnung von an die \u00d6ffentlichkeit gebracht hat: Ein neuen UZ-Lesern\" sollten vorausgehen. DKP-Mitglied hat seinen Sitz als Ratsherr Damit solle zugleich ein Schritt zur Erweiaufgegeben, um sich der Arbeit als Beterung des Masseneinflusses der Partei getriebsratsmitglied widmen zu k\u00f6nnen. tan werden. Die Betriebszeitungen der DKP wertet Beim 6. UZ-Pressefest Ende Mai 1984 der stellvertretende Parteivorsitzende zeigte sich, da\u00df die gesetzten Teilziele der Hermann Gautier als \"sch\u00e4rfste Waffen Kampagne nicht erreicht worden waren. der politischen, ideologischen und \u00f6konoUm dennoch einen Erfolg verk\u00fcnden zu mischen Aufkl\u00e4rungsarbeit\" in Betrieben k\u00f6nnen, behauptete die Partei, die bis (\u00c4u\u00dferung auf der \"BetriebszeitungskonMitte Mai 1984 geworbenen - angeblich ferenz\" der DKP am 10./11. November - 739 neuen Mitglieder habe man allein 1984 in D\u00fcsseldorf). auf dem UZ-Pressefest gewonnen. TatDie Partei strebt an, da\u00df m\u00f6glichst in s\u00e4chlich wurden in den meisten dieser F\u00e4lallen Betrieben, in denen DKP-Mitglieder le Mitglieder der SDAJ in die DKP aufgebesch\u00e4ftigt sind, Betriebszeitungen ernommen. In einer Meldung der UZ vom scheinen; sie sollen am Beispiel betriebs18. September 1984 hei\u00dft es n\u00e4mlich, von bezogener Themen Zusammenh\u00e4nge \"zu den neuen Mitgliedern geh\u00f6rten 40% der gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen\" aufzeiSDAJ und 13% dem MSB-Spartakus an. gen und dadurch \"politisches und sozialiDiese stehen nur noch zum Teil oder \u00fcberstisches Bewu\u00dftsein erzeugen\" (UZ vom haupt nicht mehr f\u00fcr die Arbeit in der Ju13. November 1984). gendorganisation bzw. in der Studentenorganisation zur Verf\u00fcgung mit der Folge, da\u00df es dort zu Einbr\u00fcchen in den AktiviWeitere Schwerpunkte t\u00e4ten kam. der Parteiarbeit Mitgliederwerbung Die DKP verwahrt sich dagegen, da\u00df viele B\u00fcrger sie angesichts magerer Stimmanteile bei Wahlen f\u00fcr bedeutungslos hal27","Unksextremismus Mieders\u00e4chsische Teilnahme beit der DKP mit Sozialdemokraten, Gr\u00fcan zentralen nen und Mitgliedern der Kirchen hervorDKPVeranstaltungen gehoben. Die DKP f\u00fchrte im Berichtszeitraum eine Reihe von zentralen ParteiveranstalKonferenz f\u00fcr Parteibildung tungen mit nieders\u00e4chsischer Beteiligung durch. Auf einer \"zentralen Konferenz f\u00fcr Parteibildung\" am 24. M\u00e4rz 1984 in Bochum forderte Willi Gerns, Mitglied des Pressefest Pr\u00e4sidiums und des Sekretariats der DKP, Auf dem \"6. UZ-Pressefest - Volksgr\u00f6\u00dfere Anstrengungen in der Aktionseinfest der DKP\" vom 25. bis 27. Mai 1984 in heitsund B\u00fcndnispolitik der Partei. Der Duisburg sollte vor allem der \"Geist der Masseneinflu\u00df der Partei k\u00f6nne nur durch Gemeinsamkeit von Arbeiterund Friegemeinsames Handeln mit sozialdemokradensbewegung\" erkennbar werden. Der tisch orientierten Arbeitern erweitert werDKP-Vorsitzende Herbert Mies bekr\u00e4ftigden; dabei m\u00fc\u00dften \"Kr\u00e4fte, die sich vom te auf dem Fest die \"uneingeschr\u00e4nkte SoReformismus und damit von sozialdemolidarit\u00e4t der Kommunisten\" mit den streikratischen Positionen absondern, an die kenden Metallarbeitern und Druckern; kommunistische Partei\" herangef\u00fchrt dabei stellte er die Forderung auf: \"Wer werden. aussperrt, geh\u00f6rt nicht nur eingesperrt, sondern er geh\u00f6rt auch enteignet!\" Nach Technologie-Konferenz eigenen Angaben der Partei kamen mehr Wesentliches Anliegen auf einer zentraals 400.000 Besucher. Die Bezirksorganilen \"Technologie-Konferenz\" in Gie\u00dfen sation Niedersachsen hatte in dem wie war es, die Aktionseinheit und das B\u00fcndschon fr\u00fcher aufgebauten ;,Niedersachnis mit den \"linksstehenden Teilen der Sosen-Haus\" ein \"rotes Rathaus\" eingerichzialdemokratie\" und mit \"Kr\u00e4ften in den tet; dort pr\u00e4sentierte sie Parteimitglieder, Reihen der Gr\u00fcnen\" im Kampf gegen den die nieders\u00e4chsischen Kommunalparla\"gro\u00dfkapitalistischen Mi\u00dfbrauch\" zu f\u00f6rmenten angeh\u00f6ren. dern. \u00dcber 300 Betriebsarbeiter, Gewerkschafter und Wissenschaftler diskutierten nach Angaben der kommunistischen Pres- A rbeiterkongre\u00df se \u00fcber den technischen Fortschritt unter Auf dem Arbeiterkongre\u00df der DKP mit \"kapitalistischen Bedingungen\". Das Redem Motto \"Frieden und Arbeit\" am 27. s\u00fcmee: Unbeschadet staatlicher F\u00f6rdeOktober 1984 in Castrop-Rauxel, an dem rung neuer Technologien in den Ostblockmehr als 1.700 Betriebsfunktion\u00e4re der l\u00e4ndern wurden diese in der Hand des DKP teilnahmen, bezeichnete Herbert \"Kapitalismus\" als sch\u00e4dlich angepranMies die St\u00e4rkung der betrieblichen Friegert; sie dienten der R\u00fcstung, vernichteten densinitiativen als einen \"unverzichtbaren Arbeitspl\u00e4tze, entm\u00fcndigten den B\u00fcrger Schl\u00fcssel\" f\u00fcr die Weiterentwicklung der und zerst\u00f6rten die Umwelt. Friedensbewegung. In Niedersachsen ging diesem Kongre\u00df eine Betriebsr\u00e4teberatung voraus. Dabei Jahrestag der DDR-Gr\u00fcndung wurden die Erfolge der von Kommunisten Um den Vorbildcharakter der DDR initiierten betrieblichen Friedensinitiatiging es auf einer zentralen Parteiveranven als beispielhaft f\u00fcr die Zusammenarstaltung im Zeichen des 35. Jahrestages 28","der DDR-Gr\u00fcndung, die am 2. Oktober burg. Dabei traten mehrere Politikund 1984 in Hannover-Misburg stattfand. Zu Gesellschaftswissenschaftler des \"Instituts den G\u00e4sten geh\u00f6rten u. a. der Leiter der f\u00fcr internationale Politik und Wirtschaft\" st\u00e4ndigen Vertretung der DDR in der (IPW) und der \"Akademie f\u00fcr GesellBundesrepublik Deutschland und mehrere schaftswissenschaften\" beim ZK der SED SED-Funktion\u00e4re. Der Parteivorsitzende (AfG) als Redner auf. Letztlich wiederHerbert Mies bezeichnete die Gr\u00fcndung holten diese Referenten die Floskel, Impedes \"Ersten Arbeiterund Bauernstaates rialismus bringe den Krieg, Sozialismus der deutschen Geschichte\" als einen den Frieden, und die NATO-Nachr\u00fcstung \"Wendepunkt in der Geschichte unseres setze den Frieden aufs Spiel (vergl, auch Volkes\"; unter der F\u00fchrung der DDR und DKP-Bildungsjahr 1983/84, Heft 1, S. 2). der SED habe der Sozialismus \"f\u00fcr immer auf deutschem Boden Fu\u00df gefa\u00dft\" (BeInternationale richt in der UZ vom 4. Oktober 1984). Zusammenarbeit der DKP Die DKP versteht sich als Teil der komKulturpolitik munistischen Weltbewegung. Dies wurde Vom 19. bis 24. November 1984 veranzuletzt durch eine Vielzahl von Delegatiostaltete die DKP eine bundesweite \"Wonen der \"Bruderparteien\" beim 7. Parteiche des realen Sozialismus\"; auf verschietag in N\u00fcrnberg erneut belegt. Nicht nur denen Foren traten Referenten aus der auf oberster Parteiebene, sondern auch DDR auf; ein Symphonieorchester aus auf Bezirksebene bestehen enge BeziehunHalle gab Konzerte. gen zur SED. In Niedersachsen ist die BeIm Rahmen der Er\u00f6rterungen zur \"Kulzirksorganisation Niedersachsen der SEDturpolitik\" auf der 4. ParteivorstandstaBezirksleitung Magdeburg als Patenbezirk gung der DKP am 24./25. November 1984 zugewiesen, die Bezirksorganisation Brein D\u00fcsseldorf erkl\u00e4rte Gerd Deumlich, men/Niedersachsen-Nord der SED-BeMitglied des Pr\u00e4sidiums und des Sekretazirksleitung Schwerin. riats des Parteivorstandes, Kommunisten Kontakte zur KPdSU wurden beispielsseien gefordert, \"humanistische Kultur\" weise sichtbar anl\u00e4\u00dflich des 4. \"Arbeitergegen den \"Imperialismus\" zu verteidigen. zuges\" der DKP, der unter der Losung Deumlich forderte, die Kunst in der politi\"f\u00fcr Frieden und Arbeit - Freundschaft schen Arbeit nicht nur vordergr\u00fcndig als mit der Sowjetunion\" in der Zeit vom 13. \"Zugnummer\", sondern als besonderen bis 26. Juli 1984 von Hannover aus nach Weg zur Entwicklung gesellschaftlichen Moskau und von dort zu den GebietsorgaBewu\u00dftseins zu nutzen. Das B\u00fcndnis mit nisationen der KPdSU f\u00fchrte. Die Teilden \"Kulturschaffenden\" z\u00e4hle zu den nehmer aus der Bezirksorganisation Niewichtigsten Werten der kommunistischen dersachsen bauten die Verbindungen zum Bewegung. Gebietskomitee der KPdSU in Uljanowsk F\u00fcr den Juni 1985 k\u00fcndigte Deumlich aus. ein \"Kulturpolitisches Forum\" der DKP Internationale Zusammenarbeit pflegt an (UZ vom 1. Dezember 1984). die DKP in Niedersachsen auch im RahAuch in Niedersachsen wurden im Rahmen der Agitation zu regionalen Problemen der \"Woche des realen Sozialismus\" men. Im Zusammenhang mit dem Projekt Foren veranstaltet, n\u00e4mlich in Hannover, der Errichtung des Dollart-Hafens haben Hildesheim, Osnabr\u00fcck, Salzgitter, G\u00f6tdie Bezirksorganisationen Bremen/Nietingen, Goslar, Wolfsburg und Oldendersachsen-Nord und die Kommunistische 29","Linksextremismus Partei der Niederlande (CPN), Provinz mit der Behauptung, hier solle eine Groningen, \u00fcber die bereits bestehenden \"au\u00dferparlamentarische Bewegung diskriVerbindungen hinaus gemeinsame \"Reminiert\" werden. Dem widerspricht vor gional-Treffen\" vereinbart sowie einen allem die Tatsache, da\u00df die SDAJ sich zur \"Arbeitskreis f\u00fcr Ostfriesland\" gebildet. \"revolution\u00e4ren Strategie\" bekennt und behauptet, nach dem Vorbild der sozialistischen Staaten an der Seite der KommuDie Nebenorganisationistischen Partei f\u00fcr den Sozialismus ein nen der DKP \"jugendpolitischer Faktor\" geworden zu Nebenorganisationen sind Vereinigunsein, an dem niemand mehr vorbeikomme gen, die sich selbst offen als einer Kernor(\"Treffpunkt Gruppenleiter Aktuell\" Nr. ganisation politisch verbunden bezeich- 1 und \"Jugendpolitische Bl\u00e4tter\", August nen, deren f\u00fchrende Rolle anerkennen 1984). Entsprechend eng gestalteten sich und in allen ma\u00dfgeblichen Funktionen auch im Berichtszeitraum die Kontakte von Mitgliedern der Kernorganisation bezwischen der SDAJ und der \"Freien Deutsetzt sind. Sie sind jedoch aufgrund einer schen Jugend\" (FDJ) der DDR. eigenen Satzung, eigener F\u00fchrungsgremien und eines mit dem der KernorganisaOrganisation, Mitgliederstand, tion nicht identischen Mitgliederbestandes Publikationen in organisatorischer Hinsicht selbst\u00e4ndig. Die SDAJ gliedert sich in Landesver\"Sozialistische Deutsche b\u00e4nde - deckungsgleich mit der Gebietseinteilung der DKP-Organisationen. Den Arbeiterjugend\" (SDAJ) Landesverb\u00e4nden geh\u00f6ren im BundesgeDie Jugendorganisation der orthodoxen biet nach eigenen Angaben 1.012 Gruppen Kommunisten in der Bundesrepublik an, davon 196 Betriebsgruppen. In einigen Deutschland, die SDAJ, bekennt sich an Bereichen wurden diese Gruppen zu Kreisder Seite der DKP zur Sowjetunion und verb\u00e4nden zusammengefa\u00dft. zur DDR. Sie polemisierte im November In Niedersachsen sind die Landesver1984 heftig gegen eine vom Bundesminib\u00e4nde Niedersachsen (Sitz Hannover) und ster des Innern herausgegebene DarstelBremen/Niedersachsen-Nordwest (Sitz lung, in der die Ziele der SDAJ beschrieBremen) t\u00e4tig. Hier verf\u00fcgt die SDAJ ben sind. Insbesondere mi\u00dffiel ihr der \u00fcber 17 Kreis verb\u00e4nde, denen die meisten Vorspann: Darin wurden die Aktivit\u00e4ten der rd. 65 Ortsund Stadtteilgruppen soder SDAJ mit denen der rechtsextremistiwie 10 Sch\u00fclerund Berufsschulgruppen schen \"Jungen Nationaldemokraten\" (JN) und ebenfalls rd. 10 Betriebsgruppen unverglichen mit dem Res\u00fcmee: Es gibt keitergeordnet sind. Die Betriebsgruppen nen Grund, antidemokratische Bestrebunwirken haupts\u00e4chlich in 10 Gro\u00dfbetrieben gen von Marxisten/Leninisten weniger der Metallund der Automobilindustrie. ernst zu nehmen als Bestrebungen von Bundesweit hat die SDAJ etwa 15.000 Rechtsextremisten. In der Schrift des Bunaktive Mitglieder, davon etwa 850 in Niedesministers des Innern war die politische dersachsen; nach eigenen Angaben sind es Linie der SDAJ, insbesondere ihr Beim Bundesgebiet 36.000. Um die Zahl der kenntnis zur DKP, durch eine F\u00fclle von Mitglieder zu erh\u00f6hen, hat die SDAJ eigenen Aussagen belegt worden. Die ebenso wie die DKP Kampagnen zur WerSDAJ wendet sich gegen diese Aufkl\u00e4rung bung von Mitgliedern durchgef\u00fchrt, zu\u00fcber die verfassungsfeindliche Zielsetzung letzt in der Zeit von Oktober 1983 bis 30","Organisations\u00fcbersicht Orthodoxe Linke Deutsche Kommunistische Partei (DKP) --M SDAJ DFU J. VVN-BdA 1 -- 1 MSB -- SHB DFG-VK J. KFAZ VDJ -}* DFI Komitees, Nebenorganisationen Initiativen beeinflu\u00dfte Organisationen M\u00e4rz 1984. Dabei sollten nicht nur neue \"elan\"-Redakteure geben zusammen Mitglieder geworben, sondern auch inakmit Soldaten \"R\u00fchrt Euch - Zeitung f\u00fcr tive Mitglieder zur Mitarbeit ermuntert Soldaten\" in verschiedenen Regionalauswerden. Jedoch zeigten sich auch hier die gaben heraus. SDAJ-Funktion\u00e4re zeichFolgen der \u00dcbernahme eines gro\u00dfen Teils nen auch f\u00fcr einen \"Informationsdienst der Mitglieder in die DKP: Personen mit f\u00fcr Soldaten\" verantwortlich, ein AgitatDoppelmitgliedschaft sind nunmehr in der ionsmittel der \"Arbeitskreise DemokratiDKP aktiv, nicht jedoch weiter in der scher Soldaten\" (ADS), einer DKP-beeinSDAJ. Hinzu kommt: Viele der ideoloflu\u00dften Organisation. gisch noch nicht \"gefestigten\" NeumitglieDer 8. Bundeskongre\u00df der SDAJ w\u00e4hlder der SDAJ halten sich zur\u00fcck und f\u00fcte am 15./16. Dezember 1984 in Bottrop gen sich nicht v\u00f6llig in das Gruppenleben die Mitglieder des neuen Bundesvorstanein; viele kommen auch nur zu den f\u00fcr sie des, darunter auch Mitglieder aus Niederinteressanten geselligen Veranstaltungen. sachsen. Die SDAJ verf\u00fcgt \u00fcber eigene Presseorgane, n\u00e4mlich das Jugendliche geschickt ansprechende Magazin \"elan\" mit einer Neues \"Aktionsprogramm\" durchschnittlichen Auflage von 35.000 der SDAJ Exemplaren und die \"Jugendpolitischen Die SDAJ hat auf ihrem 8. BundeskonBl\u00e4tter\"; beide erscheinen monatlich. Ein gre\u00df am 15./16. Dezember 1984 ein \"Ak\"elan-Artikeldienst f\u00fcr Betriebs-, Lehrtionsprogramm f\u00fcr die Grundrechte der lings-, Stadtteilund Sch\u00fclerzeitungen\" Jugend\" beschlossen. Damit wurden das liefert die wesentliche Grundlage f\u00fcr die Aktionsprogramm von 1968 und die 1972 Artikel der insgesamt etwa 400 SDAJbeschlossenen \"F\u00fcnf Grundrechte der JuKleinzeitungen; 16 Kleinzeitungen erscheigend\" fortgeschrieben. Der Sozialismus nen in Niedersachsen. k\u00f6nne, wie es im Programm hei\u00dft, nicht 31","Linksextremismus als \"eine Summe von Reformen\" verwirkflu\u00dften \"Bundessch\u00fclervertretung\" (BSV) licht werden, sondern nur durch \"eine initiiert worden war. In Niedersachsen grundlegende Umw\u00e4lzung der Besitzund stand die \"Aktionswoche\" unter dem Machtverh\u00e4ltnisse\". Diese k\u00f6nne nur im Motto \"Wir lassen uns nicht wenden - \"entschiedenen Klassenkampf\" gegen das Wir pochen auf unser Recht auf Arbeit \"Gro\u00dfkapital und seinen Staat\" herbeigeund Bildung - Gemeinsam gegen rechts\". f\u00fchrt werden. Um dies zu verwirklichen, In dem B\u00fcndnis von Sch\u00fclervertretungen ringe die SDAJ um die \"Aktionseinheit\" und studentischen Organisationen, das die mit den \"sozialdemokratisch orientierten \"Aktionswoche\" ausrichtete, wirkte die Arbeiterjugendorganisationen\" und trete SDAJ entscheidend mit. f\u00fcr \"demokratische B\u00fcndnisse von kommunistischen, sozialistischen, sozialdemokratischen, gr\u00fcn-alternativen, liberalen Einflu\u00dfnahme auf die und christlichen\" Jugendlichen und Ju- \" Bundessch\u00fclervertretung \" gendverb\u00e4nden ein. Unterschiede zur (BSV) Taktik der DKP sind nicht erkennbar. Anl\u00e4\u00dflich der Sch\u00fclervertretungswahlen 1983 hat die SDAJ \"aktive Sch\u00fclervertretungen\" gefordert, die \"gegen Druck A ktionssch werp unkt und reaktion\u00e4ren Mief\" sowie \"gegen jeJugendarbeitslosigkeit des St\u00fcck Rechtsruck an ihrer Schule\" vorgehen sollten. Dar\u00fcber hinaus hat sie Auch im Berichtszeitraum griff die angeregt, die Sch\u00fclervertretungswahlen SDAJ vorrangig die Themen Jugendarf\u00fcr die Aktion \"Atomwaffenfreie Schule\" beitslosigkeit und Lehrstellenmangel auf, zu nutzen. Schlie\u00dflich hat sie mehr Mitbeum f\u00fcr ihre politischen Ziele zu werben. stimmungsrechte der Sch\u00fclervertretungen Dabei forderte sie ein \"Lehrstellen-Gegefordert mit dem Ziel, dem \"Abbau desetz\", mit dem ein Recht auf eine Lehrstelmokratischer Rechte\" und einer \"Militarile und Verpflichtungen der Betriebe hinsierung unserer Schulen\" entgegenzuwirsichtlich Zahl und Art der Ausbildungsken. Um diesen Forderungen Nachdruck pl\u00e4tze, Ausbildungsabgaben usw. festgezu verleihen, beteiligte sich die SDAJ aklegt werden sollten. In der Hoffnung, dativ an der Gr\u00fcndung einer \"Bundessch\u00fcmit \u00f6ffentlichen Druck zu erzeugen, f\u00fchrlervertretung\" am 24./25. M\u00e4rz 1984 in te die SDAJ eine Vielzahl von Aktionen K\u00f6ln. Die aus Delegierten der Landesf\u00fcr Arbeitszeitverk\u00fcrzung, f\u00fcr eine \u00dcbersch\u00fclervertretungen zusammengesetzte nahme nach der Lehre und gegen LehrKonferenz w\u00e4hlte einen 7k\u00f6pfigen Bunstellenmangel durch. Unter anderem verdesvorstand, darunter zwei SDAJ-Mitanstaltete sie einen Protest auf der Zuglieder. schauertrib\u00fcne des Deutschen BundestaDie Konferenz beschlo\u00df eine Grundsatges anl\u00e4\u00dflich der Fragestunde zum Thema zerkl\u00e4rung. Darin wurde der Anspruch erJugendarbeitslosigkeit am 5. Oktober hoben, da\u00df die BSV nicht nur zu schulbe1984. zogenen Problemen, sondern auch zu alUnter ma\u00dfgeblicher Beteiligung der len politischen Fragen Positionen zu beSDAJ und des MSB-Spartakus wurde in ziehen habe. Das \"Arbeitsprogramm\" der Zeit vom 26. November bis 1. Dezemstimmte mit einem von der SDAJ vorgeber 1984 eine bundesweite \"Aktionswoche legten Positionspapier \u00fcberein. Der komder Jugend\" veranstaltet, die von der ortmunistische Einflu\u00df wurde insbesondere hodox-kommunistisch ma\u00dfgebend beeinim Rahmen einer \"Friedensdebatte\" deut32","PISTEN Pr u a N) x EN el 7","Linksextremismus lieh: SDAJ-Mitglieder beantragten mit che und Kinder. In die sportlichen und Erfolg, die Debatte abzubrechen, als die musikalischen Teile des Programms wursowjetische Aufr\u00fcstung zur Sprache kam. de unverhohlen politische Agitation eingeKommunisten setzten auch durch, da\u00df im flochten. Dabei ging es um den \"Kampf Zuge der \"Verweigerungskampagne\" der der Friedenskr\u00e4fte\" gegen die \"US-ErstFriedensbewegung im Herbst 1984 eine schlags-Raketen\" und um die Werbung Kampagne gegen das Auftreten von Juf\u00fcr die 35-Stunden-Woche. Die FDJ der gendoffizieren im Schulunterricht durchDDR und der KOMSOMOL der UdSSR gef\u00fchrt werden sollte. hatten Gastdelegationen entsandt. Nach dem R\u00fccktritt zweier nichtkomIn Niedersachsen wurden Pfingstcamps munistischer Mitglieder des Bundesvorbeider Landesverb\u00e4nde sowie des Landesstandes erkl\u00e4rte der MSB-Spartakus, Mitverbands Hamburg mit insgesamt 1.750 glieder der Jungsozialisten h\u00e4tten ge\u00e4uTeilnehmern durchgef\u00fchrt; teilweise \u00dfert, die BSV sei ein \"kommunistisch geschlossen sich die Landesverb\u00e4nde der steuerter Kampfverband\". \"Jungen Pioniere\" an. Die Camps waren in Kreutzen bei Munster (SDAJ-LV Niedersachsen), Hameln (JP-LV NiedersachMitwirkung der SDAJ in sen), Nordenham-Gro\u00dfensiel (SDAJ und Jugendringen JP-LV Bremen/Niedersachsen Nord) und Die SDAJ ist nach wie vor darum beWalsrode-Vethem (SDAJ und JP-LV m\u00fcht, Mitglied in Jugendringen zu werHamburg). In der Werbung f\u00fcr das den. Sie will ihren Einflu\u00dfbereich erweiPfingstcamp des SDAJ-Landesverbandes tern und zus\u00e4tzliche Finanzquellen erBremen/Niedersachsen-Nordwest hie\u00df es schlie\u00dfen. Der Deutsche Bundesjugendu. a.: ring lehnte auf seiner 55. Vollversamm\"Man kann \u00fcber Pfingsten viele lung am 6./7. Oktober 1983 in Oldenburg Dinge machen... man macht was den zum 17. Mal gestellten Aufnahmeanmit anderen zusammen, macht mit trag der SDAJ mit 40 Nein-, 17 Ja-Stimbei Aktionen gegen die Bombenz\u00fcmen und 6 Enthaltungen erneut ab. Dagege. .. \" gen ist die SDAJ seit Jahren Mitglied der Gemeint waren die geplanten BlockaLandesjugendringe in Bremen, Hamburg den von Munitionstransporten aus und im Saarland; nach eigenen Angaben Nordenham. Bei der SDAJ zeigten sich ist sie auch Mitglied von mehr als 80 wie bei der DKP weniger Vorbehalte geKreisund Stadtjugendringen. In Niedergen\u00fcber Militanz als in den Vorjahren. sachsen ist die SDAJ als Mitglied von mehr als 20 Kreis-, Stadtund Ortsjugendringen bekannt. Daneben wirken einzelSolidarit\u00e4tsaktionen f\u00fcr ne SDAJ-Mitglieder als Angeh\u00f6rige andeNicaragua rer Jugendorganisationen in \u00f6rtlichen JuEin Schwerpunkt orthodox-kommunigendringen mit. stischer Aktionen sind seit langem die internationalen Solidarit\u00e4tsbekundungen f\u00fcr \"fortschrittliche\" Entwicklungen in \"Pfingstcamps\" der SDAJ Mittelamerika. Gegen das Eingreifen der An den \"Pfingstcamps\" der SDAJ und USA auf der Karibik-Insel Grenada kam der \"Jungen Pioniere\" (JP) beteiligten es am 25. und 26. Oktober 1983 bundessich 1984 nach Meldungen der kommuniweit zu Demonstrationen vor amerikanistischen Presse mehr als 20.000 Jugendlischen Einrichtungen, an denen sich neben 34","der DKP auch die SDAJ beteiligte. In Hannover wurde das Amerika-Haus mit der Parole \"Reagan = M\u00f6rder, USA raus aus Grenada, SDAJ\" beschmiert. 1984 warb die SDAJ verst\u00e4rkt f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der Revolution in Nicaragua. Gemeinsam mit der DKP und dem MSB-Spartakus rief sie zu politischer und finanzieller Solidarit\u00e4t auf. Anfang August 1984 berichteten zur\u00fcckgekehrte Angeh\u00f6rige einer \"Solidarit\u00e4tsbrigade\" - darunter auch Personen aus Niedersachsen - von schwierigen Bauarbeiten f\u00fcr die Druckerei der \"Sandinistischen Jugend\". Bei der Verabschiedung der zweiten Reisegruppe betonte der DKP-Vorsitzende Herbert Mies, das Spendenprojekt m\u00fcsse mit aller Kraft fortgesetzt werden; nach Angaben der DKP sollen bislang 900.000 DM Spendengelder eingegangen sein. \"Marxistischer Studentenbund Spartakus\" (MSB-Spartakus) Auch in Niedersachsen war die DKP wandte sich das Interesse der bis dahin weiterhin bem\u00fcht, \u00fcber ihren Studentenmobilisierten Studenten - soweit die Beverband \"MSB-Spartakus\" Einflu\u00df auf obachtung extremistischer Bestrebungen den akademischen Nachwuchs zu nehdies erkennen l\u00e4\u00dft - mehr dem spontamen. Dabei ist es ihr bisher jedoch nur geneistischen und dem gr\u00fcn-alternativen Belungen, von insgesamt 120.000 Studenten reich zu. Bei den Wahlen zu den Studen(Wintersemester 1984/85) an nieders\u00e4chtenparlamenten in Braunschweig und Olsischen Hoch-und Fachhochschulen rund denburg im ersten Halbjahr 1984 verlor 650 Personen in ihren 18 Gruppen zu order MSB seinen Einflu\u00df auf den jeweiliganisieren. gen AStA, w\u00e4hrend der Einflu\u00df \"undogDer MSB zog im Herbst 1983 vor\u00fcbermatischer\" Gruppen zunahm. gehend st\u00e4rkere Aufmerksamkeit unter Auch nachdem der MSB allgemein-poden Studenten auf sich, als er gemeinsam litische Themen (Arbeitslosigkeit, \"Sozialmit seinem st\u00e4ndigen B\u00fcndnispartner, abbau\", Arbeitsk\u00e4mpfe, Herbstman\u00f6ver dem \"Sozialistischen Hochschulbund\" 1984) und hochschulpolitische Angelegen(SHB), den Kampf gegen die NATOheiten (Baf\u00f6g-K\u00fcrzungen, \"PerspektivNachr\u00fcstung im Sinne der DKP in den losigkeit akademischer Berufe\") aufgeMittelpunkt seiner Agitation und Aktiogriffen hatte, blieb die von ihm erhoffte nen stellte. Nachdem die NATO-Nachr\u00fcResonanz innerhalb der Studentenschaft stung politisch durchgesetzt worden war, aus. 35","Linksextremismus Im Herbst 1984 leitete der MSB parallel sachsen einige Kreisverb\u00e4nde unterstehen. zu allgemeinen Protesten eine eigene bunBasisorganisationen sind Gruppen, die desweite Kampagne gegen die geplante ohne festgelegtes Verfahren gegr\u00fcndet Novellierung des Hochschulrahmengesetwerden k\u00f6nnen; daher ist deren Zahl nicht zes (HRG) ein. Die auch an den niedergenau bekannt. Der Bundesvorsitzende s\u00e4chsischen Hochschulen festzustellende bezeichnete diese Gruppen jedoch als Beteiligung von Studenten an den Vollver\"Herz unseres Verbandes\". sammlungen, Demonstrationen, Streiks Die kommunistische Presse behauptet, und Diskussionsveranstaltungen anl\u00e4\u00dflich bereits vor zwei Jahren habe es 855 Grupdes \"Anti-HRG-Tages\" (29. November) pen gegeben. Die Gruppen bem\u00fchen sich ging jedoch nur unwesentlich auf Aktivium den Beitritt von Kindern im Alter von t\u00e4ten des MSB und des SHB zur\u00fcck. 6 bis 14 Jahren. Gef\u00fchrt werden die Gruppen von Pionierleitern, die in der Regel Mitglieder der DKP oder der SDAJ sind. \"Junge Pioniere - Die Verantwortlichkeit f\u00fcr die praktische Sozialistische KinderAnleitung der JP liegt in besonderem organisation\" (JP) Ma\u00dfe bei der SDAJ. Die DKP behauptet, Erziehung diene Aktivit\u00e4ten \"nicht allgemein-gesellschaftlichen Zielen, sondern Klasseninteressen\" (12 Thesen Die JP f\u00fchren z. T. Veranstaltungen zur \"sozialistischen Erziehungsarbeit\", mit reinem Freizeitcharakter durch; die ver\u00f6ffentlicht 1983). Mit dieser Vorgabe Agitation wird nachgeschoben. Gr\u00f6\u00dfere haben die JP auch im Berichtszeitraum versucht, gemeinsam mit der DKP und der SDAJ \"systematisch und planm\u00e4\u00dfig Einflu\u00df auf Kinder auszu\u00fcben\" mit dem Ziel, \"sozialistisches Bewu\u00dftsein\" zu vermitteln (vergl, z. B. UZ vom 10. Dezember 1983). Sie behaupten, in der DDR seien alle Voraussetzungen geschaffen, \"wirklich kinderfreundliche Politik zu betreiben\". Dagegen sei das politische System der Bundesrepublik Deutschland besonders \"kinderfeindlich\". Hier gelte es, die Kinder den \"Klauen der b\u00fcrgerlichen Erziehung zu entrei\u00dfen\" und \"die Erziehung zum Ha\u00df - zur Verachtung und Wut gegen Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten des Imperialismus\" zu betreiben. Organisation Der Bundesleitung geh\u00f6ren 4 Funktion\u00e4re aus Niedersachsen an. Die JP gliedern sich wie die DKP und die SDAJ in 12 Landesverb\u00e4nde, denen auch in Nieder36","Vorhaben sind Pfingstlager und Kinderfedient, sind in Niedersachsen insbesondere rienfahrten in die DDR. Im \"ABC der hervorzuheben: Kinderferienfahrt\" (Heft 8 der \"MachMit-Reihe\" der JP-Bundesleitung) ist zu \"Deutsche lesen, da\u00df in den Ferienlagern allen KinFriedensunion\" (DFU) dern \"ein realistisches Bild \u00fcber die DDR Organisation zu vermitteln\" sei; dieses solle \"mit der eigenen Situation der Kinder in der BRD\" Der 1960 auf kommunistisches Betreiverglichen werden, um \"die gesellschaftliben als Volksfrontorganisation gegr\u00fcndechen Ursachen f\u00fcr die Unterschiede herten DFU geh\u00f6ren zwar kaum mehr als auszufinden und zu verstehen\". 