{"file_url":"https://verfassungsschutzberichte.de/pdfs/vsbericht-by-2003.pdf","jurisdiction":"Bayern","num_pages":260,"pages":["Bayerisches Staatsministerium des Innern G S U N S S Z F A T E R H U T V SC CH R I E B 00 3 2","VERFASSUNGSSCHUTZ BERICHT 20 B AY E R N 03 Bayerisches Staatsministerium des Innern","r islamisch motivierte Terrorismus hat weltweit im Jahr 2003 mehrere hundert Todesopfer und Tausende Verletzten gefordert. Genaue Zahlen liegen uns hierzu nicht vor. Allein die in diesem Verfassungsutzbericht genannten Anschl\u00e4ge, die in besonderer Weise das \u00f6ffentliche Interesse in Deutschland den, haben mehr als 160 Menschen das Leben gekostet. Die nahezu t\u00e4glichen, zu einem gro\u00dfen Teil h islamistisch motivierten Anschl\u00e4ge mit ihren Opfern im Irak und in Afghanistan sowie in anderen enregionen sind in dieser Zahl noch nicht enthalten. Angesichts dieser Bedrohung zeigt der Bericht eut die einzelnen islamisch-fundamentalistischen Organisationen und das von ihnen ausgehende waltpotenzial auf. Festnahmen islamistischer Gewaltt\u00e4ter und Verurteilungen einzelner Angeh\u00f6riger oristischer Organisationen sind das \u00e4u\u00dfere Zeichen intensiver Bem\u00fchungen aller Sicherheitsbeh\u00f6rden in tschland, unser Land vor Terrorakten zu sch\u00fctzen. Angesichts der menschenverachtenden Einstellung mischer Fundamentalisten, denen weder das Leben des Opfers noch das eigene Leben etwas wert ist, m\u00f6gen wir aber keine Garantie daf\u00fcr abzugeben, dass Deutschland und auch speziell Bayern stets vor hen Terroranschl\u00e4gen verschont bleiben. Wir k\u00f6nnen nur versichern, dass die bayerischen Sicherheits\u00f6rden alles unternehmen, was zur Verhinderung solcher Anschl\u00e4ge beitr\u00e4gt. s gilt auch f\u00fcr die Gefahren, die vom Rechtsund Linksextremismus ausgehen. Es ist das Verdienst erischer Sicherheitsbeh\u00f6rden, dass ein von skrupellosen und verblendeten Neonazis geplanter Sprengfanschlag anl\u00e4sslich der Grundsteinlegung f\u00fcr das J\u00fcdische Zentrum in M\u00fcnchen am Jahrestag der hskristallnacht abgewendet werden konnte. Es ist auch ein Erfolg bayerischer Sicherheitspolitik und der en Arbeit der bayerischen Sicherheitsbeh\u00f6rden, vor allem von Polizei und Verfassungsschutz, dass pielsweise bei der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz \u00fcber Au\u00dfenund Sicherheitspolitik diskutiert den kann, ohne dass linksextremistische Autonome dies verhindern oder der Polizei Stra\u00dfenschlachten zwingen. gabe des Bayerischen Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz ist es insbesondere, zum Schutz der freiheiten demokratischen Grundordnung, des Bestandes und der Sicherheit des Bundes und der L\u00e4nder sowie m Schutz vor Organisierter Kriminalit\u00e4t Informationen zu sammeln und die Sicherheitsbeh\u00f6rden dadurch die Lage zu versetzen, die notwendigen sicherheitsrechtlichen Entscheidungen, etwa Vereinsverbote, sammlungsverbote, polizeiliche Ermittlungen und dergleichen, zu veranlassen. Aufgabe des Bayerischen desamts f\u00fcr Verfassungsschutz und des Bayerischen Staatsministeriums des Innern ist es aber auch, die entlichkeit \u00fcber solche extremistischen und sicherheitsgef\u00e4hrdenden Bestrebungen und T\u00e4tigkeiten zu rmieren. Diese Informationspflicht folgt aus dem verfassungsrechtlichen Prinzip der wehrhaften Demoie und ist in Art. 15 des Bayerischen Verfassungsschutzgesetzes normiert. Nur der informierte und \u00fcber he Bestrebungen aufgekl\u00e4rte B\u00fcrger ist in der Lage, Entwicklungen in Politik und Gesellschaft sowie u getroffene staatliche Ma\u00dfnahmen und Entscheidungen richtig zu beurteilen. vorliegende Verfassungsschutzbericht will deshalb dem B\u00fcrger nicht nur einen \u00dcberblick \u00fcber die gkeit des Bayerischen Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz und die verschiedenartigen Kontrollmechanis- n geben, sondern - wie nun schon seit 1976 - insgesamt einen \u00dcberblick \u00fcber die vielf\u00e4ltigen extremishen Organisationen und Bestrebungen vermitteln. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der bayerischen Sicherheitsbeh\u00f6rden, insbesondere des Bayerischen desamts f\u00fcr Verfassungsschutz und der bayerischen Polizei, gilt deshalb unser besonderer Dank. Ihr Einist f\u00fcr die Sicherheit der B\u00fcrger und den Erhalt der freiheitlichen demokratischen Grundordnung in erem Staate unverzichtbar. M\u00fcnchen, im M\u00e4rz 2004 Dr. G\u00fcnther Beckstein Georg Schmid Staatsminister Staatssekret\u00e4r","1. Abschnitt Verfassungsschutz in Bayern 1. Gesetzliche Grundlagen ............................................... 12 2. Aufgaben des Verfassungsschutzes .............................. 12 3. Informationsbeschaffung ............................................. 13 4. Kontrolle ..................................................................... 14 5. \u00d6ffentlichkeitsarbeit des Verfassungsschutzes .............. 15 6. Infound Beratungstelefone ........................................ 16 2. Abschnitt Entwicklung des politischen Extremismus im Jahr 2003 1. Rechtsextremismus ...................................................... 17 2. Linksextremismus ........................................................ 19 3. Ausl\u00e4nderextremismus ................................................. 20 4. Scientology-Organisation ............................................. 21 5. Grafische Darstellungen ............................................... 22 3. Abschnitt Rechtsextremismus 1. Allgemeines ................................................................. 24 1.1 Merkmale des Rechtsextremismus ................................ 24 1.2 Entwicklung der Organisationen ................................... 25 1.3 Rechtsextremistische Gewalt ........................................ 27 2. Parteien, Organisationen und Verlage ........................... 28 2.1 Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) ........ 28 2.1.1 Ideologisch-politischer Standort ................................... 28 2.1.2 Organisation ................................................................ 34 2.1.3 Teilnahme an Wahlen .................................................. 35 2.1.4 Verbotsverfahren ......................................................... 36 2.1.5 Sonstige Aktivit\u00e4ten ..................................................... 37 2.1.5.1 Parteitage .................................................................... 37 2.1.5.2 Kundgebungen und sonstige Aktionen ........................ 38 2.1.6 Junge Nationaldemokraten (JN) .................................... 40 2.2 Deutsche Volksunion (DVU) .......................................... 42","2.2.1 Ideologisch-politischer Standort ................................... 42 2.2.2 Organisation ................................................................ 46 2.2.3 Beteiligung an Wahlen ................................................ 46 2.2.4 Gemeinsamer Landesparteitag ..................................... 47 2.3 Die Republikaner (REP) ................................................. 48 2.3.1 Ideologisch-politischer Standort ................................... 48 2.3.2 Missachtung des offiziellen Abgrenzungskurses ........... 49 2.3.3 Organisation ................................................................ 51 2.3.4 Teilnahme an Wahlen ................................................... 51 2.3.5 Aktivit\u00e4ten ................................................................... 52 2.4 B\u00fcrgerinitiative Ausl\u00e4nderstopp (BIA) ........................... 53 2.5 Deutschland-Bewegung/Friedenskomitee ..................... 54 2.6 Sonstige Organisationen .............................................. 56 2.7 Druckschriftenund Zeitungsverlag GmbH (DSZ-Verlag) 56 2.8 Nation Europa Verlag GmbH ........................................ 58 3. Organisationsunabh\u00e4ngiger Neonazismus ..................... 59 3.1 Allgemeines ................................................................. 59 3.2 Neonazi-Kameradschaften ........................................... 61 3.2.1 Fr\u00e4nkische Aktionsfront (F.A.F.) ..................................... 61 3.2.2 Kameradschaft S\u00fcd - Aktionsb\u00fcro S\u00fcddeutschland (AS) 62 3.2.3 Neonazi-Kreis um Falko Sch\u00fc\u00dfler .................................. 65 3.2.4 Bund Frankenland - Staatsb\u00fcrgerliche Runde ................ 65 3.2.5 Kameradschaft Lichtenfels ........................................... 66 3.3 Informationelle Vernetzung .......................................... 66 3.4 Aktivit\u00e4ten zum 16. Todestag von Rudolf He\u00df .............. 68 4. Skinheads .................................................................... 69 4.1 \u00dcberblick ..................................................................... 69 4.2 Politische Ausrichtung .................................................. 69 4.3 Strukturen .................................................................... 70 4.4 Anziehungskraft f\u00fcr Jugendliche .................................. 71 4.5 Skinhead-Musik und Skinhead-Magazine ..................... 73 4.6 Verbindungen rechtsextremistischer Skinheads zur NPD.. 75 4.7 Strafverfahren, Urteile und Exekutivma\u00dfnahmen ........... 75 5. Rechtsextremistisch motivierte Straftaten ...................... 78 5.1 Gewalttaten ................................................................ 78 5.2 Sonstige Straftaten ...................................................... 81 6. Revisionismus .............................................................. 83 6.1 Ziele ............................................................................. 83 6.2 Entwicklung und Tr\u00e4ger der Revisionismus-Kampagne .... 83","7. Verbindungen zum ausl\u00e4ndischen Rechtsextremismus .... 86 8. \u00dcbersicht \u00fcber erw\u00e4hnenswerte rechtsextremistische Organisationen und Verlage sowie deren wesentliche Presseerzeugnisse ........................................................ 88 4. Abschnitt Linksextremismus 1. Allgemeines ................................................................. 90 1.1 Merkmale des Linksextremismus .................................. 90 1.2 Entwicklung der Organisationen ................................... 91 1.3 Linksextremistische Gewalt ........................................... 92 2. Marxisten-Leninisten und andere revolution\u00e4re Marxisten 93 2.1 Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) ................ 94 2.1.1 Ideologische Ausrichtung ............................................. 94 2.1.2 Organisation ................................................................ 99 2.1.3 Plattformen, Arbeitsund Interessengemeinschaften .... 100 2.1.3.1 Kommunistische Plattform (KPF) ................................... 100 2.1.3.2 Marxistisches Forum (MF) ............................................. 102 2.1.4 Jugendverband ['solid] ................................................. 102 2.1.5 PDS Landesverband Bayern und seine Organisationseinheiten ................................................ 103 2.1.6 Teilnahme an Wahlen .................................................. 104 2.1.7 Kommunistischer Internationalismus ............................ 105 2.1.8 Zusammenarbeit mit anderen Linksextremisten ............. 105 2.2 Deutsche Kommunistische Partei (DKP) ........................ 106 2.2.1 Ideologische Ausrichtung ............................................. 106 2.2.2 Organisation ............................................................... 107 2.2.3 Teilnahme an Wahlen .................................................. 109 2.2.4 Internationale Verbindungen ........................................ 109 2.2.5 Umfeld der DKP ........................................................... 110 2.2.5.1 Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) .......... 110 2.2.5.2 Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) .............. 111 2.3 Linksruck-Netzwerk (Sozialistische Arbeitergruppe - SAG) ............................ 112 2.4 M\u00fcnchner B\u00fcndnis gegen Rassismus sowie B\u00fcndnis M\u00fcnchen gegen Krieg .......................... 113","2.5 Sonstige orthodoxe Kommunisten und andere revolution\u00e4re Marxisten ................................................ 114 3. Gewaltorientierte Linksextremisten .............................. 115 3.1 Autonome Gruppen ..................................................... 115 3.1.1 \u00dcberblick ..................................................................... 115 3.1.2 Ideologische Ausrichtung und Aktionsformen .............. 116 3.1.3 Strukturen ................................................................... 118 3.1.4 Informationelle Vernetzung .......................................... 119 3.1.5 Autonome Publikationen ............................................. 119 3.1.6 Schwerpunktthemen und Aktionen ............................. 120 3.1.6.1 Strategiedebatte - Fortsetzung der Gewaltdiskussion ..... 120 3.1.6.2 Antifaschismus ............................................................ 122 3.1.6.3 Anti-Globalisierungs-Proteste ....................................... 123 3.1.6.4 Antiimperialismus ........................................................ 124 3.1.6.5 Weitere Aktionen ......................................................... 125 3.1.6.6 Einflussnahme auf die Antikernkraftbewegung ............ 126 3.2 Gewalttaten in Bayern ................................................. 127 3.3 Sonstige militante Linksextremisten mit internationalistischer Orientierung ................................ 128 3.4 Rechtliche Aufarbeitung der Strukturen der RAF und anderer ehemaliger Terrorgruppen ........................ 128 4. \u00dcbersicht \u00fcber erw\u00e4hnenswerte linksextremistische und linksextremistisch beeinflusste Organisationen sowie deren wesentliche Presseerzeugnisse .................. 130 5. Abschnitt Extremistische und sicherheitsgef\u00e4hrdende Bestrebungen von Ausl\u00e4ndern 1. Allgemeines ................................................................ 132 1.1 Merkmale des Ausl\u00e4nderextremismus ........................... 132 1.2 Entwicklung der Organisationen .................................. 132 1.3 Integrationsfeindlichkeit des islamischen Extremismus .... 134 1.4 Gewalttaten ................................................................ 136 2. Islamisch-fundamentalistisch orientierter Terror ............. 137 2.1 \u00dcberblick ..................................................................... 137 2.2 Islamistisch motivierte Terroranschl\u00e4ge ......................... 139 2.3 Exekutivma\u00dfnahmen und Gerichtsverfahren ................. 141 2.4 Ausblick ....................................................................... 144","3. Islamisch-fundamentalistische Gruppierungen .............. 145 3.1 Die internationale islamische Front - Al-Qaida .............. 145 3.2 Muslimbruderschaft (MB) ............................................ 148 3.2.1 \u00c4gyptischer Zweig der MB .......................................... 149 3.2.1.1 Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD) ....... 149 3.2.1.2 Al-Gamaa al-Islamiya (GI) ............................................ 151 3.2.1.3 Djihad Islami (JI) ........................................................... 151 3.2.2 Pal\u00e4stinensischer Zweig der MB - Repr\u00e4sentanten der Islamischen Widerstandsbewegung (HAMAS) in Deutschland Islamischer Bund Pal\u00e4stina (IBP) - Al-Aqsa e.V. ............... 152 3.2.3 Algerischer Zweig der MB ............................................ 153 3.2.3.1 Islamische Heilsfront (FIS) ............................................ 153 3.2.3.2 Bewaffnete Islamische Gruppe (GIA) / Salafiyya-Gruppe f\u00fcr die Mission und den Kampf (GSPC) ........................ 154 3.2.4 Tunesischer Zweig der MB - En Nahda ......................... 156 3.3 Hizb ut-Tahrir ............................................................... 156 3.4 Ansar al-Islam .............................................................. 159 3.5 Tablighi Jamaat ............................................................ 162 3.6 Al-Tauhid .................................................................... 163 3.7 Hizb Allah (Partei Gottes) ............................................ 165 3.8 Islamisch-Irakische Gemeinschaft Deutschland e.V. (IIGD) Hizb al-Dawa al-Islamiya (Dawa) .................................. 166 3.9 Hezb-i Islami (HIA) ....................................................... 167 3.10 T\u00fcrkische islamisch-fundamentalistische Gruppierungen 168 3.10.1 Islamische Gemeinschaft Milli G\u00f6r\u00fcs e.V. (IGMG) .......... 168 3.10.2 Hilafet Devleti (Der Kalifatsstaat) .................................. 174 3.10.3 Front der islamischen K\u00e4mpfer des Gro\u00dfen Ostens (IBDA-C) ...................................................................... 179 4. Sonstige ausl\u00e4nderextremistische Gruppierungen ......... 180 4.1 Volkskongress Kurdistans (KONGRA GEL bzw. KHK), ehemals Freiheitsund Demokratiekongress Kurdistans (KADEK) bzw. Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) .............. 180 4.1.1 Ideologie ..................................................................... 181 4.1.2 Organisation ................................................................ 182 4.1.3 Strategie ...................................................................... 184 4.1.4 Aktivit\u00e4ten ................................................................... 185 4.1.5 Festnahmen und Gerichtsverfahren .............................. 187 4.2 Devrimci Sol (Revolution\u00e4re Linke - T\u00fcrkei) ................... 189","4.3 T\u00fcrkische Kommunistische Partei/Marxisten-Leninisten (TKP/ML) ....................................................................... 192 4.4 Marxistisch-Leninistische Kommunistische Partei (MLKP - T\u00fcrkei) ............................................................. 194 4.5 F\u00f6deration der T\u00fcrkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Europa e.V. (AD\u00dcTDF) ..................... 195 4.6 Nationaler Widerstandsrat Iran (NWRI) .......................... 196 5. \u00dcbersicht \u00fcber erw\u00e4hnenswerte extremistische Organisationen von Ausl\u00e4ndern sowie deren wesentliche Presseerzeugnisse ...................................... 199 6. Abschnitt Scientology-Organisation (SO) 1. Zur Geschichte der SO .................................................. 203 2. Ideologie und Aktivit\u00e4ten .............................................. 204 2.1 Schriften der SO ........................................................... 205 2.2 Errichtung einer scientologischen Gesellschaft ............... 205 2.2.1 Lenkung der Regierung durch Scientology ..................... 206 2.2.2 Einf\u00fchrung eines scientologischen Rechtssystems .......... 206 2.2.3 Bek\u00e4mpfung von Kritik an Lehre und Praxis - aggressive Expansionstechnik ......................................................... 207 2.3 Aktivit\u00e4ten der SO ........................................................ 207 2.3.1 Angriffe auf Repr\u00e4sentanten des Staates ....................... 207 2.3.2 Techniken der Verhaltenskontrolle und -steuerung ........ 208 2.3.3 Ausforschung und Bek\u00e4mpfung von Kritikern ............... 209 2.3.4 Kampagne gegen Schutzerkl\u00e4rung ............................... 209 2.3.5 Neue Scientology Zeitschrift \"free MIND magazin\" ........ 210 2.3.6 Aktivit\u00e4ten im Ausland ................................................. 211 2.4 Bewertung der Schriften und Aktivit\u00e4ten ...................... 212 2.5 Best\u00e4tigung der Bewertung der SO durch neues Gutachten 213 3. Organisationsund Kommandostruktur der SO .............. 214 3.1 Weltweite Kommandostruktur der SO ........................... 214 3.2 Organisation der SO in Deutschland .............................. 215 3.2.1 \"Church\"-Sektor .......................................................... 215 3.2.2 WISE-Sektor ................................................................. 217 3.2.3 ABLE-Sektor ................................................................. 218 3.2.4 Office of Special Affairs (OSA) ...................................... 220","4. Mitglieder der SO ......................................................... 222 5. Veranstaltungen der SO ................................................ 222 6. Verwaltungsgerichtsverfahren ....................................... 223 7. Vertrauliches Telefon und Informationsangebot im Internet ................................................................... 225 7. Abschnitt Spionageabwehr 1. Ausgangslage ............................................................... 226 2. Wirtschaftsspionage - Ausforschung von Wissenschaft und Technik ............................................. 227 3. Spionage im Bereich der Kommunikationstechnik ........ 228 4. Proliferation ................................................................. 229 5. Schutzma\u00dfnahmen - Beratung durch den Verfassungsschutz ........................................................ 230 6. Ausblick ....................................................................... 231 8. Abschnitt Organisierte Kriminalit\u00e4t 1. Ausgangslage .............................................................. 232 2. EU-Osterweiterung ....................................................... 232 3. Beobachtungsschwerpunkte ......................................... 233 3.1 GUS-Mafia ................................................................... 233 3.2 S\u00fcdosteuropa-Mafia ..................................................... 234 3.3 Rockerkriminalit\u00e4t in Bayern ......................................... 236 3.4 Asiatische Organisierte Kriminalit\u00e4t ............................... 237 3.4.1 Schleusungsdelikte ....................................................... 238 3.4.2 Bet\u00e4ubungsmittelund Zigarettenhandel ..................... 239 3.4.3 Vietnamesenm\u00e4rkte ..................................................... 240 Anhang Bayerisches Verfassungsschutzgesetz (BayVSG) ....................... 241 Parlamentarisches Kontrollgremium-Gesetz (PKGG) ................ 251 Sachwortregister .................................................................... 253","1. Abschnitt Verfassungsschutz in Bayern Die Bundesrepublik Deutschland ist nach ihrer Verfassung eine wertWehrhafte gebundene, wachsame und wehrhafte Demokratie. Der Staat kann Demokratie gegen Bestrebungen, die freiheitliche demokratische Grundordnung abzuschaffen, die in der Verfassung vorgesehenen Abwehrmittel einsetzen, z. B. durch ein Parteioder Vereinsverbot. Dies setzt voraus, dass er solche Bestrebungen oder Aktivit\u00e4ten, die als \"extremistisch\" oder als \"verfassungsfeindlich\" bezeichnet werden - diese Begriffe sind gleichbedeutend -, rechtzeitig erkennen kann. Hier setzt die Aufgabe des Verfassungsschutzes ein. Er dient dem Schutz der freiheitichen demokratischen Grundordnung sowie dem Schutz des Bestandes und der Sicherheit des Bundes oder eines Landes. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist unter Freiheitliche der freiheitlichen demokratischen Grundordnung eine Ordnung zu demokratische verstehen, die unter Ausschluss jeglicher Gewaltund Willk\u00fcrherrGrundordnung schaft eine rechtsstaatliche Herrschaftsordnung auf der Grundlage der Selbstbestimmung des Volkes nach dem Willen der jeweiligen Mehrheit und der Freiheit und Gleichheit darstellt. Zu den grundlegenden Prinzipien dieser freiheitlichen demokratischen Grundordnung geh\u00f6ren mindestens: - die Achtung vor den im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechten, vor allem vor dem Recht der Pers\u00f6nlichkeit auf Leben und freie Entfaltung, - die Volkssouver\u00e4nit\u00e4t, - die Gewaltenteilung, - die Verantwortlichkeit der Regierung, - die Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit der Verwaltung, - die Unabh\u00e4ngigkeit der Gerichte, - das Mehrparteienprinzip, - die Chancengleichheit f\u00fcr alle politischen Parteien mit dem Recht auf verfassungsm\u00e4\u00dfige Bildung und Aus\u00fcbung einer Opposition.","1. Gesetzliche Grundlagen iche Die Aufgaben und Befugnisse des Verfassungsschutzes sind gesetzdlagen lich genau festgelegt. Das Gesetz \u00fcber die Zusammenarbeit des Bundes und der L\u00e4nder in Angelegenheiten des Verfassungsschutzes und \u00fcber das Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz beschreibt die von Bund und L\u00e4ndern auf dem Gebiet des Verfassungsschutzes gemeinsam zu erf\u00fcllenden Aufgaben. Es ist zugleich Rechtsgrundlage f\u00fcr die Arbeit des Bundesamts f\u00fcr Verfassungsschutz. Neben diesem Bundesgesetz bestehen in allen L\u00e4ndern eigene Verfassungsschutzgesetze. In Bayern regelt das im Anhang abgedruckte Bayerische Verfassungsschutzgesetz die Aufgaben und Befugnisse des Bayerischen Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz, das seinen Sitz in M\u00fcnchen hat und dem Bayerischen Staatsministerium des Innern unmittelbar nachgeordnet ist. F\u00fcr das Landesamt wurden im Haushaltsplan 2003 insgesamt 448 Stellen f\u00fcr Beamte, Angestellte und Arbeiter ausgewiesen; das Haushaltsvolumen 2003 betrug 24,27 Millionen Euro. 2. Aufgaben des Verfassungsschutzes chtungsNach dem Bayerischen Verfassungsschutzgesetz hat das Landesamt f\u00fcr g Verfassungsschutz im Wesentlichen den Auftrag der Beobachtung von - Bestrebungen, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung, den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder eines Landes gerichtet sind, - sicherheitsgef\u00e4hrdenden oder geheimdienstlichen T\u00e4tigkeiten f\u00fcr eine fremde Macht (Sabotage und Spionage), - Bestrebungen, die durch Anwendung von Gewalt oder darauf gerichtete Vorbereitungshandlungen ausw\u00e4rtige Belange der Bundesrepublik Deutschland gef\u00e4hrden, - Bestrebungen, die gegen den Gedanken der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung (Art. 9 Abs. 2 des Grundgesetzes), insbesondere gegen das friedliche Zusammenleben der V\u00f6lker (Art. 26 Abs. 1 des Grundgesetzes), gerichtet sind und - Bestrebungen und T\u00e4tigkeiten der Organisierten Kriminalit\u00e4t. Dar\u00fcber hinaus wirkt das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz u.a. bei Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungen mit. Rechtsgrundlage hierf\u00fcr ist das Bayerische Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungsgesetz. Es ist fernerhin beteiligt bei der","\u00dcberpr\u00fcfung von Mitarbeitern in Flugh\u00e4fen und Kernkraftwerken nach dem Luftverkehrsgesetz bzw. Atomgesetz sowie bei einb\u00fcrgerungsund ausl\u00e4nderrechtlichen Entscheidungen. m Mittelpunkt der Beobachtung stehen Aktivit\u00e4ten von extremistischen Organisationen. Dazu m\u00fcssen zwangsl\u00e4ufig auch die Mitglieder und Unterst\u00fctzer erfasst werden. Aber auch die Beobachtung von Einzelpersonen ist zul\u00e4ssig. Der Verfassungsschutz beobachtet verfassungsfeindliche Bestrebungen im Inland. Er informiert die politisch Verantwortlichen und die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die Ergebnisse der Beobachtung, vor allem \u00fcber m\u00f6gliche Gefahren. Er versetzt die zust\u00e4ndigen staatlichen Stellen des Bundes und der L\u00e4nder in die Lage, verfassungsfeindlichen Kr\u00e4ften rechtzeitig und angemessen zu begegnen. Die Erkenntnisse bilden die Grundlage f\u00fcr Exekutivma\u00dfnahmen wie beispielsweise Verbote von Vereinen, Verbotsantr\u00e4ge gegen Parteien - wie sie von Bundesregierung, Bundesrat und Bundestag gegen die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) gestellt wurden -, Verbote von Versammungen, Verhinderung finanzieller oder sonstiger F\u00f6rderung, Verweigerung erforderlicher Erlaubnisse (z. B. f\u00fcr Sammlungen, Info-St\u00e4nde). m Gegensatz zum Verfassungsschutz beschafft der BundesnachrichAbgrenzung zu tendienst (BND) Informationen \u00fcber das Ausland, die f\u00fcr die BundesBND und MAD republik Deutschland au\u00dfenund sicherheitspolitisch von Interesse sind. Der Milit\u00e4rische Abschirmdienst (MAD) nimmt Verfassungsschutzaufgaben im Bereich der Bundeswehr wahr. 3. Informationsbeschaffung Zur Erf\u00fcllung seines gesetzlichen Auftrags ist der Verfassungsschutz verpflichtet, Informationen zu beschaffen, auszuwerten und zu speichern. Diese Nachrichten werden zum weit \u00fcberwiegenden Teil aus offenen Quellen gewonnen (z. B. aus Zeitungen, Zeitschriften, Flugbl\u00e4ttern, Programmen, Brosch\u00fcren und sonstigem Material extremistischer Organisationen sowie bei deren \u00f6ffentlichen Veranstaltungen). Etwa 20 % der Informationen erh\u00e4lt der Verfassungsschutz durch Anwendung nachrichtendienstlicher Mittel. Zu diesen Mitteln geh\u00f6ren Nachrichten- m Wesentlichen: dienstliche Mittel - der Einsatz von verdeckt arbeitenden V-Leuten (\"V\" steht f\u00fcr \"Vertrauen\") in extremistischen Organisationen,","- das Beobachten verd\u00e4chtiger Personen (Observation) sowie - verdeckte Bildund Tonaufzeichnungen. und Eingriffe in das Brief-, Postund Fernmeldegeheimnis (\u00d6ffnen von nkontrolle Briefen, Abh\u00f6ren von Telefongespr\u00e4chen) sind besonders strengen rechtsstaatlichen Anforderungen unterworfen. Sie sind in einem eigenen Gesetz geregelt, das nach dem Grundrecht des Brief-, Postund Fernmeldegeheimnisses \"Artikel 10-Gesetz\" (G 10) genannt wird. Ein Verfahren mit mehreren voneinander unabh\u00e4ngigen Kontrollinstanzen stellt sicher, dass in dieses Grundrecht nur eingegriffen wird, wenn die im Gesetz genannten besonderen Gr\u00fcnde vorliegen. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die neu eingef\u00fchrten Auskunftsverpflichtungen von Postund Telekommunikationsdienstleistern, Fluggesellschaften und Kreditinstituten sowie f\u00fcr die Verwendung des so genannten IMSI-Catchers zur Feststellung unbekannter Mobiltelefonnummern. Rechtsstaatliche Sicherungen gelten auch f\u00fcr den Einsatz besonderer technischer Mittel im Schutzbereich des Art. 13 des Grundgesetzes, also f\u00fcr den Einsatz von Abh\u00f6rger\u00e4ten oder versteckten Kameras in Wohnungen und B\u00fcros. polizeiDem Verfassungsschutz stehen keine polizeilichen Befugnisse zu. Befugnisse Polizeibeh\u00f6rden und Verfassungsschutz sind voneinander getrennt. Deshalb d\u00fcrfen die Mitarbeiter des Verfassungsschutzes keinerlei Zwangsma\u00dfnahmen, wie z. B. Festnahmen, Durchsuchungen, Beschlagnahmen usw., durchf\u00fchren. Verfassungsschutzbeh\u00f6rden d\u00fcrfen auch keiner polizeilichen Dienststelle angegliedert werden. Dies steht aber einer informationellen Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterst\u00fctzung nicht entgegen. Im Gegenteil sind diese unabdingbare Voraussetzungen f\u00fcr eine effiziente Arbeit der Sicherheitsbeh\u00f6rden. Erscheint aufgrund der dem Verfassungsschutz vorliegenden Informationen ein sicherheitsrechtliches Eingreifen erforderlich, so wird die zust\u00e4ndige Sicherheitsbeh\u00f6rde unterrichtet. Diese entscheidet dann selbst\u00e4ndig, ob und welche Ma\u00dfnahmen zu treffen sind. 4. Kontrolle tige Die T\u00e4tigkeit der Verfassungsschutzbeh\u00f6rden unterliegt einer vielf\u00e4lollen tigen Kontrolle. Dazu geh\u00f6rt die allgemeine parlamentarische Kontrolle, die durch die Berichtspflicht des verantwortlichen Ministers gegen\u00fcber dem Landtag im Rahmen von aktuellen Stunden, Anfragen von Abgeordneten, Petitionen usw. ausge\u00fcbt wird. Eine beson-","dere Kommission des Bayerischen Landtags, das Parlamentarische Kontrollgremium, \u00fcberwacht die Arbeit des Verfassungsschutzes. Die G 10-Kommission \u00fcberpr\u00fcft die Ma\u00dfnahmen zur \u00dcberwachung des Postund Fernmeldeverkehrs - deren Zahl im Jahr 2003 wie schon in der Vergangenheit im unteren zweistelligen Bereich lag -, die Zul\u00e4ssigkeit und Notwendigkeit der Auskunftsverpflichtungen von Postund Telekommunikationsdienstleistern, Fluggesellschaften und Kreditnstituten sowie des Einsatzes des so genannten IMSI-Catchers. Die Verwaltungskontrolle obliegt dem Innenminister im Rahmen der Dienstund Fachaufsicht, ferner dem Bayerischen Landesbeauftragten f\u00fcr den Datenschutz und dem Bayerischen Obersten Rechnungshof. Diese Kontrollen werden erg\u00e4nzt durch eine m\u00f6gliche gerichtiche Nachpr\u00fcfung belastender Einzelma\u00dfnahmen sowie durch die \u00d6ffentlichkeit in Form von Presse, Funk und Fernsehen. 5. \u00d6ffentlichkeitsarbeit des Verfassungsschutzes Die freiheitliche demokratische Grundordnung kann auf Dauer nicht ohne die geistig-politische Auseinandersetzung mit dem Extremismus gesichert werden. Die T\u00e4tigkeit des Verfassungsschutzes gew\u00e4hrleistet, dass Regierung und Parlament, aber auch die B\u00fcrger \u00fcber Aktivit\u00e4ten und Absichten verfassungsfeindlicher Organisationen inforAufkl\u00e4rungsmiert werden. t\u00e4tigkeit m Rahmen der \u00d6ffentlichkeitsarbeit des Verfassungsschutzes werden der Verfassungsschutzbericht sowie weitere Informationsmaterialien zur Verf\u00fcgung gestellt. Das Informationsmaterial erhalten Sie kostenlos beim Bayerischen Staatsministerium des Innern - Sachgebiet Verfassungsschutz -, Odeonsplatz 3, 80539 M\u00fcnchen (Telefax: 0 89 / 2 19 21 28 42). Die meisten Materialien, insbesondere der j\u00e4hrliche Verfassungsschutzbericht und auch Informationen zur Scientology-Organisation, sind zus\u00e4tzlich im Internet unter folgenInternetder Adresse abrufbar: Angebote http://www.innenministerium.bayern.de/infothek/sicherleben.htm Das Internet-Angebot des Bayerischen Staatsministeriums des Innern wird durch die unter der Adresse http://www.verfassungsschutz.bayern.de erreichbare Homepage des Bayerischen Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz erg\u00e4nzt.","6. Infound Beratungstelefone Das Bayerische Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz ist telefonisch rund um die Uhr unter der Nummer 0 89 / 31 20 10 erreichbar. kttelefone Speziell f\u00fcr Hinweise zur Bek\u00e4mpfung des internationalen Terrorismus ist dort unter der Nummer 0 89 / 31 20 14 80 ein Kontakttelefon eingerichtet. Im Rahmen der von Bund und L\u00e4ndern erarbeiteten Aussteigerprogramme f\u00fcr Rechtsextremisten besteht ein Beratungsund Hinweistelefon. Das Telefon, das ebenso der Aufkl\u00e4rung rechtsextremistischer Aktivit\u00e4ten in Bayern dienen soll, ist f\u00fcr B\u00fcrger und aussteigewillige Extremisten - nicht nur Rechtsextremisten - unter der Nummer 0 18 02 00 07 86 zu erreichen. F\u00fcr Opfer und Aussteiger der Scientology-Organisation (SO) sowie f\u00fcr Angeh\u00f6rige von SO-Mitgliedern unterh\u00e4lt das Bayerische Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz ein \"vertrauliches Telefon\". Das Amt nimmt Informationen und Hinweise unter der Nummer 0 89 / 31 20 12 96 entgegen.","2. Abschnitt Entwicklung des politischen Extremismus im Jahr 2003 1. Rechtsextremismus Die desolate Situation des rechtsextremistischen Parteienlagers ist Desolate nach wie vor durch fehlende Wahlerfolge gekennzeichnet. Hinzu Situation kommen sinkende Mitgliederzahlen, zum Teil auch finanzielle Proder Parteien bleme und interne Differenzen. Die Erwartungen der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands NPD), das Verbotsverfahren propagandistisch nutzen zu k\u00f6nnen und nsbesondere von der Einstellung des Verfahrens durch das Bundesverfassungsgericht zu profitieren, haben sich nicht erf\u00fcllt. Zudem verlor die Partei bundesweit an Mitgliedern. Ihr Verzicht auf die Teilnahme an der Landtagswahl im September in Bayern und das ErgebUnver\u00e4nderter, nis der Bezirkstagswahl in Niederbayern belegten erneut, dass die aber wenig NPD bei den W\u00e4hlern keine Zustimmung findet. Dennoch setzt die effizienter NPD weiterhin auf die drei S\u00e4ulen ihres strategischen Konzepts Kurs der NPD \"Kampf um die Stra\u00dfe\", \"Kampf um die K\u00f6pfe\" und \"Kampf um die Parlamente\". Allerdings \u00fcbten die von der Partei durchgef\u00fchrten Demonstrationen nicht mehr die fr\u00fchere Anziehungskraft auf militante Rechtsextremisten aus. Die NPD wie auch die anderen rechtsextremistischen Parteien versuchSchwerpunkte ten weiterhin aktuelle politische Fragen zu nutzen, wobei sie vor allem rechtsextremissoziale Themen aufgriffen, aber auch an der Globalisierung Kritik tischer Agitation \u00fcbten. Dieser bedient sich insbesondere die NPD zur Rechtfertigung hres Antiamerikanismus. Versuche von Rechtsextremisten, sich im Zuge des Irak-Kriegs in der \u00d6ffentlichkeit als Teil der Friedensbewegung zu profilieren, scheiterten. Die Nahost-Problematik wird von Rechtsextremisten im Sinn ihres rassistisch motivierten Antisemitismus kommentiert. Die Rolle Deutschlands in der Europ\u00e4ischen Union EU) und deren Erweiterung sowie das Problem der Zuwanderung von Ausl\u00e4ndern dienen den Rechtsextremisten zur Untermauerung ihrer These von der Willf\u00e4hrigkeit der Bundesregierung und der \"Altparteien\" gegen\u00fcber der \"Ausbeutung\" Deutschlands. Die Verkn\u00fcpfung","dieser Themen mit nationalistischen Parolen brachte jedoch weder der NPD noch der Deutschen Volksunion (DVU) den erhofften Erfolg in der \u00d6ffentlichkeit. rtstrend Die Republikaner (REP) und die DVU hatten bayernund bundesweit EP und DVU Mitgliederverluste zu verzeichnen. Bei der Landtagswahl in Bayern erreichten die REP nur 2,2 % gegen\u00fcber 3,6 % im Jahr 1998. Die DVU nahm an dieser Wahl wegen mangelnder Erfolgsaussichten nicht teil. Dar\u00fcber hinaus signalisieren auch r\u00fcckl\u00e4ufige Mitgliederzahlen den politischen Bedeutungsverlust der DVU unter ihrem Vorsitzenden Dr. Gerhard Frey, der sich inzwischen vor allem auf publizistische Aktivit\u00e4ten konzentriert. Gleichwohl ist die DVU formal noch immer die mitgliederund vor allem die finanzst\u00e4rkste rechtsextremistische Partei Deutschlands. nter Der Generalbundesanwalt leitete am 11. September ein Ermittlungsgstoffverfahren wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Verlag einigung gegen mehrere Mitglieder der neonazistischen \"Kameradschaft S\u00fcd - Aktionsb\u00fcro S\u00fcddeutschland\" (AS) ein, die einen Sprengstoffanschlag anl\u00e4sslich der Grundsteinlegung f\u00fcr das j\u00fcdische Gemeindezentrum in M\u00fcnchen geplant hatten (vgl. auch Abschnitt 3 Nummer 3.2.2). Neonazis und rechtsextremistische Skinheads haben ihre Zusammenarbeit intensiviert. Dabei dominieren die dezidiert neonazistischen Positionen gegen\u00fcber den eher diffusen rechtsextremistischen Orientierungen von Skinheads. Dies galt vor allem f\u00fcr die \"Fr\u00e4nkische Aktionsfront\" (F.A.F.), die durch zahlreiche politische Aktivit\u00e4ten in Erscheinung trat und am 22. Januar 2004 vom Bayerischen Staats- t der F.A.F. ministerium des Innern verboten wurde. Die Zahl neonazistisch orientierter Personen erh\u00f6hte sich insbesondere wegen der Zuordnung der F.A.F. zum Neonazismus um 50 auf etwa 300. Dem Spektrum rechtsextremistischer Skinheads sind nach dem Zerfall bzw. der Aufl\u00f6sung einzelner regionaler Szenen, aber auch wegen der ge\u00e4nderten Bewertung der F.A.F., nur noch insgesamt rund 800 Personen (2002: 900) zuzurechnen. Damit gibt es derzeit in Bayern rund 1.100 gewaltbereite Rechtsextremisten. ead-Konzerte Die Zahl der Skinhead-Konzerte erh\u00f6hte sich auf 18 (2002: elf). Dagegen ging die Zahl der von Neonazis und Skinheads ver\u00fcbten Gewalttaten auf 47 zur\u00fcck (2002: 51). Die dabei demonstrierte Brutalit\u00e4t und Menschenverachtung \u00e4nderten sich jedoch nicht. Zwei dieser F\u00e4lle waren terroristische Straftaten. Die Anzahl sonstiger Straf-","taten, insbesondere der Propagandadelikte, hat in Bayern deutlich abgenommen. Das im Februar 2001 vom Bayerischen Landesamt f\u00fcr VerfassungsHinweistelefon schutz eingerichtete Hinweistelefon (0 18 02 00 07 86) wurde von rund 200 Personen genutzt. Meist handelte es sich bei den Anrufern um B\u00fcrger, die Hinweise auf rechtsextremistische Bestrebungen gaben. In einigen F\u00e4llen bekundeten Rechtsextremisten ihren Willen zum Ausstieg. Erfolg versprechend ist auch das vom Bayerischen Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz gestartete aktive Aussteigerprogramm. AussteigerHierbei wurden mehr als 80 Personen angesprochen, von denen 33 programm nzwischen ausgestiegen sind und zehn als potenzielle Aussteiger bezeichnet werden k\u00f6nnen. 2. Linksextremismus Der gewaltbereite Linksextremismus stellt vor allem in anderen Bundesl\u00e4ndern, insbesondere in Berlin, nach wie vor eine Gefahr f\u00fcr die nnere Sicherheit dar und verdient daher auch in Bayern Beachtung. Das linksextremistische Gewaltpotenzial wird zu 80 % von Gruppen und Einzelt\u00e4tern aus dem autonomen und anarchistischen Spektrum gestellt. Die Zahl der linksextremistisch motivierten Gewalttaten in Bayern ging von 21 im Vorjahr auf 16 zur\u00fcck. Im Rahmen des R\u00fcckgang der \"Antifa-Kampfs\" richteten sich diese Gewalttaten in Bayern zum groGewalttaten \u00dfen Teil gegen tats\u00e4chliche oder vermeintliche Rechtsextremisten. Das eigentliche Angriffsziel der Autonomen sind jedoch der demokratische Staat und seine Repr\u00e4sentanten. Dass das grunds\u00e4tzlich auch f\u00fcr Extremisten jeglicher Couleur geltende Versammlungsrecht verfassungsrechtlich gesichert ist und garantiert werden muss, wird nicht akzeptiert. Die Thematik \"Anti-Globalisierung\" stellt weiterhin ein wichtiges Aktionsfeld der Autonomen dar. Im Zuge des rak-Kriegs der USA nahm der \"Antiimperialismus\" f\u00fcr die autonome Szene weiter an Bedeutung zu. Infolge der Diskussionen um die K\u00fcrzung von sozialen Leistungen wird auch das Thema \"Sozialabbau\" wieder vermehrt von Angeh\u00f6rigen dieses Spektrums aufgegriffen. Die PDS beteiligte sich im Zusammenhang mit den Kriegshandlungen m Irak bundesweit an einer Vielzahl von Demonstrationen und Friedenskundgebungen, die gegen das Vorgehen der US-Regierung gerichtet waren. Am 5. April veranstaltete die PDS in Berlin einen Friedensparteitag Friedensparteitag und beriet \u00fcber m\u00f6gliche Konsequenzen f\u00fcr ihre der PDS weitere Politik. Dabei rief die seinerzeitige Parteivorsitzende Gabi","Zimmer die Bundesregierung auf, alle Unterst\u00fctzungsleistungen f\u00fcr den Angriffskrieg der USA umgehend einzustellen und appellierte an die eigene Partei, weitere Demonstrationen und Aktionen durchzuf\u00fchren. Prof. Dr. Lothar Bisky wurde auf einem Sonderparteitag der PDS im Juni zum Parteivorsitzenden gew\u00e4hlt; er war bereits von 1993 bis 2000 Parteichef. Mit gro\u00dfer Mehrheit verabschiedeten die DeleParteigierten eines \"Programmparteitags\" am 25. und 26. Oktober in amm der PDS Chemnitz das neue Parteiprogramm, das keine politische Neuausrichtung der PDS erkennen l\u00e4sst. 3. Ausl\u00e4nderextremismus Zahl und Intensit\u00e4t der Terroranschl\u00e4ge islamischer Fundamentalisten bestimmen weltweit die Sicherheitslage. Auch wenn es insbesondere den USA gelungen ist, die Organisation der al-Qaida zu schw\u00e4chen, hung durch bleibt die Innere Sicherheit durch ein weltweites islamistisches Netzstisches werk von fanatisierten Einzelpersonen und Gruppen, die zunehmend werk autonom handeln, weiterhin bedroht. Der Einsatz der USA im Irak konnte keinen positiven Einfluss auf die internationale Gef\u00e4hrdungslage nehmen. Die milit\u00e4rische Intervention der USA wird insbesondere von al-Qaida propagandistisch genutzt, um den Hass gegen den Westen, speziell die USA, weiter zu verst\u00e4rken und die Mudjahidin in der muslimischen Welt zusammenzuschwei\u00dfen und auf einen globalen Djihad einzuschw\u00f6ren. Nationale und internationale Erfolge in der Terrorismusbek\u00e4mpfung konnten Anschl\u00e4ge wie in Istanbul nicht verhindern. Auch Deutschland kann jederzeit Ziel und Ort terroristischer Anschl\u00e4ge werden. Zu islamistischen Vereinigungen und Gruppen bekennen sich in Bayern neben Personen aus arabischen L\u00e4ndern vor allem die 4.800 t\u00fcrkischen Mitglieder der Islamischen Gemeinschaft Milli G\u00f6r\u00fcs e.V. (IGMG). Diese ist bem\u00fcht, extremistische Aussagen in der \u00d6ffentlichkeit zu vermeiden. Ihr Fernziel bleibt aber die Islamisierung Europas und die Bildung einer weltweiten Union islamischer Staaten. Der islamische Fundamentalismus hat die Entstehung einer islamischen Parallelgesellschaft zur Folge und ist damit integrationsfeindlich. Trotz des im Dezember 2001 ergangenen Verbots des islamistischen \"Kalifatsstaats\" (Hilafet Devleti) einschlie\u00dflich siebzehn ihm zuzuordnender Teilorganisationen setzten Anh\u00e4nger des \"Kalifatsstaats\" ihre Aktivit\u00e4ten fort. Im Dezember 2003 wurden daher bundesweit etwa 1.150 Objekte - davon 25 in Bayern - durchsucht. In allen bayerischen","Durchsuchungsobjekten wurde umfangreiches Schriftund Propagandamaterial (B\u00fccher, Zeitschriften, Videokassetten, DVDs) des ehemaligen Kalifatsstaats, sowohl aus der Zeit vor als auch nach der Verbotsverf\u00fcgung, aufgefunden. Des Weiteren hat das Bundesministerium des nnern im Januar die Bet\u00e4tigung der islamistisch-fundamentalistischen Verbot der Hizb ut-Tahrir verboten. Zur Durchsetzung des Bet\u00e4tigungsverbots und Hizb ut-Tahrir zur Beschlagnahme von etwaigen Beweismitteln f\u00fcr ein Organisationsverbot wurden im Januar und April bundesweit die Wohnungen von ma\u00dfgeblichen Anh\u00e4ngern der Hizb ut-Tahrir durchsucht. Auch hier best\u00e4tigte sich, dass die Anh\u00e4ngerschaft ihre politischen Ziele ungeachtet des geltenden Bet\u00e4tigungsverbots weiter verfolgt. Der Freiheitsund Demokratiekongress Kurdistans (KADEK) beschloss Aufl\u00f6sung des auf seinem 2. au\u00dferordentlichen Kongress im Nordirak am 26. OktoKADEK ber einstimmig seine Aufl\u00f6sung. Am 15. November gab statt dessen der \"Volkskongress Kurdistans\" (KONGRA GEL; t\u00fcrkisch: \"Kurdistan Halk Kongresi\" - KHK -) im Rahmen einer Pressekonferenz in S\u00fcleymaniye/Nordirak seine Gr\u00fcndung bekannt. Abdullah \u00d6calan wurde Gr\u00fcndung des zum kurdischen Volksf\u00fchrer erkl\u00e4rt. Bereits 2002 hatte sich die KONGRA GEL Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in KADEK umbenannt. Die Organisationsstrukturen und die Ideologie der ehemaligen PKK bestehen weitestgehend fort. 4. Scientology-Organisation Die Scientology-Organisation (SO) will die Staaten der Welt letztlich Missachtung der nach eigenen Regeln beherrschen und regieren, die insbesondere die Grundprinzipien Grundprinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung unserer Verfassung wie Gewaltenteilung, Rechtsstaatsprinzip und Demokratieprinzip missachten. Ihr h\u00f6chstens Ziel, die Weltherrschaft, steht im krassen Widerspruch zu ihren st\u00e4ndigen Beteuerungen, der Menschheit die v\u00f6llige Freiheit zu bringen, weil die Verwirklichung ihres Herrschaftsprinzips tats\u00e4chlich zu einer massiven Beeintr\u00e4chtigung der Menschenrechte f\u00fchren w\u00fcrde. Bis zur Erreichung ihres Ziels steht die SO m Grunde mit allen antiscientologischen Menschen, Gesellschaftsgruppen und Staaten im st\u00e4ndigen Konflikt. Vor diesem Hintergrund sind auch die von ihr 2003 durchgef\u00fchrten Propagandama\u00dfnahmen zu beurteilen, mit denen sie die Aufkl\u00e4rungsund Abwehrma\u00dfnahmen des Staates diffamiert. Dabei ist sie nach wie vor bestrebt, die Beobachtung durch den Verfassungsschutz mit der Verfolgung der Juden im Dritten Reich gleich-","zusetzen. Sie f\u00fchrt weiterhin Veranstaltungen wie Info-St\u00e4nde, Ausstellungen und andere propagandistische Aktionen durch, um die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber ihre wahren verfassungsfeindlichen Absichten zu t\u00e4uschen und um neue Mitglieder zu werben. 