1983 nah1.000 Mitglieder im Bundesgebiet an; denmen etwa 4.000 Kinder aus dem Bundesnoch spielt sie nach wie vor eine wichtige gebiet an den zweibis zweieinhalbw\u00f6chiRolle in der kommunistischen B\u00fcndnispogen Reisen teil. Der Kostenbeitrag f\u00fcr ein litik. Sie tritt vor allem dann auf, wenn die Kind lag zwischen 70, - und 150, - DM. DKP es f\u00fcr ratsam h\u00e4lt, sich aus taktiDennoch hatten die DKP und die JP 1984 schen Erw\u00e4gungen zur\u00fcckzuhalten. Nach gro\u00dfe Schwierigkeiten, die ihnen zur Verwie vor ist die kommunistische Einflu\u00dff\u00fcgung gestellten Ferienpl\u00e4tze zu belegen. nahme auf die DFU erheblich. Unver\u00e4nEs gelang auch kaum, neue Mitglieder zu dert sind etwa ein Viertel der Mitglieder gewinnen. Als ein Problem erwies sich des Direktoriums und des Bundesvorstan\u00fcberdies, da\u00df die westdeutschen Kinder des ehemalige Mitglieder der 1956 verboim Gegensatz zu den \"viel zu brav wirkentenen KPD; etwa ein Drittel der Mitglieden Kindern aus der DDR\" \"aggressiv\" der des Bundesvorstandes sind hauptamtseien. Darauf anspielend behauptete ein liche Funktion\u00e4re anderer kommunistisch DKP-Funktion\u00e4r aus Oldenburg, im Febeeinflu\u00dfter Organisationen. rienlager seien dennoch aus \"r\u00fccksichtsloDie DFU verfolgt ihre Ziele seit 1984 sen Einzelg\u00e4ngern . . . \u00fcberraschend vernicht mehr als Partei, sondern als \"politiantwortungsbewu\u00dfte Gruppenmitglieder\" sche Vereinigung\". Sie will sich in Zugeworden, die neidlos eingestanden h\u00e4tkunft auf die \"St\u00e4rkung und Einigung der ten, da\u00df ihre Altersgenossen aus der DDR Bewegung f\u00fcr Frieden, Abr\u00fcstung und so\u00fcber mehr Wissen verf\u00fcgten und viel besziale und demokratische Erneuerung\" ser im Sport seien (UZ vom 11. August konzentrieren. 1984). Dem Bundesvorstand (59 Mitglieder) geh\u00f6ren aus Niedersachsen der Landesvorsitzende, seine beiden Stellvertreter DKPbeeinflu\u00dfte und zwei weitere Mitglieder des LandesOrganisationen vorstandes an. Beeinflu\u00dft sind Organisationen und InDas Sprachrohr der DFU, die \"Deutitiativen, auf die eine Kernorganisation sche Volkszeitung\" (DVZ), wurde Ende sich in ihrem Bem\u00fchen st\u00fctzt, m\u00f6glichst 1983 mit dem Organ der VVN-BdA, \"die viele B\u00fcrger f\u00fcr ihre jeweiligen Ziele zu tat\", zusammengelegt. mobilisieren; sie erscheinen nach au\u00dfen meist unabh\u00e4ngig, sind aber erheblich von Aktivit\u00e4ten der Kernorganisation beeinflu\u00dft. 1983 beteiligte die DFU sich im EinverVon den rund 50 im Bundesgebiet benehmen mit der DKP an der Kampagne kannten Organisationen, derer sich die gegen die NATO-Nachr\u00fcstung und an den DKP im Rahmen ihrer B\u00fcndnispolitik beHerbstaktionen 1983 und 1984 gegen 37","Unksextremismus NATO-Man\u00f6ver. Die DFU ist Herausgehatte sie ma\u00dfgeblich im Rahmen der \"Beber des im Berichtszeitraum monatlich errufsverbots\"-Kampagne mitgewirkt. schienenen \"Abr\u00fcstungsinfo\". Sie bereitete das 4. Forum der \"Krefelder Initiative\" am 8./9. September 1984 in \" Vereinigung der VerfolgDortmund vor und organisierte dieses ten des Nazi-Regimes - Treffen von rd. 1.000 Teilnehmern aus Bund der Antifaschisten \" Ost und West; hier wurden die Aufgaben der westdeutschen \"Friedensbewegung\" (VVN-BdA) diskutiert. Auf diesem Forum wurde auch die von der DFU erheblich unterst\u00fctzte Organisation Kampagne \"Hiroshima mahnt - F\u00fcr EuDie 1949 gegr\u00fcndete VVN-BdA ist nach ropa und die Welt: Stoppt den R\u00fcstungswie vor eine der gr\u00f6\u00dften orthodox-komwahnsinn\" ins Leben gerufen. munistisch beeinflu\u00dften Organisationen Im Anschlu\u00df an das 4. Forum der \"Kreim Bundesgebiet. Mehr als die H\u00e4lfte der felder Initiative\" f\u00fchrte die DFU am 13. Pr\u00e4sidiumsmitglieder sind als DKP-AngeSeptember 1984 in Hannover eine Inforh\u00f6rige oder als ehemalige Mitglieder der mationsveranstaltung durch; dabei kam 1956 verbotenen KPD bekannt; zahlreiche auch ein Vertreter amerikanischer AtomVorstandsmitglieder auf Landes-und waffengegner zu Wort. Das B\u00fcro des Kreisebene sind zugleich Mitglieder der DFU-Landesverbandes Niedersachsen in DKP. Auch ein gro\u00dfer Teil der etwa Hannover diente als Schaltstelle f\u00fcr die 13.000 Mitglieder im Bundesgebiet, davon Aktivit\u00e4ten der \"Friedensbewegung\" im rund 1.500 in Niedersachsen, geh\u00f6ren der Raum Niedersachsen, so auch bei den DKP an. Herbstaktionen 1984. Der Landesverband Aktionsschwerpunkt der VVN-BdA k\u00fcndigte in einer \"Erkl\u00e4rung zu den war nach wie vor der \"Antifaschismus\"Herbstman\u00f6vern\", die er auch an einige Kampf. Hinzu kam im Berichtszeitraum Gemeindeverwaltungen schickte, an, er als weiterer Schwerpunkt die Beteiligung werde alle Aktionen \"zur Aufkl\u00e4rung der an der Kampagne gegen die NATO-NachBev\u00f6lkerung\" unterst\u00fctzen bis hin zum r\u00fcstung. Beide Bereiche wurden miteinan\"zivilen Ungehorsam\". der zusammengef\u00fchrt unter dem Motto: Im Rahmen einer Konferenz \"Frieden \"Nie wieder Faschismus - Nie wieder ist Menschenrecht\" am 8. Dezember 1984 Krieg - Keine neuen Atomraketen\". Die in Hannover bem\u00fchte sich die DFU, eine Vorst\u00e4nde der Verbandsgliederungen gedankliche Verbindung zwischen den wurden angewiesen, ihre \"aktive MitarZielen der \"Friedensbewegung\" und eibeit in den Initiativen und Koordinienem \"Nein zur Rechtsentwicklung in Nierungsgremien der Friedensbewegung zu dersachsen\" zu kn\u00fcpfen. In diesem Zuverst\u00e4rken\". sammenhang wurde der VerfassungsDie VVN-BdA hat sich zum Ziel geschutz als \"staatlich-ideologisches Repressetzt, 2.500 neue Mitglieder zu gewinnen, sionsinstrumentarium . . . zur Erzeugung davon in Niedersachsen rd. 300. Die Wervon Feindbildern in der Gesellschaft\" bebekampagne d\u00fcrfte \u00fcber den Vorsatz zeichnet. Auch wurde \"am Beispiel der nicht weit hinauskommen. Nur ein gerinBerufsverbote in Niedersachsen . . . die ger Teil der Mitglieder ist aktiv, und einige politische Justiz gestern und heute\" angenieders\u00e4chsische Kreisvereinigungen haprangert. Die Behandlung dieses Themas ben bisher nichts oder nur sehr wenig f\u00fcr seitens der DFU ist nicht neu; bereits 1983 die Werbung getan. 38","l i i i i i t i i i i ^ SSsmSSss SUES cou/csufdegp SgC\u00c4ftS D4573C [?]3g^S s\u00e4rtfS\u00c4rt \"- dem Tor des Himmlischen","Linksextremismus Aktivit\u00e4ten \"Bundeskongre\u00df Autonomer Friedensinitiativen\" (BAF) bef\u00fcrworteten und \"radiDie VVN-BdA beteiligte sich in Niederkalere Aktionsformen\" verlangten. sachsen am Kongre\u00df \"Gemeinsam gegen Gleichwohl hielt die DFG-VK an der ortAusl\u00e4nderfeindlichkeit\" vom 11. bis 13. hodox-kommunistischen Linie fest und Mai 1984 in Hannover. Dar\u00fcber hinaus bekannte sich vorbehaltlos zur sowjetischrieb sie sich den Protest gegen das schen Westpolitik. In einem Gru\u00dfschreiTreffen ehemaliger Angeh\u00f6riger der Wafben an den 7. Parteitag der DKP versifen-SS am 19. Mai 1984 in Bad Harzburg cherte sie ihre Verbundenheit und bot die als Erfolg zu. Wie immer beteiligte sich Zusammenarbeit vor allem bei der \"Mobidie VVN-BdA in Niedersachsen an der lisierung zu den Osterm\u00e4rschen und dem Ostermarschaktion, an den VeranstaltunNationalen Widerstand\" an. Bei einem gen anl\u00e4\u00dflich des \"Anti-Kriegstages\" am Treffen von Spitzenfunktion\u00e4ren der 1. September 1984 und besonders intensiv DKP und der DFG-VK am 25. September an den Herbstaktionen der \"Friedensbe1984 kam es zu einem \"fruchtbaren Meiwegung\". Dar\u00fcber hinaus unterst\u00fctzte sie nungsaustausch \u00fcber den Friedensherbst die Kampagne \"Volksbefragung '84\" zur '84\". NATO-Nachr\u00fcstung, wobei sie die Europa-Wahl f\u00fcr die \"Befragung\" von B\u00fcrgern Auch die DFG-VK beteiligte sich an der vor den Wahllokalen nutzte. Kampagne gegen die NATO-Nachr\u00fcstung und warb f\u00fcr den \"Krefelder Appell\". Im Ihre Bildungsarbeit in WochenendsemiRahmen der \"4. Aktionskonferenz der naren erg\u00e4nzte die nieders\u00e4chsische VVNFriedensbewegung\" am 5./6. November BdA mit einer \"Antifaschistischen Som1983 schlug sie die \"massenhafte Kriegsmerschule\" vom 23. Juli bis 3. August dienstverweigerung\" vor. In diesem Sinne 1984 in den R\u00e4umen der Heimvolkshochbegann sie 1984 eine auf zwei Jahre angeschule (Jugendbildungsst\u00e4tte) in Neulegte Kampagne. Ihr Aufruf, am \"Verfasstadt-Bordenau. sungstag\", dem 23. Mai 1984, massenhaft \"Verweigerungsaktionen\" durchzuf\u00fchren, zum Beispiel Antr\u00e4ge auf Kriegsdienstver\"Deutsche Friedensweigerung zu stellen und Wehrp\u00e4sse \"vergesellschaft - Vereinigte sehentlich\" zu vernichten (\"Bundeswaschtag\"), wurde jedoch in Niedersachsen Kriegsdienstgegner\" kaum befolgt. Ein vom Bundesvorstand (DFG-VK) herausgegebener Aktionsleitfaden \"VerDie DFG-VK ist, obwohl ihr Mitgliederweigert jeden Kriegsdienst\", der u. a. zur stand auf rund 18.500 gesunken ist, nach \"Totalverweigerung\" aufrief, blieb unbewie vor die st\u00e4rkste der kommunistisch achtet. beeinflu\u00dften Organisationen in der Bundesrepublik Deutschland. Unter diesen hat sie aber auch den gr\u00f6\u00dften Anteil an Initiative \" Weg mit den Nicht-Kommunisten. Deshalb kommt es Berufs verboten \" vor, da\u00df Mitglieder Positionen des BunDer bundesweit bestehende Arbeitsausdesvorstandes kritisieren, die den Vorstelschu\u00df der Initiative \"Weg mit den Berufslungen der DKP gerecht werden. In einzelverboten\" ist eine der zahlreichen Grupnen Gruppen kamen sogar \"Radikal-Pazipierungen, in denen Kommunisten und fisten\" in F\u00fchrungspositionen, die eine deren Sympathisanten seit Jahren die Zusammenarbeit mit dem damaligen Nahziele der DKP unterst\u00fctzen. Er kriti40","siert die Ablehnung linksextremistischer de\" und eine Postkartenaktion an ein VerBewerber f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst und waltungsgericht einfallen. Dort stellte sie Disziplinarma\u00dfnahmen gegen Beamte, die Disziplinarma\u00dfnahmen gegen Beamte, die mit deren T\u00e4tigkeit f\u00fcr die DKP zusamf\u00fcr die DKP kandidiert haben, als \"Anmenh\u00e4ngen. Die Partei selbst begleitet die griffe auf Personen und Aktivit\u00e4ten der \"Berufsverbots\"-Kampagne durch Ver\u00f6fFriedensbewegung\" dar. fentlichungen. \"Berufsverbotsf\u00e4lle\" aus Niedersachsen standen auch im Mittelpunkt einer Gro\u00dfveranstaltung \"Stoppt den Abbau der Demokratie\", die am 4./5. Februar 1984 in B\u00f6blingen stattfand. Die Initiative \"Weg mit den Berufsverboten\" trat als Initiator, die DFU als Organisator auf. Den Aufruf hatten zahlreiche Kommunisten unterzeichnet. Den Veranstaltern war es jedoch auch gelungen, viele Angeh\u00f6rige demokratischer Organisationen f\u00fcr die Unterzeichnung des Aufrufs zu gewinnen. Die Konferenz wurde mit internationaler Beteiligung durchgef\u00fchrt. Man einigte sich auf eine \"B\u00f6blinger Erkl\u00e4rung\". Darin wandten sich die Teilnehmer der Konferenz gegen \"antikommunistische Demagogie\"; sie forderten die \"Aufhebung aller Berufsverbotsma\u00dfnahmen\". Der zur Unterst\u00fctzung von \"Berufsverbotsbetroffenen\" 1979 in Hannover eingerichtete \"Heinrich-Heine-Fonds\" hat nach eigenen Angaben bisher mehr als 600.000 DM an Spendengeldern erhalten. Die Namen der Spender wurden nicht genannt. In Niedersachsen wurde am 27. September 1983 die \"Nieders\u00e4chsische LandesinSonstige DKP-beeinflu\u00dfte itiative gegen die Berufsverbote, f\u00fcr die Verteidigung der demokratischen Rechte\" Organisationen gegr\u00fcndet. Erkl\u00e4rtes Ziel der Initiative Auch in einer Reihe weiterer Organisawar es, \"die in der Bundesrepublik tionen und Gruppierungen ist der Einflu\u00df Deutschland und vor allem in Niedersachder DKP erkennbar. Hierzu geh\u00f6ren das sen herrschende Politik der Berufsverbote \"Komitee f\u00fcr Frieden, Abr\u00fcstung und Zuzu bek\u00e4mpfen und letztlich zu beseitigen sammenarbeit\" (KFAZ), die \"Demokratisowie eine volle Rehabilitierung aller Besche Fraueninitiative\" (DFI) und die \"Vertroffenen zu erreichen\". Sitz der Initiative einigung Demokratischer Juristen in der ist das B\u00fcro des Landesverbandes der Bundesrepublik Deutschland und Berlin DFU in Hannover. Die Initiative lie\u00df sich (West) e. V.\" (VDJ). \"Patenschaftsvertr\u00e4ge mit Berufsverbots- * Das KFAZ hat sich als wichtiges Inbetroffenen\", eine \"Prominentenblockastrument zur Koordinierung der als \"Frie41","Unksextremismus denskampagne\" bezeichneten kommuniIn Niedersachsen beteiligte sich die Restischen Agitation erwiesen. Obwohl das gionalgruppe Hannover an einer VeranKFAZ \u00fcber keinen eigenen organisatoristaltung \"Kampfanzug unter der Robe - schen Unterbau verf\u00fcgt, wirkt es bundesGegen die Kriegsvorbereitungen in der Juweit mittels eines \"B\u00fcros\" als zentrales stiz\" am 24. August 1984 in Hannover. Leitungsgremium weitgehend auf die PlaDabei wurde eine Protestresolution gegen nung von \"Friedensaktionen\" ein. Zwei die Wiedereinf\u00fchrung einer WehrstrafgeMitglieder des \"B\u00fcros\" vertraten das richtsbarkeit verfa\u00dft. KFAZ im \"Koordinationsausschu\u00df f\u00fcr die Herbstaktionen\" der Friedensbewegung. Bei Einzelaktionen \u00f6rtlicher Friedensinitiativen in Niedersachsen wurde Druckmaterial des KFAZ verteilt. * Auch die DFI wurde mit Unterst\u00fctzung der DKP gegr\u00fcndet. \u00dcber ihren \"Zentralen Arbeitskreis\" organisiert sie als bundesweites Leitungsgremium Aktionen vieler \u00f6rtlicher Gruppen. Solche Gruppen haben die Forderungen der DFI in Niedersachsen z. B. anl\u00e4\u00dflich des \"Internationalen Frauentages\" am 8. M\u00e4rz 1984 vorgetragen. Die DFI legte ihre aktuellen Ziele auf einem Bundeskongre\u00df am 2./3. Juni 1984 in K\u00f6ln in einem \"Arbeitsund Aktionsprogramm\" fest. Im Mittelpunkt steht der \"Frauenfriedenskampf\" gegen die NATO-Nachr\u00fcstung, der mit der Forderung verkn\u00fcpft wird: \"Keine Einbeziehung der Frauen in die Bundeswehr.\" Die Vorsitzende des DFI war im \"Koordinationsausschu\u00df f\u00fcr die Herbstaktionen\" vertreten. * Die VDJ war auf Initiative der DKP gegr\u00fcndet worden. Mitglieder ihres Sekretariats unterst\u00fctzten in den letzten Jahren kommunistische Organisationen. Einige sind gleichzeitig Funktion\u00e4re anderer kommunistisch-beeinflu\u00dfter Vereinigungen. Die VDJ ist in die kommunistische \"Friedenskampagne\" einbezogen. Sie behauptet, die NATO-Nachr\u00fcstung sei verfassungsund v\u00f6lkerrechtswidrig. Deshalb geh\u00f6re zur \"Kontinuit\u00e4t des Widerstandes gegen den Faschismus\" ein Widerstandsrecht gegen die Nachr\u00fcstung. 42","men aktiv. Die Partei hat dennoch in NieDogmatische dersachsen keine Bedeutung mehr. Ihre Aufrufe blieben ungeh\u00f6rt, denn sie gingen \"Neue an den Realit\u00e4ten vorbei: Weder f\u00fchrte der Arbeitskampf in der Metallindustrie zu Betriebsbesetzungen und zum GeneralUnke\" streik, noch gab es einen \"breiten Massenwiderstand\" gegen die RaketenstationieDie Organisationen der dogmatischen \"Neuen Linken\" besch\u00e4ftigten sich mit rung. Selbst die Kampagne der Partei anThemen, bei denen sie unter \"staatsverl\u00e4\u00dflich von Betriebsstillegungen und Masdrossenen\" B\u00fcrgern, insbesondere Jusenentlassungen in Niedersachsen, z. B. gendlichen, Resonanz erhofften: Sie beanbei der Firma Hanomag, machte die Bestandeten die NATO-Nachr\u00fcstung, die troffenen nicht aufmerksam. bildungsund sozialpolitische \"Wende\", Auch innerhalb der linksextremistiferner die Medienpolitik; sie behaupteten, schen Gruppen blieb die MLPD isoliert. die Bundesrepublik Deutschland sei ein Sie ist als Kaderpartei zu wenig flexibel, \"Computerund \u00dcberwachungsstaat\"; um an Aktionsb\u00fcndnissen teilzunehmen. schlie\u00dflich erhoben sie sich zum W\u00e4chter Die Parteif\u00fchrung mi\u00dftraut selbst den eigegen \"neofaschistische Tendenzen\". genen Mitgliedern und ist um die ParteiDennoch verloren die meisten Organisadisziplin besorgt. So bef\u00fcrchtete sie, Mittionen weiterhin Mitglieder. Lediglich die glieder w\u00fcrden sich \"an die spontane, \"Marxistisch-Leninistische Partei kleinb\u00fcrgerliche Friedensbewegung\" anDeutschlands\" (MLPD) und die \"Marxipassen. stische Gruppe\" (MG) gewannen einige zus\u00e4tzliche Mitglieder. Das d\u00fcrfte mit der Selbstdarstellung dieser beiden Organisa\"Kommunistischer Bund\" tionen zusammenh\u00e4ngen. Die MG trat selbstbewu\u00dft als \"kritische geistige Elite (KB) der Nation\" auf und stie\u00df dabei \u00fcberwieDie Mitglieder des KB beteiligten sich gend bei akademisch vorgebildeten Persoan allen Aktivit\u00e4ten, von denen sie annahnen auf Interesse. men, sie seien Teil einer allgemeinen ProInsgesamt haben die Gruppen der dogtestbewegung. Der KB griff wie schon fr\u00fcmatischen \"Neuen Linken\" in Niedersachher zeitnahe Themen auf und formulierte sen z. Zt. noch etwa 400 Mitglieder. dar\u00fcber hinaus \"Rezepte des praktischen Widerstandes\". Er wirkte teils offen, teils konspirativ auf Gruppierungen der undogmatischen \"Neuen Linken\" und auf Einzelne Parteien und die gr\u00fcn-alternative Bewegung ein. AngeGruppierungen h\u00f6rige des KB wirken z. B. in der G\u00f6ttinger \"Alternative-Gr\u00fcne-Initiativen-Liste\" \"Marxistisch(AGIL) mit. Sie lehnten Gewalt nicht ab, Leninistische Partei als in der AGIL die St\u00f6rungen der NATOHerbstman\u00f6ver vorbereitet wurden. Deutschlands\" (MLPD) In Niedersachsen ist der KB dar\u00fcber In Niedersachsen ist seit November hinaus in Hannover und in L\u00fcneburg ak1983 neben dem \"Bezirk Hannover\" auch tiv. Auch hier fiel auf, da\u00df der KB die Anein \"Bezirk Nord-West\" mit Sitz in Brewendung von Gewalt nicht ausschlo\u00df. Der 43","Linksextremismus \"^r-sSfg *UflffV \\ \"g5Sfcitelo \". (tm)wt\"i -- 1 \" \" # ^ \u00c4 * , yi * t a . - ww(tm)iifyij0|. <% ^ <**>**\"* * * \" * ^ 1 I d t f nerVIestenvn' ScWu\u00df i K M undem AcMBe\"eis\" WABUW W l d e c K : ii ; der iMamer**\"'-(tm)\" * \". \"\"\"\", \"H, mobiUsieren ft\" ^","KB beeinflu\u00dfte die Initiative \"Kein Frieweiterhin Mitglieder. Auch er bem\u00fchte den mit der NATO - BRD raus aus der sich um B\u00fcndnisse mit anderen GruppieNATO\" und beteiligte sich an \"Solidarirungen. Dabei gelang es ihm aber nicht t\u00e4tsaktionen\" gegen die Mittelamerikapomehr, Demonstrationen zu beeinflussen. litik der USA. Das von Extremisten so gern beschworene \"ORWELL-Jahr 1984\" \"Kommunistischer Bund gab dem KB Anla\u00df, dem Staat eine \"Verdatung und Verkabelung\" des B\u00fcrgers Westdeutschland\" (KBW) vorzuwerfen. Der KBW trat seit seiner Delegiertenkonferenz im Mai 1983 nicht mehr als po\"Kommunistische Partei litische Partei, sondern nur noch als \"VerDeutschlands (Marxistenein\" auf. In Niedersachsen ging wie im \u00fcbrigen Bundesgebiet die Zahl seiner MitLeninisten)\" (KPD) glieder erheblich zur\u00fcck. Die Funktion\u00e4re Die KPD hat auf ihrem Parteitag Ende l\u00f6sten sich von ideologischen Dogmen 1983 einger\u00e4umt, da\u00df ihre politischen und verhielten sich \"pragmatisch\" gegenVorstellungen von einer sozialistischen \u00fcber der Alternativund der \u00d6kologiebe\"Einheitsfront\" sich nicht verwirklicht wegung. Beeinflussen konnten sie diese h\u00e4tten. Die Zahl der aktiven Mitglieder ist freilich nicht. Ende 1984 stand der KBW im Bundesgebiet inzwischen weiter zuunmittelbar vor der Aufl\u00f6sung. (Nach r\u00fcckgegangen. Deshalb versucht die Parwiederholtem Aufschub wurde sie am 16. tei, den Verfall aufzuhalten, indem sie mit Februar 1985 vollzogen.) dem \"Bund Westdeutscher Kommunisten\" - auch in Niedersachsen - zusammenwirkt. Dar\u00fcber hinaus versucht \"Marxistische Gruppe\" sie \u00e4hnlich wie der KB, Einflu\u00df auf Grup(MG) pen des undogmatischen Spektrums zu Die MG konnte ihren Mitgliederstand nehmen. erh\u00f6hen. Zu den etwa 1.500 Mitgliedern Die vornehmlich publizistisch betriebeim Bundesgebiet, die vielfach akademisch ne Agitation konzentrierte sich auf den vorgebildet sind, kommt eine gr\u00f6\u00dfere Arbeitskampf in der Metallindustrie, anZahl von Anh\u00e4ngern, die in \"Sympathiegebliche Ausl\u00e4nderfeindlichkeit, Raketensantenplena\" organisiert sind. Auch die stationierung und Herbstman\u00f6ver. Die Aktivit\u00e4ten haben zugenommen. KPD und die von ihr 1980 gegr\u00fcndete Die MG nimmt innerhalb der dogmati\"VOLKSFRONT\" waren dar\u00fcber hinaus schen \"Neuen Linken\" eine Sonderstelan verschiedenen Aktionsb\u00fcndnissen und lung ein. Sie vertritt eine eigene \"PhilosoDemonstrationen beteiligt. Diese richteten phie\" mit teilweise anarchistischen Akzensich \u00fcberwiegend gegen Rechtsextremiten. Dagegen entspricht die innere Struksten. Die KPD ist auf solche \"antifaschitur mit strenger Hierarchie und Parteidisstischen\" Aktionsb\u00fcndnisse angewiesen, ziplin, intensiver, systematischer Schudenn nur hier findet sie Gleichgesinnte. lung und konspirativem Verhalten dem Vorbild leninistischer Parteien. Die MG behauptet, als \"kritische geistige Elite der \"Bund Westdeutscher Nation\" die \"wahre Erkenntnis\" zu besitKommunisten\" (BWK) zen, um eine gesellschaftliche Wandlung Der 1980 von der ehemals st\u00e4rksten K- als Alternative zu parlamentarischen und Gruppe KBW abgespaltene BWK verlor au\u00dferparlamentarischen Oppositionsbe45","Linksextremismus wegungen zu erm\u00f6glichen. Staat und Gedesgebiet zu kn\u00fcpfen und schon bestehensellschaftsordnung in der Bundesrepublik de Kontakte auszubauen. Deutschland k\u00f6nnten durch Reformen Im einzelnen konzentrierte sich die Aginicht verbessert werden; sie seien daher tation der dogmatischen \"Neuen Linken\" mit allen Mitteln zu bek\u00e4mpfen. Einige im zweiten Halbjahr 1983 vornehmlich Mitglieder vertreten diese Auffassung mit darauf, die NATO-Nachr\u00fcstung zu vereinem Fanatismus, wie er sonst nur von hindern. Zu dieser Zeit hatten andere Theeinigen Sekten bekannt ist. men wie \"Polizeiund Computerstaat, Neofaschismus, Ausl\u00e4nderfeindlichkeit, Betriebsstillegungen\" f\u00fcr diese Gruppen Agitationsund nur zweitrangige Bedeutung. Aktionssch werpunkte 1984 bem\u00fchten sich die Gruppierungen der dogmatischen \"Neuen Linken\" zuDie Organisationen der dogmatischen n\u00e4chst vorrangig darum, auf die Arbeits\"Neuen Linken\" sind zwei grunds\u00e4tzlich k\u00e4mpfe in der Metallindustrie Einflu\u00df zu unterschiedliche Wege gegangen, um ihnehmen und dabei f\u00fcr ihre Ziele zu werren Zielen n\u00e4herzukommen: ben. Ihre Vorstellung, breite Schichten Die MLPD und die MG haben eigene agider Arbeitnehmerschaft f\u00fcr einen \"polititatorische Offensiven betrieben; die MG schen Klassenkampf\" zu begeistern, blieb ist dabei nicht erfolglos geblieben. DageUtopie. Sp\u00e4ter gingen die Aktivit\u00e4ten in gen bem\u00fchten sich die anderen Gruppieverschiedene Richtungen: rungen um B\u00fcndnisse mit vermeintlichen Die KPD und der BWK konzentrierten Gesinnungsgenossen. Sie versuchten inssich auf Aktionsb\u00fcndnisse gegen \"Neofabesondere, mit ideologisch nicht festgelegschismus und Ausl\u00e4nderfeindlichkeit\"; ten Gruppen des \"alternativen Spekder KB versch\u00e4rfte seine Agitation gegen trums\" zusammenzuarbeiten. Damit Kernenergieanlagen, \"Polizei und \u00dcbertrennten sie sich nicht etwa von ideologiwachungsstaat\", Computerund Medienschen Vorstellungen; vielmehr ging es ihtechnologie; die MG bem\u00fchte sich darum, nen darum, auf dem Weg \u00fcber gemeinsanachzuweisen, da\u00df das gesamte gesellme Aktionen Unzufriedene einzuspannen schaftliche System in der Bundesrepublik und letztlich von der Notwendigkeit einer Deutschland morbide sei und zerschlagen sozialistischen Revolution zu \u00fcberzeugen. werden m\u00fcsse; die MLPD erging sich in Die Aktionen sind zum Teil bewu\u00dft darSelbstbetrachtung und bem\u00fchte sich, das auf angelegt, mit \"der Staatsmacht\" Kon\"revolution\u00e4re Bewu\u00dftsein\" in den eigefrontationen herbeizuf\u00fchren, um danach nen Reihen zu st\u00e4rken und die Parteidiszibehaupten zu k\u00f6nnen, die Gewalt gehe plin zu straffen. Gleichgerichtete Vorhavom Staat aus (\"strukturelle Gewalt\"). ben der Gruppen waren nur die Agitation Gegengewalt gegen die \"strukturelle Gegegen Herbstman\u00f6ver 1984 der NATO walt\" sei nicht nur legitim, sondern - so und gegen die Nicaragua-Politik der USA. behaupten viele - auf der Grundlage des von der Verfassung gew\u00e4hrleisteten Widerstandsrechts legal. In ihrem Bem\u00fchen, Gesinnungsgenossen zu finden, beschr\u00e4nken sich die Gruppen der dogmatischen \"Neuen Linken\" nicht nur auf Inl\u00e4nder. Sie versuchten, Kontakte zu Organisationen ausl\u00e4ndischer Arbeitnehmer im Bun46","sellschaft angestrebt. \u00dcber die Formen Undogmaund die Wege zu diesem Ziel gibt es keine einhellige Auffassung. Manche orientietische \"Neue ren sich an sozialistischen Herrschaftsformen, einige wollen eine Art R\u00e4tesystem, andere sind f\u00fcr uneingeschr\u00e4nkte HerrLinke\" schaftsfreiheit und Selbstbestimmung des einzelnen. Auch die Frage der Anwendung von Gewalt wird nicht einheitlich beurteilt. Schon zum Begriff der Gewalt gibt Allgemeines es die unterschiedlichsten Auffassungen. Nach den Studentenprotesten der sp\u00e4ten So wird die Gewaltdiskussion in diesen 60er Jahre entstand neben den ideologisch Kreisen vielfach zum Scheideweg. festgelegten Gruppen der dogmatischen Das Wort \"Autonomie\" gewinnt zuneh\"Neuen Linken\" das Spektrum der undogmend an Bedeutung. Viele Gruppen und matischen \"Neuen Linken\". Es wurde seit Personen nennen sich in Diskussionspa1977 neben dem orthodoxen Kommunispieren und in Aufrufen \"Autonome\". In mus zunehmend zur dominierenden Bewedieser Bezeichnung sind freilich keinerlei gung innerhalb des linksextremistischen Kriterien enthalten, aus denen GemeinBereichs. Inzwischen haben sich auch viesamkeit der \"autonomen\" Gruppen hergele ehemalige Mitglieder und Anh\u00e4nger stellt werden k\u00f6nnte. Der selbstgew\u00e4hlte dogmatischer Gruppen den GruppierunBegriff dient fast in allen F\u00e4llen dazu, die gen der undogmatischen \"Neuen Linken\" vollst\u00e4ndige Unabh\u00e4ngigkeit von festen angeschlossen. politischen Organisationen zu bekunden. Der Bereich der undogmatischen \"NeuEinige \"autonome\" Kreise bekannten en Linken\" blieb un\u00fcbersichtlich. Daf\u00fcr sich offen zur Gewalt. Militanz sei, so gab es mehrere Gr\u00fcnde: H\u00e4ufig fehlte eine hei\u00dft es in einem Strategie-Papier G\u00f6ttinfeste Organisationsstruktur; auch wechger \"Autonomer\" vom Juli 1983, Ausselten die \"Arbeitsfelder\" dieser Gruppiedruck der \"Unvers\u00f6hnlichkeit\" gegen\u00fcber rungen, die flexibel auf politische \"Reizdem Staat, Ausdruck der Wut und der themen\" reagieren. Dar\u00fcber hinaus Entschlossenheit, das System \"zu kipweichen die politischen Vorstellungen einpen\". Bei Angriffen militanter \"Autonozelner Kreise voneinander ab: Die einen mer\" auf die Polizei im Zusammenhang berufen sich auf Marx, die anderen vertremit Auseinandersetzungen um den NPDten anarchistische Ideen. Oftmals werden Parteitag in Fallingbostel am 1. Oktober Entscheidungen der \"Selbstbestimmung 1983 und bei Anti-NATO-Aktionen am der Basis\" \u00fcberlassen. In den Aktionen 15. Oktober 1983 in Bremerhaven wurden werden statt langfristiger Strategien oft ebenso wie bei verschiedenen Anl\u00e4ssen in spontane Formen des Protestes gew\u00e4hlt, anderen Teilen des Bundesgebietes Polimit denen z. T. wiederum mittelfristige zeibeamte verletzt. Strategien durchgesetzt werden sollen. \"Autonome Anti-Imperialisten\", H\u00e4ufig wird ge\u00e4u\u00dfert, man wolle den ein\"Autonome Zellen\" und \"Autonome Rezelnen von den \"Zw\u00e4ngen der kapitalistivolution\u00e4re Zellen\" haben in Bekenntnisschen Produktionsweise\" und von den sen zu Brandanschl\u00e4gen und zu Sabotage\"Unterdr\u00fcckungsmechanismen\" des Staahandlungen durchblicken lassen, da\u00df sie tes und der Gesellschaft befreien. \u00dcberdie Konzepte terroristischer Gruppen billiwiegend wird eine herrschaftsfreie Gegen. So sind die vorwiegend an Kreise der 47","Unksextremismus \"*Pif i , f7 4 ' ' f*i 1 J 48","undogmatischen \"Neuen Linken\" gerich- - unter Ausnutzung der allgemeinen Proteten Aufrufe \"Revolution\u00e4rer Zellen\", teste gegen die Volksz\u00e4hlung - eine von \"allt\u00e4glichen Widerstand\" zu begehen, Extremisten betriebene Anti-Volksz\u00e4hnicht ohne Folgen geblieben. lungs-Kampagne, ferner Aktivit\u00e4ten ge\"Strategiepapiere\" und andere Anweigen einen neuen maschinenlesbaren Persungen aus undogmatischen Kreisen empsonalausweis, gegen \"Verkabelung\", fehlen, Kleingruppen einzusetzen und \"Verdatung\" und \"Computerisierung\". \u00dcberraschungseffekte auszun\u00fctzen. RatAuch der \"Kampf gegen Rechtsextremischl\u00e4ge zur Durchf\u00fchrung von \"Sabotagesten\" gewann f\u00fcr die \"Neue Linke\" wieder aktionen\" rufen die \"Phantasie an die gr\u00f6\u00dfere Bedeutung. Soweit SicherheitsMacht\". kr\u00e4fte dabei gegen Gewaltt\u00e4tigkeiten einDie oftmals primitven und brutalen Arschreiten mu\u00dften, bot sich f\u00fcr Linksextregumentationen f\u00fchren dazu, da\u00df sich inmisten die willkommene Gelegenheit zu nerhalb der undogmatischen Szene ein behaupten, der Staat sch\u00fctze RechtsextreSammelbecken f\u00fcr Unorganisierte bildet, misten und zeige damit sein \"faschistideren einziger Konsens darin besteht, misches\" Gesicht. litanten Widerstand zur Abschaffung \"dieses Systems\" zu leisten (Autonome aus Hildesheim in \"die tageszeitung\" vom 15. August 1983). Die Grenzen zum politischen Terrorismus werden flie\u00dfend. Schwerpunkte der Aktionen Gruppen der undogmatischen \"Neuen Linken\" griffen Reizthemen auf, die aus ihrer Sicht geeignet waren, \"das System anzugreifen\". Militante Gruppen fanden sich \u00fcberall dort ein, wo sie \"Randale\" erwarteten. Zentrales Thema war zun\u00e4chst die NATO-Nachr\u00fcstung. Das Interesse an der Anti-Kernkraft-Bewegung, das Anfang 1983 sp\u00fcrbar nachgelassen hatte, trat in der zweiten H\u00e4lfte des Jahres wieder hervor. Im Raum Gorleben/Dragahn entstand ein f\u00fcr Kreise aus dem gesamten Bundesgebiet interessanter Schwerpunkt f\u00fcr Aktionen. Einrichtungen und Fahrzeuge wurden zerst\u00f6rt oder besch\u00e4digt. Gruppen der undogmatischen \"Neuen Linken\" nahmen dar\u00fcber hinaus Vorbehalte gegen eine intensive Anwendung moderner Technik zum Anla\u00df, um zu einem umfassenden \"anti-technokratischen Widerstand\" aufzurufen. Dazu geh\u00f6rten 49","Unksextremismus Besondere Aktionsfelder der Linksextremisten \"Anti\"Widerstandsaktionen\" ren. zusammenf\u00fchExtremisten beteiligten sich je nach ihMilitarismusrer politischen Ausrichtung an beiden, im folgenden Text dargestellten Fl\u00fcgeln der Kampf\" \"Friedensbewegung\". Beteiligung am Allgemeines \"traditionellen\" Fl\u00fcgel Linksextremisten haben sich im BeDie DKP und die von ihr beherrschten richtszeitraum darum bem\u00fcht, die und beeinflu\u00dften Organisationen beteiligNATO-Nachr\u00fcstung zu verhindern. Zu ten sich innerhalb der \"Friedensbewediesem Zweck beteiligten sie sich an Aktigung\" an dem \"traditionellen\" Fl\u00fcgel. Zu vit\u00e4ten der \"Friedensbewegung\". Den ortdiesem - als solchem nicht extremistihodoxen Kommunisten ging es dabei in schen - Fl\u00fcgel geh\u00f6rten u. a. Mitglieder erster Linie darum, ihren organisatoridemokratischer Parteien, Gewerkschaften schen Apparat zur Verf\u00fcgung zu stellen; und christlicher Gruppen. Sie traten f\u00fcr andere Gruppierungen nahmen Einflu\u00df zentrale Demonstrationen mit \"massenauf einzelne Aktivit\u00e4ten der \"Friedensbehafter\" Beteiligung ein, um auf diese Weiwegung\"; manche forderten und f\u00f6rderse f\u00fcr die Ziele der \"Friedensbewegung\" ten die Anwendung von Gewalt. So kam zu werben und ihr weitere Anh\u00e4nger zuzues, da\u00df die Extremisten insgesamt eine erf\u00fchren. Der \"traditionelle\" Fl\u00fcgel wollte hebliche Rolle innerhalb der \"Friedensbedie erhoffte Resonanz in der Bev\u00f6lkerung, wegung\" spielen konnten, obwohl sie eine vor allem in \"der Abeiterbewegung\" und Minderheit darstellten. Extremisten waren in den Gewerkschaften nicht gef\u00e4hrden; in den zentralen Gremien, die die \"Friedaher waren seine Verfechter zur Beteilidensbewegung\" organisierten und koordigung an Blockaden nur bedingt bereit, obnierten, st\u00e4rker vertreten als dies ihrem wohl viele von ihnen darin noch eine \"geGesamtanteil entsprach. Sie beteiligten waltfreie Aktionsform\" sahen. sich dar\u00fcber hinaus auch an der Gr\u00fcnDer \"traditionelle\" Fl\u00fcgel stie\u00df auf den dung vieler \u00f6rtlicher \"Friedensinitiativen\" Widerstand vieler Linksextremisten. Diese mit dem Ziel, diese zu \u00fcberregionalen sp\u00f6ttelten \u00fcber die \"Latsch-Demos\". 50","* h\u00f6rigkeit zur NATO aus Gesichtspunkten Beteiligung am der \"Friedenspolitik\" in Frage zu stellen. unabh\u00e4ngigen Fl\u00fcgel Teile des unabh\u00e4ngigen Fl\u00fcgels forderDie Extremisten, die nicht dem orthoten, da\u00df die \"Friedensbewegung\" sich dox-kommunistischen Lager zuzurechnen nicht auf verbale Proteste beschr\u00e4nken sind, beteiligten sich am unabh\u00e4ngigen solle; sie verlangten \"direkten, praktiFl\u00fcgel der \"Friedensbewegung\". Die Anschen Widerstand\", so der \"G\u00f6ttinger Arh\u00e4nger dieser Richtung grenzten sich vor beitskreis gegen Atomenergie\" (GAgA). allem von demokratischen Parteien und Dagegen trat die \"F\u00f6deration GewaltfreiGewerkschaften ab. Einige unterstrichen er Aktionsgruppen\" (F\u00f6GA) f\u00fcr sogedies auch \u00e4u\u00dferlich, indem sie sich als nannte gewaltfreie Blockadeaktionen mit \"autonom\" bezeichneten. Die Angeh\u00f6riBezugsgruppen ein. Die Diskussion \u00fcber gen dieses Fl\u00fcgels hielten Teilen der \"Frieden Gewaltbegriff f\u00fchrte zu Auseinanderdensbewegung\" vor, sie biederten sich desetzungen zwischen beiden Gruppen. Die mokratischen Organisationen an und Einstellung von Teilen des unabh\u00e4ngigen w\u00e4hlten unwirksame Aktionsformen. Den Fl\u00fcgels der \"Friedensbewegung\" zur Georthodoxen Kommunisten warfen sie vor, waltfrage hatte eine weitere Folge: Grupsie seien politisch-ideologisch in die Polipen, die sich zuvor \"autonom\" genannt tik des Ostblocks eingebunden und billighatten, \u00e4nderten ihre Bezeichnung, um ten die sowjetische Politik und die R\u00fcnicht mit militanten Gruppen der \"Neuen stung des Warschauer Pakts. Die SPD Linken\" verwechselt zu werden, die sich und den DGB kritisierten sie, weil diese selbst ebenfalls \"Autonome\" nannten. So nicht grunds\u00e4tzlich bereit seien, die Zugewurde aus der Bezeichnung \"Bundeskon51","Linksextremismus ferenz Autonomer Friedensinitiativen\" Herbstaktionen 1983 der Name \"Bundeskonferenz Unabh\u00e4ngiger Friedensgruppen\". zur Verhinderung der Einige \"Autonome\" traten bei den VorNA TO-Nachr\u00fcstung bereitungstreffen und AktionskonferenInnerhalb der \"Friedensbewegung\" hatzen der \"Friedensbewegung\" wie auch bei ten die Organisationen und Gruppierunden Herbstaktionen 1983 in Norddeutschgen trotz politisch-ideologischer Differenland nicht mehr als Teil des unabh\u00e4ngigen zen sich dahingehend geeinigt, vom 15. bis Spektrums der \"Friedensbewegung\" auf. zum 22. Oktober 1983 eine bundesweite Sie schlossen sich vielmehr entsprechend Aktionswoche durchzuf\u00fchren. Diese sollihrem \"autonomen Selbstverst\u00e4ndnis\" zu te der H\u00f6hepunkt der Proteste gegen die kurzlebigen, aktionsbezogenen ZweckVerwirklichung des NATO-Doppelbeb\u00fcndnissen zusammen. Zu den Aktivit\u00e4schlusses sein (\"Hei\u00dfer Herbst\"). ten der \"Friedensbewegung\" verhielten sie Eine f\u00fcr den 23./24. September 1983 in sich seitdem kritisch distanziert. der Evangelischen Akademie in Loccum angek\u00fcndigte Klausurtagung \"KonflikIm Verlaufe der Richtungsk\u00e4mpfe intaustrag und innerer Friede\" haben 50 bis nerhalb der \"Friedensbewegung\" versuch70 Personen - meist Angeh\u00f6rige \"autoten Vertreter des GAgA zun\u00e4chst, zwinomer\" Gruppen der \"Friedensbeweschen den Positionen der \"Autonomen\" gung\" - durch Blockade des Akademieund des unabh\u00e4ngigen Fl\u00fcgels zu vermitgel\u00e4ndes verhindert. teln. Als der Ort f\u00fcr die Abschlu\u00dfkundgebung der Herbst-Aktionswoche 1983 in Im Oktober 1983 war es das Ziel erster Norddeutschland kontrovers diskutiert \"Blockadeaktionen\" in Nordenham und wurde - die Alternativen: Gro\u00dfdemonBremerhaven, die f\u00fcr den Munitionsumstration in Hamburg oder \"direkte Aktioschlag zust\u00e4ndige Privatfirma und ihre nen\" in Bremerhaven - , wollten sie jeamerikanischen Auftraggeber langfristig doch den \"Widerstand\" gegen die Nachr\u00fczu veranlassen, den Munitionsumschlag stung und gegen die Stationierung von \u00fcber Nordenham einzustellen. Zur gleiNuklearwaffen versch\u00e4rfen. In ihrem chen Zeit versuchten in Bremerhaven etwa \"Pl\u00e4doyer gegen die Gewaltfreiheit\" ho3.000 Personen zwei Tage lang, die ameriben sie hervor, es sei notwendig, die kanische Carl-Schurz-Kaserne zu blockie\"Konfrontation mit dem Staatsapparat\" ren. Eine Gruppe von etwa 200 Personen zu suchen; sie traten f\u00fcr \"direkte Widersetzte sich ab und richtete in der Innenstandsund Behinderungsaktionen\" ein. stadt Sch\u00e4den an. Gegen\u00fcber der einSelbst \"Gewalt gegen Menschen\" sahen sie schreitenden Polizei leisteten einzelne erals gerechtfertigt an, und zwar im Falle, heblichen Widerstand. Diese Personen geh\u00f6rten der \"autonomen\" Szene an. da\u00df \"__ra___^\"_____. Bei den weiteren zentralen und regiona\"wir angegriffen werden und uns len Veranstaltungen taten sich Extreminicht anders wehren k\u00f6nnen, oder sten nicht nennenswert hervor. wenn es zur Erreichung eines Zie- ( les notwendig oder sinnvoll ist. \" (Atom Express, M\u00e4rz 1983) \"G\u00f6ttinger Autonome und Anti-Imperialisten\" bedauerten in einem sp\u00e4ter herausgegebenen Flugblatt, da\u00df ein gemeinDer Versuch, die \"Friedensbewegung\" sames Handeln mit dem \"radikaleren\" insgesamt in eine Konfrontation mit dem Teil der \"Friedensbewegung\" gescheitert Staat zu f\u00fchren, blieb jedoch erfolglos. sei. Sie begr\u00fcndeten das Scheitern damit, 52","da\u00df die \"anf\u00e4nglich noch offensiven Konzepte\", die Sabotageaktionen eingeschlossen, sp\u00e4ter auf \"politischen Protest mit Appellcharakter reduziert\" worden seien. Planungen zur Fortf\u00fchrung der Protestaktionen im Jahre 1984 Nach Beginn der Stationierung von Pershing II-Raketen beteiligten sich Linksextremisten rege an den Beratungen innerhalb der \"Friedensbewegung\" \u00fcber die neue politische Situation. Sie mischten sich intensiv in die 6. Aktionskonferenz der \"Friedensbewegung\" am 5. und 6. Mai 1984 in K\u00f6ln ein und beteiligten sich an den verschiedenen Vorbereitungstreffen. Sie gaben die neue Sto\u00dfrichtung an: \"Kein Frieden mit der NATO.\" Der \"G\u00f6ttinger Arbeitskreis gegen Atomenergie\" brachte in gro\u00dfer Auflage ein Flugblatt heraus mit der \u00dcberschrift \"Aufruhr, Widerstand. .. oder: Warum herrscht Ruhe im Land?\" Bombenz\u00fcge\" (KgB), einem Zusammenschlu\u00df verschiedener Gruppierungen Vorwiegend Gruppen der \"Neuen Linder undogmatischen \"Neuen Linken\" in ken\" formulierten auf der Grundlage dieBremen, gelang es, diesen Protest auszuser Anti-NATO-Forderung ein Protestdehnen: Auf \"Bundestreffen\" in Bremen, konzept f\u00fcr die Herbstaktionen des Jahres K\u00f6ln, Mainz und Duisburg wurde \u00fcber 1984. Den Abschnitt \"St\u00f6rman\u00f6ver\", geAktionen gegen Munitionstransporte bedacht f\u00fcr Man\u00f6verst\u00f6rungen in den R\u00e4uraten. Zeitweilig waren \u00fcber 90 \u00f6rtliche men Hildesheim und Fulda, \u00fcbernahm die \"Komitees gegen Bombentransporte\", 6. Aktionskonferenz der Friedensbewe\"Initiativen gegen Munitionsz\u00fcge\" und gung im wesentlichen; verwirklicht wurde \"Anti-Kriegs-Gruppen\" aktiv. davon nur wenig. Im April 1984 beschlossen Gruppen aus Bremen und aus dem Landkreis WeserAktionen gegen USmarsch einen \"Aktionsrahmen\"; nach dem Eintreffen des n\u00e4chsten Schiffes in Munitionstransporte Nordenham sollten Transporte blockiert Unter erheblicher Beteiligung linksexwerden. An den Vorbereitungen nahmen tremistischer Gruppen wurde die seit 1982 Angeh\u00f6rige \"Gewaltfreier Aktionsgruplaufende Kampagne gegen die US-Munipen\", der Bremer Initiative \"Krieg dem tionstransporte aus Nordenham verst\u00e4rkt Krieg\" und des \"Komitees gegen Bombenfortgesetzt. Dem Bremer \"Komitee gegen z\u00fcge\" teil, daneben auch Vertreter der 53","Linksextremismus DKP und von ihr beeinflu\u00dfter Organisationen kam es nicht. Linksextremisten aus tionen. Hannover sprachen sp\u00e4ter von einem Diesen Planungen folgten GewaltaktioMi\u00dferfolg. nen. Vom 26. bis 28. Juni blockierten bis zu 600 Personen mehrfach Munitionsz\u00fcge auf der Bahnstrecke Nordenham-Hude. St\u00f6rungen der NA TOAuch der allgemeine Personenzugverkehr Herbstman\u00f6ver im wurde zeitweilig unterbrochen. Die St\u00f6rer werteten die Blockaden als Erfolg. Auch Raum Hildesheim die DKP-Zeitung \"unsere zeit\" hie\u00df die Orthodoxe Kommunisten und eine VielBehinderungen des Zugverkehrs in mehrezahl weiterer linksextremistischer Grupren Artikeln gut. pierungen, insbesondere aus dem gesamIn der Zeit vom 10. November bis 12. ten Spektrum der \"Neuen Linken\" beteiDezember 1984 wurden wiederum die Muligten sich an den Vorbereitungen f\u00fcr St\u00f6nitionstransporte auf dem Schienenweg rungen der NATO-Herbstman\u00f6ver 1984 am \"Huder Dreieck\" (von dort f\u00fchren im Raum Hildesheim. Sie hatten sich zum Gleise nach Brake, Bremen und OldenZiel gesetzt, nicht nur Man\u00f6verbewegunburg) behindert. Zur Vorbereitung beobgen zu st\u00f6ren oder gar zu verhindern; sie achteten und begleiteten die St\u00f6rer die wollten dar\u00fcber hinaus die breite \u00d6ffentMunitionstransporte st\u00e4ndig (\"antimilitalichkeit gegen die NATO aufbringen, die ristische Spazierg\u00e4nge\"). Man\u00f6ver als Kriegsvorbereitung anprangern und einen allgemeinen \u00f6ffentlichen Protest ausl\u00f6sen, der - wie sie erhofften - die Verteidigungspolitik beeinflussen Proteste gegen die Inwerde. Mit den Worten der Protestszene ternationale Luftfahrthie\u00df das, ausstellung 1984 \"die Man\u00f6ver ans Licht der \u00d6ffentlichkeit zu bringen, sowie de(ILA) ren Absichten aufzudecken und In Hannover fand vom 20. bis 27. Mai die Man\u00f6ver praktisch, politisch 1984 die Internationale Luftfahrtausstelwirksam zu verhindern oder zu lung statt; zugleich war am 23. Mai 1984 st\u00f6ren und den Protest \u00f6ffentlich das Internationale Hubschrauberforum in zumachen\". B\u00fcckeburg. In Erinnerung an \"erfolgreiUm dieses hochgesteckte Ziel zu verche\" Proteste gegen Milit\u00e4relektronikwirklichen, wurden \"Ideenlisten\" ver\u00f6fAusstellungen in den Vorjahren bem\u00fchten fentlicht mit Vorschl\u00e4gen, wie man Man\u00f6sich Linksextremisten fr\u00fchzeitig um Akver behindern kann. tionsb\u00fcndnisse mit demokratischen Kr\u00e4fDie orthodoxen Kommunisten traten - ten gegen die ILA. An den Protestaktiomit Einschr\u00e4nkungen - f\u00fcr die Verwirklinen, die unter anderem am 19. und am 26. chung des von den \"Neuen Linken\" vorgeMai 1984 stattfanden, beteiligten sich bis schlagenen Aktionsrahmens ein; sie beteizu 1.000 Personen, die \u00fcberwiegend aus ligten sich aktiv mit der Absicht, m\u00e4\u00dfigendem hannoverschen Bereich stammten; den Einflu\u00df auf den Ablauf der Aktionen die wenigen Angeh\u00f6rigen \"autonomer zu nehmen. Nachdem es ihnen jedoch Gruppen\" aus Bremen, Berlin und M\u00fcnnicht gelungen war, die Gewaltfreiheit im ster hielten sich angesichts des PolizeiaufAktionsrahmen festzulegen, entschieden gebots zur\u00fcck. Zu wesentlichen Gewaltaksie sich f\u00fcr \"spektakul\u00e4re Gro\u00dfaktionen\". 54","Aktion: MMt\u00f6VERBEHIHDERUNG E . HllDESHEIN vom 19. - 22. September 119.: fitoBattion inMangTCigetict * Abschlu\u00df in Hilaeslwim","Linksextremismus Damit meinten sie einen Autokorso von die sich innerhalb des Man\u00f6vergebiets beHannover nach Hildesheim, einen Autofanden. Das Camp in Eddinghausen umkonvoi von Hildesheim zum Munitionsdefa\u00dfte etwa 300 Teilnehmer, vor allem aus pot Ottbergen und ihre Beteiligung an der Berlin, das Camp in Dingelbe etwa 200 Abschlu\u00dfkundgebung in Hildesheim. Personen, vorwiegend aus Hamburg. Bei Unter den etwa 1.000 Personen, die sich einer Durchsuchung des Camps Eddingan St\u00f6raktionen in den Tagen vom 19. bis hausen stellte die Polizei u. a. Bolzen22. September beteiligten, waren Angeh\u00f6schneider, \u00c4xte, Klappmesser und rige von Gruppierungen der undogmati\"Schutzausr\u00fcstungen\" f\u00fcr erwartete Ausschen \"Neuen Linken\", Mitglieder des einandersetzungen mit der Polizei sicher. \"Kommunistischen Bundes\" (KB) und der Im Verlaufe der St\u00f6raktionen wurden \"Kommunistischen Jugend Deutschlands\" zahlreiche Sachbesch\u00e4digungen an milit\u00e4(KJD), der Jugendorganisation der KPD. rischen Einrichtungen begangen; auch Anh\u00e4nger des DKP-Spektrums hielten wurden in vielen F\u00e4llen Fahrzeugkonvois sich zur\u00fcck. Etwa die H\u00e4lfte der Man\u00f6der \u00fcbenden Streitkr\u00e4fte kurzfristig blokvergegner war in 10 Camps untergebracht, kiert.","nehmlich gegen den erstmaligen TransEinflu\u00dfport von radioaktiven Stoffen in das Zwischenlager Gorleben. Die L\u00fcneburger nahme auf die \"Atomm\u00fcll-Zeitung\" schrieb im Februar/ M\u00e4rz 1984, Vertreter der \"B\u00fcrgerinitiative \"Anti-KernUmweltschutz L\u00fcchow-Dannenberg\" h\u00e4tten seit Herbst 1983 auf bundesweiten Zusammenk\u00fcnften der \"Anti-AKW-Bewekraft-Bewegung\" ein Drei-Stufen-Konzept gegen die Anlieferung von \"Atomm\u00fcll\" vorgestellt: gung\" * Als erste Stufe wurde am 24. M\u00e4rz eine Menschenkette gebildet. Damit sollte der Landkreis L\u00fcchow-Dannenberg symbolisch abgesperrt werden. Es beteiligten \" Widerstand\" gegen sich nach Polizeiangaben etwa 10.000 Perdie Standortbenensonen. Der \"L\u00fcneburger Arbeitskreis gegen Atomanlagen\" (LAGA) und der nung Dragahn \"Braunschweiger Arbeitskreis gegen AtoLinksextremisten beteiligten sich aktiv menergie\" (BAGA) bezeichneten diese an dem Protest von B\u00fcrgern aus der ReAktion gion L\u00fcchow-Dannenberg, nachdem die \"als Auftakt, als Vorwarnung und nieders\u00e4chsische Landesregierung Draals mobilisierendes Element f\u00fcr die gahn als Standort f\u00fcr eine Wiederaufarsich radikalisierenden Folge-Blokbeitungsanlage (WAA) f\u00fcr abgebrannte kierungen \" Kernbrennstoffe vorgesehen hatte. Den des Zwischenlagers Gorleben. Damit war bundesweiten Aufrufen zu Protest und der Drei-Stufen-Plan bei KernkraftgegWiderstand wurde jedoch nicht in dem nern bundesweit in aller Munde. Ma\u00dfe gefolgt, wie Extremisten es sich er- * Als zweite Stufe - \"Wendland-Blokhofft hatten. Lediglich die \"Besetzung\" kade\" genannt - wurde versucht, die von DDR-Hoheitsgebiet im Bereich Wuf\u00fcnf Hauptzufahrtsstra\u00dfen in den Landstrow-Bluetlingen durch Teilnehmer eines kreis L\u00fcchow-Dannenberg \"abzuriegeln\". \"Sommer-Camps\" sowie in SchnackenDamit sollte das geeignete Vorgehen zur burg-Gummern durch einheimische KernVerhinderung von \"Atomm\u00fcll-Transporkraftgegner lie\u00df zeitweilig auch au\u00dferhalb ten\" am \"Tag X\" erprobt werden; gemeint Niedersachsens aufhorchen. Erreicht wurwar der Tag der erstmaligen Lieferung rade im \u00fcbrigen nichts, weder der \"sofortige dioaktiven Materials in das Zwischenlager Bohrstopp\" noch die \"Offenlegung von Gorleben. Rund 3.000 Personen beteiligKatastrophenschutzpl\u00e4nen\". ten sich an der \"Wendland-Blockade\". Zwei Hauptzufahrtsstra\u00dfen wurden fast 12 Stunden hindurch blockiert. Zahlreiche Protestaktionen Straftaten wurden begangen. gegen Transporte * An den Vorbereitungen zum \"Tag X\" zum Zwischenlager beteiligten sich ebenfalls Extremisten. Angeh\u00f6rige verschiedener Gruppen der Gorleben \"Neuen Linken\" aus L\u00fcneburg, Braun1984 richteten sich die Proteste auch der schweig, G\u00f6ttingen, Hannover, Hamburg extremistischen Kernkraftgegner vorund Berlin taten sich mit Vertretern der 57","Linksextremismus Verhindert die Atomm\u00fclltransporte ins Wendland 58","","Unksextremismus Gr\u00fcnen, der \"B\u00fcrgerinitiative Umweltter). Einzelheiten sprachen sie bereits auf schutz L\u00fcchow-Dannenberg\" und mit regionalen Vorbereitungstreffen ab. Sie weiteren Gruppen zusammen. \u00dcber die beteiligten sich auch ma\u00dfgeblich an der 8. gemeinsamen Absichten gab ein von einer Bundeskonferenz der \"Anti-AKW-Bewe\"Atomm\u00fcll-Konferenz\" und einer \"Akgung\" vom 23. bis 25. November 1984 in tionskonferenz Trebel\" herausgegebenes Braunschweig. Dort wurde beschlossen, Flugblatt Auskunft. Blockaden und weitedie Aktivit\u00e4ten gegen Kernkraft im Bere Aktionen am \"Tag X\" sollten der Aufreich L\u00fcchow-Dannenberg fortzusetzen. takt zu einer neuen Phase der seit Jahren Viele Konferenzteilnehmer verstanden die andauernden Auseinandersetzungen um regionalen Aktionen als Teil eines weltKernkraft werden. Durch sie sollten weiten Kampfes gegen \"Atomenergie und \"Atomm\u00fcll-Transporte nicht nur symboPlutoniumwirtschaft\". Aus diesem Grunlisch verhindert, sondern langfristig unde wurden auch Protestaktionen anl\u00e4\u00dflich m\u00f6glich gemacht werden\". der Weltwirtschafts-Gipfelkonferenz vom Ein Transport mit schwach radioakti2. bis 5. Mai 1985 beschlossen. Manche vem Abfall erreichte das Zwischenlager Teilnehmer sprachen auch von einer \"ReGorleben am 8. Oktober nahezu unbehinnaissance der Anti-AKW-Bewegung\". Die dert; ein zweiter Transportkonvoi am Zeit der offen-militanten Gro\u00dfdemonstra9. Oktober wurde mehrfach nur kurzfritionen scheine vorbei zu sein; man m\u00fcsse stig an der Weiterfahrt gehindert. Ungeg\u00fcnstige Situationen unsichtbar, geschickt achtet dieser ersten Einlagerungen werde und f\u00fcr den Gegner unkontrollierbar ausman den \"Widerstand\" fortsetzen, erkl\u00e4rnutzen. In dieser Richtung gebe es \"in ten die Redner auf einer Demonstration letzter Zeit durchaus ermutigende Anzeiam 13. Oktober. Die \"B\u00fcrgerinitiative chen in Gorleben\" (\"Atom-Express/ Umweltschutz L\u00fcchow-Dannenberg\" hatAtomm\u00fcllzeitung\" Januar/Februar 1985, te dazu etwa 2.500 bis 3.000 Personen moS. 17). bilisiert. Ihr Pressesprecher k\u00fcndigte f\u00fcr zuk\u00fcnftige Transporte an: Der Staat mu\u00df \"jeden weiteren Straftaten innerhalb Transport mit einem Heer von Polizei sch\u00fctzen lassen. Ihr m\u00fc\u00dft hier des \" Widerstandes\" f\u00fcr jeden Transport die D\u00f6rfer in der Region L\u00fcchowweitr\u00e4umig abriegeln. Ihr k\u00f6nnt hier im Wendland nur Atomm\u00fcll Dannenberg einlagern, wenn ihr hier Zust\u00e4nde Seit Herbst 1983 l\u00e4uft eine Serie von wie in Nordirland erzeugt. \" Brand-und Sprengstoffanschl\u00e4gen gegen (zitiert nach: \" Atomexpress/AFahrzeuge und Geb\u00e4ude von Firmen, die tomm\u00fcllzeitung\" Nov./Dez. 1984, am Bau der kerntechnischen Anlagen beS. 34) teiligt sind. Seit dem Fr\u00fchjahr 1984 richAngesichts solcher Art der Mobilisieten sich Sabotagehandlungen auch gegen rung waren Extremisten unter den KernEinrichtungen der Bundesbahn. Wiederkraftgegnern vom anschlie\u00dfenden Verlauf holt wurden Gleise besch\u00e4digt. 1984 wurder Proteste entt\u00e4uscht. Dennoch entde in der Region L\u00fcchow-Dannenberg die schlossen sie sich zu weiteren Aktivit\u00e4ten. H\u00e4lfte aller Anschl\u00e4ge ver\u00fcbt, die sich im Sie konzentrierten sich vor allem auf die Bundesgebiet gegen kerntechnische Einbevorstehende erstmalige Anlieferung von richtungen oder damit in Zusammenhang hochradioaktivem Abfall (Castor-Beh\u00e4lstehende Firmen und Institutionen gerich60","tet haben. Der dabei entstandene Sachschaden betrug 3,8 Millionen DM. Allein \"Anti-Fabei einem Brandanschlag gegen ein Betonmischwerk in Teichlosen entstand Schaden in Millionenh\u00f6he. Die gesch\u00e4digte schismus\"Firma hatte den Auftrag, Asphalt-Unterbau f\u00fcr das Endlager in Gorleben zu lieKampagne fern. Obwohl T\u00e4ter bisher nicht ermittelt Nach kommunistischem Vorbild verwurden, behauptete die Zeitschrift \"Grasbergen heute Linksextremisten aller wurzelrevolution\", es handele sich um akSchattierungen ihre wahren Absichten tionsbereite, militante Kernkraftgegner, hinter der Fassade des Kampfes gegen die sich \"aus dem gewaltfreien Wider\"Faschismus\" und \"Rechtsentwicklung\". stand\" als \"Kleingruppen abgesprengt\" Dabei reduzieren sie das anti-totalit\u00e4re h\u00e4tten. Es gibt auch eine \"SelbstdarstelDemokratieverst\u00e4ndnis des Grundgesetzes lung aus dem militanten Widerstand\"; daauf dessen \"anti-faschistischen\" Gehalt. nach bestehe der Personenkreis aus mehEntlarvend ist das Parteiprogramm der reren kleinen Gruppen, die sich untereinDKP (S. 6): Die DKP wirkt \"auf dem Boander kennen, aber selbst\u00e4ndig arbeiten. den des Grundgesetzes der BundesrepuEin \"ideologischer \u00dcberbau\" wie verblik Deutschland\". Sie \"bekennt sich zu gleichsweise bei den \"Revolution\u00e4ren Zelihren (sc: Bundesrepublik Deutschland) len\" verbinde diese Gruppen nicht. Die demokratischen Prinzipien\". Sie vertei\"militanten Atomkraftgegner aus dem digt es entschieden gegen alle \"Anschl\u00e4ge wendl\u00e4ndischen Widerstand\" h\u00e4tten der Reaktion\". Dazu die Interpretation \"keinen wahnsinnigen theoretider DKP: schen \u00dcberbau, sowas wie Einlei\"Nach dem zweiten Weltkrieg hattung der Weltrevolution oder antiten die anti-faschistischen Kr\u00e4fte imperialistischer Kampf. Es soviel Einflu\u00df, da\u00df insbesondere kommt mehr aus der Betroffenim Grundrechtskatalog relativ heit, das Wort Heimat ist einem ja weitgehende demokratische Rechverleidet worden, aber es geht darte verankert werden konnten... um, da\u00df man eine Umgebung verDer Artikel 14 des Grundgesetzes teidigt, da\u00df die Schweine einem er\u00f6ffnet die M\u00f6glichkeit, Kapitalischon wieder ein St\u00fcck Lebenssten zu enteignen... andere Artiraum kaputtmachen wollen. \" kel verbieten Nazismus, Rassismus (Interview von zwei Militanten aus und Kriegspolitik. Warum sollten dem \" Untergrund\", abgedruckt in wir dagegen sein?... Alle bisheri\"die tageszeitung\" vom 23. Juli gen \u00c4nderungen des Grundgeset1984 unter der \u00dcberschrift \" Von zes, so insbesondere die Einf\u00fchder symbolischen zur direkten Akrung der Notstandsverfassung tion\".) 