5. Grafische Darstellungen icklung Rechtsextremisten MitgliederLinksextremisten Ausl\u00e4ndische Extremisten n extremisMitglieder Scientology-Organisation Deutschland er Organi80.000 nen in schland 60.000 56.600 57.300 40.000 47.050 41.500 33.700 31.300* 20.000 Deutschland 10.000 5.500** 0 1994 95 96 97 98 99 2000 01 02 03 * Die Kurve beruht auf den Zahlen des Bundesamts f\u00fcr Verfassungsschutz, das von den Mitgliedern der PDS nur die der Kommunistischen Plattform (KPF) erfasst. Die PDS hatte 2003 insgesamt 70.000 Mitglieder, davon 1.500 in der KPF. ** Scientology-Organisation 1998 erstmals konkret erfasst; Angaben f\u00fcr die Vorjahre gesch\u00e4tzt. icklung Rechtsextremisten MitgliederLinksextremisten Ausl\u00e4ndische Extremisten n extremisMitglieder Scientology-Organisation er Organi12.000 nen in 10.000 9.550 10.240 rn 8.000 9.510 6.350 6.000 4.000 3.640 3.860 3.000 2.600* 2.000 Bayern 0 1994 95 96 97 98 99 2000 01 02 03 * Scientology-Organisation 1998 erstmals konkret erfasst; Angaben f\u00fcr die Vorjahre gesch\u00e4tzt.","Entwicklung 2001 2002 2003 (Zahlen ohne terroristische Straftaten) extremistisch motivierter 1000 Gewalttaten in 900 Deutschland 750 772 759 800 709 700 600 483 500 385 400 300 200 84 61 88 100 0 linksextremistisch rechtsextremistisch Gewalttaten durch motivierte motivierte ausl\u00e4ndische Gewalttaten Gewalttaten Extremisten Entwicklung 2001 2002 2003 extremistisch motivierter 80 Gewalttaten in 72 Bayern 70 60 60 51 50 47* 39 40 30 21 20 16 11 9 10 2** 0 linksextremistisch rechtsextremistisch Gewalttaten durch motivierte motivierte ausl\u00e4ndische Gewalttaten Gewalttaten Extremisten *davon zwei terroristische Straftaten **davon eine terroristische Straftat","3. Abschnitt Rechtsextremismus 1. Allgemeines 1.1 Merkmale des Rechtsextremismus nung der Der Rechtsextremismus weist keine gefestigte einheitliche Ideologie dlagen der auf. Die Bestrebungen rechtsextremistischer Organisationen in kratie Deutschland sind im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass sie die Grundlagen der Demokratie ablehnen und stattdessen - aus taktischen Gr\u00fcnden meist nicht offen erkl\u00e4rt - eine totalit\u00e4re Regierungsform unter Einschluss des F\u00fchrerprinzips anstreben, die mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung nicht zu vereinbaren ist. Bestimmende Merkmale des organisierten Rechtsextremismus sind vor allem tivismus - die pauschale \u00dcberbewertung der Interessen der \"Volksgemeinschaft\" zu Lasten der Interessen und Rechte des Einzelnen, die zu einer Aush\u00f6hlung der Grundrechte f\u00fchrt (v\u00f6lkischer Kollektivismus), nalismus - ein den Gedanken der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung missachtender Nationalismus, mus - die offene oder verdeckte Wiederbelebung rassistischer Thesen, u. a. des Antisemitismus, die mit dem Schutz der Menschenw\u00fcrde und dem Gleichheitsprinzip nicht vereinbar sind, vierung des - immer wiederkehrende Versuche, die nationalsozialistische Gewaltnrechts herrschaft unter Herausstellung angeblich positiver Leistungen des Dritten Reichs zu rechtfertigen, die Widerstandsk\u00e4mpfer gegen das NS-Regime zu diffamieren und die Verbrechen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu verschweigen, zu verharmlosen oder sogar zu leugnen. glimpfung Hinzu kommt die allen Extremisten gemeinsame planm\u00e4\u00dfige Verunemokratie glimpfung der bestehenden Staatsform und ihrer Repr\u00e4sentanten. Ziel dieser Angriffe ist es, die eigene Organisation und ihre Repr\u00e4sentanten als die alleinigen Wahrer der Interessen von Staat und B\u00fcrgern","darzustellen, was im Ergebnis auf die Ablehnung des Mehrparteienprinzips und des Rechts auf verfassungsm\u00e4\u00dfige Bildung und Aus\u00fcbung einer Opposition hinausl\u00e4uft. Diese Merkmale sind nicht gleichm\u00e4\u00dfig bei allen Rechtsextremisten zu beobachten. Manchmal sind nur Teilaspekte bestimmend; auch die Intensit\u00e4t und die Strategie des Kampfs gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung sind unterschiedlich. Seit einigen Jahren treten in der Propaganda von Rechtsextremisten sozialund wirtschaftspolitische Themen zunehmend in den Vordergrund. Durch Verkn\u00fcpfung sozialer Problemfelder mit rechtsextremisSozialpolitische tischen Theorie-Elementen hoffen Rechtsextremisten, aus den Fragen Themen der Bev\u00f6lkerung nach der Sicherheit des Arbeitsplatzes, des Wettbewerbs und der Finanzierung der Renten Kapital schlagen zu k\u00f6nnen. Teile des rechtsextremistischen Spektrums propagieren einen von dezidiert antikapitalistischen Elementen gepr\u00e4gten \"volksbezogenen Sozialismus\" mit dem Ziel, in sozialistisch orientierte W\u00e4hlerschichten einzudringen. Organisierte und unorganisierte Rechtsextremisten sind sich einig in der Ablehnung der \"One-World-Ideologie\" der Weltmacht USA. Sie Antiamerikanismus fordern die geistige \"Befreiung\" von der kulturellen und politischen \"\u00dcberfremdung\" durch die USA. Ebenso ablehnend stehen sie dem freien Welthandel und der zunehmenden Globalisierung gegen\u00fcber, die sie als Einebnung nationaler Vielfalt verstehen und somit als eine Gefahr f\u00fcr die nationalstaatlichen Strukturen erachten. Daher ist das rechtsextremistische Spektrum bestrebt, mit Aktionen gegen die Globalisierung politischen Einfluss zu gewinnen. Die USA wurde hierbei - insbesondere im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg - zum Haupttr\u00e4ger des \"milit\u00e4rischen Globalisierungsimperialismus\" erkl\u00e4rt. 1.2 Entwicklung der Organisationen Die Entwicklung der Zahl rechtsextremistischer Organisationen in Bayern und deren jeweilige Mitgliederst\u00e4rke ist aus den nachfolgenden \u00dcbersichten zu ersehen. Bei erkannten Mehrfachmitgliedschaften wurde die Person nur bei einer Organisation mitgez\u00e4hlt. Anders als im Bundesgebiet konnte die NPD die Zahl der Mitglieder in RechtsextremisBayern halten; bei ihrer dortigen Jugendorganisation war dagegen ein tische Parteien R\u00fcckgang um rund 20 Anh\u00e4nger zu verzeichnen. Ihre Verflechtung","und Mit2001 2002 2003 erst\u00e4rke sextremisAnzahl der Organisationen 38 37 39 er Organinen in Mitgliederst\u00e4rken rn Die Republikaner (REP) 4.000 3.000 2.800 NPD mit JN und NHB 980 920 900 Deutsche Volksunion (DVU)* 1.600 1.400 1.200 Neonazistische Organisationen 70 70 120 Sonstige Organisationen 300 280 350 6.950 5.670 5.370 Neonazistische Einzelaktivisten 180 180 180 Rechtsextremistische Skinheads 900 900 800 Rechtsextremisten insgesamt 8.030 6.750 6.350 * Die Zahlen umfassen die Mitglieder der Partei und des gleichnamigen Vereins. Mitglieder 70.000 Deutschland 60.000 50.000 56.600 41.500 40.000 30.000 20.000 Bayern 10.000 6.350 9.510 0 1994 95 96 97 98 99 2000 01 02 03 mit der Neonaziund Skinhead-Szene besteht weiter fort. Die personell gr\u00f6\u00dfte Partei, in der rechtsextremistische Bestrebungen verfolgt werden, sind in Bayern weiterhin die REP. Im Bundesgebiet ist die DVU","die mitgliederst\u00e4rkste rechtsextremistische Partei; beide Parteien haben sowohl bundesweit als auch in Bayern Mitglieder verloren. Trotz teils aufw\u00e4ndiger und provokanter Wahlpropaganda gelang es den rechtsextremistischen Parteien nicht, bei Wahlen nennenswerte Erfolge zu erzielen. Auch B\u00fcndnisbestrebungen zwischen rechtsextreErfolglose B\u00fcndnismistischen Parteien im Hinblick auf die Europawahl 2004 waren nicht bem\u00fchungen erfolgreich. Sowohl die F\u00fchrung der REP als auch der DVU lehnen die NPD nach wie vor als B\u00fcndnispartnerin ab. Der organisierte Neonazismus versuchte bundesweit mit zahlreichen Demonstrationen \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit zu erzielen, wobei sich Zunehmende eine zunehmende Eigenst\u00e4ndigkeit gegen\u00fcber dem rechtsextremistiEigenst\u00e4ndigkeit schen Parteienspektrum abzeichnete. Nach wie vor mangelt es ihm des Neonazismus aber an einem Konzept zur \u00dcberwindung der eigenen politischen Isoation und Ohnmacht. Sozialistische Ideologiemerkmale wurden wiederum st\u00e4rker betont. Die Skinhead-Szene ist strukturell nicht gefestigt, die Zahl ihrer Anh\u00e4nger r\u00fcckl\u00e4ufig. 1.3 Rechtsextremistische Gewalt Die Zahl rechtsextremistisch motivierter Gewalttaten in Deutschland ohne terroristische Straftaten) verringerte sich gegen\u00fcber dem Jahr 2002 von 772 auf 759. In Bayern ist die Zahl rechtsextremistisch R\u00fcckgang der motivierter Gewalttaten auf 47 (2002: 51) zur\u00fcckgegangen. Den Gewalttaten meisten Gewalttaten (26) lag wie in den Vorjahren eine fremdenEntwicklung Deutschland Bayern rechtsextremis900 772 tisch motivierter 800 759* 709 Gewalttaten 700 600 500 400 300 200 72 51 47** 100 0 2001 2002 2003 *ohne terroristische Straftaten **davon zwei terroristische Straftaten","feindliche Motivation zugrunde. Weitere zw\u00f6lf Gewalttaten richteten sich gegen politische Gegner. Drei Gewalttaten waren antisemitisch motiviert; darin enthalten sind zwei antisemitisch motivierte terroristische Tatkomplexe, n\u00e4mlich einige am 14. Februar in M\u00fcnchen verbreitete Drohbriefe sowie der geplante Sprengstoffanschlag von Anh\u00e4ngern der \"Kameradschaft S\u00fcd - Aktionsb\u00fcro S\u00fcddeutschland\" (AS). Die Mehrzahl der Gewalttaten geht nach wie vor von Skinheads aus. Auch die Zahl sonstiger rechtsextremistisch motivierter Straftaten ist auf 1.307 zur\u00fcckgegangen (2002: 1.369). Bei diesen Straftaten handelte es sich wie im Vorjahr um Sachbesch\u00e4digungen, N\u00f6tigungen, Bedrohungen, Volksverhetzung (351 Delikte) und insbesondere das Verbreiten von Propagandamitteln bzw. Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (916 Delikte). 2. Parteien, Organisationen und Verlage 2.1 Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) Deutschland Bayern Mitglieder: 5.000 850 Vorsitzender: Udo Voigt Ralf Ollert Gr\u00fcndung: 1964 Sitz: Berlin Publikation: Deutsche Stimme (DS) 2.1.1 Ideologisch-politischer Standort Neonazistische und nationalrevolution\u00e4re Thesen sind inzwischen fester Bestandteil des ideologischen Spektrums der NPD und haben deren Erscheinungsbild nachhaltig ver\u00e4ndert. Die bereits seit mehreren Jahren erkennbare Entwicklung der NPD zu einem Sammelbecken gewaltbereiter Skinheads und Neonazis hat sich fortgesetzt. Die Parteif\u00fchrung h\u00e4lt an einer Zusammenarbeit mit den \"Freien Nationalisten\" fest. Das von der Partei vertretene Staatsund Menschenbild steht in krassem Gegensatz zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung. F\u00fcr die NPD resultiert die W\u00fcrde des Einzelnen nicht aus dem freien Willen des Individuums, sondern","sie ist von biologisch-genetischer Teilhabe an der \"Volksgemeinschaft\" abh\u00e4ngig. Mit ihrer Forderung nach Schaffung einer \"Volksgemeinschaft\" verV\u00f6lkischer wendet die NPD einen zentralen Begriff des Nationalsozialismus, der Kollektivismus darunter insbesondere eine Schicksalsgemeinschaft verstand, in der die Interessen des Einzelnen bedingungslos der Gemeinschaft der Volksgenossen untergeordnet wurden. \"Volksherrschaft setzt die Volksgemeinschaft voraus. (...) Der Staat hat dabei \u00fcber den Egoismen einzelner Gruppen zu stehen und die Gesamtverantwortung wahrzunehmen.\" (Parteiprogramm, Abschnitt 3) \"\u00dcber die NPD finden die Menschen den Weg zur eigenen Identit\u00e4t, zum Volk, zum Vaterland, zum Reichsbewu\u00dftsein. F\u00fcr sich selber erlangen sie durch ihr aktives und organisiertes Handeln in einer am Volk ausgerichteten Gesinnungsgemeinschaft ihre Freiheit und W\u00fcrde in einer deutschen Zukunft.\" (Deutsche Stimme Nummer 6/2003, Seite 14) \" ... nur die Not als Lehrmeisterin verdummter Massen kann die Volksgemeinschaft als Mangelund Solidargemeinschaft wiederauferstehen lassen.\" (Deutsche Stimme Nummer 8/2003, Seite 8) \"Nationale Solidarit\u00e4t als politisches Prinzip zur Schaffung einer Volksgemeinschaft wird die soziale Leistungsf\u00e4higkeit wiederherstellen ...\" (Deutsche Stimme Nummer 9/2003, Seite 2) Eine mit dem Gleichheitsprinzip des Grundgesetzes unvereinbare, Rassismus und rassistisch und nationalistisch gepr\u00e4gte Fremdenfeindlichkeit ist Nationalismus elementarer Bestandteil der Parteiideologie vom \"lebensrichtigen Menschenbild\", das sich insbesondere gegen \"Fremdbestimmung\" und \"\u00dcberfremdung\" wendet. \"In dieser hochchaotischen und brandgef\u00e4hrlichen Lage sind nur zwei Szenarien denkbar: a) die Europ\u00e4er verabschieden sich unwiderruflich aus der Menschheitsgeschichte und landen auf dem Friedhof untergegangener, weil degenerierter, durchrasster und des Lebensraumes beraubter V\u00f6lker oder b) die V\u00f6lker Europas treten - unterst\u00fctzt von einem wiedererwachten Furor teutonicus - mit Faust und Stirn ihrer Ausl\u00f6schung durch fremdrassige Einwandererstr\u00f6me entgegen und siegen durch den Willen","der G\u00f6tter \u00fcber die Heere der Zivilokkupanten wie deren technokratisch-kapitalistische Initiatoren.\" (Deutsche Stimme Nummer 1/2003, Seite 2) Als kontr\u00e4r zu ihren v\u00f6lkischen Idealen betrachtet die NPD das Gesellschaftsmodell der in einem Artikel als \"V\u00f6lkermordzentrale\" bezeichneten USA: \"Wenngleich es ... festzustellen gilt, da\u00df die Amerikaner niemals ein 'Volk' als organische Abstammungs-, Kulturund Solidargemeinschaft waren und es auch niemals sein werden, sondern blo\u00df eine Ansammlung von Sozialatomen und durchra\u00dften Mutanten darstellen ...\" (Deutsche Stimme Nummer 4/2003, Seite 7) onismus F\u00fcr die NPD geh\u00f6rt Revisionismus nach wie vor zum Bestandteil ihrer Ideologie. So propagierte sie die \"Korrektur des von den Herrschenden einseitig vermittelten und oftmals manipulierten Geschichtsbildes\" und behauptete: \"Mit der Geschichtsl\u00fcge von der deutschen Alleinkriegsschuld 1939 soll ein Neurotisierungseffekt erzielt werden\" (Deutsche Stimme Nummer 4/2003, Seite 21) emitismus Der Antisemitismus der NPD wurde vielfach bei Kritik an \"unversch\u00e4mten finanziellen Forderungen der zionistischen Lobby\", Hinweisen auf die \"immer skrupelloser von der amerikanischen Ostk\u00fcste vertretenen Weltherrschaftsgel\u00fcste\" und Angriffen gegen Repr\u00e4sentanten j\u00fcdischer Institutionen deutlich. \"Dabei scheint Friedman geradezu symptomatisch f\u00fcr den derzeitigen Zustand einiger j\u00fcdischer Intellektueller zu sein. Nach au\u00dfen extrem moralinsauer und im Innersten sittlich verwahrlost. Der berufsauserw\u00e4hlte 'Mischu', wie er von seinen Freunden liebevoll gerufen wird, enth\u00fcllt die moralische Negativauslese der j\u00fcdischen Spitzenorganisationen im speziellen und der BRD-Gesellschaft im allgemeinen.\" (Deutsche Stimme Nummer 7/2003, Seite 4) Unter der Schlagzeile \"BRD als Waffenlieferantin Israels\" hie\u00df es: \"Damit tritt das etablierte Parteienkartell offen f\u00fcr die Unterst\u00fctzung des israelischen Staatsterrorismus gegen die Pal\u00e4stinenser und f\u00fcr eine j\u00fcdische Aggressionspolitik gegen die arabische Welt ein.\" (Deutsche Stimme Nummer 1/2003, Seite 1)","Die NPD argumentierte bis zur Einstellung des Verbotsverfahrens eher Diffamierung zur\u00fcckhaltend, wandte sich aber danach dezidiert gegen das parlademokratischer mentarische System der Bundesrepublik Deutschland. Institutionen \"Volksgemeinschaft oder Parlamentarismus? Zwischen diesen beiden geistesgeschichtlichen Optionen hat sich der Nationalismus in Deutschland eindeutig zu entscheiden. (...) Ans\u00e4tze zu einer Volksgemeinschaft gab es in Deutschland zweimal: bei Ausbruch des ersten Weltkrieges im August 1914 und in der Zeit zwischen 1933 bis 1945. (...) Dar\u00fcber hinaus erscheint schon der Gedanke absurd, da\u00df in einem parlamentarischen System wie in der BRD (...) \u00fcberhaupt so etwas wie eine 'Volksgemeinschaft' zu verwirklichen w\u00e4re. (...) Zur Durchsetzung fremder politischer und wirtschaftlicher Interessen dient offenbar am besten der Systemtypus der 'parlamentarischen Demokratie'.\" (Deutsche Stimme Nummer 7/2003, Seite 15) \"Wie lange l\u00e4\u00dft sich der W\u00e4hler in Deutschland diese Politik noch gefallen? Merkt er nicht, da\u00df diese Politik Lug und Betrug ist?\" (Deutsche Stimme Nummer 9/2003, Seite 2) Das politische System in Deutschland wurde h\u00e4ufig als \"Regime\" diffamiert, auf dessen Ende man sich vorbereiten m\u00fcsse: \"Das Berliner Globalisierungsregime schl\u00e4gt zu\" (Deutsche Stimme Nummer 8/2003, Seite 1) \"Nur eine radikale Versch\u00e4rfung der Systemkrise bietet die Chance zur \u00dcberwindung eben dieses Systems, nur eine Zuspitzung der Systemmisere f\u00fchrt zu dem ersehnten Umschlagpunkt in eine neue, eine deutsche Ordnung.\" (Deutsche Stimme Nummer 8/2003, Seite 8) \"Das alte Parteiensystem steht vor dem Ende. Nationalisten sollten sich stattdessen auf den Umbruch vorbereiten. Er kommt schneller, als die meisten glauben. Revolutionen - gleichg\u00fcltig welcher Art - kommen immer pl\u00f6tzlich und f\u00fcr viele \u00fcberraschend. Aber sie sind selten unvorhergesehen. Verursacht werden sie nicht durch selbsternannte M\u00f6chtegern-Revolution\u00e4re, sondern durch das alte System. (...) Wo sind die Vorbereitungen auf die Macht\u00fcbernahme? Diese Vorbereitung mu\u00df jetzt erfolgen.\" (Deutsche Stimme Nummer 10/2003, Seite 11)","Die vom Kieler Landtag versuchte Di\u00e4tenerh\u00f6hung wurde wie folgt kommentiert: \"Die Vorg\u00e4nge in Kiel zeigen einmal mehr, da\u00df die durch und durch amerikanisierte Herrscherkaste die Politik nicht als Berufung zum Dienst an der Gemeinschaft, sondern als gute M\u00f6glichkeit zur Selbstbereicherung am Volk betrachtet. Sie werden es bei passender Gelegenheit wieder versuchen, denn die Katze l\u00e4\u00dft das Mausen nicht.\" (Deutsche Stimme Nummer 6/2003, Seite 5) nsverwandtDiese diffamierende Polemik zeigt deutlich, dass die NPD die Prinzipien mit der des Mehrparteiensystems und der Chancengleichheit der Parteien rminologie trotz ihres formalen Bekenntnisses zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung ablehnt. Dar\u00fcber hinaus offenbart die Diktion der NPD, insbesondere der h\u00e4ufige Gebrauch des Begriffs \"System\", den bereits die NSDAP zur Diffamierung der Weimarer Republik eingesetzt hatte, eine Wesensverwandtschaft mit der Ideologie der NSDAP. NPD und JN betrachten die Wertordnung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung in der bestehenden Form als \"\u00fcberholt und handlungsunf\u00e4hig\" und wollen sie deshalb beseitigen. Um dem Ziel der politischen Machtergreifung n\u00e4her zu kommen, hat die Partei zur Verfolgung ihrer verfassungsfeindlichen Bestrebungen ein auf drei S\u00e4ulen\"strategische S\u00e4ulen\" gest\u00fctztes, nach wie vor aktuelles Konzept pt\" entwickelt, n\u00e4mlich - Programmatik: Schlacht um die K\u00f6pfe, - Massenmobilisierung: Schlacht um die Stra\u00dfe, - Wahlteilnahme: Schlacht um die W\u00e4hler. Ausdruck der an Etappenzielen ausgerichteten aggressiven Strategie der NPD ist auch das Konzept der \"Nationalen Au\u00dferparlamentarischen Opposition\" (NAPO). Schon im Vorjahr hatte der NPD-Vorsitzende Udo Voigt erkl\u00e4rt, die NAPO sei \"Ausdruck des Protests gegen Willk\u00fcr und Unterdr\u00fcckung und als verl\u00e4ngerter Arm k\u00fcnftiger nationaler Abgeordneter in den Parlamenten unverzichtbar\". Ziel der NPD sei die Wiederherstellung des \"Deutschen Reichs\" durch \"\u00dcberwindung des liberalkapitalistischen Systems\". Im Rahmen ihres aggressiven Bestrebens, \u00fcber den au\u00dferparlamentarischen Kampf politische Macht in Deutschland zu erringen, veranstaltete die Partei seit dem Amtsantritt des Bundesvorsitzenden im Jahr 1996 bundesweit mehr als 650 Demonstrationen und \u00f6ffentliche Aktionen mit teilweise bis zu 4.000 Teilnehmern. Mit Parolen wie","\"Schlu\u00df mit Sozialabbau und Rentenl\u00fcge! Wir wollen eure 'ReforAggressiver men' nicht!\", \"Nein zur Zerschlagung des Sozialsystems!\" oder Aktionismus im \"Man kann nicht hinnehmen, da\u00df das im Deutschen Reich begr\u00fcnde\"Kampf um die te Sozialsystem durch die Berliner US-Vasallen zerst\u00f6rt wird\" werden Stra\u00dfe\" \u00c4ngste vor Arbeitslosigkeit, Fremdbestimmung oder \u00dcberfremdung verst\u00e4rkt und ausgenutzt. Damit soll eine Krisenstimmung gesch\u00fcrt werden, die den Angriff gegen den sozialen Rechtsstaat und die freiheitliche Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland rechtfertigen soll. Im Oktober hie\u00df es auf den Internet-Seiten der NPD: \"Mit asozialen Einschnitten versucht die politische Klasse das Volk auszupl\u00fcndern und ihr \u00dcberleben zu sichern.\" Seit dem Ende des Parteiverbotsverfahrens gelingt es der NPD jedoch mmer weniger, die rechtsextremistische Szene innerhalb des Konzepts der NAPO zusammenzuf\u00fchren. \"Spitzelverd\u00e4chtigungen\" und Ansehensverlust die Reaktion der Parteif\u00fchrung auf \"Enttarnungen\" haben das Anbei Neonazis sehen der Partei geschw\u00e4cht, vor allem bei Neonazis und Skinheads. Auch die Unterst\u00fctzung durch die \"Freien Nationalisten\" ging deutich zur\u00fcck. Damit hat der bislang favorisierte \"Kampf um die Stra\u00dfe\" f\u00fcr die NPD mittlerweile an Bedeutung verloren. n einem Rundschreiben vom M\u00e4rz betonte der NPD-Bundesvorsitzende, dass die Partei auch nach Abschluss des Verbotsverfahrens an hrem \"strategischen Konzept\" mit den drei S\u00e4ulen festhalte. Da man beim \"Kampf um die Stra\u00dfe\" schon gute Fortschritte erzielt habe, k\u00f6nne nun der \"Kampf um die K\u00f6pfe\" verst\u00e4rkt gef\u00fchrt werden. So will Voigt jetzt auf \"Helle K\u00f6pfe statt Glatzen\" setzen und daher gezielt Akademiker f\u00fcr die NPD werben. Mit so genannten \"politischen \"Politische Gespr\u00e4chskreisen\", insbesondere im Bereich des Bezirksverbands Gespr\u00e4chskreise\" Niederbayern und in M\u00fcnchen soll Mitgliedern und Interessenten ein gewisser \"intellektueller Anspruch\" vermittelt werden. Dazu stellte der Theoretiker und Vordenker der NPD J\u00fcrgen Schwab die These auf: \"Die NPD braucht Politiker, welche die komplexe Theorie begreifen und in der Lage sind, den Flugblattverteilern, Demonstranten und Unterschriftensammlern das Thema 'Volk und Staat' zu erkl\u00e4ren. Dann werden auch mittelfristig K\u00f6pfe zu uns sto\u00dfen, von denen unsere bereits vorhandenen K\u00f6pfe profitieren k\u00f6nnen.\" Zu den Rechtsextremisten mit h\u00f6herem Bildungsniveau, die sich um Intellektualisieeine Intellektualisierung rechtsextremistischer Bestrebungen bem\u00fchen, rungsbestrebungen z\u00e4hlt auch der Vorsitzende des NPD-Bezirksverbands Unterfranken","Uwe Meenen. Zusammen mit J\u00fcrgen Schwab ist er Funktion\u00e4r des rechtsextremistischen \"Bund Frankenland - Staatsb\u00fcrgerliche Runde\"; neben den Rechtsextremisten Horst Mahler und Dr. Reinhold Oberlercher geh\u00f6rt er au\u00dferdem zur F\u00fchrung des \"Deutschen Kollegs\" (DK). Zentrales Anliegen des DK ist die Schulung der \"nationalen Intelligenz\", um auf diese Weise Einfluss auf andere rechtsextremistische Organisationen und Einzelpersonen zu gewinnen. Voigt h\u00e4lt weiter an der Strategie fest, die NPD an die Spitze einer breiten Bewegung zu stellen und unterschiedliche rechtsextremistische Kr\u00e4fte unter Meinungsf\u00fchrerschaft der Partei zu b\u00fcndeln. Dem azis in aus 19 Personen bestehenden Bundesvorstand geh\u00f6ren nach wie vor sgehobenen zwei ehemalige Aktivisten verbotener neonazistischer Gruppierungen onen an. In den Landesverb\u00e4nden sind mehrere Personen mit neonazistischem Vorlauf bekannt, die zum Teil herausgehobene Funktionen aus\u00fcben. Dar\u00fcber hinaus betrachtet die NPD Skinheads als nat\u00fcrliche B\u00fcndnispartner. Allerdings sind im Verh\u00e4ltnis der Partei zur Neonaziund Skinhead-Szene zunehmende Spannungen zu beobachten. Mit einer Orientierung hin zum \"Nationalen Sozialismus\", einer Verkn\u00fcpfung von \"Nation\" und \"Sozialismus\", wirbt die NPD insbesonngsanspruch dere in den neuen Bundesl\u00e4ndern um Anh\u00e4nger. Zugleich sieht sich ationalen die Partei als Anf\u00fchrerin einer breiten sozialen Protestbewegung, die stand\" in \u00f6ffentlichen Aufm\u00e4rschen auf der Stra\u00dfe gemeinsam mit Neonazis und Skinheads ihre auf die \u00dcberwindung des \"Systems\" gerichteten Ziele verfolgt. Sie bietet mit ihrer Organisation der Neonazi-Szene eine legale Organisationsform an und ist somit mitverantwortlich f\u00fcr ein geistiges Klima, das den Boden f\u00fcr \u00dcbergriffe von Rechtsextremisten auf Ausl\u00e4nder und andere Minderheiten bereitet. Ihre verbale Ablehnung des parlamentarischen Verfassungsstaats hat sie beibehalten. Staatliche Ma\u00dfnahmen und ein breiter Widerstand in der Bev\u00f6lkerung gegen den Rechtsextremismus lassen jedoch das Konzept der Partei und der von ihr im \"Nationalen Widerstand\" gef\u00fchrten \"unabh\u00e4ngigen Kameradschaften\" nicht aufgehen. 2.1.2 Organisation Die Verbotsdiskussion l\u00f6ste im rechtsextremistischen Spektrum zun\u00e4chst eine Solidarisierung aus, die der NPD vor\u00fcbergehend neuen nde Zulauf brachte. Von diesem Effekt konnte die Partei allerdings nicht ederzahl nachhaltig profitieren. Ihre Mitgliederzahl ist bundesweit um 1.100","auf rund 5.000 Personen gesunken. Die Partei mit Sitz in Berlin gliedert sich in 16 Landesverb\u00e4nde, die wiederum in Bezirksund Kreisverb\u00e4nde unterteilt sind. Bundesvorsitzender ist seit M\u00e4rz 1996 Udo Voigt; seine Stellvertreter sind Holger Apfel, J\u00fcrgen Sch\u00f6n und der bisherige Generalsekret\u00e4r Ulrich Eigenfeld. Redaktion und Anzeigenabteilung des Parteiorgans \"Deutsche Stimme\" (DS) befinden sich in Riesa/Sachsen. Der Landesverband Bayern mit derzeitiger Adresse in Rain, Landkreis Landesverband Straubing-Bogen, z\u00e4hlt wie im Vorjahr rund 850 Mitglieder, darunter Bayern zahlreiche Angeh\u00f6rige der Neonaziund Skinhead-Szene. Er gliedert sich in sieben Bezirksund rund 50 Kreisverb\u00e4nde, von denen aber weit mehr als die H\u00e4lfte nicht aktiv ist. Der Landesverband wird von Ralf Ollert geleitet, seine Stellvertreter sind Franz Salzberger und Sascha Ro\u00dfm\u00fcller. Nach wie vor sind im bayerischen Landesvorstand neben Anh\u00e4ngern der orthodoxen Linie der NPD auch Funktion\u00e4re mit einer \u00fcberwiegend neonazistisch ausgerichteten Ideologie vertreten. Zwei Beisitzer haben Verbindungen zur Skinhead-Szene. Die NPD verf\u00fcgt mittlerweile \u00fcber das umfassendste Angebot aller Nutzung des rechtsextremistischen Parteien im Internet. Die NPD-Netzseite verf\u00fcgt Internets \u00fcber mehrere Diskussionsforen sowie \u00fcber ein eigenes Textarchiv mit Schlagwortsuchmodus, \u00fcber den alle bislang von der NPD ver\u00f6ffentichten Texte verf\u00fcgbar sind. Viele NPD-Landesverb\u00e4nde verf\u00fcgen \u00fcber eigene Internet-Seiten. \u00dcber eine Linkliste sind Angebote von Untergliederungen der NPD und ihrer Jugendorganisation zug\u00e4ngich. Die NPD und ihre Jugendorganisation unterhalten Verbindungen zu Auslandskontakte gleichgesinnten Personen und Organisationen im westeurop\u00e4ischen Ausland, insbesondere nach \u00d6sterreich, Italien und Spanien. Allerdings ist die NPD ihrem Ziel der Bildung einer nationalistischen nordeurop\u00e4ischen Allianz nicht n\u00e4her gekommen. 2.1.3 Teilnahme an Wahlen Die NPD verzichtete auf eine Kandidatur bei der Landtagswahl am 21. September in Bayern. Sie beschr\u00e4nkte sich auf die Teilnahme an der gleichzeitig durchgef\u00fchrten Bezirkstagswahl in Niederbayern, wo Bezirkstagswahl","sie sich den gr\u00f6\u00dften Zuspruch erhoffte. Der erzielte Stimmenanteil von 0,5 % reichte jedoch nicht f\u00fcr den Einzug eines NPD-Bewerbers in den Bezirkstag. Im Stimmkreis Straubing erhielt der \"NPD-Spitzenkandidat\" Sascha Ro\u00dfm\u00fcller rund 240 Erststimmen (1,6 %). Dennoch h\u00e4lt die NPD an ihrem Ziel fest, bei der Europawahl 2004 ein Wahlergebnis von 0,5 % und damit die Gew\u00e4hrung von Mitteln aus der staatlichen Parteienfinanzierung zu erreichen. Hierzu plante sie unter Zur\u00fcckstellung eigener Interessen eine B\u00fcndelung der Kr\u00e4fte im \"Nationalen Lager\". In einem \"Leipziger Appell\" propagierte eitertes sie die Gr\u00fcndung einer \"Deutschen Liste f\u00fcr Europa\" (DLFE) als parinisangebot t\u00e4tisch besetzte nationale Wahlplattform aller deutschen rechtsextreuropawahl mistischen Parteien. Dieses Angebot scheiterte allerdings am Desinteresse der Parteif\u00fchrungen von DVU und REP. 2.1.4 Verbotsverfahren Der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe hat mit Beschluss vom 18. M\u00e4rz das Verbotsverfahren gegen die NPD und llung des ihre Jugendorganisation wegen Verfassungswidrigkeit gem\u00e4\u00df Art. 21 hrens Abs. 2 Grundgesetz - ohne Entscheidung in der Sache - eingestellt. Im Senat fand sich nicht die nach dem Bundesverfassungsgerichtsgesetz notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit f\u00fcr die Fortsetzung des Verfahrens; drei von sieben Richtern stimmten f\u00fcr die Beendigung. Vier Richter waren der Auffassung, der blo\u00dfe Anschein oder die abstrakte Gefahr einer Ausforschung der NPD durch V-Leute beinhalte keinen Versto\u00df gegen den Grundsatz des fairen Verfahrens und reiche f\u00fcr eine Verfahrenseinstellung nicht aus. Die Belange des pr\u00e4ventiven Verfassungsschutzes w\u00fcrden durch eine Verfahrenseinstellung nicht angemessen ber\u00fccksichtigt und der Kampf gegen den Extremismus werde damit erschwert. onen Unter der Rubrik \"aktuelle Meldungen\" erkl\u00e4rte der Parteivorsitzende PD Udo Voigt auf den Internet-Seiten der NPD, das Verfahren habe der Partei einen gewaltigen Bekanntheitsgrad verschafft. Voigt zeigte sich erleichtert dar\u00fcber, dass die Ungewissheit nun vorbei sei. \u00dcberdies bedauerte er, dass in der Sache nicht \u00fcber Ziele und Programm der NPD entschieden worden sei. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts bezeichnete er als faulen Kompromiss. Dem System sei es gelungen, die Notbremse zu ziehen und sich an einer klaren Entscheidung vorbeizumogeln. Das Verfahren sei vor allem durch","Aktivit\u00e4ten \"diverser Spitzel\" gekippt, mit denen die etablierten Parteien insbesondere die nationale Opposition h\u00e4tten bek\u00e4mpfen wollen. m Rahmen einer Kampagne \"Von wegen Verbot: 1:0 f\u00fcr Deutschland, Herr Schily!\" versuchte die NPD, die Bev\u00f6lkerung dar\u00fcber aufzukl\u00e4ren, \"was die Herren Schily und Beckstein in \u00dcbereinstimmung mit den Verfassungsorganen und dem Zentralrat der Juden in Deutschand verbieten wollten\". Die B\u00fcrger w\u00fcrden \"nun bald erkennen, dass wir die einzige wirkliche politische Alternative in diesem Land sind\". Nach Verk\u00fcndung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts gab der Prozessvertreter der NPD Horst Mahler seinen Austritt aus der Partei bekannt. Die NPD sei f\u00fcr ihn eine am Parlamentarismus ausgerichtete Partei und deshalb unzeitgem\u00e4\u00df. 2.1.5 Sonstige Aktivit\u00e4ten 2.1.5.1 Parteitage Am 3. und 4. Oktober fand in Saarbr\u00fccken der Europawahlparteitag Europawahlder NPD mit rund 120 Delegierten sowie etwa 80 G\u00e4sten statt. Im parteitag in Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Aufstellung der ListenSaarbr\u00fccken bewerber f\u00fcr die Europawahl und die Verabschiedung des Europawahlprogramms der NPD. Spitzenkandidat ist der Parteivorsitzende Udo Voigt; Platz 5 belegt der langj\u00e4hrige fr\u00fchere Parteivorsitzende G\u00fcnter Deckert. Voigt betonte in seiner Rede, die NPD trete zur Europawahl an, damit im Europaparlament endlich deutsche Interessen vertreten w\u00fcrden. Der Parteivorstand habe sich auf seiner Sitzung am 24. August mit der Zerstrittenheit des nationalen Lagers befasst und es als Aufgabe der NPD als \u00e4ltester nationaler Partei angesehen, diesen Zustand der Spaltung und Trennung bei einer so wichtigen Wahl zu \u00fcberwinden. Auf den vom Parteivorstand mit gro\u00dfer Mehrheit verabschiedeten \"Leipziger Appell\" h\u00e4tten die Vorsitzenden der DVU und REP jedoch nicht einmal geantwortet. Sie s\u00e4\u00dfen noch immer auf ihrem hohen Ross und spalteten weiter die deutsche Rechte. Als NPD-Parteivorsitzender fordere er nun die Mitglieder und Funktionstr\u00e4ger von REP und DVU auf, endlich die notwendigen Konsequenzen zu ziehen und diese Organisationen zu verlassen. Der NPD k\u00f6nne es so erm\u00f6glicht werden, endlich die Vertretung all der Deutschen zu sein, die noch deutsch sein wollten.","sparteitag Der NPD-Landesverband Bayern hielt am 26. Oktober in Geiselwind, selwind Landkreis Erlangen-H\u00f6chstadt, seinen diesj\u00e4hrigen Parteitag ab. Daran beteiligten sich bis zu 100 Mitglieder und Sympathisanten, darunter 51 Delegierte. Der Landesvorsitzende Ralf Ollert betonte in seinem Rechenschaftsbericht, dass die Chancen der NPD nach dem Ende des Verbotsverfahrens wieder gestiegen seien. Er r\u00e4umte ferner das \"unerwartet schlechte\" Abschneiden bei der Bezirkstagswahl in Niederbayern ein; urs\u00e4chlich daf\u00fcr sei wohl der Verzicht auf die Teilnahme an der Landtagswahl in Bayern gewesen. Die Zusammenarbeit mit der aus rechtsextremistischen Skinheads und Neonazis bestehenden \"Fr\u00e4nkischen Aktionsfront\" (F.A.F.) bezeichnete er als sehr konstruktiv. Gleichwohl billigten die Delegierten einen Antrag des Kreisverbands Erlangen-H\u00f6chstadt, wonach Funktionstr\u00e4ger der Partei k\u00fcnftig f\u00fcr Redeauftritte bei \u00f6ffentlich angek\u00fcndigten Veranstaltungen anderer Organisationen die Genehmigung des Landesvorstands einzuholen haben. Anlass dieses Beschlusses waren vor allem \u00f6ffentliche Kundgebungen des zuvor aus der NPD ausgeschlossenen Neonazi Gerhard Ittner, die besonders in N\u00fcrnberg auf erhebliche Proteste gesto\u00dfen waren. 2.1.5.2 Kundgebungen und sonstige Aktionen Im Zusammenhang mit dem NPD-Verbotsverfahren hat die Attraktivit\u00e4t der NPD bei Neonazis und Skinheads abgenommen. \"Spitzelverd\u00e4chtigungen\" und die Reaktion der Parteif\u00fchrung auf \"Enttarnungen\" schw\u00e4chten das Ansehen der Partei in der rechtsextremistischen Szene. Auch die Unterst\u00fctzung durch die \"Freien Nationalisten\" hat deutlich nachgelassen. gebung zum So blieb die NPD bei ihrer zentralen Kundgebung am 1. Mai in Ber- i in Berlin lin-Charlottenburg unter dem Motto \"Wir sind das Volk - soziale und nationale Gerechtigkeit durchsetzen!\" mit etwa 1.500 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet weit hinter ihren Erwartungen zur\u00fcck. Aus der bayerischen rechtsextremistischen Szene waren nur etwa 300 Personen angereist. Deutlicher als in den Vorjahren stand diese \"Pflichtveranstaltung f\u00fcr jedes NPD-Mitglied\" in Konkurrenz zu einer Parallelkundgebung von Neonazis in Halle. Der rechtsextremistische Anwalt J\u00fcrgen Rieger kritisierte in seiner Rede auf der Schlusskundgebung die \"volksfeindliche\" Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. Dem gegen\u00fcber sei es in den drei\u00dfiger Jahren des 20. Jahrhundertsgelungen, so Rieger in Anspielung auf die Besch\u00e4ftigungs-","politik des NS-Regimes, in nicht einmal vier Jahren sechs Millionen Arbeitslose in Lohn und Brot zu bringen. Der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt behauptete, das Verbotsverfahren gegen seine Partei sei nur deshalb eingeleitet worden, um ihr als der einzigen politischen Oppositionspartei eine gr\u00f6\u00dfere Resonanz in der Bev\u00f6lkerung zu verwehren. Statt einer Verunsicherung durch eingeschleuste Spitzel habe die NPD nunmehr den Vorteil, dass V-Leute in den eigenen Reihen bekannt geworden seien. Der NPD-Landesverband Bayern veranstaltete am 14. Juni in N\u00fcrnDemonstration berg eine Demonstration unter dem Motto \"17. Juni 1953 - 14. Juni in N\u00fcrnberg zum 2003. Damals wie heute: F\u00fcr Einheit, Freiheit und Selbstbestim17. Juni 1953 mung\". An der Veranstaltung beteiligten sich etwa 300 Rechtsextremisten, darunter zahlreiche Neonazis und rechtsextremistische Skinheads. Als Redner traten der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt, der bayerische Landesvorsitzende Ralf Ollert und Aktivisten der neonazistischen \"Fr\u00e4nkischen Aktionsfront\" (F.A.F.) auf. Die Beitr\u00e4ge besch\u00e4ftigten sich im Kern nicht mit dem demokratischen Volksaufstand n der DDR, sondern wiesen auf angebliche Parallelen zwischen der Situation von 1953 im DDR-Unrechtsstaat und der heutigen Situation n der Bundesrepublik Deutschland hin. Auf einem mitgef\u00fchrten Transparent hie\u00df es: \"Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht!\". Im Rahmen der NPD-Veranstaltung gab die Skinhead-Band \"Radikahl\" ein halbst\u00fcndiges Konzert. Bereits im Februar rief das NPD-Pr\u00e4sidium in einer Pressemitteilung \"Volk steh auf!\" die Mitglieder und Anh\u00e4nger auf, sich an allen Friedensdemonstrationen in Deutschand zu beteiligen. Mit deutlich antiamerikanischem Akzent hie\u00df es in dem Aufruf: \"Die Entscheidung \u00fcber die Kriegsteilnahme des BRD-Deutschland wird nicht im Kanzleramt, sondern in Washington getroffen und ist \u00e4ngst gef\u00e4llt\". In einer Pressemitteilung vom 25. M\u00e4rz erhob der Bundesvorsitzende Udo Voigt die Forderung \"Amis raus aus dem Irak - Amis raus aus Deutschand!\" und bezeichnete die Milit\u00e4raktion gegen den rak als einen Bruch des V\u00f6lkerrechts. Der NPD-Landesverband Bayern veranstaltete am 22. M\u00e4rz in Grafenw\u00f6hr, Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab, eine Protestkundgebung Kundgebung zum unter dem Motto \"Kein Blut f\u00fcr \u00d6l - Ami go home!\" An dem Aufzug Irak-Konflikt zum Eingangstor des US-Truppen\u00fcbungsplatzes beteiligten sich etwa","90 Rechtsextremisten, darunter auch nicht parteigebundene Neonazis und Skinheads. Die Demonstranten zeigten Transparente mit Aufschriften wie \"Selbstbestimmung der V\u00f6lker statt US-Diktatur\" und \"Menschen wollen Frieden, Verbrecher wollen Krieg\". kampagne Sehr ausf\u00fchrlich nutzte das Parteiorgan \"Deutsche Stimme\" das den Thema Irak-Krieg zu antiamerikanischer Propaganda. Der Irak-Krieg rieg wurde als Folge des \"US-Imperialismus\" gebrandmarkt; die \"Washingtoner V\u00f6lkerfeinde\" h\u00e4tten den v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriffsbefehl aus hegemonialen Interessen heraus gegeben, ohne dass das Regime von Saddam Hussein tats\u00e4chlich eine Gef\u00e4hrdung des Friedens bedeutet habe. Insgesamt gesehen gelang es der NPD aber nicht, sich der \u00d6ffentlichkeit als \"Friedenspartei\" darzustellen und mit ihren Aktionen und Publikationen Resonanz zu finden. Mit verschiedenen Kampagnen versuchte die NPD au\u00dferdem, ihr \"politisches Wollen\" der \u00d6ffentlichkeit zu vermitteln. So warb die Partei mit der Abo-Kampagne 2003 \"1.000 neue Abonnenten\" f\u00fcr den Bezug des seit 1976 erscheinenden Organs \"Deutsche Stimme\"(DS). Jedes Abonnement der DS sei ein Schlag ins Gesicht der Herrschenden, jeder Leser ein geistiger Soldat f\u00fcr ein anderes, ein besseres, ein wirklich anst\u00e4ndiges Deutschland. Die Kampagne \"Deutsche wehrt euch! Nein zum EU-Beitritt der T\u00fcrkei!\" wandte sich gegen die \"Orientalisierung Europas!\". Alle Deutschen seien gefordert, Widerstand zu leisten und ein Zeichen zu setzen, um die \"wahnsinnige Bev\u00f6lkerungspolitik\" der herrschenden Politiker in Berlin und Br\u00fcssel zu beenden. 2.1.6 Junge Nationaldemokraten (JN) Deutschland Bayern Mitglieder: 300 50 Vorsitzender: Stefan Rochow Stephan G\u00f6beke-Teichert Gr\u00fcndung: 1969 Sitz: Riesa/Sachsen Publikation: Der Aktivist","Mit den JN verf\u00fcgt die NPD als einzige rechtsextremistische Partei Ideologische \u00fcber eine Jugendorganisation. Die JN bekennen sich in Ideologie und Ausrichtung Zielsetzung zum Programm ihrer Mutterpartei. In ihrem beim Bundesan der NPD kongress 2002 als \"Perspektive f\u00fcr ein besseres Deutschand\" verabschiedeten \"Manifest der nationalistischen Jugend\" stellen sie das als grundlegendes Prinzip der freiheitlichen demokratischen Grundordnung geltende Mehrparteiensystem insofern in Frage, als sie eine \"konstruktive parlamentarische Mitarbeit\" erst nach der \"eigentlichen Entscheidung\" dulden wollen. Die JN haben ihre Funktion als Nahtstelle zwischen der NPD und neonazistischen Organisationen verloren. Dies zeigte sich insbesondere bei der Vorbereitung und Durchf\u00fchrung von Demonstrationen und Gro\u00dfveranstaltungen. Die JN mussten einen deutlichen R\u00fcckgang ihrer Mitgliederzahl hinnehmen und erf\u00fcllen nicht mehr die ihnen zugedachte Rolle als \"Speerspitze des nationalen Widerstands\". RechtsBedeutungsextremistische Jugendliche organisieren sich zunehmend in unabh\u00e4nverlust gigen Kameradschaften. n einem \"Berliner Appell\" mit der \u00dcberschrift \"Wer gegen Krieg ist, \"Berliner Appell\" muss gegen ihn aufstehen! Schweigen ist Unterst\u00fctzung!\" warf der zum Irak-Konflikt JN-Bundesvorstand der gesamten Bundesregierung und insbesondere dem Bundeskanzler vor, dem \"Druck der Kriegstreiber in den USA\" nachzugeben und von dem Wahlversprechen, den anstehenden IrakKrieg weder mit deutschen Soldaten noch mit Geld zu unterst\u00fctzen, abzur\u00fccken. Die JN appellierten an die Bundesregierung, sich nicht \u00e4nger als \"Spielball US-amerikanischer Interessen\" zu erweisen, alle m Ausland stationierten deutschen Truppen, die \"allein der milit\u00e4rische Durchsetzung und Sicherung von US-Interessen\" dienten, abzuziehen sowie Milit\u00e4rflugzeugen der an einem Irak-Krieg beteiligten Staaten keine \u00dcberflugrechte \u00fcber deutsches Territorium einzur\u00e4umen. An einer Veranstaltung des JN-Bundesverbands zum Thema \"Schluss mit der US-Tyrannei - F\u00fcr Freiheit der V\u00f6lker\" am 29. M\u00e4rz in Hanau/Hessen nahmen rund 150 Rechtsextremisten teil, um gegen die Politik der USA im Irak-Krieg zu protestieren. Die Demonstrationsteilnehmer trugen Plakate mit Antikriegsparolen und Fahnen des Irak. Die in der rechtsextremistischen Szene als \"Nationales Kommunikationszentrum Niederbayern\" (NaKomm) bezeichnete Gastst\u00e4tte in Salching, Landkreis Straubing-Bogen, die den JN in Bayern als Lokal","f\u00fcr Zusammenk\u00fcnfte und Schulungsveranstaltungen zur Verf\u00fcgung stand, wurde im April geschlossen. akongress Unter dem Motto \"Kampf um Europa durch den Befreiungsnationalismus der V\u00f6lker\" fand am 25. Oktober in einer Gastst\u00e4tte in Gremsdorf, Landkreis Erlangen-H\u00f6chstadt, der diesj\u00e4hrige Europakongress der JN statt. Unter den rund 160 Teilnehmern befanden sich Delegierte aus Griechenland, Gro\u00dfbritannien, Irland, Italien und Schweden. Der JN-Bundesvorsitzende Stefan Rochow behauptete in seinem Referat, die Idee eines nationalistischen Europas sei nicht in den K\u00f6pfen der etablierten \"Parteibonzen\", sondern auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs entstanden. Damals seien die deutsche Jugend und zahlreiche europ\u00e4ische Freiwillige die wirklichen Vertreter eines nationalistischen Europagedankens gewesen. Der Vorsitzende des rechtsextremistischen Thule-Seminars Dr. Pierre Krebs bezeichnete den \"Kampf um Europa\" als einen \"Kampf um die eigenst\u00e4ndigen Kulturen und Volksseelen Europas\". Als weiterer Redner hob der NPD-Vorsitzende Udo Voigt die Bedeutung der national-revolution\u00e4ren Parteien in Europa f\u00fcr den europ\u00e4ischen Freiheitskampf hervor. eskongress Am n\u00e4chsten Tag fand im selben Lokal der JN-Bundeskongress mit rund 30 Teilnehmern statt. Beide Veranstaltungen verliefen st\u00f6rungsfrei. 2.2 Deutsche Volksunion (DVU) Deutschland Bayern Mitglieder: 11.500 1.200 Vorsitzender: Dr. Gerhard Frey Bruno Wetzel Gr\u00fcndung: 1987 Sitz: M\u00fcnchen Publizistisches Sprachrohr: National-Zeitung/Deutsche Wochen-Zeitung (NZ) 2.2.1 Ideologisch-politischer Standort mistische In ihrem Programm bekennt sich die DVU formal zur freiheitlichen dhaltung demokratischen Grundordnung, doch will sie einige f\u00fcr alle Menschen g\u00fcltige Grundrechte, beispielsweise den Schutz der Familie, zu B\u00fcrgerrechten reduzieren, die ausschlie\u00dflich Deutschen zustehen sollen. Die rechtsextremistische Grundeinstellung der Partei wird in \u00c4u\u00dferungen f\u00fchrender Funktion\u00e4re sowie im Inhalt der im Verlag des Bun-","desvorsitzenden Dr. Gerhard Frey erscheinenden National-Zeitung deutlich. Die rassistisch und nationalistisch gepr\u00e4gte Propaganda der Partei richtet sich insbesondere gegen die Ausl\u00e4nderpolitik und die Europ\u00e4ische Union (EU), aber auch gegen eine deutsche Beteiligung an Milit\u00e4raktionen im Ausland. \"Ohne den Stopp der Massenzuwanderung von Fremden und ohne Verhinderung einer EU-Freiz\u00fcgigkeit f\u00fcr Osteurop\u00e4er und T\u00fcrken ist ohnehin alles, was zur M\u00e4\u00dfigung der Multikulti-Probleme beitragen soll, St\u00fcckwerk und Flickschusterei.\" (NZ vom 21. Februar, Seite 2) \"Viele Dutzende Milliarden Euro k\u00f6nnen durch eine Normalisierung der Rassismus und Zahlungen f\u00fcr Asylbewerber, Scheinasylanten, Kontingentfl\u00fcchtlinge, Nationalismus B\u00fcrgerkriegsfl\u00fcchtlinge, Illegale usw. gewonnen werden. Auch die Finanzierung der Europ\u00e4ischen Union durch Deutschland als ihr wirtschaftlich kr\u00e4nkstes Mitglied ist so wenig hinnehmbar wie Milliarden deutscher Steuergelder verschlingende Auslandseins\u00e4tze der Bundeswehr im Dienste des Imperialismus.\" (NZ vom 6. Juni, Seite 2) \"Auch zeigt sich das Scheitern des Konzepts 'multikulturelle Gesellschaft'. Eines der gr\u00f6\u00dften Blendwerke etablierter Politiker bestand in der Behauptung, durch Massenzuwanderung von Ausl\u00e4ndern seien die sozialen Systeme in der Bundesrepublik Deutschland zu sichern, vor allem die Renten. Tats\u00e4chlich fand in den letzten Jahrzehnten \u00fcberwiegend eine Einwanderung von Ausl\u00e4ndern in die Sozialsysteme und nicht f\u00fcr die Sozialsysteme statt.\" (NZ vom 29. August, Seite 4) Wie bisher z\u00e4hlt die Kritik an der \"extrem einseitigen VergangenRevisionismus heitsbew\u00e4ltigung\" zu den Schwerpunkten der Programmatik. \"Wenn es darum geht, eine 'ewige deutsche Schuld' ins Grenzenlose zu steigern, um selbst heute noch ungeborenen Generationen unseres Volkes eine 'Kollektivverantwortung' f\u00fcr die Untaten des Dritten Reiches aufzub\u00fcrden und damit jeden Anflug eines normalen Patriotismus in Deutschland zu unterbinden, werden von hiesigen Nationalmasochisten selbst eindeutige historische Erkenntnisse ignoriert. Die 'einzigartige' deutsche Schuld ist ein geheiligtes Dogma der etablierten Zeitgeist-Schickeria.\" (NZ vom 10. Januar, Seite 13)","\"Die akute Finanznot der \u00f6ffentlichen Hand, insbesondere der deutschen St\u00e4dte und Gemeinden, zwingt zu brutalen Sparma\u00dfnahmen auf allen Gebieten. (...) Doch das alles ficht antideutsche Vergangenheitsbew\u00e4ltiger nicht an: sie bestehen auf der Errichtung von immer pomp\u00f6seren Bu\u00dfund S\u00fchnest\u00e4tten zur ewigen Erinnerung an deutsche Schuld.\" (NZ vom 6. Juni, Seite 5) \"Die Behauptung einer deutschen Alleinschuld am Zweiten Weltkrieg ist nach wie vor ein geradezu geheiligtes Dogma bundesdeutscher Zeitgeschichtsschreibung. Die Sucht nach Nestbeschmutzung etablierter 'Historiker' hat dazu gef\u00fchrt, dass viele Stimmen, die deutsche Alleinschuld am Zweiten Weltkrieg widerlegen, in der Bundesrepublik verheimlicht und unterdr\u00fcckt werden.\" (NZ vom 5. September, Seite 12) vierung der Dabei werden die Verbrechen der Nationalsozialisten zwar nicht ausrbrechen dr\u00fccklich geleugnet, doch wird versucht, diese durch wiederholte Hinweise auf historische Verbrechen anderer V\u00f6lker zu relativieren. So bemerkte die NZ zur Beteiligung mehrerer deutscher St\u00e4dte an einer Aktion zur Erinnerung an NS-Verbrechen: \"Sollten zahlreiche weitere St\u00e4dte folgen, wovon man unter den herrschenden Verh\u00e4ltnissen ausgehen kann, werden die jetzt schon rund 6.000 Mahnmale und Gedenkst\u00e4tten in Deutschland, die deutsche Schuld beschw\u00f6ren, bald auf Hunderttausende angeschwollen sein. Viele Deutsche fragen sich allerdings, wo Erinnerungs-Pflastersteine f\u00fcr die sch\u00e4tzungsweise eine Million von alliierten Terrorbombern w\u00e4hrend des Krieges ermordeten deutschen M\u00e4nner, Frauen, Kinder und Greise bleiben ...\" (NZ vom 14. Februar, Seite 9) \u00c4hnliche Polemik fand sich in Angriffen auf den j\u00fcdischen US-Architekten des Berliner Holocaust-Mahnmals: \"Wo sind seine Monumental-Mahnmale zur Aufbereitung von Indianerausrottung und Negersklaverei, zu Erinnerung an Atombomben-Verbrechen, zur Beschw\u00f6rung amerikanischer Schuld bei 'Befreiungs'-Verbrechen, insbesondere der Bombardierung und Ausradierung deutscher St\u00e4dte? Und sollte Herr Eisenman dann wirklich immer noch nicht ausgelastet sein, so k\u00f6nnte er sich daranmachen, Verbrechen und Massaker nach 1945 aufzuarbeiten, darunter blutige US-Kriege und israelische Untaten.