1968, bedeuten eine Einschr\u00e4nDas ist die Sprache, die \"autonome\" kung der demokratischen Rechte Gruppen in Niedersachsen und in anderen und Freiheiten und wurden von Teilen des Bundesgebietes sprechen. Es den reaktion\u00e4ren Kr\u00e4ften gegen gibt keine Anzeichen daf\u00fcr, da\u00df die Kette den Widerstand der demokratider Sabotagehandlungen abrei\u00dfen wird. schen Kr\u00e4fte durchgesetzt. Wenn wir sagen, da\u00df die DKP auf dem 61","Linksextremismus Boden des Grundgesetzes wirkt, - und die lediglich \"auf dem Boden des hei\u00dft das nicht, da\u00df wir uns mit Grundgesetzes wirkt\", was bedeutet, diesen reaktion\u00e4ren \u00c4nderungen da\u00df sie sich nur die Aussagen des und Erg\u00e4nzungen des GrundgesetGrundgesetzes heraussucht, die ihren zes abfinden... Entgegen reaktioInteressen n\u00fctzlich erscheinen, n\u00e4mlich n\u00e4rer arbeiterfeindlicher Ausledie Absage an Faschismus, die M\u00f6ggung des Grundgesetzes steht die lichkeit der Enteignung und die SozialErrichtung einer sozialistischen staatsklausel. Gesellschaftsordnung in der BunNach diesem von der DKP gesetzten desrepublik nicht im Widerspruch Muster versuchen alle Kommunisten, die zum Grundgesetz. Wenn die VerBegriffe \"demokratisch\" und \"antifaschifassung den Ausbau der Bundesrestisch\" gleichzusetzen und sich selbst, da publik zu einem Sozialstaat verangeblich \"konsequenteste Antifaschilangt und die Sozialpflichtigkeit sten\", als die \"konsequentesten Demokrades Eigentums fordert, sowie, da\u00df ten\" zu pr\u00e4sentieren. Zugleich werden alle Staatsgewalt vom Volke ausKritik am Kommunismus und an der Sogehen soll, so sind diese Grundgewjetpolitik als \"faschistisch\" gebrandsetzgebote letztlich nur durch die markt. Die DKP und ihre VorfeldorganiZur\u00fcckdr\u00e4ngung und schlie\u00dfliche sationen versuchen, in ihrer \"Antifaschis\u00dcberwindung der Macht des Momus\"-Arbeit vor allem Sozialdemokraten, nopokapitals zu verwirklichen. \" Gewerkschafter und demokratische Ju(Der Weg in eine sozialistische gendorganisationen als B\u00fcndnispartner zu Bundesrepublik, DKP-Bildungsgewinnen. So wertet die DKP in einem injahr 1984/ 85, S. 20, 21) ternen Schreiben die Kundgebungen des Eben dies ist der Unterschied: Demovon ihr ma\u00dfgeblich beeinflu\u00dften Arbeitskratische Parteien treten uneingeschr\u00e4nkt kreises \"Blumen f\u00fcr Stukenbrock\" (Grabf\u00fcr das Grundgesetz ein, vor allem f\u00fcr die st\u00e4tte sowjetischer Kriegsgefangener) als Grundprinzipien der freiheitlichen demoeine gute Gelegenheit, kratischen Grundordnung, n\u00e4mlich die \"die Kontinuit\u00e4t der sowjetischen Achtung vor den Menschenrechten, die Friedenspolitik darzustellen und Volkssouver\u00e4nit\u00e4t, die Gewaltenteilung, den Menschen deutlich zu machen, die Verantwortlichkeit der Regierung, die da\u00df Frieden und Sozialismus zuGesetzm\u00e4\u00dfigkeit der Verwaltung, die Unsammengeh\u00f6ren. \" abh\u00e4ngigkeit der Gerichte, das MehrparAndere linksextremistische Gruppieteienprinzip, die Chancengleichheit f\u00fcr rungen kopieren die orthodox-kommunialle politischen Parteien und das Recht stische Methode des \"Antifaschismusauf Bildung und Aus\u00fcbung einer OpposiKampfes\", um selbst politischen Einflu\u00df tion; wer daf\u00fcr k\u00e4mpft, k\u00e4mpft gegen das zu gewinnen. Dar\u00fcber hinaus ist es vor alTotalit\u00e4re und f\u00fcr die demokratische Freilem in Kreisen undogmatischer \"Neuer heit. Ganz anders stellt sich eine Partei Linker\" zur Gewohnheit geworden, \"Randar, dale gegen Faschos\" zu betreiben: Wo im- - die in der DDR-Verfassung ihr Vorbild mer Rechtsextremisten oder Personen, die sieht, daf\u00fcr gehalten werden, auftauchen, sich - deren politischer Weg der Klassenversammeln, demonstrieren, werden Gekampf, genaktionen, die h\u00e4ufig gewaltsam verlau- - deren politisches Ziel die Vorherrfen, veranstaltet. Greift die Polizei ein, schaft einer Klasse ist, behauptet man, der Staat sch\u00fctze \"die 62","Rechten\"; damit sei die \"faschistische eine Gegendemonstration, darunter MitTradition\" der Staatsgewalt wieder einmal glieder der DKP und der VVN-BdA, der bewiesen. \"Bund Westdeutscher Kommunisten\" Im Zusammenhang mit Protesten gegen (BWK), der \"Sozialistische Hochschulden Bundesparteitag der NPD am 1./2. bund\" (SHB), die \"Kommunistische ParOktober 1983 in Fallingbopstel wurde die tei Deutschlands (Marxisten-Leninisten)\" eingesetzte Polizei von \"protestierenden\" (KPD), die \"Volksfront gegen Reaktion, Gewaltt\u00e4tern angegriffen. Die T\u00e4ter waFaschismus und Krieg\" (VOLKSFRONT) ren teilweise ausger\u00fcstet mit Schlagst\u00f6ksowie Angeh\u00f6rige der undogmatischen ken, Wurfgeschossen, Kr\u00e4henf\u00fc\u00dfen, Sig\"Neuen Linken\". Bei verschiedenen Vornalmunition, Reizstoff-Spr\u00fchger\u00e4ten, bereitungstreffen k\u00fcndigten \"autonome Stahlkugeln, Beilen, Klappspaten, MesGruppen\" die Errichtung von Blockaden sern, Schutzhelmen und T\u00fcchern. Bei den und Barrikaden sowie gewaltt\u00e4tige AusAuseinandersetzungen wurden mehrere einandersetzungen an. Die angemeldete Polizeibeamte schwer verletzt. Ein Teil Demonstration wurde trotz des Verbots der T\u00e4ter war aus anderen Bundesl\u00e4ndern der Jahreshauptversammlung durchgeangereist. \"Antifaschistische Gruppen\" f\u00fchrt; es nahmen nicht nur Extremisten aus G\u00f6ttingen, dem Eichsfeld und Bad teil. Lauterberg verfa\u00dften sp\u00e4ter eine DruckUnter die knapp 600 Teilnehmer mischschrift, in der sie schrieben: ten sich zwei Gruppen mit je 30 Personen \"Durch unsere Demo mu\u00dfte der aus dem \"autonomen\" Spektrum. Die PoStaat mal wieder deutlich zeigen, lizei verhinderte, da\u00df diese Gruppen geauf welcher Seite er steht. \" waltt\u00e4tig wurden. Linksextremisten beteiligten sich auch an den Vorbereitungen \"autonomer\" und \"antifaschistischer\" Gruppen aus Norddeutschland zur St\u00f6rung des NPD-Landesparteitages am 24./25. M\u00e4rz 1984 in Stade. Auch hier traten die DKP und DKP-beeinflu\u00dfte Gruppen f\u00fcr die Teilnahme an Kundgebungen demokratischer Organisationen ein; sie lehnten Blockaden des Versammlungslokals wie auch andere gewaltt\u00e4tige Aktionen ab. Dagegen setzten sich \"autonome\" Gruppen zum Ziel, die NPD-Veranstaltung zu verhindern. Vor allem militante \"Autonome\" aus Bremen sprachen von einem \"zweiten Fallingbostel\". Sie kamen jedoch angesichts der Zahl friedfertiger Teilnehmer und des bereitgestellten Polizeiaufgebots nicht zur Entfaltung. Noch bevor die Stadt Bad Harzburg eine Jahreshauptversammlung des \"Kameradschaftsverbandes der Soldaten des ersten Panzerkorps der ehemaligen Waffen-SS\" verbot, planten Linksextremisten 63","Ge wait und Terror mit linksextremistischem Hintergrund Allgemeine ist Teil des \"allt\u00e4glichen Widerstandes\" geworden. Un\u00fcbersehbar werden die Methoden der RZ \u00fcbernommen: Terrorismus Feststellunf\u00fcr jedermann - \"schafft eine, zwei, viele Revolution\u00e4re Zellen!\". Unverkennbar gen richtet sich die \"Wut\" nicht nur gegen allt\u00e4glichen \u00c4rger, sondern gegen \"den ImDie terroristischen Vereinigungen perialismus\", \"den Staat\", \"das System\". \"Rote Armee-Fraktion\" (RAF) und \"ReDie mangelnde Greifbarkeit dieser Anvolution\u00e4re Zellen\" (RZ) haben in Niedergriffsziele f\u00fchrt zur Suche nach dem S\u00fcnsachsen seit jeher weder ein besonderes denbock. Immer h\u00e4ufiger werden AmeriAktionsfeld gefunden noch nennenswerkaner und amerikanische Einrichtungen ten Zulauf erhalten. Die verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig als schuldig gestempelt f\u00fcr das, \"was uns gro\u00dfe Zahl von Brandanschl\u00e4gen ist, sobedr\u00fcckt\": Kriegsangst, Angst vor Techweit sie nicht von militanten Kernkraftnisierung, Bewu\u00dftsein der Umweltzerst\u00f6gegnern begangen wurde, Gruppen zuzurung, ungewisse Zukunft der Menschheit. schreiben, die den Terrorismus kopieren Die Agitation findet in Gewalttaten ihren oder die sich mit Terroristen identifizieNiederschlag, die an die Urspr\u00fcnge des ren. Selbst wenn in schriftlichen \u00c4u\u00dferunRAF-Terrorismus erinnern. Ob und ingen das RZ-Emblem verwendet wird, ist wieweit es zu personellen Verflechtungen nicht sicher, da\u00df \"Revolution\u00e4re Zellen\" der einschl\u00e4gigen Personenkreise aus Niedie Urheber sind; dies gilt auch f\u00fcr viele dersachsen mit der \"durchl\u00e4ssig\" geworBekennerschreiben. denen RAF oder mit den RZ kommen wird, ist noch offen. Die Militanz ist in Kreisen der undogmatischen \"Neuen Linken\" zum Teil freilich un\u00fcbersehbar. Es wird nicht nur mit Steinen geworfen, sondern auch mit Molotow-Cocktails. Es werden nicht nur Barrikaden gebaut, sondern auch Sicherheitskr\u00e4fte unmittelbar angegriffen. Das \"Flambieren von Baufahrzeugen\" bleibt nicht mehr Sache einzelner \"Chaoten\"; es 64","hinaus versuchten RAF-Anh\u00e4nger, in \u00f6f\"Rote fentlichen Diskussionen weitere Personen aus dem Kreise der extremistischen \"NeuArmee' en Linken\" f\u00fcr ihre Ziele zu interessieren. Seit Anfang 1984 haben die PersonenFraktion\" kreise des RAF-Umfeldes bundesweit ihre Kampagne zur \"Zusammenlegung der Gefangenen aus der RAF mit den Inhaftier(RAF) ten aus dem antiimperialistischen Widerstand\" verst\u00e4rkt; gemeint sind H\u00e4ftlinge Die RAF ist weiterhin gef\u00e4hrlich. Zwar aus dem Unterst\u00fctzerbereich der RAF. wurde 1982 bis 1984 eine gr\u00f6\u00dfere Zahl von Mitgliedern des Kommandobereichs festgenommen, doch glich die RAF diesen Verlust aus, indem sie Personen aus dem Umfeld in den Kernbereich aufnahm. Ein Teil dieser Personen war den Sicherheitsbeh\u00f6rden vorher nicht aufgefallen. Auch logistisch hat sich die RAF wieder verst\u00e4rkt: Am 26. M\u00e4rz 1984 erbeutete sie bei einem Bank\u00fcberfall in W\u00fcrzburg 170.000 DM, und am 5. November 1984 \u00fcberfiel sie in Maxdorf ein Waffengesch\u00e4ft. Die Beschaffung von Geld und Waffen diente der Vorbereitung weiterer Straftaten. Unver\u00e4ndert blieben die Aufgaben des Umfeldes: - die \u00d6ffentlichkeitsarbeit (Demonstrationen, Publikationen, Pressekonferenzen), - die \"H\u00e4ftlingsbetreuung\" (schriftliche Dagegen lehnt die RAF nach wie vor den Kontakte, Besuche, finanzielle Untergemeinsamen Haftvollzug mit Gefangest\u00fctzung, Besuche von Anw\u00e4lten), nen aus dem allgemein-kriminellen Be- - die Proze\u00dfbeobachtung (Protokolle reich ab. Ziel der Kampagne ist es, den \u00fcber den Ablauf von Verhandlungen), \"Kampf aus dem Knast heraus\" zu er- - logistische Unterst\u00fctzung, leichtern. Dar\u00fcber hinaus will die RAF die - Rekrutierungsfeld f\u00fcr die illegalen Ka\u00d6ffentlichkeit auf sich aufmerksam der. machen. Die Bildung einer angestrebten gemeinIn mehreren Teilen des Bundesgebiets samen Front mit anderen Gruppierungen wurden 1984 Wohnungen der RAF durchder linksextremistischen Protestszene ist sucht; am 2. Juli wurden 6 RAF-Terroridem Umfeld bisher nicht gelungen. In sten in Frankfurt/Main festgenommen. In Niedersachsen war das RAF-Umfeld - allen F\u00e4llen wurden Hinweise daf\u00fcr gevertreten in Hannover, Braunschweig, funden, da\u00df die inhaftierten RAF-AngeSalzgitter, G\u00f6ttingen und Oldenburg - h\u00f6rigen erneut in den Hungerstreik treten vor allem in der \"Betreuung\" inhaftierter werden. Dabei sollte nach einem Drei-Stuterroristischer Gewaltt\u00e4ter aktiv. Dar\u00fcber fen-Plan vorgegangen werden: 65","Linksextremismus 1. Stufe: Hungerstreik, um die \u00d6ffentlichForderungen von Mohnhaupt und Klar an keit auf die \"unmenschlichen Haftbedinund traten zugleich in den Hungerstreik. gungen\" der Gefangenen aus der RAF In der linksextremistischen, gewaltgeund dem Widerstand aufmerksam zu neigten Szene im Bundesgebiet, insbesonmachen. dere im terroristischen Umfeld, hat dieser 2. Stufe: Demonstrationen und KundgeHungerstreik der inhaftierten Terroristen bungen, um die \u00d6ffentlichkeit \"aufzur\u00fctdie von der RAF erwartete Resonanz geteln\". funden. Bundesweit kam es zu einer Viel3. Stufe: Anschl\u00e4ge auf Politiker, Richter, zahl von Solidarit\u00e4tsbekundungen in Vertreter des \"Repressionsapparates des Form von Schmierereien von Parolen, Staates\" sowie hohe amerikanische und Plakatund Flugblattaktionen und Infordeutsche Offiziere. mationsveranstaltungen durch Verwandte Am 4. Dezember 1984 erkl\u00e4rten die Anund Anw\u00e4lte der H\u00e4ftlinge. Auch kam es geklagten Brigitte Mohnhaupt und Chrizu Brand-und Sprengstoff anschlagen, so stian Klar vor dem Oberlandesgericht z. B. am 12. Dezember auf das Geb\u00e4ude Stuttgart, da\u00df sie sich ab sofort in einem der Firma SIEMENS in Frankfurt/Main unbefristeten Hungerstreik bef\u00e4nden ( B. mit einem Sachschaden von Mohnhaupt wird u. a. die Teilnahme an 15 Millionen DM. Am 18. Dezember mehreren Morden vorgeworfen, C. Klar wurde ein Sprengstoffanschlag auf die ist u. a. wegen versuchter Morde angeNATO-Schule in Oberammergau verklagt). Mohnhaupt und Klar erhoben die sucht. Im letzt genannten Fall bekannte folgenden Forderungen: sich die RAF zur Tat. Die Bef\u00fcrchtung, 1. Zusammenlegung mit anderen politische Morde w\u00fcrden sich anschlieGefangenen der RAF und \"des \u00dfen, hat sich 1985 leider best\u00e4tigt. Widerstandes\" in gr\u00f6\u00dferen GrupAuch in Niedersachsen hat der Hungerpen. streik in Kreisen der \"Neuen Linken\" Auf2. Anwendung der Mindestgaranmerksamkeit gefunden. Es gab zahlreiche tien der Genfer Konvention. Schmierereien und Plakataufrufe. Am (Die RAF-H\u00e4ftlinge betrachten 21. Dezember wurde in Osnabr\u00fcck ein sich als Guerilla im Kriegszustand Sprengstoffanschlag auf ein Polizeidienstmit der Bundesrepublik Deutschgeb\u00e4ude, am 22. Dezember ein Brandanland und f\u00fchlen sich somit als schlag auf einen US-Personenzug bei \" Kriegsgefangene \".) Osterholz-Scharmbeck ver\u00fcbt, und am 3. Abschaffung der \"Institutiona24. Dezember wurde auf dem Gel\u00e4nde eilisierung von Folter und Kriminaliner britischen Kaserne in Osnabr\u00fcck sierung\". Sprengstoff zur Explosion gebracht. In al4. Aufhebung der Kommunikalen F\u00e4llen wurde ein Bezug zum Hungertionssperren. streik aufgestellt. Bis zum Jahresende schlossen sich bunInwieweit der Hungerstreik zu der Bildesweit \u00fcber 30 inhaftierte RAF-Mitgliedung der von der RAF angestrebten \"antider und -Sympathisanten dem Hungerimperialistischen Front\" in Westeuropa streik an. beitragen wird, bleibt abzuwarten. F\u00fcr In Niedersachsen schlossen sich am 5. eine engere Zusammenarbeit mit franz\u00f6siDezember 1984 die in der Justizvollzugsschen und belgischen Terroristen gibt es anstalt Celle inhaftierten terroristischen Anhaltspunkte. Die Forderung nach einer Gewaltt\u00e4ter Karl-Heinz Dellwo, Knut Fol\"antiimperialistischen Front\" in der Bunkerts, Lutz Taufer und Andreas Vogel den desrepublik Deutschland hatte die RAF 66","*tr haben en la i\" <.\" , X \u00c4 ^ ^ r , \u00fc r d 1 e , n t e 9 r 1 r e 0 b e r ^ U I^arr^^slveg^,, f ** \u00dc S I I ? \" - t 1\" west. ' *\"\"\"*\"-*. fsafta wruu vir das n . i rt h \"iflerstre(k'L l > l \"\" ) e s a n w \"ltsch\"ff ^, ' \" \" \"\", *r \"nseren unseren angriff angriff. \\\"5lT *\"*\"** A","Unksextremismus \"o Ate\"* - R 0 u n \u00f6 ***** ^ \"u\"3e'ausde BRO \"\"\"*\"'\" ,\"*\"\"'* j g Ge\"\"\"\" aiS W \" HUNGERSTREIK 1W U Mbetf; vor allem in einem im Mai 1982 bekanntDas RAF-Umfeld versuchte daraufhin zugewordenen Strategiepapier erhoben. Der n\u00e4chst erfolglos, an Aktionen der allgeGrund f\u00fcr diese Offensive der RAF d\u00fcrfte meinen Protestbewegung teilzunehmen, in dem mangelnden Interesse innerhalb z. B. an \"Friedensaktionen\" und an St\u00f6der linksextremistischen Szene an der Porungen von US-Munitionstransporten. litik der RAF zu suchen sein. Durch ihren Der Hungerstreik und die Begleitaktionen elit\u00e4ren Anspruch und ihre Arroganz gewaren ein Versuch, doch noch das gesetzte gen\u00fcber anderen linksextremistischen Ziel zu erreichen. Gruppen hatte die RAF sich selbst isoliert. 68","biet. Mit Blick auf Empf\u00e4nger von \"Revolutio\"Staatsknete\" (Sozialhilfe, Arbeitslosenunterst\u00fctzung, Baf\u00f6G) wird auch die Son\u00e4re Zellen\" zialpolitik der Bundesregierung kritisiert. Eine simple Widerstandsethik als angebotener Ausweg aus Problemen, die ernste(RZ) rer Diskussion bed\u00fcrfen, bet\u00e4ubt bei manchen das Gef\u00fchl f\u00fcr Recht und Ordnung. Seit nunmehr 10 Jahren k\u00e4mpfen die \"Legal, illegal, schei\u00dfegal!\": Wem dies RZ gegen den demokratischen Rechtseingeh\u00e4mmert wird, der ist eher bereit, staat. Der RAF werfen sie vor, elit\u00e4r-arromitzumachen. gant zu sein. Ihre Aktionen nehmen Bezug Ziele von Anschl\u00e4gen der RZ waren R\u00fcauf \"allt\u00e4gliche \u00c4rgernisse\" und sind stungsfirmen und Computer hersteiler, \"praxisorientiert und f\u00fcr jedermann nachBaufirmen, M\u00f6belfirmen, Grundst\u00fccksmachbar\". Die Anschl\u00e4ge sind in der Regesellschaften; selbst Firmen, die Arbeiten gel weniger spektakul\u00e4r als die der RAF. in Justizvollzugsanstalten verrichten lasDie Taktik ist aber auf lange Sicht f\u00fcr die sen, sind wegen des \"Bezugs zum Knast\" Allgemeinheit gef\u00e4hrlicher. Die hinter Reizobjekte. dem Konzept stehende \"Revolution\u00e4re Die mit den Thesen der Revolution\u00e4ren Idee\" hat sich in den letzten Jahren im Zellen verbundene Grundeinstellung finBundesgebiet verbreitet. Um Anschl\u00e4ge det sich, wie verschiedenen soziologischen nach dem Muster der RZ zu ver\u00fcben, beGutachten zu entnehmen ist, vor allem im darf es weder eines illegalen UntergrundUmkreis von Massenuniversit\u00e4ten. Vielapparates noch einer Logistik. \"Anarchie leicht ist dies ein Grund daf\u00fcr, da\u00df in Nieist machbar, Herr Nachbar!\" - \"Feuer dersachsen im Berichtszeitraum nur einund Flamme f\u00fcr diesen Staat!\" Spr\u00fcche mal von RZ zu h\u00f6ren war. Um die Jahreswie diese haben daf\u00fcr gesorgt, da\u00df die wende 1983/84 wurde in Hannover ein Grenzen zu den Gruppen der militanten Sprengstoffanschlag auf das Geb\u00e4ude des undogmatischen \"Neuen Linken\" flie\u00dfend Computerherstellers NIXDORF ver\u00fcbt. geworden sind. Der Einstieg in die Art der Der Sachschaden betrug etwa Militanz, wie die RZ sie propagiert, wird 350.000 DM. Zum Anschlag bekannte manchem leicht gemacht, der sich in der sich die \"Rote Zora\", eine Frauengruppe Protestszene zu Hause f\u00fchlt. Reizthemen, innerhalb der revolution\u00e4ren Zellen. In die die RZ aufgreifen, machen betroffen der Bekennung hie\u00df es, das Unternehmen und wecken Solidarit\u00e4t: die NATO, die sei an der Verkabelung und damit am Stationierung von Pershing II-Raketen, Aufbau des \u00dcberwachungsstaates beteiR\u00fcstungsfirmen, die Situation der 3. ligt; auch sei die Computerindustrie Welt, das \"Atomprogramm\" der Bundesschuld an der Unterdr\u00fcckung und der Arregierung, der angebliche \u00dcberwachungsbeitslosigkeit von Frauen. staat, \"Verdatung und Verkabelung\", Computerfirmen, die Volksz\u00e4hlung, die Startbahn West am Frankfurter Flughafen, Praktiken von Baufirmen und Hauseigent\u00fcmern, angebliche Frauenunterdr\u00fcckung, Frauenarbeitslosigkeit durch Rationalisierung und Vermittlung heiratswilliger Ausl\u00e4nderinnen in das Bundesge69","Linksextremismus Sonstige wenn die Lebensmittelkartendepots und die Superm\u00e4rkte ger\u00e4umt\" w\u00fcrden. In Niedersachsen bereiten die vielen Gruppen nach terroristischem Muster begangenen Anschl\u00e4ge von Kleingruppen im Raum Der \"Neuen Linken\" zuzurechnende L\u00fcchow-Dannenberg Sorge. Die AktioPersonen haben sich auch im Berichtszeitnen zeigen, da\u00df die extremistischen, teilraum in Kleingruppen zusammengefunweise terroristischen Kleingruppen Zulauf den, um ihren politischen Vorstellungen aus der allgemeinen \"Protestszene\" gefundurch Gewalttaten Nachdruck zu verleiden haben. Einige Beispiele von Anschl\u00e4hen. Die \u00fcberwiegende Zahl solcher Grupgen sind nachstehend aufgef\u00fchrt. Die F\u00e4lpen blieb namenlos. Andere nannten sich le sind im einzelnen noch der Aufkl\u00e4rung z. B. \"Die Rattenf\u00e4ngerin und ihre M\u00e4ubed\u00fcrftig; sie k\u00f6nnen jedoch den genannse\", \"Die schwarzen Schafe im Wendten T\u00e4terkreisen wegen der Art der Tatland\", \" Konfettiaktion \" oder \" Jim Knopf ausf\u00fchrung oder der Begleitumst\u00e4nde zuund die wilde 13\". Mit der personellen Zugerechnet werden. sammensetzung von Gruppen wechselten auch die Namen h\u00e4ufig nach kurzer Zeit. 14. 2. 1984 Brandanschlag auf einen Manche dieser Gruppen bezeichnen sich L\u00fcneburg Bauwagen. Die gesch\u00e4digte selbst als \"autonom\", um damit ihre UnFirma ist am Bau einer abh\u00e4ngigkeit von allen anderen politiStra\u00dfe beteiligt, die nach schen Vorstellungen auszudr\u00fccken. Sie Meinung von Kernkraftbezeichnen ihr Handeln h\u00e4ufig auch als gegnern nur Nukleartransanarchistisch. Entt\u00e4uschungen im Verlauporten dient. fe der Kampagne gegen die NATO-Nachr\u00fcstung f\u00fchrten zur Suche der \"autonoSchaden: ca. 30.000DM men\" Gruppen nach neuen Ans\u00e4tzen zum \"Protest\". Dabei wurden zwei Wege ge25. 3. 1984 Brandanschlag auf den funden: Sozialrevolution\u00e4re Themen, wie Breselenz Lkw einer am Bau des Zwisie die RZ aufgreifen, und der \"antiimpeschenlagers in Gorleben berialistische Kampf\" nach dem Vorbild der teiligten Firma. RAF. Terroristen als Vorbilder signalisieSchaden: ca. 90.000DM ren zugleich eine h\u00e4rtere Gangart der Nachahmungst\u00e4ter f\u00fcr den Fall, da\u00df die Vorbilder zuschlagen. Eine solche Situa19. 5.1984 Brandanschlag auf Baumation deutete sich im Zusammenhang mit Bispingen schinen eines Tiefbauunden Terroranschl\u00e4gen an, die den Ende ternehmens. 1984 begonnenen Hungerstreik inhaftierAufgespr\u00fchter Schriftsatz: ter Terroristen begleiteten. Ohnehin ver\"Gorleben ist \u00fcberall\". dichtete sich in diesen Kreisen die \u00dcberSchaden: ca. 500.000DM zeugung, man k\u00f6nne nur in \"organisierten Banden\" wirksamen Widerstand leisten. 20. 5.1984 Brandanschlag auf das \u00f6rtDie Banden m\u00fc\u00dften den \"Feind\" dort anKrummh\u00f6rn liehe CDU-B\u00fcro. greifen, wo er es nicht erwarte. Die Regierung werde verunsichert, wenn \"die Kataster der Arbeits\u00e4mter und der Kriegsver10. 9. 1984 Brandanschlag mit Molopflichtung zur Zwangsarbeit brennen, Oldenburg tow-Cocktails auf Bundeswehrlastkraftwagen . 70","13. 10. 1984 Brandanschlag auf ein lag x ist j e d e Nacht Winsen/Luhe Schalth\u00e4uschen der Deut- j \\ m Abend des 13.10.haben wir die schen Bundesbahn. Firma H . L i c h t a n g e g r i f f e n , d i e a m Schaden: ca. 100.000 DM Bau des Z w i s c h e n l a g e r s b e t e i l i g t 25. 10. 1984 Brandanschlag auf eine isf. Die Scheiben von 3 B a g g e r u. Bad Nenndorf Kabeltrommel der Deutschen Bundespost. 2 L K W w u r d e n e i n g e w o r f e n u. Aufgespr\u00fcht die Parole: M o l l i e s reingesefzi. Die 3 B a g g e r \"Tag Y - Pa\u00dft blo\u00df auf!\" sind v \u00f6 l l i g a u s g e b r a n n t . Schaden: ca. 20.000DM Ls ging uns d a r u m , d e n S c h w e i n e n zi zeigen dass wir e s n i c h j h i n n e h m e n 28. 10. 1984 Brandanschlag auf das wenn hier im W e n d.land A t o m m U l i eii Hannover Fraunhofer-Institut. In eigelagert wird-Die hilf l o s a n D u r c h - nem Bekennerschreiben suchungen zeigen die Schw\u00e4che der B\u00fc'Hen, wenn wir Uns von symbolischer werden angebliche Versuche im Bereich der Radio-^Aktionen losen und die teuren Ger\u00e4te aktivit\u00e4t angeprangert. der Handlanger des Atomstaats Schaden: ca. 5.000 DM kurzer hand in brennenden Schrott\" 29. 11. 1984 Brandanschlag auf Baumaverwandeln. Wittingen schinen einer am ZwischenDen K a m p f hat erst begonnen. lager Gorleben t\u00e4tigen Aktionsgruppe der P y r o m a n e n Baufirma, die schon wiederholt Ziel von Angriffen war. Schaden: ca. 3.000.000 DM Nachdem es hie\u00df, radioaktive Stoffe w\u00fcrden auch auf dem Schienenwege in das Zwischenlager in Gorleben transportiert, haben militante Kernkraftgegner wiederholt Sachbesch\u00e4digungen an Bahngleisen vorgenommen. Allein im Wendland wurden 1984 mehr als 20 gef\u00e4hrliche Eingriffe in den Bahnverkehr festgestellt. In einigen F\u00e4llen m\u00fcssen die T\u00e4ter die Gef\u00e4hrdung von Menschen in Kauf genommen haben. Im einzelnen wurden Gleismuttern gel\u00f6st, Weichen mit Beton unbrauchbar gemacht, B\u00e4ume und Telefonmasten auf die Schienen gelegt und Schotter unter den Gleisen wegger\u00e4umt. Die dadurch angerichteten Sch\u00e4den summierten sich 1984 auf mehr als 500.000 DM. 71","Linksextremismus Politisch-extremistische Gewaltaktivit\u00e4ten in Niedersachsen 1981-1984 3 4 5 2 9 10 17 23 81 82 83 84 81 82 83 84 SprengstoffBrandSachbesch\u00e4digungen anschl\u00e4ge anschl\u00e4ge Schaden \u00fcber 5.000 DM 72","Die regionale Aufteilung politisch-extremistischer Ge waltakte in Niedersachsen Gewaltakte 20 - 19 - 18 - 17 * 16 15 * 14 * 13 - 12 * 11 * 10 * 9 \" 8 - 7 H 6 * 5 - 4 - 3 - 2 * 1 - i i i 1981 1982 1983 1984 Region Hannover Region Braunschweig Region G\u00f6ttingen Region Oldenburg/Osnabr\u00fcck Region L\u00fcneburg/L\u00fcchow 73","Linksextremismus : N = = 0 = B = D : CUXHAVEN :IULEER: iBnimertiaven STADE AURICH ^J-K I WESER- / C^MARSCH 1 \\ ROTENBURG / AMMERUNO \\ 1 ^ OSTERHOLZ \\ IWummel LEER / ^s/\"*\"^ JT\\BREMENI NIEDERLANDE \\ ] OLDENBURG ^-f VEROEN f CLOPPENBURG / N J * ^ * EMSLAND / F ^ S DIEPHOLZ ^y****~\" --( V E C H T A ^ ' ' ^ J NIENBURG ~ IW\"s\"cl ^ GRAFSCHAFT BENTHEIM ) J ^ ^ ^ ^ OSNABR\u00dcCK ^ V SCHAUMBURG HAMELNPYRMONT H0L2MIN NORDRHEIN-WESTFALEN HESSEN","NIEDERSACHSEN VIG-HOLSTEIN L\u00dcNEBURG\"\" L\u00dcCHOWISTEL rvrre ANSCHL\u00c4GE 1984 l. I. -- 31. 12. 1984 2 * Sprengstoff CELLE 1 23 * Brand DEUTSCHE 13 * Sachbesch\u00e4digungen DEMOKRATISCHE \u00fcber 5.000,DM ' GIFHORN f * REPUBLIK Wolfsb^rg/ ~ --V PEINE \\Bnun.rA HELMWOLFENLandesgrenze Sal<Bezirksgrenze Kreisgrenze (Landkreis - kreisfreie Stadt) GOSLAR OSTERODE am Hart 0 10 20 30 40 50 km l 1 1 i i i 75","Linksextremismus CUXHAVEN -/ULEER: (Bremerhaven AUflICH WESERMARSCH ROTENBURG AMMERLAND 0STERH0L2 IWummel Oldenburg L /lOWbJY NIEDERLANDE OLDENBURG I \u00c4 (OletbJ_ CLOPPENBURG DIEPHOLZ NIENBURG I Weser I GRAFSCHAFT BENTHEIM OSNABR\u00dcCK SCHAUMBURG HAMELNPYRMONT NORDRHEIN-WESTFALEN 76","NIEDERSACHSEN WIG-HOLSTEIN J\u00dcJCHOWUELZEN DANNENBERG ANSCHLAGE 1.7. 83-31. 12. 1984 6 * Sprengstoff DEUTSCHE 34 * Brand DEMOKRATISCHE 13 * Sachbesch\u00e4digungen GIFHORN \u00fcber 5.000,DM REPUBLIK Wollsburg/ 1 V , J PEINE V Wr \\ Br\" H6LM_ v / IsCtlV \" 7 \\ STEOT i WOLFEN- 1 (c) 1 Landesgrenze B\u00dcTTEL y / ^ Bezirksgrenze HEIM 1^ ' \" \" y Kreisgrenze (Landkreis - kreisfreie Stadt) \\ GOSLAR M 1 OSTEROOE ^ \\* am Harz NGEN .^r 0 10 20 30 40 50 km i i i i i i A < i. 77","Rechtsextremismus Allgemeine Entwicklung Charakteristische Merkmale des Regimes entgegen, verharmlosen die ZuRechtsextremismus - z. B. Demokratiest\u00e4nde der Hitler-Zeit, leugnen nationalfeindlichkeit, F\u00fchrerprinzip, \u00dcberbewersozialistisches Unrecht oder stellen angebtung des Nationalen und des \"Volksganliche positive Merkmale des \"Dritten Reizen\", rassistische Ideen bis hin zum Antiches\" heraus. semitismus sowie Rechtfertigung und VerDie Beobachtung des Rechtsextremisherrlichung des NS-Regimes - sind nicht mus im Berichtszeitraum f\u00fchrte vor allem gleichm\u00e4\u00dfig in allen rechtsextremistischen zu folgenden Feststellungen: Organisationen festzustellen. Viele Neonazis bejahen vor allem Hitler und die po- * Die \"Nationaldemokratische Partei litischen Verh\u00e4ltnisse der Hitler-Zeit. Die Deutschlands\" (NPD) erzielte bei der nicht auf die Person Hitlers ausgerichteEuropa-Wahl einen Erfolg; durch die ten Neonazis haben zum Teil nationalreErstattung von Wahlkampfkosten volution\u00e4re oder \"antiimperialistische\" wurde die Partei auf einen Schlag Vorstellungen, die den fr\u00fchnationalistischuldenfrei. Sie konnte mit dem Geld schen Ideologien \u00e4hnlich sind. Manche dar\u00fcber hinaus noch den Wahlkampf bekennen sich zu einer totalit\u00e4ren Staatsim Saarland finanzieren. form mit F\u00fchrerprinzip. H\u00e4ufig vertreten * Das Verbot der \"Aktionsfront NatioRechtsextremisten einen \u00fcberzogenen Nanaler Sozialisten/Nationale Aktivitionalismus, der den Gedanken der V\u00f6lsten\" (ANS/NA) f\u00fchrte zwar zum kerverst\u00e4ndigung mi\u00dfachtet. Manche difR\u00fcckgang neonazistischer Aktivit\u00e4ten; famieren Ausl\u00e4nder und verachten andere es hat aber eine Reihe von Neonazis V\u00f6lker und Staaten; sie mi\u00dfachten damit nicht daran gehindert, ihre SammMenschenrechte. Einen schweren Versto\u00df lungsbestrebungen fortzuf\u00fchren. gegen die Menschenw\u00fcrde stellt die unver- * Einige neonazistische Aktivisten sind hohlene oder verdeckte Wiederbelebung nach wie vor bereit, ihre politischen rassistischer Thesen dar, die bis zum AntiAbsichten auch mit Gewalt durchzusemitismus gehen. H\u00e4ufig mi\u00dfachten setzen. Rechtsextremisten auch Interessen des * Neonazis bem\u00fchten sich, ihre Kontakeinzelnen und geben der \"Volksgemeinte zu Gesinnungsgenossen im Ausland schaft\" den Vorrang. Damit stellen sie die zu vertiefen. Freiheitsrechte, die das Grundgesetz gew\u00e4hrt, in Frage. Viele bek\u00e4mpfen nicht * Unterschiedliche Erfolge hatten Neonur offen die demokratische Staatsform nazis, als sie versuchten, Angeh\u00f6rige der Bundesrepublik Deutschland, sondern subkultureller Gruppen wie Skinheads stellen ihr bewu\u00dft die Verh\u00e4ltnisse des NSund gewaltt\u00e4tige Fu\u00dfballfans in rechtsextremistische Aktionen einzubinden. 78","* Alle Rechtsextremisten lie\u00dfen weiterstieg liegt darin begr\u00fcndet, da\u00df nach dem hin Vorbehalte oder auch FeindseligVerbot der ANS/NA zahlreiche \u00f6rtliche keit gegen\u00fcber Ausl\u00e4ndern erkennen. Leserkreise und andere Gruppierungen In Erinnerung an die Vorg\u00e4nge der gegr\u00fcndet wurden, in denen sich die eheNazi-Zeit werden rechtsextremistische maligen Mitglieder der verbotenen OrgaUmtriebe nicht nur von den Sicherheitsbenisation zusammenfanden. Auch die Zahl h\u00f6rden sorgf\u00e4ltig beobachtet, sondern der Mitglieder rechtsextremistischer Orgaauch von der \u00d6ffentlichkeit aufmerksam nisationen ist von 20.300 auf 22.100 angeverfolgt. Die oft emp\u00f6rten Reaktionen in wachsen. Ursache f\u00fcr den Anstieg ist vor der Bev\u00f6lkerung auf rechtsextremistische allem die intensive Mitgliederwerbung der Aktivit\u00e4ten sind gelegentlich mit der Begr\u00f6\u00dferen Organisationen. Im Bundesgef\u00fcrchtung verbunden, die \"braune Gebiet stieg die Mitgliederzahl der \"Deutfahr\" stehe wieder vor der T\u00fcr. Unstreitig schen Volksunion\" (DVU) und ihrer Akist: Die B\u00fcrger haben einen besonderen tionsgemeinschaften auf \u00fcber 12.000 PerAnspruch darauf, \u00fcber den Rechtsextresonen an; 1983 waren es ungef\u00e4hr 11.000 mismus informiert zu werden. Dies gilt Mitglieder. Im Gegensatz zu den Vorjahinsbesondere f\u00fcr Handlungen und \u00c4u\u00dferen ging bei der \"Nationaldemokratischen rungen, mit denen das Dritte Reich verPartei Deutschlands\" (NPD) die Zahl der harmlost oder als vorbildlich gepriesen Mitglieder nicht weiter zur\u00fcck; sie stieg wird. Rechtsextremisten greifen soziale sogar geringf\u00fcgig von 6.000 auf 6.100 an. Konflikte auf, setzen Feindbilder und Im neonazistischen Bereich blieb die wecken Emotionen. Das tat Hitler auch, Gesamtzahl der organisierten Mitglieder und er fand eine Gefolgschaft. Deshalb und Anh\u00e4nger fast unver\u00e4ndert. Sie bed\u00fcrfen selbst belanglos erscheinende Aktr\u00e4gt im Bundesgebiet 1.150. Es ist den tionen und \u00c4u\u00dferungen rechtsextremistineonazistischen Gruppen also nicht gelunscher Kleingruppen und Einzelg\u00e4nger gen, den 1982 eingetretenen R\u00fcckgang um nicht unbeachtet bleiben. Andererseits rd. 200 Personen wieder auszugleichen. schaden auch \u00fcbertriebene Reaktionen. Im Bundesgebiet sind z. Z. 21 neonazistiDie Rechtsextremisten im Bundesgebiet sche Gruppen bekannt. Au\u00dferhalb dieser haben kein geschlossenes ideologisches Gruppen gibt es rd. 200 Personen, die als Weltbild und stellen deshalb keine Einheit organisatorisch \"heimatlos\" bezeichnet dar. Erst recht kennen sie keine gemeinsawerden k\u00f6nnten: Einzelg\u00e4nger oder fr\u00fcheme Strategie. Ihre Vorstellungen sind oft re Aktivisten verbotener oder aus anderen verworren, ihre Zusammenschl\u00fcsse nicht Gr\u00fcnden aufgel\u00f6ster Gruppierungen. selten von kurzer Dauer. Hinzu kommt, da\u00df sie sich im Gegensatz zu manchen In Niedersachsen blieb die Zahl der Linksextremisten nicht von einer SympaMitglieder und Anh\u00e4nger neonazistischer thie in breiteren Kreisen der Bev\u00f6lkerung Gruppen mit 120 unver\u00e4ndert. Dagegen getragen wissen. Vielen von ihnen ist bestieg die Zahl der erkannten neonazistiwu\u00dft, da\u00df sie in der Gemeinschaft isoliert schen Einzelg\u00e4nger von 60 im Jahre 1983 sind. Nach dem augenblicklichen Stand auf 80 im Jahre 1984. Der Anstieg ist u. a. der Dinge k\u00f6nnen Rechtsextremisten den darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, da\u00df einige Persodemokratischen Rechtsstaat nicht in Genen aus anderen Bundesl\u00e4ndern nach Niefahr bringen. dersachsen zugezogen sind. Bei den rechtsextremistischen \"KulturDie Zahl der rechtsextremistischen Orgruppen\" ging die Mitgliederzahl weiterganisationen stieg von 68 auf 89. Der Anhin leicht zur\u00fcck. Dies h\u00e4ngt mit dem ho79","Rechtsextremismus hen Lebensalter der Mitglieder zusamIm einzelnen wurden f\u00fcr den Berichtsmen. zeitraum die folgenden Zahlen ermittelt: 1984 1983 1982 Neonazistische Gruppen (z. B. N\u00dcB oder 120* ca. 120 ca. 120 HNG) Nationaldemokratische Organisationen (Nationaldemokratische Partei Deutschca. 910 ca. 870 ca. 850 lands, Junge Nationaldemokraten u. a.) \"National-freiheitliche\" Organisationen (z. B. \"Deutsche Volksunion\" und 1.000\" ca.750 ca. 300 \"Wiking-Jugend\") Rechtsextremistische Kulturund Weltanschauungsvereinigungen (z. B. DKEG, 160 ca. 180 ca. 180 GfP), selbst\u00e4ndige Jugendorganisationen und sonstige Rechtsextremisten 2.190**\" 1.920 1.450 * Diesen 120 Personen sind noch ca. weitere 80 Personen, z. B. Einzelg\u00e4nger und Spender, zuzurechnen. ** Die h\u00f6here Zahl im Vergleich zu den Vorjahren geht auf verst\u00e4rkte Werbung zur\u00fcck. *** Mehrfachmitgliedschaften sind hier bereits abgezogen. 80","In Niedersachsen auftretende nennenswerte rechtsextremistische Organisationen * Neonazistische Gruppen \"Nationaldemokratische\" Organisationen Leserkreis Neue Front, * * Nationaldemokratische Partei Deutschlands Hannover (NPD) Freiheitliche Deutsche Junge Nationaldemokraten Arbeiterpartei (FAP),*** (JN) Stuttgart (jeweils mit Landesverband, Bezirks-, Kreis(Kreisverband Hannover) und Ortsverb\u00e4nden in Niedersachsen) Nothilftechnische \u00dcbungsund Bereitsschaftsstaffel Bergen e. V. (N\u00dcB) Hilfsorganisation f\u00fcr nationale politische Gefangene und deren Angeh\u00f6rige e. V. (HNG),Frankf./M. NSDAP/AO (AO = \"Aufbauorganisation\", auch \"Auslandsorganisation\"), Lincoln (USA) Nationalrevolution\u00e4re Arbeiterfront, Bremen Freundeskreis Unabh\u00e4ngige Nachrichten, Bochum B\u00fcrgerund Bauerninitiative, Mohrkirch (Schleswig-Holstein) B\u00fcrgerinitiative gegen Kriegsschuld und antideutsche Greuell\u00fcgen, Lamstedt (Landkreis Cuxhaven) Deutsche B\u00fcrgerinitiative, Bensheim (Hessen) * ohne Verlage und Vertriebsdienste ** Die meisten Mitglieder dieser Organisation sind ehemalige Mitglieder der ANS/NA \"** Die hannoverschen Mitglieder dieser Partei geh\u00f6ren zum gro\u00dfen Teil auch dem Leserkreis \"Neue Front\", Hannover, an. 81","Rechtsextremismus \"National-Freiheitliche\" Organisationen Sonstige Organisationen Deutsche Volksunion (DVU),M\u00fcnchen, Bund Heimattreuer Jugend mit (BHJ), N\u00fcrnberg (mit Unterorganisation - Aktion deutsche Einheit in Niedersachsen) (AKON) Wikingjugend (WJ), - Volksbewegung f\u00fcr Generalamnestie Stolberg, NRW (VOGA) (mit Untergliederungen in Niedersachsen) - Initiative f\u00fcr Ausl\u00e4nderbegrenzung Bund f\u00fcr Gotterkenntnis (I.f.A.) (Ludendorff), Tutzing (Bayern) - Aktion deutsches Radio und Fernsehen (ARF) Deutsches Arbeitszentrum Bassum (Landkreis Diepholz) - Ehrenbund Rudel (ER) Deutsche Kulturgemeinschaft, Bassum - Schutzbund f\u00fcr Leben und Umwelt Naturpolitischer Volksbund, Bassum Deutsches Kulturwerk Europ\u00e4ischen Geistes, M\u00fcnchen (mit Unterorganisation in Niedersachsen) Vereinigte L\u00e4nder des Deutschen Ostens im Deutschen Reich, Buchholz (Landkreis Harburg) Gesellschaft f\u00fcr freie Publizistik, M\u00fcnchen Gesellschaft f\u00fcr biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung, Ellerau (Schleswig-Holstein) 82","Mitglieder-Entwicklung der rechtsextremistischen Organisationen* von 1969-1984 40000.. 36000 35000. 30000.. 28500 27700 26500 25000.. 22100 21500 21200 20300 19800 20300 20300 \" 20000. - 19000 18200 17800 17600 17300 15000. 10000.. 5000.. 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 'ohne Verlage und Vertriebsdienste","Rechtsextremismus Organisationen und Bestrebungen Von den in Niedersachsen aufgetreteDabei wurden Flugbl\u00e4tter, Stempelabnen Gruppierungen haben die folgenden drucke und handschriftliche Aufzeichim Berichtszeitraum oder fr\u00fcher nennensnungen gefunden. werte Aktivit\u00e4ten entfaltet. Der \"F\u00fchrer\" der ANS/NA, Michael K\u00fchnen, hat sich durch das Verbot nicht beeindrucken lassen. Er bem\u00fchte sich darNeonazis um, den Kreis der Neonazis zusammenzuhalten. Zu diesem Zweck setzte er die Serie seiner Rundbriefe fort; nur die Namen Einzelne der Rundbriefe \u00e4nderte er. Dar\u00fcber hinaus rief K\u00fchnen zur Gr\u00fcndung \u00f6rtlicher Gruppierungen Leserkreise auf. Solche Kreise wurden in Ehemalige Mitglieder der fast allen Bundesl\u00e4ndern gebildet, darunverbotenen \"Aktionsfront ter auch ein Leserkreis in Hannover. Die von K\u00fchnen beabsichtigte Gr\u00fcndung eines Nationaler Sozialisten/ Leserkreises im Kreis Leer (Ostfriesland) Nationale Aktivisten\" kam nicht zustande. (ANS/NA) Zur \u00dcberraschung vieler seiner Anh\u00e4nDie ANS/NA und ihre Teilgliederungen ger setzte sich K\u00fchnen am 19. M\u00e4rz 1984 waren im Dezember 1983 durch den Bunins Ausland ab. Vor den Landgerichten desminister des Innern wegen VerfasFlensburg und Frankfurt/M. standen gesungswidrigkeit verboten und aufgel\u00f6st gen ihn Verhandlungen in Strafverfahren worden. Sie war am 15. Januar in Frankbevor. Dar\u00fcber hinaus waren in Oldenfurt/M. auf Initiative des aus der Strafburg, Frankfurt, R\u00fcsselsheim, Hamburg haft entlassenen Michael K\u00fchnen durch und Bremen Ermittlungsverfahren eingeden Zusammenschlu\u00df der ANS-Gruppe leitet worden. Unter K\u00fchnens Anh\u00e4ngern Hamburg mit den \"Kameradschaften\" gab es z. T. heftige Kritik an der Flucht. Fulda und Frankfurt der \"Nationalen AkUm die Ver\u00e4rgerung in den Reihen der tivisten\" gegr\u00fcndet worden. Im Laufe des Neonazis zu d\u00e4mpfen, lie\u00df K\u00fchnen wisJahres 1983 hatte die ANS/NA sich zur sen, er wolle im Ausland den Zusambedeutsamsten neonazistischen Organisamenschlu\u00df der nationalsozialistischen tion entwickelt. Sie \u00fcbte eine starke SogGruppen Europas zu einer \"europ\u00e4ischen wirkung auf sympathisierende Kreise aus. Bewegung\" betreiben. Der ANS/NA geh\u00f6rten zur Zeit des VerAu\u00dferdem wolle er einen Kreis von bots etwa 270 Personen an, die in mehr als Spendern aufbauen mit dem Ziel, die Fi30 \u00f6rtlichen \"Kameradschaften\" erfa\u00dft nanzierung seiner Organisation langfristig waren. Im Zuge des Verbots wurden im zu sichern. Erreicht hat er in diesem Sinne Dezember 1983 in Niedersachsen die nichts. K\u00fchnen wurde im Oktober 1984 in Wohnungen von 13 Personen durchsucht. Frankreich festgenommen und in die Bun84","forniationsbrlefe zur Herausgeber: w Lage der Bewegung Michael K\u00fchnen TDi'iecftani) Redaktionssekretar: Christian Worch Postfach 11o3 1AAH Hollenstedt Die lWe front Nr. 15 Bezugsbedingungen: August 1984 DIE NEUE FRONT ist keine Publikation in Sinne des Pressegesetzes, sondern ein pers\u00f6nlicher, vervielf\u00e4ltigter Rundbrief an meine Freunde und Kameraden. Er dient dem Bericht \u00fcber und der Darstellung von politischen Aktivit\u00e4ten f\u00fcr unsere Idee und Bewegung. Die NF erscheint monatlich mit einem Umfang von 12 Seiten. Angeh\u00f6rige von Leserkreisen zahlen monatlich DM 2,--, F\u00f6rderer einmal j\u00e4hrlich DM 5o,--. 8888888888888888888888888888888888888888888888888888888888888888888888 In eigener Sache Liebe Kameraden! Leider hat auch diese Ausgabe wieder einmal Versp\u00e4tung. Daf\u00fcr gibt es zwei Gr\u00fcnde. Der erste: Am 27. August begann in Frankfurt vor der Staatsschutzkammer des Landgerichts der Proze\u00df gegen Kamerad Thomas Brehl sowie gegen die Kameraden Peter M\u00fcller, Klaus M\u00fcller und Dietmar Gumprecht. Da gegen Kamerad Brehl bereits ein Haftbefehl bestehi (der nur gegen Meldeauflagen au\u00dfer Vollzug gesetzt ist), wurde von f\u00fchrenden Kameraden ebenso wie von ihm eine Verhaftung zu Proze\u00dfbeginn f\u00fcr durchaus m\u00f6glich gehalten. Gl\u00fccklieherweise hat sich diese Bef\u00fcrchtung nicht bewahrheitet. Vielleicht auch deshalb, weil Kam. Brehl in anderer Sache erfolgreich war. ((Der Revision gegen ein fr\u00fcheres Urteil wurde zwar nicht im vollen Umfang, aber wenigstens teilweise stattgegeben.) Trotzdem wollte ich die August-Ausgabe nicht in Angriff nehmen, solange das Geschick des F\u00fchrers unserer inl\u00e4ndischen Gesinnungsgemeinschaf vollkommen unklar war. Der zweite Grund f\u00fcr die versp\u00e4tete Auslieferung ist ein rein pers\u00f6nlicher. Ich bin unl\u00e4ngst erst umgezogen, und zwar sehr kurzfristig und ein paar Kilometer von Kamburg fort.Damit war nat\u00fcrlich viel Ar-","Rechtsextremismus desrepublik Deutschland abgeschoben. Das Landgericht Frankfurt hat ihn zu einer mehrj\u00e4hrigen Freiheitsstrafe verur- i e i i l i ? h e MDISCHS AR32ItaiF<R*ZI KCC \u00dcAMiOV'rR * ' teilt. Inzwischen versuchten fr\u00fchere Mitglieder der verbotenen ANS/NA, den Neonazis auf andere Weise einen organistoriFreiheit schen Zusammenhalt zu geben: Sie unterwanderten die bis dahin bedeutungslos gef\u00fcr bliebene \"Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei\" (FAP). In verschiedenen Teilen des Bundesgebietes gr\u00fcndeten sie neue Verb\u00e4nde der FAP. Die f\u00fcr den 28. Juli 1984 in Hannover geplante Gr\u00fcndung eines Landesverbandes Niedersachsen scheiterte. Am 9. November 1984 wurde ein Kreisverband Hannover unter Beachtung konspirativer Verhaltensweisen gegr\u00fcndet. Zu weiteren Gr\u00fcndungen K\u00d6HrW kam es in Niedersachsen nicht. Dagegen gibt es in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-W\u00fcrttemberg eine Reihe von Kreisverb\u00e4nden, z. T. sogar Landesverb\u00e4nde. tig beobachtet; im Vordergrund stehen Die Erwartungen der ehemaligen Kontakte nach Frankreich, \u00d6sterreich, ANS/NA-Mitglieder erf\u00fcllten sich jedoch Belgien und in die Schweiz. Der Eindruck, nicht. Nur ein Teil der fr\u00fcheren Mitglieder den K\u00fchnen in einem Fernsehinterview und Anh\u00e4nger beteiligte sich an der Unvermittelt hat, entspricht freilich nicht der terwanderung der FAP. Auch andere VerRealit\u00e4t: Seine Versuche, Kontakte zu suche der Sammlung scheiterten. Ende ausl\u00e4ndischen Gesinnungsgenossen auszu1984 waren im Bundesgebiet weniger als bauen oder neue Kontakte anzubahnen, 200 Personen noch einschl\u00e4gig politisch sind insgesamt gescheitert. Er hat seine aktiv. Dennoch wurde und wird weiterhin Vorstellung von einer geschlossenen gesorgf\u00e4ltig beobachtet, ob die Aktivisten samteurop\u00e4isch wirkenden neonazistider ehemaligen ANS/NA sich unter einer schen Vereinigung nicht verwirklicht. neuen Organisationsform zusammenfinden oder die FAP in einem Ma\u00dfe unterwandern, da\u00df Verbotserw\u00e4gungen anzu\"Hilfsorganisation f\u00fcr stellen sind. nationale politische Einige Neonazis aus Niedersachsen hatGefangene und deren ten nach wie vor Kontakt zu dem NeonaAngeh\u00f6rige e. V. \" (HNG) zikreis um Curt M\u00fcller in Mainz. Dieser Die HNG unterst\u00fctzt in Haft befindliZirkel ist ein Treffpunkt f\u00fcr Neonazis aus che Gesinnungsgenossen mit Geldzuwendem Inund Ausland. dungen und durch ideologischen ZuVersuche von Neonazis, Verbindungen spruch; sie arrangiert Gefangenenbesuche ins Ausland zu kn\u00fcpfen, werden sorgf\u00e4lund unterh\u00e4lt regelm\u00e4\u00dfige Briefkontakte. 86","Dabei verf\u00e4hrt sie nach dem Muster der ,, Nothilftechnische \"Betreuung\" inhaftierter RAF-Terrori\u00dcbungsund Bereitsten. Diese T\u00e4tigkeit f\u00fchrte dazu, da\u00df die HNG zu einer Art Sammelbecken der neoschaftsstaffel Bergen nazistischen Bestrebungen insgesamt wure. V.\"(N\u00dcB) de. Die N\u00dcB machte weiterhin auf sich aufIn Niedersachsen wurden u. a. die in merksam. Mitglieder und Sympathisanten der JVA Celle einsitzenden Neonazis Volder Gruppe haben 1984 zwei Fahrten ker Heidel, Lothar Schulte und Manfred durchgef\u00fchrt: Am 6. Mai fuhren sie nach Moschkau \"betreut\". Marburg, wo sie sich mit dem Neonazi Die ANS/NA versuchte bereits vor ihGunnar P\u00e4hl trafen; vom 28. Juli bis zum rem Verbot, auf die HNG Einflu\u00df zu neh3. August veranstalteten sie eine men. Dabei gelang es ihr, F\u00fchrungsposi\"Deutschlandfahrt\" an den Bodensee. Bei tionen zu besetzen. Auf der Jahreshauptden Fahrten trugen sie zwar weder Uniforversammlung am 7. Januar 1984 in Bielemen noch Waffen oder waffen\u00e4hnliche feld wurde dem ehemaligen ANS/NAGegenst\u00e4nde. Dennoch ist die N\u00dcB als Funktion\u00e4r Christian Worch die GesamtWehrsportgruppe mit neonazistischen Beverantwortung f\u00fcr die HNG-Publikation z\u00fcgen anzusehen. Sie ist Anziehungspunkt \"Nachrichten der HNG\" \u00fcbertragen. f\u00fcr Neonazis aus Hannover und HamWorch wurde in dieser Funktion auch auf burg. einer au\u00dferordentlichen MitgliederverZentrale Figur der Gruppe ist nach wie sammlung am 25. Februar 1984 in Speyer vor der Landarzt Uwe J\u00fcrgens aus Herbest\u00e4tigt. Auf dieser Versammlung wurde mannsburg. J\u00fcrgens hat auf einem Geder bisherige 1. Vorsitzende Henry Beyer h\u00f6ft in Mei\u00dfendorf eine Scheune angemieabgew\u00e4hlt; in diese Funktion r\u00fcckte eine tet. Dieses Geb\u00e4ude war im Dezember Anh\u00e4ngerin von Michael K\u00fchnen. Auch 1984 Ziel eines Brandanschlages; die T\u00e4ter auf der Jahreshauptversammlung am werden in linksextremistischen Kreisen 24. November 1984 in Kassel zeigte sich vermutet. In der Scheune waren rd. 15 der Einflu\u00df ehemaliger ANS/NA-Anh\u00e4nFahrzeuge untergebracht, darunter auch ger. ausgemusterte Bundeswehrfahrzeuge. Der Neonazi Michael K\u00fchnen hatte die NACHRICHTEN o. a. \"Deutschlandfahrt\" zuvor als Aktivit\u00e4t des \"Gau Hamburg\" angek\u00fcndigt. DER Im Oktober lie\u00df K\u00fchnen dagegen durchblicken, da\u00df J\u00fcrgens die Erwartung der fr\u00fcheren ANS-\"Kameraden\" aus Hamburg nicht erf\u00fcllt habe. Er schrieb: \"Die zwischen Dr. Uwe J\u00fcrgens' Nothilftechnischer \u00dcbungsund Bereitschaftsstaffel und einigen norddeutschen (speziell Hamburger) Leserkreisen der .Neuen Front' vereinbarte Zusammenarbeit ist im Anfangsstadium ge- * scheitert. Aus Angst vor einem Verbot seines Vereins hielt Dr. (Vorl\u00e4ufiger Ersatz f\u00fcr \u00dc B durch di\" Polizei rechtswidrig beachlagnahmte Weihnachtaausgabe Nr. 56 - Dazenber 1984.) 87","Vv/L-' 5ffi\" i \".\"SS -.Ei-. Brandanschlag auf Geb\u00e4ude und Fahrzeuge in Mei\u00dfendorf im Dezember 1984","J\u00fcrgens sich nicht an die getroffe\"Die Deutsche Freiheitsnen Vereinbarungen.\" bewegung - Seit der Deutschlandfahrt ist es nicht wieder zu Zusammenk\u00fcnften Hamburger der Bismarck-Deutsche\" Neonazis auf dem Grundst\u00fcck von Uwe (DDF) J\u00fcrgens bei Suroide gekommen. J\u00fcrgens Otto Ernst Remer, ehemaliger Komselbst hielt sich mit \u00f6ffentlichem Auftremandeur des \"Wachbataillons Gro\u00dften oder \u00c4u\u00dferungen weiterhin zur\u00fcck. deutschland\", nach dem Kriege als Die Neonazis aus Hannover waren dageRechtsextremist vielf\u00e4ltig in Erscheinung gen weiterhin aktiv. Vornehmlich eine getreten, setzte seine Vortrags Veranstalwehrsport\u00e4hnliche \u00dcbung auf dem tungen im Bundesgebiet fort. In NiederGrundst\u00fcck von J\u00fcrgens wurde auch in sachsen trat er selten auf. In rechtsextreder \u00d6ffentlichkeit bekannt. mistischen Kreisen wird Remer wegen seiner sowjetfreundlichen Argumente und \"Kampfeinheit Nationaler seiner neutralit\u00e4tspolitischen VorstellunSozialisten\" (KNS) gen zum Teil erheblich angegriffen. Sein Einflu\u00df auf andere Rechtsextremisten l\u00e4\u00dft Im vorangegangenen Verfassungsnach. schutzbericht war mitgeteilt worden, da\u00df drei junge Leute unter der Bezeichnung \"Kampfeinheit Nationaler Sozialisten\" verschiedene Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund begangen hatten, Verbindungen zum darunter einen am 31. Dezember 1981 versuchten Brandanschlag auf eine Barakausl\u00e4ndischen ke des Staatshochbauamtes Emden. Sie Rechtsextremismus m\u00fcssen sich deswegen z. Z. vor Gericht Verschiedene neonazistische Kreise haverantworten. ben sich darum bem\u00fcht, die Verbindungen zum Ausland zu intensivieren. In der \"B\u00fcrgerinitiative gegen \u00d6ffentlichkeit bekannt wurde insbesondeKriegsschuld und antire der Auslandsaufenthalt Michael K\u00fchnens in der Zeit vom M\u00e4rz bis zum Oktodeutsche Greuell\u00fcgen\" ber 1984. K\u00fchnen hielt sich vor allem in Leiter dieses Zirkels ist Edgar Geiss aus Paris auf; er unternahm auch Reisen nach dem Landkreis Cuxhaven. Er hat seit MitSpanien, Italien und in die Schweiz. te der 70er Jahre freundschaftliche BezieNeonazis aus Niedersachsen unterhielhungen zu Michael K\u00fchnen. In der Nr. 5 ten im Berichtszeitraum Verbindungen zu der von K\u00fchnen herausgegebenen Schrift folgenden Organisationen: \"Die Innere Front\" hie\u00df es, diese \"B\u00fcrge- - \"Faisceaux Nationalistes Europeens\" rinitiative\" sei der ANS/NA kamerad(FNE), Frankreich schaftlich verbunden. Im Berichtszeit- - \"Vlaamse Militanten Orde\" (VMO) raum gingen von ihr keine nennenswerten und \"Occident\", Belgien Aktivit\u00e4ten aus. - \"British Nationalist and Socialist Movement\" (BNSM), Gro\u00dfbritannien - \"Column 88\", Gro\u00dfbritannien - \"League of St. George\", Gro\u00dfbritannien 89","Rechtsextremismus **^*******^*H Schluss \"\"*--r-sr' Ss-VERBOT OSLANDER AUFHEBEN'. RAUS! \"*'MM l PS T * \"S\" TROTZ VERBOT NICHT TOT! *sur\" luHM,lkak,KMSWni","Abgeschlossene Strafverfahren gegen Neonazis NS KAMPFRUF 'SSSESHHS D E B NATONAlSOZlAUSTTSCKiN DEUTSCHEN ARBEITERPARTEI AUSLANDS - UND AUFBAUSSGANISASON Das Bayerische Oberste Landesgericht verurteilte am 25. November 1983 das Ehepaar Hewicker aus Niedersachsen wegen schwerer r\u00e4uberischer Erpressung, Das Vierte Reich Diebstahls und Versto\u00dfes gegen das Waffengesetz zu Freiheitsstrafen von 7 bzw. 6 Jahren. Die Verurteilten hatten am 21. September 1981 zusammen mit dem ebenfalls aus Niedersachsen stammenden Neonazi Kurt Wolfgram in Rennerod ei*-i nen bewaffneten Bankraub ver\u00fcbt; dabei hatten sie 72.000 DM erbeutet. Im selben Proze\u00df wurde der Gr\u00fcnder und ehemalige Vorsitzende der inzwischen verbotenen \"Volkssozialistischen Bewegung Deutschlands/Partei der Arbeit\" (VSBD/PdA) Friedhelm Busse aus Bayern wegen Vergehens gegen das Waffenund Sprengstoffgesetz, Beg\u00fcnstigung, Strafvereitelung und Hehlerei unter Einbeziehung einer fr\u00fcheren Strafe zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Weitere Angeklagte erhielten mehrj\u00e4hrige Jugendstrafen. - NSDAP-Auslands-/Aufbauorganisation (NSDAP/AO), USA - \"White Power Movement/White Power Publications\", USA - National Socialist Party of America\", USA - \"Western Guard Party\", Kanada - \"Samisdat Publishers Ltd.