\" (NZ vom 22. August, Seite 1)","Die antiamerikanische Haltung der DVU wurde in einer Stellungnahme zum Irak-Krieg deutlich, mit der gleichzeitig die Befreiung Deutschlands von der NS-Diktatur verunglimpft wurde: \"Die Schlechtigkeit der US-F\u00fchrung verdiente ins Buch der Rekorde aufgenommen zu werden. Erst bel\u00fcgen Bush und seine Befehlsgeber schamlos die ganze Welt, dann verbrechen sie einen v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriffskrieg, t\u00f6ten Unschuldige und Wehrlose, sperren Gefangene in menschenunw\u00fcrdige K\u00e4fige und schlachten gegnerische F\u00fchrer ab. US-Amerika setzt mit diesen neuerlichen Schurkentaten die Blutspur der Vergangenheit fort. Und wer bisher geglaubt hatte, Amerikaner h\u00e4tten nach 1945 Deutschland 'befreit' und seien als Heilsbringer gekommen, der ahnt nun, dass er in Wahrheit einer Geschichtsl\u00fcge aufgesessen sein muss.\" (NZ vom 8. August, Seite 12) Neben der Berichterstattung in der NZ protestierte die DVU gegen die Politik der USA im Irak-Krieg in Flugbl\u00e4ttern mit \u00dcberschriften wie \"Kein Blut f\u00fcr \u00d6l\" und \"Keine deutschen Soldaten in fremde Kriege!\". Auf ihrer Internet-Seite rief sie Mitglieder und Sympathisanten dazu auf, an \u00fcberparteilichen Kundgebungen gegen den Irak-Krieg teilzunehmen. Eigene Demonstrationen f\u00fchrte die DVU nicht durch. Die DVU vermeidet offenen Antisemitismus, doch wird ihre antisemiLatenter tische Grundhaltung in ihrem publizistischen Sprachrohr deutlich. Antisemitismus \"Die Deutschen d\u00fcrfen nicht als zu melkende K\u00fche verloren gehen. (...) Die Rollenverteilung zwischen Deutschen und Juden jedenfalls hat der J\u00fcdische Weltkongress eindeutig und ein f\u00fcr alle Mal festgelegt: Die einen fordern, die anderen zahlen. Dass solche Beziehung nicht besonders kreativ ist, sei gern zugestanden.\" (NZ vom 21. Februar, Seite 10) \"Jetzt hat Israel Singer, derzeitiger Pr\u00e4sident des J\u00fcdischen Weltkongresses, die Hoffnung auf ein Ende der Wiedergutmachung allerdings zerst\u00f6rt. Er will das Fass wieder \u00f6ffnen und behauptet, es seien weitere anspruchsberechtigte Zwangsarbeiter gefunden worden, die die Antragsfrist auf Entsch\u00e4digung vers\u00e4umt h\u00e4tten. (...) Interessant ist jedenfalls, dass man laufend auf immer neue ehemalige 'Zwangsarbeiter' st\u00f6\u00dft. Demnach scheinen wesentlich mehr \u00fcberlebt zu haben, als bislang unter Hinweis auf die 'furchtbaren Arbeitsbedingungen' f\u00fcr diese armen Menschen immer behauptet wurde.\" (NZ vom 14. Februar, Seite 5)","vierung Nach wie vor ist die Partei bestrebt, rechtsextremistisch motivierte extremisGewalt zu relativieren: r Gewalt \"Der D\u00fcsseldorfer Synagogenanschlag des 3. Oktober 2000 l\u00f6ste wieder einmal Hysterie gegen rechts aus ('Aufstand der Anst\u00e4ndigen'), hatte aber mit rechts nichts zu tun. Auch jetzt, wegen des 'geplanten Neonazi-Anschlags' von M\u00fcnchen, sabbern Meinungsmacher gegen alles was recht(s) ist (...). Die Reaktionen auf das Auffliegen der angeblich oder tats\u00e4chlich ausgeheckten Untat sprechen f\u00fcr sich: Deutschland, ohnehin auf Kriechspur, soll noch mehr robben, s\u00fchnen, b\u00fc\u00dfen, zahlen. Und gewisse Etablierte \u00fcberbieten sich in Haudrauf-Forderungen gegen alle Rechten, um die l\u00e4stige politische Konkurrenz kaputtzumachen.\" (NZ vom 19. September, Seite 3) 2.2.2 Organisation \u00e4ufige Die Mitgliederzahl der DVU ist bundesweit um etwa 1.500 Personen ederzahl auf 11.500 zur\u00fcckgegangen; in Bayern z\u00e4hlt die Partei 1.200 (2002: 1.400) Mitglieder. Die DVU hat keine Jugendorganisation und betreibt keine Jugendarbeit. Sie verf\u00fcgt in allen Bundesl\u00e4ndern nominell \u00fcber Landesverb\u00e4nde, die jedoch nach au\u00dfen kaum in Erscheinung treten. Auf Kreisund Ortsebene ist die DVU ebenfalls kaum vertreten. Der bedingungslose Machtanspruch des Vorsitzenden Dr. Frey l\u00e4sst den Unterorganisationen keinen Handlungsspielraum. Im Verlag des Parteivorsitzenden erscheint die \"National-Zeitung/Deutsche Wochen-Zeitung\" (NZ) als Werbetr\u00e4ger und publizistisches Sprachrohr der DVU. Nach wie vor ist die DVU bei ihrem Vorsitzenden hoch verschuldet. Die Personalunion von Vorsitzendem und Kreditgeber verleiht Dr. Frey eine ungew\u00f6hnliche Machtf\u00fclle. Die Kontakte der DVU zu ausl\u00e4ndischen Rechtsextremisten haben an Bedeutung verloren. 2.2.3 Beteiligung an Wahlen Die Taktik der DVU, nur bei sicher zu erwartenden Erfolgen zu kandierfolg dieren, hat sich bei der B\u00fcrgerschaftswahl am 25. Mai in Bremen men abermals bew\u00e4hrt. In den getrennt gez\u00e4hlten Wahlbereichen Bremen und Bremerhaven erzielte die Partei 1,4 % (1999: 2,5 %) bzw. 7,1 % (1999: 6,0 %). Aufgrund einer Sonderregelung im Bremer Wahlrecht,","die f\u00fcr den Einzug in das Parlament die \u00dcberwindung der 5 %-Sperrklausel in nur einem Landesteil fordert, erhielt die DVU wieder einen Sitz in der B\u00fcrgerschaft. Damit ist die Partei wie bisher in zwei Landtagen (Brandenburg und Bremen) vertreten. Die DVU hatte einen finanziell aufw\u00e4ndigen Wahlkampf mit Parolen wie \"Noch mehr Ausl\u00e4nder rein? NEIN!\", \"Arbeitspl\u00e4tze zuerst f\u00fcr Deutsche\", \"Schnauze voll? Die Quittung f\u00fcr die Bonzen: DVU\" oder \"Keine deutschen Soldaten in fremden Konflikten\" gef\u00fchrt. Bei der Kommunalwahl am 28. September in Bremerhaven erhielt die DVU 8,1 % (1999: 5,2 %) der Stimmen und nimmt nunmehr vier statt bisher drei Sitze in der Stadtverordnetenversammlung ein. Auch bei der Kommunalwahl in Brandenburg am 26. Oktober trat die DVU nur in ausgew\u00e4hlten Wahlkreisen an, in denen sie auf Erfolge hoffte. An der Landtagsund Bezirkstagswahl am 21. September in Bayern nahm die DVU nicht teil. 2.2.4 Gemeinsamer Landesparteitag Am 11. Januar veranstaltete die DVU in M\u00fcnchen einen gemeinsamen Parteitag der Landesverb\u00e4nde Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg. Daran beteiligten sich etwa 180 Mitglieder und Sympathisanten der DVU. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Neuwahlen der jeweiligen Landesvorst\u00e4nde. Der Vorsitzende des DVU-LandesWiederwahl verbands Bayern Bruno Wetzel wurde in seiner Funktion best\u00e4tigt; des bayerischen seine Stellvertreter sind Dr. Thomas Mehnert und Reiner Degner. Der Landesvorsitzenden Bundesvorsitzende Dr. Gerhard Frey bezeichnete in seiner Rede die Politik der \"Herrschenden\" in Deutschland als Katastrophenpolitik. Nachdr\u00fccklich wandte er sich gegen einen \"Angriff auf den Irak\" und eine deutsche Beteiligung an \"milit\u00e4rischen Abenteuern\" der USA. In diesem Zusammenhang betonte er die \"traditionelle Freundschaft\" des deutschen Volks zur \"mohammedanischen Welt\". Diese k\u00f6nne aber nur dann erhalten und ausgebaut werden, wenn es nicht zu einer Masseneinwanderung nach Deutschland komme. Ferner wiederholte er seine Haltung zur Frage der Zusammenarbeit mit anderen \"rechten\" Parteien: Eine Kooperation komme derzeit nicht in Betracht, vor allem nicht mit der NPD. In diesem Fall k\u00f6nne er besser gleich selbst \"zum Verfassungsschutz gehen\". Eine Zusammenarbeit mit der Partei \"Die Republikaner\" scheitere an deren Vorsitzenden","Dr. Schlierer. Kritische Fragen wie der Verzicht der Partei auf eine Beteiligung an der Bundestagswahl 2002 sowie an den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen am 2. Februar 2003 wurden - wie bei der DVU \u00fcblich - nicht diskutiert. 2.3 Die Republikaner (REP) Deutschland Bayern Mitglieder: 8.000 2.800 Vorsitzender: Dr. Rolf Schlierer Johann G\u00e4rtner Gr\u00fcndung: 1983 Sitz: Berlin Publikation: Der Republikaner 2.3.1 Ideologisch-politischer Standort Die Partei bem\u00fcht sich weiterhin, in ihren \u00f6ffentlichen Verlautbarungen Aussagen mit eindeutig rechtsextremistischer Zielsetzung zu vermeiden. \u00c4u\u00dferungen der Partei wie \"Macht die Grenzen wieder nalismus dicht\" lassen aber immer wieder einen \u00fcbersteigerten Nationalismus, verbunden mit Ressentiments gegen fremde Staaten, Ausl\u00e4nder und Minderheiten erkennen. \"Im Paragraphenwust der EU-Verfassung geht es denn auch vor allem um \u00f6konomische Fragen. Das ungeschriebene Grundgesetz der EU steht zwar nicht drin, wird aber konsequent angewandt: Die Deutschen zahlen. W\u00e4re es nach der Bundesregierung gegangen, h\u00e4tte man gar nicht genug deutsche Souver\u00e4nit\u00e4t in Br\u00fcssel abliefern k\u00f6nnen.\" (Der Republikaner, Nummer 7-8/2003, Seite 5) mus und In einem Beitrag mit der \u00dcberschrift \"Schleichen um den hei\u00dfen enfeindlichPISA-Brei\" hie\u00df es: \"Es kommen schon lange keine Hugenotten mehr zu uns. Es kommt - wie in den Ghettos vorurteilsfrei zu besichtigen - zunehmend der Bodensatz. Die Letzten der Letzten, die es auch in der Heimat zu nichts bringen und mit denen hier allenfalls das Sozialamt noch etwas anfangen kann. Das ist der Hauptgrund f\u00fcr die schlechten Schulleistungen. (...) Bedenkt man, dass neben der anhaltenden j\u00e4hrlichen Masseneinwanderung von mehreren hunderttausend Menschen rund hunderttausend gut ausgebildete junge Deutsche jedes Jahr das Land meist Richtung Amerika verlassen,","kann man sich ausrechnen, welcher Zukunft wir entgegengehen.\" (Der Republikaner, Nummer 5-6/2003, Seite 11) Latente antisemitische Positionen waren in Stellungnahmen zur PoliLatenter tik Israels und zu Vertretern j\u00fcdischer Einrichtungen erkennbar, so Antisemitismus z. B. in einem Artikel mit der \u00dcberschrift \"Zucker f\u00fcr Lobbygruppe\": \"Ein falsches Signal zur falschen Zeit: Mit der Unterzeichnung des Staatsvertrags mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland hat die Bundesregierung sich selbst ein Bein gestellt. Bei aller Freundschaft: Der Zentralrat der Juden ist eine Lobbygruppe, die nicht f\u00fcr die Gesamtheit der j\u00fcdischen Religionsgemeinschaft in Deutschland sprechen kann. Viele liberal gesinnte j\u00fcdische Gemeinschaften f\u00fchlen sich von den h\u00e4ufigen einseitig polarisierenden politischen Stellungnahmen der Zentralratsvorsitzenden Spiegel und Friedman zunehmend nicht vertreten.\" (Der Republikaner, Nummer 3-4/2003, Seite 4) Zum Irak-Krieg erkl\u00e4rte das Parteiorgan, dort gehe es ganz bestimmt Antiamerikanismus nicht um die \"Menschenrechte\": \"Der Schl\u00fcssel liegt in Israel. Hussein ist eine permanente Herausforderung an dessen Existenz. Er ist Hoffnungstr\u00e4ger der Pal\u00e4stinenser, der immer Geld f\u00fcr die Intifada hatte. Da Amerika auf Israel nicht verzichten will, muss Hussein weg. (...) Ziel der USA mu\u00df sein, einen anderen Gewaltherrscher ... einzusetzen: Saddam minus Israel-Feindschaft.\" (Der Republikaner, Nummer 3-4/2003, Seite 11) Nach der Einstellung des Verbotsverfahrens gegen die NPD \u00e4u\u00dferte der REP-Vorsitzende in einer Pressemitteilung vom 18. M\u00e4rz, vor allem \"Beckstein als B\u00fcchsenspanner und Schily als Scharfmacher gegen rechts\" h\u00e4tten keine Gelegenheit ausgelassen, um eine Pogrom-Stimmung gegen rechts anzuheizen. Mit so genannten \"Verdeckten Ermittlern Rechts\" und mit V-Leuten werde von den Innenbeh\u00f6rden seit Jahren ein Neonazi-Popanz inszeniert, finanziert und anschlie\u00dfend politisch instrumentalisiert. 2.3.2 Missachtung des offiziellen Abgrenzungskurses Die Kontakte von REP-Mitgliedern zu anderen Rechtsextremisten zeigen, dass der Abgrenzungsbeschluss von 1990 nicht konsequent umgesetzt wird. So f\u00fchrte der niederbayerische REP-Bezirksvorsitzende Oskar Atzinger gemeinsam mit der NPD-Bezirksvorsitzenden von Niederbayern Gisela B\u00f6hmer am 17. Juni am Passauer Denkmal f\u00fcr","die Opfer des Nationalsozialismus eine Mahnwache f\u00fcr die \"Opfer des Volksaufstands vom 17. Juni 1953\" durch. In M\u00fcnchen engagierte sich der M\u00fcnchner REP-Stadtrat Johann okratie Direkt Weinfurtner bei der Gruppierung \"Demokratie Direkt M\u00fcnchen hen e.V.\" e.V.\". Hierbei handelte es sich um einen Zusammenschluss von etwa 15 Personen unter der Leitung des Rechtsextremisten Roland Wuttke. Der Ende 2003 aufgel\u00f6ste Verein hatte sich zum Ziel gesetzt, \"Demokratie und Zukunftsf\u00e4higkeit Deutschlands\" durch unmittelbare B\u00fcrgerbeteiligung wieder herzustellen. Nach seinem \"Selbstverst\u00e4ndnis\" wollte der Verein \"die Abgrenzungspolitik der selbst ernannten F\u00fchrer unterlaufen\". Er suchte Kontakt zu allen \"Patrioten\", die sich vereinigen m\u00f6chten, und bot ihnen ein organisatorisches Dach. An Info-St\u00e4nden, Mahnwachen und Vortragsveranstaltungen des Vereins nahmen Aktivisten der \u00f6rtlichen Neonaziund Skinhead-Szene teil, darunter auch Angeh\u00f6rige der \"Kameradschaft S\u00fcd - Aktionsb\u00fcro S\u00fcddeutschland\" (AS). Bei einer Veranstaltung am 22. Mai in M\u00fcnchen traten der Herausgeber der rechtsextremistischen Publikation \"Nation & Europa\" Harald Neubauer und der REP-Stadtrat Weinfurtner als Redner auf. Der Kommunalpolitiker gab sich damit als Gegner des offiziellen Abgrenzungskurses der Partei gegen\u00fcber rechtsextremistischen Bestrebungen zu erkennen. Dies zeigt, dass diese auch vom REP-Landesvorsitzenden G\u00e4rtner vertretene gem\u00e4\u00dfigte Linie innerhalb der REP noch immer umstritten ist. Das Parteiorgan ver\u00f6ffentlichte ein Interview mit dem Vordenker der franz\u00f6sischen Neuen Rechten Alain de Benoist, der darin die politische Achse \"Paris-Berlin-Moskau\" als \"Gegengewicht zur amerikanischen Hypermacht\" propagierte. Der Irakkrieg - so Benoist - reihe sich in eine Strategie der USA ein, die darauf abziele, die Kontrolle \u00fcber die Erd\u00f6lzufuhr jeder potenziell rivalisierenden Macht zu \u00fcbernehmen. Der Parteiausschluss eines REP-Kreisrats und Pressesprechers des Kreisverbands F\u00fcrstenfeldbruck f\u00fchrte Presseberichten zufolge zum Austritt fast aller Mitglieder des REP-Kreisverbands aus der Partei. Sie bekundeten damit Solidarit\u00e4t mit dem Betroffenen, der als entschiedener Kritiker des Abgrenzungskurses der Parteif\u00fchrung auf Bundesund Landesebene in Erscheinung getreten war.","2.3.3 Organisation Empfindliche Mitgliederverluste als Folge anhaltender Erfolglosigkeit R\u00fcckl\u00e4ufige bei Wahlen kennzeichnen die Entwicklung der Partei, die im Jahr Mitgliederzahl 1994 bundesweit \u00fcber rund 20.000 Anh\u00e4nger verf\u00fcgt hatte. Ende 2003 geh\u00f6rten der Partei im Bundesgebiet 8.000 (2002: 9.000) Mitglieder an. Am st\u00e4rksten ist die Partei noch in Baden-W\u00fcrttemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Parteivorsitzender ist seit Ende 1994 Dr. Rolf Schlierer. Seine Stellvertreter sind Bj\u00f6rn Clemens, Johann G\u00e4rtner, Haymo Hoch und Ursula Winkelsett. Der von Johann G\u00e4rtner gef\u00fchrte Landesverband Bayern z\u00e4hlt etwa 2.800 (2002: 3.000) Mitglieder. Der Bundesverband, der Landesverband Bayern und weitere REP-Gliederungen sind mit eigenen Homepages im Internet vertreten. 2.3.4 Teilnahme an Wahlen Der Abw\u00e4rtstrend der REP setzte sich nicht nur bei der Mitgliederzahl, Landtagswahlen sondern auch bei den Wahlergebnissen fort. An den Landtagswahlen in Hessen und n Hessen und Niedersachsen am 2. Februar beteiligten sich die REP Niedersachsen als einzige Partei des rechtsextremistischen Spektrums. In beiden L\u00e4ndern kam es zu hohen Stimmenverlusten. In Hessen b\u00fc\u00dfte die Partei mit einem Stimmenanteil von 1,3 % (1999: 2,7 %) mehr als die H\u00e4lfte ihrer Stimmen ein. Bei der Bundestagswahl 2002 hatten die REP in Hessen 0,8 % der W\u00e4hlerstimmen erhalten. n Niedersachsen erzielte die Partei nur noch einen Stimmenanteil von 0,4 % (1998: 2,8 %) und verlor damit gegen\u00fcber der letzten Landtagswahl rund 85 % ihrer W\u00e4hler. Bei der Bundestagswahl 2002 hatten die REP in Niedersachsen einen W\u00e4hleranteil von 0,3 % erreicht. Auch bei der Landtagswahl in Bayern am 21. September erlitten die Landtagswahl REP mit einem Stimmenanteil von 2,2 % (1998: 3,6 %) deutliche Verin Bayern uste, obwohl sie ohne Konkurrenz aus dem rechtsextremistischen Lager angetreten waren. In einer Pressemitteilung f\u00fchrten die REP diesen Misserfolg insbesondere auf eine \"Kampagne\" des bayerischen nnenministeriums im Zusammenhang mit dem von Neonazis geplanten Anschlag anl\u00e4sslich der Grundsteinlegung f\u00fcr das j\u00fcdische Gemeindezentrum in M\u00fcnchen zur\u00fcck. In der \u00d6ffentlichkeit sei gezielt ein Zusammenhang zwischen dem \"Neonazi-Popanz\" und den REP behauptet worden, um die Partei bei b\u00fcrgerlichen W\u00e4hlern zu diffamieren.","Eine weitere Niederlage bezogen die REP bei der gleichzeitig durchgef\u00fchrten bayerischen Bezirkstagswahl. Von den 1998 errungenen sechs Mandaten gingen f\u00fcnf verloren. Lediglich Sonja Weczerek, die REP-Spitzenkandidatin des Wahlkreises Oberbayern, wurde in den dortigen Bezirkstag gew\u00e4hlt. kampfWie bereits bei der Bundtagswahl 2002 hatten die Republikaner auch ion in den diesj\u00e4hrigen Wahlk\u00e4mpfen versucht, sich als Protestpartei zu profilieren, die gegen \"St\u00fcmperei und Steuerwucher in Berlin, Filz und Spezlwirtschaft in M\u00fcnchen, gegen die L\u00fcgen des Herrn Koch in Hessen und gegen das Chaos an Niedersachsens Schulen\" ank\u00e4mpfe. Im bayerischen Landtagswahlkampf agitierte die Partei mit den Fragen \"Wollen Sie DDR-Verh\u00e4ltnisse in Bayern? Einheitspartei? Einheitsberichterstattung? Einheitsgesetzgebung? Bespitzelung der B\u00fcger?\". Sie setzte damit die demokratische Staatsund Gesellschaftsordnung mit dem menschenverachtenden Regime der fr\u00fcheren DDR gleich. Ein zentrales Thema aller Wahlk\u00e4mpfe war die Einwanderungsund Ausl\u00e4nderpolitik. Mit einem Plakat \"Goldz\u00e4hne f\u00fcr Asylbewerber? Zahnl\u00fccken f\u00fcr Deutsche?\" und einem im Internet ver\u00f6ffentlichten Flugblatt \"Wir brauchen keine Zuwanderung, Herr Schily, sondern dringende R\u00fcckf\u00fchrung der 'nichtdeutschen' Arbeitslosen und Sozialhilfeempf\u00e4nger in ihre Herkunftsl\u00e4nder\" versuchte die Partei, gezielt \u00c4ngste und Ressentiments gegen Ausl\u00e4nder zu sch\u00fcren. 2.3.5 Aktivit\u00e4ten cher An der Aschermittwochsveranstaltung der REP am 5. M\u00e4rz in Geisenrmittwoch hausen, Landkreis Landshut, nahmen wie im Vorjahr etwa 500 Personen teil. Als Hauptredner traten wiederum der bayerische Landesvorsitzende Johann G\u00e4rtner sowie der Bundesvorsitzende Dr. Rolf Schlierer auf. G\u00e4rtner stimmte die Anwesenden vor allem auf den Landtagswahlkampf 2003 ein. Dem bayerischen Ministerpr\u00e4sidenten warf er \"zahlreiche Skandale\" vor; die CSU sei \"scheinheilig und unf\u00e4hig zur Erneuerung\". Durch die Masseneinwanderung in Deutschland w\u00fcrden \"unsere Kassen\" gepl\u00fcndert. In \"unseren St\u00e4dten und Schulen\" finde bereits heute eine Islamisierung statt. Der REP-Bundesvorsitzende sprach sich in seinem Vortrag gegen Auslandseins\u00e4tze von deutschen Soldaten aus. Zum Irak-Krieg bemerkte er, Deutschland m\u00fcsse sich klar von den \"imperialen Interessen\" der Hegemonialmacht USA abgrenzen. Auch m\u00fcsse \"Schluss sein mit dem deutschen Schuldkomplex, als seien die NS-Verbrechen einzigartig und die Deut-","schen eine Verbrechernation\". Zur Europ\u00e4ischen Union f\u00fchrte Dr. Schlierer aus, die EU mache Deutschland zum \"Sozialamt Mitteleuropas\". Die \"Altparteien\" n\u00e4hmen dies tatenlos hin. Am 15. November stellten die REP auf einem Sonderparteitag in EuropawahlM\u00fcnster-Hiltrup/Nordrhein-Westfalen je 15 Kandidaten und Ersatzparteitag bewerber f\u00fcr die Europawahl 2004 auf. Spitzenkandidatin ist die stellvertretende Bundesvorsitzende und Landesvorsitzende von Nordrhein-Westfalen Ursula Winkelsett, gefolgt vom Bundesvorsitzenden Dr. Rolf Schlierer. Zwei Bewerber aus Bayern nehmen die Listenpl\u00e4tze sieben und zw\u00f6lf ein. n ihrem Programm zur Europawahl wenden sich die REP gegen die Europawahlderzeitige Ausrichtung der EU und fordern ein Europa der Vaterl\u00e4nprogramm der auf der Grundlage des gemeinsamen kulturellen Erbes, das es zu verteidigen gelte. Eine der wichtigsten Aufgaben der EU sei eine restriktive Ausl\u00e4nderund Asylpolitik zwecks Erhalt der europ\u00e4ischen dentit\u00e4t. Nur ein Zuwanderungsstopp f\u00fcr Nichteurop\u00e4er in Verbindung mit einem R\u00fcckf\u00fchrungsprogramm biete die Chance, die bereits stattfindende \u00dcberfremdung einzud\u00e4mmen. \u00dcberdies k\u00f6nnten der EU nur zivilisierte Staaten angeh\u00f6ren. Polen und die Tschechische Republik geh\u00f6rten bis zur Aufhebung der Bierutund Benes-Dekrete sowie der Anerkennung der Vertreibungsverbrechen nicht dazu. Des Weiteren fordern die REP die Abschaffung des Euro und die R\u00fcckkehr zur Deutschen Mark. 2.4 B\u00fcrgerinitiative Ausl\u00e4nderstopp (BIA) Deutschland Bayern Anh\u00e4nger: Einzelpersonen F\u00fchrender Repr\u00e4sentant: Ralf Ollert Gr\u00fcndung: 2001 Sitz: N\u00fcrnberg Mitglieder und Sympathisanten der NPD initiierten Ende Juli 2001 in N\u00fcrnberg die B\u00fcrgerinitiative Ausl\u00e4nderstopp (BIA) als partei\u00fcbergreifende Plattform f\u00fcr die Kommunalwahl 2002. Diese \u00f6rtliche W\u00e4hlergemeinschaft erm\u00f6glichte den NPD-Akteuren ein breites Wahlb\u00fcndTarnorganisation nis mit anderen Rechtsextremisten, das unter dem Etikett der NPD von NPD-Anh\u00e4nallein nicht zustande gekommen w\u00e4re. Dabei sollten Protestw\u00e4hler gern","mit simplen Parolen gewonnen werden, wobei ein direkter Bezug zur NPD vermieden wurde. F\u00fchrender Repr\u00e4sentant der BIA ist der bayerische NPD-Landesvorsitzende Ralf Ollert, der bei der bayerischen Kommunalwahl 2002 als Spitzenkandidat der BIA mit einem Stimmenanteil von 2,3 % einen Sitz im N\u00fcrnberger Stadtrat erreichte. tzung Das im Herbst 2002 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern mittlungsgegen die BIA eingeleitete Verbotsverfahren ruht, nachdem sich die hrens Gruppierung von den strafbaren Internet-Aktivit\u00e4ten des f\u00fcr ihre Homepage verantwortlichen Aktivisten Gerhard Ittner umgehend distanzierte und dessen Beitr\u00e4ge l\u00f6schen lie\u00df. Seitdem tr\u00e4gt die Homepage die \"Handschrift\" Ollerts. Sie ist nach wie vor extremistisch, jedoch weniger aggressiv und um strafrechtlich unangreifbare Inhalte bem\u00fcht. Die \"Grundsatzforderungen\" der BIA wenden sich vor allem gegen die Ausl\u00e4nderpolitik der Bundesregierung: \"Schlu\u00df mit der Masseneinschleusung durch Asylmi\u00dfbrauch! (...) Wer als Asylund MultiKulti-Fanatiker Deutschland zum Sozialamt der Welt machen will, soll ... die anfallenden Kosten mit einer Sondersteuer zahlen. (...) Statt des Solidarit\u00e4tszuschlages sollte vielmehr der Kostenanteil f\u00fcr die verantwortungslose und volksverachtende Massen\u00fcberfremdungspolitik der Systemparteien auf den Lohnabrechnungen aufgef\u00fchrt werden. (...) Wird einem Ausl\u00e4nder auch nur ein Haar gekr\u00fcmmt, schreit die ganze gleichgeschaltete Medienmafia lauthals auf und schreckt dabei auch nicht vor aller\u00fcbelsten Sebnitz-L\u00fcgen zur\u00fcck - deutsche Opfer aber z\u00e4hlen nicht. 'Aufstand der Anst\u00e4ndigen', Betroffenheitsrituale, Vergangenheitsbew\u00e4ltigung - dieses Affentheater ist uns zum \u00dcberdru\u00df bekannt ...\" Nach au\u00dfen trat die BIA im Berichtszeitraum lediglich durch einige Info-St\u00e4nde in Erscheinung. 2.5 Deutschland-Bewegung/Friedenskomitee Deutschland Bayern Mitglieder: 150 80 Vorsitzender: Dr. Alfred Mechtersheimer Gr\u00fcndung: 1990 Sitz: Starnberg Publikationen: Pressespiegel mit \"Frieden 2000 - Nachrichten f\u00fcr die Deutschland-Bewegung\"","Die 1990 gegr\u00fcndete Deutschland-Bewegung/Friedenskomitee mit Sitz in Starnberg z\u00e4hlt bundesweit 150, in Bayern etwa 80 Personen n lokalen Kleingruppen. Die Aktivit\u00e4ten beschr\u00e4nken sich auf Treffen einiger weniger Mitglieder. Dr. Mechtersheimer arbeitet mit bekannten rechtsextremistischen \u00dcberparteiliche Funktion\u00e4ren bzw. Aktivisten verschiedenster Parteien und Gruppen Sammlungszusammen. Mit der Aufl\u00f6sung der als Teilorganisation der Deutschbewegung and-Bewegung gegr\u00fcndeten Deutschen Aufbau-Organisation (DAO) m Jahr 2002 scheiterte der Versuch, die zahlreichen Str\u00f6mungen des rechtsextremistischen Lagers zu einer Sammlungspartei zusammenf\u00fchren. Bereits in der Vergangenheit war Dr. Mechtersheimer bestrebt, die Erfolglosigkeit der von ihm initiierten Gruppierungen zu bagatellisieren. Die politische Position der Deutschland-Bewegung/Friedenskomitee Nationalismus ergibt sich aus den regelm\u00e4\u00dfig erscheinenden Publikationen \"Presseund Fremdenspiegel\" und \"Frieden 2000\" sowie aus Flugbl\u00e4ttern, die fremdenfeindlichkeit feindliche Tendenzen aufweisen und einen \u00fcbersteigerten Nationalismus propagieren: \" ... zweistellige Milliardenbetr\u00e4ge m\u00fcssen die hochverschuldeten Kommunen jedes Jahr f\u00fcr die Unterbringung und Rundum-Versorgung von Millionen Wirtschaftsfl\u00fcchtlingen, Scheinasylanten und nicht mehr r\u00fcckkehrwilligen B\u00fcrgerkriegsfl\u00fcchtlingen aufbringen. Dazu kommen Hunderttausende j\u00fcdische 'Kontingentfl\u00fcchtlinge' aus Osteuropa ...\" (Flugblatt \"R\u00fcckreise statt Einwanderung!\") Ausl\u00e4nder werden pauschal diffamiert und f\u00fcr gesellschaftliche Probeme verantwortlich gemacht. So erkl\u00e4rte Dr. Mechtersheimer in einem Beitrag unter der \u00dcberschrift \"Weshalb das 'System' nicht l\u00e4nger funktioniert: Die deutsche Misere\": \"42 Prozent der t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Menschen in Berlin sind arbeitslos. F\u00fcr die Belastung der Verwaltungsgerichte durch Asylprozesse m\u00fcssen gro\u00dfe Summen angesetzt werden. Das Versagen des Schulsystems (Pisa-Studie) ist wesentlich von Zuwanderern verursacht. Wenn es einen Plan gegeben h\u00e4tte, Deutschland durch Zuwanderung zugrunde zu richten, w\u00e4re er bisher recht erfolgreich verlaufen.\" (\"Nation & Europa\", Nummer 2/2003) n einer im Mai herausgegebenen Schrift mit dem Titel \"Vorsicht Friedman - Anatomie einer heimlichen Medienseilschaft\" sch\u00fcrte das \"Friedenskomitee 2000\" antisemitische Vorurteile, indem es - ver-","ter schw\u00f6rungstheoretisch argumentierend - das Klischee vom dominieemitismus renden j\u00fcdischen Einfluss insbesondere in den Medien aufgriff. Der ehemalige Vizepr\u00e4sidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland wurde als Bestandteil eines komplexen Medien-Netzwerks dargestellt, das in Politik und Wirtschaft hineinwirke und das Denken vieler Menschen deformiere: \"Diese ineinandergreifende Machtstruktur verfolgt ganz bestimmte Ziele: den multikulturellen, antinationalen Umbau der Gesellschaft.\" onismus Revisionistische Auffassungen vertrat die Deutschland-Bewegung im Zuge des Irak-Konflikts in einem Flugblatt \"Nie wieder Bomben-Terror!\": \"Schlu\u00df mit selektiver Trauer, einseitiger 'Erinnerungskultur' und doppelter Geschichts-Moral in der BRD! (...) Widerstand tut not. Das n\u00e4chste Massenmorden durch die westlichen Luft-Terroristen steht kurz bevor!\" 2.6 Sonstige Organisationen Die teils regional, teils bundesweit t\u00e4tigen sonstigen rechtsextremistischen Organisationen sind vielfach nur publizistisch aktiv. Etwaige Aktivit\u00e4ten beschr\u00e4nken sich im Allgemeinen auf interne Veranstaltungen, die kaum Au\u00dfenwirkung entfalten. Zu nennen sind hier insbesondere die Gruppierungen - Deutsche Liga f\u00fcr Volk und Heimat (DLVH) - Gesellschaft f\u00fcr Freie Publizistik (GFP) - Freundeskreis Ulrich von Hutten - Deutsches Kolleg. Weitere rechtsextremistische Organisationen sind unter Nummer 8 dieses Abschnitts aufgef\u00fchrt. 2.7 Druckschriftenund Zeitungsverlag GmbH (DSZ-Verlag) tendstes Der 1958 gegr\u00fcndete, von Dr. Gerhard Frey geleitete DSZ-Verlag in extremistiM\u00fcnchen ist weiterhin das bedeutendste rechtsextremistische PropaPropagandagandainstrument in Deutschland. Die w\u00f6chentliche Auflage der im ment Verlag erscheinenden \"National-Zeitung/Deutsche Wochen-Zeitung\"","NZ) betr\u00e4gt rund 41.000 (2002: 44.000) Exemplare. Als publizistisches Sprachrohr der DVU vertritt die NZ deren nationalistische, rassistische und revisionistische Grundhaltung. Die Beitr\u00e4ge sind gepr\u00e4gt von Vereinfachung, Schematisierung und dem Aufbau von Freund-Feind-Bildern. \"Deutschland, so meinen wir, muss wieder deutscher werden. Das betrifft die l\u00e4ngst ins Wahnwitzige ausgeuferten Multikulti-Zust\u00e4nde auf der Gesellschaftsebene ebenso wie das Denken, F\u00fchlen und Handeln der Einzelnen - 'oben' und 'unten'. Also: Volk, ans Gehirn!\" (NZ vom 16. Mai, Seite 3) \"Arme, Alte und Kranke sollen ausbaden, was die Bonzokratie in diesem Lande seit Jahrzehnten verbockt. (...) Gleichzeitig aber verteilt die Bundesrepublik Milliardenbetr\u00e4ge in alle Welt. Wir sind der gr\u00f6\u00dfte Beitragszahler der Europ\u00e4ischen Union, verplempern Milliarden an Uno und andere internationale OrganiNationalismus sationen, wobei die Zahlungen in keinem Verh\u00e4ltnis zum deutschen Einfluss stehen. Dar\u00fcber hinaus haben wir bereits Abermilliarden Euro f\u00fcr 'Wiedergutmachung' ausgegeben, und ein Ende ist nicht abzusehen.\" (NZ vom 13. Juni, Seite 6 \"Die F\u00fchrung eines Staates, der jedes Jahr beispielsweise allein fast 2,5 FremdenfeindMilliarden Euro Kindergeld an Ausl\u00e4nder zahlt, \u00fcber 10 Milliarden gegenlichkeit leistungslos an die EU und Dutzende Milliarden f\u00fcr das Scheinasylanten-Unwesen sowie f\u00fcr B\u00fcrgerkriegsfl\u00fcchtlinge, Kontingentfl\u00fcchtlinge und Illegale ausgibt, macht sich l\u00e4cherlich, wenn sie behauptet, f\u00fcr die F\u00f6rderung des Nachwuchses des eigenen Volks fehlten die Mittel.\" (NZ vom 6. Juni, Seite 11) \" 'Alles ist ein Ringelspiel/ ob im M\u00e4rzen/ ob August/ immerfort du zahlen Antisemitismus musst, immer steht vor deiner T\u00fcr/ irgendein Kasseur.' Diese Verse eines Wiener Liedes fallen dem Bundesb\u00fcrger immer dann ein, so ein Vertreter des J\u00fcdischen Weltkongresses sich von New York auf den Weg nach Berlin macht.\" (NZ vom 21. Februar, Seite 10) \"Man fragt sich, ob die finanziell aus dem letzten Loch pfeifende deutsche Revisionismus Hauptstadt Berlin keine dringenderen Probleme zu bew\u00e4ltigen hat als die Errichtung immer neuer und immer gigantischerer antideutscher Bu\u00dfund S\u00fchnest\u00e4tten.\" (NZ vom 6. Juni, Seite 5)","Typisches Kennzeichen der NZ ist ihr st\u00e4ndig betonter Wahrheitsanspruch, mit dem sie alle anderen Meinungen indirekt der Unwahrheit bezichtigt: \"Kaufen auch Sie eine oder mehrere weitere Ausgaben dieser Zeitung und kl\u00e4ren Sie damit ahnungslose Mitb\u00fcrger \u00fcber die wahren Hintergr\u00fcnde des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und historischen Geschehens auf. Bitte vers\u00e4umen Sie keine Zeit und wirken Sie jetzt mit, den Deutschen die Wahrheit zu vermitteln.\" (NZ vom 27. Juni, Seite 1) 2.8 Nation Europa Verlag GmbH Der Nation Europa Verlag in Coburg wurde 1953 gegr\u00fcndet. Ein Jahr sp\u00e4ter konstituierte sich der mit den politischen Interessen des Verlags eng verbundene Verein Nation-Europa-Freunde e.V., dem derzeit etwa 200 Mitglieder angeh\u00f6ren. Herausgeber der im Verlag erscheinenden Monatsschrift \"Nation & Europa - Deutsche Monatshefte\" sind die Rechtsextremisten Peter Dehoust und Harald Neubauer. Mit einer Auflage von 14.500 Exemplaren geh\u00f6rt die Zeitschrift zu den wichtigsten rechtsextremistischen Theorieorganen. Sie bietet insbesondere Rechtsextremisten eine publizistische Plattform. \"Nation & Europa\" (NE) verbreitet Beitr\u00e4ge, die in einer Gesamtschau eine sowohl revisionistische als auch latent rassistische bzw. antisemitische Grundhaltung erkennen lassen. \"Berlin ist nicht nur die Hauptstadt Deutschlands, sondern auch die Hauptstadt der deutschen Vergangenheitsbew\u00e4ltigung. Weit \u00fcber hunonismus dert kleinere und gr\u00f6\u00dfere Denkm\u00e4ler und Gedenkst\u00e4tten gibt es in Berlin bereits, mit denen des Dritten Reiches und seiner Opfer gedacht wird. Unter dem Etikett 'Topographie des Terrors' sind sie zu einer ansehnlichen Gedenk-Landschaft zusammengefa\u00dft, die jedes Jahr um neue Erinnerungsst\u00e4tten reicher wird.\" (NE vom Juni 2003, Seite. 63) mus \"Die Einheimischen werden immer weniger, Ausl\u00e4nder immer mehr. Der Zeitpunkt, wann sich die ethnischen Gewichte in der Bundesrepublik umkehren, l\u00e4sst sich schon heute ziemlich pr\u00e4zise vorausberechnen. Experten und Politiker haben auch daf\u00fcr ein Wort: 'demographischer Wandel'. Das klingt doch gleich viel harmloser.\" (NE vom Februar 2003, Seite 30)","\"In den Auslassungen des israelischen Pr\u00e4sidenten spiegelt sich die \u00c4hnAntisemitismus lichkeit mit der US-Einstellung gegen\u00fcber besiegten Feinden. Auch Amerikaner kennen keine Gnade. (...) Scharon und Bush sind \u00dcberzeugungst\u00e4ter. Sie werden nicht nur von \u00d6linteressen vorangetrieben; es ist der Glaube an das auserw\u00e4hlte Volk einerseits und das amerikanische Sendungsbewu\u00dftsein andererseits.\" (NE vom M\u00e4rz 2003, Seite 20) Als Strategieorgan tritt die Schrift seit Jahren ohne Erfolg daf\u00fcr ein, die Zersplitterung des rechtsextremistischen Lagers durch die Orientierung an ausl\u00e4ndischen Sammlungsparteien wie dem Vlaams Blok VB) in Belgien zu \u00fcberwinden. Vor dem Hintergrund der Irak-Krise ver\u00f6ffentlichte die Zeitschrift Antiamerikanismus mehrere antiamerikanisch gef\u00e4rbte Beitr\u00e4ge. In einem Kommentar \"Wozu noch die Nato?\" erkl\u00e4rte der NE-Herausgeber Harald Neubauer: \"Deprimierend ist freilich, dass der so notwendige Proze\u00df deutscher und europ\u00e4ischer Selbstfindung bei Leuten liegt, mit denen man bestenfalls ein Friedensgebet veranstalten kann, nicht aber eine kontinentale Neuordnung. Vor allem l\u00e4sst sich die Trennung von Amerika nicht ohne Abschied von liebgewordenen Geschichtsl\u00fcgen bewerkstelligen. Sonst bliebe es ein R\u00e4tsel, weshalb man den Menschen im Irak nicht ebenfalls jene Bomben und Granaten g\u00f6nnt, mit denen einst Deutschland - oh Jubel! - 'befreit' wurde.\" (NE vom M\u00e4rz 2003, Seite 4) 3. Organisationsunabh\u00e4ngiger Neonazismus 3.1 Allgemeines Der Neonazismus umfasst alle Aktivit\u00e4ten und Bestrebungen, die ein offenes Bekenntnis zur Ideologie des Nationalsozialismus darstellen und auf die Errichtung eines vom F\u00fchrerprinzip bestimmten autorit\u00e4ren bzw. totalit\u00e4ren Staates gerichtet sind. Schwerpunktthemen Agitationswaren wie in den Vorjahren die angebliche staatliche Verfolgung des schwerpunkte \"nationalen Lagers\", die Ausl\u00e4nderund Asylpolitik der Bundesregierung sowie rassistische und antisemitische Agitation. Die Gewinner der seit den Verboten neonazistischer Organisationen zwischen den Jahren 1992 und 1995 einsetzenden Ideologieund Strategiedebatte des \"nationalen Lagers\" sind die NPD und die JN bzw. deren aus dem neonazistischen Spektrum stammende F\u00fchrungskader. Insbesondere dem ehemaligen JN-Vorsitzenden Sascha Ro\u00dfm\u00fcl-","gische ler ist es in den letzten Jahren gelungen, die aus j\u00fcngeren Neonazis dringung und Skinheads bestehende Klientel an die NPD heranzuf\u00fchren. Seine PD neonazistischen und nationalrevolution\u00e4ren Gedankenelemente sind inzwischen integraler Bestandteil des ideologischen Spektrums der NPD geworden und haben deren Erscheinungsbild nachhaltig ver\u00e4ndert. kb\u00fcndnis Das Verh\u00e4ltnis zwischen der NPD und Skinheads ist als Zweckb\u00fcndnis kinheads zu charakterisieren. Insbesondere bei Kundgebungen kann sich die PD NPD die Aktionsst\u00e4rke der Skinheads zunutze machen. Im Verh\u00e4ltnis zwischen NPD und Neonazis nimmt die Selbst\u00e4ndigkeit des neonazistischen Lagers zu; dies zeigte sich insbesondere in der Vorbereitung und Durchf\u00fchrung eigenst\u00e4ndiger Demonstrationen. Die Verzahnung des rechtsextremistischen Spektrums kommt in vererschluss schiedenen Regionen im Schulterschluss zwischen der NPD, neonazischtsextremistischen Kameradschaften und politisch agierenden rechtsextremisti- n Spektrums schen Skinhead-Szenen zum Ausdruck. Grund f\u00fcr diese Entwicklung ist nach Ansicht der Initiatoren der ungeheure staatliche Druck auf alle \"Nationalen\", dem man nur mit Geschlossenheit begegnen k\u00f6nne, um weitere Verbote von Parteien und Organisationen zu verhindern. Trotz vieler Gemeinsamkeiten gibt es aber mitunter auch Spannungen zwischen den einzelnen Lagern. F\u00fchrende Neonazis, wie die inzwischen verfeindeten Aktivisten Christian Worch und Thomas Wulff aus Norddeutschland, konnten ihr Konzept der Vernetzung autonomer nationaler Gruppen bisher nicht entscheidend voranbringen. azistisches Das dem neonazistischen Lager zuzurechnende Potenzial umfasst in zial Bayern rund 300 Personen (2002: 250); davon sind etwa 120 (2002: 70) in neonazistischen Organisationen aktiv. Diese formale Zunahme ist vor allem auf die Zuordnung der inzwischen verbotenen F.A.F. zum Neonazismus zur\u00fcckzuf\u00fchren. Dem Spektrum rechtsextremistisch orientierter Skinheads geh\u00f6ren nach dem Zerfall bzw. der Aufl\u00f6sung einzelner regionaler Szenen, aber auch wegen der ge\u00e4nderten Bewertung der F.A.F., noch insgesamt rund 800 Personen (2002: 900) an. Insgesamt betr\u00e4gt das gewaltbejahende rechtsextremistische Potenzial in Bayern rund 1.100 Personen. Ferner bestehen in verschiedenen Regionen Bayerns strukturlose Gruppen mit rechtsextremistischen Verhaltensweisen, die sich aus Skinheads und Neonazis, aber auch aus sonstigen \"rechtsorientierten\" Jugendlichen zusammensetzen. Hierbei handelt es sich um jugendliche Misch-Szenen, die sich von rechtsextremistischen Parolen leicht beeinflussen und mobilisieren lassen.","Die Anzahl und Auflagenst\u00e4rke neonazistischer Publikationen ging weiter zur\u00fcck; der Grund hierf\u00fcr war vor allem die verst\u00e4rkte Nutzung des Internets. 3.2 Neonazi-Kameradschaften Nach dem Verbot zahlreicher rechtsextremistischer Organisationen Strukturlose seit 1992 entwickelten f\u00fchrende Neonazis das Konzept strukturloser Zusammenschl\u00fcsse Zusammenschl\u00fcsse. Dadurch sollten staatliche Gegenma\u00dfnahmen erschwert werden. Bei diesen Kameradschaften gibt es weder eine formelle Mitgliedschaft noch Vorstandspositionen. Anf\u00fchrer ist meist ein engagierter Rechtsextremist, der es versteht, seinen Gefolgsleuten die den ideologischen Zusammenhalt st\u00e4rkenden \"Feindbilder\" zu vermitteln. In Bayern sind folgende neonazistische Kameradschaften erw\u00e4hnenswert: 3.2.1 Fr\u00e4nkische Aktionsfront (F.A.F.) Die F.A.F. war die aktivste rechtsextremistische Gruppierung in Franken. Sie trat erstmals im Mai 2001 im Raum Herzogenaurach mit einem Veranstaltungsaufruf gegen die \"zunehmende antifaschistische Gewalt gegen Rechte\" an die \u00d6ffentlichkeit. In ihrem Konzeptpapier vom Sommer 2001 beschrieb sie sich selbst als \"politisch regionales Forum f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen, die sich im Nationalen Widerstand in Deutschand organisieren und vorrangig im Gro\u00dfraum Franken t\u00e4tig sind\". Der Kern der F.A.F. umfasste etwa 40 Personen, das Mobilisationspotenzial betrug etwa das Dreifache. Als unbestrittener F\u00fchrer der F.A.F. galt deren Mitbegr\u00fcnder Matthias Fischer. Die F.A.F rekrutierte sich anfangs meist aus rechtsextremistischen Skinheads. Sie bildete f\u00fcr das gesamte rechtsextremistische Spektrum im Gro\u00dfraum N\u00fcrnberg ein Sammelbecken, in dem Neonazis, rechtsextremistische SkinSammelbecken heads und NPD-Mitglieder aktiv waren. Aufgrund der eindeutig neovon Skinheads, nazistischen Pr\u00e4gung der Hauptakteure entwickelte sich die F.A.F. von Neonazis und einer Skinhead-Gruppierung zu einer der aktivsten Neonazi-GruppieNPD-Anh\u00e4ngern rungen im bayerischen Raum. Auch die ideologische Auseinandersetzung mit Themen wie der \"Ausl\u00e4nderpolitik\" oder der \"Anti-Antifa-Arbeit\" erfolgte unter neonazistischen Aspekten. Neben der Mitgliedschaft von zahlreichen F.A.F.-Aktivisten in der mittelfr\u00e4nkischen NPD bestanden auch enge Kontakte von Gruppenmit-","gliedern zu Ralf Ollert, dem bayerischen NPD-Landesvorsitzenden und Mandatstr\u00e4ger der rechtsextremistischen B\u00fcrgerinitiative Ausl\u00e4nderstopp (BIA) im N\u00fcrnberger Stadtrat. Durch ihre Aktionen verschaffte sich die F.A.F. einen \u00fcberregionalen Bekanntheitsgrad in der rechtsextremistischen Szene. Sie zeichnete f\u00fcr zahlreiche Aufkleberund Plakataktionen verantwortlich. Dar\u00fcber hinaus beteiligte sie sich h\u00e4ufig an Mahnwachen, Demonstrationen und Veranstaltungen anderer rechtsextremistischer Organisationen, wie z. B. der NPD oder der von Martin Wiese gef\u00fchrten neonazistischen \"Kameradschaft S\u00fcd - Aktionsb\u00fcro S\u00fcddeutschland\" (AS) in M\u00fcnchen. Eine Zusammenarbeit zwischen der F.A.F. und dem AS konnte erstmals im Herbst 2002 beobachtet werden. Bei Aktionen gegen die Wehrmachtsausstellung in M\u00fcnchen unterst\u00fctzte die F.A.F das AS personell und logistisch. Am 20. M\u00e4rz f\u00fchrte sie in F\u00fcrth eine \"Spontan-Demonstration\" anl\u00e4sslich des Beginns des Irak-Kriegs durch. Angeh\u00f6rige der F.A.F. nahmen am 25. April in M\u00fcnchen zusammen mit Sympathisanten des AS an einer Veranstaltung der Gruppierung \"Demokratie Direkt M\u00fcnchen e.V.\" teil. Ferner beteiligte sich die F.A.F. am 1. Mai an der Mai-Kundgebung der NPD in Berlin. Am 22. Januar 2004 wurde die F.A.F. vom Bayerischen Staatsministerium des Innern verboten, da sie sich aufgrund ihrer Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus gegen die verfassungsm\u00e4\u00dfige Ordnung richtete und ihre T\u00e4tigkeit au\u00dferdem den Strafgesetzen zuwiderlief. Beim Vollzug des Verbots durchsuchte die Polizei die Wohnungen mehrerer f\u00fchrender Aktivisten der F.A.F. und stellte u. a. neun PC-Anlagen, einen Laptop, diverse Disketten, f\u00fcnf Schreckschusswaffen, zwei Schlagst\u00f6cke sowie umfangreiches Schriftund Propagandamaterial sicher. 3.2.2 Kameradschaft S\u00fcd - Aktionsb\u00fcro S\u00fcddeutschland (AS) Die \"Kameradschaft S\u00fcd - Aktionsb\u00fcro S\u00fcddeutschland\" (AS) entstand im Dezember 2001 auf Initiative des Neonazis Norman Bordin. Die Gruppe besteht aus etwa 50 Personen und stellte den wichtigsten rechtsextremistischen Personenzusammenschluss von Skinheads und Neonazis im Raum M\u00fcnchen dar; so umfasste sie auch Angeh\u00f6rige des mittlerweile aufgel\u00f6sten neonazistischen \"Freizeitvereins Isar eologie 96 e.V.\" (FZV). Das ideologisch einigende Band der Mitglieder und Anh\u00e4nger des AS bestand in dem Ziel, die bestehende Gesellschafts-","ordnung zu beseitigen und letztlich ein diktatorisches System nationalsozialistischer Pr\u00e4gung zu errichten. Mitte 2002 \u00fcbernahm Martin Wiese die Leitung des AS, nachdem F\u00fchrungswechsel Bordin als Mitt\u00e4ter eines gewaltt\u00e4tigen Angriffs auf einen griechischen Staatsangeh\u00f6rigen am 13. Januar 2001 im \"Burg Trausnitz-Fall\" zu einer 15-monatigen Freiheitsstrafe ohne Bew\u00e4hrung verurteilt worden war. Wiese war bestrebt, das AS als eine Art Dachorganisation verschiedener Neonaziund Skinhead-Gruppen auszubauen, um die heterogene Szene im Raum M\u00fcnchen zu einer einheitichen rechtsextremistischen Kraft zu formen. So wurden regelm\u00e4\u00dfige Stammtischtreffen sowie \u00f6ffentlichkeitswirksame Aktivit\u00e4ten, wie Kundgebungen gegen die Wehrmachtsausstellung, durchgef\u00fchrt. Das AS nahm auch an diversen Veranstaltungen der Gruppierung \"Demokratie Direkt M\u00fcnchen e. V.\" wie z. B. Mahnwachen, Info-St\u00e4nden und Vortragsveranstaltungen unter der Leitung des Rechtsextremisten Roland Wuttke teil. Im April versuchte Wiese zusammen mit Aktivisten der inzwischen verbotenen F.A.F., eine so genannte \"Arbeitsgemeinschaft Bayern\" ins Leben zu rufen, die landesweit acht Kameradschaften umfassen sollte. Bislang blieb die \"AG Bayern\" jedoch ohne Relevanz. Ziel der Arbeitsgemeinschaft war es, mit entsprechenden Arbeitsstrukturen die Voraussetzungen zu schaffen, um besser mit anderen Neonazis in anderen Bundesl\u00e4ndern in Kontakt treten zu k\u00f6nnen. Wiese selbst hatte u. a. mit dem in der Szene bundesweit bekannten Neonazi Christian Worch gemeinsame Aktionen durchgef\u00fchrt. Seit dem 11. September ermittelt der Generalbundesanwalt beim ErmittlungsverBundesgerichtshof gegen die Aktivisten des F\u00fchrungskreises des fahren des GBA AS u. a. wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung (SS 129a StGB). Nach dem Stand der Ermittlungen ist von folgendem Sachverhalt auszugehen: m Herbst 2002 hatte Wiese begonnen, unter seiner F\u00fchrung einen von den \u00fcbrigen Mitgliedern des AS abgeschotteten F\u00fchrungskreis mit fest gef\u00fcgten Strukturen aufzubauen. Der Gruppe geh\u00f6rten mehr als zehn aus M\u00fcnchen und Umgebung stammende weibliche und m\u00e4nnliche Personen im Alter von 17 bis 37 Jahren an. Die Aufgabe des F\u00fchrungskreises sollte es sein, die politischen Ziele des AS auch F\u00fchrungskreis durch den Einsatz von Waffen und Sprengstoff umzusetzen. Die mit militanter Angeh\u00f6rigen f\u00fchrten w\u00f6chentlich, jeweils sonntags, Wehrsport\u00fcbunZielsetzung gen in Waldgebieten s\u00fcdwestlich von M\u00fcnchen durch. Neben k\u00f6rpericher Ert\u00fcchtigung und milit\u00e4rischem Drill geh\u00f6rten Schie\u00df\u00fcbungen mit so genannten \"Soft-Air-Waffen\" zum Trainingsprogramm.","Der F\u00fchrungskreis trat dar\u00fcber hinaus in \u00dcberlegungen zu gezielten Anschl\u00e4gen ein. Hierzu beschaffte er sich Waffen, Kriegswaffen, Munition und Sprengstoff. Ins Auge gefasst war zun\u00e4chst ein Sprengreitung stoffattentat auf das Gel\u00e4nde des geplanten j\u00fcdischen KulturzentSprengstoffrums am St.-Jakobs-Platz in M\u00fcnchen. Die Beschuldigten wollten so lags die f\u00fcr den 9. November 2003 vorgesehene Grundsteinlegung verhindern. Zur Waffenund Sprengstoffbeschaffung fuhren sie nach Mecklenburg-Vorpommern und nach Polen, wo sie in einem Waldst\u00fcck aus aufgefundenen Munitionsresten Substanzen entnahmen, die sie f\u00fcr Sprengmittel hielten. Auf diese Weise gelangten sie u. a. an 1,2 Kilogramm TNT. Diesen Sprengstoff transportierten sie nach M\u00fcnchen. In der Folgezeit f\u00fchrten Mitglieder des F\u00fchrungskreises Z\u00fcndversuche durch. Anschlie\u00dfend versteckte einer der Beteiligten den Sprengstoff an seinem Arbeitsplatz. Mitte August 2003 sollen die Beschuldigten von der weiteren Verfolgung dieses Anschlagplans Abstand genommen haben, weil sie aufgrund laufender polizeilicher Ermittlungen in anderer Sache gegen einzelne Gruppenmitglieder die Aufdeckung ihres Vorhabens bef\u00fcrchteten. Stattdessen zogen sie in Erw\u00e4gung, zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt einen Anschlag auf den Marienplatz oder andere Pl\u00e4tze \u00e4hung in der M\u00fcnchner Innenstadt zu ver\u00fcben. Dar\u00fcber hinaus sammelten cher Gegner sie Daten von Personen, die sie zur politischen Gegnerschaft des AS rechneten. So sp\u00e4hten Mitglieder des F\u00fchrungskreises die Lebensgewohnheiten von Franz Maget, Fraktionsvorsitzender der SPD im Bayerischen Landtag und Spitzenkandidat im Landtagswahlkampf 2003 und dessen Sohn aus. Konkrete Anschlagsplanungen lagen in diesen F\u00e4llen - nach bisherigem Erkenntnisstand - indessen noch nicht vor. tivDie Polizei durchsuchte Anfang September die Wohnungen von Marahmen tin Wiese und weiterer Beschuldigter in M\u00fcnchen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Allein in den Objekten von Wiese wurden zwei Pistolen der Marke \"Mauser\" (Kaliber 7,65 mm), mehrere Stichwaffen, eine Streitaxt, Sturmhauben und umfangreiche schriftliche Unterlagen sichergestellt. Der Polizeiaktion waren zwei Hausdurchsuchungen am 18. und 28. August bei einem M\u00fcnchner Neonazi vorausgegangen, der sich wegen eines versuchten T\u00f6tungsdelikts gegen einen Szene-Aussteiger seit Mitte Juli in Haft befand. Dabei waren am Arbeitsplatz des Neonazis im M\u00fcnchner S\u00fcden etwa 14 kg sprengstoffverd\u00e4chtiges Material, darunter 1,2 kg TNT-Sprengstoff, sowie eine Handgranate und Munition beschlagnahmt worden.","Ferner wurden bei Durchsuchungen weitere Waffen, Kriegswaffen und Munition sichergestellt. Dem Ermittlungsverfahren zufolge sind die Beschuldigten verd\u00e4chtig, Terrorismussich zu einer terroristischen Vereinigung zusammengeschlossen oder Verdacht diese mit der Absicht unterst\u00fctzt zu haben, durch die Begehung schwerer Gewalttaten die politischen Ziele der Neonazi-Gruppe zu verfolgen. Im Rahmen von Folge-Ermittlungen kam es zu weiteren Durchsuchungen und Festnahmen. Die erfolgreiche Exekutivaktion der bayerischen Polizei f\u00fchrte zur starken Verunsicherung aller Mitglieder und Sympathisanten des AS; die Angeh\u00f6rigen der Neonazi-Gruppe stellten ihre Aktivit\u00e4ten daraufhin vor\u00fcbergehend ein. Die weitere Entwicklung bedarf intensiver Beobachtung. 3.2.3 Neonazi-Kreis um Falko Sch\u00fc\u00dfler n Raum Aschaffenburg etablierte sich in den letzten Jahren um den Neonazi Falko Sch\u00fc\u00dfler in Abgrenzung zur JN/NPD eine Kameradschaft, der etwa f\u00fcnf bis zehn Rechtsextremisten angeh\u00f6ren. Dieser Personenkreis unterh\u00e4lt enge Kontakte zu Neonazis im hessischen Raum. m September fand die Polizei im Rahmen einer Exekutivma\u00dfnahme Exekutivbei Teilnehmern eines Zeltlagers der Kameradschaft verbotene Wafma\u00dfnahme fen und Sprengstoff. Gegen die Beschuldigten wurden Ermittlungsverfahren wegen Bildung einer bewaffneten Gruppe und Versto\u00dfes gegen das Waffenund Sprengstoffgesetz eingeleitet. 3.2.4 Bund Frankenland - Staatsb\u00fcrgerliche Runde Der am 21. Dezember 1991 als Partei gegr\u00fcndete Bund Frankenland BF) wurde am 29. Januar 1992 als eingetragener Verein registriert. Vorstandsmitglieder waren zu diesem Zeitpunkt die bekannten Rechtsextremisten J\u00fcrgen Schwab und Uwe Meenen. Ziel des BF war Antiparlamentaridie Beseitigung des Grundgesetzes und der parlamentarischen sche Zielsetzung Demokratie sowie die Schaffung eines \"Vierten Deutschen Reichs\" nationalistisch-rassistischer Pr\u00e4gung. m September 2001 entschlossen sich der nationale Arbeitskreis \"Kameradschaft Heinrich II.\" des BF und die seit 1999 bestehende","\u00fcberparteiliche \"Staatsb\u00fcrgerliche Runde\" um den Rechtsextremisten J\u00fcrgen Schwab, ihre Kr\u00e4fte zu b\u00fcndeln. Der von ihnen gebildete \u00e4chszirkel Gespr\u00e4chszirkel umfasst rund 15 Personen und f\u00fchrt die Bezeichnung \"Bund Frankenland - Staatsb\u00fcrgerliche Runde\". Zur F\u00f6rderung der politischen Arbeit in der fr\u00e4nkischen Region finden Veranstaltungen statt, an denen zuletzt etwa zehn Personen teilnahmen. 3.2.5 Kameradschaft Lichtenfels Die 1998 von dem NPD-Funktion\u00e4r Winfried Breu gegr\u00fcndete und geleitete Kameradschaft Lichtenfels z\u00e4hlt rund 15 Mitglieder, \u00fcberwiegend Skinheads. Breu erkl\u00e4rte, dass die Kameradschaft ihre Aktionen selbst verantworte. So werden die Stammtische ausdr\u00fccklich als Kameradschaftstreffen und nicht als NPD-Stammtische bezeichnet. Am Rande einer NPD-Veranstaltung in Itzgrund, Landkreis Coburg, verteilte Breu am 15. November ein Flugblatt mit der \u00dcberschrift \"Warum ist Deutschland pleite?\". 3.3 Informationelle Vernetzung Seit mehreren Jahren nutzen Rechtsextremisten auch moderne Kommunikationstechniken, insbesondere um die nach den Verboten neonazistischer Organisationen weggefallenen Kontaktm\u00f6glichkeiten zu ng des ersetzen. Der Zugriff auf das Internet - einen weltweiten, rechtlich ets und tats\u00e4chlich schwer fassbaren Raum - bietet Rechtsextremisten eine willkommene Plattform zur Verbreitung verfassungsfeindlicher Ziele. Zunehmend setzen Rechtsextremisten im Rahmen ihrer Internet-Aktivit\u00e4ten technische Sicherheitsprogramme ein, die Schutz vor unerw\u00fcnschter Einsichtnahme Dritter in ihren Datenbestand und -verkehr gew\u00e4hrleisten sollen. So bieten die Betreiber einer Internet-Domain die Software \"Steganos Security Suite\" zum Downloaden an. Mit diesem Programm kann der Anwender beliebige Dateien und Verzeichnisse mittels Steganografie verschl\u00fcsseln, aber auch seinen E-Mail-Verkehr sch\u00fctzen und mit Hilfe eines \"Internet-Spurenvernichters\" s\u00e4mtliche F\u00e4hrten, die durch Internet-Aktivit\u00e4ten entstanden sind, l\u00f6schen. Insbesondere die Einschaltung ausl\u00e4ndischer Provider vermindert das Risiko der Strafverfolgung. Die Zahl der von Deutschen betriebenen Homepages mit rechtsextremistischen Inhalten blieb in den vergangenen beiden Jahren mit","durchschnittlich etwa 950 konstant. Dabei kam den Homepage-BeKonstante Zahl treibern zugute, dass sie auf Speicherplatzanbieter ausweichen k\u00f6nrechtsextremistinen, die sich Appellen staatlicher und privater Einrichtungen sowie scher deutscher einer Selbstkontrolle verschlie\u00dfen. Darunter befinden sich etliche ProHomepages vider, die der rechtsextremistischen Szene angeh\u00f6ren. Deutsche Rechtsextremisten werben f\u00fcr ihre verfassungsfeindlichen Ziele mit mmer anspruchsvollerer Technik. So binden sie aufwendige Grafiken ein und bieten sogar Skinhead-Musik \u00fcber Tondateien an. Dem Internet kommt daher bei der Verbreitung rechtsextremistischen Gedankenguts sowie bei der Koordinierung von Aktivit\u00e4ten der rechtsextremistischen Szene eine weiterhin steigende Bedeutung zu. Die zunehmende Anonymisierung der Homepage-Benutzer und die Nutzung ausl\u00e4ndischer Provider (z. B. in den USA) erschweren die T\u00e4tigkeit der Sicherheitsbeh\u00f6rden. Rechtsextremisten, die ihre politischen Inhalte \u00fcber Dienste in Deutschland anbieten, halten sich im Allgemeinen an die deutschen Gesetze. Bei Nutzung ausl\u00e4ndischer Anbieter, beispielsweise in \u00dcbersee, geben Strafbare Inhalte sie ihre Zur\u00fcckhaltung auf. So werden rassistische, revisionistische bei ausl\u00e4ndischen und volksverhetzende Aufrufe verbreitet, etwa aus den USA durch Providern den deutschen Revisionisten Ernst Z\u00fcndel, dessen Propaganda auch mit Tonund Videosequenzen abrufbar ist. Zum rechtsextremistischen Internet-Spektrum z\u00e4hlen ferner detaillierte Anleitungen zur Herstellung von Sprengund Brands\u00e4tzen sowie sonstiger Sabotagemittel, aber auch gezielte Aufforderungen zur Gewaltanwendung gegen politische Gegner bis hin zu Mordaufrufen. Allerdings sind selbst anonyme Homepage-Benutzer identifizierbar, wenn auch mit gro\u00dfem Aufwand. Nutzer des Diskussionsforums \"Nationales Forum\" warben f\u00fcr eine weitere Vernetzung der rechtsextremistischen Szene durch vermehrte Kontaktaufnahme im Internet-Chatroom \"#nationalersturm\". Dieser biete mit einem Maximum an technischer Sicherheit einer Vielzahl von Nutzern eine Plattform f\u00fcr Echtzeitgespr\u00e4che. Die Betreiber von nternet-Seiten sollten daher den Chatroom unterst\u00fctzen und dessen Chatfenster direkt in ihre Homepage integrieren. Einzelheiten zu den Teilnahmevoraussetzungen am Chat sind \u00fcber die seit Mitte Oktober beim US-amerikanischen Szene-Provider \"white alliance\" angebundene neue Homepage abrufbar. Die Betreiber des seit etwa drei Jahren existenten Chatrooms d\u00fcrften das Ziel verfolgen, die in zahlreichen Kleinst-Chatrooms verstreuten Kameraden unter einem Dach zu","b\u00fcndeln, szene-interne Diskussionen interessanter zu gestalten und Kontakte zu f\u00f6rdern. nale Die Nationalen Info-Telefone (NIT) haben inzwischen v\u00f6llig an elefone Bedeutung verloren. So erfolgte die letzte Ansage des Info-Telefons \"B\u00fcndnis Rechts\" am 20. Januar. Das Anfang 2002 eingerichtete \"Nationale Info-Telefon S\u00fcddeutschland\" stellte am 6. April den Betrieb ein. telefone Mobiltelefone (Handys) werden insbesondere zur Steuerung von Anreisen zu konspirativen Treffen oder nicht angemeldeten Versammlungen genutzt. Das Short-Message-System (SMS) der Handy-Betreiber dient daneben vielfach der Verbreitung von volksverhetzenden und antisemitischen Texten. 3.4 Aktivit\u00e4ten zum 16. Todestag von Rudolf He\u00df Am 16. August veranstalteten etwa 2.600 Personen aus dem g in NPDund Neonazi-Spektrum in Wunsiedel einen Aufzug zum Gedenedel ken an Hitlers ehemaligen Stellvertreter Rudolf He\u00df. An der Demonstration beteiligten sich auch Rechtsextremisten aus den Niederlanden, Bulgarien, D\u00e4nemark, Gro\u00dfbritannien, Italien, Luxemburg, Norwegen, \u00d6sterreich, Rum\u00e4nien, Schottland, Schweden, der Slowakei, der Tschechischen Republik und der Schweiz, die meist ihre Nationalfahnen mitf\u00fchrten. Die rechtsextremistische Szene hatte im Vorfeld bundesweit \u00fcber das Internet sowie mit He\u00df-Aufklebern, Plakaten und Transparenten f\u00fcr die zentrale Kundgebung mobilisiert. Anmelder und Leiter der Versammlung war der Hamburger Rechtsanwalt und Neonazi J\u00fcrgen Rieger. Vor Beginn der Veranstaltung traten die Skinhead-Band \"Sleipnir\" sowie zwei rechtsextremistische Liedermacher auf. Nach der Er\u00f6ffnungsrede durch den Versammlungsleiter sprachen der stellvertretende NPD-Vorsitzende Holger Apfel sowie Vertreter ausl\u00e4ndischer Gruppen. Anschlie\u00dfend f\u00fchrte Rieger einen etwa einst\u00fcndigen Schweigemarsch unter dem Motto \"Weder Recht, noch Menschlichkeit!\" durch die Innenstadt von Wunsiedel an. Es wurde Musik vom Band (Beethovens 5. Symphonie) gespielt. Die Teilnehmer trugen schwarze Fahnen, Blumen und Kr\u00e4nze sowie Transparente mit Parolen wie \"Rudolf He\u00df - M\u00e4rtyrer des Friedens\". Im Rahmen der Veranstaltung nahm die Polizei 67 Rechtsextremisten vor\u00fcbergehend fest, gr\u00f6\u00dftenteils wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.","Das Landratsamt Wunsiedel hatte mit Bescheid vom 10. Juli die Kundgebung zun\u00e4chst verboten, da sie die Verherrichung einer F\u00fchrungsperson des Nationalsozialismus bezwecke. Den Antrag Riegers auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung des Widerspruchs lehnten sowohl das Verwaltungsgericht Bayreuth als auch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof ab. Das Bundesverfassungsgericht stellte am 14. August die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs und der Klage wieder her. Die rechtsextremistische Szene wertete vor allem den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts, die erneute Steigerung der Teilnehmerzahl (2001: 800; 2002: 2.500) und die internationale Attraktivit\u00e4t der Veranstaltung als gro\u00dfen Erfolg. 4. Skinheads 4.1 \u00dcberblick Die Skinhead-Bewegung entstand in Gro\u00dfbritannien und trat erstmals Ende der 70er Jahre auch im Bundesgebiet in Erscheinung. Sie war urspr\u00fcnglich eine jugendliche Subkultur, die durch ihr Auftreten Jugendliche eine extreme Ablehnung der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft signalisierte. Subkultur \u00c4u\u00dferlichkeiten wie Kleidung oder Haarschnitt lassen heute keine eindeutigen Schl\u00fcsse auf eine Zuordnung zur Skinhead-Szene mehr zu, da mittlerweile auch viele unpolitische Jugendliche ein entsprechendes Aussehen zeigen. Die Beachtung, die Skinheads in der \u00d6ffentlichkeit und in den Medien zuteil wird, ist auf ihre brutalen und menschenverachtenden Gewalttaten gegen Ausl\u00e4nder und Asylbewerber zur\u00fcckzuf\u00fchren. 4.2 Politische Ausrichtung Die politischen Ansichten dieser Subkultur reichen von den so genannten Redskins (linksextremistisch beeinflusste Skinheads) \u00fcber die so genannten SHARPs (Skinheads against racial prejudice - Skinheads gegen rassistische Vorurteile) und die Oi-Skins (\"unpolitische Skinheads\") bis hin zur Mehrheit der rechtsextremistischen Skinheads einschlie\u00dflich der so genannten White-Power-Skinheads.","Die entsprechende politische \u00dcberzeugung bildet sich je nach Einzelfall nicht selten erst nach Beitritt in die Szene st\u00e4rker aus. Skinheads sind deshalb zun\u00e4chst zu einer rational bestimmten politischen Meinungsbildung kaum f\u00e4hig und an einer fundierten politischen Auseinandersetzung nicht interessiert. In ihren Kreisen hat sich eine vom organisierten Rechtsextremismus unabh\u00e4ngige diffuse rechtsnschauung extremistische Weltanschauung herausgebildet. Sie ist von rassistisch olitikmotivierter Fremdenfeindlichkeit sowie \u00fcbersteigertem Nationalndnis bewusstsein gepr\u00e4gt und kn\u00fcpft insofern an wesentliche Elemente des Nationalsozialismus an. Diese Einstellung spiegelt sich in meist spontanen Gewalttaten wider. Opfer sind nach wie vor Ausl\u00e4nder, aber auch Personen aus sozialen Randgruppen sowie \"Linke\", also alle zu ihren \"Feindbildern\" z\u00e4hlenden Menschen. Skinheads dienen rechtsextremistischen Organisationen vor allem als Mobilisierungspotenzial f\u00fcr \u00f6ffentlichkeitswirksame Aktionen. So st\u00fctzung werden Aktionen der NPD und JN von Skinheads massiv unterst\u00fctzt; PD und JN fr\u00fchere Vorbehalte der Skinheads gegen\u00fcber diesen Organisationen haben stark abgenommen. Ein Gro\u00dfteil der Besucher von NPD-Gro\u00dfkundgebungen geh\u00f6rt der Skinhead-Szene an. Enge Kontakte bestehen wie im Vorjahr insbesondere in N\u00fcrnberg/Erlangen sowie in Straubing zwischen den dortigen Skinhead-Szenen und den JN bzw. der NPD. Versuche von Neonazis, Skinheads f\u00fcr eine l\u00e4ngerfristige ernsthafte politische T\u00e4tigkeit zu gewinnen, waren bislang wenig erfolgreich, da Skinheads einer intensiven ideologischen Schulung kaum zug\u00e4nglich sind. Inzwischen ist jedoch eine zunehmende \"Zusammenarbeit\" zwischen Skinheads und Neonazis feststellbar. 4.3 Strukturen Die Skinhead-Szene unterliegt einer starken Fluktuation und kennt in der Regel weder feste Organisationsstrukturen noch formelle Mitgliedschaften. Die Bindungen zur Gruppe reichen von losen gelegentlichen Kontakten \u00fcber regelm\u00e4\u00dfige Beteiligung an Aktionen bis zur vollen sozialen Integration oder der Wahrnehmung von F\u00fchrungsfunktionen. Diese informellen F\u00fchrer wandern sp\u00e4ter zum Teil in andere rechtsextremistische Gruppierungen ab. In Bayern sind rund 800 Skinheads (2002: 900) mit rechtsextremisurelle tischem Hintergrund bekannt. Neue Szenen, in denen rechtsextremisungen tisches Gedankengut artikuliert wird, wurden in Allershausen, Passau,","Hassfurt und Poing bekannt; ehemals gefestigte regionale Szenen \u00f6sten sich indessen auf. Schwerpunkte im Skinhead-Spektrum stelen in Bayern nach wie vor die Gro\u00dfr\u00e4ume M\u00fcnchen und N\u00fcrnberg Schwerpunkte dar; dort liegt auch der Schwerpunkt der Gewalttaten. Auffallend ist, in Bayern dass immer mehr ehemals geschlossene Skinhead-Szenen in lose Personenzusammenh\u00e4nge zerfallen. Grund hierf\u00fcr sind nicht zuletzt die staatlichen Repressionsma\u00dfnahmen der Sicherheitsbeh\u00f6rden. Die Skinheads sind kommunikativ sehr mobil und in der Lage, in k\u00fcrzester Zeit gemeinsam Aktionen bzw. Veranstaltungen durchzuf\u00fchren. Bei \u00e4u\u00dferst konspirativer Vorbereitung von Gro\u00dfveranstaltungen werden Hunderte von Skinheads in eine vorher bestimmte Region dirigiert. Erst unmittelbar vor Veranstaltungsbeginn wird die konkrete \u00d6rtlichkeit, zum Teil \u00fcber Mobiltelefone, bekannt gegeben. Damit erreichen die Skinheads, dass auch die Sicherheitsbeh\u00f6rden erst relativ sp\u00e4t den tats\u00e4chlichen Veranstaltungsort erfahren und geeignete Gegenma\u00dfnahmen treffen k\u00f6nnen. Die im letzten Jahr noch dem Skinhead-Spektrum zugeh\u00f6rige F.A.F. wurde aufgrund ihrer vermehrten politischen Aktivit\u00e4ten dem Neonazi-Spektrum zugerechnet (vgl. auch Nummer 3.2.1 dieses Abschnitts). Sie ist am 22. Januar 2004 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern verboten worden. 4.4 Anziehungskraft f\u00fcr Jugendliche Die Anziehungskraft dieser Szene insbesondere auf m\u00e4nnliche Jugendliche h\u00e4lt an. Die Beweggr\u00fcnde, die junge Menschen in diese M\u00f6gliche Subkultur treiben, sind vielf\u00e4ltig: jugendliche Protesthaltung, ProvoEinstiegsmotive kation und Tabubruch, die gesamtgesellschaftliche Entwicklung mit den h\u00e4ufigen Folgen einer Entwurzelung und zunehmenden Entfremdung vom Elternhaus, Perspektivlosigkeit in Verbindung mit wirtschaftlichen Problemen und tats\u00e4chlichen oder bef\u00fcrchteten sozialem Abstieg. Hinzu kommt das durch die Szene vermittelte Gemeinschaftserlebnis und das daraus folgende Gef\u00fchl eigener St\u00e4rke und Anerkennung in einer sozialen Gruppe. Den Jugendlichen werden einfache Erkl\u00e4rungen und einfache L\u00f6sungen f\u00fcr komplexe Probleme angeboten. Skinheads entstammen zu einem erheblichen Teil, aber nicht ausschlie\u00dflich, den unteren sozialen Schichten. Die meisten Skinheads finden sich in der Altersgruppe von 16 bis 24 Jahren. \u00c4ltere Szene-An-","Rechtsextremistische Skinhead-Szenen Raum in Bayern 2003 Raum Coburg Coburg afffenburg Raum ca. 30 Bayreuth/Hof ca. 40 Aschaffenburg ca. 25 Raum Bayreuth W\u00fcrzburg Bamberg ca. 20 Raum W\u00fcrzburg Raum Erlangen Raum ca. 50 Amberg/Weiden ca. 30 N\u00fcrnberg ca. 40 Gro\u00dfraum N\u00fcrnberg Raum ca. 50 Cham/Roding ca. 20 Regensburg Raum eh\u00f6rige der Ingolstadt Raum head-Szenen Regensburg ca. 30 ca. 20 Ingolstadt Raum Neu-Ulm/ Passau Dillingen Raum Augsburg/ Friedberg/Aichach Raum Landshut Raum Passau/ ca. 40 ca. 10 Landshut Deggendorf/ Neu-Ulm Straubing Augsburg ca. 10 ca. 35 Raum Krumbach/ Raum Alt\u00f6tting/ Babenhausen Raum Landsberg/ T\u00fc\u00dfling ca. 30 F\u00fcrstenfeldbruck M\u00fcnchen ca. 15 ca. 15 Gro\u00dfraum M\u00fcnchen Gro\u00dfraum ca. 180 Rosenheim Oberallg\u00e4u/ Unterallg\u00e4u Raum Rosenheim ca. 50 Raum Weilheim/ ca. 15 Garmisch-Partenkirchen ca. 45 geh\u00f6rige sind die Ausnahme. Der Anteil der unter 16 Jahre alten Skinheads w\u00e4chst st\u00e4ndig; die so genannten \"Jungglatzen\" sind erst 12 bis 13 Jahre alt. Auch M\u00e4dchen, die Reenes, geh\u00f6ren dieser Subkultur an, sind jedoch zahlenm\u00e4\u00dfig in der Minderheit. Ihr Anteil betr\u00e4gt je nach Szene bis zu 20 %. Die rechtsextremistische Skinhead-Szene erf\u00e4hrt zudem seit Jahren verst\u00e4rkt Zulauf durch Jugendliche, die sich f\u00fcr Skinhead-Musik als Stilrichtung der Rockmusik interessieren. Dieser Bereich ist somit auch","f\u00fcr unpolitische Jugendliche attraktiv. Daneben finden manche Jugendliche Gefallen an dem in der Skinhead-Szene \u00fcblichen exzessiven Lebensgenuss einschlie\u00dflich des enormen Alkoholkonsums unter dem Motto \"Fun & Froide\". Die Grenzen zur eindeutig rechtsextremistisch gepr\u00e4gten Skinhead-Szene sind deshalb vielfach flie\u00dfend. 4.5 Skinhead-Musik und Skinhead-Magazine Die Skinhead-Musik vermittelt die subkulturellen Botschaften der Skinhead-Szene. In den Liedern werden Eigenverst\u00e4ndnis und Abgrenzung der Szene gegen\u00fcber der Gesellschaft beschrieben, Kritik am Establishment formuliert und andere politische Themen aufgegriffen. Rechtsextremistische Skinhead-Bands verbreiten in ihren Liedtexten neonazistische Ideologiefragmente und rufen zum Hass gegen Skinhead-Feindbilder wie Ausl\u00e4nder, \"Linke\" und Juden auf. In Bayern bestehen nach wie vor zehn derartige Musikgruppen, die teilweise Musikgruppen Konzertauftritte im Inund Ausland absolvieren. Skinhead-Musik und Tontr\u00e4gerwird daneben unver\u00e4ndert von sechs rechtsextremistischen Tonvertriebe tr\u00e4gervertrieben angeboten. Von bayerischen Skinhead-Bands werden j\u00e4hrlich etwa drei Tontr\u00e4ger neu produziert. Die Zahl der Skinhead-Konzerte in Bayern stieg auf 18 (2002: elf); vier davon wurden im Zusammenhang mit Parteiveranstaltungen der NPD abgehalten. F\u00fcr Skinhead-Konzerte besteht eine gro\u00dfe Nachfrage in der Szene. Deshalb erhoffen sich die Veranstalter bei gr\u00f6\u00dferen Konzerten hohe Gewinne. Dies f\u00fchrte u. a. dazu, dass eine Reihe von Konzerten konspirativ vorbereitet wurde; so wurden sie beispielsweise auch als private Tanzabende bzw. Plattenpartys oder als Geburtstagsfeiern angemeldet. Dies erschwert generell ein Einschreiten der Sicherheitsbeh\u00f6rden, insbesondere entsprechende Verbote. Daraus resultiert auch der Anstieg der Zahl von Konzerten in Bayern. Das gr\u00f6\u00dfte Konzert fand am 15. M\u00e4rz in Th\u00fcngersheim, Landkreis Skinhead-Konzert W\u00fcrzburg, statt. Es traten drei Skinhead-Bands vor etwa 500 Skinin Th\u00fcngersheim heads aus dem gesamten Bundesgebiet auf. Der Veranstaltungsort, eine Sportgastst\u00e4tte mit angebauter Turnhalle, war f\u00fcr eine \"Plattenparty mit Livemusik\" angemietet worden. Auch die Anmeldung bei der Gemeinde war unter falschen Angaben erfolgt. Es traten die Bands \"PROPAGANDA\" und \"BLUTRAUSCH\" aus Baden-W\u00fcrttemberg sowie \"FRONTALKRAFT\" aus Brandenburg auf. Da sich die Sportgast-","st\u00e4tte in einem Wohngebiet befand, kam es durch parkende Fahrzeuge zu einer nicht unerheblichen Au\u00dfenwirkung. Das Konzert selbst verlief st\u00f6rungsfrei. Am 10. Mai fand in Mitterskirchen, Landkreis Rottal-Inn, vor etwa 200 Besuchern ein bei der Gemeindeverwaltung als \"Livemusikveranstaltung f\u00fcr Nachwuchsbands\" angemeldetes Skinhead-Konzert statt. Der Veranstalter gab die genaue \u00d6rtlichkeit des Konzerts zun\u00e4chst nicht bekannt. \u00dcber SMS-Nachrichten erhielten die Besucher Informationen \u00fcber den Treffpunkt, von dem aus sie zum Veranstaltungslokal gelotst wurden. Bei Vorkontrollen \u00fcberpr\u00fcfte die Polizei etwa 200 Personen. Gegen acht Konzertbesucher wurde Strafanzeige nach SS 86 a StGB wegen Mitf\u00fchrens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen erstattet. Gegen zwei Personen, die eine Schreckschusspistole bzw. ein Luftgewehr im Fahrzeug mitf\u00fchrten, wurden Ermittlungsverfahren wegen Versto\u00dfes gegen das Waffengesetz eingeleitet. Das eigentliche Konzert endete st\u00f6rungsfrei. F\u00fcr den 31. Mai meldete ein Diskothekeninhaber in Plattling, Landkreis Deggendorf, ein Skinhead-Konzert an, das von der Stadtverwaltung wegen Nichteinhaltung der Anzeigefrist nicht genehmigt wurde. Das Verwaltungsgericht best\u00e4tigte das Verbot am 30. Mai. Daraufhin gab der Veranstalter an, sein Lokal sei f\u00fcr den Abend an die NPD f\u00fcr eine Parteiveranstaltung vermietet worden. Die NPD-Bezirksvorsitzende in Niederbayern, Gisela B\u00f6hmer, best\u00e4tigte dies und gab ls Konzertan, dass ihre Partei eine geschlossene Veranstaltung durchf\u00fchren stalter werde. Im Vordergrund st\u00fcnden Redebeitr\u00e4ge und Diskussionen; die Veranstaltung werde von einem Liedermacher mit Balladen untermalt. Im Gegensatz zu diesen Angaben stellte die Polizei im Verlauf des Abends eine Skinhead-Band fest, die vor 250 Besuchern ein Konzert gab. Das Konzert selbst verlief st\u00f6rungsfrei. Gegen zehn Besucher leitete die Polizei Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts von Straftaten nach SS 86 a StGB (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) ein. In der Nacht von 9. auf 10. August fand in einem stillgelegten Steinbruch in der N\u00e4he von Altertheim, Landkreis W\u00fcrzburg, ein Treffen von 250 bis 300 Personen, darunter zahlreiche rechtsextremistische Skinheads, statt. Bei dem Treffen, das von den Verantwortlichen als \"Privatfeier\" bezeichnet wurde, traten die Skinhead-Bands \"PRO-","PAGANDA\", \"RADIKAHL\", \"BLUTSTAHL\", \"ARYAN REBELLS\" und \"SKULT\" auf. Die Veranstaltung war weder angemeldet noch genehmigt, hatte aber auch keine \"Au\u00dfenwirkung\". Bei den Anfahrtsbzw. Abfahrtskontrollen nahm die Polizei zahlreiche Identit\u00e4tsfeststelungen, Durchsuchungen und Sicherstellungen vor und erstellte 18 Strafanzeigen insbesondere wegen Propagandadelikten. Die Fan-Magazine, auch \"Fanzines\" oder \"Zines\" genannt, die sich mit Skinhead-Magazine den Aktivit\u00e4ten rechtsextremistischer Skinhead-Bands besch\u00e4ftigen und die ausf\u00fchrliche Rezensionen sowie Bestelladressen f\u00fcr Tontr\u00e4ger, andere Fanzines und diverse Szene-Artikel wie z. B. T-Shirts, Buttons oder Aufkleber beinhalten, erscheinen nur noch sporadisch. So erschien lediglich im September die 4. Ausgabe (Sonderausgabe) von \"Streetfighter\", das offizielle Fanzine von White Power Peiting. Die zur\u00fcckgehende Zahl der Fan-Magazine resultiert auch aus der Nutzung des Internets, das auch hier zunehmend an Bedeutung gewinnt. 4.6 Verbindungen rechtsextremistischer Skinheads zur NPD W\u00e4hrend sich einzelne Skinhead-Szenen eher unpolitisch geben, halten andere Gruppierungen nach wie vor engen Kontakt zu NPD-VerEnge Kontakte b\u00e4nden. Insbesondere die auff\u00e4llige Pr\u00e4senz von rechtsextremistizur NPD schen Skinheads in den mittelfr\u00e4nkischen NPD-Strukturen hat weiter zugenommen. Dort rekrutiert sich inzwischen ein Gro\u00dfteil der Vorstandsmitglieder aus der \u00f6rtlichen Skinhead-Szene. Die zum Gedenken an Rudolf He\u00df am 16. August veranstaltete Kundgebung in Wunsiedel wurde sowohl von NPD-Mitgliedern und Neonazis als auch von Skinheads aktiv unterst\u00fctzt. Des Weiteren nutzt die NPD gezielt die Anziehungskraft der Skinheads f\u00fcr ihre Wahlkampfveranstaltungen und Rekrutierungsma\u00dfnahmen. nsbesondere in einer Gastst\u00e4tte in Salching, Landkreis Straubing-Bogen, fanden mehrere einschl\u00e4gige Veranstaltungen statt. Vor bis zu 100 Teilnehmern traten auch jeweils Skinhead-Bands auf. Die Veranstaltungen verliefen ohne St\u00f6rungen. Die Gastst\u00e4tte schloss Ende April. 4.7 Strafverfahren, Urteile und Exekutivma\u00dfnahmen Das Landgericht N\u00fcrnberg-F\u00fcrth verurteilte am 9. April einen 25-j\u00e4hrigen Skinhead wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheits-","strafe von sechs Monaten mit Bew\u00e4hrung. Der Angeklagte hatte bei einer Polizeikontrolle einen Anruf auf seinem Handy erhalten. Als Rufzeichen erklang dabei f\u00fcr alle Umstehenden deutlich h\u00f6rbar die Melodie des Horst-Wessel-Lieds. Au\u00dferdem hatte der verurteilte Skinhead zu einem fr\u00fcheren Zeitpunkt Polizeibeamte beleidigt. tivma\u00dfAm 18. und 28. August wurden bei Durchsuchungen in der Wohen gegen nung eines M\u00fcnchner Neonazi, der sich wegen eines versuchten radschaft T\u00f6tungsdelikts in Untersuchungshaft befindet, rund 14 Kilogramm sprengstoffverd\u00e4chtiges Material, darunter mindestens 1,2 Kilogramm TNT-Sprengstoff, sowie eine Handgranate und Munition sichergestellt. Am 9. September fand die Polizei bei Rechtsextremisten in M\u00fcnchen, Unterschlei\u00dfheim, Br\u00fcssow/Brandenburg und L\u00f6cknitz/Mecklenburg-Vorpommern mehrere Pistolen, Stichwaffen, eine Streitaxt, Sturmhauben und umfangreiche schriftliche Unterlagen. Bei weiteren Durchsuchungen in diesem Zusammenhang konnten erneut Waffen und geringe Mengen Schwarzpulver sichergestellt werden. Der Generalbundesanwalt \u00fcbernahm am 11. September die Ermittlungen wegen Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung. Die Beschuldigten geh\u00f6ren \u00fcberwiegend der \"Kameradschaft S\u00fcd - Aktionsb\u00fcro S\u00fcddeutschland\" (AS) in M\u00fcnchen an (vgl. auch Nummer 3.2.2 dieses Abschnitts). Die Polizei unterband am 26. September in Heimbuchenthal, Landsport\u00fcbung kreis Aschaffenburg, eine wehrsport\u00e4hnliche \u00dcbung von rund 20 Rechtsextremisten. Unter den Beteiligten befanden sich sowohl Neonazis aus dem Aschaffenburger Raum als auch Angeh\u00f6rige der neonazistischen \"Kameradschaft Frankfurt am Main\". Die Rechtsextremisten waren zum Teil mit Tarnanz\u00fcgen beziehungsweise Uniformteilen bekleidet und gerade zur \"Befehlsausgabe\" auf dem dortigen Jugendzeltplatz angetreten, als die Polizei eingriff. Die Beamten stellten schriftliche Aufzeichnungen \u00fcber den geplanten \u00dcbungsablauf, der u.a. aus einem \"Wissenstest\", Handgranaten-Zielwurf und Zwillenschie\u00dfen bestehen sollte, sowie diverse Waffen (Gotcha-Pistolen, Pr\u00e4zisionsschleuder mit Armst\u00fctze, Butterflymesser) sicher. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Straftatbestands der Bildung einer bewaffneten Gruppe (SS 127 StGB). Gegen einen 26-j\u00e4hrigen Skinhead verh\u00e4ngte das Landgericht N\u00fcrnberg-F\u00fcrth in einer Berufungsverhandlung am 8. Oktober eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten mit Bew\u00e4hrung und eine Geldauflage von 3.000 Euro. Der Angeklagte hatte im Mai 2001 nach einer","NPD-Mahnwache in Herzogenaurach, Landkreis Erlangen-H\u00f6chstadt, eine junge Frau aus dem Antifa-Lager t\u00e4tlich angegriffen. m Rahmen eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Kiel Exekutivma\u00dfgegen mehrere Personen wegen Verst\u00f6\u00dfen gegen das Bet\u00e4ubungsnahmen gegen mittelund Waffengesetz sowie eines Verfahrens der Staatsanwalt\"Combat 18\" schaft Flensburg gegen Verantwortliche der Gruppierung \"Combat 18 Pinneberg\" beziehungsweise \"C 18 Pinneberg\" wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung durchsuchten Polizeikr\u00e4fte aus mehreren Bundesl\u00e4ndern in einer gro\u00df angelegten Aktion am 28. Oktober nsgesamt mehrere Dutzend Objekte in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg. Die koordinierte Ma\u00dfnahme richtete sich sowohl gegen bekannte Rechtsextremisten als auch gegen Allgemeinkriminelle. Bei der Durchsuchung stellte die Polizei Schuss-, Schlagund Stichwaffen, Munition, eine \"Vereinskasse\" sowie rechtsextremistische Tontr\u00e4ger sicher. Sieben Personen wurden festgenommen, gegen f\u00fcnf erging Haftbefehl. Die umfangreichen Ermittlungen dauern an. Die Gruppierung \"Combat 18\" bzw. \"C 18\" stammt aus Gro\u00dfbritannien, wo sie in den 90er Jahren schwere Gewaltdelikte wie etwa Brandanschl\u00e4ge in der Londoner Innenstadt ver\u00fcbte. Seit einigen Jahren ist die Gruppierung in Gro\u00dfbritannien nicht mehr mit besonderen Aktionen in Erscheinung getreten. Teilbereiche der militanten rechtsextremistischen Szene in Deutschland zeigten sich bereits in der Vergangenheit fasziniert von den terroristischen Taten und Konzepten. Aktive Strukturen in Bayern sind derzeit nicht bekannt. m Strafverfahren gegen Mitglieder der Band \"Landser\" hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass das Hauptverfahren vor dem Kammergericht Berlin auch wegen des Vorwurfs der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung (SS 129 StGB) zu er\u00f6ffnen st. Nach Auffassung des BGH begr\u00fcnden die vom Generalbundesanwalt in der Anklageschrift dargelegten Indizien diesbez\u00fcgich einen hinreichenden Tatverdacht. Zwar reiche das Zusammenwirken einer Musikband mit der Absicht, in Eigenregie CDs zu produzieren und auf den Markt zu bringen, trotz des daf\u00fcr erforderlichen organisatorischen Aufwands sowie der gemeinschaftlichen Willensbildung im Allgemeinen allein nicht aus, um das Tatbestandsmerkmal der Vereinigung im Sinn des SS 129 StGB zu erf\u00fcllen; jedoch seien bei der Band \"Landser\" Besonderheiten zu beachten. Den Ermittlungen zufolge h\u00e4tten die Bandmitglieder seit 1993 auf \u00f6ffentliche Auftritte verzichtet und seien in den Untergrund abgetaucht, um unbehelligt","von beh\u00f6rdlicher Verfolgung CDs mit in hohem Ma\u00dfe strafbaren, insbesondere volksverhetzenden und die Bundesrepublik Deutschland verleumdenden Inhalten zu produzieren. Nicht nur das gemeinsame Interesse an der Musikproduktion habe die Gruppenmitglieder verbunden, sondern auch die \"gemeinschaftliche rechtsradikale\" Ideologie, deren Verbreitung eigentlicher Endzweck ihres musikalischen Wirkens gewesen sei. Das Kammergericht Berlin verurteilte am 27. Dezember sf\u00fchrer den Bandleader von \"Landser\" als R\u00e4delsf\u00fchrer einer kriminellen Vermineller einigung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten. nigung Zwei weitere Bandmitglieder erhielten Freiheitsstrafen auf Bew\u00e4hrung. 5. Rechtsextremistisch motivierte Straftaten 5.1 Gewalttaten Bundesweit stellten Gewalttaten mit erwiesener oder zu vermutender rechtsextremistischer Motivation nach wie vor den gr\u00f6\u00dften Teil der extremistischen Gewalttaten. Von insgesamt 1.330 (2002: 1.218) extremistischen Gewalttaten waren 759 (2002: 772) rechtsextremistisch hme der motiviert. In Bayern verringerte sich die Gesamtzahl der rechtsextrelttaten mistischen Gewalttaten auf 47 (2002: 51). Schwerpunkt der Gewaltern taten waren wie in den Vorjahren fremdenfeindlich motivierte Straftaten mit 26 Delikten und zw\u00f6lf Angriffe auf politische Gegner. Drei Gewalttaten lag eine antisemitische Motivation zugrunde. Dabei handelte es sich um zwei terroristische Tatkomplexe, n\u00e4mlich am 14. Februar in M\u00fcnchen verbreitete Drohbriefe sowie den geplanten Sprengstoffanschlag von Anh\u00e4ngern des AS. Ferner war ein K\u00f6rperverletzungsdelikt im Oktober im M\u00fcnchen antisemitisch motiviert. Die rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten einschlie\u00dflich der terroristischen Delikte sind \u00fcberwiegend der \u00e4u\u00dferst gewaltbereiten Skinhead-Szene zuzurechnen. 68 Tatverd\u00e4chtige geh\u00f6rten der Skinhead-Szene an. Von 87 ermittelten Tatverd\u00e4chtigen waren 54 zur Tatzeit j\u00fcnger als 21 Jahre. Der Anteil der erstmals in Erscheinung getretenen Gewaltt\u00e4ter liegt bei 62 % (54 Tatverd\u00e4chtige). Die Gewalttaten wurden ganz \u00fcberwiegend nicht von Einzelt\u00e4tern, sondern mit anderen gemeinsam begangen. Dabei entstand der Tatentschluss vielfach spontan aus gruppendynamischen Prozessen, gef\u00f6rdert durch Alkohol und Musik mit rechtsextremistischen Texten. R\u00e4umliche Schwerpunkte waren die Gro\u00dfstadtregionen M\u00fcnchen und N\u00fcrnberg. In M\u00fcnchen konnten die Sicherheitsbeh\u00f6rden ein von Anh\u00e4ngern des neonazistischen AS geplantes Sprengstoffverbrechen","verhindern. Dieses pflegte zwar bundesweite Kontakte zu anderen Neonazis und Skinheads, jedoch konnte ein strukturierter Zusammenschluss nicht festgestellt werden. Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen die Tatverd\u00e4chtigen wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung (vgl. auch Nummer 3.2.2 dieses Abschnitts). Rechtsextremistisch motivierte Gewaltt\u00e4ter sind \u00fcberwiegend nicht in politischen Gruppen oder Parteien organisiert. Eine \u00fcberregionale Steuerung durch rechtsextremistische Organisationen konnte in keinem Fall festgestellt werden. Das typische Ablaufmuster f\u00fcr rechtsextremistisch motivierte Gewalt ist gleich geblieben. Nach gezielten anf\u00e4ngichen Provokationen der Angreifer kommt es bei geringstem Anlass zu T\u00e4tlichkeiten und massiver Gewaltanwendung gegen die Opfer. Beispiele f\u00fcr die im Berichtszeitraum ver\u00fcbten Gewalttaten sind Einzelf\u00e4lle folgende Vorf\u00e4lle: Am 14. Februar wurden in M\u00fcnchen mehrere Briefe festgestellt, die ein gelbliches kristallines Pulver und ein Schriftst\u00fcck enthielten. Ein Brief war an das Rathaus der Stadt M\u00fcnchen, B\u00fcro des Oberb\u00fcrgermeisters, adressiert. In dem Schreiben wurde mit Terroranschl\u00e4gen gr\u00f6\u00dferen Ausma\u00dfes in Berlin, Frankfurt am Main und M\u00fcnchen gedroht. Geplant sei ein \"Deutsches Anti-j\u00fcdisches Kampf-B\u00fcndnis\" DAJKB), eine Abteilung der \"International Anti-Jewish Task Force\" IAJTF), das Anschl\u00e4ge auf das Judentum ausf\u00fchren werde. Der Generalbundesanwalt leitete ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung ein. Die Ermittlungen dauern an. n F\u00fcrth klingelten am 16. Februar gegen vier Uhr morgens zwei Skinheads an der Wohnung eines T\u00fcrken. Als er \u00f6ffnete, beleidigten ihn die Skinheads als \"Judenschwein - Schei\u00df Russe - Schei\u00df T\u00fcrke\" und bedrohten ihn mit einer Schreckschusspistole. Im Verlauf eines Handgemenges l\u00f6ste sich ein Schuss, der den Angegriffenen an einer Hand verletzte. Der T\u00fcrke konnte den Angreifern die Waffe entrei\u00dfen, worauf diese fl\u00fcchteten. Bei der anschlie\u00dfenden Verfolgung kam es erneut zu einer t\u00e4tlichen Auseinandersetzung. Die Skinheads konnten festgenommen werden. Am 17. M\u00e4rz beleidigte ein 19-j\u00e4hriger Deutscher in Waldkirchen, Landkreis Freyung-Grafenau, einen 17-j\u00e4hrigen Deutschen mit den Worten \"Du Schei\u00df Zecke\" und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Ausl\u00f6ser war ein an der Jacke des Angegriffenen angebrachtes durchgestrichenes Hakenkreuz. Die Polizei fand in der Wohnung des","T\u00e4ters nationalsozialistische Symbole und mehrere Tontr\u00e4ger mit einschl\u00e4giger Musik. In Siegsdorf, Landkreis Traunstein, misshandelte am 19. M\u00e4rz ein 19-j\u00e4hriger einen Sozialhilfeempf\u00e4nger mit Faustschl\u00e4gen sowie Fu\u00dftritten und raubte ihm anschlie\u00dfend sein Handy. Der Angegriffene blieb regungslos und schwerverletzt auf der Stra\u00dfe liegen. Zuvor hatte der T\u00e4ter sein Opfer mit erhobener rechter Hand und den Worten \"Heil Hitler\" begr\u00fc\u00dft. Am 27. April rief ein angetrunkener Skinhead auf der Heimfahrt vom Volksfest in N\u00fcrnberg in der S-Bahn \"Sieg Heil\" und zeigte den \"Hitler-Gru\u00df\". Einen farbigen deutschen Fahrgast beleidigte er mit den Worten \"Schei\u00df Nigger - verpiss dich - ab nach Afrika, wo du hingeh\u00f6rst - verrecke du Nigger\". Anschlie\u00dfend packte der Skinhead das Opfer am Hals und schob es in die Ecke des Zugabteils. Dort misshandelte er den Angegriffenen unterst\u00fctzt von mehreren Freunden durch mehrere Tritte in den Bauch. Am 18. Mai bef\u00f6rderte ein afghanischer Taxifahrer in Lichtenfels vier Deutsche. W\u00e4hrend der Fahrt wurde er mit den Worten \"Schei\u00df Kanake - Schei\u00df Ausl\u00e4nder\" beleidigt. Ein 21-j\u00e4hriger Skinhead verweigerte die vollst\u00e4ndige Zahlung des Fahrpreises und versetzte dem Taxifahrer einenr Faustschlag ins Gesicht. Die vier Fahrg\u00e4ste fl\u00fcchteten, konnten jedoch sp\u00e4ter von der Polizei ermittelt werden. Am 19. Juli griffen in Unterschlei\u00dfheim, Landkreis M\u00fcnchen, mehrere Angeh\u00f6rige der rechtsextremistischen M\u00fcnchner Szene einen 23-j\u00e4hrigen \"Aussteiger\" aus der rechten Szene an. Sie warfen ihn zu Boden und brachten ihm durch mehrere Fu\u00dftritte erhebliche Gesichtsverletzungen bei. Die Tatbeteiligten und der Gesch\u00e4digte kennen sich aus der rechtsextremistischen M\u00fcnchner Szene. Einer der Angreifer ist auch Tatbeteiligter im Ermittlungsverfahren des Generalbundesanwalts gegen Angeh\u00f6rige des AS wegen Bildung bzw. Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung (vgl. auch Nummer 3.2.2 dieses Abschnitts). Drei unbekannte Skinheads beschimpften am 27. Juli in Pliening, Landkreis Ebersberg, einen 18-j\u00e4hrigen Deutschen als \"Zecke\" und \"Asozialen\" und schlugen ihm mehrmals mit den F\u00e4usten ins Gesicht. Zus\u00e4tzlich versuchten die Angreifer mit ihren Stahlkappenschuhen auf den Gesch\u00e4digten einzutreten. Der Angegriffene konnte leicht verletzt fl\u00fcchten. Am 14. September beleidigten in M\u00fcnchen elf angetrunkene Skinheads einen farbigen US-Amerikaner nach dem Verlassen einer Gast-","st\u00e4tte mit den Worten \"Fucking Nigger\". Im Verlauf der Auseinandersetzung wurde der Farbige auch t\u00e4tlich angegriffen. Der US-Amerikaner ergriff zu seiner Verteidigung ein mobiles Verkehrszeichen. Eine zuf\u00e4llig vorbeikommende Zivilstreife der Polizei konnte die Schl\u00e4gerei beenden. Ein Skinhead besch\u00e4digte mit einem Fu\u00dftritt das Polizeiauto. Im Rahmen der Fahndung konnte die Polizei alle elf Skinheads festnehmen. Am 25. Oktober dr\u00e4ngten in Grafenau, Landkreis Freyung-Grafenau, zwei Deutsche und drei weitere bisher unbekannte T\u00e4ter einen Iraker n einer Diskothek in einen Vorraum und schlugen gemeinschaftlich auf ihn ein. Dabei beschimpften die T\u00e4ter ihr Opfer, bezeichneten sich selbst als Nazis und drohten mit \"Umbringen\". 5.2 Sonstige Straftaten Die Gesamtzahl der in Bayern bekannt gewordenen sonstigen neonazistischen, antisemitischen und rassistischen Straftaten betr\u00e4gt 1.307 2002: 1.369), darunter 212 (2002: 250) fremdenfeindlich motivierte Delikte. Dabei handelte es sich vielfach um Sachbesch\u00e4digung, N\u00f6tigung, Bedrohung, Volksverhetzung (insgesamt 351 Delikte) und insNS-Kennzeichen besondere das Verbreiten von Propagandamitteln bzw. Verwenden und Volksvervon Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (insgesamt 916 hetzung Delikte). So wurden Parolen wie \"Heil Hitler\" und \"Sieg Heil\" gerufen und antisemitische Pamphlete verbreitet. Anonyme Schmierschriften wie \"Deutschland den Deutschen\" wurden vielfach in Verbindung mit Hakenkreuzen und SS-Runen angebracht. Wie schon im Vorjahr bedienten sich Rechtsextremisten wiederholt des Short-Message-Systems (SMS) der Mobilfunkbetreiber, um neonazistische Propaganda an Besitzer von Mobiltelefonen zu \u00fcbermitteln. So versandte ein 34-j\u00e4hriger Deutscher aus Neutraubling, Landkreis Regensburg, am 6. M\u00e4rz eine SMS mit dem Text \"Deutschland den Deutschen, sagt unser F\u00fchrer. Das Volk steht wieder auf und alle Juden und Kanaken werden verrecken. Sieg Heil!\" Beispiele f\u00fcr die im Berichtszeitraum ver\u00fcbten Straftaten sind auch folgende Vorf\u00e4lle: Unbekannte T\u00e4ter bespr\u00fchten in der Nacht zum 3. Januar in P\u00f6ttmes, Landkreis Aichach-Friedberg, ein Anwesen, in dem eine albanische Familie wohnt, mit den Worten \"Kanacken raus\" und \"Sieg Heil\".","Zwischen dem 15. und 27. Januar wurden im Bahnhof F\u00fcrstenfeldbruck Hakenkreuze und Parolen wie \"Sieg Heil\", \"Adolf Hitler lebe hoch\" und \"Tod und F\u00e4ulnis f\u00fcr alle Canacken auf der Welt!\" geschmiert. Unbekannte T\u00e4ter besch\u00e4digten in Regensburg der Nacht zum 9. Februar einen Kranz, der an der Mauer des J\u00fcdischen Gemeindezentrums unterhalb einer Gedenktafel angebracht war. In einem U-Bahnhof in M\u00fcnchen wurden in der Nacht zum 10. Februar ein Hakenkreuz und die Worte \"Ausl\u00e4nder in die Gaskammer!\" geschmiert. Am 19. Juli wurde ein Briefkasten in K\u00fcmmersbruck, Landkreis Amberg-Sulzbach, mit den Worten \"Hitler m\u00fc\u00dfte noch leben. Er w\u00fcrde euch alle vergasen!\" beschmiert. Zwischen dem 29. und 31. Juli verbreiteten unbekannte T\u00e4ter in N\u00fcrnberg an Zigarettenautomaten, Telefonzellen, Bushaltestellen und Stra\u00dfenbeleuchtungsmasten Aufkleber mit der Aufschrift: \"Rudolf He\u00df Dein Opfer = unser Auftrag! Kommt alle am 16. August zur zentralen Gedenkkundgebung nach Wunsiedel! Nationalisten N\u00fcrnberg Kontakt: IG Wir, Postfach 4016, 90020 N\u00fcrnberg\". Unbekannte T\u00e4ter schmierten in einem Buswarteh\u00e4uschen in M\u00fcnsing, Landkreis Bad T\u00f6lz-Wolfratshausen, die Worte \"Hast du im Garten eine Eiche stehen, will ich daran einen Juden h\u00e4ngen sehen\" und \"Ein Polizist ist genau so viel wert wie 5 Juden\". Die Tat wurde am 8. August festgestellt. Mitte August wurden in einer Fu\u00dfg\u00e4ngerunterf\u00fchrung in Erlangen die Parolen \"Juda du zahlst ewig\" und \"Tot und Hass den Untermenschen\" geschmiert. Am 16. Oktober gingen einem Geldinstitut in Bad Aibling, Landkreis Rosenheim, zwei anonyme Schreiben zu. Darin hie\u00df es u.a.: \"Politiker, Ausl\u00e4nder, Aussiedler, Mafia, M\u00f6rder und Verbrecher m\u00fcsste man sein, dann kommt man nicht in den Knast. Sie haben in unserem Land einen Freibrief, deshalb brauchen wir wieder einen Hitler.\" Eines dieser Pamphlete enthielt den handschriftlichen Zusatz: \"Ihr Politiker, Amerikaner, Zigeunerjuden geh\u00f6rt aufgeh\u00e4ngt oder vergast.\"","Unbekannte T\u00e4ter spr\u00fchten zwischen dem 8. und 11. November n Sulzbach-Rosenberg, Landkreis Amberg-Sulzbach, an mehreren \u00d6rtlichkeiten Hakenkreuze und Parolen wie \"Sieg Heil\", \"Dem deutschen Volk\", \"Rudolf Hess\" und \"NSDAP lebt\". Am 8. Dezember ging der Israelitischen Kultusgemeinde M\u00fcnchen eine Karte zu, die u.a. folgende handschriftliche \u00c4u\u00dferungen enthielt: \"Juden terrorisieren in Deutschland Politik, Medien, Privatpersonen! Dabei sind sie selbst der letzte Dreck ...\" 6. Revisionismus 6.1 Ziele Der Revisionismus, der die Geschichtsschreibung \u00fcber die Zeit des Versuch einer Dritten Reichs \u00e4ndern will, ist zu einem Bindeglied zwischen den Rehabilitierung unterschiedlichsten rechtsextremistischen Str\u00f6mungen geworden. des NationalSeinen Repr\u00e4sentanten geht es allerdings nicht um die Gewinnung sozialismus neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern gezielt um die mittelbare Rechtfertigung bzw. Aufwertung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft durch einseitige, relativierende oder verharmosende Darstellung des NS-Regimes. Im Mittelpunkt der revisionistischen Agitation stehen die Leugnung des nationalsozialistischen Massenmords an europ\u00e4ischen Juden in Gaskammern deutscher Konzentrationslager w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs (Holocaust) sowie die Behauptung, Deutschland trage keine Schuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Auf diese Weise soll das auf seri\u00f6ser Forschung beruhende Geschichtsbild propagandistisch unterminiert werden, um die Deutschen von einem vermeintlich aufgezwungenen \"Schuldkomplex\" zu befreien. 6.2 Entwicklung und Tr\u00e4ger der Revisionismus-Kampagne Revisionismus war von Anfang an eine internationale Erscheinung, wobei der Ansto\u00df zun\u00e4chst aus Frankreich und den USA kam. Seit Beginn der 50er Jahre erschien eine gro\u00dfe Anzahl von B\u00fcchern, die den historischen Nachweis f\u00fchren wollten, dass es entgegen der Feststellung seri\u00f6ser Forscher und Zeitzeugen keine T\u00f6tung von Juden in Gaskammern gegeben habe. Hervorzuheben ist hierbei das 1989 ver\u00f6ffentlichte \"Gutachten\" des Amerikaners Fred A. Leuchter, wonach \"Leuchter-Bericht\" es in Auschwitz und einigen anderen Konzentrationslagern aufgrund","der technischen Gegebenheiten nicht m\u00f6glich gewesen sei, Menschen in Gaskammern zu t\u00f6ten. Dieselbe These verbreitete der Diplomchemiker Germar Scheerer, geb. Rudolf, ein ehemaliges REP-Mitglied, in seinem 1994 ver\u00f6ffentlichten, 2001 in Zweitauflage erschielfnenen und bereits indizierten \"Gutachten \u00fcber die Bildung und hten\" Nachweisbarkeit von Zyanidverbindungen in den 'Gaskammern' von Auschwitz\". Die international aktivsten Revisionisten leben heute meist in L\u00e4ndern, in denen Strafbestimmungen gegen das Verbreiten und die Ver\u00f6ffentlichung revisionistischen Gedankenguts fehlen. So setzte sich der deutsche Revisionist Germar Scheerer im Fr\u00fchjahr 1996 nach einer Verurteilung (u. a. wegen Volksverhetzung) ins Ausland ab, wo er seine revisionistische Agitation fortsetzte. In den USA stellte er rers publiziseinen Antrag auf politisches Asyl, der im Juni abgelehnt wurde. In seiAktivit\u00e4ten nem Verlag \"Castle Hill Publishers Ltd.\" in Gro\u00dfbritannien erschien in o\u00dfbritannien der ersten Jahresh\u00e4lfte die neue Zeitschrift \"The Revisionist: A Journal for Critical Historical Inquiry\", welche die au\u00dferhalb der anglo-amerikanischen Welt stattfindenden Debatten aufgreifen soll, da diese von den wichtigen englischsprachigen Revisionistenbl\u00e4ttern weitgehend ignoriert werden. Ferner vertrieb Scheerer eine 54-seitige Brosch\u00fcre \"Auschwitz. Fakten versus Vision. Der Holocaust und die Wissenschaft\", in der die g\u00e4ngigsten Behauptungen zur Leugnung der Massenmorde im Konzentrationslager Auschwitz zusammengefasst sind. In einer \u00fcber seinen Verlag verbreiteten Publikation mit dem Titel \"Von Ketzern wird behauptet: 'den holocaust hat es nie gegeben' \" wird in komprimierter Form \u00fcber Personen und Positionen des zeitgeschichtlichen Revisionismus berichtet. Der wohl bekannteste Vertreter des Revisionismus ist der internatioIrving nal agierende britische Schriftsteller David Irving, der 1993 wegen Leugnung des Holocaust verurteilt und aus Deutschland ausgewiesen wurde. Gegen ihn bestehen Einreiseverbote in Australien, Deutschland, Kanada, \u00d6sterreich und S\u00fcdafrika. Inzwischen residiert er haupts\u00e4chlich in Key West/Florida. Ein weiterer Protagonist des Revisionismus ist der deutsche StaatsZ\u00fcndel angeh\u00f6rige Ernst C. F. Z\u00fcndel, der 1958 nach Kanada \u00fcbersiedelte. Sein Antrag auf Verleihung der dortigen Staatsb\u00fcrgerschaft wurde zweimal abgelehnt. 2001 l\u00f6ste Z\u00fcndel seinen Verlag \"Samisdat Publishers Ltd.\" in Toronto auf und verlegte seinen Wohnsitz in die USA, da er - nach eigenen Angaben - in Kanada wegen der Einstellung der","\"Z\u00fcndelsite\" ins Internet strafrechtlich verfolgt wurde. Anfang Februar wurde er wegen illegalen Aufenthalts in den USA verhaftet und nach Kanada ausgeliefert, wo er sich seither in Untersuchungshaft befindet. In Deutschland liegt gegen Z\u00fcndel ein Haftbefehl vor, dessen Grundlage eine Verurteilung wegen Volksverhetzung aus dem Jahr 1991 ist. Z\u00fcndel unterh\u00e4lt internationale Kontakte. Er verfasst und verschickt zahlreiche Publikationen, darunter in erster Linie den \"Germania\"-Rundbrief, der neonazistische und antisemitische Thesen enth\u00e4lt und auch \u00fcber das Internet abrufbar ist. Im Internet erscheint ferner seit mehreren Jahren der Beitrag \"Good morning from the Z\u00fcndelsite\", der - so Z\u00fcndel - seit seiner Verhaftung monatlich von mehr als 1,2 Millionen Interessenten eingesehen wird. Dort sind u. a. B\u00fccher, die in Deutschland der Beschlagnahme unterliegen bzw. von der Bundespr\u00fcfstelle f\u00fcr jugendgef\u00e4hrdende Schriften indiziert wurden, mit vollem Text eingestellt, darunter \"Der Holocaust auf dem Pr\u00fcfstand\" von J\u00fcrgen Graf und \"Starben wirklich sechs Millionen?