\", Kanada. Auch die Einfuhr von NS-Propagandamaterial hielt weiterhin an; das Material stammte vor allem aus Nordamerika. Aufkleber der NSDAP/AO Gerald Laucks (USA) und Schriften des Samisdat-Verlages Ernst Z\u00fcndels (Kanada) tauchten auch in Niedersachsen auf. 91","Rechtsextremismus ten, Amerika sei Sinnbild des ImperialisNationalmus, behaupten Rechtsextremisten, Amerika sei nach wie vor eine Besatzungsdemokratimacht. \u00dcberraschend \u00e4u\u00dfern daneben einige Rechtsextremisten sogar offen sche OrganiSympathien f\u00fcr das Sowjetregime. Schon Roeder und Remer hatten dem \"gemeinsamen kulturellen Erbe der Deutschen und sationen der Russen\" eine angebliche Kulturlosigkeit der Amerikaner entgegengesetzt. Die Forderung nach nationalem Neutralismus wird vor allem von den \"NatioAllgemeines nalfreiheitlichen\" des Dr. Frey abgelehnt. Nationalistischer Neutralismus, AusDiese vertreten nach wie vor einen entl\u00e4nderfeindlichkeit und v\u00f6lkischer Kollekschieden antikommunistischen Kurs; sie tivismus pr\u00e4gen nach wie vor die nationalsehen im Verbleiben der Bundesrepublik demokratischen Organisationen. Die AnDeutschland in der NATO die einzige haltspunkte f\u00fcr diese Merkmale ergeben M\u00f6glichkeit einer ungef\u00e4hrdeten nationasich weniger aus schriftlichen \u00c4u\u00dferunlen Existenz. gen, st\u00e4rker aus dem Verhalten von Funktion\u00e4ren und einigen Mitgliedern. Besonders f\u00e4llt in letzter Zeit eine zunehmende Tendenz zum nationalen Neu- \" Nationaldemotralismus auf. Die Angst vor einer bewaffkratische Partei neten Auseinandersetzung zwischen den Deutschlands\" (NPD) Gro\u00dfm\u00e4chten auf europ\u00e4ischem, vor allem auf deutschem Boden, hat die politiAllgemeines schen Vorstellungen im rechtsextremistiSteigende W\u00e4hlerzahlen und ein finanschen Lager beeinflu\u00dft. Zunehmend wird zieller Aufschwung infolge der Wahlgefordert, da\u00df beide deutsche Staaten kampfkostenerstattung nach der Europaneutralisiert werden m\u00fc\u00dften. Im ZusamWahl f\u00fchrten bei einigen Funktion\u00e4ren zu menhang damit wird auch verst\u00e4rkt f\u00fcr einem Optimismus hinsichtlich des k\u00fcnftieine Wiedervereinigung eingetreten. Vor gen Schicksals der Partei. Bei demn\u00e4chst allem die NPD fordert den Austritt beider anstehenden Wahlen wird sich zeigen, ob deutscher Staaten aus den Milit\u00e4rbl\u00f6cken der Zuspruch der Partei in der Bev\u00f6lkemit dem Ziel einer allm\u00e4hlichen Ann\u00e4herung wirklich gewachsen ist. rung in Form einer \"Konf\u00f6deration\". Auch Anh\u00e4nger anderer rechtsextremistischer Gruppen, darunter Jugendgruppen Beteiligung an der und Neonazis, vertreten diese Forderung. Europa-Wahl 1984 Als Folge dieses Denkens ist festzustelDie NPD erhielt bei der Europa-Wahl len, da\u00df auch in rechtsextremistischen mehr Stimmen, als sie selbst erwartet hatKreisen der Anti-Amerikanismus w\u00e4chst. te. Ihr Stimmenanteil lag im Bundesgebiet Hinweise hierf\u00fcr ergeben sich nicht nur bei 0,8%, in Niedersachsen bei 0,7% geaus Gespr\u00e4chen zwischen Extremisten, gen\u00fcber 0,2% bei der letzten Bundestagssondern auch aus einschl\u00e4gigen Publikawahl. Die Partei erhielt im Rahmen der tionen. So wie Linksextremisten behaupWahlkampfkostenerstattung ca. 1,8 Mil92","Honen DM; sie wurde damit auf einen In Niedersachsen erzielte die NPD u.a. Schlag schuldenfrei und verf\u00fcgt dar\u00fcber die folgenden Stimmanteile: hinaus \u00fcber Mittel f\u00fcr k\u00fcnftige Wahlk\u00e4mpfe. Die Partei hat gewi\u00df von der reLandkreis Soltau/Fallingbostel 1,5% lativ schlechten Wahlbeteiligung profiLandkreis Helmstedt 1,4% tiert. Es ist aber auch nicht ausgeschlosLandkreis Wolfsburg 1,3% sen, da\u00df ihre auch im Rundfunk und im Landkreis Gifhorn 1,1%. Fernsehen verbreitete Wahlwerbung Stimmen eingebracht hat: Die NPD warb mit den Forderungen \"Widerstand gegen die EG\" und \"Ausl\u00e4nder-Stopp - Deutschland den Deutschen\". Daneben betrieb sie Sympathiewerbung mit dem Motto \"NPD - Ein Herz f\u00fcr Deutschland\". Die Ergebnisse lauteten im einzelnen: Bundesgebiet Europa-Wahl 1984 198.370 Stimmen (0,8%) (Bundestagswahl 1983) 90.901 Zweitstimmen (0,2%) (Bundestagswahl 1980) 68.096 Zweitstimmen (0,2%) Niedersachsen Europa-Wahl 1984 24.724 Stimmen (0,7%) (Bundestagswahl 1983) 9.864 Zweitstimmen (0,2%) (Bundestagswahl 1980) 7.107 Zweitstimmen (0,1%)","Rechtsextremismus Bundesparteitage an. Die Parteif\u00fchrung nutzte die Veranstaltung dazu, Mitglieder und Anh\u00e4nger Auf dem Parteitag am 1. Oktober 1983 zu ermuntern, sich st\u00e4rker f\u00fcr die Partei in Fallingbostel wurde der bisherige Pareinzusetzen. Best\u00e4rkt durch den Stimmenteivorsitzende Martin Mu\u00dfgnug in seinem anteil bei der Europa-Wahl hob der ParAmt best\u00e4tigt. F\u00fcnf Personen aus Niederteivorsitzende als \"Nationaldemokratisachsen wurden zu Mitgliedern des Parteische Leitlinien\" hervor: Neutralit\u00e4t, Wievorstandes gew\u00e4hlt; ihm geh\u00f6ren insgedervereinigung, R\u00fcckf\u00fchrung der Ausl\u00e4nsamt 32 Personen an. Auf dem Parteitag der und Umweltschutz. Mit diesen Theblieb weiterhin umstritten, welche Standmen werde die Partei in den n\u00e4chsten Jahpunkte die Partei zum Themenkreis \"Frieren an die \u00d6ffentlichkeit treten. Mu\u00dfden, Souver\u00e4nit\u00e4t und Wiedervereinignug distanzierte sich von den Aktivit\u00e4ten gung\" einnehmen solle. Der auf nationale der Neonazis; sie w\u00fcrden der Partei SchaNeutralit\u00e4t ausgerichtete Fl\u00fcgel konnte den zuf\u00fcgen. Er beantragte, da\u00df die NPD sich durchsetzen. Er fordert eine Ann\u00e4hesich f\u00f6rmlich von Aktivit\u00e4ten einiger rung und sp\u00e4tere Wiedervereinigung beiRandgruppen wie Skinheads abgrenze; die der deutscher Teilstaaten, die ihre milit\u00e4Delegierten lehnten den Antrag ab. rischen B\u00fcndnisse verlassen sollen; Fernziel sei ein deutsches Reich in seinen historischen Grenzen von 1937. Weitere Aktivit\u00e4ten Auf dem Parteitag am 3./4. November 1983 bem\u00fchte die Parteif\u00fchrung sich 1984 in M\u00fcnchen standen keine Wahlen vor allem darum, die finanzielle Situation 94","Nationa|.oemokrciten A\" *** die Krise meistern* * *","Rechtsextremismus Den","der NPD zu verbessern. Alle Mitglieder zahl im Bundesgebiet mit rd. 550 Persound Anh\u00e4nger wurden aufgerufen, f\u00fcr die nen nahezu unver\u00e4ndert. Die JN beabneugegr\u00fcndete Stiftung \"Deutschland sichtigen, in allen Bundesl\u00e4ndern Landeswird leben\" zu spenden. Jeder, der mindeverb\u00e4nde aufzubauen. stens 100,DM zahlte, erhielt ein vom Der Bundesvorsitzende wurde wegen Parteivorsitzenden unterschriebenes ZerF\u00fchrungsschw\u00e4che auf dem JN-Bundestifikat, worin best\u00e4tigt wurde, der Spenkongre\u00df am 29./30. Oktober durch den der habe einen Beitrag f\u00fcr den \"Freiheits\u00e4lteren und erfahreneren Hermann Lehkampf deutscher Patrioten\" geleistet. Die mann aus Niedersachsen abgel\u00f6st. LehAktion hat mehr als 100.000 DM in die mann ist zugleich Mitglied des ParteivorParteikasse gebraucht. standes der NPD. Als Sympathiewerbung verteilte die Der nieders\u00e4chsische Landesverband Partei in gro\u00dfer Zahl einen Aufkleber der JN f\u00fchrte am 24./25. September 1983 \"Ein Herz f\u00fcr Deutschland\". Der Aufklein Oxstedt/Cuxhaven seinen 14. Landesber, ein Herz in den Nationalfarben, lie\u00df kongre\u00df durch. Der bisherige Vorsitzende die NPD als Herausgeber nicht erkennen. wurde in seinem Amt best\u00e4tigt. Im Mai 1984 trat der Parteivorsitzende Der NPD ist die Zusammenarbeit von in Niedersachsen im Rahmen des WahlJN-Mitgliedern mit Neonazis ungelegen. kampfes f\u00fcr die Europa-Wahl auf. Die Ihr Vorstand hat deshalb die JN-MitglieVeranstaltungen fanden in Hannover, der aufgefordert, sich von radikalen Soltau, Hildesheim und Bockenem statt. Gruppen (gemeint sind Neonazis, SkinZur Erinnerung an den Bau der Berliner heads und bestimmte Fu\u00dfballfan-GrupMauer f\u00fchrte die NPD zusammen mit ihpen) abzugrenzen; solche Kontakte w\u00fcrrer Jugendorganisation \"Junge Nationalden dem Ansehen der Nationaldemokrademokraten\" am 11. August 1984 in ten schaden. Helmstedt eine Demonstration mit anAuf dem 13. Ordentlichen Bundeskonschlie\u00dfender Kundgebung durch. Sie hatte gre\u00df der JN am 13. /14. Oktober 1984 in f\u00fcr die Veranstaltung bundesweit geworDarmstadt gab es erregte Diskussionen ben. Es nahmen etwa 150 Personen teil. dar\u00fcber, ob die gleichzeitige MitgliedDer Parteivorsitzende Mu\u00dfgnug war schaft in der Wiking-Jugend geduldet Hauptredner auf einer \u00f6rtlichen Verwerden d\u00fcrfe. Der Bundesvorstand konnsammlung des Kreisverbandes L\u00fcneburg te seinen Antrag auf Abgrenzung gegenam 30. September 1984. Mu\u00dfgnug \u00e4u\u00dferte \u00fcber der Wiking-Jugend nicht durchbrinsich zu tagespolitischen Problemen. 130 gen. Zuh\u00f6rer waren erschienen. \"Junge National- \" B\u00fcrgerinitiative demokraten\" (JN) A usl\u00e4nder-Stopp \" Die Jugendorganisation der NPD be(BIA) sch\u00e4ftigte sich vor allem mit sich selbst. Die von der NPD getragene BIA war Gr\u00fcnde waren die F\u00fchrungsschw\u00e4che ih1980 in Bochum gegr\u00fcndet worden. In rer Spitze, neonazistische Tendenzen in Niedersachsen entstanden nach Veranstaleinigen Teilbereichen und Abwanderuntungen mit werbendem Charakter etwa 20 gen von Mitgliedern zu neonazistischen \u00f6rtliche Kleingruppen. Als punktuelle ErGruppen. Dennoch blieb die Mitgliederfolge von \"Listen f\u00fcr ,Ausl\u00e4nder-Stopp'\" 97","Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein und Hamburg sich sondern auch im politischen Tagesgeschein anderen Bundesl\u00e4ndern nicht wiederhen bek\u00e4mpft werden. holten, waren die Aktivit\u00e4ten der BIA und der \u00f6rtlichen Kleingruppen bereits kurz nach der Gr\u00fcndung zum Erliegen gekommen. \"NationalDie BIA vertrieb Aufn\u00e4her f\u00fcr Jacken mit Adler-Wappen und mit der Aufschrift freiheitliche\" \"Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein\". F\u00fcr diese Aufn\u00e4her interessierten sich vor allem Fu\u00dfballfans und \"Skinheads\". AnzeiRechte chen f\u00fcr eine politische Beeinflussung dieDie politischen Aktivit\u00e4ten der vom ser Personengruppen im Sinne der NPD M\u00fcnchener Verleger Dr. Gerhard Frey gegibt es jedoch nicht. lenkten Organisationen und Publikationen wurden fortgesetzt. Gerade in den Ver\u00f6ffentlichungen werden die verfasSympathisantenkreis sungsfeindlichen Absichten h\u00e4ufig nur \"zwischen den Zeilen\" erkennbar. Sie staFiedler cheln Ausl\u00e4nderha\u00df an, tragen antij\u00fcdiIm Raum G\u00f6ttingen bet\u00e4tigen sich verschen Charakter, verharmlosen das NSschiedene rechtsextremistische Zirkel, die Regime und bezeichnen Darstellungen sich vor allem an Sch\u00fcler, Studenten und \u00fcber die NS-Zeit als L\u00fcgen. Durch intensiJungakademiker wenden. Sie tragen z. B. ve Werbung vergr\u00f6\u00dfert Dr. Frey seinen die Bezeichnungen Anh\u00e4ngerkreis stetig. Nicht zuletzt zieht - \"Studentenbund Schlesien\" (SBS) er aus den hinter seinen politischen Akti- - \"Hochschulgruppe Pommern\" (HGP) vit\u00e4ten stehenden gesch\u00e4ftlichen Unter- - \"Sch\u00fclerund Studentenunion Ostnehmungen Profit: Er verkauft B\u00fccher, preu\u00dfen\" (SUO). Schallplatten, Tonband-Cassetten und Bei allen Veranstaltungen dieser KleinGedenkmedaillen; er gibt zwei Wochengruppen zeigen sich enge Verflechtungen zeitungen mit einer Gesamtauflage von zur NPD und zu deren Funktion\u00e4ren. Das \u00fcber 100.000 Exemplaren heraus: die Mitglied des NPD-Landesvorstandes \"Deutsche National-Zeitung\" (DNZ) und Hans-Michael Fiedler hat ma\u00dfgeblichen den \"Deutschen Anzeiger\" (DA); der DA Einflu\u00df. ist das Organ der von Frey gef\u00fchrten Die Themen der Veranstaltungen bezie\"Deutschen Volksunion\". Nicht nur diese hen sich auf die ehemaligen deutschen Zeitungen benutzt er als Werbetr\u00e4ger f\u00fcr Ostgebiete. Die Teilnehmer betonen bei die Gewinnung von Mitgliedern und f\u00fcr ihren Treffen, es gehe ihnen darum, das den Verkauf. Bei besonderen Anl\u00e4ssen Bewu\u00dftsein der geschichtlichen und kulgr\u00fcndet er neue Vereinigungen, f\u00fcr die er turellen Kontinuit\u00e4t des deutschen Volkes auch unter seinen bisherigen Anh\u00e4ngern zu wahren, und um Belange der Heimatwirbt: vertriebenen. Wiederholt wurde die Forderung erhoben, das deutsche Volk m\u00fcsse Als der von Rechtsextremisten als in den Grenzen von 1937 wieder vereinigt \"Held\" gefeierte fr\u00fchere Fliegeroberst werden. Der politische Kampf gelte dem Hans-Ulrich Rudel Ende 1982 starb, verMarxismus und jeder Form des Liberalisanstaltete Dr. Frey in M\u00fcnchen eine RUmus; diese m\u00fc\u00dften nicht nur als Ideen, DEL-Ged\u00e4chtnis-Kundgebung; ferner 98","R 2286 0 itung Hatte Sind die T\u00fcrken unsere Feinde? So l\u00fcgt die Presse Das furchtbare Leben .rP.Cfifallenen Wird Detttschtandlied nerbotsn? Sohandbare SPD-Initiative D i e V e r b r e c h e n a m deutschen Volk Massenmorde, die ohne S\u00fchne hleihen/s.4 Freiheitliche Woehenxcitung ter-\"\" fl2W0 W.rdDauUcfcW.Ued^.Bn?, \" f c Friprfp^h\"\",*,,......,, oasBuch des Jahres | wird Deutschland-Lied verboten? Beschlagnahme droht 99","Rechtsextremismus gr\u00fcndete er den \"Ehrenbund RUDEL - Die DVU veranstaltet seit mehreren Gemeinschaft zum Schutz der FrontsoldaJahren Vortr\u00e4ge des britischen Amateurten\". Schlie\u00dflich stiftete er einen \"Hanshistorikers David Irving. In NiedersachUlrich-RUDEL-Preis\". Auf der Welle der sen sprach Irving zum Thema \"Das GeUmweltschutz-Initiativen errichtete er heimnis um Rudolf He\u00df\" in Braun1984 einen \"Schutzbund f\u00fcr Leben und schweig, L\u00fcneburg, Wolfsburg und EmUmwelt\". Weitere Aktionsgemeinschafden. ten hei\u00dfen: Dr. Frey lenkt seine Gro\u00dfveranstaltun- - \"Aktion deutsche Einheit\" (AKON) gen zentral von M\u00fcnchen aus. Er erwartet - \"Volksbewegung f\u00fcr Generalamnestie\" nicht, da\u00df die Mitglieder seiner Vereini(VOGA) gungen eigene Veranstaltungen durchf\u00fch- - \"Initiative f\u00fcr Ausl\u00e4nderbegrenzung\" ren. Daher kam es in Niedersachsen ledig(IfA) lich im Raum Hannover zu regelm\u00e4\u00dfigen - \"Aktion deutsches Radio und FernseTreffen von Mitgliedern in geschlossenen hen\" (ARF). Diskussionszirkeln. In Hannover besteht Die Zahl der Anh\u00e4nger Dr. Freys wird seit l\u00e4ngerer Zeit ein Bezirksverband. Ein zur Zeit im Bundesgebiet auf etwa 12.000 Bezirksverband Braunschweig wurde 1984 Personen gesch\u00e4tzt; Dr. Frey gab in den gegr\u00fcndet. Vorjahren h\u00f6here Zahlen an. In Niedersachsen sind es etwa 1.000. \"SCHI soll deutsch bleiben 100","siert. Wie in den vergangenen Jahren Sonstige f\u00fchrten sie Fahrten und Lageraufenthalte durch. rechtsextre- \" Bund Heimattreuer Jugend\" (BHJ) mistische Die Auseinandersetzungen auf der F\u00fchrungsebene des BHJ dauerten bis 1984 an. Gruppen Nach dem \"Jugendtag des BHJ\" am 24./ 25. September 1983 in Burbach/Siegerland machte sich die BHJ-Leitstelle West selbJugendgruppen st\u00e4ndig; sie nannte sich \"Gemeinschaft \" Wiking-Jugend\" (WJ) Volkstreuer Jugend\" (GVJ). Der BHJ betrieb daraufhin intensive MitgliederwerDie wenige hundert Mitglieder z\u00e4hlende bung, um den Verlust auszugleichen. \"Wiking-Jugend\" ist die gr\u00f6\u00dfte der nicht Trotz der internen Schwierigkeiten blieb an eine Partei gebundenen rechtsextremider BHJ in Niedersachsen weiter aktiv. Er stischen Jugendgruppen. In ihren Schrifveranstaltete Fahrten und Lageraufenthalten glorifiziert sie die Hitlerjugend. Obte, so zum Beispiel vom 18. bis 31. Juli wohl zu den \"Nationalfreiheitlichen\" des 1984 in Lauenberg/Landkreis Northeim. Dr. Frey tendierend, h\u00e4lt die WJ an \"ihren Kameraden\" fest, die als Gewaltt\u00e4ter Wie in den Vorjahren beteiligten sich Mitzu hohen Freiheitsstrafen verurteilt wurglieder des BHJ am 28. April 1984 in L\u00fcden. 1983 wurden bei WJ-Mitgliedern an neburg an der Ausrichtung eines Teils der verschiedenen Orten des Bundesgebietes \"Norddeutschen Kulturtage\" der rechtsexWaffen und Anleitungen zur Herstellung tremistischen \"Deutschen Kulturgemeinvon Explosivstoffen sowie Zeitz\u00fcnder geschaft\" (DKG). funden, u. a. auch in Niedersachsen. Hier hatten WJ-Aktivisten Sprengversuche mit Kulturund Rohrbomben durchgef\u00fchrt. Auch natioWeltanschauungsnalsozialistische Schriften wurden bei WJMitgliedern gefunden. Ende 1983 f\u00fchrte vereinigungen die WJ erstmalig auf dem \"Reichshof\" des Alle acht rechtsextremistischen Kulturin Haft befindlichen neonazistischen Terund Weltanschauungsvereinigungen im roristen Manfred Roeder in SchwarzenBundesgebiet weisen Verfallserscheinunborn eine Veranstaltung durch. Seit der gen auf; viele Mitglieder sind betagt. Mit Zeit haben sich auch die Kontakte der Winieders\u00e4chsischem Bezug sind f\u00fcnf Verking-Jugend zu neonazistischen Gruppen einigungen zu nennen: weiter verst\u00e4rkt. Das traditionelle Winterlager fand am 31. Dezember 1984 in der \"Deutsche KulturgemeinRh\u00f6n unter dem Schutz ehemaliger Mitschaft\" (DKG) glieder der verbotenen ANS/NA statt, Nur noch rd. 150 Personen besuchten nachdem die vorangegangenen Veranstaldie \"Norddeutschen Kulturtage\", die in tungen massiv gest\u00f6rt worden waren. der Zeit vom 27. bis 29. April 1984 in L\u00fcIn Niedersachsen hat die Wiking-Juneburg stattfanden. Vortr\u00e4ge wurden gend etwa 40 bis 60 Mitglieder; sie sind im u. a. mit folgenden Themen gehalten: \"Gau Niedersachsen/Bremen\" organi\"Brauchtum im Ring des Jahres - Sinn IOI","Rechtsextremismus und Bedeutung heute und morgen\", \"Bund f\u00fcr Gotterkenntnis \"\u00d6sterreichs Beitrag zur gesamtdeutschen (LUDENDORFF) e. V.\" Erneuerung\". Es scheint, da\u00df die Aktivit\u00e4ten dieser (BfG) Gemeinschaft zum Erliegen kommen. Der BfG f\u00fchrt das antisemitische Gedankengut der Eheleute Ludendorff fort. Die alle zwei Wochen erscheinende Schrift \"Deutsches Kulturwerk \"Mensch und Ma\u00df\" (Verlag Hohe Warte) Europ\u00e4ischen Geistes\" k\u00fcndigte regelm\u00e4\u00dfig Vortragsabende in (DKEG) Niedersachsen an. Auch bei den Veranstaltungen dieser Gemeinschaft wird die Das DKEG war einst die zweitst\u00e4rkste \u00dcberalterung sichtbar. H\u00f6here Beteilirechtsextremistische Organisation. Heute gung gab es lediglich bei einer Ostertaz\u00e4hlt sie nur noch mehrere hundert Mitgung 1984 in Dorf mark; etwa 150 Persoglieder. Die Aktivit\u00e4ten des \"Kulturnen waren aus dem gesamten Bundesgewerks\" gingen weiter zur\u00fcck. Die Vorbiet angereist. tragsveranstaltungen blieben in kleinem Rahmen. Nur zwei gr\u00f6\u00dfere Veranstaltungen wurden durchgef\u00fchrt: die \"Tage deut- \" Gesellschaft f\u00fcr bioscher Kultur\" in Planegg (Bayern) in der logische Anthropologie, Zeit vom 13. bis 16. April 1984 und die Eugenik und Verhaltens\"27. Kulturtage in L\u00fcneburg\" vom 14. bis 17. September 1984. forschung\" (GfbAEV) In L\u00fcneburg standen u. a. die folgenF\u00fchrende Funktion\u00e4re dieser Gemeinden Beitr\u00e4ge auf dem Programm: schaft fielen durch rassistische und aus\"Deutschland - ein \u00fcberholter Begriff?\", l\u00e4nderfeindliche \u00c4u\u00dferungen auf. Jahres\"Die unverlierbare Mitte des Abendlantagungen fanden auf Bundesebene in des\", Fritzlar und in Alsfeld statt. In Nieder\"Der Reichsgedanke und der Europagesachsen gab es keine \u00f6ffentlich bekannt danke im Wandel der Zeit\". gewordenen Aktivit\u00e4ten. Die Gesellschaft ist Miteigent\u00fcmer eines bebauten Grundst\u00fccks in Hetendorf/Landkreis Celle. Es \" Gesellschaft f\u00fcr freie gibt Anhaltspunkte daf\u00fcr, da\u00df die GePublizistik\" (GfP) meinschaft das Grundst\u00fcck auch anderen rechtsextremistischen Organisationen zur Auch die GfP hat nur noch wenige hunVerf\u00fcgung stellt. So haben sich dort Mitdert Mitglieder. Vorsitzende ist die Inhaglieder des BHJ aufgehalten. Auch sind berin eines rechtsextremistischen Verlages dort Angeh\u00f6rige einer angeblichen in Lippoldsberg. Die Gesellschaft tritt f\u00fcr \"Werksfeuerwehr Adlerhorst\" in Uniforeine aus ihrer Sicht \"objektive Geschichtsmen aufgetreten. Das Anwesen war in der betrachtung\" ein und wendet sich gegen Nacht auf den 11. Dezember 1984 Ziel ei\"Umerziehung und Meinungsmonopole\". nes Brandanschlages; ein Zusammenhang 200 bis 250 Teilnehmer aus dem gesammit dem Anschlag auf das Geb\u00e4ude der ten Bundesgebiet besuchten die beiden N\u00dcB in Mei\u00dfendorf scheint offensichtvon der Gesellschaft organisierten Konlich. gresse in Kassel vom 7. bis 9. Oktober 1983 und vom 28. bis 30. September 1984. 102","Wehrsport' und wehrsport\u00e4hnliche Gruppierungen Wehrsportgruppen kennen milit\u00e4r\u00e4hnliche Gliederungen, f\u00fchren \u00dcbungen nach Dienstplan durch, teilen Wachen ein und machen Kolonnenfahrten. Nicht alle Gruppen, die Gel\u00e4nde\u00fcbungen durchf\u00fchren, haben rechtsextremistischen Bezug. Jedoch hat sich in vielen F\u00e4llen gezeigt, da\u00df die Mitglieder solcher Gruppen f\u00fcr rechtsextremistische Vorstellungen anf\u00e4llig sind. Daher gehen die Sicherheitsbeh\u00f6rden Hinweisen auf wehrsport\u00e4hnliche \u00dcbungen sorgf\u00e4ltig nach. \u00dcber die \"Nothilftechnische \u00dcbungsund Bereitschaftsstaffel Bergen e. V.\" (N\u00dcB) wurde wegen der neonazistischen Bez\u00fcge unter II. 1.1.3 berichtet. Andere, fr\u00fcher erkannte Wehrsportoder wehrsport\u00e4hnliche Gruppen sind wie schon in den Vorjahren in Niedersachsen nicht mehr durch \"Wehrsport\" auff\u00e4llig geworden. Einige Personen, die fr\u00fcher in Wehrsportgruppen t\u00e4tig waren, sind in anderen rechtsextremistischen Zirkeln aktiv. Es gab Hinweise, da\u00df in der \"Schule f\u00fcr Selbstverteidigung\" in Lehre bei Braunschweig rechtsextremistische \u00c4u\u00dferungen fielen. Der Vorwurf, hier bestehe eine Kampfgruppe mit neonazistischem Vorbild, hat sich allerdings durch die Ergebnisse der bisherigen Ermittlungen nicht best\u00e4tigt.","Rechtsextremismus Rechtsextremistische Beeinflussung von Skinheads, Fu\u00dfballfans u. a. Nach dem Motto \"Wir sind auch wer\" nachgedacht, ob es sich lohne, auf Skinmachen gelegentlich Gruppen von Juheads, Rocker oder Fu\u00dffallfan-Gruppen gendlichen auf sich aufmerksam. H\u00e4ufig einzuwirken. Sie stellten aber bald fest, bringen sie ihre Geschlossenheit und zuda\u00df es au\u00dfer einer \u00e4hnlichen Gem\u00fctslage gleich Abgrenzung gegen\u00fcber anderen kaum Gemeinsamkeiten gibt: Die meisten B\u00fcrgern durch einheitliche Kleidung und dieser \"Zielpersonen\" haben keinerlei poEmbleme, zum Teil auch durch einheitlilitisches Interesse, und selbst die, die auf che Haartracht zum Ausdruck. Um auf Fu\u00dfballpl\u00e4tzen durch ausl\u00e4nderfeindliche sich aufmerksam zu machen, erregen sie Parolen auffielen oder die ihre Kleidung oft bewu\u00dft \u00c4rgernis. Dabei skandieren sie mit Symbolen des \"Dritten Reiches\" verauch Spr\u00fcche, die politisch Ansto\u00df erresahen, beteiligten sich dar\u00fcber hinaus in gen. Besonders \"wirksam\" sind aus dieser keiner Weise an irgendwelcher zielgerichSicht Spr\u00fcche, die an die Zeit des Naziteten politischen Arbeit. Die Neonazis Regimes erinnern. Deshalb ist eine solche mu\u00dften erkennen, da\u00df man solche GrupGruppe nicht schon neonazistisch - viele pen allenfalls dazu aufrufen konnte, sich sagen f\u00e4lschlich \"faschistisch\". Gleiches an \"Randale\" zu beteiligen, zum Beispiel gilt f\u00fcr Jugendliche, die das Emblem vergegen Punks oder \"linke Demos\" gemeinwenden \"Ich bin stolz, ein Deutscher zu same Sache zu machen. Sie in die eigene sein\", oder die im Fu\u00dfballstadion singen Vorstellungs weit einzubinden, war kaum \"Deutschland, Deutschland \u00fcber alles\". m\u00f6glich. Andererseits hat sich erwiesen, da\u00df gerade Angeh\u00f6rige solcher Gruppen durch politiIn Niedersachsen gab es im Berichtszeitsche Parolen leicht beeinflu\u00dfbar sind. raum nur im hannoverschen Bereich neoHinzu kommt, da\u00df auch Angeh\u00f6rige neonazistische Personenzusammenschl\u00fcsse, nazistischer Gruppierungen - wissend, die in der Lage gewesen w\u00e4ren, auf andere da\u00df sie eine nicht gern gesehene MinderGruppen einzuwirken. Vor\u00fcbergehend heit sind, - \u00f6fter spektakul\u00e4r an die \u00d6fgab es hier Kontakte mit Skinheads. Anfentlichkeit treten. Darum lag es nahe, ders verhielt es sich in einigen Gro\u00dfst\u00e4dda\u00df Neonazis nach dem Auftritt solcher ten au\u00dferhalb Niedersachsens. Wenn es Gruppen von Jugendlichen sich Gedanken dort zu festeren Bindungen zwischen neodar\u00fcber machten, auf welche Weise sie nazistischen Zirkeln und Fu\u00dfballfandiese f\u00fcr ihre eigenen Ziele nutzbar Gruppen kam, so lag dies in der Regel machen k\u00f6nnten. Vor allem die Wortf\u00fchdaran, da\u00df bestimmte Personen von vornrer unter den Neonazis haben dar\u00fcber herein beiden Szenen angeh\u00f6rten. 104","","Rechtsextremismus Neonazistische A usschreitungen Allgemeines * Am 25. Februar 1984 wurde in D\u00fcsseldorf ein kleines Backsteingeb\u00e4ude, das bis 1909 als Synagoge gedient hatte und als In Niedersachsen ereigneten sich im Berichtszeitraum keine terroristischen Akte Denkmal der Judenverfolgung umgestaloder schwere Gewalttaten mit rechtsextretet werden sollte, in Brand gesteckt. mistischem Bezug. Dennoch erfordern die * Am 9. September 1984 detonierte im oftmals spontan auftretende GewaltbeDachgescho\u00df eines Wohngeb\u00e4udes in reitschaft neonazistischer Gruppen und Mainz ein Sprengsatz; in der Wohnung die Gewaltanschl\u00e4ge der Vorjahre besondes mutma\u00dflichen T\u00e4ters wurden Sprengdere Wachsamkeit. stoff und Aufzeichnungen \u00fcber die HerIn Niedersachsen hat sich die Zahl der stellung von Sprengstoffen sichergestellt. Gesetzesverst\u00f6\u00dfe von Rechtsextremisten, Au\u00dferdem fand die Polizei umfangreiches im wesentlichen Schmierereien und Besitz NS-Propagandamaterial und Flugbl\u00e4tter von neonazistischem Propagandamatemit dem Aufruf zur Befreiung von Rudolf rial, leicht erh\u00f6ht. 1982 sind 260 GesetzesHe\u00df. verst\u00f6\u00dfe registriert worden, 1983 waren es * Am selben Tag warfen zwei M\u00e4nner ei270 und 1984 insgesamt 280. nen \"Molotow-Cocktail\" in den Laden eiDas Vorgehen von Rechtsextremisten nes t\u00fcrkischen Gem\u00fcseh\u00e4ndlers in Brebei Gewalttaten und Ausschreitungen soll men; der Sachschaden betrug rd. 20.000 mit den folgenden Beispielen beschrieben DM. werden: Gewalt' Vorf\u00e4lle in taten in andeNiederren BundesSachsen l\u00e4ndern * Um die Jahreswende 1983/84 erhielten mehrere Firmen, u. a. in K\u00f6ln und M\u00fcn- * Am 5. Februar 1984 wurde in Frankchen, einen vorgefertigten, in Osnabr\u00fcck furt eine Brandstiftung in einem t\u00fcrkiaufgegebenen Drohbrief; darin hat eine schen Stoffund Teppichgesch\u00e4ft ver\u00fcbt; bisher unbekannte Gruppe \"Todesschwaes entstand Sachschaden in H\u00f6he von rd. dron\" die Unternehmen aufgefordert, \"al100.000 DM. Eine Seitenwand des Gelen Ausl\u00e4ndern zu k\u00fcndigen\", um ihnen sch\u00e4ftes wurde mit der Parole \"Ausl\u00e4nder \"ihre \u00f6konomische Basis zu nehmen und raus\" bespr\u00fcht. sie so zur R\u00fcckkehr zu bewegen\". F\u00fcr den 106","wo,AP, n Yi 107","Rechtsextremismus Fall der Nichtbeachtung dieser Aufforde- * Am 29. Juni 1984 wurden 54 Grabsteirung wurden entsprechende Ma\u00dfnahmen ne auf dem Friedhof in Cuxhaven-Brokgegen die Unternehmen angedroht. keswalde u. a. mit Hakenkreuzen be- * Drohschreiben einer \"Todesschwadron schmiert. Gau Weser-Ems\" verk\u00fcndeten im Dezm- * Im Juli 1984 wurden zahlreiche NSber 1983 den \"Beginn des bewaffneten Schmierereien auf dem Gel\u00e4nde der DeutKampfes\"; unter Androhung von Gewalt schen Bundesbahn in Uelzen festgestellt. wurden mehrere Ausl\u00e4nder und Ausl\u00e4n- * Am 4. Oktober 1984 wurde das Mahndervereine dazu aufgefordert, das Bunmal des ehemaligen Konzentrationslagers desgebiet bis Mitte 1984 zu verlassen. St\u00f6cken in Hannover mit rechtsextremistiAuch 1984 wurden Drohschreiben einer schen Parolen beschmiert. \"Todesschwadron Gau Weser-Ems\" bekannt. Die Ermittlungen sind noch nicht * Im November 1984 wurde das Lokal abgeschlossen. eines T\u00fcrken in Lohne mit NS-Parolen beschmiert; dar\u00fcber hinaus wurde versucht, * Drohbriefe an Ausl\u00e4nder wurden im das Lokal anzuz\u00fcnden. Januar 1984 auch aus einigen St\u00e4dten Niedersachsens gemeldet. * Am 22. Januar 1984 wurde ein Friedhof in Stade mit NS-Parolen beschmiert. * Am 27. Januar 1984 wurden Hakenkreuzschmierereien und die Parolen \" Wir warten auf das Vierte Reich\" und \"Deutschland den Deutschen\" an der Realschule in Harsum/Landkreis Hildesheim festgestellt. * Am 13. und 20. Februar 1984 haben unbekannte T\u00e4ter zwei Fensterscheiben der Synagoge in Osnabr\u00fcck zerst\u00f6rt. * Im M\u00e4rz 1984 ging ein Drohbrief bei dem Vorsitzenden der \"Deutsch-Israelischen Gesellschaft\" in Braunschweig ein. Darin hie\u00df es u. a.: \"Du bist der N\u00e4chste am Galgen - Ausl\u00e4nder raus - T\u00fcrken raus - auch Sympathisanten und Judenfreunde kommen ins Gef\u00e4ngnis - Schlagt alle Juden und T\u00fcrken tot... \" * Am 3. April 1984 wurde am j\u00fcdischen Mahnmal in G\u00f6ttingen die Parole \" Schei\u00dfjuden \" geschmiert. * Am 20. April 1984 hing an einer Br\u00fckke \u00fcber dem Westschnellweg in Hannover eine selbstgefertigte Hakenkreuzfahne. 108",": * . * .* mm' Todesschwadrone TodesseWadrone Todesschwadrone DER BEWAFFNETE KAMPF EEGIHHT ! AUSL\u00c4NDER, S E H T EUCH VOR! A U S L \u00c4 N D E R R A U S A U S D E U T S C H L A N D 109","Allgemeine Entwicklung Dieser Abschnitt bezieht sich auf Ausin die Heimat strafrechtlich verfolgt zu l\u00e4nderorganisationen, werden. Diese Vorsicht in politischen Din- - deren Bestrebungen sich gegen die freigen d\u00fcrfte im wesentlichen die gleichen heitliche demokratische GrundordGr\u00fcnde haben wie die seit langem festzunung der Bundesrepublik Deutschland, stellende strikte Gesetzestreue der gro\u00dfen gegen die Sicherheit des Bundes oder Mehrzahl hier lebender Ausl\u00e4nder. eines Landes richten Unter den Ausl\u00e4ndern in Niedersachsen - oder die durch Anwendung von Gewalt \u00fcberwiegen die T\u00fcrken. Sie stellen - zuoder darauf gerichtete Vorbereitungssammen mit den t\u00fcrkischen Kurden - handlungen aus politischer Motivation auch die gr\u00f6\u00dfte Zahl ausl\u00e4ndischer Extreausw\u00e4rtige Belange der Bundesrepumisten. blik Deutschland gef\u00e4hrden (SS 3 Abs. 1 Die Aktivit\u00e4ten extremistischer Ausl\u00e4nNieders\u00e4chsisches Verfassungsschutzderorganisationen sind nach wie vor gesetz). durch Konflikte in den Heimatl\u00e4ndern geDie Mitgliederzahlen solcher Organisapr\u00e4gt. Zunehmend werden aber auch Thetionen werden mit Vorbehalt genannt: men deutscher Politik Gegenstand der Das organisatorische Gef\u00fcge ist in ausl\u00e4nAgitation. So richtet sich die Kritik gegen dischen Gruppierungen lockerer als in verdie Situation des deutschen Arbeitsmarkgleichbaren deutschen Organisationen. tes und gegen \"Versch\u00e4rfungen des AusViele Ausl\u00e4nder finden sich auf Zusaml\u00e4nderrechts\"; dar\u00fcber hinaus schlie\u00dfen menk\u00fcnften nur gelegentlich ein. Manche sich extremistische Ausl\u00e4ndergruppen den erscheinen nicht aus politischen BewegForderungen nach Einf\u00fchrung des komgr\u00fcnden, sondern weil sie die Gelegenheit munalen Wahlrechts f\u00fcr Ausl\u00e4nder an. wahrnehmen, mit Menschen aus ihrem Zu diesem Zweck gibt es auch B\u00fcndnisse Heimatland zusammenzutreffen. Nicht zwischen extremistischen ausl\u00e4ndischen wenige erwarten von den ausl\u00e4ndischen und deutschen Gruppierungen. Das DKPOrganisationen auch Betreuung und UnZentralorgan \"unsere zeit\" (UZ) berichteterst\u00fctzung in der Fremde. Mit diesen Einte am 29. Dezember 1983, Vertreter des schr\u00e4nkungen sind die folgenden in NieBundesvorstandes der FIDEF und des dersachsen ermittelten Mitgliederzahlen Pr\u00e4sidiums der \"Vereinigung der Verfolgextremistischer und sicherheitsgef\u00e4hrdenten des Naziregimes - Bund der Antifader Ausl\u00e4ndergruppen zu sehen: schisten\" (VVN-BdA) h\u00e4tten regelm\u00e4\u00dfige 1982 8.200 1983 6.570 1984 6.400. Zusammenk\u00fcnfte beschlossen, um \u00fcber Der R\u00fcckgang gegen\u00fcber den Vorjahgemeinsame Aktionen zu beraten. Dazu ren l\u00e4\u00dft sich nicht allein damit erkl\u00e4ren, geh\u00f6re die Planung gemeinsamer Veranda\u00df viele Ausl\u00e4nder in ihre Heimatl\u00e4nder staltungen gegen die \"Ausl\u00e4nderfeindlichzur\u00fcckgekehrt sind. Ausl\u00e4nder halten sich keit\" und den \"Neofaschismus\". Die FIin politischen Dingen bewu\u00dft zur\u00fcck. DEF und die VVN-BdA sind orthodoxManche haben Sorge, nach der R\u00fcckkehr kommunistisch beeinflu\u00dft. 110","Organisationen und Bestrebungen T\u00fcrken dersachsen der \"Verein der Jugendlichen aus der T\u00fcrkei in Hannover\", das \"T\u00fcrkiIm Gegensatz zu vielen anderen Ausl\u00e4nsche Volkshaus Hannover e. V.\" und der dergruppen gibt es bei den politisch akti\"Verein der Arbeiter aus der T\u00fcrkei in ven T\u00fcrken linke und rechte Extremisten, Hildesheime. V.\". die sich infolge der innenpolitischen SituaDie Arbeitervereine sind in dem Dachtion in der T\u00fcrkei feindselig gegen\u00fcbersteverband \"F\u00f6rderation der Arbeitervereine hen. der T\u00fcrkei in der Bundesrepublik Die Linksextremisten sind entweder Deutschland e. V.\" (FIDEF) mit Sitz in prosowjetisch, oder sie geh\u00f6ren der \"NeuD\u00fcsseldorf zusammengeschlossen. en Linken\" an. Im scharfen Gegensatz zu diesen Gruppierungen stehen rechtsgerichtete Gruppen: extrem nationalistische \"Neue Linke\" Vereinigungen, die die politischen Ziele Die \u00fcbrigen linksextremistischen Grupder in der T\u00fcrkei verbotenen \"Partei der pen orientieren sich an Nationalen Bewegung\" (MHP) vertreten, - der \"Kommunistischen Partei der T\u00fcrdaneben islamisch-extremistische Grupkei/Marxisten-Leninisten\" (TKP/ML) pen, die der ebenfalls aufgel\u00f6sten \"Natiooder nalen Heilspartei\" (MSP) nahestehen. Die - der \"Revolution\u00e4ren Kommunistischen rechtsgerichteten t\u00fcrkischen VereinigunPartei der T\u00fcrkei\" (TDKP) oder gen halten sich in der \u00d6ffentlichkeit in - an der \"T\u00fcrkischen Volksbefreiungsletzter Zeit politisch bewu\u00dft zur\u00fcck. partei/-front\" (THKP/C). Linksextremisten \"Kommunistische Partei der Orthodoxe Kommunisten T\u00fcrkei/Marxisten-Leninisten \" Die prosowjetischen T\u00fcrken vertreten (TKP/ML) die Politik der seit 1922 in der T\u00fcrkei verbotenen \"Kommunistischen Partei der Die TKP/ML arbeitet konspirativ und T\u00fcrken\" (TKP). Die Partei steuert ihre steuert ihre T\u00e4tigkeit im Bundesgebiet Aktivit\u00e4ten in der Bundesrepublik \u00fcber den Dachverband \"F\u00f6rderation der Deutschland und in West-Berlin von ihArbeiter aus der T\u00fcrkei in Deutschland rem Exilsitz in Ost-Berlin aus. Die Parteie.V.\" (ATIF) mit Sitz in Duisburg. In Niezellen arbeiten konspirativ. Es gibt eine dersachsen gibt es einen Mitgliedsverein in Reihe von Organisationen, die ForderunHildesheim und weitere \u00f6rtliche Gruppen. gen der TKP vortragen, so die orthodoxkommunistisch beeinflu\u00dften t\u00fcrkischen Arbeitervereine. Zu diesen z\u00e4hlen in Nie111","Ausl\u00e4nderextremismus \" Re volution\u00e4re ungerechten Auswirkungen dieses GesetKommunistische Partei der zes zu k\u00e4mpfen\". An anderer Stelle versiT\u00fcrkei\" (TDKPJ cherte sie, den Kampf f\u00fcr die 35-StundenDie TDKP bezeichnet sich als SchweWoche mit ganzer Kraft unterst\u00fctzen zu sterpartei der deutschen KPD. Ihr Dachwollen. verband im Bundesgebiet ist die \"F\u00f6rderaWeitere Arbeitsschwerpunkte der Mittion der t\u00fcrkischen demokratischen Argliedsvereine der FIDEF f\u00fcr 1984 waren beitervereine in Deutschland e.V.\" auch in Niedersachsen der \"Kampf gegen (DIDF). In Niedersachsen sind Mitgliedsdie Ausl\u00e4nderfeindlichkeit\" sowie die vereine in Delmenhorst, Goslar und SalzTeilnahme an Aktionen der \"Friedensbegitter bekannt. wegung\" gegen die Stationierung der Mittelstreckenraketen . \" T\u00fcrkische VolksbefreiungsparteiMront\" (THKP/CJ Aktionen gegen die Ausl\u00e4nderpolitik der Bundesregierung Die THKP/C arbeitet nach dem Vorbild latein-amerikanischer Stadtguerilla. Ausl\u00e4ndische und deutsche orthodoxe Sie verh\u00e4lt sich streng konspirativ und Kommunisten und Gruppen der \"Neuen strebt den gewaltsamen Umsturz in der Linken\" beteiligten sich an einem \"TribuT\u00fcrkei durch Terror an. Im Bundesgebiet nal zur Ausl\u00e4nderpolitik in Niedersachsind zahlreiche THKP/C-Gruppen mit sen\" am 17. M\u00e4rz 1984 in Hannover. Das unterschiedlichen Bezeichnungen in Er\"Tribunal\" wurde insgesamt von etwa 40 scheinung getreten. Die in Niedersachsen Organisationen und von vielen Einzelpert\u00e4tigen Gruppen geh\u00f6ren dem DEVRIMsonen unterst\u00fctzt. Die Veranstaltung fand CI YOL (Revolution\u00e4rer Weg), der verboim Rahmen einer bundesweiten \"Aktionstenen, aber weiterhin aktiven DEVRIMCI woche gegen Ausl\u00e4nderfeindlichkeit\" SOL (Revolution\u00e4re Linke) sowie der statt. Auf dem \"Tribunal\" wurde eine Gruppe KURTULUS (Befreiung) an; sie Jury gebildet. Diese sprach ein \"Urteil\" nehmen seit einiger Zeit auch Deutsche als aus und warf darin den Beh\u00f6rden des Mitglieder auf. Landes Niedersachsen \"vielfache Verletzungen des Grundgesetzes in der praktischen Anwendung des Ausl\u00e4nderrechts\" Agitationen und vor; das lasse auf eine \" insgesamt ausl\u00e4n- A usschreitungen derfeindliche Praxis\" schlie\u00dfen. Orthodox-kommunistische T\u00fcrken und Aktionen gegen das R\u00fcckkehrAnh\u00e4nger der t\u00fcrkischen \"Neuen Linken\" f\u00f6rderungsgesetz und f\u00fcr die polemisierten auch bei anderen Gelegen35-StundenWoche heiten gegen eine angeblich ausl\u00e4nderDie \"F\u00f6rderation der Arbeitervereine feindliche Politik in der Bundesrepublik der T\u00fcrkei in der Bundesrepublik Deutschland. Ein besonderer Anla\u00df war Deutschland e.V.\" (FIDEF) gab im Janu1984 der erste Jahrestag des Selbstmordes ar 1984 eine deutschsprachige Schrift herdes t\u00fcrkischen Staatsangeh\u00f6rigen Kemal aus, in der sie die R\u00fcckkehrhilfe der BunALTUN am 30. August 1983. Bereits undesregierung f\u00fcr Gastarbeiter als \"T\u00e4umittelbar nach dem Tod ALTUNs war es schungsman\u00f6ver, Angriff auf bestehende in Hannover und Oldenburg zu DemonRechte sowie Tricks der Bundesregierung\" strationen und Aktionen gegen die Bunbezeichnete und dazu aufrief, \"gegen die desregierung gekommen. 112","I \" \"ridden 6it,w.. Zimmermann Bfzden Nu EC#I\"A S Freiheit f\u00fcr die politischen Gefangenenen in der T\u00fcrkei und in T\u00fcrkisch Kurdistan ;O","Aktionen f\u00fcr Am 13. Oktober 1984 wurde ein Anhungerstreikende H\u00e4ftlinge h\u00e4nger des \"Idealistenvereins\" in Hannoin der T\u00fcrkei ver an einem Informationsstand t\u00fcrkischer Linksextremisten mit F\u00e4usten geAnh\u00e4nger linksextremistischer t\u00fcrkischlagen. scher Organisationen setzten im Jahre Am gleichen Nachmittag tauchte eine 1984 ihre \"Solidarit\u00e4tsaktionen\" f\u00fcr poliGruppe t\u00fcrkischer Linksextremisten in eitische Gefangene in der T\u00fcrkei fort. Sie nem t\u00fcrkischen Cafe in der Innenstadt verteilten Flugbl\u00e4tter, besetzten Gevon Hannover auf, sch\u00fcchterte die etwa sch\u00e4ftsstellen des DGB, der SPD und der 100 Anwesenden mit Holzkn\u00fcppeln ein \"GR\u00dcNEN\", f\u00fchrten \"Hungerstreiks\", und verlas eine Resolution gegen die ReMahnwachen, Kundgebungen und Degierungen der T\u00fcrkei und der Bundesremonstrationen durch. publik Deutschland. W\u00e4hrend einer \"Mahnwache f\u00fcr die Am 16. Dezember 1984 wurden einige hungerstreikenden politischen GefangeAnh\u00e4nger des \"Idealistenvereins\" ebennen in der T\u00fcrkei\" am 15. und 16. M\u00e4rz falls in der Innenstadt von einer zahlen1984 vor dem t\u00fcrkischen Generalkonsulat m\u00e4\u00dfigen \u00dcbermacht t\u00fcrkischer Linksexin Hannover wurde ein u. a. von Gruppen tremisten angegriffen und z. T. erheblich der t\u00fcrkischen \"Neuen Linken\" unterverletzt. zeichneter Aufruf verteilt; darin wurden die \"Einstellung der Wirtschafts-, Milit\u00e4rZum Jahreswechsel 1984/85 versch\u00e4rfte und Polizeihilfe der BRD an die T\u00fcrkei\" sich die Situation zwischen t\u00fcrkischen und ein Verzicht auf \"Abschiebung und Linksund Rechtsextremisten infolge eiAuslieferung von Ausl\u00e4ndern aus der nes Vorfalls, der sich au\u00dferhalb NiederBRD\" gefordert. sachsens abgespielt hatte: Am 23. Dezember 1984 wurden auf einer Veranstaltung des Stuttgarter \"Idealistenvereins\" 15 Mitglieder dieses Vereins von etwa 150 linksAktionen gegen den extremistischen T\u00fcrken verschiedener Idealistenverein Hannover ideologischer Richtungen angegriffen und Wiederholt beteiligten sich t\u00fcrkische mit Messern und Kn\u00fcppeln z. T. schwer Linksextremisten an gewaltsamen St\u00f6runverletzt. gen von Veranstaltungen t\u00fcrkischer \"Idealistenvereine\". Dabei traten sie gemeinsam mit deutschen Linksextremisten Sonstige Aktionen auf. So wiederholte sich am 4. Februar W\u00e4hrend einer Demonstration am 5. 1984 ein Vorgang, der sich in \u00e4hnlicher November 1983 wurden Flugbl\u00e4tter mehForm schon am 21. Mai 1983 abgespielt rerer linksorientierter t\u00fcrkischer Organihatte: Eine Veranstaltung des \"Vereins sationen verteilt, in denen die ersten Part\u00fcrkischer Idealisten in Hannover und lamentswahlen in der T\u00fcrkei am 6. NoUmgebung e.V.\" (HUT) wurde von deutvember als \"Scheinwahlen\" bezeichnet schen und t\u00fcrkischen Linksextremisten wurden. gest\u00f6rt. Unter den rd. 700 Personen, die An einem Sternmarsch von Hannover am 4. Februar demonstrierten, f\u00fchrten nach Bonn vom 24. April bis 11. Mai 1984 einige Helme, Steine und Tr\u00e4nengas mit waren mehrere hundert Personen, darunsich. Es kam zu t\u00e4tlichen Auseinandersetter ebenfalls Mitglieder und Sympathisanzungen zwischen Demonstranten und ten t\u00fcrkischer linksextremistischer GrupTeilnehmern der Veranstaltung. pierungen aus ganz Niedersachsen betei114","ligt. Der Sternmarsch richtete sich gegen nen \"Partei der Nationalen Bewegung\" die Aufnahme der T\u00fcrkei in den Europa(MHP) wurde 1978 der Dachverband \"F\u00f6rat. deration der t\u00fcrkisch-demokratischen An den zentralen Demonstrationen zum Idealistenvereine in Europa e. V.\" Jahrestag der Macht\u00fcbernahme durch das (AD\u00dcTDF) mit Sitz in Frankfurt/Main Milit\u00e4r in der T\u00fcrkei am 12. September gegr\u00fcndet. Der Verband bezeichnet sich 1980, die j\u00e4hrlich in einigen Gro\u00dfst\u00e4dten nach dem Verbot der MHP in der T\u00fcrkei Nordrhein-Westfalens stattfinden, nahals rechtm\u00e4\u00dfe Nachfolgeorganisation. men aus Niedersachsen ebenfalls zahlreiSeit dem Herbst 1983 stellen sich die che t\u00fcrkische Linksextremisten teil. Mitgliedsvereine der AD\u00dcTDF, die sich Im \u00fcbrigen haben sich Anh\u00e4nger links\"Idealistenvereine\" und \"Kulturvereine\" extremistischer t\u00fcrkischer Organisationen nennen, in der \u00d6ffentlichkeit als gem\u00e4\u00dfigauch an vielen Aktionen von Kurden bete und demokratische Vereinigungen dar, teiligt. die bestrebt seien, ihre Verbindungen zur MHP zu l\u00f6sen. Die Mitgliedsvereine halRechtsextremisten ten sich an die Anweisung, Portraits des in Extrem nationalistische der T\u00fcrkei inhaftierten Vorsitzenden der MHP, T\u00dcRKES, und auch Bilder des Vereinigungen \"Grauen Wolfes\" aus den Vereinsr\u00e4umen Auf Intiative der in der T\u00fcrkei verbotezu entfernen. 115","' ^^^7RTiT* fcT^T^e ^^^^fl~o^^ Der \"Graue Wolf\" (BOSKURT) AD\u00dcTDF ihre Mitgliedsvereine dazu auf, ist eine legend\u00e4re Gestalt aus der sich politisch zur\u00fcckzuhalten. Diesem Apt\u00fcrkischen Mythologie, in der die pell folgten die f\u00fcnf in Niedersachsen anT\u00fcrken ein Symbol f\u00fcr Mut, St\u00e4rs\u00e4ssigen AD\u00dcTDF-Mitgliedsvereine in ke und Freiheit sehen. Die mythoHannover (100 Mitglieder, davon 35 aklogische Bedeutung kommt etwa tiv), Goslar, Holzminden, Osnabr\u00fcck und der des Adlers in Deutschland Salzgitter im wesentlichen. Ob es dabei gleich. Das Bild des \"Grauen Wolbleiben wird, ist nicht gewi\u00df; im Zusamfes\" wurde u. a. auch von der Jumenhang mit den Auseinandersetzungen gendorganisation der in der T\u00fcrkei um die Jahreswende 1984/85 kam es in verbotenen \"Partei der Nationalen Hannover zu einem schwerwiegenden Bewegung\" (MHP) verwendet. Vorfall: Am 7. Januar 1985 verteilten AnInzwischen sind zun\u00e4chst t\u00fcrkih\u00e4nger des \"Vereins t\u00fcrkischer Idealisten sche, sp\u00e4ter auch deutsche politiin Hannover und Umgebung e. V.\" beim sche Gegner dazu \u00fcbergegangen, Schichtwechsel des VW-Werkes in Hant\u00fcrkische Rechtsextremisten, insnover-St\u00f6cken Flugbl\u00e4tter in t\u00fcrkischer besondere die Anh\u00e4nger der IdeaSprache; die Flugbl\u00e4tter waren von der listenvereine, als \"Graue W\u00f6lfe\" Dachorganisation in Frankfurt/M. herzu bezeichnen. Dieser Sprachgeausgegeben worden und bezogen sich auf brauch setzt sich allgemein durch. einen Vorfall am 23. Dezember 1984 in Es mu\u00df jedoch betont werden, da\u00df Stuttgart. Als ein t\u00fcrkischer Arbeitnehes eine Organist ion \" Graue W\u00f6lfe\" mer -- Angeh\u00f6riger eines Mitgliedsvereins in der Bundesrepublik Deutschder kommunistisch beeinflu\u00dften FIDEF land nicht gibt. - die Annahme des Flugblattes verweigerte, kam es zu einer t\u00e4tlichen Auseinandersetzung, in deren Verlauf er von den Islamisch-extremistische Rechtsextremisten durch mehrere MesGruppen serstiche lebensgef\u00e4hrlich verletzt wurde. Die politische Linie der islamisch-extreNach Angaben des Verletzten und zweier mistischen \"Nationalen Heilspartei\" festgenommener Beteiligter haben sich an (MSP) vertreten in der Bundesrepublik der Auseinandersetzung 7 oder 8 T\u00fcrken Deutschland Anh\u00e4nger der islamisch-relibeteiligt. Der 20j\u00e4hrige vermutliche gi\u00f6s ausgerichteten Organisation \"IslamiHauptt\u00e4ter, einer der Flugblatt vert eiler, sche^) Zentrum/Union\" und ihrer \u00f6rtliwar das Opfer des Ereignisses vom chen Gruppierungen; sie nennen sich 13. Oktober 1984 gewesen. \"Kulturvereine\" oder \"Vereine zur Erhaltung eines Gebetsraumes\". Auch diese Vereinigungen halten sich in der \u00d6ffentlichkeit zur\u00fcck. Unter ihren Anh\u00e4ngern w\u00e4chst jedoch unter dem Einflu\u00df der islaKurden mischen Revolution im Iran der religi\u00f6s begr\u00fcndete politische Fanatismus. Gruppierungen Die in Niedersachsen vertretenen kurdiAgitationen und schen Extremisten sind -- mit wenigen Ausschreitungen Ausnahmen - orthodoxe Kommunisten. Angesichts zahlreicher Ausschreitungen Sie streben ein freies und unabh\u00e4ngiges t\u00fcrkischer Linksextremisten rief die Kurdistan an. Dieses solle sich auf die von 116","Kurden bewohnten Gebiete der T\u00fcrkei, im Ausschreitungen und Irak, im Iran und in Syrien erstrecken, nicht dagegen auf die von Kurden bebesondere Aktivit\u00e4ten wohnten Teile der Sowjetunion; dort sei Kurdische Linksextremisten beteiligten der kurdischen Bev\u00f6lkerung Autonomie sich an den Aktionen t\u00fcrkischer Linksexgew\u00e4hrt worden. tremisten gegen Anh\u00e4nger des IdealistenMitgliederst\u00e4rkste kurdische Organisavereins Hannover. Sie nahmen auch an tion in der Bundesrepublik Deutschland den zentralen Demonstrationen anl\u00e4\u00dflich ist die orthodox-kommunistische \"Arbeides Jahrestages der Macht\u00fcbernahme terpartei Kurdistans\" (PKK) mit mehr als durch das Milit\u00e4r in der T\u00fcrkei am 650 Mitgliedern und Anh\u00e4ngern. In Nie12. September 1980 teil, die allj\u00e4hrlich in dersachsen gibt es in Celle und Hannover einigen Gro\u00dfst\u00e4dten Nordrhein-WestfaMitgliedsvereine mit je etwa 60 Mitglielens stattfinden, ebenso am Sternmarsch dern. nach Bonn. Kurden beteiligten sich an den Aktivit\u00e4Ebenfalls in Celle gibt es zwei weitere ten t\u00fcrkischer Linksextremisten im Zuorthodox-kommunistische Kurdenvereisammenhang mit dem Hungerstreik inne. Einer ist der \"F\u00f6deration der demohaftierter RAF-H\u00e4ftlinge. kratischen Arbeitervereine e. V.\", der andere den \"Fortschrittlich-Demokratischen Arbeitervereinen Kurdistans\" angeschlossen. Die Mitglieder der beiden Dachorganisationen werden insgesamt auf etwa Iraner 380, die der beiden Celler Vereine auf zuDie Aktivit\u00e4ten iranischer Extremisten sammen etwa 80 gesch\u00e4tzt. haben im Vergleich zum vorangegangenen Berichtszeitraum weiter nachgelassen. Nur wenige Mitglieder hat ein der \"F\u00f6T\u00e4tliche Auseinandersetzungen zwischen deration der Arbeitervereine aus KurdiGegnern und Anh\u00e4ngern der iranischen stan in der Bundesrepublik Deutschland Regierung unter Khomeini wie beim \u00dcbere. V.\" (KOMKAR) angeschlossener Verfall auf ein Studenteheim in Mainz im ein in Northeim. Diesem orthodox-komApril 1982 wiederholten sich in dem Ma\u00dfe munistisch ausgerichteten Verband wernicht. In Anbetracht der gefestigten inden bundesweit etwa 650 Mitglieder zugenenpolitischen Lage im Iran scheint die rechnet. Dem Verband geh\u00f6ren \u00fcberwieOpposition resigniert zu haben. Hinzu gend t\u00fcrkische Kurden an; sie treten f\u00fcr kommen Unterdr\u00fcckung und Ausschaleinen f\u00f6rderativen t\u00fcrkisch-kurdischen tung jeglicher Opposition; so wurde die Staat ein. orthodox-kommunistische TUDEH-ParIn G\u00f6ttingen unterhalten zwei weitere tei 1983 aufgel\u00f6st; sie hatte den Sturz des orthodox-kommunistische KurdenorganiSchah-Regimes mitgetragen und wurde insationen, die \"Vereinigung der Studenten soweit von Khomeini akzeptiert, der seiKurdistans im Ausland\" (AKSA) und die nen fr\u00fcheren B\u00fcndnispartner jedoch fal\"Vereinigung der kurdischen Studenten in lenlie\u00df, als er ihn nicht mehr brauchte. Europa\" (KSSE), St\u00fctzpunkte. Die MitAuch im studentischen Bereich hat die gliederzahl beider Dachorganisationen Opposition gegen die iranische Regierung wird auf Bundesebene auf etwa 300 genachgelassen. So ist etwa die der \"Neuen sch\u00e4tzt. In G\u00f6ttingen gibt es nur wenige Linken\" zuzurechnende \"Confederation Mitglieder. Iranischer Studenten - National Union\" 117","Ausl\u00e4nderextremismus (CISNU), die in der Bundesrepublik zur Zeit der Regierung des Schahs eine gro\u00dfe Rolle im Widerstand spielte, fast zur Bedeutungslosigkeit abgesunken. Anh\u00e4nger der iranischen Regierung Seit der Aufl\u00f6sung der TUDEH-Partei -WAwird die Politik der iranischen Regierung unter Khomeini nur noch von der \"United Islamic Students Association\" (U.I.S.A.), der Studentenorganisation der herrschenden \"Iranischen Revolutions-Partei\" (IRP), unterst\u00fctzt. Nach der schweren Auseinandersetzung zwischen Anh\u00e4ngern der U.I.S.A. und Gegnern der iranischen Soiidarit\u00e4f mit der Tudeh Partei Regierung am 24. April 1982 in Mainz tritt die U.I.S.A. - anscheinend auch auf Irans ist Soiidarit\u00e4f mit der Weisung der iranischen F\u00fchrung - wesentlich zur\u00fcckhaltender auf. Auch in iranischen Revolution Niedersachsen wurden keine aufsehenerregenden politischen Aktionen festgestellt. Gegner der iranischen Regierung Nationalistische Organisationen sind in Niedersachsen in Form von Untergliederungen monarchistischer Organisationen vertreten; sie haben sich in der \"Vereinigung iranischer Monarchisten Deutschland\" zusammengeschlossen. Herausragende Aktionen fanden bisher nicht statt. Die Aktivit\u00e4ten linksextremistischer Organisationen haben im Berichtszeitraum in Niedersachsen ebenfalls nachgelassen. Die TUDEH-Partei bem\u00fcht sich nach K*+t* der Verhaftung f\u00fchrender Funktion\u00e4re im Zuge des Verbots um den personellen und organisatorischen Wiederaufbau. Sie erh\u00e4lt in materieller und organisatorischer Hinsicht Unterst\u00fctzung durch ihre deutsche Schwesterpartei DKP. Sie trat jedoch 118","nicht mit auff\u00e4lligen Aktionen an die \u00d6fgen m\u00fcssen Anschl\u00e4ge pal\u00e4stinensischer fentlichkeit. Splittergruppen auf israelische B\u00fcrger und Bei einer Besetzung des B\u00fcros \"Iran Einrichtungen weiterhin bef\u00fcrchtet werAir\" am 26. April 1984 in Frankfurt/ den. Eine weitere Gef\u00e4hrdung besteht in Main wurde ein Angeh\u00f6riger der Gruppe m\u00f6glichen Anschl\u00e4gen reisender \"staat\"Volksfedayin\" (Minderheit) aus G\u00f6ttinsterroristischer\" Aktionsgruppen, vor algen festgenommen; er war seit 1981 wielem aus Syrien und Libyen. derholt als aggressiver Gegner der iraniIn Niedersachsen gibt es St\u00fctzpunkte schen Regierung unter Khomeini in Erextremistischer arabischer Organisationen scheinung getreten. \"Volksfedayin\" (Minin Braunschweig, Clausthal-Zellerfeld, derheit) ist als Gruppe der \"Neuen LinG\u00f6ttingen, Hannover, Oldenburg, Salzken\" einzustufen, \"Volksfedayin\" (Mehrgitter und Wolfsburg. Mitgliederzahlen heit) ist orthodox-kommunistisch. sind nicht n\u00e4her bekannt. Im wesentlichen Die \"Moslemischen Studentenvereinihandelt es sich um die Gruppen islamischgungen\" (MSV), die von der islamischextremistische \"Muslimbruderschaft\", fundamentalistisch und marxistisch geFATAH, PSV, PAV und Sozialrevolutiopr\u00e4gten \"Organisation der Volksmojahen\u00e4r-nationalistische \"Generalunion arabidin Iran\" beeinflu\u00dft werden, sind weiterscher Studenten in der Bundesrepublik hin in Niedersachsen vertreten, gr\u00f6\u00dfere Deutschland und West-Berlin\" - GUAS . Aktionen fanden nicht statt. Sonstige Araber Ausl\u00e4nder Die Lage der arabischen Extremisten ist Sonstige extremistische Ausl\u00e4nderorgagekennzeichnet durch die Zersplitterung nisationen in Niedersachsen vertreten die der Organisationen in ideologischer, ethRichtung der orthodox-kommunistischen nischer und glaubensm\u00e4\u00dfiger Hinsicht. Parteien Griechenlands, Spaniens, PortuDie ideologische Zerrissenheit wird besongals und Italiens und der Sozialrevolutioders bei der \"Pal\u00e4stinensischen Befrein\u00e4ren \"Pakistanischen Volkspartei\" ungsbewegung\" (PLO) deutlich; sie ist (PPP). Die \"Kommunistische Partei Griedurch Richtungsk\u00e4mpfe gel\u00e4hmt und gechenlands (KKE-Ausland)\" sowie die spalten. Infolgedessen sind auch die Akti\"Kommunistische Partei Spaniens\" (PCE) vit\u00e4ten der von ihr beeinflu\u00dften Organisahaben sich an mehreren Aktionen der tionen \"Pal\u00e4stinensischer Studentenver\"Friedensbewegung\" beteiligt bzw. dazu band in der Bundesrepublik Deutschland aufgerufen. Auf kommunalem Gebiet beund West-Berlin\" (PSV) und \"Pal\u00e4stinenm\u00fcht sich die PCE um die Bildung von sischer Arbeiterverband in der BundesreAusl\u00e4nderbeir\u00e4ten. publik Deutschland und West-Berlin\" (PAV) fast zum Erliegen gekommen. Zur Zeit geht von den in der PLO zusammengeschlossenen Gruppierungen keine akute Gefahr f\u00fcr die innere Sicherheit in der Bundesrepublik Deutschland und im Lande Niedersachsen aus. Dage119","Spionageabwehr Allgemeine Feststellungen Die Nachrichtendienste der Ostblocksch\u00e4ftsreisen, Besuche von Messen und staaten betreiben nach wie vor in der Bunvon Verwandten. Vor allem die DDR desrepublik Deutschland in erheblichem stellt sicher, da\u00df die