\" von Richard Harwood. Das 1979 unter rechtsextremistischer Beteiligung gegr\u00fcndete Institute Institute for for Historical Review (IHR) mit Sitz in Kalifornien/USA pflegt VerbinHistorical Review dungen - auch \u00fcber das Internet - zu Rechtsextremisten in allen Kon(IHR) tinenten. Mit seiner Zeitschrift \"Journal of Historical Review\" und vor allem mit seinen j\u00e4hrlichen Kongressen bietet es eine Plattform, um gegen die Ergebnisse der zeitgeschichtlichen Forschung zu polemisieren. Nach Angabe von Germar Scheerer ist das IHR inzwischen generell n Aufl\u00f6sung begriffen, was das Ende f\u00fcr jede Ver\u00f6ffentlichung wissenschaftlich-revisionistischer Artikel in englischer Sprache bedeute. Das monatlich im Verlag des britischen Rechtsextremisten Antony Hancock in Uckfield erscheinende \"National Journal\", das ebenfalls National Journal mit einer Homepage im Internet vertreten ist, betreibt massive Hetze gegen Ausl\u00e4nder und Juden und leugnet oder bagatellisiert den Holocaust. Der Herausgeberkreis f\u00fchrt die Bezeichnung \"Die Freunde m Ausland\" (DFiA). Die 1985 in Antwerpen gegr\u00fcndete, in Berchem/Belgien ans\u00e4ssige Organisation Vrij Historisch Onderzoek (V.H.O.) hat sich inzwischen Vrij Historisch zu einer bedeutenden Vertreiberin revisionistischen PropagandaOnderzoek materials entwickelt. Sie verf\u00fcgt \u00fcber weltweite Kontakte zu f\u00fchren(V.H.O.) den Revisionisten und bietet nahezu alle wichtigen, in Deutschland teilweise beschlagnahmten oder indizierten revisionistischen Ver\u00f6ffentlichungen an. Seit Anfang 1997 gibt die V.H.O. die revisionis-","tische Zeitschrift \"Vierteljahreshefte f\u00fcr freie Geschichtsforschung\" (VffG) heraus. Autoren sind u. a. David Irving, Robert Faurisson und Germar Scheerer; letzterer fungiert seit September 1999 auch als Herausgeber. Die Schrift rechtfertigt die Politik des Dritten Reichs und leugnet den V\u00f6lkermord an den europ\u00e4ischen Juden. Ferner polemisiert sie gegen die angeblich ungerechtfertigte Verfolgung der Revisionisten. Der f\u00fchrende Aktivist des rechtsextremistischen Intellektuellenzirkels \"Deutsches Kolleg\" und ehemalige Prozessbevollm\u00e4chtigte der NPD onistische im Verbotsverfahren Horst Mahler enth\u00fcllte am 30. Juli mit weiteren n Mahlers Rechtsextremisten auf der Wartburg bei Eisenach/Th\u00fcringen Transer Wartburg parente mit der Aufschrift \"Den Holocaust gab es nicht\", \"Die Wahrheit siegt\" und \"Die L\u00fcge vernichtet sich selbst\". Urspr\u00fcnglich war diese Aktion im ehemaligen Konzentrationsund Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau geplant; durch Beschr\u00e4nkungsma\u00dfnahmen nach dem Passund Personalausweisgesetz konnte jedoch Mahlers Ausreise nach Polen verhindert werden. Am 9. November konstituierte sich auf Mahlers Initiative der \"Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocausts Verfolgten\" (VRBHV). Dem Verein haben sich zahlreiche Revisionisten angeschlossen. In der Gr\u00fcndungserkl\u00e4rung hei\u00dft es: \"Es war der Beginn der gro\u00dfen L\u00fcge, die endg\u00fcltig zu Fall zu bringen Anliegen unseres Vereins sein wird: Der Auschwitz-L\u00fcge.\" 7. Verbindungen zum ausl\u00e4ndischen Rechtsextremismus Der amerikanische Neonazi und Propagandaleiter der NSDAP-Auslandsund Aufbauorganisation (NSDAP-AO) Gary Rex Lauck tritt azistische nach wie vor durch den Versand neonazistischer Propagandamittel in ganda Erscheinung. \u00dcber die Homepage der NSDAP-AO im Internet k\u00f6nnen Hakenkreuzaufkleber, Fahnen und Abzeichen des Dritten Reichs, Filme und B\u00fccher aus der NS-Zeit (z. B. \"Jud S\u00fc\u00df\", \"Der ewige Jude\" \"Mein Kampf\") sowie CDs mit Marschmusik und Hitler-Reden bestellt werden. Das Angebot enth\u00e4lt ferner Computerspiele wie \"KZ-Rattenjagd\" und \"Der SA-Mann\" zum kostenlosen Herunterladen. Im Winter 2002/2003 gab Lauck nach einer Pause von rund acht Monaten eine neue Ausgabe des \"NS-Kampfruf\" heraus. Er begr\u00fcndete das unregelm\u00e4\u00dfige und versp\u00e4tete Erscheinen der deutschen","Publikation mit seiner starken Inanspruchnahme durch \"mehrere Rechtsk\u00e4mpfe\". Des Weiteren behauptete er propagandistische Erfolge sowie computertechnische Fortschritte. So sei die NSDAP-AO nun in der Lage, selbst CDs und DVDs herzustellen; in den letzten vier Monaten seien \"mehr als zwei Dutzend originale Filme und Bildb\u00fccher des Dritten Reichs\" als DVD erschienen. Deutsche Rechtsextremisten stehen Lauck eher reserviert gegen\u00fcber, da bei ihm der kommerzielle Aspekt immer mehr in den Vordergrund r\u00fcckt.","\u00dcbersicht \u00fcber erw\u00e4hnenswerte rechtsextremistische Organisationen und Verlage sowie deren wesentliche Presseerzeugnisse nisation (einschlie\u00dflich Mitglieder Ende 2003 Publikationen (einschlie\u00dflich ndungsdatum und Sitz) Bayern Deutschland Erscheinungsweise u. Auflage) arteien einschlie\u00dflich integrierter Vereinigungen Republikaner (REP) 2.800 8.000 Der Republikaner 1.1983, Berlin monatlich, 20.000 onaldemokratische Partei 850 5.000 Deutsche Stimme (DS) schlands (NPD) monatlich, 10.000 1.1964, Stuttgart e Nationaldemokraten (JN) 50 300 Der Aktivist unregelm\u00e4\u00dfig onaldemokratischer HochschulFunktion\u00e4rs- d (NHB) gruppe 7, N\u00fcrnberg sche Volksunion (DVU) 1.200 11.500 (Publizistische Sprachrohre: 3.1987, M\u00fcnchen siehe DSZ-Verlag) sche Volksunion e.V. einschlie\u00dflich (siehe DVU) onsgemeinschaften 1.1971, M\u00fcnchen eonazistische Organisationen und Zusammenschl\u00fcsse organisation f\u00fcr nationale 70 600 Nachrichten der HNG sche Gefangene und deren monatlich, 600 eh\u00f6rige e.V. (HNG) 7.1979, Frankfurt am Main eradschaft Lichtenfels 15 8 eradschaft S\u00fcd - Aktionsb\u00fcro 40 deutschland (AS) 1 nazi-Kreis um Falko Sch\u00fc\u00dfler 10 nazi-Kreis um Sven Schlechta 5 6 kische Aktionsfront (F.A.F.) 40 1 (verboten am 22.01.2004) d Frankenland - Staatsb\u00fcrgerliche 15 de 2 AP-Auslandsund Aufbauorganisation NS Kampfruf AP-AO) zweimonatlich, 500 2, Lincoln/USA","Organisation (einschlie\u00dflich Mitglieder Ende 2003 Publikationen (einschlie\u00dflich Gr\u00fcndungsdatum und Sitz) Bayern Deutschland Erscheinungsweise u. Auflage) 3. Sonstige Organisationen Deutsche Liga f\u00fcr Volk und Heimat (DLVH) 60 500 (Inoffizielles Organ: siehe 03.10.1991, Berlin Nation Europa Verlag GmbH) Gesellschaft f\u00fcr Freie Publizistik e.V. (GFP) 40 450 Das Freie Forum 1960, M\u00fcnchen viertelj\u00e4hrlich, 1.500 Freundeskreis Ulrich von Hutten e.V. 30 280 Huttenbriefe - f\u00fcr Volkstum, Februar 1982, Starnberg Kultur, Wahrheit und Recht zweimonatlich, 4.000 Die Artgemeinschaft - Germanische 10 120 Nordische Zeitung (NZ) Glaubensgemeinschaft wesensgem\u00e4\u00dfer viertelj\u00e4hrlich, 300 Lebensgestaltung (Artgemeinschaft) Schutzbund f\u00fcr das Deutsche Volk e.V. (SDV) 200 September 1981, M\u00fcnchen Deutsches Kolleg (DK) Funktion\u00e4rs1994, Berlin/W\u00fcrzburg gruppe Deutschland-Bewegung/ 80 150 Pressespiegel mit \"Frieden Friedenskomitee/Deutsche 2000 - Nachrichten f\u00fcr die Aufbau-Organisation (DAO) Deutschland-Bewegung\" 1990, Starnberg B\u00fcrgerinitiative Ausl\u00e4nderstopp (BIA) Einzel2001, N\u00fcrnberg personen Demokratie Direkt M\u00fcnchen e.V. 15 2002, M\u00fcnchen (aufgel\u00f6st Ende 2003) Aktivitas der Burschenschaft Danubia 15 Danubenzeitung 1848, M\u00fcnchen unregelm\u00e4\u00dfig 4. Skinheads und sonstige militante Rechtsextremisten 800 10.400 einschlie\u00dflich ihrer \u00f6rtlichen Gruppierungen 5. Verlage Druckschriftenund Zeitungsverlag GmbH National-Zeitung/Deutsche (DSZ-Verlag), M\u00fcnchen Wochen-Zeitung (NZ), w\u00f6chentlich, 41.000 Nation Europa Verlag GmbH Nation & Europa - 1953, Coburg Deutsche Monatshefte monatlich, 14.500 Verlag Hohe Warte - Franz von Bebenburg KG Mensch und Ma\u00df 1949, P\u00e4hl zweimal monatlich, 2.000 Denk mit!-Verlag Denk mit! N\u00fcrnberg unregelm\u00e4\u00dfig, 1.000 VGB Verlagsgesellschaft Berg mbH Deutsche Geschichte Stegen zweimonatlich, 10.000","4. Abschnitt Linksextremismus 1. Allgemeines 1.1 Merkmale des Linksextremismus gisches Das ideologische Spektrum der Linksextremisten reicht von Anh\u00e4nrum gern des \"wissenschaftlichen Sozialismus/Kommunismus\" in seiner klassischen Form \u00fcber Sozialrevolution\u00e4re mit unterschiedlichen diffusen Konzeptionen bis hin zu Anarchisten. Theoretische Grundlagen bilden im Wesentlichen die Werke von Marx und Lenin, aber auch von Trotzki, Stalin, Mao Tse-tung und anderen. Die Bestrebungen der Linksextremisten sind darauf gerichtet, die bestehende Staatsund Gesellschaftsordnung zu beseitigen, die sie als kapitalistisch, rassistisch und imperialistisch ansehen. An deren Stelle solle eine sozialistisch-kommunistische Diktatur oder die Anarchie, eine Gesellschaft frei von jeglicher Herrschaft, treten. Diese Bestrebungen sind verfassungsfeindlich, weil die Ziele und oft auch die Mittel, mit denen sie erreicht werden sollen, gegen die grundlegenden Prinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung versto\u00dfen. nsformen Die Aktionsformen der Linksextremisten sind breit gestreut: Sie umnksextrefassen \u00f6ffentliche Veranstaltungen, offene Agitation mittels Zeitun- n gen, Flugbl\u00e4ttern, elektronischen Kommunikationsmitteln, ferner Versuche der Einflussnahme in \"b\u00fcrgerlichen\" Institutionen bis hin zur Beteiligung an Wahlen. Dar\u00fcber hinaus gibt es Linksextremisten, die politische Gewalt als ein legitimes und geeignetes Mittel sehen, ihre extremistischen Vorstellungen durchzusetzen. In ihrer Propaganda stellen sich Linksextremisten als Vertreter einer hohen Moral, als K\u00e4mpfer gegen Unterdr\u00fcckung und Verfechter von Frieden und sozialer Gerechtigkeit dar. Ihre politische Praxis zeigt jedoch etwas anderes. Sie missachten demokratische Mehrheitsentscheidungen und das Gewaltmonopol des Staates. Sie setzen sich \u00fcber das Recht der Menschen auf Freiheit und k\u00f6rperliche Unversehrtheit hinweg, wenn dieses Recht ihren Interessen entgegensteht.","Einige der linksextremistischen Gruppierungen bekennen offen, dass hre Ziele nur unter Anwendung von Gewalt zu erreichen sind. Teilweise ver\u00fcben sie Gewalttaten oder arbeiten zur Erreichung ihrer Ziele mit Gewaltt\u00e4tern zusammen. Dies verst\u00f6\u00dft gegen den Grundsatz des Ausschlusses jeglicher Gewaltund Willk\u00fcrherrschaft und verletzt, wenn sich die Gewalt gegen Personen richtet, das Grundrecht auf Leben und k\u00f6rperliche Unversehrtheit. Die wahren Ziele werden oftmals in Aktionsfelder und Themen einAgitationsthemen gebunden, die f\u00fcr sich betrachtet nicht extremistisch sind. Durch gewandte Agitation gelingt es Linksextremisten teilweise, den notwendigen Konsens aller Demokraten in der Ablehnung jeder Art politischen Extremismus zu durchbrechen. F\u00fcr ihre Agitation und Mobilit\u00e4t bei Demonstrationen oder anderen Aktionen nutzen Linksextremisten auch die Vorteile der modernen Kommunikationsm\u00f6glichkeiten wie Handy und Internet. Zentrale Agitationsthemen der Linksextremisten waren Neonazismus/Faschismus, Globalisierung, Imperiaismus, Auslandseins\u00e4tze der Bundeswehr, Proteste gegen die Kriegshandlungen im Irak, Rassismus, Asylund Abschiebeproblematik, Arbeitslosigkeit und Sozialversorgung. 1.2 Entwicklung der Organisationen Die Gesamtzahl der Mitglieder linksextremistischer und linksextremisR\u00fcckgang der tisch beeinflusster Parteien und Gruppierungen in Bayern verringerte Mitgliederzahlen Mitglieder 40.000 33.700 31.300 30.000 Deutschland * 20.000 10.000 Bayern 3.640 3.860 0 1994 95 96 97 98 99 2000 01 02 03 * Die Kurve f\u00fcr die bundesweite Entwicklung beruht auf Zahlen des Bundesamts f\u00fcr Verfassungsschutz, das von den Mitgliedern der PDS nur die der Kommunistischen Plattform (KPF) erfasst. Die PDS hatte im Jahr 2003 insgesamt 70.000 Mitglieder, davon 1.500 in der KPF.","sich geringf\u00fcgig. Die Zahl der PDS-Mitglieder und -Sympathisanten sowie die Mitgliederzahl der DKP blieben konstant. Die Zahl der Anh\u00e4nger autonomer Gruppen nahm ab. Sie werden von anderen linksextremistischen Organisationen wie der PDS als B\u00fcndnispartner f\u00fcr Aktionen akzeptiert. Die Entwicklung der Zahl linksextremistischer und linksextremistisch beeinflusster Organisationen in Bayern und ihrer Mitgliederst\u00e4rken ist aus der folgenden \u00dcbersicht zu ersehen. Erkannte Mehrfachmitgliedschaften sind jeweils nur bei einer Organisation erfasst. und Mit2001 2002 2003 erst\u00e4rke extremistiAnzahl der Organisationen 39 38 37 OrganiMarxisten-Leninisten und nen in andere revolution\u00e4re Marxisten rn PDS 650 700 700 DKP 600 600 600 Marxistische Gruppe (MG) 700 700 700 weitere Kernorganisationen 410 360 300 Nebenorganisationen 70 70 80 beeinflusste Organisationen 1.080 1.080 1.080 Autonome, Anarchisten und Sozialrevolution\u00e4re 450 450 400 Linksextremisten insgesamt 3.960 3.960 3.860 1.3 Linksextremistische Gewalt Die Zahl linksextremistisch motivierter Gewalttaten in Deutschland ist ang der auf 483 angestiegen gegen\u00fcber 385 im Jahr 2002. In Bayern redulttaten zierte sich die Zahl der Gewalttaten von 21 auf 16. Die linksextremisern tischen Gewalttaten wurden wieder zu \u00fcber 80 % von Gruppen und Einzelt\u00e4tern aus dem gewaltbereiten autonomen und anarchistischen Spektrum begangen. Schwerpunkt mit zw\u00f6lf Gewalttaten waren wie im Vorjahr t\u00e4tliche Auseinandersetzungen zwischen Linksund Rechtsextremisten. Die ffsziele Angriffe richteten sich dabei vor allem gegen rechtsextremistische Veranstaltungen. Einzelne Rechtsextremisten wurden auch gezielt an-","Entwicklung 800 750 Deutschland Bayern linksextremis700 tisch motivierter Gewalttaten 600 483 500 385 400 300 200 100 39 21 16 0 2001 2002 2003* *ohne terroristische Straftaten gegriffen. Linksextremisten versuchen die Gewalttaten als \"Kampf gegen den Faschismus\" zu rechtfertigen. Das Thema \"Antifaschismus\" wird auch in Zukunft eines der wichtigsten Aktionsfelder autonomer Politik und damit auch autonomer Militanz bleiben. Ziel der gewaltt\u00e4tig agierenden linksextremistischen Gruppen ist nach wie vor der Staat, dem unterstellt wird, \"Faschisten\" zu sch\u00fctzen, sowie die Destabilisierung unserer Staatsund Gesellschaftsordnung, in Destabilisierung der sie ein \"Instrument zur Durchsetzung weltweiter kapitalistischer von Staat und und imperialistischer Ausbeuterinteressen\" sehen. Die europaweiten Gesellschaft \"Anti-Globalisierungs-Proteste\" mit Aktionen gegen internationale Konferenzen verliefen wie im Vorjahr - bedingt durch starke polizeiiche Sicherungsma\u00dfnahmen und Pr\u00e4senz - nur teilweise gewaltt\u00e4tig. 2. Marxisten-Leninisten und andere revolution\u00e4re Marxisten Marxistisch-leninistisch ausgerichtete Organisationen und andere revolution\u00e4re Marxisten bem\u00fchen sich weiterhin, durch massive Kritik an den \"herrschenden Verh\u00e4ltnissen\" und Forderungen nach \"Fundamentalopposition\" ihren sozialistischen und kommunistischen Zieen n\u00e4her zu kommen. Dabei gelang es nur begrenzt, die unterVersuch der schiedlichen Ideologien und Str\u00f6mungen zu b\u00fcndeln. Die PDS, die B\u00fcndelung extrenach dem Zusammenbruch des SED-Unrechtsregimes einen neuen mistischer Kr\u00e4fte Weg des \"demokratischen Sozialismus\" zu beschreiten vorgibt, versucht, Linksextremisten aller Richtungen zu integrieren.","2.1 Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) Deutschland Bayern Mitglieder: 70.000 700 Vorsitzende(r): Prof. Dr. Lothar Bisky Eva Bulling-Schr\u00f6ter, Reinhold R\u00fcckert Umbenennung der SED: 16./17.12.1989 Gr\u00fcndung: 11.09.1990 Sitz: Berlin M\u00fcnchen Publikationen: DISPUT, PDS-Pressedienst, UTOPIE-kreativ, Mitteilungen der KPF, TITEL Die ehemals in der DDR herrschende Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) hat sich nach der friedlichen Revolution und dem Zusammenbruch ihres Unrechtsregimes nicht aufgel\u00f6st. Sie beschloss auf ihrem Sonderparteitag am 16./17.Dezember 1989 in Berlin-Wei\u00dfensee, sich in \"Sozialistische Einheitspartei Deutschlands - Partei des nannte SED Demokratischen Sozialismus (SED-PDS)\" umzubenennen. Auf einer Tagung des Parteivorstands der SED-PDS am 4. Februar 1990 wurde der Parteiname endg\u00fcltig in Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) ge\u00e4ndert. Der 1. Parteitag der PDS am 24./25. Februar 1990 best\u00e4tigte die Namens\u00e4nderung. 2.1.1 Ideologische Ausrichtung ungspartei Die PDS versteht sich als linke \"Str\u00f6mungspartei\" f\u00fcr sozialistische Kr\u00e4fte Gruppen und Personen, die die bestehenden politischen und wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse in Deutschland kritisieren und ablehnen. Das auf der 2. Tagung des 8. Parteitags der PDS am 25. und 26. Oktober in Chemnitz beschlossene - mittlerweile dritte - Parteiprogramm stellt fest, die PDS sei ein Zusammenschluss unterschiedlicher linker Kr\u00e4fte, die - bei allen Meinungsverschiedenheiten - darin \u00fcbereinstimmten, dass die Dominanz des privatkapitalistischen Eigentums \u00fcberwunden werden m\u00fcsse. Im Programm hei\u00dft es dazu weiter: \"In ihr (Anmerkung: in der PDS) haben sowohl Menschen einen Platz, die der kapitalistischen Gesellschaft Widerstand entgegensetzen und die die gegebenen Verh\u00e4ltnisse fundamental ablehnen, als auch jene, die ihren","Widerstand damit verbinden, die gegebenen Verh\u00e4ltnisse positiv zu ver\u00e4ndern und schrittweise zu \u00fcberwinden.\" Die Beseitigung des Kapitalismus, die \u00dcberwindung des mit ihm verGegen bundenen politischen Systems der Freiheit und der Demokratie im Kapitalismus Sinn unseres Grundgesetzes sowie die Errichtung einer neuen \"soziaistischen Gesellschaft\" geh\u00f6ren somit, auch wenn die Revolutionsrhetorik des Marxismus-Leninismus vermieden wird, zu den Zielen der Partei, die vor allem au\u00dferparlamentarisch erreicht werden m\u00fcssten. Das Bekenntnis der Partei zum au\u00dferparlamentarischen Kampf und zum Widerstand gegen die \"Herrschenden\" und die \"gegebenen Verh\u00e4ltnisse\" ist mit der Grundidee der parlamentarischen repr\u00e4sentativen Demokratie des Grundgesetzes unvereinbar. Das programmatische Ziel der PDS ist nach wie vor eine \u00fcber die Grenzen der bestehenden Gesellschaftsform hinausweisende sozialistische Ordnung. Die PDS vertritt einen konsequenten Internationalismus und ist dem Erbe von Marx und Engels, den vielf\u00e4ltigen Str\u00f6mungen der revoluBekenntnis zu tion\u00e4ren und internationalen Arbeiterbewegung sowie anderen revoMarx und Engels ution\u00e4ren und \"volks-demokratischen\" Bewegungen verbunden und dem Antifaschismus verpflichtet. Die Berufung auf Marx und Engels, die historische Entwicklung der Partei sowie die politische Herkunft hrer Mitglieder aus kommunistischen Organisationen, insbesondere der SED, m\u00fcssen auch bei der Auslegung ihrer programmatischen \u00c4u\u00dferungen ber\u00fccksichtigt werden. Die PDS verwendet Begriffe wie Demokratie und Menschenrechte, die sie auch schon als SED gebraucht hat. Die Realit\u00e4t der DDR bewies jedoch, dass diese Begriffe dort anders, n\u00e4mlich freiheitsund demokratiefeindlich, definiert waren. Ursache f\u00fcr die andere Interpretation politischer Begriffe ist deren bewusste Umwidmung im Lehrgeb\u00e4ude des Marxismus-LeniUmwidmung von nismus, in dessen Denkschule die Mehrheit der Mitglieder der PDS Begriffen erzogen wurde. Deshalb besitzen die in ihrer Programmatik verwendeten Begriffe eine Doppeldeutigkeit. Die seinerzeitige Parteivorsitzende Gabi Zimmer stellte der \u00d6ffentlichkeit am 24. Februar in Berlin den von einer siebenk\u00f6pfigen Redaktionsgruppe \u00fcberarbeiteten Entwurf eines neuen Parteiprogramms vor, der nach einer Programmdebatte die Grundlage f\u00fcr den anstehenden Programmparteitag in Chemnitz am 25./26. Oktober darstelen sollte. Wie sein Vorg\u00e4nger vom 27. April 2001 stie\u00df auch dieser Programmentwurf vor allem bei orthodox-kommunistischen Kr\u00e4ften auf parteiinterne Kritik. Einerseits wurde der Parteivorsitzenden vor-","geworfen, sie habe mit der kurzfristigen Ver\u00f6ffentlichung Mitglieder der PDS-Programmkommission \u00fcbergangen, andererseits bem\u00e4ngelte man am Programmtext, \"Unternehmertum und Gewinninteresse\" w\u00fcrden noch immer als \"wichtige Bedingungen f\u00fcr Innovation und betriebswirtschaftliche Effizienz gew\u00fcrdigt\". Die Kommunistische Plattform der PDS (KPF) bef\u00fcrchtete mit diesem Programmentwurf eine weitere Schw\u00e4chung ideologischer Zielstellungen. Am 5. April veranstaltete die PDS in Berlin eine au\u00dferordentliche Tagung zum Thema Irak-Krieg. 283 von 427 gew\u00e4hlten Delegierten nsparteitag - damit also nur knapp zwei Drittel - kamen zu diesem \"Friedensparteilin tag\", um \u00fcber den Krieg sowie m\u00f6gliche Konsequenzen f\u00fcr die Politik der PDS zu debattieren und Positionspapiere zu verabschieden. An der Parteitagung unter dem Titel \"Frieden - Demokratie - Abr\u00fcstung\" nahmen G\u00e4ste aus deutschen \"Friedensinitiativen\", der \"Irakischen Kommunistischen Partei\" und der italienischen \"Partei der Kommunistischen Wiedergr\u00fcndung\" teil. Dagegen blieben prominente PDS-Mitglieder, wie die fr\u00fcheren Parteivorsitzenden Prof. Dr. Lothar Bisky und Dr. Gregor Gysi, der Veranstaltung fern. Die damalige Parteivorsitzende Gabi Zimmer warf in ihrer Rede der US-Regierung vor, gerade dabei zu sein, zum \"gr\u00f6\u00dften Feind der Zivilisation\" zu werden. Sie hielt den in den USA Herrschenden \"imperiale Bestrebungen\" vor und forderte die Bundesregierung auf, den USA keine kriegsrelevanten \u00dcberflugund Stationierungsrechte zu gew\u00e4hren. Au\u00dferdem m\u00fcssten die Bundeswehrsoldaten aus den AWACS-Flugzeugen in der T\u00fcrkei, die deutschen ABC-Sp\u00fcrpanzer in Kuwait und die Marine am Horn von Afrika abgezogen werden. Die PDS forderte von der Bundesregierung, alle Unterst\u00fctzungsleistungen f\u00fcr den Angriffskrieg der USA umgehend einzustellen und entsprechend auf die anderen NATO-Partner einzuwirken. Abschlie\u00dfend rief die PDS ihre Mitglieder auf, dem Krieg weiterhin durch Demonstrationen und Aktionen Widerstand zu leisten. rparteitag Die PDS f\u00fchrte am 28. und 29. Juni in Berlin eine zweite au\u00dferlin ordentliche Tagung des 8. Parteitags durch, um die monatelange Krise zwischen Reformern und Traditionalisten in der Parteif\u00fchrung zu beenden. Die damalige Parteivorsitzende Gabi Zimmer hatte am 7. Mai wegen des anhaltenden Machtkampfs verk\u00fcndet, den Weg f\u00fcr einen Neuanfang frei machen zu wollen. Prof. Dr. Lothar Bisky - bereits Parteichef von 1993 bis 2000 - hatte Mitte Mai seine Bereitschaft f\u00fcr eine Kandidatur als Parteivorsitzender erkl\u00e4rt und wurde auf dem","Sonderparteitag, an dem 381 der 427 gew\u00e4hlten Delegierten teilNeuwahl des nahmen, mit 78,2 % der Delegiertenstimmen gew\u00e4hlt. Als stellverParteivorstands tretende Parteivorsitzende wurden erstmals das Mitglied der brandenburgischen PDS-Landtagsfraktion Dagmar Enkelmann, die s\u00e4chsische Landtagsabgeordnete Katja Kipping und der Schweriner Umweltminister Prof. Dr. Wolfgang Methling gew\u00e4hlt. Damit ist der gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Vorstand seit langem wieder rein ostdeutsch besetzt. Der bisherige stellvertretende Parteivorsitzende und Gegner des Reformlagers, Dr. Diether Dehm, verpasste mit 33,2 % der Stimmen den Wiedereinzug in den PDS-Vorstand. Der nicht mehr zur Wahl angetretene bisherige Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Uwe Hiksch \u00fcbergab sein Amt an den vormaligen Potsdamer Bundestagsabgeordneten Rolf Kutzmutz. Unter den weiteren Mitgliedern des neuen 20-k\u00f6pfigen Bundesvorstands befindet sich erneut Sahra Wagenknecht als Mitglied des Bundeskoordinierungsrats der KPF. Sie wurde mit 62,3 % der Delegiertenstimmen in ihrem Vorstandsamt best\u00e4tigt, obwohl sie nicht auf der vorab am 24. Juni ver\u00f6ffentlichten Wunschliste des designierten Parteivorsitzenden stand. Dem neuen Bundesvorstand geh\u00f6ren keine Vertreter des PDS Landesverbands Bayern an. n seiner Bewerbungsrede rief Prof. Dr. Lothar Bisky die Partei eindringlich zur Geschlossenheit auf. Nur wenn \"ideologische Grabenkriege in der PDS\" beendet w\u00fcrden und zu praktischem Handeln in der Gesellschaft, dem eigentichen Ma\u00dfstab von Politikf\u00e4higkeit, \u00fcbergegangen w\u00fcrde, sei f\u00fcr ihn ein Neustart m\u00f6glich. Als weitere Bedingung daf\u00fcr nannte er \"die konsequente \u00d6ffnung der PDS f\u00fcr ein breites B\u00fcndnis mit all jenen, die sich wie wir f\u00fcr einen Richtungswechsel in der Politik engagieren - in den Gewerkschaften, Sozialverb\u00e4nden, den sozialen Bewegungen, ATTAC, dem Prozess des deutschen, des europ\u00e4ischen, des Weltsozialforums\". Am 25. und 26. Oktober veranstaltete die PDS die 2. Tagung des Programmpartei8. Parteitags in Chemnitz, ihren so genannten \"Programmparteitag\". tag in Chemnitz Von den gew\u00e4hlten 428 Delegierten waren 401 anwesend. Der Parteivorsitzende Prof. Dr. Lothar Bisky bewertete in seiner Rede das zur Abstimmung vorliegende Programm als einen \"weiteren Schritt des Weges zur\u00fcck in die Politik\".","77,8 % der gew\u00e4hlten Delegierten stimmten nach einer \u00fcber mehrere Stunden dauernden Generaldebatte dem vor Tagungsbeginn nochmals \u00fcberarbeiteten Programmentwurf zu. Die meisten der \u00fcber 500 zuvor eingegangenen, vor allem von der Parteilinken eingebrachten Partei\u00c4nderungsantr\u00e4ge wurden abgelehnt. Das neue Programm l\u00e4sst trotz amm verbaler Ankl\u00e4nge an das Grundgesetz oder einer Anerkennung von unternehmerischem Handeln und Gewinninteressen keine politische Neuausrichtung der PDS erkennen. Es verfolgt nach wie vor dieselbe ideologische Zielsetzung - eine \u00fcber die Grenzen der bestehenden Gesellschaftsform hinausweisende sozialistische Ordnung - und h\u00e4lt am \"Manifest der Kommunistischen Partei\", der Lehre von Marx und Engels, sowie an Rosa Luxemburg fest. Obwohl im neuen Programm auf die Erw\u00e4hnung der bolschewistischen Oktoberrevolution von 1917 verzichtet wird, stellt sich die PDS weiterhin ausdr\u00fccklich in die Tradition der revolution\u00e4ren kommunistischen Arbeiterbewegung und wendet sich \"aus historischer Erfahrung\" entschieden gegen jegliche Form von \"Antikommunismus\". Sie ist auch vom gescheiterten Sozialismusversuch der fr\u00fcheren DDR nach wie vor \u00fcberzeugt. Der Unrechtsgehalt des SED-Regimes wird relativiert; es wird betont, dass der \"Aufbau einer besseren Gesellschaftsordnung\" f\u00fcr den Osten keiner \"Entschuldigung\" bed\u00fcrfe und die \"antifaschistisch-demokratischen Ver\u00e4nderungen im Osten Deutschlands und das sp\u00e4tere Bestreben, eine sozialistische Gesellschaft zu gestalten\" in \"berechtigtem Gegensatz zur Weiterf\u00fchrung des Kapitalismus in Westdeutschland\" gestanden h\u00e4tten. windung Im Bestreben um das gesellschaftliche Endziel k\u00e4mpft die PDS f\u00fcr estehenden die \u00dcberwindung der als \"Kapitalismus\" diffamierten bestehenden schaftsGesellschaftsordnung. Das Programm f\u00fchrt dazu aus: ng \"Die Politik der PDS soll dazu beitragen, die Vorherrschaft der Kapitalverwertungsinteressen abzuschw\u00e4chen, schlie\u00dflich zu \u00fcberwinden und die ihr zu Grunde liegenden Machtund Eigentumsverh\u00e4ltnisse zu ver\u00e4ndern. Aus dieser Politik sollen sich M\u00f6glichkeiten f\u00fcr weitergehende Umgestaltungen ergeben. (...) Wir wollen das genossenschaftliche Eigentum st\u00e4rken. (...) Ein selbstbestimmtes Leben, eine von Entfremdung befreite Arbeitswelt und eine gerechte Verteilung des Reichtums bed\u00fcrfen alternativer Gesellschaftsstrukturen, die von der Verwirklichung gemeinschaftlicher Interessen gepr\u00e4gt sind und die Dominanz privatkapitalistischen Eigentums \u00fcberwunden haben.\"","Die strikt antikapitalistische Grundausrichtung bleibt die Grundidee Antikapitalistische der PDS. So wird bereits in der Pr\u00e4ambel betont: Ausrichtung \"Wir wollen, dass diese gesellschaftlichen Strukturen zur\u00fcckgedr\u00e4ngt und schlie\u00dflich \u00fcberwunden werden, damit die Menschheit einen Ausweg aus dieser zerst\u00f6rerischen Entwicklungslogik findet. In diesem Sinne sind wir konsequent antikapitalistisch.\" Nachdem Anh\u00e4nger der dogmatischen Minderheit in der Partei vor dem Parteitag noch erhebliche Bedenken und Widerstand gegen den Programmentwurf signalisiert hatten, f\u00fchrte das Mitglied des Parteivorstands und des Bundeskoordinierungsrats der KPF (vgl. auch Nummer 2.1.3.1 dieses Abschnitts), Sahra Wagenknecht, zum neuen Parteiprogramm in einem in der Tageszeitung \"junge Welt\" vom 29. Oktober abgedruckten Interview aus: \"Das Maximalprogramm derer, die das antikapitalistische Profil der PDS entsorgen wollten, ist bei weitem nicht aufgegangen. (...) Mein Ma\u00dfstab ist, ob und inwieweit das jetzige Programm hinter das bisher g\u00fcltige zur\u00fcckf\u00e4llt. Da gibt es einiges. Aber in wesentlichen Fragen - auch im Ziel, die 'Dominanz des privatkapitalistischen Eigentums' zu \u00fcberwinden - stehen die alten Positionen jetzt wieder drin.\" 2.1.2 Organisation Die PDS ist eine auf Bundesebene organisierte Partei mit Sitz in Berin. Sie gliedert sich in 16 Landesverb\u00e4nde, deren Gebiete mit den L\u00e4ndern identisch sind, mit Kreisverb\u00e4nden und Basisorganisationen. Die Partei verf\u00fcgt bundesweit \u00fcber etwa 70.000 Mitglieder (2002: Bundesweit 77.000), davon rund 4.700 (wie im Jahr 2002) in den alten Bundesr\u00fcckl\u00e4ufige \u00e4ndern. Die Mitgliederentwicklung ist insgesamt r\u00fcckl\u00e4ufig. Ursache Mitgliederzahl f\u00fcr den R\u00fcckgang d\u00fcrfte insbesondere der Tod \u00e4lterer Mitglieder sein. Etwa zwei Drittel der Parteimitglieder sind 60 Jahre und \u00e4lter; nur 3 % sind j\u00fcnger als 30 Jahre. Seit Jahren nutzt die PDS die Kommunikationsm\u00f6glichkeiten im InterNutzung des net. Verschiedene Gliederungen der Partei, wie die PDS-Delegation in Internets der Konf\u00f6deralen Fraktion der Vereinten Europ\u00e4ischen Linken/Nordische Gr\u00fcne Linke (GUE/NGL) im Europ\u00e4ischen Parlament, der Bundesvorstand und Einzelpersonen sind neben einer so genannten Startseite der PDS mit eigenen Homepages vertreten. Auch in Bayern nehmen Kreisverb\u00e4nde und Basisorganisationen das Internet in Anspruch. Der","PDS-nahe Jugendverband ['solid] nutzt bundesweit ebenfalls das moderne Kommunikationsmedium. 2.1.3 Plattformen, Arbeitsund Interessengemeinschaften Plattformen, Arbeitsund Interessengemeinschaften sowie \u00e4hnliche innerparteiliche Zusammenschl\u00fcsse sind wesentlich f\u00fcr die B\u00fcndnisund Integrationspolitik der PDS. Sie wirken im Rahmen des Statuts in der Partei, k\u00f6nnen sich eigene Satzungen geben und k\u00f6nnen ale Bestandihre politischen Ziele in der Partei offen vertreten. Sie sind integrale er PDS Bestandteile der PDS. Die PDS muss sich deshalb die T\u00e4tigkeit der Plattformen, Arbeitsund Interessengemeinschaften wie auch das Wirken der sonstigen innerparteilichen Zusammenschl\u00fcsse sowie die \u00c4u\u00dferungen ihrer Mitglieder als Gesamtpartei zurechnen lassen. Plattformen sind in der Regel Zusammenschl\u00fcsse mit gemeinsamer Ideologie, w\u00e4hrend Arbeitsund Interessengemeinschaften themenbezogen auf wichtigen Aktionsfeldern t\u00e4tig werden. 2.1.3.1 Kommunistische Plattform (KPF) Die am 30. Dezember 1989 gegr\u00fcndete KPF der PDS - ihr sind etwa 1.500 Mitglieder zuzurechnen - ist eine marxistisch-leninistische Organisation. Sie betrachtet die DKP als nat\u00fcrliche Verb\u00fcndete und arbeitet auch mit der noch in der DDR gegr\u00fcndeten Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) zusammen. Innerhalb der PDS ist die KPF die Gruppierung, die sich am deutlichsten zum Kommunismus ntnis zum bekennt. Sie strebt die Fortsetzung marxistischer und leninistischer smus-LeniPolitik, also die Diktatur des Proletariats, an. In ihren Gr\u00fcndungs- s thesen betonte sie: \"Die revolution\u00e4re Arbeiterbewegung mit dem Wissenschaftlichen Kommunismus, mit dem Marxismus-Leninismus, zu verbinden, aufgrund der marxistisch-leninistischen Analyse der realen Gesellschaftsentwicklung Strategie und Taktik zu bestimmen und Politik zu organisieren - ist vornehmste Aufgabe der Kommunisten und sie bleibt es.\" Nach einer programmatischen Erkl\u00e4rung vom Februar 1994, verfasst von drei Sprechern der KPF, bildet der Wissenschaftliche Kommunismus, wie er durch Lenin, Luxemburg, Gramsci, Trotzki, Bucharin oder Mao Tse-tung weiterentwickelt wurde, die Grundlage f\u00fcr die Politik","der KPF. Ziel der KPF sei die revolution\u00e4re Transformation der alten, der Klassengesellschaft, in eine neue, klassenlose Gesellschaft. Die KPF strebt eine enge Zusammenarbeit mit anderen kommunistischen Parteien und Organisationen an und sucht die Beteiligung an au\u00dferparlamentarischen Initiativen, insbesondere in dem von hr im kommunistischen Sinn verstandenen Antifaschismus. Am 25. Mai veranstaltete die KPF in Hannover die 2. Tagung ihrer 11. Bundeskonferenz, in deren Mittelpunkt das weitere Vorgehen in der Programmdebatte und das Verh\u00e4ltnis zur DKP standen. In dem verabschiedeten Beschluss hei\u00dft es: \"Wir intensivieren unsere Zusammenarbeit mit verschiedenen Gliederungen der Partei nicht nur im Rahmen der Programmdebatte. Zugleich gestalten wir unsere Zusammenarbeit mit der DKP enger. So, wie wir an der DKP-Programmkonferenz im September 2002 und am DKP-Parteitag im vergangenen Dezember aktiv teilnahmen, werden wir auch am UZ-Pressefest im Juni mitwirken und auf L\u00e4nderebene vielf\u00e4ltig - vor allem im Rahmen von B\u00fcndnissen - mit unseren Genossen der DKP zusammenwirken. Wir f\u00fchren unsere aktive Arbeit in verschiedenen sozialen, antifaschistischen und Antikriegsb\u00fcndnissen weiter.\" n Berlin f\u00fchrte die KPF am 2. November eine au\u00dferordentliche Tagung der 11. Bundeskonferenz durch, in der sie ihre Lage in der PDS nach dem Chemnitzer Parteitag beriet. F\u00fchrende Funktion\u00e4re der KPF kritisierten an dem neuen Parteiprogramm der PDS, die Kapitalismuskritik sei zu schwach ausgefallen, der Bezug zur Oktoberrevolution von 1917 fehle und der Umgang mit der Geschichte der DDR sei zu bem\u00e4ngeln. Trotz der bestehenden Differenzen entschied man sich Verbleib der KPF aber, in der PDS zu verbleiben. Eine Aufl\u00f6sung der KPF komme nicht in der PDS n Betracht, da dies - wie auch immer ein solcher Schritt begr\u00fcndet werde - \"als Kapitulation ausgelegt\" werden w\u00fcrde. In ihrer Erkl\u00e4rung k\u00fcndigte die Bundeskonferenz der KPF an, Herabw\u00fcrdigungen der DDR \u00f6ffentlich entgegenzutreten, die Kritik am Kapitalismus zu wahren, die B\u00fcndnisarbeit zu verbreitern und einer m\u00f6glichen Parteistrukturreform Widerstand zu leisten, falls diese das Prinzip des Pluralismus aufheben wolle. Man werde sich aktiv daran beteiligen, weitere Kr\u00e4fte f\u00fcr die Diskussion der Marxisten und aller Linken um Programmatik, Strategie und konkrete Politik der sozialistischen Bewegung zu gewinnen sowie eine effektive, marxistische Bildungsarbeit zu forcieren. Au\u00dferdem wolle die KPF k\u00fcnftig entschieden","enger und organisierter mit dem Marxistischen Forum der PDS (MF) zur Verteidigung marxistischer, sozialistischer Ans\u00e4tze und f\u00fcr die Verfechtung antikapitalistischer Anliegen zusammenarbeiten. 2.1.3.2 Marxistisches Forum (MF) Am 6. Juni 1995 konstituierte sich in Berlin das orthodox-kommunistisch ausgerichtete MF. Es will die soziale, \u00f6konomische und politische Situation mit den Mitteln des Marxismus analysieren, die marxisrentwicklung tische Theorie weiterentwickeln und zur theoretischen Fundierung arxistischen der Politik der PDS beitragen. Dazu geh\u00f6re neben der marxistischen ie Aufarbeitung der Geschichte der DDR und des Sozialismus auch die Untersuchung der Dialektik von systemimmanenten und system\u00fcberwindenden Reformen. Au\u00dferdem solle auf die notwendige Verst\u00e4rkung des antimilitaristischen Kampfes aufmerksam gemacht werden. Dem Zusammenschluss innerhalb der PDS geh\u00f6ren rund 60 Personen an, darunter Parteimitglieder sowie Personen des Staatsapparats, des Kulturund Wirtschaftsbereichs der ehemaligen DDR. Das Forum \u00fcbt Einfluss in der Partei u. a. \u00fcber die Mitgliedschaft in verschiedenen Parteigremien aus. Die Verabschiedung des neuen Parteiprogramms der PDS auf dem Chemnitzer Parteitag stie\u00df auf den Widerstand f\u00fchrender Funktion\u00e4re des MF. 2.1.4 Jugendverband ['solid] Am 19. Juni 1999 wurde in Hannover der Jugendverband ['solid] - die sozialistische Jugend gegr\u00fcndet. Der Name steht f\u00fcr \"sozialistisch, links und demokratisch\". Ziel des Jugendverbands ist es nach der im dungsPDS-Pressedienst Nummer 25 vom 25. Juni 1999 abgedruckten Gr\u00fcnung dungserkl\u00e4rung, in organisierter Form der \"rechten Hegemonie in der Gesellschaft\" entgegenzutreten. Man wolle keine \"Kampfreserve\" der PDS werden, sondern strebe \"eine gleichberechtigte Zusammenarbeit auch mit den regionalen und lokalen Jugendstrukturen in und bei der PDS\" an; ['solid] sei nicht die Jugendorganisation der PDS. Anl\u00e4sslich der 1. Tagung des 8. Parteitags vom 12. bis 13. Oktober 2002 in Gera erkl\u00e4rte der Parteivorstand der PDS in seinem T\u00e4tigkeitsbericht: \"Der Parteivorstand erkannte per Beschluss ['solid] als den PDS-nahen bundesweiten Jugendverband an und unterst\u00fctzte ihn materiell und ideell.\"","Organ der Jugendorganisation ist \"Die Ware\"; das Magazin erscheint viertelj\u00e4hrlich. Dem Jugendverband ['solid] geh\u00f6ren in 14 Landesverb\u00e4nden zwischenzeitlich etwa 1.200 Mitglieder (davon rund 40 in Bayern) an. Er verf\u00fcgt in Bayern \u00fcber einen Landesverband mit Ortsgruppen in M\u00fcnchen, Passau, Regensburg, N\u00fcrnberg, F\u00fcrth und seit Juli in Bayreuth und Ingolstadt. Als Organ der bayerischen Jugendorganisation erscheint der Landesmitgliederrundbrief \"['ROTFRONT!]\". An der 4. Bundesdelegiertenkonferenz des PDS-nahen JugendverBundesdelegiertenbands nahmen am 5. und 6. April in Braunschweig rund 150 junge konferenz Menschen teil. Im Mittelpunkt des parallel zum PDS-\"Friedensparteitag\" (vgl. auch Nummer 2.1.1 dieses Abschnitts) stattfindenden Treffens stand neben der turnusm\u00e4\u00dfigen Neuwahl des sechsk\u00f6pfigen Bundesvorstands die Verabschiedung einer Resolution, die sich gegen den Irak-Krieg und dessen Ursachen richtete. Der gleich lautenden Resolution hatten auch die Delegierten des PDS-Sonderparteitags in Berlin zugestimmt. Beschlossen wurde vom Jugendverband zudem ein Arbeitsprogramm f\u00fcr das Jahr 2003 mit Kampagnen zu den Themenfeldern \"Krieg und Frieden\" sowie \"Legalisierung von Hanf\". Zentraler Punkt der am 8. November in Wei\u00dfenburg durchgef\u00fchrten Landesversammlung des Landesverbands ['solid] war die Neuwahl der Vorstandsmitglieder. Das Amt des Sprechers wurde dem seit dem 1. Juli f\u00fcr ein halbes Jahr amtierenden Jugendkoordinator des PDS-Landesverbands Bayern, Stefan Gebuhr aus N\u00fcrnberg, \u00fcbertragen. Als Schwerpunkte der k\u00fcnftigen politischen Arbeit sieht der Landesverband den Widerstand gegen neonazistische Aktivit\u00e4ten in Bayern sowie Protestaktionen gegen die Agenda 2010 der Bundesregierung. 2.1.5 PDS Landesverband Bayern und seine Organisationseinheiten Die in Bayern seit dem 11. September 1990 bestehende PDS setzt Organisation sich aus dem Landesverband, zw\u00f6lf Kreisverb\u00e4nden und 35 Basisin Bayern organisationen zusammen. Am 15. Januar gr\u00fcndete sich die Ortsgruppe \"Bamberger Linke\", am 15. M\u00e4rz eine Basisorganisation in Wei\u00dfenburg. Ebenfalls im M\u00e4rz wurden Basisorganisationen in Alt\u00f6tting, Amberg und Coburg gebildet. Im Mai schloss sich die Basisorganisation \"Linksabbieger\" in M\u00fcnchen an. Der Sitz des Landesverbands Bayern befindet sich in M\u00fcnchen. F\u00fcr einige \u00f6rtliche Strukturen be-","stehen Kontaktund Anlaufadressen. Aktivisten der KPF arbeiten landesweit in der \"AG der Kommunistischen Plattform in Bayern\" mit Sitz am Landesb\u00fcro der PDS in M\u00fcnchen. Die KPF ist in N\u00fcrnberg mit einer Regionalgruppe und in M\u00fcnchen mit einer Ortsgruppe vertreten; ihnen geh\u00f6ren insgesamt nahezu 30 Personen an. In Bayern ist die Zahl der beitragspflichtigen Mitglieder der PDS auf rund 500 gesunken. Die Zahl der Sympathisanten, die den Mitgliedern gleichgestellt sind, hat sich auf etwa 200 erh\u00f6ht. cher Der PDS Landesverband Bayern veranstaltete am 5. M\u00e4rz zwei Politirmittwoch sche Aschermittwochstreffen, n\u00e4mlich in Passau und Ingolstadt. Die bayerische Landessprecherin und fr\u00fchere Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schr\u00f6ter trat bei beiden Veranstaltungen als Rednerin auf. In Passau referierte zudem die damalige PDS-Bundesvorsitzende Gabi Zimmer, in Ingolstadt der seinerzeitige PDS-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Uwe Hiksch. Die Parteivorsitzende betonte in Passau vor allem die konsequente Friedenspolitik der PDS. In Ingolstadt sprach sich der Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer gegen die Ausl\u00e4nderund Asylpolitik der CDU aus, die nur \"billige S\u00fcndenb\u00f6cke\" suche. Der SPD warf er vor, die eigenen Wurzeln abgegraben und sich von der gesellschaftlichen Realit\u00e4t in Deutschland weit entfernt zu haben. Er bekr\u00e4ftigte die Forderung der PDS, die Verm\u00f6gensteuer wieder einzuf\u00fchren. Zwei Landesparteitage berief der PDS Landesverband Bayern ein. Auf der Landesversammlung am 22. Februar in Regensburg wurde beschlossen, an der Wahl zum 15. Bayerischen Landtag am 21. September wegen der fehlenden \"Mitgliederstruktur in der Fl\u00e4che\" nicht teilzunehmen. Der erstmals zweit\u00e4gig durchgef\u00fchrte Landesparteitag am 29. und 30. November in Ingolstadt stand im Zeichen der Vorbereitungen zur Europawahl am 13. Juni 2004 sowie der turnusahl des gem\u00e4\u00dfen Neuwahl des Landesvorstands der bayerischen PDS. Als svorstands gleichberechtigte Landessprecher wurden Eva Bulling-Schr\u00f6ter und Reinhold R\u00fcckert best\u00e4tigt. 2.1.6 Teilnahme an Wahlen Bei der Landtagswahl in Niedersachsen am 2. Februar erreichte die PDS 0,5 % der Zweitstimmen. An der am selben Tag in Hessen durchgef\u00fchrten Landtagswahl nahm die PDS nicht teil. Am 25. Mai trat die","PDS zur Wahl der Bremischen B\u00fcrgerschaft an; sie erhielt bei der Wahl zum Landtag 1,67 %, bei der Wahl zur Stadtb\u00fcrgerschaft 1,79 % der W\u00e4hlerstimmen und blieb damit in beiden bremischen Parlamenten bei der Verteilung der Sitze unber\u00fccksichtigt. An der Wahl zum Keine Teilnahme 15. Bayerischen Landtag am 21. September sowie den gleichzeitigen an Wahlen in Bezirkstagswahlen in Bayern beteiligte sich die PDS nicht. Bei der Bayern Kommunalwahl in Schleswig-Holstein am 2. M\u00e4rz, an der die PDS mit Kandidaten in drei Wahlkreisen erstmals teilnahm, verfehlte die Partei mit insgesamt 2.466 W\u00e4hlerstimmen (= 0,2 %) ihr Ziel, in die kommunalen Gremien einzuziehen. In Brandenburg konnte die PDS bei den Kommunalwahlen am 26. Oktober einen Stimmenanteil von andesweit 21,3 % (1998: 21,6 %) verzeichnen. 2.1.7 Kommunistischer Internationalismus m Rahmen der so genannten internationalen Solidarit\u00e4t unterh\u00e4lt die PDS vielf\u00e4ltige Verbindungen und Kontakte zu ausl\u00e4ndischen kommunistischen Parteien und anderen ausl\u00e4ndischen Linksextremisten. Das Parteiprogramm der PDS nennt dies \"Internationalismus\" und Internationalismus orientiert sich damit an der Idee des Weltkommunismus. Die vormalige Parteivorsitzende Gabi Zimmer leitet den Koordinierungsrat f\u00fcr Internationale Politik beim Parteivorstand. An der 2. Tagung des 8. Parteitags der PDS am 25. und 26. Oktober n Chemnitz nahmen als G\u00e4ste zahlreiche Vertreter von 37 ausl\u00e4ndischen kommunistischen Parteien sowie anderen linksgerichteten Organisationen und Institutionen aus insgesamt 34 L\u00e4ndern teil. 2.1.8 Zusammenarbeit mit anderen Linksextremisten Die PDS pflegt Kontakte zu fast allen anderen inl\u00e4ndischen linksextremistischen und linksextremistisch beeinflussten Gruppierungen sowie zu gewaltbereiten Autonomen und arbeitet mit ihnen zusammen. Am 11. Januar fand aus Anlass des 84. Jahrestags der Ermordung Veranstaltungen der Gr\u00fcnder der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), Rosa in Berlin Luxemburg und Karl Liebknecht, zum achten Mal in Folge die Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin statt. Mehrere hundert politisch nteressierte aus dem Inund Ausland nahmen an der Veranstaltung teil. Am 12. Januar legten Funktion\u00e4re der PDS traditionell Kr\u00e4nze am Denkmal der ermordeten Kommunisten in Berlin-Friedrichsfelde","nieder. Rund 80.000 Menschen, darunter auch Aktivisten ausl\u00e4ndischer kommunistischer Parteien, der autonomen Antifaschistischen Aktion (Antifa), von PDS, DKP, MLPD und der T\u00fcrkischen Kommunistischen Partei/Marxisten-Leninisten (TKP/ML), beteiligten sich an den Gedenkveranstaltungen. te im In Bayern beteiligte sich die PDS im Vorfeld der Irak-Offensive an zahlmmenhang reichen Protestveranstaltungen, darunter am 25. Januar in Augsburg em Irak-Krieg (rund 650 Demonstranten einschlie\u00dflich Aktivisten von DKP, VVN-BdA, MLPD und t\u00fcrkischen Organisationen) und am 25. Februar in N\u00fcrnberg (etwa 2.500 Personen, unter ihnen Aktivisten von DKP und SDAJ). Zu Beginn der Irak-Offensive, am 20. M\u00e4rz sowie an den darauf folgenden Tagen, demonstrierten bundesweit, so auch in M\u00fcnchen und Ingolstadt, Angeh\u00f6rige der PDS mit einer Vielzahl von Anh\u00e4ngern von Friedensbewegungen, linksextremistischen Parteien und linksextremistisch beeinflussten Organisationen gegen den Krieg. nstration Am 6. September nahmen in N\u00fcrnberg rund 450 Anh\u00e4nger des nberg PDS-Kreisverbands N\u00fcrnberg, des Antifaschistischen Aktionsb\u00fcndnisses N\u00fcrnberg, des N\u00fcrnberger Friedensforums, der \"Organisierten Autonomie\" (AO) und der ['solid]-Ortsgruppe N\u00fcrnberg an einer Antifa-B\u00fcndnisdemonstration teil, die sich gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgel\u00e4nde richtete. 2.2 Deutsche Kommunistische Partei (DKP) Deutschland Bayern Mitglieder: 4.700 600 Vorsitzender: Heinz Stehr Gr\u00fcndung: 26.09.1968 Sitz: Essen N\u00fcrnberg und M\u00fcnchen Publikationen: Unsere Zeit (UZ) Marxistische Bl\u00e4tter 2.2.1 Ideologische Ausrichtung Die bis zur Wende von der SED der DDR ideologisch und materiell abh\u00e4ngige DKP best\u00e4tigte ihre gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtete Zielsetzung in den auf dem 12. Parteitag","am 16./17. Januar 1993 in Mannheim beschlossenen \"Thesen zur programmatischen Orientierung der DKP\". In der Einleitung zu den \"Thesen\" hei\u00dft es, die DKP k\u00e4mpfe f\u00fcr eine Politik, die im SozialisBekenntnis zu mus die Zukunft, im Klassenkampf die zentrale Triebkraft der Sozialismus und Geschichte und in der Arbeiterklasse die entscheidende soziale Kraft Klassenkampf f\u00fcr den gesellschaftlichen Fortschritt sehe. Sie st\u00fctze sich auf die materialistische Wissenschaft, die von Marx und Engels begr\u00fcndet und von Lenin weiterentwickelt worden sei. n einem in der linksextremistischen Tageszeitung \"junge Welt\" vom 27./28. September mit dem Titel \"Kommunisten heute\" ver\u00f6ffentichten Beitrag zum 35-j\u00e4hrigen Bestehen der DKP betonte der Parteivorsitzende Heinz Stehr: \"Kommunistische Politik und Parteien sind grunds\u00e4tzlich auf andere gesellschaftliche Zukunftsl\u00f6sungen im Sozialismus gerichtet - mit der Perspektive Kommunismus. (...) Kommunistische Politik hat den Anspruch, Strategie und Taktik auf wissenschaftlicher Grundlage zu entwickeln. Das Festhalten am setzt voraus, Erkenntnisse von Marx, Engels, Lenin und anderen marxistiMarxismus-Lenischen Denkern zu studieren und auf die heutigen Verh\u00e4ltnisse anzuwennismus den, daraus Strategie und Taktik zu entwickeln.