StaatssicherheitsorgaUmfang Spionage. Vor allem sind auch ne alle mit Besuchen zusammenh\u00e4ngende Einrichtungen und Personen aus Niederbeh\u00f6rdliche Schreiben zur Kenntnis erhalsachsen Angriffsziele. Das h\u00e4ngt damit ten; dazu geh\u00f6ren der Antrag auf Erteizusammen, da\u00df in Niedersachsen viele lung der Aufenthaltsgenehmigung und die Streitkr\u00e4fte der NATO und der BundesAnmeldung bei der \u00f6rtlichen Polizeiwehr stationiert sind. Hinzu kommt die dienststelle. Grenze zur DDR. Ein weiteres Mittel der Anbahnung ist die Haupttr\u00e4ger der erkannten Spionaget\u00e4Herstellung von Briefkontakten, die vor tigkeiten des Ostblocks sind die Nachrichallem am Anfang unverf\u00e4nglich wirken. tendienste der DDR. Sie interessierten sich Im einzelnen gehen die Werbungsmef\u00fcr nahezu alle Bereiche des gesellschaftlithoden kommunistischer Nachrichtenchen Lebens, daneben auch f\u00fcr eine gro\u00dfe dienste von Versprechungen bis zur AusZahl von Einzelpersonen. \u00fcbung massiven Drucks, z. B. bei provoDie F\u00fchrung der Ostblockstaaten erzierten Verkehrsunf\u00e4llen. wartet von den Nachrichtendiensten, da\u00df sie dazu beitragen, das System politisch zu festigen, milit\u00e4risch zu st\u00e4rken und wirtschaftlich voranzubringen. Neben der milit\u00e4rischen und der politischen Spionage richtete sich die Aufkl\u00e4rungs-T\u00e4tigkeit kommunistischer Geheimdienste auch in Niedersachsen vor allem auf wirtschaftliche und wissenschaftliche Bereiche. Kommunistische Staaten versuchen, auf diese Weise den technischen Vorsprung der westlichen Industriel\u00e4nder auszugleichen. Je erfolgreicher sie dabei vorgehen, desto mehr Forschungsund Entwicklungskosten ersparen sie der eigenen Industrie. Die Methoden der Werbung waren schon aus den Vorjahren bekannt. Die Geheimdienste des Ostblocks nutzten skrupellos die erleichterten M\u00f6glichkeiten Ostberlins Spionagezentrale: von Reisen in und durch den kommunistiOrganogramm der HVA schen Machtbereich aus, so z. B. Geim Ministerium f\u00fcr Staatssicherheit 120","Hauptverwaltung Aufkl\u00e4rung ( HVA ) Verbindungsstab Parteileitung im MfS KGB UUn B\u00fcro der HVA Abteilung I Sektor Abteilung 21 Abteilung V I I Referat Ministerien Wissenschaft u. Technik R\u00fcckw\u00e4rtige Dienste polit. Auswertung ISWT ) Kader Oberste Bundesbeh\u00f6rden I RD ) Abteilung I I Abteilung V I I I Abteilung V Referat R Referat Parteien - Organisationen wissensch./technische Registratur Operative Technik Finanzwesen Kirchen Auswertung Kartei -Archiv Abteilung I I I Abteilung IX Abteilung X I I I Referat Westeuropa/ Gegnerische Dienste Grundlagenforschung Grenzreferat Kraftfahrzeugwesen polit. Gremien der NATO Gegenspionage Technik Abteilung IV Abteilung X Abteilung XIV Schule der HVA Elektronik Bauwesen Milit\u00e4rische Aufkl\u00e4rung Desinformation Wissenschaft!. Ger\u00e4te (Abt XX) Abteilung V I Abteilung XI Abteilung XV Maschinen - Anlagen \u00dcbersiedlung Nordamerika Fahrzeugbau Abteilung X I I Dritte Welt Personalst\u00e4rke : etwa 1 500 Abteilungen : 2t Stand : Januar 1984","Spionageabwehr Anteile der einzelnen Nachrichtendienste (ND) an den erkannten Auftr\u00e4gen in % Nachrichtendienste * der DDR sind: Ministerium f\u00fcr Staatssicherheit (MfS) Milit\u00e4rischer Nachrichtendienst (Mil. ND) * der UdSSR sind: Komitee f\u00fcr Staatssicherheit (KGB) Hauptverwaltung Aufkl\u00e4rung (GRU) (milit\u00e4rischer ND) Erkannte Werbungen u. Werbungsversuche Anteil d. Ostblock-ND in % 122","Erkennbar gewordene sachl. Zielrichtungen der Spionage Einzelne Anteile in % Zielrichtungen * Hochschulen/wissenschaftl. Institute: Aussp\u00e4hung neuer Fertigungstechniken (Chemie, Elektronik) * Sicherheitsbeh\u00f6rden: Versuche, Bedienstete der Beh\u00f6rden der Polizei und des Verfassungsschutzes als Agenten anzuwerben * Milit\u00e4r: Erkundung mil. Objekte, Aussp\u00e4hen von Waffentechniken * Auftr\u00e4ge vorbereitender Art: Tipgewinnung (Personenabkl\u00e4rung, Objekterkundung ohne Milit\u00e4r) Werbungsanl\u00e4sse \u00f6stlicher ND Einzelne Anteile in % Erl\u00e4uterungen: * Bei den Werbungen \u00f6stlicher Nachrichtendienste anl\u00e4\u00dflich Reisen in und durch den kommunistischen Machtbereich entfallen auf die Nachrichtendienste der DDR 8 1 % . * Nachrichtendienstliche Ansprachen per Brief gehen u. a. zur\u00fcck auf - Stellengesuche von Bundesb\u00fcrgern in Zeitungen der Bundesrepublik (auch Fachpresse) - Teilnahme an Preisausschreiben, die von den \u00f6stlichen Nachrichtendiensten initiiert worden sind und als Hauptpreise vorwiegend Reisen in den \u00f6stlichen Machtbereich vorsehen. 123","Spionageabwehr Werbungsmethoden \u00f6stlicher ND Einzelne Anteile in % Beispiele zu * Versprechen von Vorteilen: Zusage finanzieller oder rechtlicher Hilfen (Straffreiheit/-erla\u00df) * T\u00e4uschung/Legende: Verschleierung oder falsche Darlegung des Ziels oder Auftraggebers (techn. Beratungsb\u00fcro) * Druck: Ausnutzen pers\u00f6nlicher Lebensumst\u00e4nde (Versagung von Einreisen), Androhung von Nachteilen f\u00fcr Verwandte im Ostblock, Drohung mit Strafverfahren bei geringf\u00fcgigen Vergehen w\u00e4hrend einer Reise Altersstruktur der von den Ostblock-ND angesprochenen Personen Einzelne Anteile in % 124","Einzelf\u00e4lle Fall 1: Berliner Hotels. Dort lernte sie zwei aufgeschlosene junge M\u00e4nner kennen. Mit eiDer Student Hans P. aus Niedersachsen nem der beiden, Walter K., verabredete erhielt 1977 einen Brief von dem ihm unsie ein Wiedersehen, das mehrere Tage bekannten DDR-B\u00fcrger Winfried. Winsp\u00e4ter stattfand. Zu einer erneuten Begegfried gab an, er sei von Verwandten des nung kam es im Herbst I98l, nachdem P., die dieser in der DDR h\u00e4ufiger besucht Gerda in der Zwischenzeit mehrfach Reihatte, als aufgeschlossener Gespr\u00e4chssen in die DDR unternommen hatte, ohne partner empfohlen worden. Es kam ein Walter zu treffen. Zwischen beiden entreger Briefwechsel \u00fcber studentische und stand eine engere Beziehung. Walter verallgemeine gesellschaftspolitische Fragen schaffte ihr einen DDR-Personalausweis, zustande. um, wie er behauptete, gemeinsame HoEines Tages lud Winfried den P. in die tel\u00fcbernachtungen zu erleichtern. Der DDR ein. Bei einem geselligen BeisamAusweis war mit Gerdas Pa\u00dfbild versemensein stellte er einen Freund Werner hen, aber auf einen anderen Namen ausvor. Werner interessierte sich f\u00fcr die Stugestellt. dienrichtung und die Berufsw\u00fcnsche des P. Dieser sagt, er suche eine Position im Mit Wissen des Walter f\u00fchrte Gerda \u00f6ffentlichen Dienst. Werner zeigte sich an sp\u00e4ter illegal gr\u00f6\u00dfere DM-Betr\u00e4ge in die einem Erfahrungsaustausch interessiert DDR ein. und bot an, k\u00fcnftig die Reisekosten zu Im Sommer 1983 lie\u00df Walter seine wah\u00fcbernehmen. ren Absichten erkennen. Er verlangte von Gerda Informationen \u00fcber ihre dienstliche Als P. sein Studium beendet hatte, wurT\u00e4tigkeit. Dabei drohte er beh\u00f6rdliche de Werner deutlich. Er stellte einen hohen Unannehmlichkeiten an. Gerda kam dem Geldbetrag in Aussicht f\u00fcr den Fall, da\u00df Ansinnen nicht nach. es P. gelinge, in einem nachgeordneten Bereich des Bundesverteidigungsministeriums t\u00e4tig zu werden. P. offenbarte sich Fall 3: daraufhin den Sicherheitsbeh\u00f6rden in der Der Diplom-Ingenieur Hermann H. gab Bundesrepublik Deutschland. Nachdem nach Beendigung seines Studiums eine er den Einladungen in die DDR nicht Stellenanzeige auf. Drei Wochen sp\u00e4ter mehr folgte, drohte Werner ihm, er w\u00fcrde lud ihn ein \"Wirtschaftsberatungsb\u00fcro\" dem Dienstherrn des P. eine Information nach Ost-Berlin ein. Es sagte die Erstat\u00fcber die jahrelangen Kontakte zuspielen. tung notwendiger Auslagen und Spesen Die Drohung blieb wirkungslos, da P. sich zu. rechtzeitig offenbart hatte. In einem Ost-Berliner Hotel empfingen zwei Vertreter des \"WirtschaftsberatungsFall 2: b\u00fcros\" H. und bewirteten ihn. H. deutete Gerda L., eine junge Kommunalbeamim Gespr\u00e4ch an, er wolle in einer Mineraltin, reiste im Fr\u00fchjahr 1980 zur Regelung \u00f6lfirma t\u00e4tig werden. Daraufhin baten seieiner Erbschaftsangelegenheit in die N\u00e4he ne Gespr\u00e4chspartner ihn, zum Zweck eiOst-Berlins. Den Abend verbrachte sie mit ner Marktanalyse Informationen \u00fcber ihrer Cousine an der Bar eines gro\u00dfen OstStruktur, Bilanzen und Planungen gro\u00dfer 125","Spionageabwehr Mineral\u00f6lfirmen in der Bundesrepublik W. offenbarte sich nach seiner R\u00fcckDeutschland gegen Honorar zu beschafkehr den westdeutschen Sicherheitsbeh\u00f6rfen. H. sagte dies zu, zumal er die Inforden. mationen offen erhalten konnte. Nachdem H. von der Tochtergesellschaft eines gro\u00dfen Petrochemie-KonFall 5: zerns eingestellt worden war, interessierDer Kaufman P. betrieb in Niedersachten sich seine Gespr\u00e4chspartner bei weitesen ein Fachgesch\u00e4ft f\u00fcr Elektronikteile. ren Zusammenk\u00fcnften f\u00fcr den t\u00e4glichen Es fiel in Konkurs; seitdem war P. arbeitsArbeitsablauf des H.; sie forderten ihn los. Bei ihm meldete sich eines Tages ein auf, alle ihm zug\u00e4nglichen Unterlagen zu anonymer Anrufer. Unter Hinweis auf beschaffen, auch vertrauliche interne Proseine berufliche Lage fragte er P., ob er tokolle aus dem Gesch\u00e4ftsund PersonalInteresse an einer Reise nach Moskau bereich. habe. Er stellte vorteilhafte Gesch\u00e4ftsabH. offenbarte dies den Sicherheitsbeschl\u00fcsse in Aussicht. h\u00f6rden. Er legte glaubhaft dar, nur zum P. ging auf das Angebot ein. In einem Schein auf die Bitten seiner Gespr\u00e4chMoskauer Hotel meldete sich bei ihm ein spartner eingegangen zu sein. Die OffenGregor V. und lud ihn zum Essen ein. Zubarung f\u00fchrte dazu, da\u00df Mitarbeiter des n\u00e4chst \u00fcbergab er P. einen gr\u00f6\u00dferen GeldMinisteriums f\u00fcr Staatssicherheit enttarnt betrag, den er als Ersatz der bisherigen werden konnten. Reisekosten bezeichnete. Alsdann forderte er P. auf, in der Bundesrepublik Deutschland bestimmte elektronische GeFall 4: r\u00e4te zu beschaffen und sich anschlie\u00dfend \u00fcber eine Telefonnummer in Ost-Berlin zu Der Mitarbeiter W. eines westdeutschen melden. P. kam diesem Ansinnen nicht Wirtschaftsbetriebes wurde bei einem Benach, sondern offenbarte sich der Spionasuch in der DDR von Verwandten darauf geabwehr beim Verfassungsschutz. aufmerksam gemacht, da\u00df ein \"Sportkamerad\" sich f\u00fcr bestimmte in der westdeutschen Wirtschaft angewandte Probleml\u00f6sungen interessiere; er sei Leiter der Projektgruppe \"Rationalisierung und Effektivierung\" in einem Gro\u00dfbetrieb der DDR. Am n\u00e4chsten Tag fand ein Gespr\u00e4ch in einem nahegelegenen Hotel statt. Dabei fiel W. auf, da\u00df der Gespr\u00e4chspartner bereits Informationen \u00fcber Firma und Arbeitsgebiet des W. hatte. Dennoch sagte er aus Furcht, bei der Ausreise Schwierigkeiten zu bekommen, ein weiteres Gespr\u00e4ch zu. Nunmehr verlangte der Gespr\u00e4chspartner Ausk\u00fcnfte \u00fcber Verfahrensabl\u00e4ufe, Me\u00dfund Regeltechnik sowie \u00fcber Analyseverfahren. Er vereinbarte mit W. dar\u00fcberhinaus ein weiteres Zusammentreffen. 126","Ge\u00f6ffneter Container / nach Bet\u00e4tigung des versteckten Schlie\u00dfmechanismus * *r. Dieses Infrarot-Lichtsprechger\u00e4t ist eine neue Entwicklung des Ministeriums f\u00fcr Staatssicherheit (Mfi) der DDR. Es wird von MfS-Agenten aus der Bundesrepublik benutzt, um nahezu abh\u00f6rsicher \u00fcber Mikrofon gesprochene Informationen aufInfrarot-Lichtstrahl zurjeweiligen MfS-F\u00fchrungsstelle zu \u00fcbertragen (Reichweite ca. 3-4 km/geeignet z. B.f\u00fcr \u00dcbertragungen \u00fcber die Grenze zur DDR.) t Fertig montiertes InfrarotLichtsprechger\u00e4t mit Sendeund Empfangseinrichtung Sitzhocker mit nachrichtendienstlichem Versteck (Container) 127","Geheim' und Sabotageschutz Allgemeines Die von der Spionageabwehr gewonnesonen, denen geheimhaltungsbed\u00fcrftiges nen Erkenntnisse und Erfahrungen zeiWissen anvertraut wird, m\u00fcssen \u00fcberpr\u00fcft gen, da\u00df es nicht allein gen\u00fcgen kann, auf werden. Wer dann Zugang zu sicherheitsdie Spionageangriffe gegnerischer Nachempfindlichen Bereichen erh\u00e4lt, mu\u00df wisrichtendienste zu reagieren. Das Anliegen sen, welche Gefahren durch Spionage droder Sicherheitsbeh\u00f6rden mu\u00df es vielmehr hen. Er mu\u00df lernen, wie man Spionage sein, das Eindringen von Agenten in verhindert. Zu diesem Zweck sind VorBeh\u00f6rden und Wirtschaftsunternehmen zu schriften erlassen worden. verhindern, in denen geheimzuhaltende In allen diesen Bereichen mu\u00df der VerAngelegenheiten bearbeitet werden. Dazu fassungsschutz mitwirken. Geheimund reichen technische SicherheitsvorkehrunSabotageschutz sind eine gesetzliche Aufgen (wie z. B. Panzerschr\u00e4nke, Kontrollgabe nach SS 3 Abs. 2 des Nieders\u00e4chsieinrichtungen, Schlie\u00dfanlagen, Z\u00e4une und schen Verfassungsschutzgesetzes. Alarmsysteme) alleine nicht aus. Die PerGeheimschutz Geheimschutz ist vorbeugende Spionadie Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungen durch, die geabwehr. Ohne Kenntnis von Schwergew\u00e4hrleisten sollen, da\u00df nur zuverl\u00e4ssipunkten und Methodik gegnerischer Spioges Personal Zugang zu geheimhaltungsnaget\u00e4tigkeit sowie der Art und Weise, bed\u00fcrftigen Angelegenheiten bekommt. Agenten f\u00fcr diese Zwecke anzuwerben Diese Mitwirkung erstreckt sich auch auf und gezielt einzusetzen, kann ein wirksaden Bereich der freien Wirtschaft, wenn mer Geheimschutz nicht aufgebaut werund soweit geheimhaltungsbed\u00fcrftige den. Forschungs-, Entwicklungsund FertiIn Niedersachsen hat die Landesregiegungsauftr\u00e4ge zu vergeben sind, z. B. in rung Ende 1982 eine neue Verschlu\u00dfsaR\u00fcstungsangelegenheiten. In diesen F\u00e4lchenanweisung (VSA) in Kraft gesetzt. len werden Wirtschaftsunternehmen, ForDiese allgemeine Verwaltungsvorschrift schungseinrichtungen, K\u00f6rperschaften enth\u00e4lt u. a. Regelungen zur Einstufung, oder Einzelpersonen, die mit geheimhalHerstellung und Kennzeichnung von Vertungsbed\u00fcrftigen Auftr\u00e4gen betraut werschlu\u00dfsachen sowie ihrer gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfiden sollen, entsprechend \u00fcberpr\u00fcft und gen Behandlung und Aufbewahrung. erm\u00e4chtigt. Gegenw\u00e4rtig wird auf BunIm Rahmen der Durchf\u00fchrung dieser desund L\u00e4nderebene ein verbessertes GeVerschlu\u00dfsachenanweisung hat auch die heimschutzverfahren beraten, das in neue nieders\u00e4chsische Verfassungsschutzbeh\u00f6rSicherheitsrichtlinien und ein neues Handde wichtige und umfassende Mitwirkungsbuch f\u00fcr den Geheimschutz in der Wirtaufgaben. So ber\u00e4t sie u. a. Dienststellen, schaft gefa\u00dft werden soll. die Verschlu\u00dfsachen zu verwalten und zu Dem vorbeugenden Charakter des Gesichern haben, in allen Fragen der sachgeheimschutzes dient auch die Beratungst\u00e4rechten Handhabung. Au\u00dferdem f\u00fchrt sie tigkeit und Geheimschutzschulung. Die 128","zur Bearbeitung von Verschlu\u00dfsachen erachtenden Vorschriften erinnert werden; m\u00e4chtigten Personen werden in regelm\u00e4es soll verhindert werden, da\u00df routinem\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden durch Filme, Plakate, \u00dfiges Umgehen mit Verschlu\u00dfsachen \"beBrosch\u00fcren, Belehrungen und pers\u00f6nliche triebsblind\" macht gegen Gefahren der Gespr\u00e4che auf Methoden und ZielrichtunSpionaget\u00e4tigkeit. In der Praxis hat sich gen der gegnerischen Spionage hingewiegezeigt, da\u00df der beste Geheimschutz darin sen. Sie sollen dadurch immer wieder in besteht, bei allen Betroffenen ein ausgeihrer t\u00e4glichen Arbeit an die im Interesse pr\u00e4gtes Sicherheitsbewu\u00dftsein zu wecken eines wirksamen Geheimschutzes zu beund aufrechtzuerhalten. Sabotageschutz Sabotage zielt auf Vernichtung oder diensten mit der Vorbereitung von SaboFunktionsst\u00f6rung gemeinschaftsbezogetagema\u00dfnahmen befa\u00dft und treffen schon ner Einrichtungen. Als ein dichtbesiedeljetzt umfassende Sabotagevorbereitungen tes und technisch hochentwickeltes Induin personeller und materieller Hinsicht. strieland bietet die Bundesrepublik Obwohl in Bund und L\u00e4ndern der Deutschland vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Grundsatz unbestritten ist, da\u00df die WirtSabotageakte. Dies gilt auch f\u00fcr Niederschaft ihre Produktionsund Betriebsst\u00e4tsachsen. Hier k\u00f6nnen Sabotageakte gegen ten eigenverantwortlich zu sichern hat, beVersorgungseinrichtungen f\u00fcr Erd\u00f6l, Erdsteht seitens des Staates eine gesetzliche gas, Elektrizit\u00e4t oder Wasser, gegen das Verpflichtung, gef\u00e4hrdete Unternehmen Verkehrs-oder Fernmeldenetz zu schwerdes lebensoder verteidigungswichtigen wiegenden Folgen f\u00fcr die Wirtschaft und Bereiches zu beraten. Er kann dabei auf zu Katastrophen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung f\u00fchErkenntnisse und Erfahrungen zur\u00fcckren. greifen, die zust\u00e4ndige Stellen - vor alVorbeugende Ma\u00dfnahmen zum Schutz lem Polizei und Verfassungsschutz - aufvor Sabotage geh\u00f6ren heute zur staatligrund der Auswertung von Sabotagechen Daseinsvorsorge f\u00fcr die Bev\u00f6lkehandlungen gewonnen haben. In der Rerung. Sie k\u00f6nnen nicht erst in Spannungsgel k\u00f6nnen den betroffenen Betrieben zeiten eingeleitet werden, denn sie sollen Wege aufgezeigt werden, Sicherungsanladie lebenswichtigen Bed\u00fcrfnisse der Begen einzurichten oder bestehende Vorrichv\u00f6lkerung sichern und zur Einsatzbereittungen zu verbessern. schaft der Streitkr\u00e4fte beitragen. So hat die beim Nieders\u00e4chsischen MiDie Vorbereitungen von Sabotagema\u00dfnister des Innern 1980 eingerichtete Beranahmen durch gegnerische Nachrichtentungsstelle f\u00fcr den vorbeugenden Sabotadienste entsprechen den langfristigen strageschutz Schwachstellenanalysen erstellt, tegischen Absichten der Warschauerum die in Frage kommenden Betriebe und Pakt-Staaten. Sabotageakte von dieser Dienststellen auf besonders sicherheitsSeite haben also vornehmlich milit\u00e4rische empfindliche und damit sabotagegef\u00e4hrGr\u00fcnde; sie sollen dar\u00fcber hinaus die Zidete Bereiche in lebensoder verteidivilbev\u00f6lkerung einsch\u00fcchtern und verungungswichtigen Einrichtungen hinzuweisichern. Besondere Organisationsheiten sen und Verbesserungsvorschl\u00e4ge zu deren sind in allen gegnerischen NachrichtenSicherung abzugeben. 129","Einstellungen In den \u00f6ffentlichen Dienst Die gesetzlich geregelte Beteiligung der mitgeteilt. Hiervon wurden bisher 140 Benieders\u00e4chsischen Verfassungsschutzbewerber endg\u00fcltig abgelehnt. 95 zogen ihre h\u00f6rde vor der Einstellung von Bewerbern Bewerbung zur\u00fcck. in den \u00f6ffentlichen Dienst (SS 3 Abs. 3 78 Bewerber, deren Einstellung abgeNieders. Verfassungsschutzgesetz) orienlehnt worden ist, haben dagegen geklagt. tiert sich an der inzwischen durch eine Acht von ihnen haben sowohl VerwalVielzahl von Entscheidungen gefestigten tungswie Arbeitsgerichte angerufen. Rechtsprechung der obersten Gerichte. Zwei Bewerber haben wegen \u00c4nderungen F\u00fcr die Einstellungspraxis gelten danach der Laufbahnvorschriften jeweils zwei u. a. die Grunds\u00e4tze: Verwaltungsstreitverfahren gef\u00fchrt. Ins- - Den Einstellungsbeh\u00f6rden werden nur gesamt wurden also 86 Einstellungsklagen solche Erkenntnisse mitgeteilt, die vor erhoben. Nach den vorliegenden UnterlaGericht beweisbar sind. gen wurden bis Ende 1984 72 Verfahren - Diese Erkenntnisse m\u00fcssen f\u00fcr sich rechtskr\u00e4ftig abgeschlossen. Nur in 12 oder in ihrer Gesamtheit von solchem F\u00e4llen entschieden die Gerichte gegen die Gewicht sein, da\u00df sie Zweifel an der Einstellungsbeh\u00f6rden. Verfassungstreue begr\u00fcnden k\u00f6nnen. - Liegen sie l\u00e4nger als drei Jahre zur\u00fcck, wird in der Regel von einer Mitteilung abgesehen. - \"Jugends\u00fcnden\" werden nicht weitergegeben. - Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde leitet bei einer Anfrage keine neuen Ermittlungen ein, sondern st\u00fctzt sich ausschlie\u00dflich auf vorhandene Unterlagen. - Bei Bewerbern f\u00fcr einfache und mittlere Funktionen wird beim Verfassungsschutz nicht angefragt; Ausnahmen gelten f\u00fcr bestimmte Sicherheitsbereiche. Seit 1972 wurden bis Ende 1984 in Niedersachsen insgesamt 135.894 Anfragen gepr\u00fcft, in 694 F\u00e4llen wurden Bedenken 130","DienstpflichtVerletzungen Verfassungstreue ist nicht nur Einstellungsvoraussetzung, sondern auch Dienstpflicht aller \u00f6ffentlich Bediensteten. Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde wird daher auch bei disziplinar-oder arbeitsrechtlichen Vorermittlungen in Anspruch genommen, wenn verfassungsfeindliche Aktivit\u00e4ten einen Pflichtenversto\u00df m\u00f6glich erscheinen lassen. Auch hier werden ausschlie\u00dflich bereits vorhandene und beweisbare Erkenntnisse \u00fcber Handlungen weitergegeben, die den Verdacht begr\u00fcnden k\u00f6nnen, da\u00df der \u00f6ffentlich Bedienstete sich nicht durch sein gesamtes Verhalten zu der freiheitlichen demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes bekennt und f\u00fcr deren Erhaltung eintritt. Auch in diesem Bereich ist der Rechtsweg er\u00f6ffnet. Insgesamt war die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde seit 1972 in 260 Verfahren beteiligt. 54 Bedienstete (30 Beamte und 24 Angestellte) mu\u00dften nach zum Teil langj\u00e4hrigen Verfahren aus dem Dienst ausscheiden. 131","Extremisten und \u00f6ffentlicher Dienst Mitwirkung des Verfassungsschutzes bei Einstellungen in den \u00f6ffentlichen Dienst (SS 3 Abs. 3 Nieders\u00e4chsisches Verfassungsschutzgesetz) Bewerbung Bewerbung Bewerbung Bewerbung A B C D Einstellungsbeh\u00f6rde pr\u00fcft fachl. Geeignetheit VerfassungsschutzNADIS Abteilung des Bewerbung Anfrage Innenministeriums C IZrD Antwort Erkenntnisse Erkenntnisse (nur: Az) Beiziehung der Akten Mitteilung: Erkenntnisse Erkenntnisse \"keine Erkenntnisse\" unerheblich erheblich Die Einstellungsbeh\u00f6rde pr\u00fcft alle Bewerbungen und entscheidet sich f\u00fcr den geeignetsten Kandidaten. Nur zu dieser Person wird dann bei der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde angefragt. Diese befragt NADIS, das \"Nachrichtendienstliche Informationssystem\" der Verfassungsschutzbeh\u00f6rden des Bundes und der L\u00e4nder. Im NADIS sind nur die wichtigsten Personendaten einer Person (Name, Vorname, Geburtsdatum pp.) sowie die entsprechenden Aktenzeichen gespeichert. In den meisten F\u00e4llen liegen keine Erkenntnisse \u00fcber den betreffenden Bewerber vor. Dann erh\u00e4lt die anfragende Dienststelle entsprechende Mitteilung und stellt den Kandidaten ein. Verweist NADIS auf Vorg\u00e4nge, werden diese angefordert und gepr\u00fcft. Unerhebliche Erkenntnisse bleiben unber\u00fccksichtigt; der Bewerber kann ebenfalls eingestellt werden. Damit sind mehr als 99% aller Anfragen positiv f\u00fcr die Bewerber erledigt. 132","erhebliche Mitteilung Einstellungsbeh\u00f6rde Erkenntnisse Anh\u00f6rkommission Beschlu\u00df: Anh\u00f6rung Anh\u00f6rung Mitteilung an Bewerber + Erkenntnisse Zweifel ausger\u00e4umt Zweifel bleiben J Einstellung Ablehnung ^ Rechtsweg Wenn gewichtige und gerichtsverwertbare Erkenntnisse vorhanden sind, die ernsthafte Zweifel an der k\u00fcnftigen Verfassungstreue des Bewerbers begr\u00fcnden, ergeht eine detaillierte Mitteilung an die Einstellungsbeh\u00f6rde. Der Bewerber wird dar\u00fcber unterrichtet. Die Einstellungsbeh\u00f6rde entscheidet nicht selbst, sondern ruft die Interministerielle Anh\u00f6rkommission an. Die Mitglieder dieser Kommission sind h\u00f6here Beamte verschiedener Ministerien. Die Kommission ist mit richterlicher Unabh\u00e4ngigkeit ausgestattet. Sie pr\u00fcft die Akten und l\u00e4dt den Bewerber ggf. zu einer pers\u00f6nlichen Er\u00f6rterung. Ein Rechtsbeistand ist zugelassen. In einer ausf\u00fchrlichen schriftlichen Entscheidung begr\u00fcndet die Kommission schlie\u00dflich, ob der Bewerber ungeachtet der urspr\u00fcnglichen Zweifel eingestellt werden kann oder wegen fortbestehender Zweifel an der Verfassungstreue abgelehnt werden mu\u00df. Nunmehr steht dem Betroffenen noch der Weg zu den Verwaltungsgerichten offen. 133","Verfassungsschutz durch Aufkl\u00e4rung Der gesetzliche Auftrag und die T\u00e4tigauf junge Menschen Anziehungskraft hakeit des Verfassungsschutzes sind in den ben. letzten Jahren zunehmend in die \u00f6ffentliAus diesen Gr\u00fcnden hat die St\u00e4ndige che Diskussion geraten. Eine sachliche Konferenz der Innenminister und -SenatoAuseinandersetzung \u00fcber diese Themen ren des Bundes und der L\u00e4nder schon vor ist in einem demokratischen Rechtsstaat einigen Jahren beschlossen, die Bem\u00fchunlegitim und sogar erw\u00fcnscht. Der Verfasgen um entsprechende Unterrichtung der sungsschutz mu\u00df sich, wie jede andere Be\u00d6ffentlichkeit (Verfassungsschutz durch h\u00f6rde auch, sachlicher Kritik stellen. SoAufkl\u00e4rung) zu verst\u00e4rken und daf\u00fcr eigeweit Geheimhaltung nicht zwingend gebone Organisationseinheiten bei den Verfasten ist, sollte die Arbeit des Verfassungssungsschutzbeh\u00f6rden zu errichten. In Nieschutzes so transparent wie m\u00f6glich gedersachsen ist von jeher gro\u00dfes Gewicht macht werden. Allerdings hat auch eine auf die Erf\u00fcllung dieser Aufgabe gelegt zunehmende, zum Teil gezielt und systeworden. Auch im Berichtszeitraum haben matisch betriebene Polemik manche B\u00fcrMitarbeiter des Verfassungsschutzes in ger, gerade auch solche der j\u00fcngeren Gezahlreichen Vortr\u00e4gen, Diskussions Veranneration, verunsichert. Hier fehlt es h\u00e4ustaltungen und Seminaren einige tausend fig an den notwendigen Informationen, Zuh\u00f6rer \u00fcber Notwendigkeit, gesetzlichen um sachliche Kritik von irref\u00fchrender Auftrag und Arbeit des VerfassungsschutAgitation unterscheiden zu k\u00f6nnen. Auch zes sowie \u00fcber die Ideologien und die verdie konkreten geschichtlichen Erfahrunfassungsfeindlichen Zielsetzungen des gen aus der Weimarer Republik, der naRechtsund Linksextremismus infortionalsozialistischen Diktatur und den ermiert. Im Vordergrund stand dabei das sten Jahren nach dem Zusammenbruch Bestreben, junge Menschen (in Schulen, von 1945, die zum Prinzip der \"wehrhafAusbildungsst\u00e4tten und Einrichtungen f\u00fcr ten Demokratie\" im Grundgesetz und dastaatsb\u00fcrgerliche Bildung) und wichtige mit auch zur Einf\u00fchrung des VerfassungsMultiplikatoren (u. a. Ausbildende und schutzes gef\u00fchrt haben, sind der j\u00fcngeren F\u00fchrungskr\u00e4fte) zu erreichen. Generation inzwischen weitgehend unbekannt. Dies ist nach den Erkenntnissen soziologischer Untersuchungen einer der gewichtigsten Gr\u00fcnde daf\u00fcr, da\u00df die demokratiefeindlichen Weltbilder linksund rechtsextremistischer Ideologien gerade 134"],"title":"Verfassungsschutzbericht 1984","year":1984}