\" hre unver\u00e4nderte ideologische Ausrichtung belegte die DKP mit der vom Parteivorstand erstellten \"Handlungsorientierung 2003/2004 - Profil zeigen! Die DKP im Kampf f\u00fcr Arbeit und Frieden, im Widerstand gegen Sozialund Demokratieabbau\", die vom Parteivorstand anl\u00e4sslich seiner 2. Tagung am 22. und 23. Februar in Essen beschlossen wurde. Darin hei\u00dft es: \"In diesem Rahmen und mit diesen Zielstellungen wollen wir die DKP als handlungsf\u00e4hige marxistische Partei der Arbeiterklasse entwickeln und st\u00e4rken. Der Zusammenhalt und die Aktionsf\u00e4higkeit unserer Partei beruhen in erster Linie auf den gemeinsamen politischen und ideologischen Grund\u00fcberzeugungen und der kollektiven Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Sozialismus ...\" Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Auffassungen von Teilen der Partei zum Inhalt eines neu zu gestaltenden Parteiprogramms beschloss der Parteivorstand der DKP im Rahmen seiner 4. Tagung am Fortf\u00fchrung der 27. und 28. September in Essen, die Arbeit an diesem Programm und Arbeiten an einem die Diskussion dazu innerhalb der Partei fortzusetzen. Die urspr\u00fcngneuen Parteiiche Absicht, das neue Programm anl\u00e4sslich des 17. Parteitags im programm","Jahre 2004 zu verabschieden, wurde aufgegeben. Stattdessen soll bis dahin eine politische Grundsatzerkl\u00e4rung erarbeitet werden. g mit Unter dem Titel \"DKP im Dialog mit antifaschistischen Partnern\" verschistischen \u00f6ffentlichte das DKP-Zentralorgan \"Unsere Zeit\" (UZ) in seiner Ausern gabe vom 21. November einen Bericht zum \"Antifaschistischen Ratschlag\", zu dem die DKP am 15. November nach Hamburg eingeladen hatte. Als Teilnehmer wurden ausdr\u00fccklich Mitglieder und Funktionstr\u00e4ger der linksextremistisch beeinflussten Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) sowie \"junge Aktivisten des autonomen Spektrums\" erw\u00e4hnt. Im Rahmen des \"Ratschlags\" wurden Zusammenh\u00e4nge und Ursachen von Sozialabbau und der Steigerung von neofaschistischen sowie rechtspopulistischen Aktivit\u00e4ten analysiert sowie Vorschl\u00e4ge zur Vernetzung des Widerstands unterbreitet. ionsDie Agitation der DKP richtete sich vorrangig auf die Themenbereiche rpunkte Demokratieund Sozialabbau durch den Staat, Bek\u00e4mpfung des Rechtsextremismus und Neofaschismus, Anti-Globalisierung sowie Antimilitarismus vor dem Hintergrund des Irak-Kriegs. 2.2.2 Organisation Die DKP ist eine bundesweit organisierte Partei mit Sitz in Essen. Sie ist isationsin 14 Bezirksorganisationen - zw\u00f6lf in den westlichen Bundesl\u00e4ndern uren sowie eine in Berlin und eine weitere in Brandenburg, die beide zugleich die Mitglieder in den \u00fcbrigen vier neuen L\u00e4ndern betreuen - gegliedert, die weiter in 87 Kreisund in 280 Grundorganisationen sowie 14 Betriebsgruppen unterteilt sind. Die Zahl der Mitglieder liegt derzeit unver\u00e4ndert bei 4.700, davon etwa 240 in Ostdeutschland. Dem 35-k\u00f6pfigen Parteivorstand geh\u00f6ren neben dem DKP-Vorsitzenden Heinz Stehr und den beiden stellvertretenden Parteivorsitzenden Prof. Dr. Nina Hager und Rolf Priemer wie bisher vier Funktion\u00e4re aus Bayern an. In Bayern bestehen zwei Bezirksorganisationen (Nordund S\u00fcdbayern), zw\u00f6lf Kreisverb\u00e4nde, eine Betriebsgruppe sowie ein \"Betriebsaktiv\". Die Mitgliederzahl in Bayern stagniert bei rund 600. Die DKP wird \u00fcberwiegend von Altkommunisten repr\u00e4sentiert. finanzen Die finanzielle Lage der Partei, die seit Jahren Probleme bereitet, hat sich versch\u00e4rft. Dennoch erscheint das DKP-Zentralorgan \"Unsere Zeit\" (UZ) nach wie vor w\u00f6chentlich.","2.2.3 Teilnahme an Wahlen n realistischer Einsch\u00e4tzung ihrer organisatorischen und personellen M\u00f6glichkeiten trat die DKP zur Wahl zum Bayerischen Landtag am 21. September nicht an. Von einer Teilnahme an der Landtagswahl am 2. Februar in Niedersachsen, an der Wahl der Bremischen B\u00fcrgerschaft am 25. Mai und der auf Bremerhaven beschr\u00e4nkten Kommunalwahl am 28. September sah die DKP ebenfalls ab. Bei der Landtagswahl am 2. Februar in Hessen entfielen auf die Landesliste der Erfolglose DKP insgesamt 5.908 W\u00e4hlerstimmen, was einem Stimmenanteil von Teilnahmen in 0,2 % entspricht. In Brandenburg waren bei den Kommunalwahlen Hessen und am 26. Oktober erstmals Kandidaten der DKP in einem Wahlkreis anBrandenburg getreten; mit einem Gesamtergebnis von 384 W\u00e4hlerstimmen konnte sich kein Kandidat der Partei durchsetzen. 2.2.4 Internationale Verbindungen Auf der Grundlage des kommunistischen Internationalismus unterh\u00e4lt die DKP eine Vielzahl von Kontakten zu kommunistischen ParKontakte zu teien und Bewegungen. So trafen f\u00fchrende Vertreter der Kommunisausl\u00e4ndischen tischen Partei Luxemburgs (KPL) und der Neuen Kommunistischen kommunistischen Partei der Niederlande (NCPN) mit dem Parteivorsitzenden der DKP, Parteien Heinz Stehr, am 20. August am Sitz des Parteivorstands der DKP in Essen zusammen, um \u00fcber neue Formen der Zusammenarbeit zu beraten. Zu Gespr\u00e4chen kam es au\u00dferdem zwischen hochrangigen Funktion\u00e4ren der DKP und dem Botschafter der kommunistisch regierten Koreanischen Demokratischen Volksrepublik sowie mit dem Sekret\u00e4r des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei des Irak. Der DKP-Bezirksvorstand Nordbayern unterh\u00e4lt freundschaftliche Kontakte zur Kommunistischen Partei B\u00f6hmens und M\u00e4hrens (KSCM). Die DKP und die sozialistische Wochenzeitung UZ veranstalteten unter dem Motto \"Eine andere Welt st m\u00f6glich - Frieden durchsetzen!\" vom 20. bis 22. Juni in Dortmund ihr 13. UZ-Pressefest - Volksfest der DKP. Das Friedensfestival mit zahlreichen Diskussionsforen und Gespr\u00e4chsrunden zu Themen wie Krieg und Frieden, Globalisierung und Sozialabbau sollen nach eigenen Angaben w\u00e4hrend der drei Tage ann\u00e4hernd 50.000 G\u00e4ste besucht haben. Aus dem Ausland waren Vertreter von 26 kommunistischen \"Bruderparteien\" angereist.","2.2.5 Umfeld der DKP 2.2.5.1 Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Deutschland Bayern Mitglieder: 9.000 900 Vorsitzender: gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Vorstand mit 13 Mitgliedern Gr\u00fcndung: 15.-17.03.1974 Vereinigung mit VVdN-BdA: 03.-05.10.2002 Sitz: Hannover (Bundesgesch\u00e4ftsstelle seit 1996) Publikationen: antifa-rundschau und antifa (seit August 2003 nur noch antifa) Die VVN-BdA aus den alten Bundesl\u00e4ndern als bisher schon zahlenm\u00e4\u00dfig st\u00e4rkste Organisation im Spektrum des linksextremistischen Antifaschismus und der in den neuen Bundesl\u00e4ndern gebildete \"Verband ehemaliger Teilnehmer am antifaschistischen Widerstandskampf, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener - Bund der nigungsAntifaschisten\" (VVdN-BdA) haben sich auf einem Vereinigungsess kongress vom 3. bis 5. Oktober 2002 in Berlin zu einer gemeinsamen Organisation zusammengeschlossen, die den Namen des West-Verbands \u00fcbernommen hat. Rund 200 Delegierte stimmten \"einm\u00fctig\" f\u00fcr die Verschmelzung ihrer Organisationen und w\u00e4hlten einen gemeinsamen gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Vorstand. Im Rahmen des Vereinigungskongresses verabschiedeten die Delegierten u. a. Antr\u00e4ge zur Festschreibung des Antifaschismus im Grundgesetz und gegen ein milit\u00e4risches Vorgehen der USA im Irak. Als Sprecher der VVN-BdA fungieren derzeit der Theologe Prof. Dr. Heinrich Fink, Gr\u00fcndungsvorsitzender des vormaligen ostdeutschen \"Bundes der Antifaschisten\" (BdA) und ehemaliges Mitglied der PDS-Bundestagsfraktion, und Cornelia Kerth, eine der Bundessprecherinnen der vormaligen VVN-BdA (West). Die von den fusionierten VVN-BdA und VVdN-BdA bisher herausgegebenen Zeitschriften \"antifa-Rundschau\" und \"antifa\" erschienen Publikation noch bis zur Jahresmitte. Seit August wird nur noch die gemeinsame Zeitschrift \"antifa\" in zweimonatigem Abstand gedruckt.","Die neu gegr\u00fcndete VVN-BdA bleibt die bundesweit gr\u00f6\u00dfte Organisation im Spektrum des linksextremistischen Antifaschismus. Im Landesverband Bayern der VVN-BdA ist auf Landeswie auf Kreisebene der Einfluss von Linksextremisten, insbesondere aus der DKP, ma\u00dfgeblich. Die Landesvereinigung Bayern unterst\u00fctzte auch weiterhin aus dem linksextremistischen Spektrum nitiierte Aktionen. Themenbereiche f\u00fcr die Agitation der VVN-BdA waren der Antikriegstag, der Antirassismus, der Irak-Krieg, der Protest gegen den He\u00df-Gedenkmarsch in Wunsiedel, der Neofaschismus, der Rechtsextremismus, die Osterm\u00e4rsche und die Zwangsarbeiterentsch\u00e4digung. 2.2.5.2 Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) Deutschland Bayern Mitglieder: 350 60 Vorsitzende: Tina Sanders Gr\u00fcndung: 04./05.05.1968 Sitz: Essen Publikation: POSITION Die mit der DKP eng verbundene SDAJ versteht sich als eigenst\u00e4nIdeologischer dige Organisation von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, Studentinnen und Gleichklang mit Studenten, Auszubildenden und jungen Arbeitenden, die in der Bunder DKP desrepublik Deutschland leben, unabh\u00e4ngig von ihrer Herkunft. Die SDAJ k\u00e4mpft nach eigener Darstellung f\u00fcr eine Welt ohne Ausbeutung und Rassismus, f\u00fcr eine Welt, in der die Menschen und nicht die Konzerne das Sagen haben. Als ihre Alternative, f\u00fcr die sie sich im Kampf einsetze, benennt die SDAJ den Sozialismus. Dieser k\u00f6nne nur durch einen Bruch mit dem kapitalistischen System erreicht werden, nicht allein durch Verbesserungen der bestehenden Verh\u00e4ltnisse. Deshalb sei sie eine antikapitalistische und revolution\u00e4re Organisation. Schwerpunkte der Agitation der SDAJ sind die Forderung nach VerArbeitsbesserung der Bildungsund Arbeitspolitik f\u00fcr die Jugend sowie der schwerpunkte Kampf gegen den Militarismus in der Bundesrepublik Deutschland und der Europ\u00e4ischen Union. Dazu unterst\u00fctzte die SDAJ aktiv eine Kampagne des Weltbunds der Demokratischen Jugend (WBDJ) gegen","den Aufbau einer EU-Armee mit dem Motto \" Keinen Menschen - Keinen Cent der EU-Armee! Bildung statt R\u00fcstung\". Die SDAJ beteiligte sich zusammen mit der Assoziation Marxistischer Studierender (AMS) an dem am 15. M\u00e4rz von der DKP in D\u00fcsseldorf dkongress ausgerichteten Jugendkongress unter dem Motto \"Uns reicht's! sseldorf Jugend gemeinsam gegen Krieg, Sozialabbau und Bildungsklau\". Einem Bericht im DKP-Zentralorgan \"Unsere Zeit\" (UZ) Nummer 12 vom 21. M\u00e4rz zufolge wurde ein \"Gerichtsprozess\" inszeniert, in dem die Regierung der Bundesrepublik Deutschland sowie die deutschen Gro\u00dfkonzerne - insbesondere die R\u00fcstungskonzerne - \"angeklagt\" wurden, der Mehrheit der Jugendlichen dieses Landes die grundlegenden Rechte auf Frieden, auf eine zukunftsorientierte Bildung und auf freie Ausbildungsplatzund Arbeitswahl zu verweigern bzw. vorzuenthalten. Die SDAJ-Vorsitzende Tina Sanders vertrat die \"Anklage\". Die von drei Mitgliedern der DKP gespielten \"Richter\" folgten der \"Anklage in vollem Umfang\" und erkl\u00e4rten, \"dass sich die Angeklagten mit ihren Taten des schwerwiegenden Verfassungsbruchs schuldig gemacht\" h\u00e4tten. An dem Jugendkongress nahmen etwa 200 Personen teil. t\u00e4ten In Bayern f\u00fchrte die SDAJ eigene Informationsveranstaltungen durch ern und beteiligte sich an Demonstrationen anderer Organisationen, vor allem gegen den Irak-Krieg. Vom 6. bis 9. Juni veranstaltete die SDAJ im Raum Ansbach ein Pfingstcamp mit etwa 40 Teilnehmern. 2.3 Linksruck-Netzwerk (Sozialistische Arbeitergruppe - SAG) Deutschland Bayern Mitglieder: 500 20 Gr\u00fcndung: 1993 Sitz: Berlin Publikationen: Linksruck, Sozialismus von unten Die bundesweit als Linksruck-Netzwerk auftretende trotzkistische Gruppierung SAG bezeichnet sich in ihren auch im Internet ver\u00f6ffentgische lichten \"politischen Grunds\u00e4tzen\" selbst als \"Str\u00f6mung der revolutiohtung n\u00e4ren Sozialisten\". Als Voraussetzung einer \"endg\u00fcltigen Beseitigung jeder Unterdr\u00fcckung\" betrachtet das Netzwerk die Abschaffung des Kapitalismus und die Einf\u00fchrung einer R\u00e4tedemokratie. Der","Kapitalismus k\u00f6nne nicht reformiert, sondern m\u00fcsse gest\u00fcrzt werden. Der bayerische Schwerpunkt des Linksruck-Netzwerks befindet sich in M\u00fcnchen. Die Gruppierung, deren Mitgliederzahl sich verringerte, organisierte nur wenige Veranstaltungen und beteiligte sich gelegentlich an Demonstrationen anderer linksextremistischer Gruppierungen sowie des linksextremistisch beeinflussten B\u00fcndnisses M\u00fcnchen gegen Krieg. Die Themenbereiche Irak-Krieg, Globalisierung sowie Sozialabbau wurden verst\u00e4rkt behandelt. 2.4 M\u00fcnchner B\u00fcndnis gegen Rassismus sowie B\u00fcndnis M\u00fcnchen gegen Krieg Das am 9. November 1991 anl\u00e4sslich einer Demonstration zum Jahrestag der Reichspogromnacht entstandene linksextremistisch beeinflusste M\u00fcnchner B\u00fcndnis gegen Rassismus erkl\u00e4rte im M\u00e4rz seine Aufl\u00f6sung des Aufl\u00f6sung. An dem B\u00fcndnis mit seinen rund 40 Anh\u00e4ngern hatten M\u00fcnchner B\u00fcndsich linksextremistische Gruppierungen wie die PDS, DKP, der Arbeinisses gegen terbund f\u00fcr den Wiederaufbau der KPD (AB), das Linksruck-NetzRassismus werk, die linksextremistisch beeinflusste Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten VVN-BdA) und daneben - anlassbezogen - auch demokratische Gruppierungen beteiligt. Die Leitung bei Treffen und Veranstaltungen hatten meist Aktivisten der linksextremistischen Gruppierungen wahrgenommen. Themenbereiche waren dabei Antirassismus, Antifaschismus sowie Gegenaktionen zu den von Rechtsextremisten initierten Demonstrationen. Ma\u00dfgeblich war das M\u00fcnchner B\u00fcndnis gegen Rassismus auch mit den Protesten gegen die \"M\u00fcnchner Sicherheitskonferenzen\" befasst. Vom 7. bis 9. Februar fand die 39. M\u00fcnchner Konferenz f\u00fcr SicherProtestaktivit\u00e4ten heitspolitik unter Beteiligung einer Vielzahl von Regierungsvertretern gegen 39. M\u00fcnchder NATO-Staaten sowie von Repr\u00e4sentanten aus dem Milit\u00e4rund ner Konferenz f\u00fcr R\u00fcstungsbereich statt. Die Konferenz stand in der \u00d6ffentlichkeit im Sicherheitspolitik Zeichen der Diskussion um ein milit\u00e4risches Eingreifen der USA im rak. Das B\u00fcndnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz, das die m Vorjahr verbotenen Protestdemonstrationen initiiert hatte, hatte bereits im Mai 2002 zu Aktionen gegen diese 39. Konferenz aufgerufen. Es hatte sich damals u. a. aus dem linksextremistisch beeinflussten","M\u00fcnchner B\u00fcndnis gegen Rassismus, Angeh\u00f6rigen der autonomen Szene und anderen Linksextremisten gebildet. Um ein m\u00f6glichst breites B\u00fcndnis zu schaffen, schlossen sich im Oktober 2002 das B\u00fcndnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz, das M\u00fcnchner Friedensb\u00fcndnis und die globalisierungskritische Organisation ATTAC zu einem \"Demonstrationsb\u00fcndnis\" zusammen. An den Veranstaltungen des \"Demonstrationsb\u00fcndnisses\" anl\u00e4sslich des Irak-Konflikts beteiligten sich insgesamt mehrere tausend Menschen. Etwa 300 gewaltbereite Demonstranten aus der autonomen Szene waren aus Berlin, G\u00f6ttingen und Passau angereist. Sie konnten indessen die \u00f6ffentlichen Versammlungen nicht als B\u00fchne f\u00fcr ihre gewaltt\u00e4tigen Zwecke missbrauchen. 27 Personen wurden pr\u00e4ventiv in Gewahrsam genommen, 24 nach Straftaten festgenommen. Veranstalter wie der DGB, Kirchen und andere b\u00fcrgerliche Organisationen hatten sich mit einer eigenen Gro\u00dfdemonstration klar gegen\u00fcber dem \"Demonstrationsb\u00fcndnis\" abgegrenzt. olgeIm M\u00e4rz bildete sich als Nachfolgeorganisation des M\u00fcnchner B\u00fcndisation nisses gegen Rassismus das linksextremistisch beeinflusste B\u00fcndnis M\u00fcnchen gegen Krieg. Auch an diesem B\u00fcndnis sind sowohl demokratische als auch linksextremistische Gruppierungen wie PDS, DKP, Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ), Revolution\u00e4r Sozialistischer Bund (RSB) und Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) beteiligt. Das B\u00fcndnis fungierte bereits als Tr\u00e4ger einer Vielzahl von Aktivit\u00e4ten - Demonstrationen, Kundgebungen, Mahnwachen, Informationsveranstaltungen, insbesondere zum Thema Irak-Krieg - oder unterst\u00fctzte solche. Mit weiteren Gruppierungen, beispielsweise ATTAC M\u00fcnchen und mmenschluss M\u00fcnchner Friedensb\u00fcndnis, schloss sich das B\u00fcndnis M\u00fcnchen gegen tionsb\u00fcndnis Krieg zum Aktionsb\u00fcndnis gegen die n\u00e4chste NATO-Sicherheitskonferenz zusammen. Das Aktionsb\u00fcndnis rief vornehmlich im Internet zur Teilnahme an den beabsichtigten Protesten gegen die 40. M\u00fcnchner Konferenz f\u00fcr Sicherheitspolitik vom 6. bis 8. Februar 2004 auf. 2.5 Sonstige orthodoxe Kommunisten und andere revolution\u00e4re Marxisten Die teils bundesweit, teils regional t\u00e4tigen sonstigen linksextremistischen Parteien, Organisationen und B\u00fcndnisse entfalteten in Bayern","kaum Au\u00dfenwirkung. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die Marxistische Marxistische Gruppe (MG), die trotz ihres bislang nicht widerrufenen Aufl\u00f6sungsGruppe beschlusses vom Mai 1991 bundesweit mit rund 10.000 Anh\u00e4ngern fortbesteht. Sie verf\u00fcgt in Bayern \u00fcber etwa 4.200 Anh\u00e4nger, von denen nahezu 700 aktiv sind. \u00d6ffentlich trat die MG nur bei regelm\u00e4\u00dfigen GEGENSTANDPUNKT-Diskussionsveranstaltungen in M\u00fcnchen und N\u00fcrnberg in Erscheinung; die Bezeichnung dieser Veranstaltungen geht auf die seit 1992 von f\u00fchrenden MG-Funktion\u00e4ren herausgegebene Zeitschrift \"GEGENSTANDPUNKT\" zur\u00fcck. Die an der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t in Erlangen aktive SOZIALISTISCHE GRUPPE ist ebenfalls der MG zuzurechnen. Ferner sind die Gruppierungen Marxistisch-Leninistische Partei MLPD und AB Deutschlands (MLPD) und der Arbeiterbund f\u00fcr den Wiederaufbau der KPD (AB) zu nennen. Sie beteiligten sich in Bayern an Demonstrationen, Diskussionsveranstaltungen und anderen Aktionen, wie beispielsweise Flugblattverteilungen, f\u00fchrten Info-St\u00e4nde durch und hielten Mahnwachen ab. Schwerpunkte ihrer Agitation waren die Themenbereiche Faschismus/Rassismus sowie insbesondere Proteste gegen den Irak-Krieg und gegen Sozialabbau. Weitere linksextremistische und linksextremistisch beeinflusste Organisationen, die dem Bereich \"Marxisten-Leninisten und andere revolution\u00e4re Marxisten\" zuzurechnen sind, werden in Nummer 4 dieses Abschnitts aufgef\u00fchrt. 3. Gewaltorientierte Linksextremisten 3.1 Autonome Gruppen Deutschland Bayern Angeh\u00f6rige: \u00fcber 5.500 400 Gr\u00fcndung: Ende der 70er Jahre Struktur: meist themenbezogene Zusammenschl\u00fcsse, die \u00fcberwiegend lokalen Charakter aufweisen Publikationen: Szene-Bl\u00e4tter, wie \"INTERIM\" (Berlin); auf lokaler Ebene u. a. \"barricada\" (N\u00fcrnberg) 3.1.1 \u00dcberblick Die gewaltbereiten Autonomen bedrohen weiterhin die Innere Unverminderte Sicherheit in Deutschland. Wie in den Vorjahren waren Autonome f\u00fcr Gewaltbereitschaft","die meisten der linksextremistisch motivierten Gewalttaten verantwortlich. Ziel der Autonomen ist die gewaltsame Zerschlagung des Staates und die Errichtung einer \"herrschaftsfreien Gesellschaft\". Diesem Ziel versuchen sie \u00fcber eine Reihe von Aktionsthemen n\u00e4her zu kommen. Dabei nutzen sie aktuelle politische Themen f\u00fcr ihre Zwecke. Durch geschickte Agitation versuchen sie, auch demokratische Protestbewegungen f\u00fcr ihren Kampf gegen den Staat zu mobilisieren. ionsund \"Antifaschismus\" ist f\u00fcr die Autonomen in Bayern nach wie vor das enfelder vorrangige Agitationsund Aktionsfeld. Zus\u00e4tzlich besch\u00e4ftigen sich Autonome auch mit dem Themenfeld \"Anti-Globalisierung\". Vor allem bedingt durch den Irak-Krieg griffen Angeh\u00f6rige der autonomen Szene den Bereich \"Antiimperialismus\" wieder verst\u00e4rkt auf. Im Zuge der Diskussionen um einen Abbau sozialer Leistungen r\u00fcckten die Themen \"Arbeitslosigkeit\" und \"Sozialversorgung\" in den Vordergrund autonomer Agitation und Aktion. Dagegen spielten andere Themenfelder wie die Asyl-, Ausl\u00e4nderund Fl\u00fcchtlingspolitik (\"Antirassismus\") und die Kernenergie (\"Anti-Atomkraft\") in der politischen Agitation eine eher untergeordnete Rolle. Besorgniserregend ist eine Strategiedebatte um terroristische Gewalt vor allem in Kreisen Berliner Autonomer. Linksextremistische Strukturen mit terroristischer Zielsetzung sind in Bayern derzeit nicht feststellbar. 3.1.2 Ideologische Ausrichtung und Aktionsformen Autonome haben kein einheitliches ideologisches Konzept. Sie folgen unklaren anarchistischen und anarchokommunistischen Vorstellungen. Die einzelnen Gruppen bilden sich meist \u00fcber Aktionsthemen. nung von Einig sind sich die Autonomen in der Ablehnung von Staat und und Gesellschaft. Ihr Ziel ist die gewaltsame Abschaffung des Staates und schaft seiner Institutionen, um an seiner Stelle eine \"herrschaftsfreie Gesellschaft\" zu errichten. Das provozierende Auftreten der Autonomen in der \u00d6ffentlichkeit, ihre staatsfeindliche Haltung, die Ablehnung gesellschaftlicher Normen und Werte, aber auch das Bejahen von Gewalt zur Durchsetzung ihrer Forderungen und Ziele kommen der Protesthaltung mancher junger Menschen entgegen, vor allem, wenn diese mit Problemen im Elternhaus oder in der Schule bzw. Ausbildung konfrontiert werden. Angeh\u00f6rige bzw. Aktivisten der Auto-","Autonome in Bayern 2003 (Schwerpunkte) Coburg* Aschaffenburg* Bayreuth W\u00fcrzburg* ca. 15 N\u00fcrnberg/ Erlangen/ F\u00fcrth Sulzbach-Rosenberg ca. 20 ca. 150 - Organisierte Autonomie - Autonome Jugend Antifa Angeh\u00f6rige der autonomen Szenen Regensburg* Autonome Personenzusammenh\u00e4nge nicht abschlie\u00dfend) Ingolstadt* Passau* *) Landshut* Autonome Neu-Ulm* Kleinstgruppen Augsburg ca. 25 a.l.d.e.n.t.e. M\u00fcnchen ca. 110 - Antifa Aktion M\u00fcnchen - antifaschistisch k\u00e4mpfen m\u00fcnchen Rosenheim* nomen unterscheiden sich soziologisch kaum von anderen Jugendichen oder jungen Erwachsenen. Sie sind in der Regel Sch\u00fcler, Studenten und Auszubildende. Autonome machen den Ablauf ihrer Demonstrationen prim\u00e4r von der Einsch\u00e4tzung der Durchsetzbarkeit und ihrem Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis gegen-","\u00fcber der Polizei abh\u00e4ngig. Rechtsextremistischen Versammlungen begegnen Autonome nach wie vor mit einer hohen Aggressivit\u00e4t und Gewaltbereitschaft. Die Autonomen f\u00fchren dabei meist keine eigenen \u00f6ffentlichen Veranstaltungen durch, sondern mischen sich stattdessen unter die Teilnehmer anderer Gegenveranstaltungen. Die Formierung von so genannten Schwarzen Bl\u00f6cken bei Demonstrationen als Symbol f\u00fcr militanten Antifaschismus ist aber nur noch vereinzelt festzustellen. Die zeitweilige Differenzierung zwischen Gewalt gegen Personen und Gewalt gegen Sachen wird zunehmend aufgegeben. Die K\u00f6rperverletzungsdelikte von Linksextremisten gegen \"Rechte\" oder vermeintlich \"Rechte\" zeigen, dass die Autonomen Gewaltanwendung gegen politische Gegner als legitimes Mittel ansehen. 3.1.3 Strukturen Insgesamt geh\u00f6ren den autonomen Strukturen in Bayern knapp 400 Personen an (2002: 450). Im Jahr 2003 traten in Bayern besonders die autonomen Gruppierungen \"Organisierte Autonomie\" (N\u00fcrnberg), \"red action n\u00fcrnberg\", \"antifaschistisch k\u00e4mpfen (m\u00fcnchen)\", \"Antifaschistische Aktion M\u00fcnchen\" und \"a.l.d.e.n.t.e. - autonome gruppe mit biss\" (Augsburg) in Erscheinung. erpunkte \u00d6rtliche Schwerpunkte der Autonomen in Bayern sind nach wie vor ern die Gro\u00dfr\u00e4ume N\u00fcrnberg/Erlangen/F\u00fcrth und M\u00fcnchen. W\u00e4hrend die Szene in N\u00fcrnberg/Erlangen/F\u00fcrth mit etwa 150 Anh\u00e4ngern personell nur leicht abnahm, sank die Zahl der Autonomen in der Landeshauptstadt M\u00fcnchen von 130 auf etwa 110 Personen. Die autonome Szene in N\u00fcrnberg formiert sich um das \"Stadtteilzentrum Schwarze Katze\" und die Anlaufstelle \"DESI\". F\u00fcr die M\u00fcnchner Autonomen spielt nach wie vor der autonome \"Infoladen\" in der Breisacherstra\u00dfe eine wesentliche Rolle. Daneben bestehen autonome Gruppierungen u. a. in Augsburg, Bayreuth, Neu-Ulm, Sulzbach-Rosenberg, Rosenheim und W\u00fcrzburg. Auch aus anderen St\u00e4dten wurden Aktivit\u00e4ten der autonomen Szene bekannt; dort gibt es meist nur Kleinund Kleinstgruppen. Autonome Personenzusammenh\u00e4nge in Bayern mit Schwerpunkt Antifaschismus zeigen gegen\u00fcber den Vorjahren eine noch geringere Bereitschaft zur Organisierung.","3.1.4 Informationelle Vernetzung Einige der autonomen Zusammenh\u00e4nge in Bayern sind als Mitgliedsgruppen des bayernweiten autonomen B\u00fcndnisses \"Antifaschistisches Aktionsb\u00fcndnis Bayern\" (AABB) in den Informationsaustausch autonomer Gruppierungen eingebunden. F\u00fcr den lokalen, \u00fcberregionalen und internationalen Informationsaustausch verwenden Autonome dar\u00fcber hinaus Szene-Publikationen, Info-L\u00e4den, Szene-Lokale sowie verdeckte informelle Strukturen wie Telefonketten. Info-L\u00e4den dienen Info-L\u00e4den dem autonomen Spektrum nicht nur als zentrale Informations-, Kommunikationsund Anlaufstellen, sondern tragen auch zur Verbreitung und Koordinierung autonomer Aktivit\u00e4ten bei und haben wesentichen Einfluss auf die Mobilisierungsf\u00e4higkeit der Szene. In Bayern bestehen Info-L\u00e4den u. a. in M\u00fcnchen, N\u00fcrnberg, Augsburg und Landshut. Bei bundesweiten Info-Laden-Vernetzungstreffen wird \u00fcber \"Konzepte und Perspektiven\", aber auch \u00fcber \"K\u00e4mpfe und Widerstandsformen\" diskutiert. Um die Vernetzung und den Austausch der Info-L\u00e4den untereinander zu f\u00f6rdern, wurden \"zentrale nternet-Seiten\" eingerichtet. Die autonome Szene nutzt intensiv das Internet als KommunikationsNutzung des mittel und sieht in den entsprechenden Verschl\u00fcsselungssystemen ein Internets geeignetes Instrument gegen staatliche Kontrolle. Zum Teil werden \u00fcber ausl\u00e4ndische Anbieter aktuelle Termine, Nachrichten, Diskussionsbeitr\u00e4ge und Publikationen mit teilweise strafbarem Inhalt verbreitet. Die Beitr\u00e4ge umfassen auch Selbstdarstellungen autonomer Zusammenschl\u00fcsse, wie z. B. der Gruppierungen \"red action n\u00fcrnberg\", \"Organisierte Autonomie\", \"Antifaschistische Aktion Ulm/Neu-Ulm\", \"Antifaschistische Aktion M\u00fcnchen\" und \"antifaschistisch k\u00e4mpfen (m\u00fcnchen)\". 3.1.5 Autonome Publikationen Trotz der steigenden Attraktivit\u00e4t der modernen elektronischen Medien haben die klassischen Publikationen nach wie vor gro\u00dfe Bedeutung f\u00fcr die autonome Szene. Im Bundesgebiet gibt es \u00fcber 50 dieser Szene-Publikationen, in denen Diskussionspapiere, Aufrufe zu Veranstaltungen, Selbstbezichtigungsschreiben und andere Beitr\u00e4ge ver\u00f6ffentlicht werden. Bundesweite Bedeutung haben dabei nur Bundesweit wenige Schriften, darunter insbesondere die in Berlin erscheinende verbreitete \"INTERIM\". Die Mehrzahl der Publikationen hat dagegen einen vorPublikation","rangig regionalen Verbreitungskreis, so auch die in Bayern erscheinenden Druckwerke. Erw\u00e4hnenswert sind regelm\u00e4\u00dfige Schriften wie \"barricada - zeitung f\u00fcr autonome politik und kultur\" (N\u00fcrnberg), \"Grossraumzeitung - N\u00fcrnberg/Erlangen/F\u00fcrth\", \"Out of Control\" (M\u00fcnchen), \"Pro.K - Zeitung des revolution\u00e4ren Aufbau M\u00fcnchen\" und \"Antifaschistische Autonome ArbeiterInnen Info Zeitung\" (Landshut). Die Publikationen werden oft konspirativ hergestellt und verbreitet. Sie enthalten teilweise unverhohlene Aufforderungen und Anleitungen zu Gewalttaten, u. a. gegen Rechtsextremisten und deren Einrichtungen. 3.1.6 Schwerpunktthemen und Aktionen enkreis Schwerpunktthemen waren im Jahr 2003 \"Antifaschismus\", \"Anti-Globalisierung\" und \"Antiimperialismus\". Auch der \"Sozialabbau\" und die \"Antirepression\" wurden in der autonomen Szene wieder st\u00e4rker thematisiert. \"Antirassismus\" und \"Anti-Atomkraft\" hatten dagegen geringere Bedeutung. Die Debatte \u00fcber eine Neuorientierung der autonomen Szene in Deutschland wurde fortgef\u00fchrt. 3.1.6.1 Strategiedebatte - Fortsetzung der Gewaltdiskussion In der gewaltbereiten linksextremistischen Szene dauert die \"Militanzdebatte\" an. Seit Jahren diskutieren unterschiedliche autonome Gruppierungen mit dem Ziel, die bisher im autonomen Spektrum weitgehend vorherrschende Trennung zwischen der akzeptierten ltdiskussion \"Gewalt gegen Sachen\" und der au\u00dferhalb der antifaschistisch orientierten Gruppen eher abgelehnten \"Gewalt gegen Personen\" zu \u00fcberwinden. \"Verantwortliche des Herrschaftssystems\" wie Polizisten, Politiker, Milit\u00e4rangeh\u00f6rige und f\u00fchrende Repr\u00e4sentanten von Wirtschaftsund Finanzunternehmen sollen wieder Ziel von Angriffen werden. Die theoretische Diskussion wird auch von Gewalttaten zumeist in Form von Brandanschl\u00e4gen begleitet. Diese - schwerpunktm\u00e4\u00dfig im Berliner Raum begangenen - Straftaten richteten sich meist gegen staatliche Geb\u00e4ude und Fahrzeuge von Gro\u00dfunternehmen. In der Berliner Szene-Publikation \"INTERIM\" erschienen einige Diskussionspapiere autonomer Gruppen, aus denen eine \u00fcberwiegend positive Reaktion auf die bis dahin publizierten Papiere und die begangenen Anschl\u00e4ge deutlich wurde.","Teilweise fordern die Autoren die \u00dcberwindung der bisherigen \"autonomen Kleingruppenmilitanz\" und den langfristigen Aufbau einer \"neuen militanten Organisierung\" in Deutschand als organisatorischen Rahmen f\u00fcr gewaltbereite Gruppen. Nach dem Beispiel der ehemaligen linksterroristischen Strukturen \"Revolution\u00e4re Zellen\" (RZ) und \"Bewegung 2. Juni\" soll ein Organisationsgeflecht autonomer Gruppen entstehen, die eigenst\u00e4ndig aus der Legalit\u00e4t heraus militante Aktionen durchf\u00fchren. Entscheidend f\u00fcr Anschl\u00e4ge soll dabei die Vermittelbarkeit der Aktionen sein. n der \"INTERIM\", Nummer 575 vom 26. Juni, f\u00fchrte die in Berlin aktive und ma\u00dfgeblich an dieser Diskussion beteiligte \"militante gruppe (mg)\" in einem umfangreichen Positionspapier aus: \"Ebenso rational ist unser antagonistischer Widerspruch zu diesen kapitalistischen, patriarchalen, rassistischen und imperialistischen Ausbeutungsund Unterdr\u00fcckungsverh\u00e4ltnissen bzw. unser Kampf f\u00fcr den Kommunismus begr\u00fcndet. (...) Die ... Schlu\u00dffolgerung kann nur lauten, da\u00df eine Gesellschaftliche substanzielle gesellschaftliche Umw\u00e4lzung nicht unterhalb der sozialen Umw\u00e4lzung Revolution zu haben sein wird.\" n einer fr\u00fcheren Erkl\u00e4rung in der \"INTERIM\", Nummer 550 vom 9. Mai 2002, hat die \"militante gruppe (mg)\" unter dem Titel \"F\u00fcr einen revolution\u00e4ren Aufbauprozess - f\u00fcr eine militante Plattform\" bereits ihre Vorstelungen aufgezeigt, auf welchem Weg die \"soziale Revolution\" erreicht werden sollte: \"Exekutionen von Entscheidungstr\u00e4gerInnen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sind sowohl aus logistischer als auch aus repressionstechnischen Gr\u00fcnden erst w\u00e4hrend einer l\u00e4ngeren intensiven Diskussion unter uns zu entscheiden. Nicht zuletzt ist die Methode des bewaffneten KampBewaffneter Kampf fes (d.h. vorrangig die T\u00f6tung von Repr\u00e4sentanten und Funktionstr\u00e4gern) gegen EntscheiErgebnis der strategischen Linie unseres revolution\u00e4ren Projekts und der dungstr\u00e4ger Einsch\u00e4tzung der gesamtgesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Die Erkenntnis der Notwendigkeit einer Bewaffnung unserer Struktur ist der eine Aspekt, die konkrete Aufnahme des bewaffneten Kampfes ein anderer. D.h., da\u00df die Schaffung einer logistischen Basis eines potentiellen bewaffneten Kampfes nicht unmittelbar mit deren Nutzung zusammenf\u00e4llt. Entscheidend ist allerdings, da\u00df wir diese logistische Basis als einen integralen Bestandteil eines komplexen revolution\u00e4ren Aufbauprozesses betrachten.\"","3.1.6.2 Antifaschismus Im Mittelpunkt der Aktivit\u00e4ten autonomer Gruppen in Bayern standen wie im Vorjahr Proteste und Aktionen gegen rechtsextremistische Veranstaltungen, aber auch gezielte Angriffe gegen einzelne tats\u00e4chmotiv der liche oder vermeintliche Rechtsextremisten. Von den 16 in Bayern lttaten ver\u00fcbten Gewalttaten entfallen zw\u00f6lf auf diesen Bereich. Linksextremisten sp\u00e4hen ihre politischen Gegner ebenso wie Rechtsextremisten gezielt aus und ver\u00f6ffentlichen seit Jahren entsprechende \"Steckbriefe\" in ihren Publikationen. Gerade im Rahmen des Antifaschismus betreiben Autonome in Bayern eine nach wie vor rege B\u00fcndnispolitik. Neben kontinuierlich arbeitenden \"Aktionsb\u00fcndnissen\" auf zumeist lokaler bzw. regionaler Ebene \u00fcberwiegend mit linksextremistischen Gruppierungen und sbezogene Parteien wie in Augsburg und N\u00fcrnberg gibt es auch anlassbezogene nisse B\u00fcndnisse, in denen h\u00e4ufig auch demokratische Gruppen und Institutionen mitarbeiten. Diese anlassbezogenen B\u00fcndnisse dienen prim\u00e4r der Vorbereitung und Koordinierung von Demonstrationen, Versammlungen, Mahnwachen, Informationsst\u00e4nden und anderen Veranstaltungen gegen rechtsextremistische Aktivit\u00e4ten. Derzeit gelingt es der autonomen antifaschistischen Szene nur schwer, derartige B\u00fcndnisveranstaltungen zu dominieren. nen Autonome beteiligten sich u. a. an folgenden gegen den Rechtsextreern mismus gerichteten Aktivit\u00e4ten in Bayern: Gegen die Demonstration der rechtsextremistischen NPD unter dem Motto \"17. Juni 1953 - 2003. Damals wie heute: F\u00fcr Einheit, Freiheit und Selbstbestimmungsrecht\", an der sich am 14. Juni in N\u00fcrnberg etwa 300 Rechtsextremisten beteiligten, protestierten rund 4.000 Personen, darunter 250 bis 300 Angeh\u00f6rige der militanten linksextremistischen Szene. Im Verlauf des Aufzugs kam es aus den Reihen der Gegendemonstranten zu vereinzelten Flaschenund Steinw\u00fcrfen sowie zu Rangeleien mit der Polizei. An einer mehrheitlich von demokratischen Organisationen und Akteuren getragenen Protestdemonstration gegen die Kundgebung des rechtsextremistischen \"Nationalen Widerstands\" unter dem Motto \"Stolz und treu - macht Deutschland frei\" beteiligten sich am 6. September in N\u00fcrnberg rund 3.000 Personen, darunter auch etwa 500 Linksextremisten. Aus dem Kreis der Linksextremisten kam es zu lautstarken St\u00f6rungen der Kundgebung von insgesamt etwa 150","Rechtsextremisten; einzelne Aktivisten vermummten sich bzw. f\u00fchrten verbotene Aktivbzw. Passivwaffen mit. Eine Gruppe von Autonomen versuchte erfolglos, die Absperrgitter der Polizei zu \u00fcberwinden, um Rechtsextremisten attackieren zu k\u00f6nnen. Dabei kam es auch zu Widerstandshandlungen gegen die Polizei. Wegen des starken Polizeiaufgebots blieben allerdings gr\u00f6\u00dfere gewaltsame Auseinandersetzungen aus. Anmelder und Versammlungsleiter der rechtsextremistischen Versammlung war der Neonazi Gerhard Ittner. Als stellvertretender Versammlungsleiter fungierte der bekannte Hamburger Neonazi Christian Worch. Mit der Parole \"Naziaufm\u00e4rsche stoppen - die Ursachen f\u00fcr Faschismus bek\u00e4mpfen!\" riefen militante Linksextremisten zur Blockade der rechtsextremistischen Demonstration am 6. Dezember in N\u00fcrnberg auf. Unter dem Motto \"Demokratie n\u00fctzen, hei\u00dft Demokratie sch\u00fctzen! Meinungsfreiheit auch f\u00fcr Deutsche! Gegen den Terror der Gutmenschmafia!\" zogen an diesem Tag etwa 100 Rechtsextremisten durch die N\u00fcrnberger S\u00fcdstadt. Anmelder dieser Kundgebung war ebenfalls der Neonazi Ittner. Unter den rund 400 Gegendemonstranten waren auch zahlreiche Autonome. Es gelang der Polizei, mit starken Kr\u00e4ften die Gegendemonstranten von den Rechtsextremisten zu trennen und die angek\u00fcndigten Blockadeaktivit\u00e4ten zu unterbinden. 3.1.6.3 Anti-Globalisierungs-Proteste Die gewaltt\u00e4tigen Proteste eines gro\u00dfen Teils der rund 50.000 Demonstranten gegen die Tagung der Welthandelsorganisation im November 1999 im amerikanischen Seattle wirkten als Initialz\u00fcndung f\u00fcr gewaltbereite Globalisierungs-Gegner, die danach einige internationale Gipfeltreffen mit massiven Krawallen \u00fcberzogen haben. Auch deutHohe Gewaltsche Linksextremisten beteiligen sich an entsprechenden Aktionen. bereitschaft Nach Seattle protestierten Globalisierungs-Gegner aus verschiedenen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern im September 2000 gegen die Tagung des nternationalen W\u00e4hrungsfonds und der Weltbank in Prag, gegen den EU-Gipfel im Juni 2001 in G\u00f6teborg und im Juli 2001 gegen den G-8-Gipfel in Genua. In Genua demonstrierten rund 150.000 Globaisierungs-Gegner, darunter mehrere tausend Militante. Dabei kam es zu schweren Krawallen, bei denen auch ein Demonstrant zu Tode kam. Das gem\u00e4\u00dfigtere Spektrum innerhalb der Anti-Globalisierungs-Bewegung geht seither \u00fcberwiegend auf Distanz zum gewalt-","bereiten Teil. Au\u00dferdem ist es den europ\u00e4ischen Sicherheitsbeh\u00f6rden durch eine starke Polizeipr\u00e4senz, eine effektivere Einsatzplanung und e der strenge Grenzkontrollen weitgehend gelungen, gewaltbereite St\u00f6rer heitsvon Protesten gegen internationale Tagungen und Gipfeltreffen den abzuhalten. Auch 2003 beteiligten sich bayerische Autonome erneut nur in geringerem Umfang an entsprechenden Veranstaltungen im Ausland, bei denen es zum Teil zu massiven Ausschreitungen mit erheblichem Sachschaden und Pl\u00fcnderungen kam. Wesentliche Ereignisse in Europa waren das \"World Economic Forum\" 2003 in nte Aktionen Davos/Schweiz. In diesem Zusammenhang verursachten vor allem am rop\u00e4ischen 25. Januar in Bern/Schweiz etwa 1.000 zum Teil vermummte Persond nen gro\u00dfe Sachsch\u00e4den. Die Polizei musste Wasserwerfer, Gummigeschosse und Tr\u00e4nengas einsetzen. Auch das G-8-Gipfeltreffen in Evian/Frankreich vom 1. bis 3. Juni war von massiven Ausschreitungen begleitet, ebenso das EU-Gipfeltreffen, das vom 19. bis 20. Juni in Thessaloniki/Griechenland stattfand. Das Verlaufsmuster der Ausschreitungen ist jeweils nahezu identisch. Militante Linksextremisten nutzen dabei das Umfeld friedlicher Gro\u00dfdemonstrationen als Deckung f\u00fcr ihre Zwecke. 3.1.6.4 Antiimperialismus Die drohende milit\u00e4rische Intervention im Irak wurde seit Herbst 2002 auch in linksextremistischen autonomen Personenzusammenh\u00e4ngen bundesweit zu einem immer st\u00e4rkeren Agitationsund Aktionsthema. Mit der Zuspitzung des Konflikts Anfang des Jahres 2003 avancierte dieses Themenfeld sogar zu einem Schwerpunkt gewaltbereiter autonomer Gruppen. Die Autonomen lehnten dabei das Vorgehen der USA und anderer Staaten gegen\u00fcber dem Irak als Ausdruck einer kapitalistischen und imperialistischen Machtpolitik ab und verbanden damit systemfeindliche, revolution\u00e4re Forderungen. Sie versprachen gung an sich von ihrer Beteiligung an den Friedensdemonstrationen vor allem nskundeine Einflussnahme auf Teile dieser gesellschaftlich breiten Friedensngen bewegung. Besonders im Sch\u00fclerund Studentenbereich sahen sie ein gro\u00dfes Mobilisierungsund Rekrutierungspotenzial f\u00fcr eigene Ziele. te gegen Beispiel f\u00fcr das massive Engagement der Autonomen in diesem \u00fcnchner Themenfeld waren die Gegenaktivit\u00e4ten gegen die 39. M\u00fcnchner renz f\u00fcr Konferenz f\u00fcr Sicherheitspolitik vom 7. bis 9. Februar, bei der sich heitspolitik eine Vielzahl von internationalen Regierungsvertretern der NATO-Staaten und Repr\u00e4sentanten aus dem Milit\u00e4rund R\u00fcstungsbereich traf.","Dagegen protestierten in einer Reihe von Veranstaltungen mehrere tausend Menschen, darunter etwa 300 gewaltbereite Autonome aus Berlin, G\u00f6ttingen und Passau. Die Polizei konnte in einem Gro\u00dfeinsatz massive Ausschreitungen verhindern. 27 Personen wurden pr\u00e4ventiv in Gewahrsam genommen, 24 nach Straftaten festgenommen vgl. auch Nummer 2.4 dieses Abschnitts). Bundesweit kam es wiederholt zu Sachbesch\u00e4digungen und Besetzungsaktionen auch amerikanischer Einrichtungen. Hervorzuheben st ein Brandanschlag der Berliner \"militanten gruppe (mg)\" am Brandanschlag 26. Februar auf zwei Fahrzeuge der Bundeswehr im brandenburgiauf Bundeswehrschen Petershagen, bei dem ein Sachschaden in H\u00f6he von 100.000 fahrzeuge Euro entstand. Im Selbstbezichtigungsschreiben der mg hie\u00df es: \"Wir sehen militante Aktionen gegen die Logistik und Technik einer deutschen Armee, die nach den USA den zweitgr\u00f6\u00dften Truppenanteil bei Auslandseins\u00e4tzen zur Durchsetzung imperialistischer Weltvorherrschaft aufbietet, ... vor dem Hintergrund des drohenden Angriffskrieges gegen den Irak als politische Notwendigkeit der radikalen Linken in der BRD an.\" Nach Beendigung des Irak-Kriegs versuchten Autonome, ihre antiimperialistische Agitation weiter zu f\u00fchren und Teile der nicht-extremistischen Friedensbewegung an sich zu binden. In der Mai-Ausgabe der autonomen Publikation \"barricada\" aus N\u00fcrnberg wurde unter dem Titel \"Der Krieg ist nicht zu Ende, er hat gerade erst begonnen\" das Ende der Kriegshandlungen im Irak analysiert. Der Beitrag endete mit der Aufforderung: \"Dennoch d\u00fcrfen wir uns nicht zur\u00fccklehnen. Die organisierten Kr\u00e4fte der Bewegung m\u00fcssen sich heute daran machen, Bilanz zu ziehen, die Fehler aufzuarbeiten, die positiven Erfahrungen herauszuarbeiten, um die n\u00e4chste Keine DistanzieMobilisierung gest\u00fctzt auf diese Erkenntnisse einen Schritt weiter voranrung von Gewalt treiben zu k\u00f6nnen. Denn eins ist sicher, der n\u00e4chste Krieg kommt bestimmt und ein Ende des weltweiten imperialistischen Dauerkriegszustands aus Ausbeutung, Unterdr\u00fcckung, Hunger, Elend und eben auch Krieg k\u00f6nnen wir nur erk\u00e4mpfen.\" 3.1.6.5 Weitere Aktionen n Berlin kam es beim \"revolution\u00e4ren 1. Mai\"wie erwartet - wieder Ausschreitungen zu schweren Gewaltausbr\u00fcchen. Die Auseinandersetzungen beganzum 1. Mai in nen bereits am Vortag und eskalierten am Abend des 1. Mai. Im Berlin Zusammenhang mit mehreren Aufz\u00fcgen und Demonstrationen grif-","fen linksextremistische Gewaltt\u00e4ter Polizeibeamte mit Feuerwerksk\u00f6rpern, Flaschen und Pflastersteinen an. Ebenso wie in den Vorjahren wurden erneut Fahrzeuge in Brand gesetzt, Barrikaden errichtet und weitere schwere Sachbesch\u00e4digungen ver\u00fcbt. Insgesamt wurden bei den Auseinandersetzungen 175 Polizeibeamte verletzt und 139 Personen vorl\u00e4ufig festgenommen. nen zum In Bayern konzentrierten sich gewaltbereite Linksextremisten auf die i in Bayern \"revolution\u00e4re\" 1. Mai-Veranstaltung in N\u00fcrnberg. Die Demonstration stand in diesem Jahr unter dem Motto \"Den Dauerkriegszustand durchbrechen! Antipatriarchal - Antikapitalistisch - Internationalistisch - Revolution\u00e4r (...) F\u00fcr eine selbstbestimmte, internationalistische, herrschaftsfreie, klassenlose Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung!\" An der u. a. von mehreren autonomen Gruppen und der DKP getragenen Veranstaltung nahmen insgesamt 900 Personen teil. Wie in den Vorjahren ging die st\u00f6rungsfrei verlaufende Demonstration in ein \"internationalistisches Stra\u00dfenfest\" \u00fcber. Am Rande dieses Festes blockierten etwa 30 Punks eine Stra\u00dfe und warfen mit Flaschen. Nach der R\u00e4umung dieser Blockade griffen etwa 80 Punks Polizeibeamte massiv mit Glasflaschen und Bierdosen an, woraufhin 39 von ihnen u. a. wegen des Verdachts der versuchten gef\u00e4hrlichen K\u00f6rperverletzung vorl\u00e4ufig festgenommen wurden. 3.1.6.6 Einflussnahme auf die Antikernkraftbewegung Das Thema Antikernkraft hat bei den Autonomen in Bayern derzeit eine eher geringe Bedeutung. Deshalb verlief der am 14. Mai durchgef\u00fchrte Transport von abgebrannten Brennelementen aus dem Kernkraftwerk Isar in die Wiederaufarbeitungsanlage La Hague/Frankreich in Bayern weitgehend st\u00f6rungsfrei. Auf der Transportstrecke an-Aktion kam es in der N\u00e4he von Ansbach zu einer Spontan-Aktion von zunsbach meist jugendlichen Castor-Gegnern, bei der sich 16 Personen, \u00fcberwiegend aus N\u00fcrnberg, auf die Gleise setzten. Der Castor-Transport musste deshalb eine Notbremsung einleiten. Der zweite Castor-Transport vom 9. bis 12. November f\u00fchrte vom franz\u00f6sischen La Hague zum Zwischenlager Gorleben/Niedersachsen. An den Protestaktionen an verschiedenen \u00d6rtlichkeiten im Bundesgebiet - mit Schwerpunkt im nieders\u00e4chsischen Wendland - beteiligten sich rund 4.500 Personen, darunter etwa 250 bis 300 Angeh\u00f6rige des linksextremistischen Spektrums. Durch St\u00f6raktionen wie das An-","ketten von Aktivisten an die Bahngleise bei Heilbronn, die Untersp\u00fcAnschl\u00e4ge wegen ung einer f\u00fcr den abschlie\u00dfenden Lkw-Transport verwendeten KreisCastor-Transport stra\u00dfe bei Quickborn, eine Sitzblockade bei Rohstorf auf der Bahnstrecke L\u00fcneburg - Dannenberg sowie eine Stra\u00dfenblockade kurz vor Gorleben wurde der Castor-Transport etwa f\u00fcnf Stunden aufgehalten. 3.2 Gewalttaten in Bayern Bundesweit wurden 483 Gewalttaten mit linksextremistischer Motivation gegen\u00fcber 385 Gewalttaten im Jahr 2002 erfasst. In Bayern ist R\u00fcckgang der die Zahl der Gewalttaten von Linksextremisten im Vergleich zum VorGewalttaten in ahr erheblich zur\u00fcckgegangen. Von den 16 (2002: 21) in Bayern verBayern \u00fcbten Gewalttaten waren zw\u00f6lf \"antifaschistisch\" motiviert und standen im Zusammenhang mit Aktivit\u00e4ten gegen Versammlungen rechtsextremistischer Organisationen, insbesondere der NPD, und Angriffen gegen tats\u00e4chliche oder vermeintliche Rechtsextremisten. Am 25. Januar randalierten etwa zehn Personen vor einem M\u00fcnchner Anwesen. Drei Angreifer traten die Eingangst\u00fcr ein, zwei von ihnen betraten das Geb\u00e4ude, um nach einem dort wohnenden Rechtsextremisten zu suchen, der angeblich Stunden zuvor einen der Randalierer geschlagen haben soll. Als die Angreifer herannahende Polizeikr\u00e4fte bemerkten, fl\u00fcchteten sie. Die Polizei konnte f\u00fcnf von ihnen vorl\u00e4ufig festnehmen. n Hollfeld, Landkreis Bayreuth, \u00fcberfielen 15 zum Teil vermummte Angreifer am 9. Juni gegen 02.45 Uhr eine Grillparty. Die T\u00e4ter warfen u.a. mit Gegenst\u00e4nden und schlugen auf die f\u00fcnf Teilnehmer der Grillfeier ein. Ihr R\u00e4delsf\u00fchrer verletzte eine Frau mit einem gl\u00fchenden Holzpfahl. Die Angreifer hatten das Abspielen deutscher Schlager offensichtlich mit rechtsextremistischer Gesinnung gleichgesetzt, da sie ihre Opfer auch mit Bezeichnungen wie \"Nazischweine\" beleidigten. Am 14. Juni warfen Gegendemonstranten in N\u00fcrnberg Flaschen und Gewalt gegen Steine auf die Teilnehmer einer NPD-Versammlung. Vier T\u00e4ter konnNPD-Anh\u00e4nger ten ermittelt werden. Aus der Protestkundgebung gegen eine von dem Neonazi Ittner am 6. Dezember in N\u00fcrnberg durchgef\u00fchrte Versammlung wurden Eier gegen Polizeibeamte und Versammlungsteilnehmer geworfen. Dabei erlitt ein Beamter Schnittverletzungen.","3.3 Sonstige militante Linksextremisten mit internationalistischer Orientierung Neben den Autonomen gibt es nach wie vor gewaltbereite Linksextremisten, die vor allem antiimperialistisch und internationalistisch ausgerichtet sind. Am bedeutendsten ist in diesem Spektrum die buntive desweite \"Initiative Libertad!\". Nicht selten handelt es sich dabei um ad!\" Personen, die der ehemaligen Terrorgruppe \"Rote Armee Fraktion\" (RAF) nahe standen und aus deren Unterst\u00fctzerspektrum stammen. Diese Gruppen und Einzelpersonen sind vor allem in der Solidarit\u00e4tsarbeit f\u00fcr \"politische Gefangene\" aktiv. Die \"Initiative Libertad!\" rief zusammen mit der \"Autonomen Antifa (M)\" aus G\u00f6ttingen aus Anlass des zehnten Todestags des RAF-Mitglieds Wolfgang Grams zu einer Initiative \"Gegen das Vergessen\" auf. Am 27. Juni 1993 hatte die Polizei in Bad Kleinen/Mecklenburg-Vorpommern versucht, Grams und seine Begleiterin Birgit Hogefeld, ein ebenfalls mit Haftbefehl gesuchtes RAF-Mitglied, festzunehmen. Grams erschoss bei einem Schusswechsel einen Polizeibeamten und t\u00f6tete sich anschlie\u00dfend selbst. Seine Begleiterin wurde festgenommen. Hierzu erkl\u00e4rten die Verfasser in einem Flugblatt, die Staatsschutzaktion in Bad Kleinen habe das Ausma\u00df des staatlichen Vernichtungswillens gegen seine radikalen und militanten Gegner offenbart und sei zugleich eine schwere Niederlage f\u00fcr die Linke in Deutschland gewesen. Es habe hier und weltweit immer linken Widerstand gegeben und es werde ihn auch k\u00fcnftig geben. Der politische Kampf f\u00fcr die Abschaffung der kapitalistischen, rassistischen und patriarchalen Verh\u00e4ltnisse, die auf Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung beruhten, sei m\u00f6glich. 3.4 Rechtliche Aufarbeitung der Strukturen der RAF und anderer ehemaliger Terrorgruppen Am 7. M\u00e4rz stellte sich die u. a. wegen Mitgliedschaft in der fr\u00fcheren terroristischen RAF mit Haftbefehl gesuchte Sabine Elke Callsen bei ihrer Einreise aus Beirut/Libanon am Frankfurter Flughafen den Sicherheitsbeh\u00f6rden. Ihr wird vorgeworfen, am 8. April 1985 an Sprengstoffanschl\u00e4gen im Hamburg beteiligt gewesen zu sein. Sie soll im September 1984 in den Untergrund abgetaucht sein. digung von Der Bundespr\u00e4sident begnadigte mit Wirkung vom 9. Dezember lemens nach 24 Jahren Haft den ehemaligen RAF-Terroristen Rolf Clemens er Wagner. Der inzwischen 59-j\u00e4hrige Ex-Terrorist war am 19. November 1979 nach einem Raub\u00fcberfall in Z\u00fcrich/Schweiz festgenommen wor-","den. Er war u. a. wegen Beteiligung an der Entf\u00fchrung und Ermordung des damaligen Arbeitgeberpr\u00e4sidenten Hanns Martin Schleyer m Oktober 1977 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach der Begnadigung von Wagner sind noch folgende Ex-RAF-Terroristen inhaftiert: Eva Haule und Birgit Hogefeld (beide JVA Frankfurt am Main), Christian Klar (JVA Bruchsal) und Brigitte Mohnhaupt (JVA Aichach). Die Freiheitsstrafe von Adelheid Schulz ist derzeit wegen Haftunf\u00e4higkeit ausgesetzt. Der hessische Justizminister begnadigte am 22. Dezember das eheBegnadigung von malige Mitglied der internationalen \"Revolution\u00e4ren Zellen\" Hans Hans Joachim Klein Joachim Klein. Klein war am 15. Februar 2001 vom Landgericht Frankfurt am Main wegen Mordes in drei F\u00e4llen und Geiselnahme im Zusammenhang mit dem \u00dcberfall auf die Konferenz der Erd\u00f6lexportierenden L\u00e4nder (OPEC) am 21. Dezember 1975 in Wien unter Anwendung der Kronzeugenregelung zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Er war am 8. September 1998 in Frankreich unter Beteiligung eines Zielfahndungskommandos des Bundeskriminalamts festgenommen worden.","\u00dcbersicht \u00fcber erw\u00e4hnenswerte linksextremistische und linksextremistisch beeinflusste Organisationen sowie deren wesentliche Presseerzeugnisse nisation (einschlie\u00dflich Mitglieder Ende 2003 Publikationen (einschlie\u00dflich ndungsdatum und Sitz) Bayern Deutschland Erscheinungsweise u. Auflage) Marxisten-Leninisten und andere revolution\u00e4re Marxisten Kernorganisationen: sche Kommunistische Partei (DKP) 600 4.700 Unsere Zeit (UZ) ezirksorganisationen, aufgeteilt w\u00f6chentlich, 7.500 eisund Grundorganisationen Marxistische Bl\u00e4tter e Betriebsgruppen, zweimonatlich, 2.500 9.1968, Essen ei des Demokratischen 70.000 Neues Deutschland (ND) alismus (PDS) - PDS-nahe Zeitung - uer Name beschlossen werkt\u00e4glich, 75.000 SED-Parteitag am DISPUT 17.12.1989 -, monatlich, 11.000 andesverb\u00e4nde mit Kreisverden und Basisorganisationen, PDS-Pressedienst n w\u00f6chentlich, 2.200 UTOPIE-kreativ-Diskussion sozialistischer Alternativen monatlich, 800 Mitteilungen der Kommunistischen Plattform der PDS monatlich, 1.000 Landesverband Bayern 700 TITEL (Informationsforum 12 Kreisverb\u00e4nden und (einschlie\u00dflich der PDS Bayern) asisorganisationen Sympathisanten) unregelm\u00e4\u00dfig, 500 9.1990, M\u00fcnchen iterbund f\u00fcr den Wieder100 200 Kommunistische au der KPD (AB) Arbeiterzeitung (KAZ) 3, M\u00fcnchen viertelj\u00e4hrlich xistisch-Leninistische 100 2.000 Rote Fahne ei Deutschlands (MLPD) w\u00f6chentlich, 7.500 arteibezirke, \u00fcber 100 lernen u. k\u00e4mpfen (luk) gruppen und St\u00fctzpunkte, monatlich, 1.000 18.06.1982, Essen ruck-Netzwerk 20 500 Sozialismus von unten alistische Arbeitergruppe - SAG) 3, Berlin Linksruck","Organisation (einschlie\u00dflich Mitglieder Ende 2003 Publikationen (einschlie\u00dflich Gr\u00fcndungsdatum und Sitz) Bayern Deutschland Erscheinungsweise u. Auflage) Marxistische Gruppe (MG) M\u00fcnchen 700 (Aktive) 10.000 GEGENSTANDPUNKT 1969/70 AK Rote Zellen, M\u00fcnchen Herausgeber: ehemalige (\"aufgel\u00f6st\" zum 01.06.1991) Funktion\u00e4re der MG viertelj\u00e4hrlich, 7.000 1.2 Nebenorganisationen: Nebenorganisation der DKP: Sozialistische Deutsche 60 350 POSITION Arbeiterjugend (SDAJ) unregelm\u00e4\u00dfig, 1.500 Landesverb\u00e4nde, Kreisverb\u00e4nde und Ortsgruppen, 04./05.05.1968, Essen Nebenorganisation der MLPD: Jugendverband REBELL 20 Rebell - Beilage zur Roten Fahne - 1.3 Beeinflusste Organisationen: DKP-beeinflusst: Vereinigung der Verfolgten des 900 9.000 antifa-rundschau (bis Juli 2003) Naziregimes - Bund der Antifaschisviertelj\u00e4hrlich, 7.500 tinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) antifa (ab August 2003) Landesvereinigungen mit Kreisund monatlich, 9.000 Ortsvereinigungen, 15.-17.03.1947, vereinigt mit VVdN-BdA am 03.-05.10.2002, Hannover MLPD-beeinflusst: Frauenverband Courage 20 500 Courage viertelj\u00e4hrlich 2. Autonome und sonstige gewaltbereite Linksextremisten Autonome etwa \u00fcber zum Teil unregelm\u00e4\u00dfig 400 5.500 erscheinende Szene-Bl\u00e4tter wie: radikal, INTERIM; auf lokaler Ebene u.a: barricada 3. Von mehreren Str\u00f6mungen des Linksextremismus beeinflusst M\u00fcnchner B\u00fcndnis gegen Rassismus 40 (bis M\u00e4rz 2003), M\u00fcnchen Nachfolgeorganisation seit M\u00e4rz 2003: B\u00fcndnis M\u00fcnchen gegen Krieg M\u00fcnchen Antifaschistisches Aktionsb\u00fcndnis 20 N\u00fcrnberg M\u00fcnchner Kurdistan-Solidarit\u00e4tskomitee 20 M\u00fcnchen","5. Abschnitt Extremistische und sicherheitsgef\u00e4hrdende Bestrebungen von Ausl\u00e4ndern 1. Allgemeines 1.1 Merkmale des Ausl\u00e4nderextremismus fung als Ausl\u00e4ndergruppen werden als extremistisch eingestuft, wenn sie sich mistisch gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung richten. Dazu z\u00e4hlen insbesondere die Organisationen islamischer Extremisten, die sich die Errichtung eines islamischen Staates, wie z. B. im Iran, auch in Deutschland zum Ziel gesetzt haben und damit wesentliche Grunds\u00e4tze unserer freiheitlichen Verfassung beseitigen wollen. Der gesetzlichen Beobachtung unterliegen ferner Bestrebungen, die gegen den Gedanken der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung gerichtet sind bzw. Gruppierungen von Ausl\u00e4ndern, die eine gewaltsame \u00c4nderung der politischen Verh\u00e4ltnisse im Heimatland anstreben und dadurch ausw\u00e4rtige Belange der Bundesrepublik Deutschland gef\u00e4hrden. 1.2 Entwicklung der Organisationen iederst\u00e4rke LinksExtreme Islamische Gesamtzahl mistischer extremisten Nationalisten Extremisten Mitglieder \u00e4ndernisationen Kurden 1.940 (1.950) - - 50 - 1.990 (1.950) yern T\u00fcrken 330 (390) 2.000 (2.000) 5.080 (5.080) 7.410 (7.470) Sonstige* 370 (460) 70 (70) 400 (420) 840 (950) Gesamtzahl 2.640 (2.800) 2.070 (2.070) 5.530 (5.500) 10.240 (10.370) (in Klammern die Vergleichszahlen des Vorjahrs) * Albaner, Araber, Inder, Iraner, Srilanker u.a. Die Gesamtzahl der Mitglieder extremistischer Ausl\u00e4ndervereinigungesunkene gen verringerte sich in Bayern geringf\u00fcgig von 10.370 im Jahr 2002 ederzahl auf 10.240. Darin eingerechnet sind rund 1.800 Anh\u00e4nger des in Deutschland verbotenen Volkskongresses Kurdistans (KONGRA GEL bzw. KHK; bisher Freiheitsund Demokratiekongress Kurdistans","Entwicklung Mitglieder der Mitglie100.000 derzahlen 80.000 extremistischer Ausl\u00e4nder60.000 47.050 Deutschland organisationen 57.300 40.000 20.000 Bayern 9.550 10.240 0 1994 95 96 97 98 99 2000 01 02 03 Ausl\u00e4ndische Extremisten 31.350 in Deutschland 35.000 30.950 30.000 Islamische Extremisten 25.000 19.550 20.000 15.000 Linksextremisten 17.470 10.000 8.800 5.000 Extreme Nationalisten 8.880 0 1999 2000 2001 2002 2003 Ausl\u00e4ndische Extremisten in Bayern 7.000 5.540 6.000 5.530 5.000 Islamische Extremisten 4.000 2.770 3.000 Linksextremisten 2.640 2.000 2.090 1.000 Extreme Nationalisten 2.070 0 1999 2000 2001 2002 2003","- KADEK -, ehemals Arbeiterpartei Kurdistans - PKK -). Wie in den Vorjahren stellten die Organisationen extremistischer T\u00fcrken (einschlie\u00dflich kurdischer Volkszugeh\u00f6riger) mehr als 90 % aller ausl\u00e4ndischen Extremisten in Bayern. \u00dcber die H\u00e4lfte aller ausl\u00e4ndischen Extremisten ist dem islamischen Fundamentalismus zuzurechnen. Mit den Terroranschl\u00e4gen in den USA am 11. September 2001 hat die aktuelle Gef\u00e4hrdung der westlichen Welt durch fanatische islamische Fundamentalisten eine neue Dimension erreicht. Der islamische Fundamentalismus bedeutet im Hinblick auf seine weltweiten Expansionsbestrebungen inzwischen eine weit gr\u00f6\u00dfere Gefahr f\u00fcr unsere freiheitliche demokratische Grundordnung als die Bestrebungen gewaltbereiter t\u00fcrkischer Linksextremisten und des kurdischen KHK. chland Die \u00c4u\u00dferungen Usama Bin Ladins belegen, dass Deutschland nicht \u00f6glicher mehr nur Vorbereitungsund Ruheraum islamistischer Terroristen ist, lagsort sondern auch jederzeit Tatort und Ziel von Terrorakten sein kann. Eine besondere Gefahr besteht f\u00fcr Einrichtungen der USA, Gro\u00dfbritanniens und j\u00fcdische/israelische Einrichtungen in Deutschland. Die isolierte Betrachtung der Zahl der Mitglieder in Organisationen verdeutlicht die Bedrohungslage nicht ausreichend. Insbesondere im Bereich des Terrorismus treten im Inland (zun\u00e4chst) nur organisationsunabh\u00e4ngige Einzelpersonen oder Anh\u00e4nger von Splittergruppen ausl\u00e4ndischer Organisationen mit Verbindungen zum islamistischen Terrorismus auf. Ihre Gesamtzahl kann nur gesch\u00e4tzt werden. In Bayltpotenzial ern werden etwa 50 Personen Verbindungen zu terroristisch orienern tierten Netzwerken zugeschrieben. Zu ber\u00fccksichtigen ist jedoch, dass eine weit gr\u00f6\u00dfere Zahl islamischer Fundamentalisten - rund 500 Personen - Gewalt als Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele bef\u00fcrwortet, dabei aber vorrangig auf ihre jeweiligen Heimatl\u00e4nder und nicht auf Deutschland orientiert ist. 1.3 Integrationsfeindlichkeit des islamischen Extremismus Der Islam als Religion und seine Aus\u00fcbung werden nicht vom Verfaszlicher sungsschutz beobachtet. Der Beobachtung unterliegen jedoch politichtungssche Bestrebungen, die sich gegen die freiheitliche demokratische g Grundordnung oder den Bestand Bayerns bzw. des Bundes richten (islamischer Fundamentalismus), sowie Bestrebungen, die durch Gewalt oder darauf gerichtete Vorbereitungshandlungen die ausw\u00e4rtigen Belange der Bundesrepublik Deutschland gef\u00e4hrden und damit","oder durch entsprechende Propaganda auch das friedliche Zusammenleben der V\u00f6lker beeintr\u00e4chtigen. Diese Trennung kann nicht absolut sein, da sich der islamische Fundamentalismus direkt aus dem slam ableitet. Die im Bundesgebiet aktiven islamisch-extremistischen Gruppierungen wollen die in ihren Heimatl\u00e4ndern bestehenden Staatsund Gesellschaftsordnungen durch ein auf dem Koran und der Scharia islamisches Rechtssystem) basierendes islamisches Gesellschaftssystem ersetzen. \u00dcberwiegend streben sie sogar die Errichtung eines anti-laizistischen Gottesstaats auf der ganzen Welt an. Sie gehen davon aus, dass durch die Scharia eine alle Lebensbereiche umfassende slamische Gesellschaftsordnung vorgegeben sei, die es \u00fcberall zu verwirklichen gelte. Ihrer \u00dcberzeugung nach entsprechen die gesellschaftspolitischen Vorstellungen des Islamismus wegen ihres g\u00f6ttichen Ursprungs als einziges gesellschaftliches System in allen Aspekten vollst\u00e4ndig der menschlichen Natur. Die Trennung von Staat und Religion in westlichen Staaten wird daher nicht nur als \"un-islamisch\" abgelehnt, sondern auch aktiv bek\u00e4mpft. Die Gleichheit der Versto\u00df gegen Menschen wird verneint. Nur Muslime gelten als v\u00f6llig rechtsf\u00e4hig das Gleichheitsund k\u00f6nnen gleiche Rechte haben, sofern diese nicht im Widerspruch prinzip zur Scharia stehen. Menschenrechte nach westlichem Verst\u00e4ndnis werden nur zum Teil anerkannt. Die Scharia liefert zudem die Legitimation f\u00fcr unmenschliche Strafen. Der islamische Fundamentalismus ist gepr\u00e4gt von Intoleranz gegenIntoleranz \u00fcber Andersgl\u00e4ubigen, teilweise sogar selbst gegen friedliche, moderate Muslime. Aufgrund seines Absolutheitsanspruchs fordert er einen aktiven Kampf gegen alle \"Ungl\u00e4ubigen\" und die weltweite slamisierung, falls n\u00f6tig durch Unterwerfung aller Nichtmuslime. Westliche Demokratieund Gesellschaftsvorstellungen werden abgeAblehnung der ehnt, sofern sie nicht im Einklang mit der von den Fundamentalisten Demokratie vorgenommenen Auslegung des Korans und der Scharia stehen. Dies bedeutet die \u00c4chtung des demokratischen Prinzips der Volkssouver\u00e4nit\u00e4t und der Chancengleichheit der Parteien. Ferner gibt es keine Gewaltenteilung, keine demokratische Legislative, keine Kontrolle der obersten Staatsgewalt. Eine Eingliederung von Muslimen in die demokratische Gesellschaft ist damit wesentlich erschwert. Der islamische Fundamentalismus ist daher zwangsl\u00e4ufig integrationsfeindlich. slamische fundamentalistische Gruppen wenden sich deshalb massiv gegen eine echte Integration. Sie versuchen, vor allem junge Men-","schen zu beeinflussen und sie zu einer Ablehnung unserer demokratischen Ordnung und unserer freiheitlichen Gesellschaft zu bewegen. Dazu dienen die privaten Koranschulen extremistischer Organisationen wie auch die Pflicht f\u00fcr Frauen und M\u00e4dchen, Kopft\u00fccher zu tragen. Sie tr\u00e4gt zur bewussten Abgrenzung von westlichen Lebensgewohnheiten bei. valente Dem Politikverst\u00e4ndnis von Islamisten ist auch ein taktisches Verh\u00e4ltng zur nis zur Frage der Gewaltanwendung immanent. Nach Ansicht islamislt tischer Theoretiker schlie\u00dft der \"Djihad\" (w\u00f6rtlich: Innerer Kampf, Anstrengung oder Heiliger Krieg) als Instrument zur Verwirklichung der islamischen Gesellschaftsordnung alle zum Sieg verhelfenden Mittel ein. So bef\u00fcrwortet die Mehrzahl der islamistischen Gruppierungen aus dem arabischen Raum Gewaltanwendung als Mittel zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele. Die im Bundesgebiet mitgliederst\u00e4rkste islamistische Gruppierung, die t\u00fcrkische Islamische Gemeinschaft Milli G\u00f6r\u00fcs e.V. (IGMG), setzt dagegen vordergr\u00fcndig auf politische Aktivit\u00e4ten zur Ver\u00e4nderung der gesellschaftlichen Ordnungen in der T\u00fcrkei und in Deutschland. 1.4 Gewalttaten In Deutschland ist die Zahl der Gewalttaten mit extremistischem Hintergrund aus dem Bereich \"politisch motivierte Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t\" von 61 im Jahr 2002 auf 88 angestiegen. In Bayern ist die Zahl der ausl\u00e4ndischen Extremisten zuzurechnenden Gewalttaten von neun auf zwei zur\u00fcckgegangen. Hierbei handelt es sich um eine vericklung GewaltDeutschland Bayern durch 100 84 88* ndische misten 80 61 60 40 20 11 9 2** 0 2001 2002 2003 *ohne terroristische Straftaten **davon eine terroristische Straftat","suchte Spendengelderpressung zugunsten des damaligen KADEK, nunmehr KONGRA GEL. Dabei versuchte ein T\u00fcrke, einen Landsmann zu monatlichen Spendenzahlungen zu erpressen. Bei Nichtzahlung drohte er diesem, \"die Beine kaputt zu machen\". Am 23. Mai fand die Polizei in Neu-Ulm und in Bonn Anleitungen, Chemikalien und andere Gegenst\u00e4nde, die zur Herstellung von Sprengstoff sowie zur Vorbereitung und Durchf\u00fchrung von Anschl\u00e4gen geeignet sind. Zwei Tatverd\u00e4chtige, ein 33-j\u00e4hriger Deutscher \u00e4gyptischer Abstammung sowie ein 20-j\u00e4hriger \u00c4gypter, wurden festgenommen. 2. Islamisch-fundamentalistisch orientierter Terror 2.1 \u00dcberblick Al-Qaida und andere mit dieser Organisation verkn\u00fcpfte Netzwerke Akute Bedrohung stellen nach wie vor die akuteste Bedrohung der Inneren Sicherheit durch al-Qaida dar. Trotz der Erfolge der Sicherheitsbeh\u00f6rden, die weltweit zu zahlreichen Festnahmen auch f\u00fchrender al-Qaida-Funktion\u00e4re und auch schon zu Verurteilungen wichtiger Aktivisten f\u00fchrten, sind die islamistischen Terrornetzwerke nach wie vor handlungsund aktionsf\u00e4hig. Ursache ist die Entwicklung al-Qaidas zu einem sehr losen Netzwerk, das gepr\u00e4gt ist von weitgehender Autonomie einzelner lokal t\u00e4tiger Mudjahidin-Gruppen. Dies zeigte sich nicht zuletzt in einer Reihe von schweren Sprengstoffanschl\u00e4gen u. a. in Riad und Istanbul. Mit weiteren Terrorakten ist weltweit zu rechnen. Prim\u00e4r gef\u00e4hrdet sind nach wie vor US-Einrichtungen sowie israelische und j\u00fcdische Institutionen. Ebenso k\u00f6nnen \u00f6ffentlichkeitswirksame und symboltr\u00e4chtige Anschl\u00e4ge auf andere Einrichtungen in Deutschland nicht ausgeschlossen werden. Auch deutsche Pr\u00e4senz im Ausland ist in den entsprechenden Regionen bedroht, wie der am 7. Juni in Kabul auf deutsche Angeh\u00f6rige der ISAF-Schutztruppe ver\u00fcbte Anschlag mit vier toten und 29 zum Teil schwer verletzten Soldaten belegt. Exekutivma\u00dfnahmen in Deutschland und auch Ergebnisse aus Strafverfahren, wie z. B. im Verfahren gegen Mounir al Motassadeq in Hamburg oder im al-Tauhid-Verfahren vor dem Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf, haben erneut best\u00e4tigt, dass Deutschland Aktionsraum slamisch-terroristischer Netzwerke ist und dass hier ebenfalls Unterst\u00fctzer zu suchen und zu finden sind. \u00dcber den arabischen Sender al-Djazira drohten F\u00fchrungspers\u00f6nlichDrohungen keiten der al-Qaida mehrfach mit massiven Terrorakten gegen die USA","und ihre europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten. So hie\u00df es in einer am 8. Oktober 2002 ausgestrahlten Tonbandaufzeichnung, in der Dr. Ayman al-Zawahiri, Stellvertreter von Usama Bin Ladin, mit Anschl\u00e4gen gegen Deutschland und Frankreich drohte: \"Die Verbrechen unserer amerikanischen Feinde und ihrer Verb\u00fcndeten werden nicht straflos bleiben. (...) Wir haben einige Botschaften an Amerikas Verb\u00fcndete geschickt, damit diese ihre Beteiligung an dessen Kreuzzug beenden. Die Mudjahidin-Jugend hat bereits Botschaften nach Deutschland und Frankreich geschickt. Wenn jedoch diese Dosen nicht genug sein sollten, sind wir mit Allahs Hilfe bereit, weitere Dosen zu injizieren.\" Auf einer von al-Djazira am 20. Mai gesendeten Tonbandaufzeichnung forderte al-Zawahiri Muslime in aller Welt auf, dem Beispiel der Attent\u00e4ter vom 11. September 2001 zu folgen: \"Die Kreuzfahrer und Juden verstehen nur die Sprache der brennenden T\u00fcrme und der zerst\u00f6rten Interessen sowie die Sprache des T\u00f6tens.\" In zwei Tonbandbotschaften vom 18. Oktober, in denen nach bisheriger Bewertung Usama Bin Ladin selbst zum Kampf gegen die Amerikaner im Irak aufrief und weitere Anschl\u00e4ge androhte, waren insbesondere Gro\u00dfbritannien, Spanien, Italien, Australien, Polen, Japan und Kuwait als Anschlagsziele genannt. Zwar war in den letzten Tonbandaufnahmen Deutschland nicht explizit aufgef\u00fchrt, jedoch ist aufgrund der andauernden ISAF-Eins\u00e4tze in Afghanistan und der fortdauernden Unterst\u00fctzung Amerikas im Kampf gegen den internationalen islamistischen Terrorismus weiterhin von einer erh\u00f6hten Bedrohungslage f\u00fcr Deutschland und Bayern auszugehen. Die genannten Drohungen enthalten eine umfassende erkl\u00e4rung Kriegserkl\u00e4rung an die westlich orientierte Welt. Sie best\u00e4tigen erneut n Westen die Bef\u00fcrchtung, dass weltweit, auch in Europa, kein Ort und kein Ziel vor den Anschl\u00e4gen des islamisch-fundamentalistischen Terrors, insbesondere des Netzwerks der al-Qaida, sicher ist. Die Islamisten nehmen dabei in Kauf, dass auch unbeteiligte Muslime den Terroranschl\u00e4gen zum Opfer fallen. Auch in Deutschland ist von einem zahlenm\u00e4\u00dfig nicht konkret bezifferbaren Potenzial islamistischer K\u00e4mpfer mit vielf\u00e4ltigen internationalen Verbindungen in allen Teilen der Welt auszugehen.","2.2 Islamistisch motivierte Terroranschl\u00e4ge Am 12. Mai explodierten in einer Wohnanlage in Riad/Saudi-Arabien, n der viele amerikanische Staatsb\u00fcrger leben, an mindestens drei Stellen Autobomben. Bei diesem Anschlag kamen mindestens 34 34 Todesopfer Menschen, darunter neun Attent\u00e4ter, ums Leben. 60 Personen wurin Riad den zum Teil schwer verletzt. Unter den get\u00f6teten Terroristen soll auch der saudi-arabische Staatsangeh\u00f6rige Khalid Bin Mohammed al-Juhani sein. Er k\u00e4mpfte Anfang der 90er Jahre in Afghanistan und war Anfang 2002 auf einem al-Qaida-Propagandavideo zu sehen, in dem er zu Selbstmordanschl\u00e4gen aufrief. Amerikanische Sicherheitsbeh\u00f6rden verd\u00e4chtigen Saif al-Adel, den neuen Milit\u00e4rchef al-Qaidas, als Planer des Anschlags. Die saudi-arabischen Beh\u00f6rden verhafteten elf tatverd\u00e4chtige Islamisten, u. a. auch den mutma\u00dflichen Drahtzieher der Anschl\u00e4ge, Ali Abdallah Rahman Fakasi al-Ghamdi, der arabischen Tageszeitungen zufolge eine mehrmonatige Ausbildung bei der Terrorgruppe al-Qaida in Afghanistan erhalten hat. Am 16. Mai explodierten in Casablanca/Marokko nahezu zeitgleich an vier verschiedenen Stellen der Stadt Sprengk\u00f6rper. Dabei wurden mindestens 31 Menschen get\u00f6tet, darunter zehn Selbstmordatten31 Todesopfer t\u00e4ter. Auch hier waren westliche Einrichtungen Ziel der Anschl\u00e4ge: ein in Casablanca spanisches Kulturzentrum, das belgische Konsulat und ein Hotel in der Altstadt sowie eine j\u00fcdische Einrichtung. Der hauptverd\u00e4chtige Drahtzieher des Anschlags, Abdelhak Sebbat, starb nach seiner Festnahme. Abdelhak galt als geistiger F\u00fchrer der Salafiyya-Gruppe Assirat al-Moustaqim (\"Der gerechte Weg\"). Festgenommene Tatverd\u00e4chtige bezeichneten ihn als ihren Emir. Die Terroristen sollen von einem Sprengstoffexperten der al-Qaida instruiert worden sein. Die Planungen werden dem Jordanier Abu Musab al-Zarqawi, dem Kopf eines mit al-Qaida und anderen Terrorgruppen wie Ansar al-Islam oder al-Tauhid verbundenen Terrornetzwerks, zugeschrieben. Auch Deutsche sind in entsprechenden Regionen von Terroranschl\u00e4gen erheblich bedroht. So starben bei einem Bombenanschlag auf einen Konvoi der Bundeswehrtruppen in Afghanistan am 7. Juni vier Vier get\u00f6tete deutsche Soldaten, 29 wurden teilweise schwer verletzt. Der SelbstBundeswehrmordattent\u00e4ter hatte sich in einem Taxi neben einen Mannschaftsbus soldaten gedr\u00e4ngt und die Bombe gez\u00fcndet. Er soll dem Umfeld Hezb-i Islami HIA) angeh\u00f6rt haben, einer aus \u00fcberzeugten Islamisten bestehenden Gruppierung, die im Zusammenwirken mit verbliebenen Talibanund al-Qaida-K\u00e4mpfern die von der westlichen Allianz gest\u00fctzte afghani-","sche Regierung bek\u00e4mpft. Schon vor dem Anschlag hatte es wiederholt kleinere Attacken auf die in Afghanistan stationierten ISAF-Truppen gegeben. Die saudischen Sicherheitsbeh\u00f6rden verhinderten am 10. Juni in Riad einen Sprengstoffanschlag. Sie stellten einen Kleinstlastwagen mit Sprengstoff und Z\u00fcndvorrichtung sicher. In diesem Zusammenhang wird nun nach dem saudi-arabischen Staatsangeh\u00f6rigen Mohammed al-Jabarah gefahndet, der auch zu den Anschl\u00e4gen vom 12. Mai in Verbindung stehen soll. Am 5. August explodierte eine Autobombe vor einem Hotel in Jakarta, das mit hohen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet war und haupts\u00e4chlich von Ausl\u00e4ndern, aber auch von der indonesischen Oberschicht, besucht wurde. Bei dem Anschlag wurden zw\u00f6lf Personen Todesopfer get\u00f6tet und mehr als 150 Personen zum Teil schwer verletzt. Indonearta sische Beh\u00f6rden vermuten als Drahtzieher des Attentats die mit al-Qaida verbundene \"Jemaa Islamiya\". Am 18. August kamen in Mali die 14 \u00fcberlebenden Touristen frei, die sich bis dahin in der Gewalt ihrer algerischen Entf\u00fchrer befanden. F\u00fcr die Entf\u00fchrungen sollen Gruppierungen der radikal-muslimischen Salafisten-Organisation f\u00fcr Predigt und Kampf (GSPC) verantwortlich sein. Ende September erging in Deutschland durch einen Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs internationaler Haftbefehl gegen den Anf\u00fchrer der algerischen Geiselnehmer, Abderrassak al-Para, sowie vier Mitt\u00e4ter. Ihm wird R\u00e4delsf\u00fchrerschaft in einer ausl\u00e4ndischen terroristischen Vereinigung, r\u00e4uberische Erpressung und N\u00f6tigung der Bundesrepublik Deutschland vorgeworfen. Am 9. November griffen mehrere T\u00e4ter mit Maschinenpistolen und Handgranaten die bewachte und ausschlie\u00dflich von Ausl\u00e4ndern bewohnte Siedlung \"al-Muhadja\" in Riad/Saudi-Arabien an. Anschlie\u00dfend z\u00fcndeten die Attent\u00e4ter in der Anlage eine Autobombe, die sie t 17 selbst mit in den Tod riss und weitere 17 Menschen t\u00f6tete. Die Voropfer gehensweise ist mit dem Anschlag vom 12. Mai, der ebenfalls gegen d eine Wohnanlage in Riad gerichtet war, vergleichbar. Der Anschlag wird al-Qaida zugerechnet. Insgesamt vier terroristische Anschl\u00e4ge ersch\u00fctterten im November die t\u00fcrkische Metropole Istanbul. Am 15. November z\u00fcndeten zwei Selbstmordattent\u00e4ter fast zeitgleich Autobomben vor der Neve-Shalom-Synagoge und der nahe gelegenen Beit-Israel-Synagoge. Bei der","Explosion starben 23 Menschen. F\u00fcnf Tage sp\u00e4ter explodierten zwei weitere Autobomben vor dem britischen Generalkonsulat im Istanbuler Altstadtviertel Beyoglou und vor dem Geb\u00e4ude einer britischen Bank. Die Attent\u00e4ter sind t\u00fcrkischer Herkunft. Bei den vier Anschl\u00e4gen kamen insgesamt 61 Personen ums Leben, \u00fcber 700 wurden verletzt. 61 Todesopfer Zu den Anschl\u00e4gen haben sich Gruppierungen des al-Qaida Umfelds, in Istanbul n\u00e4mlich die \"Abu Hafs al-Masri Brigaden\" und die \"Front der Vork\u00e4mpfer f\u00fcr einen gro\u00dfen islamischen Osten\" (IBDA-C), bekannt. Einige festgenommene Mitt\u00e4ter sollen auch Kontakte zur t\u00fcrkischen Hizb Allah haben. Die hochprofessionelle, zeitgleiche und auf symboische Ziele gerichtete Vorgehensweise bei den Attentaten gleicht der Strategie al-Qaidas. 2.3 Exekutivma\u00dfnahmen und Gerichtsverfahren n Frankfurt am Main konnten am 10. Januar zwei hochrangige al-Qaida-Aktivisten bei der Einreise nach Deutschland von der Polizei festgenommen werden. Die beiden Jemeniten, darunter ein wichtiger Finanzverwalter von Usama Bin Ladin, wurden in Auslieferungshaft Festnahme eines genommen, nachdem ihnen von den USA vorgeworfen wurde, f\u00fcr Bin-Ladin-Finanzdas al-Qaida-Terrornetzwerk Mitglieder zu rekrutieren und Finanzverwalters mittel zu beschaffen. Mitte November wurden die beiden jemenitischen Staatsangeh\u00f6rigen an die USA ausgeliefert. Am 12. Februar durchsuchte die Polizei im Auftrag der Bundesanwaltschaft elf Objekte im Zusammenhang mit einem Verfahren gegen eine islamistische Vereinigung. Die Ma\u00dfnahmen betrafen Objekte in Wiesbaden, Mannheim, Ludwigshafen, Worms und M\u00fcnchen. Die Ermittlungen richten sich gegen drei Personen, denen Mitgliedschaft n einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen wird. Einer der Verd\u00e4chtigen soll mit der Aussp\u00e4hung geeigneter Anschlagsobjekte beauftragt gewesen sein. Am 19. Februar verurteilte das Oberlandesgericht Hamburg Mounir al-Motassadeq wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 3.000 F\u00e4llen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass al-Motassadeq von Anfang an Mitglied der islamistischen Zelle in Hamburg gewesen war, die im Sinn von al-Qaida die Terroranschl\u00e4ge n New York und Washington geplant und ausgef\u00fchrt hat. Am 4. M\u00e4rz 2004 gab der Bundesgerichtshof (BGH) dem Revisionsantrag","der Verteidigung statt und hob das Urteil wegen Fehlern in der Beweisw\u00fcrdigung auf. Gleichzeitig verwies der BGH den Fall zur Neuverhandlung an das Oberlandesgericht Hamburg zur\u00fcck. In seiner Entscheidung betonte der BGH, al-Motassadeq sei weiterhin \"hochgradig verd\u00e4chtig\". Zwischenzeitlich hatte der Generalbundesanwalt am 9. Mai Anklage gegen den 30-j\u00e4hrigen Marokkaner Abdelghani Mzoudi vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht erhoben. Ihm wurde, wie bereits al-Motassadeq, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie Beihilfe zum Mord in 3.066 F\u00e4llen vorgeworfen. Seit dem 11. Dezember befindet er sich wieder auf freiem Fu\u00df. Die Haft war \u00fcberraschend mit sofortiger Wirkung aufgehoben worden, nachdem US-Dienststellen eine Aussage des in US-Haft befindlichen Ramsi Binalshibh \u00fcbermittelt hatten, wonach dieser weder Mzoudi noch al-Motassadeq als Mitglieder der Hamburger Zelle um Mohammed Atta benannt habe. Am 5. Februar 2004 sprach das Hanseatische Oberlandesgericht Mzoudi wegen Mangels an Beweisen frei. Am 10. M\u00e4rz verurteilte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main ni-Urteil vier Algerier der Frankfurter Meliani-Gruppe wegen der im Dezember 2000 geplanten Anschl\u00e4ge auf den Weihnachtsmarkt in Stra\u00dfburg zu Haftstrafen zwischen zehn und zw\u00f6lf Jahren. Die Verurteilten hatten den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt bestritten und nur Planungen zum Bombenbau gestanden. Am 22. M\u00e4rz nahm die Polizei im Umfeld der al-Nur-Moschee in Berlin sechs Personen fest. Ihnen wird u. a. vorgeworfen, Kontakte zum Netzwerk des internationalen islamistischen Terrorismus zu unterhalten. In den R\u00e4umlichkeiten der al-Nur-Moschee wurden Beweismittel sichergestellt. Gegen einen festgenommenen Tunesier erging Haftbefehl u. a. wegen Urkundenf\u00e4lschung und Versto\u00dfes gegen das Waffengesetz. tivma\u00dfAm 23. April durchsuchte die Polizei in Bayern, Baden-W\u00fcrttemberg, en in Bayern Berlin und Nordrhein-Westfalen insgesamt 26 Wohnungen mutma\u00dflicher Tschetschenienk\u00e4mpfer. In Bayern waren hiervon zwei Objekte betroffen. Anlass der Durchsuchung war ein im Oktober 2002 eingeleitetes Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Anlass des Verfahrens war der Tod von zwei deutschen Staatsangeh\u00f6rigen tunesischer und t\u00fcrkischer Abstammung, die in Tschetschenien im Rahmen von Kampfhandlungen islamistischer Glaubensk\u00e4mpfer ums Leben gekommen waren. Dies best\u00e4tigt Erkenntnisse, wonach auch aus Deutschland Personen","f\u00fcr den Einsatz in Krisenregionen rekrutiert werden. Der betroffene Personenkreis steht im Verdacht, mindestens einen deutschen Staatsangeh\u00f6rigen tunesischer Abstimmung f\u00fcr den Kampf in TschetscheAnwerbung nien geworben und seinen Einsatz dort erm\u00f6glicht zu haben. Ferner f\u00fcr Kampf in gibt es Anhaltspunkte, dass die \"Glaubensk\u00e4mpfer\" durch BeschafTschetschenien fung von Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nden, Spendensammlungen, Verteiung von Propagandamaterial sowie Vermittlung von Scheinehen zur Erlangung von EU-Aufenthaltserlaubnissen unterst\u00fctzt werden. Die Durchsuchungen f\u00fchrten zur Sicherstellung von umfangreichem Beweismaterial, darunter einer Vielzahl von schriftlichen Unterlagen, Datentr\u00e4gern sowie Videound Audiokassetten. Am 3. Juni nahm die Polizei in Paris einen 36-j\u00e4hrigen deutschen slamisten bei der Einreise aus Saudi-Arabien fest. Die franz\u00f6sischen Beh\u00f6rden verd\u00e4chtigen ihn, an Anschlagsplanungen einer Zelle des al-Qaida-Netzwerks auf der franz\u00f6sischen Insel La Reunion beteiligt gewesen zu sein und Aktivisten f\u00fcr al-Qaida rekrutiert zu haben. Der Festgenommene soll gestanden haben, an Terrorausbildungen in Afghanistan teilgenommen zu haben. Er war ferner als mutma\u00dflicher Mudjahidin-Aktivist bereits in Deutschland im Zusammenhang mit dem Sprengstoffanschlag auf der tunesischen Insel Djerba im Fr\u00fchahr 2002 bekannt geworden. Der Attent\u00e4ter hatte ihn \u00fcber ein Mobiltelefon kurz vor dem Anschlag angerufen. Die Beweise f\u00fcr eine Festnahme hatten damals nicht ausgereicht. Am 30. September verurteilte ein Gericht in Br\u00fcssel den 32-j\u00e4hrigen Tunesier Nizar Trabelsi wegen eines versuchten Sprengstoffanschlags auf die NATO-Basis Klein Brogel an der belgisch-niederl\u00e4ndischen Grenze zu zehn Jahren Haft. Trabelsi hatte in dem Strafverfahren Geplanter gegen 23 mutma\u00dfliche al-Qaida-Mitglieder umfangreiche Aussagen Anschlag auf gemacht. Er gab den Tatvorwurf zu und erkl\u00e4rte, Bin Ladin pers\u00f6nlich NATO-Basis kennen gelernt zu haben. Seine Instruktoren h\u00e4tten die NATO-Luftin Belgien waffenbasis als Anschlagsziel ausgesucht und ihn in eine M\u00e4rtyreriste aufgenommen. Auch sei er mehrere Wochen im Bau von Sprengk\u00f6rpern unterrichtet worden. Er habe eine 1.000 Kilogramm schwere Autobombe vor einem Geb\u00e4ude z\u00fcnden wollen, in dem etwa 50 Menschen arbeiteten. Der Anschlag konnte in der Planungsphase verhindert werden. Am 26. November verurteilte das Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf den gest\u00e4ndigen Jordanier Shadi Abdallah wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren.","Der Verurteilte geh\u00f6rte bis zu seiner Festnahme am 23. April 2002 hidder islamistischen Gruppierung al-Tauhid an. Bei einem Aufenthalt hren von Dezember 1999 bis Mai 2001 in Afghanistan wurde er dort milit\u00e4risch ausgebildet, gewann das Vertrauen des international agierenden al-Qaida-Aktivisten al-Zarqawi und war nach eigener Aussage fr\u00fcher Leibw\u00e4chter von Usama Bin Ladin. Er bereitete zusammen mit anderen Angeh\u00f6rigen seiner Zelle, gegen die zwischenzeitlich ebenfalls Anklage vor dem Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf erhoben wurde, Anschl\u00e4ge gegen j\u00fcdische Einrichtungen in Deutschland vor. Nach seiner Festnahme machte er umfangreiche Angaben zu seiner Gruppe, zur al-Qaida und zu afghanischen Ausbildungslagern. Am 2. Dezember nahm die Polizei einen f\u00fchrenden Funktion\u00e4r der kurdisch-islamistischen Gruppierung Ansar al-Islam am M\u00fcnchner Hauptbahnhof fest. Er steht im Verdacht, kampfbereite Personen in den Irak geschleust zu haben, die sich dort am Kampf gegen die alliierten Truppen beteiligen. Aufgrund von Hinweisen bayerischer Sicherheitsbeh\u00f6rden erfolgte am 6. Dezember die Festnahme eines weiteren in Bayern lebenden Anh\u00e4ngers der Ansar al-Islam in den Niederlanden. Er wollte sich vom Flughafen Amsterdam nach Syrien absetzen. 2.4 Ausblick tende Die Netzwerke islamistischer Terrorgruppen, insbesondere al-Qaida, hung bedrohen weiterhin massiv die Innere Sicherheit der westlichen Staaten. Trotz der Erfolge der Sicherheitsbeh\u00f6rden konnten die Terrornetzwerke nicht aktionsunf\u00e4hig gemacht werden. Die Aussagen im D\u00fcsseldorfer al-Tauhid-Verfahren sowie die sichergestellten Unterlagen und Gegenst\u00e4nde bei Exekutivma\u00dfnahmen zeigen, dass auch in Deutschland Anschl\u00e4ge geplant waren, aber bisher verhindert werden konnten. Im Internet finden sich wiederholt Anleitungen zur Herstellung und Verwendung von Sprengstoffen und Waffen sowie Aufrufe zur Gewalt. So wurde auf einer Webseite einer nicht n\u00e4her bezeichneten islamistischen Organisation u. a. die Berliner \"Loveparade\" als ausdr\u00fccklich islamfeindliche Veranstaltung dargestellt. In dem Kapitel \"Explosing the western disease\" wurden unter dem Eindruck mystischer Musik neben Kampfbildern aus Tschetschenien und einem blut\u00fcberstr\u00f6mten Bild Atat\u00fcrks auch die Berliner \"Loveparade\" als Musterbeispiel westlicher Verderbtheit gezeigt. Nach der virtuellen Sprengung der Bilder erfolgt die Feststellung: \"The West is dead!\".","Die Ma\u00dfnahmen gegen den islamistischen Terror f\u00fchrten zum Aufbau neuer Strukturen der islamistischen Netzwerke. Die besondere Gef\u00e4hrlichkeit al-Qaidas besteht nicht mehr allein in der F\u00e4higkeit zur Planung und Koordinierung von Anschl\u00e4gen weltweit, sondern auch n ihrer Eigenschaft als Inbegriff des \"globalisierten Djihad\" f\u00fcr kampfbereite Islamisten. Diese Ideologie des \"Djihadismus\" kann k\u00fcnftig auch von lokalen Gruppierungen als Rechtfertigung f\u00fcr autonom geplante Terrorakte herangezogen werden. 3. Islamisch-fundamentalistische Gruppierungen * 3.1 Die internationale islamische Front - Al-Qaida Zusammengeschwei\u00dft durch das gemeinsame Kriegserlebnis in Afghanistan und im islamistischen Sendungsbewusstsein bildete sich ein weltweiter Verbund arabischer Extremisten heraus. Das so entInternationales standene Netzwerk arabischer Mudjahidin besteht aus unabh\u00e4ngig Netzwerk voneinander operierenden Organisationen und Zellen, in denen bei gemeinsamer Zielrichtung unterschiedliche Organisationsformen und Vorgehensweisen festzustellen sind. Unabh\u00e4ngige Organisationen sind ebenso m\u00f6glich wie sich \u00fcberschneidende Abh\u00e4ngigkeitsund Weisungsstr\u00e4nge. Die nachfolgende Grafik versucht, dieses Netzwerk darzustellen. Zahlreiche Afghanistan-K\u00e4mpfer sind mit dem erworbenen Wissen und ihrer Kampferfahrung in ihre Heimatl\u00e4nder zur\u00fcckgekehrt. Die Zahl dieser in afghanischen Trainingslagern ausgebildeten R\u00fcckkehrer wird weltweit auf 10.000 gesch\u00e4tzt. In ihren jeweiligen Heimatoder Zufluchtsl\u00e4ndern haben sie sich teilweise lokalen islamistischen Gruppen angeschlossen. Sie genie\u00dfen hohes Ansehen und k\u00f6nnen dort als Multiplikatoren fungieren. Diese lokalen terroristischen Lokale TerrorGruppierungen (dargestellt im rechten Bereich des folgenden Schaugruppen bilds) streben in ihren jeweiligen Heimatl\u00e4ndern durch bewaffneten Kampf die Beseitigung der dortigen, aus Sicht der T\u00e4ter westlich-dekadenten Gesellschaftsordnung und die Errichtung eines islamistischen Gottesstaats an. * Die nachfolgende Darstellung der islamistischen Organisationen bem\u00fcht sich um Vollst\u00e4ndigkeit, in der Absicht, die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die wesentlichen Ideologien und Zielsetzungen der auch in den Medien h\u00e4ufig genannten Organisationen zu informieren. Im Hinblick auf die unterschiedlichen Strukturen und den zum Teil nur geringen Bezug der einzelnen Organisationen zu Deutschland mussten dabei Abstriche bei der Vollst\u00e4ndigkeit der Informationen (z. B. Mitgliederzahlen) und bei der Einheitlichkeit der Darstellung gemacht werden.","Netzwerkstruktur internationaler Terrorgruppen Internationale islamische Front des Usama Bin Ladin AL-QAIDA als ideologische Basis sog. non-alignedmit den national bzw. Mudjahidin Gr\u00fcndungsorganisationen: regional ausgerich- - Djihad Islami (\u00c4gypten) tete Gruppen unabh\u00e4ngige oder lose - Al-Gamaa al-Islamiya (\u00c4gypten) vernetzte Attent\u00e4ter- - Harakat ul-Ansar (Kaschmir) z.B. Zellen - Jihad Islami (Bangladesch) Abu Sayaff z.B. Jemaah Islamiya tschetschenische Al-Tauhid Terroranschl\u00e4ge Mudjahidin Varese-Gruppe Ansar al-Islam Anschlag: Anschl\u00e4ge: USS Cole / Jemen Nairobi und 12.10.2000 Daressalam 07.08.1998 Anschl\u00e4ge: ... USA ... 11.09.2001 Anschlag: Anschlag: Casablanca / Marokko Istanbul / T\u00fcrkei 12.05.2003 15.11.2003 Kampfpl\u00e4tze, auf denen Mudjahidin ihr Kriegswissen erproben k\u00f6nnen, sind nach wie vor Afghanistan - dort ist eine Reorganisation zu beobachten -, Tschetschenien, Kaschmir und neuerdings der Irak. Der Pal\u00e4stina-Konflikt mit seiner gro\u00dfen medialen Pr\u00e4senz dient haupts\u00e4chlich der Agitation und Mobilisierung. Zahlreiche Verhaftungen von Mitgliedern aus der alten F\u00fchrungsriege von al-Qaida und die Zerschlagung der afghanischen Zentrale f\u00fchrten zu einer vor\u00fcbergehenden Schw\u00e4chung des Kerns der al-Qaida. Das flexible Netzwerk konnte dadurch allerdings nicht besiegt werden. Der Vergleich der al-Qaida (Die Basis) mit einer Hydra ist deshalb zutreffend. d-Ideologie Die Ideologie von al-Qaida ist nach wie vor vom neo-salafitischen \"Djihadismus\" gepr\u00e4gt. Ihr Weltbild teilt die Menschheit in Muslime und Ungl\u00e4ubige. Pflicht der Muslime sei es, die Ungl\u00e4ubigen, so sie sich ihnen nicht anschlie\u00dfen, im bewaffneten Kampf zu besiegen. Zu den Ungl\u00e4ubigen z\u00e4hlen insbesondere Christen und Juden. Auch die Regierungen zahlreicher islamischer Staaten sind wegen ihrer Weigerung, die USA und Israel zu bek\u00e4mpfen und eine \"muslimische\" Ordnung einzuf\u00fchren, in den Augen von al-Qaida blo\u00dfe Marionetten","der USA. Ziel ist die Errichtung eines \"islamischen Staates\". \u00dcber das System und die Organisation eines solchen Staates herrschen selten konkrete Vorstellungen und erst recht keine Einigkeit. Feindbild ist nach wie vor der \"dekadente Westen\". Anschlagsziele sind dabei auch Staaten, die mit dem Westen kooperieren (Saudi-Arabien, Kuwait) oder Staaten, die als zu westlich gelten (T\u00fcrkei). Von herausragender Bedeutung ist die Ideologie, die h\u00e4ufig das einzige Bindeglied weltweit autark operierender Gruppierungen und Zellen darstellt. Al-Qaida ist deren \"ideologische\" Basis. Dieser UmAl-Qaida als stand erleichtert auch personelle Verflechtungen. Derzeit agieren \"ideologische\" unabh\u00e4ngige oder lose vernetzte Attent\u00e4ter-Zellen im Sinn al-Qaidas. Basis Sie bed\u00fcrfen gr\u00f6\u00dftenteils nicht des zentralen Kommandos und bekommen den \"Segen\" f\u00fcr die Anschl\u00e4ge im Nachhinein (etwa \u00fcber arabische Sender verk\u00fcndete Audiooder Video-Botschaften). Die Legitimation f\u00fcr ihre Aktivit\u00e4ten liefern islamistische Ideologen, h\u00e4ufig selbst ernannte Prediger. Diese \u00fcben auch nach ihrem Tod oder aus dem Untergrund (Usama Bin Ladin) Anziehungskraft aus; ihren Botschaften haftet weiterhin ihre personelle Autorit\u00e4t an. Das Netzwerk von al-Qaida ist nach wie vor funktionsf\u00e4hig. Die Finanzierung ihrer Aktivit\u00e4ten ist weiterhin gesichert. Die Zahl der Anh\u00e4nger wird auf 1.500 bis 3.000 Personen gesch\u00e4tzt. Al-Qaida hat Anlaufstellen und Verbindungen in 60 L\u00e4ndern der Welt und agiert wie die Holding eines multinationalen Konzerns. Das Hauptkennzeichen dieser Vereinigung ist die Verkn\u00fcpfung moderner Management-Methoden mit der neo-salafitischen Djihad-Ideologie: Modernste Kommunikationsmittel werden mit jahrtausendealten kombiniert, neueste Technik erg\u00e4nzt die Kampferfahrung von Stammeskriegern, elektronische finanzielle Transfers werden genauso genutzt wie klassische Kurierdienste. Das Jahr 2003 best\u00e4tigt den Trend zu \"soft-targets\"; leichter zu treffenAnschlagsziele de, aber dennoch symboltr\u00e4chtige Anschlagsziele werden bevorzugt. F\u00fcr die Zukunft sind Anschl\u00e4ge in gr\u00f6\u00dferem Stil nicht auszuschlie\u00dfen. Es wird in sehr langen Zeitr\u00e4umen gedacht und geplant. Anschl\u00e4ge k\u00f6nnen bereits Jahre im Voraus geplant werden. Auch die Ermittlungen im Zusammenhang mit der haupts\u00e4chlich aus Pal\u00e4stinensern bestehenden Gruppierung \"al-Tauhid\" (vgl. auch Nummer 3.6 dieses Abschnitts) zeigten, dass in Deutschland terroristische Gruppen operieren, die Anschl\u00e4ge gegen Einrichtungen in Deutschland planen.","Die der al-Qaida zuzurechnenden Terrorakte und die internationalen Fahndungsma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung von al-Qaida sind unter Nummer 2 dieses Abschnitts dargestellt. 3.2 Muslimbruderschaft (MB) Deutschland Bayern Mitglieder: 1.250 200 Gr\u00fcndung: 1928 in \u00c4gypten Publikation: Risalat ul-Ikhwan (MB) tisch-extreDie von Hassan al-Banna in Ismailija/\u00c4gypten gegr\u00fcndete sunnitischche Ideologie extremistische MB ist eine multinationale Organisation, bei der eine Unterteilung in nationale Sektionen erkennbar ist. Ziel der MB ist u. a. die Errichtung islamistischer \"Gottesstaaten\". Die Ideologie der MB ist in der gesamten muslimischen Welt verbreitet und hat zur Herausbildung zahlreicher militanter islamistischer Organisationen gef\u00fchrt (vgl. auch die nachfolgende Grafik). Regionale Str\u00f6mungen der Muslimbruderschaft Algerien Syrien \u00c4gypten Pal\u00e4stina Tunesien Islamische Islamische Al-Gamaa HAMAS En Nahda Heilsfront (FIS) Avantgarden / al-Islamiya (GI) Islamisches Bewaffnete Zentrum (IZ) Djihad Islami (JI) Islamische in Aachen Islamischer Bund Gruppe (GIA) Pal\u00e4stina (IBP) F\u00f6deration der Al-Aqsa e.V. Salafiyya-Gruppe Islamischen (GSPC) Organisation in Europa (FIOE) Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD) Ausl\u00e4ndische Organisationen mit Einzelmitgliedern in Deutschland Organisationen mit Sitz in Deutschland / Europa","n ihrem Ursprungsland \u00c4gypten ist die MB verboten; sie wird jedoch inzwischen geduldet. Insbesondere in Wohlfahrtsorganisationen verf\u00fcgt sie \u00fcber gro\u00dfen Einfluss. Offiziell haben sich die meisten Zweige von der Gewalt abgewandt. Die Selbstmordattentate ihrer pal\u00e4stinensischen Sektion Islamische Widerstandsbewegung HAMAS) zeigen aber, dass in der MB Gewalt weiterhin als legitimes politisches Mittel betrachtet wird. Emblem Die MB tritt in Deutschland nicht offen in Erscheinung. Personell ist der MB sie mit der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD) verflochten, die als deutsche Zentrale des \u00e4gyptischen Zweigs der MB gilt. Anh\u00e4nger des syrischen Zweigs der MB gr\u00fcndeten Anfang der 80er Jahre die \"Islamischen Avantgarden\" mit organisatorischem Schwerpunkt im \"Islamischen Zentrum\" in Aachen. 3.2.1 \u00c4gyptischer Zweig der MB 3.2.1.1 Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD) Deutschland Bayern Mitglieder: 600 120 Gr\u00fcndung: 1960 in Deutschland Sitz: M\u00fcnchen M\u00fcnchen, N\u00fcrnberg Pr\u00e4sident: Ibrahim Farouk al-Zayat Publikation: Al-Islam Der IGD, die als deutsche Zentrale des \u00e4gyptischen Zweigs der MB Einfluss der MB gilt, sind mehrere Islamische Zentren in Deutschland nachgeordnet. auf die IGD Sie hat ihren Sitz im Islamischen Zentrum M\u00fcnchen und ist Mitglied n der 1989 gegr\u00fcndeten \"F\u00f6deration der Islamischen Organisation in Europa\" (FIOE). Die FIOE wurde im Rahmen einer Resolution begr\u00fcndet, die anl\u00e4sslich einer Generalversammlung von Repr\u00e4sentanten der wichtigsten Islamischen Zentren, Gesellschaften und Vereinigungen in Europa verabschiedet wurde. Die IGD strebt seit kurzem eine Verselbst\u00e4ndigung der ihr nachgeordneten Islamischen Zentren an. Damit versucht sie, Vereinsstrukturen zu schaffen, deren Kontrolle durch die erh\u00f6hte Anzahl von \u00f6rtlich zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden erschwert wird. Ferner erwartet sie, dass die sodann unabh\u00e4ngigen Islamischen","Zentren die 1999 verlorene Gemeinn\u00fctzigkeit wiedererlangen und dadurch den Dachverband finanziell entlasten. Die Anh\u00e4nger der IGD sind bem\u00fcht, sich in der \u00d6ffentlichkeit als eine gegen\u00fcber der deutschen Rechtsordnung loyale muslimische Interessenvertretung darzustellen. Vorbehalte gegen\u00fcber den westlichen Demokratien, auch gegen\u00fcber der Staatsund Gesellschaftsordnung in Deutschland, kommen in \u00f6ffentlichen Verlautbarungen nur selten zum Ausdruck. Seit dem 14. Februar 2002 ist Ibrahim Farouk al-Zayat Pr\u00e4sident der IGD. Der deutsche Staatsangeh\u00f6rige al-Zayat, dessen Vater aus \u00c4gypten stammt, ist mit der Schwester des ehemaligen IGMG-Vorsitzenden Mehmet Sabri Erbakan verheiratet. Neben seinem Amt als IGD-Vorsitzender \u00fcbt al-Zayat zahlreiche Funktionen in weiteren islamischen Organisationen aus, die zum Teil dem Einflussbereich der ndungen der IGMG zugeordnet werden. \u00dcber al-Zayat kann die IGMG daher Einur IGMG fluss auf das Spektrum organisierter arabischer Muslime aus\u00fcben. Viele Mitglieder und Funktion\u00e4re der IGD und der Islamischen Zentren stehen der MB und deren Zielsetzung nahe. Deshalb waren aus den Islamischen Zentren wie in den Vorjahren Verlautbarungen und Aufrufe zu vernehmen, die mit der offiziellen gem\u00e4\u00dfigten Linie der IGD nicht \u00fcbereinstimmten, sondern die N\u00e4he zur MB verdeutlichten. Dies zeigte sich erneut anhand von Ver\u00f6ffentlichungen des Chefredakteurs der Zeitschrift \"al-Islam\" Ahmad von Denffer. In der Ausgabe Nummer 1/2003 zitiert dieser neben anderen Rechtsgutachten die Fatwa des der MB zurechenbaren Scheichs al-Qaradawi, der Vorsitzender des europ\u00e4ischen Fatwa-Rats ist. Dort hei\u00dft es: \"Die Teilnahme von Frauen an M\u00e4rtyrer-Operationen, die in Pal\u00e4stina erfolgen, das ein besetztes Land ist, ist eine der h\u00f6chst lobenswerten Formen des Gottesdienstes.\" Auch d\u00fcrfe die Frau in diesem Fall, so al-Qaradawi weiter, ohne m\u00e4nnliche Begleitung reisen und ihre Bedeckung ablegen, weil sie auf Allahs Weg sterbe, und nicht um ihre Sch\u00f6nheit oder ihr Haar zur Schau zu stellen. Von Denffer kommentiert dies, dass sich jeder Mensch diesbez\u00fcglich seine eigene Meinung bilden m\u00fcsse. Am 28. M\u00e4rz hielt Imam Ahmed im Islamischen Zentrum M\u00fcnchen (IZM) vor etwa 250 Personen seine Abschiedspredigt. Der Imam war \u00fcber den Irak-Krieg emotional sehr erregt. In seiner Rede rief er zur","Einheit aller Muslime auf. Au\u00dferdem forderte er zum Djihad gegen die Ungl\u00e4ubigen und Gottlosen auf. 3.2.1.2 Al-Gamaa al-Islamiya (GI) Gr\u00fcndung: 1971 in \u00c4gypten Leitung: Shura (Konsultativrat), bestehend aus 8 bis 10 Personen, die meisten davon au\u00dferhalb \u00c4gyptens Organisation und Mitglieder: keine organisatorischen Strukturen; in Deutschland nur einzelne Mitglieder Die 1971 als muslimische Studentenorganisation gegr\u00fcndete al-Gamaa al-Islamiya (GI) entwickelte sich aus Protest gegen die Friedenspolitik des \u00e4gyptischen Pr\u00e4sidenten Anwar al-Sadat gegen\u00fcber dem Staat Israel zu einer terroristischen Gruppierung. Spiritueller F\u00fchrer der Organisation ist der als Drahtzieher des Anschlags auf das Welthandelszentrum 1993 in New York zu lebenslanger Haft verurteilte blinde Scheich Abd ar Rahman. In den 90er Jahren trat die GI durch eine Reihe von Anschl\u00e4gen auf Touristen in Erscheinung. Ein Anschlag Terroranschl\u00e4ge n Luxor/\u00c4gypten im November 1997 forderte 92 Todesopfer. Im Jahr 1999 riefen inhaftierte GI-Funktion\u00e4re einen einseitigen \"Waffenstillstand\" aus, den Abd ar Rahman im Juni 2000 k\u00fcndigte. Anschl\u00e4ge der GI blieben bislang aus. n Deutschland ist die Organisation nur durch Einzelmitglieder vertreten. 3.2.1.3 Djihad Islami (JI) Gr\u00fcndung: Ende der 70er Jahre in \u00c4gypten Leitung: Shura (Konsultativrat), bestehend aus 8 bis 10 Personen, die meisten davon au\u00dferhalb \u00c4gyptens Mitglieder: in Deutschland nur einzelne Mitglieder Der Djihad Islami (JI) wurde Ende der 70er Jahre von ehemaligen MB-Mitgliedern gegr\u00fcndet, die den bewaffneten Kampf gegen das \"ungl\u00e4ubige \u00e4gyptische Regime\" einleiten wollten. Die Organisation","agierte viele Jahre unter dem Dach der al-Gamaa al-Islamiya (GI). Der JI wird wie der GI eine Beteiligung an der Ermordung des \u00e4gyptischen Pr\u00e4sidenten Anwar al-Sadat zur Last gelegt. Infolge der Anti-Terror-Ma\u00dfnahmen \u00c4gyptens wurde der JI in den 80er Jahren weitgehend zerschlagen. Der Wiederaufbau wurde von dem \u00e4gyptischen Arzt Ayman al-Zawahiri organisiert. Er unterhielt in Peschawar/Pakistan ein Rekrutierungsb\u00fcro f\u00fcr arabische Afghanistan-K\u00e4mpfer und f\u00f6rderte gleichzeitig die Wiederbelebung des JI in \u00c4gypten. Im Jahr ndungen zur 1998 schloss sich der JI gemeinsam mit anderen Organisationen der da internationalen islamischen Front des Usama Bin Ladin an. Al-Zawahiri ist Stellvertreter Bin Ladins. 3.2.2 Pal\u00e4stinensischer Zweig der MB - Repr\u00e4sentanten der Islamischen Widerstandsbewegung (HAMAS) in Deutschland Islamischer Bund Pal\u00e4stina (IBP) - Al-Aqsa e.V. Deutschland Bayern Mitglieder IBP: 250 Einzelpersonen Al-Aqsa e.V. in Deutschland seit 5. August 2002 verboten; seit Juli 2003 mit Auflagen wieder erlaubt Der 1981 von in Deutschland lebenden Mitgliedern der Muslimbruderschaft (MB) gegr\u00fcndete Islamische Bund Pal\u00e4stina (IBP) vertritt seit Beginn der ersten Intifada 1987 die Positionen der Islamischen Widerstandsbewegung (HAMAS) in Deutschland. Ziel der HAMAS ist die Zerst\u00f6rung Israels und die Errichtung eines islamistisch gepr\u00e4gten Staates auf dem gesamten Gebiet Pal\u00e4stinas auch durch bewaffneten Kampf. Die HAMAS lehnt den israelisch-pal\u00e4stinensischen Friedensprozess ab und ist f\u00fcr eine Vielzahl terroristischer Aktionen, u.a. zahlreiche Selbstmordattentate, verantwortlich. hme in die Wegen dieser Attentate entschied die Europ\u00e4ische Union im Septemrrorliste ber 2003, die militante pal\u00e4stinensische HAMAS-Bewegung vollst\u00e4ndig, d.h. auch den politischen Fl\u00fcgel, in die Liste terroristischer Organisationen aufzunehmen. Im Gegensatz zur amerikanischen FTO (Foreign Terrorist Organisations)-Liste war auf der EU-Liste bisher nur der milit\u00e4rische Arm (Izz al-Din al-Qassem) der HAMAS als Terrororganisation eingestuft.","Auf der Grundlage des durch das Terrorismusbek\u00e4mpfungsgesetz ge\u00e4nderten Vereinsgesetzes hat das Bundesministerium des Innern mit sofort vollziehbarer Verf\u00fcgung den in Aachen ans\u00e4ssigen Ausl\u00e4nVereinsverbot derverein al-Aqsa e.V. am 5. August 2002 verboten. Dieser hatte al-Aqsa unter dem Deckmantel der Humanit\u00e4t die gewaltt\u00e4tige HAMAS-Organisation durch Spendensammlungen unterst\u00fctzt. \u00dcber Hilfseinrichtungen der HAMAS seien diese Spendengelder auch an Famiienangeh\u00f6rige von Selbstmordattent\u00e4tern weitergeleitet worden, wodurch al-Aqsa e.V. zur Gewalt im Pal\u00e4stina-Konflikt beigetragen habe. Al-Aqsa e.V. hat gegen das Verbot Klage zum Bundesverwaltungsgericht erhoben und beantragt, die aufschiebende Wirkung der Klage wiederherzustellen. Das Bundesverwaltungsgericht hat durch Beschluss vom 16. Juli die aufschiebende Wirkung der Klage mit der Ma\u00dfgabe wiederhergestellt, dass al-Aqsa e.V. \u00fcber die Verwendung seiner Mittel dem Bundesministerium des Innern laufend Rechenschaft zu legen hat. Als Begr\u00fcndung hat das Bundesverwaltungsgericht ausgef\u00fchrt, dass nach gegenw\u00e4rtigem Erkenntnisstand die Erfolgsaussichten der Klage nicht mit hinreichender Sicherheit beurteilt werden k\u00f6nnen und die Aktivit\u00e4ten des Aachener Vereins sich nicht negativ auf die Sicherheitslage der Bundesrepublik Deutschland auswirken. Unter diesen Umst\u00e4nden sah es das Bundesverwaltungsgericht als unzul\u00e4ssig an, al-Aqsa e.V. f\u00fcr die kaum absehbare Dauer des Hauptsacheverfahrens an der Fortf\u00fchrung der Vereinst\u00e4tigkeiten zu hindern. n Bayern ist die HAMAS nur durch Einzelpersonen auff\u00e4llig geworden. Eine Niederlassung des al-Aqsa-Vereins wurde nicht festgestellt. 3.2.3 Algerischer Zweig der MB 3.2.3.1 Islamische Heilsfront (FIS) Deutschland Bayern Mitglieder: 300 45 Gr\u00fcndung: 1989 in Algerien Publikation: Al-Ribat (Das Band)","Die FIS ist der algerische Zweig der international t\u00e4tigen Muslimbruderschaft (MB). Aufgrund des wirtschaftlichen und sozialen Niedergangs und des Ansehensverlusts der algerischen Regierung gewann die FIS im Dezember 1991 die Parlamentswahlen in Algerien. Als sie anschlie\u00dfend 1992 verboten wurde, gingen zahlreiche FIS-Funktion\u00e4re ins Ausland. Bis zum Sommer 2002 f\u00fchrte der in Deutschland lebende Rabah Kebir die \"Exekutivinstanz der FIS im Ausland\". Am 4. August 2002 veranstaltete die Organisation erstmals seit zehn Jahren einen Kongress. Bei dieser Veranstaltung wurde Kebir, der dem Treffen ferngeblieben war, von dem in Genf ans\u00e4ssi- e gen Physiker Dr. Mourad Dhina entmachtet. Dem abgew\u00e4hlten Vorenzen sitzenden wurde seine eigenm\u00e4chtige Dialogbereitschaft gegen\u00fcber der algerischen Regierung zur Last gelegt. Dr. Dhina, der zum radikalen Fl\u00fcgel gerechnet werden muss, lehnt den vom bewaffneten Arm der FIS mit der algerischen Regierung vereinbarten Waffenstillstand ab. Die FIS in Deutschland ist hinsichtlich dieser Frage gespalten. Beide Fl\u00fcgel f\u00fchrten Vers\u00f6hnungsgespr\u00e4che durch, um zu einer gemeinsamen Linie zu gelangen und die Position der FIS-Mitglieder aus Deutschland im Gesamtverband zu st\u00e4rken. Im Juni endete eine gegen den FIS-Vorsitzenden Abassi Madani und seinen Stellvertreter Ali Benhadj verh\u00e4ngte zw\u00f6lfj\u00e4hrige Haftstrafe. Die Haftentlassung der beiden F\u00fchrungsfunktion\u00e4re k\u00f6nnte f\u00fcr die weitere Orientierung der FIS ausschlaggebend sein. sches StaatsDie FIS fordert nach wie vor die Anerkennung der Parlamentswahlen n als Ziel von 1991. Ihr Ziel bleibt die Errichtung eines islamischen Staates in Algerien. 3.2.3.2 Bewaffnete Islamische Gruppe (GIA) / Salafiyya-Gruppe f\u00fcr die Mission und den Kampf (GSPC) Deutschland Bayern Mitglieder: 50 einzelne Anh\u00e4nger Gr\u00fcndung: 1992 Abspaltergruppe: Salafiyya-Gruppe f\u00fcr die Mission und den Kampf (GSPC), gegr\u00fcndet 1997 in Algerien Publikationen: Al-Jamaa (Die Gruppe) Al-Quital (Die Schlacht)","m April 1992 spalteten sich aus dem Bereich der FIS militante Gruppen ab, um den bewaffneten Kampf gegen die algerische Regierung aufzunehmen. Als historischer F\u00fchrer gilt Abdelhak Layada, der 1993 n Marokko verhaftet wurde. Die GIA spezialisierte sich auf terroristiSpezialisierung sche Aktionen, die sich auch gegen Ausl\u00e4nder richteten, und begann auf Terrorakte 1993 mit Angriffen auf die Zivilbev\u00f6lkerung. Ab 1996 \u00fcbernahm der n Afghanistan milit\u00e4risch ausgebildete Antar Zouabri die GIA-F\u00fchrung. Unter seiner Leitung nahmen die Terroraktionen B\u00fcrgerkriegsdimensionen an. Bis 1997 starben \u00fcber 100.000 Menschen. Viele GIA-K\u00e4mpfer sind fr\u00fchere Afghanistan-K\u00e4mpfer. Im Februar 2002 wurde Zouabri in der N\u00e4he von Algier von Sicherheitskr\u00e4ften get\u00f6tet. Die GIA lehnt wie bisher jeden Kompromiss mit der Regierung ab. Im Juli 2002 konnte ein hochrangiger Funktion\u00e4r der GIA in Stuttgart festgenommen werden, der an einer Mordanschlagsplanung in Paris beteiligt war. Aus der GIA spaltete sich im Jahre 1997 in Algerien die Salafiyya-Gruppe f\u00fcr die Mission und den Kampf (GSPC) ab. Ziel der GSPC ist der Sturz der algerischen Milit\u00e4rregierung und die Errichtung eines islamischen Staates. m Februar und M\u00e4rz wurden in der algerischen Sahara 32 europ\u00e4Geiselnahme sche Urlauber von Terroristen entf\u00fchrt. Eine deutsche Geisel erlag in der Sahara den Strapazen der Entf\u00fchrung. Im August kamen die letzten Geiseln frei. Die Entf\u00fchrungen wurden von der terroristischen Gruppierung \"Tarek Ibn Ziad\" durchgef\u00fchrt. Die etwa 50 Mitglieder dieser Gruppierung geh\u00f6ren der im Nordosten Algeriens gelegenen 5. Region der terroristischen Organisation GSPC an. R\u00e4delsf\u00fchrer der \"Tarek bn Ziad\" ist Abderrassak al-Para. Er hatte die \"Tarek Ibn Ziad\" im November 2002 zusammen mit anderen Mitgliedern der GSPC gegr\u00fcndet, um ausl\u00e4ndische Touristen zu entf\u00fchren und f\u00fcr deren Freilassung L\u00f6segelder zu fordern. Die L\u00f6segelder sollten zum Kauf von Waffen f\u00fcr den \"Kampf gegen die algerische Regierung\" verwendet werden. n dem Ermittlungsverfahren des Generalbundesanwalts hat der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs am 11. und 23. September gegen f\u00fcnf Geiselnehmer Haftbefehle u. a. wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausl\u00e4ndischen terroristischen Vereinigung und der N\u00f6tigung von Verfassungsorganen erlassen. Die Beschuldigten sind international zur Fahndung ausgeschrieben.","3.2.4 Tunesischer Zweig der MB - En Nahda Wirkungsbereich: Oppositionsbewegung in Tunesien (seit 1991 in Tunesien verboten) F\u00fchrung: Rachid Ghannouchi / Gro\u00dfbritannien Deutschlandbezug: Einzelmitglieder; keine festen Strukturen Die En Nahda (Wiedergeburt) bildet den tunesischen Zweig der nale Muslimbruderschaft (MB). Sie ist die wichtigste Oppositionsbewesitionsgung Tunesiens. Seit 1991 wird die in Tunesien verbotene Organisagung tion von dem in seinem Heimatland in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilten Rachid Ghannouchi geleitet. Ghannouchi lebt in Gro\u00dfbritannien und gibt sich nach au\u00dfen hin als gem\u00e4\u00dfigter, demokratischer Politiker. Gegen\u00fcber seinen eigenen Anh\u00e4ngern \u00e4u\u00dfert er sich jedoch militant und spricht davon, die amerikanischen Eroberer und deren Alliierte (arabische Regierungen) verjagen zu wollen. Wegen des massiven Drucks der tunesischen Sicherheitskr\u00e4fte befindet sich ein gro\u00dfer Teil der En Nahda-Mitglieder im Ausland. Auch in Deutschland halten sich Mitglieder auf. Feste Strukturen sind jedoch nicht erkennbar. 3.3 Hizb ut-Tahrir Deutschland Bayern Anh\u00e4nger: 150 Einzelpersonen Gr\u00fcndung: 1953 in Pal\u00e4stina Europazentrale: Gro\u00dfbritannien Publizistisches Sprachrohre: explizit; al-Khilafah Politisches Bet\u00e4tigungsverbot in Deutschland seit 15.01.2003 Die \"Partei der islamischen Befreiung\" - Hizb ut-Tahrir - wurde 1953 in Pal\u00e4stina von dem Religionsgelehrten Taqi Din an-Nabhani, einem Mitglied der Muslimbruderschaft (MB), gegr\u00fcndet. Sie hat sich seitweite dem weltweit verbreitet; ab 1995 gewann sie in Zentralasien, inseitung besondere in den ehemaligen Sowjetrepubliken, zahlreiche Mitglieder. Anh\u00e4nger der Hizb ut-Tahrir versuchten von Beginn an, milit\u00e4rische Institutionen und Einrichtungen in arabischen L\u00e4ndern zu unterwan-","dern und Mitglieder aus den Reihen des Milit\u00e4rs zu rekrutieren. In den Jahren 1968 und 1969 scheiterten Putschversuche in Amman Jordanien) und in Bagdad (Irak). Ebenso schlugen Bestrebungen zur Macht\u00fcbernahme 1974 in Kairo (\u00c4gypten) und 1976 in Damaskus (Syrien) fehl. Inzwischen ist die Hizb ut-Tahrir in der gesamten arabischen Welt und Zentralasien verboten. Das Ziel der Hizb ut-Tahrir ist die Errichtung eines \"rechtgeleiteten\" weltumspannenden Kalifats, das die L\u00e4nder und V\u00f6lker der Muslime in einem einzigen Staat eint und die Botschaft des Islam in die gesamte Welt tr\u00e4gt. Weitere erkl\u00e4rte Ziele sind die Wiedereinf\u00fchrung der Scharia als Strukturprinzip der islamischen Ordnung, die Ausl\u00f6schung des Staates Israel und die Befreiung der muslimischen Welt von westlichen Einfl\u00fcssen. UnausweichIdeologie und Ziele ich sei dabei ein \"Kampf der Kulturen\", insbesondere zwischen Islam und Christentum. Ein Dialog zwischen den Kulturen, gepr\u00e4gt vom Prinzip der Gleichheit und Toleranz, sei unm\u00f6glich, da mit dem Islam unvereinbar. Der Kampf sei sowohl auf ideologischer, wirtschaftlicher und politischer als auch auf milit\u00e4rischer Ebene zu f\u00fchren. Der milit\u00e4rische Kampf gegen die Ungl\u00e4ubigen sei im Sinn eines \"aktiven Djihad\" f\u00fcr jeden Muslim verpflichtend. Die Hizb ut-Tahrir in Europa ist strukturell in Regionen aufgeteilt, die Struktur und sich an den nationalstaatlichen Grenzen orientieren. Innerhalb der Aktivit\u00e4ten in Regionen operiert die Hizb ut-Tahrir in voneinander unabh\u00e4ngigen Deutschland Gruppen, \u00fcberwiegend in Universit\u00e4tsst\u00e4dten. Organisationsstrukturen in Deutschland waren bisher aber nicht erkennbar. Die Hizb ut-Tahrir verbreitete in Deutschland Flugbl\u00e4tter und Brosch\u00fcren in Deutsch, Arabisch, T\u00fcrkisch sowie in Urdu. Die Organisation verteilte die Publikationen insbesondere an Universit\u00e4ten sowie im Umfeld von Moscheen und islamischen Zentren. Sie betrieb eine deutschsprachige Internet-Homepage und gab seit 1993 die - zumeist viertelj\u00e4hrlich erscheinende - deutschsprachige Zeitschrift \"explizit\" heraus. Wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung gem\u00e4\u00df SS 129 StGB durchsuchte die Polizei am 12. November 2002 bundesweit 33 Wohnungen, darunter die eines Hizb ut-Tahrir-Anh\u00e4ngers in Bayern. Das Bundesministerium des Innern verbot am 15. Januar die Bet\u00e4tigung der Hizb ut-Tahrir im r\u00e4umlichen Geltungsbereich des Vereinsgesetzes, da sich die Gruppierung gegen den Gedanken der Bet\u00e4tigungsverbot","V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung richte, Gewaltanwendung als Mittel zur Durchsetzung politischer Belange bef\u00fcrworte und eine derartige Gewaltanwendung hervorrufen solle. Zugleich wurde ein vereinsrechtliches Ermittlungsverfahren mit dem Ziel eines Organisationsverbots eingeleitet, da konkrete Organisationsstrukturen dieser Vereinigung in der Bundesrepublik bisher nicht bekannt sind. Die Zahl der aktiven Anh\u00e4nger von Hizb ut-Tahrir in Deutschland legt jedoch den Verdacht der Existenz einer solchen Vereinsstruktur nahe. Zur Umsetzung des Bet\u00e4tigungsverbots und zur Beschlagnahme von etwaigen Beweismitteln f\u00fcr ein Organisationsverbot wurden am 15. Januar die Wohnungen von ma\u00dfgeblichen Anh\u00e4ngern der Hizb ut-Tahrir in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Berlin und Bayern durchsucht. Der Schwerpunkt der Aktion lag in Hessen. Anh\u00e4nger der Hizb ut-Tahrir haben zwischenzeitlich Klage gegen das Bet\u00e4tigungsverbot erhoben. tivAm 10. April f\u00fchrten die Sicherheitsbeh\u00f6rden bundesweit erneut Exeahmen kutivma\u00dfnahmen gegen Hizb ut-Tahrir-Anh\u00e4nger in 80 Wohnungen durch. In Bayern wurden insgesamt 14 Wohnungen durchsucht, davon vier in Mittelfranken, sieben in M\u00fcnchen sowie je eine in Oberbayern, Niederbayern und Unterfranken. Dabei wurden Computer, Videokassetten, Handys, Propagandaschriften und B\u00fccher sichergestellt. Die hierbei aufgefundenen Asservate best\u00e4tigten den Verdacht, dass die Anh\u00e4ngerschaft ihre politischen Ziele ungeachtet des Bet\u00e4tigungsverbots weiterverfolgen will. Auf ihren Internet-Seiten verbreitete die Hizb ut-Tahrir die Nachricht vom Tod ihres F\u00fchrers Abdul Qadeem Zallum alias \"Abu Yusuf\" am 29. April. In diesem Zusammenhang k\u00fcndigte die Hizb ut-Tahir an, weiterhin in seinem Sinn t\u00e4tig sein zu wollen. In Bayern waren in der Vergangenheit nur wenige Anh\u00e4nger von Hizb ut-Tahrir ans\u00e4ssig. Bekannt wurden Gruppen in Erlangen und M\u00fcnchen. Am 29. September 2002 fand in M\u00fcnchen im \"Eine Welt-Haus\" eine Veranstaltung der Gruppierung statt. Dabei trat der F\u00fchrungsfunktion\u00e4r der Hizb ut-Tahrir und Herausgeber der Zeitschrift \"explizit\", Shaker Assem, auf. Eine weitere Veranstaltung am 5. November 2002 in der Technischen Universit\u00e4t in Berlin erregte Aufsehen, weil kte zur NPD der dort anwesende NPD-Vorsitzende Udo Voigt sowie Rechtsanwalt Mahler sich mit der Hizb ut-Tahrir solidarisierten. Als Referent der Veranstaltung kritisierte Shaker Assem die damalige \"Anti-Irak-Politik\"","der USA. Er behauptete, die USA h\u00e4tten diesen Krieg ausschlie\u00dflich aus einer feindlichen Haltung gegen\u00fcber dem Islam heraus geplant. Auch w\u00fcrde sich Deutschland zu sehr mit den USA verb\u00fcnden. Sollte die Bundesrepublik diese Linie weiterverfolgen, werde sie den Zorn und die Wut der Muslime erfahren. Wegen ihrer weltweiten Struktur, ihres ausgepr\u00e4gten konspirativen Verhaltens und des m\u00f6glichen Zugangs zu milit\u00e4rischen Waffenarsenalen stellt die Hizb ut-Tahrir ein nicht unbedeutendes Sicherheitsrisiko dar. Eine weitere Gefahr besteht darin, dass die bisher vollzogene strenge Abschottung der Hizb ut-Tahrir auch gegen\u00fcber anderen slamistischen Gruppen in Zukunft aufgebrochen werden k\u00f6nnte. 3.4 Ansar al-Islam Deutschland Bayern Anh\u00e4nger: 100 50 Anf\u00fchrer: bis Mitte 2002 Mullah Krekar, danach Abu Adullah al-Shafi Gr\u00fcndung: September 2001 im Nordirak Die Ansar al-Islam (Unterst\u00fctzer des Islam) vereinigt islamistische KurIslamistische den aus dem Nordirak. Die Anh\u00e4nger stammen aus verschiedenen KurdenorganisaSplittergruppen, die sich die Verwirklichung des islamischen Glaubens tion aus dem und einer dem Koran entsprechenden Lebensweise auf einem eigeNordirak nen kurdischen Staatsgebiet zum Ziel setzten. Die Ansar al-Islam wurde im September 2001 gegr\u00fcndet und nannte sich noch bis zum Jahresende 2001 Djund al-Islam (Soldaten des Islam). m Dezember 2001 \u00fcbernahm der Iraker Najm al-Deen Faraj Ahmed Mahmoud genannt Mullah Krekar die F\u00fchrung der Djund al-Islam und Mullah Krekar \u00e4nderte den Namen der Gruppierung in die gem\u00e4\u00dfigter klingende Bezeichnung Ansar al-Islam. Mullah Krekar beantragte in Norwegen n den 90er Jahren erfolgreich Asyl. Obwohl er als Fl\u00fcchtling in Norwegen lebt, h\u00e4lt er sich immer wieder im Nordirak auf. Am 11. September 2002 wurde er beim Versuch, aus Amsterdam in den Iran einzureisen, festgenommen und nach Norwegen zur\u00fcckgeschickt. Als Begr\u00fcndung wurden seine Kontakte zum al-Qaida-Netzwerk angef\u00fchrt. In Norwegen macht er vor allem durch seine Medienauftritte auf sich aufmerksam. Krekar scheint innerhalb der Ansar al-Islam keine F\u00fchrungsrolle mehr zu spielen, d\u00fcrfte aber weiterhin als spirituelle","Leitfigur wirken. Als Nachfolger Krekars gilt sein fr\u00fcherer Stellvertreter Abu Adullah al-Shafi. Am 2. Januar 2004 wurde Mullah Krekar in Oslo festgenommen. Presseberichten zufolge wurde ihm vorgeworfen, im Internet zu Selbstmordanschl\u00e4gen im Irak aufgerufen zu haben. Auf Anordnung des Gerichts wurde er jedoch am 17. Februar 2004 wieder aus der Haft entlassen. Bei der Macht\u00fcbernahme des Mullahs Krekar umfasste die Gruppierung rund 600 bewaffnete K\u00e4mpfer, die sich vor allem aus irakischen Kurden und einigen Afghanistan-Veteranen zusammensetzten. Der Wirkungsbereich der Gruppierung beschr\u00e4nkte sich auf ein kleines Gebiet im S\u00fcdosten des nordirakischen Kurdengebiets. In den ersten Tagen des Irak-Kriegs im M\u00e4rz wurde dieses Gebiet von den USA mit Marschflugk\u00f6rpern und massiven Bombardements angegriffen und dann von mit den USA verb\u00fcndeten kurdischen Truppen der \"Patriotischen Union Kurdistans\" (PUK) eingenommen. Viele der Ansar al-Islam-K\u00e4mpfer konnten \u00fcber die nahe gelegene Grenze in den Iran entkommen. Von dort sickerten sie bereits kurz nach Kriegsende wieder in das irakische Staatsgebiet ein und reorganisierten sich. Das Ziel der Ansar al-Islam ist die Schaffung eines islamischen Staates Kurdistan nach dem Beispiel der Taliban in Afghanistan. Die Gruppierung versucht daher, den in ihrem Machtbereich lebenden Menschen den Kontakt zu s\u00e4kularen Parteien zu verbieten. Ihre Ideologie erhebt Anspruch auf universelle G\u00fcltigkeit, so dass man von einer langfristig weiter gehenden Zielsetzung ausgehen kann. Nach eigenen Angaben will sich die Ansar al-Islam durch religi\u00f6ses und milit\u00e4risches Training reitung zum auf den \"Heiligen Krieg\" (Djihad) vorbereiten und die \"Ungl\u00e4ubigen\" d bek\u00e4mpfen. Mullah Krekar forderte deshalb seine K\u00e4mpfer auf, sich f\u00fcr Selbstmordattentate bereit zu machen: \"Die Zeit komme und man plane, wo, wie und wann die Selbstmordattent\u00e4ter hingeschickt werden.\" Auch die N\u00e4he zu al-Qaida deutet auf eine globalere Zielsetzung hin. \u00dcber Usama Bin Ladin, den Krekar pers\u00f6nlich kennen soll, sagte er beispielsweise: \"Bin Ladin ist eine Krone auf den K\u00f6pfen der Muslime.\" Es gibt zahlreiche Anhaltspunkte f\u00fcr eine Verbindung zum Terrornetzwerk al-Qaida. So hielten sich f\u00fchrende Mitglieder der Ansar al-Islam","- einschlie\u00dflich Mullah Krekar - in den 90er Jahren in Afghanistan auf. Dort wurden sie in Trainingslagern milit\u00e4risch ausgebildet und kamen Verbindungen zur mit dem Terrornetzwerk al-Qaida in Ber\u00fchrung. Der Kontakt blieb al-Qaida auch nach der R\u00fcckkehr von Afghanistan bestehen. Nach der US-Intervention in Afghanistan gew\u00e4hrte die Ansar al-Islam K\u00e4mpfern von Bin Ladin Unterschlupf und Unterst\u00fctzung. Zu dem Usama Bin Ladin-Vertrauten al-Zarqawi, der ein Ausbildungslager im Wirkungsbereich der Gruppierung betrieben haben soll, bestehen seither besonders gute Kontakte. In diesem Lager soll auch mit chemischen Waffen experimentiert worden sein. Das von al-Zarqawi organisierte Netzwerk, das sich \u00fcber den Nahen Osten bis Europa erstreckt, gilt als extrem gef\u00e4hrlich. Die Bindungen und pers\u00f6nlichen Verflechtungen zwischen den Gruppen sind vor allem auch infolge des gemeinsamen Ziels im Irak-Krieg, insbesondere des Djihad gegen die USA, enger und intensiver geworden. Am 18. Oktober wurde die Gruppierung Ansar al-Islam in einer Audiobotschaft, die man Usama Bin Ladin zurechnet, genannt. Der Redner obte explizit die Ansar al-Islam f\u00fcr ihren Einsatz im Irak und bezeichnete sie als Nachfolger des \"Saladin\". Der kurdische Feldherr Saladin bek\u00e4mpfte die Kreuzritter im Mittelalter und war Eroberer Jerusaems. Bin Ladin scheint der Ansar al-Islam mit dieser Aussage eine \u00fcber den Wirkungsbereich des Irak hinausgehende Rolle im globalisierten Djihad zusprechen zu wollen. Obwohl es bisher keine Beweise f\u00fcr eine direkte Beteiligung der Ansar al-Islam an Terroranschl\u00e4gen gibt, wird ihr vor allem der im August ver\u00fcbte Anschlag auf das UN-Hauptquartier in Bagdad mit mehreren Todesopfern zugeschrieben. Nach einer Entscheidung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen vom 24. Februar wurde die Ansar al-Islam als terroristische Vereinigung eingestuft. Am 23. M\u00e4rz wurde die Ansar al-Islam auch in Australien auf die Liste der Terrororganisationen gesetzt. n Europa gibt es Anh\u00e4nger bzw. Sympathisanten der Ansar al-Islam Logistik in Europa n Skandinavien, Gro\u00dfbritannien, Frankreich, Italien, Deutschland und n den Niederlanden. In Bayern sind in M\u00fcnchen, N\u00fcrnberg, Augsburg und Regensburg Anh\u00e4nger bekannt. Von diesen Anh\u00e4ngern wird die Ansar al-Islam im Irak logistisch u. a. durch Beschaffung von Geldmitteln und Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nden unterst\u00fctzt. Seit Beendigung des Kriegs konnten auch vereinzelt Ausreisen von in Bayern lebenden","Ansar al-Islam-Mitgliedern in Richtung Irak festgestellt werden. Es ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass sich diese an Terrorakten bzw. Vorbereitungshandlungen im Irak beteiligt haben bzw. noch beteiligen. tivIm M\u00e4rz und Mai wurden in Italien mehrere dort operierende Ansar ahmen al-Islam-Mitglieder festgenommen. Sie werden verd\u00e4chtigt, zum Netzwerk al-Qaidas zu geh\u00f6ren und logistische Unterst\u00fctzung f\u00fcr ein Ausbildungslager im kurdischen Nordirak betrieben zu haben. Zudem sollen sie Islamisten in Norditalien angeworben und \u00fcber Syrien in die Ausbildungscamps im Irak geschickt haben. Die Organisation der Werbungen sowie die Finanzierung der Ausbildungscamps sollen dabei auch von M\u00fcnchen ausgegangen sein. Am 2. Dezember konnten die Polizeibeh\u00f6rden in M\u00fcnchen einen Funktion\u00e4r der Ansar al-Islam festnehmen. Er steht im Verdacht, kampfbereite Personen in den Irak geschleust zu haben, die sich dort an Kampfhandlungen gegen die alliierten Truppen beteiligen. Ein anderer Akteur der Ansar al-Islam in Bayern befindet sich zurzeit wegen des Verdachts auf bandenm\u00e4\u00dfige Schleusung und Durchf\u00fchrung von finanziellen Transaktionen f\u00fcr die Ansar al-Islam in Untersuchungshaft. Niederl\u00e4ndische Polizeikr\u00e4fte nahmen am 6. Dezember aufgrund von Hinweisen bayerischer Sicherheitsbeh\u00f6rden einen weiteren bisher in Bayern wohnenden Anh\u00e4nger der Ansar al-Islam fest. Er wollte sich vom Flughafen Amsterdam aus nach Syrien absetzen. Inwieweit sich die Ansar al-Islam in die globale Ausrichtung eines Djihad des Usama Bin Ladin integrieren l\u00e4sst, wird sich nach Beruhigung der Situation im Irak zeigen. Es liegen Hinweise vor, wonach die Konzentration auf eine islamistische Kurdenpolitik zugunsten einer globaleren Orientierung aufgegeben wird. 3.5 Tablighi Jamaat Deutschland Bayern Anh\u00e4nger: 120 Gr\u00fcndung: 1927 bei Delhi (Indien) Europazentrale: Dewsbury/Gro\u00dfbritannien Deutschlandzentrale: Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main Publikation: keine","Die Tablighi Jamaat wurde 1927 bei Delhi/Indien von dem Religionsgelehrten Mawlana Muhammad Ilyas als eine pietistische Missionierungsbewegung gegr\u00fcndet. In ihren Urspr\u00fcngen ist sie eng mit der slamischen Hochschule von Deoband/Indien verbunden. Die Gemeinschaft vertritt eine radikalisierte Form des strenggl\u00e4ubigen Islam indischer Pr\u00e4gung. Ziel der Tablighi Jamaat ist die Islamisierung der Gesellschaft, um daRadikal-islamische durch die Etablierung eines islamischen Staates zu erreichen. Sie hat Massenbewegung den Charakter einer internationalen islamischen Massenbewegung, deren Anh\u00e4nger sich nicht einer festen Gruppierung zugeh\u00f6rig f\u00fchen, sondern sich als konsequente Muslime mit missionarischem Auftrag ansehen. Die Tabligh-Anh\u00e4nger vertreten eine w\u00f6rtliche Ausegung des Korans und der Sunna, die Ausgrenzung der Frau und eine Abgrenzungspolitik gegen\u00fcber Nicht-Muslimen. Diese BestreAbgrenzungsbungen wirken in nicht-muslimischen Gesellschaften zwangsl\u00e4ufig politik desintegrierend, so dass eine dauerhafte und ernsthafte Hinwendung zu westlichen Gesellschaftsordnungen, Wertvorstellungen und Integrationsmodellen nicht m\u00f6glich ist. Das Tragen von traditioneller Gebetskleidung und die bis in Details verbindlichen Verhaltensregeln m Alltag sollen ihre absolute Hinwendung zum Propheten Mohammed ausdr\u00fccken. Obwohl die Organisation Gewalt ablehnt, besteht durch die gemeinsame ideologische Basis mit militanten Gruppierungen die Gefahr, dass die weltweiten Strukturen der Bewegung f\u00fcr Hilfsdienste terroristischer Netzwerke missbraucht werden. Die Tablighi Jamaat betreibt drei Moscheen in Bayern: in Pappenheim, N\u00fcrnberg und M\u00fcnchen. Charakteristisch f\u00fcr ihr Vorgehen ist eine missionarische Reiset\u00e4tigkeit, bei der Moscheen in ganz Europa aufgesucht werden. 3.6 Al-Tauhid Deutschland Bayern Anh\u00e4nger: keine gesicherten Zahlen Einzelpersonen Ideologie: aggressiv-militante Forderung des Djihad Aufbau: keine Organisationsstruktur/ Zellenaufbau Publikation: keine","Der Name al-Tauhid (\"Bekenntnis zur Einheit und Einzigartigkeit Gottes\") steht nicht f\u00fcr eine spezifische Gruppierung, sondern ist ein Synonym f\u00fcr eine Bewegung von Aktivisten mit gleichartigem Gedankengut und bedeutet \"jeder, der an den einzigen, wahren Gott glaubt\". Al-Tauhid ist somit eine ideologisch-religi\u00f6s ausgerichtete Bessiv-militante wegung Gleichgesinnter, die auf der Grundlage eines aggressiv-milische Bewetanten islamischen Fundamentalismus den weltweiten Djihad aller Glaubensbr\u00fcder f\u00f6rdert und unterst\u00fctzt. Sitz der Bewegung al-Tauhid in Europa soll Gro\u00dfbritannien sein. Ihr geistiger F\u00fchrer Abu Qutada mit Wohnsitz in London/Gro\u00dfbritannien ist 2002 in London verhaftet worden. Die Londoner Moschee von Abu Qutada war in der Vergangenheit Anlaufstelle f\u00fcr mutma\u00dfliche \"Gotteskrieger\" aus ganz Europa. ndung zu Al-Tauhid tritt auch im Gefolge von mutma\u00dflich terroristischen Bewegruppen gungen in Erscheinung; als Beispiel hierf\u00fcr kann der \u00e4gyptisch-terroristische Djihad Islami - JI - (vgl. auch Nummer 3.2.1.3 dieses Abschnitts) genannt werden. Auch wurden Kontakte von al-Tauhid-Anh\u00e4ngern zu anderen neo-salafitischen Djihadgruppen, wie z. B. der Ansar al-Islam (vgl. auch Nummer 3.4 dieses Abschnitts), bekannt. In Bayern wurden Einzelpersonen, die dieser sunnitisch-pal\u00e4stinensischen Ideologie anh\u00e4ngen, im Zuge laufender Ermittlungen gegen das al-Qaida-Netzwerk bekannt. Die deutsche Zelle arbeitet innerhalb der von den operativen und religi\u00f6sen F\u00fchrern vorgegebenen Direktiven weitgehend selbst\u00e4ndig und hatte sich um einen in Essen wohnenden 26-j\u00e4hrigen Jordanier pal\u00e4stinensischer Volkszugeh\u00f6rigkeit gebildet. Sie war bisher \u00fcberwiegend mit der F\u00e4lschung von P\u00e4ssen und Reisedokumenten, der Durchf\u00fchrung von Spendensammlungen und Schleusung von \"K\u00e4mpfern\" befasst; die logistische Unterst\u00fctzung von Afghanistan-K\u00e4mpfern stand zun\u00e4chst im Vordergrund. Dar\u00fcber hinaus gab es auch Anhaltspunkte, dass diese Zelle begonnen hatte, Anschl\u00e4ge in der Bundestivrepublik Deutschland zu planen. Am 23. April 2002 durchsuchte die ahmen Polizei deshalb im Rahmen eines bundesweiten Ermittlungsverfahrens des Generalbundesanwalts in zehn St\u00e4dten Objekte der al-Tauhid. Insgesamt wurden im Bundesgebiet 21 Objekte, darunter sechs in M\u00fcnchen, N\u00fcrnberg und Regensburg durchsucht. Die Polizei nahm insgesamt 13 Personen fest. Gegen sieben Beschuldigte erging Haftbefehl, u. a. wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung (SS 129 a StGB). Drei der Inhaftierten wohnen in Bayern; sie wurden zwischenzeitlich aus Mangel an Beweisen freigelassen.","Am 26. November verurteilte das Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf den 26-j\u00e4hrigen Jordanier Shadi Abdallah wegen Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung al-Tauhid zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren. Der Angeklagte hielt sich von Dezember 1999 bis Mai 2001 in Afghanistan auf und wurde dort milit\u00e4risch ausgebildet. Er bereitete zusammen mit anderen Angeh\u00f6rigen seiner Zelle, gegen die zwischenzeitlich ebenfalls Anklage vor dem Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf erhoben wurde, Anschl\u00e4ge gegen j\u00fcdische Einrichtungen in Deutschland vor. Nach seiner Festnahme machte der Angeklagte umfangreiche Angaben zu seiner Gruppe, zu al-Qaida und afghanischen Ausbildungslagern. 3.7 Hizb Allah (Partei Gottes) Deutschland Bayern Mitglieder: 800 Einzelpersonen Gr\u00fcndung: 1982 im Libanon Begegnungsst\u00e4tte: M\u00fcnster Publikation: Al-Ahd (Die Verpflichtung) Die Hizb Allah (auch: Hisbollah/Hizbollah) ist eine auf Initiative des Schiitisch-extremisran gegr\u00fcndete schiitische Partei, die seit 1992 im libanesischen Partische Ideologie ament vertreten ist. Sie wird vom Iran finanziell, materiell und ideoogisch unterst\u00fctzt. Zu ihr geh\u00f6ren verschiedene Wohlfahrtsorganisationen sowie der \"Islamische Widerstand\" (Muqawame Islamiya), der als milit\u00e4rischer Arm der Organisation insbesondere den bewaffneten Kampf gegen israelische Milit\u00e4reinheiten im libanesisch-israelischen Grenzgebiet f\u00fchrte. Bis Mai 2000 war die von Israel seit 1978 besetzte \"Sicherheitszone\" im S\u00fcdlibanon Schauplatz milit\u00e4rischer Auseinandersetzungen. Die von der Hizb Allah fr\u00fcher geforderte Errichtung einer \"Islamischen Republik\" im Libanon nach dem Beispiel des Iran genie\u00dft heute Kurswechsel keine Priorit\u00e4t mehr. Vielmehr bekundet die Organisation ihre Bereitschaft, sich in das politische System des Libanon zu integrieren, um dort durch politische Aktivit\u00e4ten gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen herbeizuf\u00fchren. n Deutschland ist die F\u00fchrung der Hizb Allah weiterhin bestrebt, die Anh\u00e4ngerschaft neu zu organisieren. Zu den \"Siegesfeiern\" anl\u00e4sslich des israelischen R\u00fcckzugs aus der \"Sicherheitszone\" des S\u00fcdlibanon","sowie den Ramadan-Veranstaltungen reisten jedoch, anders als im Vorjahr, deutlich weniger Funktion\u00e4re und Prediger aus dem Libanon ein. In Bayern fanden keine \"Siegesfeiern\" oder sonstige \u00f6ffentliche Aktivit\u00e4ten der Hizb Allah statt. 3.8 Islamisch-Irakische Gemeinschaft Deutschland e.V. (IIGD) Hizb al-Dawa al-Islamiya (Dawa) Deutschland Bayern Mitglieder/Anh\u00e4nger: - IIGD 70 - Dawa 150 30 Gr\u00fcndung: - IIGD 1997 in K\u00f6ln - Dawa 1969 im Irak stische OppoDie 1958 im Irak gegr\u00fcndete schiitische Dawa-Partei (\"Partei des sbewegung islamischen Rufs / der islamischen Mission\") ist die \u00e4lteste und bedeu- k tendste Oppositionsbewegung im Irak. Sie forderte den Sturz des irakischen Regimes und strebt die Errichtung eines islamistischen Staatsund Gesellschaftssystems an. In Deutschland wurde die Dawa in der Vergangenheit durch die Islamische Union Irakischer Studenten in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (I.U.I.S.) repr\u00e4sentiert, die nur propagandistisch, beispielsweise durch die Ausrichtung von Fachkongressen, in Erscheinung trat. Im Rahmen von Reorganisationsma\u00dfnahmen entstand 1997 in K\u00f6ln die Islamisch-Irakische Gemeinschaft Deutschland e.V. (IIGD) und l\u00f6ste damit die I.U.I.S. ab. Die IIGD, die nach au\u00dfen lediglich religi\u00f6se Ziele verfolgt, wird ma\u00dfgeblich durch die Dawa beeinflusst. Hauptaufgabe der IIGD in Deutschland ist es, m\u00f6glichst viele, auch unpolitische, Mitglieder aus den Reihen der irakischen Schiiten zu gewinnen. Der alle Mitglieder vereinende Gedanke war bis zum Ende des Irak-Kriegs die Opposition zu Saddam Hussein. cklung nach Mehrere ranghohe Dawa-Funktion\u00e4re sind nach Kriegsende aus ihrem rak-Krieg europ\u00e4ischen Exil in den Irak zur\u00fcckgekehrt bzw. pendeln zwischen den Wohnsitzen in Europa und dem Irak. Ehemalige und aktuelle Mitglieder der Dawa arbeiten im Interims-Regierungsrat mit.","nnerhalb der Dawa entstanden nach Kriegsende mehrere Fraktionen, die unterschiedliche Auffassungen \u00fcber die Zukunft des Irak, insbesondere \u00fcber eine Zusammenarbeit mit den USA, vertreten. Das Spektrum reicht hier von einer engen Kooperation bis zu deren Ablehnung. Ob sich die Dawa im Irak mit anderen islamistischen Organisationen zusammenschlie\u00dft und welche Strategie sie f\u00fcr die ersten freien Wahlen verfolgt, ist noch offen. Hiervon wird auch die weitere Arbeit der IIGD in Deutschland entscheidend abh\u00e4ngen. W\u00e4hrend der Zeit des Irak-Kriegs verhielten sich die Anh\u00e4nger der IGD in Bayern \u00fcberwiegend passiv. Eigene Protestkundgebungen wurden nicht durchgef\u00fchrt. 3.9 Hezb-i Islami (HIA) Deutschland Bayern Anh\u00e4nger: keine gesicherten Zahlen Einzelpersonen Anf\u00fchrer Gulbuddin Hekmatyar Gr\u00fcndung: 1973 in Afghanistan Die Hezb-i Islami (Partei des Islam - HIA -) in Afghanistan ist eine aus \u00fcberzeugten Islamisten bestehende Gruppierung, die im Zusammenwirken mit verbliebenen Talibanund al-Qaida-K\u00e4mpfern die von der westlichen Allianz gest\u00fctzte afghanische Regierung bek\u00e4mpft. Ziel Islamisches Staatsder HIA ist die Bildung eines islamischen Staates unter Einf\u00fchrung der wesen als Ziel Scharia. Die HIA wurde 1973 von Gulbuddin Hekmatyar in Afghanistan gegr\u00fcndet, der 1996 kurzzeitig Regierungschef Afghanistans war. In einer Erkl\u00e4rung gegen\u00fcber einer Nachrichtenagentur rief Hekmatyar am 23. Februar zu Selbstmordanschl\u00e4gen gegen Amerikaner auf. Er sagte, er sei stolz darauf, von den USA als Terrorist bezeichnet zu werden. Weiter f\u00fchrte er aus: \"Ich fordere alle Muslime der Welt auf, einen Guerillakrieg mit Selbstmordangriffen zu f\u00fchren. (...) Jetzt ist nicht die Zeit von Gruppenangriffen in gro\u00dfem Stil, sondern eher die individueller Attacken.\" Der Selbstmordattent\u00e4ter, der am 7. Juni ein Bombenattentat auf einen Konvoi der Bundeswehrtruppen in Kabul/Afghanistan ver\u00fcbt hat, soll dem Umfeld der HIA angeh\u00f6rt haben.","3.10 T\u00fcrkische islamisch-fundamentalistische Gruppierungen 3.10.1 Islamische Gemeinschaft Milli G\u00f6r\u00fcs e.V. (IGMG) Deutschland Bayern Mitglieder: 26.000 4.800 Vorsitzender: Yavuz Celik Karahan Gr\u00fcndung: 1985 Sitz: K\u00f6ln Publizistisches Sprachrohr: Milli Gazete (Nationale Zeitung) Die IGMG ist ein Sammelbecken von Anh\u00e4ngern der in der T\u00fcrkei verbotenen Tugendpartei (FP) und deren Nachfolgeorganisation, der islamistischen Gl\u00fcckseligkeitspartei (SP). Sie verf\u00fcgt \u00fcber bundesweit rund 500 Ortsgruppen. In Bayern ist der Verband mit 70 Ortsgruppen vertreten. Die Schwerpunkte liegen in N\u00fcrnberg und M\u00fcnchen. sch-extremisDie Milli G\u00f6r\u00fcs-Bewegung erstrebt trotz vieler offizieller gegenteiliger Ideologie \u00c4u\u00dferungen die Abschaffung der laizistischen Staatsordnung in der T\u00fcrkei und die Einf\u00fchrung einer islamischen Staatsund Gesellschaftsordnung mit dem Koran als Grundlage des Staatsaufbaus und als Verhaltenskodex des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Ihr Fernziel ist die weltweite Islamisierung. Sie orientiert sich damit an der Politik der am 22. Juni 2001 vom t\u00fcrkischen Verfassungsgericht wegen \"anti-laizistischer Aktivit\u00e4ten\" verbotenen FP. Aus der FP gingen zwei Nachfolgeorganisationen hervor. Im Juli 2001 gr\u00fcndeten die Anh\u00e4nger des fr\u00fcheren t\u00fcrkischen Ministerpr\u00e4sidenten Necmettin Erbakan, dem die IGMG nahe steht, die SP. Dementsprechend ordnet sich die IGMG der SP ideologisch unter. Im August 2001 wurde von Recep Tayyip Erdogan die Gerechtigkeitsund Aufschwungpartei (AKP) in der T\u00fcrkei gegr\u00fcn- m MG det. Der fr\u00fchere B\u00fcrgermeister von Istanbul macht f\u00fcr sich eine Abkehr vom Islamismus geltend. Seinen Verlautbarungen zufolge soll die AKP keine islamische Partei im traditionellen Sinn sein, sondern eine konservative Gruppierung. Die IGMG unterst\u00fctzte bei den t\u00fcrkischen Parlamentswahlen im Jahr 2002 den Wahlkampf der SP durch Spendensammlungen und die Organisierung von Flugreisen. Mehrere tausend Personen reisten in","dieT\u00fcrkei, um der SP ihre Stimme zu geben. Auch die \"Milli Gazete\" warb intensiv f\u00fcr einen Wahlsieg der Milli G\u00f6r\u00fcs-Bewegung. Dennoch scheiterte die SP mit nur 2,47 % der Stimmen an der 10 %-Sperrklausel. Die AKP erhielt 34,99 % der Stimmen und die Mehrheit der Abgeordnetenmandate. Die Anh\u00e4nger der IGMG reagierten auf die Regierungs\u00fcbernahme der AKP zwiesp\u00e4ltig. Viele Mitglieder begr\u00fc\u00dften den Sieg der AKP, w\u00e4hrend sich manche Funktion\u00e4re von der Wahlniederlage der SP schockiert zeigten. Die IGMG-F\u00fchrung unter Leitung des im Dezember 2002 gew\u00e4hlten Vorsitzenden Karahan ist seither bem\u00fcht, sich gegen\u00fcber der t\u00fcrkischen Regierung als wichtige Organisation zur Wahrung der Interessen der T\u00fcrkei in Deutschland darzustellen. So bot im Dezember 2002 der IGMG-Generalsekret\u00e4r Oguz \u00dcc\u00fcnc\u00fc dem damaligen t\u00fcrkischen Ministerpr\u00e4sidenten Abdullah G\u00fcl und dem AKP-Gr\u00fcnder Verh\u00e4ltnis zur AKP Recep Tayyip Erdogan Unterst\u00fctzung an. Die IGMG sei eine wichtige Br\u00fccke zwischen der T\u00fcrkei und Europa. Der Weg zur EU f\u00fchre \u00fcber Milli G\u00f6r\u00fcs. Die t\u00fcrkische Regierung griff dieses Angebot auf und strich die IGMG von einer Liste von staatsfeindlichen Organisationen. Es gelte, die Extremisten in der IGMG zu beobachten und die Masse der Mitglieder, die ihrem Staat verbunden sind, nicht zu entfremden. Die IGMG wird k\u00fcnftig zu offiziellen Empf\u00e4ngen zugelassen. Der GMG-Generalsekret\u00e4r Oguz \u00dcc\u00fcnc\u00fc bewertete diese Entwicklung als Beleg f\u00fcr einen Wandel des Verh\u00e4ltnisses zwischen Staat und GMG: \"Es ist ein Zeichen daf\u00fcr, dass der t\u00fcrkische Staat die Milli G\u00f6r\u00fcs genauso behandelt wie alle anderen Organisationen, die sich hier in Deutschland aus Immigrantenkreisen entwickelt haben.\" Nach f\u00fcnf Jahren Politikverbot in der T\u00fcrkei wurde Necmettin Erbakan am 11. Mai auf einem Parteikongress zum Vorsitzenden der SP gew\u00e4hlt. Die Zeitung \"Milli Gazete\" feierte das Ereignis mit den Worten: \"Mit dem historischen Kongress der 'Gl\u00fcckspartei' am Sonntag in Ankara ist der legend\u00e4re ehemalige Ministerpr\u00e4sident, Necmettin Erbakan, auf die politische B\u00fchne der T\u00fcrkei zur\u00fcckgekehrt. Erbakan \u00fcbernimmt die F\u00fchrung der SP und lenkt erneut die Milli G\u00f6r\u00fcs.\" (Milli Gazete vom 12. Mai) Die Wahl Erbakans zum Parteivorsitzenden wurde mit Begeisterung aufgenommen. Erbakan wurde mit Parolen wie \"Der Nationalheld,","Erbakan!\", \"Glaubensk\u00e4mpfer, Erbakan!\" und \"Eine Legende kehrt zur\u00fcck!\" empfangen. verbot Medienberichten zufolge best\u00e4tigte der t\u00fcrkische Kassationsgerichtsbakan hof am 2. Dezember ein Urteil gegen Erbakan, wonach diesem eine mehrj\u00e4hrige Haftstrafe sowie lebenslanges Politikverbot auferlegt wurden. Der Haftantrittstermin wurde zwar aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden um ein Jahr verschoben, seine politischen \u00c4mter, insbesondere den Vorsitz der SP, musste Erbakan allerdings umgehend niederlegen. Auf dem Parteitag der Regierungspartei AKP in Antalya im Mai distanzierte sich Ministerpr\u00e4sident Recep Tayyip Erdogan von der SP und sagte, dass Islamismus, Rassismus und Separatismus rote Linien seien, die nicht \u00fcberschritten werden d\u00fcrften. Wer diese \u00fcberschreite, m\u00fcsse mit Konsequenzen rechnen. Mit Anspielung auf die SP betonte Erdogan, dass seine Partei keinerlei ideologische Bindungen zu anderen Parteien habe. Zugleich warnte er diejenigen Abgeordneten der AKP, die Anh\u00e4nger von Erbakan und Milli G\u00f6r\u00fcs sind: \"Wir sind eine Mitte-Rechts-Partei. Es gibt sicherlich einige unter uns, die in der Vergangenheit Verbindungen zu anderen Parteien unterhielten. Dies geh\u00f6rt jedoch zur Vergangenheit.\" Somit zeichnet sich auch eine gr\u00f6\u00dfer werdende Kluft zwischen AKP und SP ab. Die IGMG hielt am 22. Juni in K\u00f6ln als Ersatz f\u00fcr die Generalversammlung eine Funktion\u00e4rsversammlung ab, an der 1.800 Personen teilnahltnis zur SP men. Auch hier wurde das enge Verh\u00e4ltnis zwischen SP und IGMG deutlich. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren waren nur geladene G\u00e4ste zugelassen. Aus der T\u00fcrkei waren der SP-Vorsitzende von Istanbul Osman Yumakogullary und der fr\u00fchere t\u00fcrkische Justizminister Sevket Kazan angereist. Beide gelten als Vertraute des F\u00fchrers der Milli G\u00f6r\u00fcs-Bewegung, Necmettin Erbakan. Kazan lobte in seiner Rede die IGMG; anschlie\u00dfend zeichnete er mehrere Funktion\u00e4re der IGMG f\u00fcr besondere Leistungen aus. Parallel zu den Bem\u00fchungen der SP in der T\u00fcrkei verst\u00e4rkte die IGMG darbeit ihre Jugendund Kinderarbeit. So bietet sie in zahlreichen Ortsvereinen Sommerkoranschulen an und wirbt intensiv f\u00fcr die Teilnahme. Die Lehrinhalte und das Unterrichtsmaterial wurden vereinheitlicht. Bei Koranrezitationswettbewerben werden erfolgreiche Sch\u00fcler","geehrt. Um die Begeisterung der Kinder zu erhalten, werden neben dem Unterricht Ausfl\u00fcge, Sport und Theaterspiele angeboten. Die Mitgliederzahl des IGMG-Kinderclubs soll von 3.000 Personen auf 6.000 Personen gesteigert werden. Ziel ist es, die Jugend von den \"negativen\" Einfl\u00fcssen der westlichen Gesellschaft fernzuhalten und somit letztlich die gesellschaftliche Integration zu verhindern. n ihrer Selbstdarstellung beschreibt sich die IGMG als Verein, der die Muslime organisiert, ihre Interessen vertritt und die Verk\u00fcndigung des islamischen Glaubensbekenntnisses pflegt. Im Gegensatz zu anderen islamistischen Organisationen ist die IGMG schon seit Jahren um ein rechtlich unangreifbares Erscheinungsbild bem\u00fcht. Sie gibt vor, nur verfassungskonforme Ziele zu verfolgen und nutzt den interTaktisch bedingte religi\u00f6sen Dialog. Am 3. Oktober beteiligten sich zahlreiche OrtsverZur\u00fcckhaltung eine am \"Tag der offenen Moschee\". Zu diesem Anlass pr\u00e4sentierte man sich weltoffen und tolerant. Bei internen Veranstaltungen stellt sich der Verband jedoch oft anders dar: Bei einer Predigt in einer bayerischen IGMG-Moschee im April 2002 hielt ein Hodja eine Hassrede gegen Europa, Amerika und die Juden. Er erkl\u00e4rte: \"Amerika ist ein gro\u00dfer Teufel, Gro\u00dfbritannien ein kleiner, Israel ein blutsaugender Vampir. Einst waren die Europ\u00e4er unsere Sklaven, heute sind es die Muslime. Dies muss sich \u00e4ndern. Heute sind wir abh\u00e4ngig von den Ungl\u00e4ubigen. Sie wollen unsere Religion verbieten. (...) Wir m\u00fcssen die Ungl\u00e4ubigen bis in die tiefste H\u00f6lle treiben. Wir m\u00fcssen zusammenhalten und uns ruhig verhalten, bis es soweit ist. Ihr k\u00f6nnt jetzt noch nichts sehen, aber es ist alles in Vorbereitung. Es l\u00e4uft im Verborgenen. Ihr m\u00fcsst euch bereithalten f\u00fcr den richtigen Zeitpunkt. Wir m\u00fcssen die Demokratie f\u00fcr unsere Sache nutzen. Wir m\u00fcssen ganz Europa mit Moscheen und Schulen \u00fcberziehen.\" Die Rede wurde immer wieder von Beifallsbekundungen der Zuh\u00f6rer unterbrochen. Das Fernziel der Weltherrschaft des Islam unter F\u00fchrung der Milli G\u00f6r\u00fcs-Bewegung wird bei Predigten mitunter offen ausgesprochen. So sagte ein Prediger im November 2002: \"Erst m\u00fcssen wir eine Gemeinde bilden, zweitens m\u00fcssen wir dem F\u00fchrer dieser Gemeinde (Anmerkung: Necmettin Erbakan) gehorsam sein und alle seine Befehle ausf\u00fchren. (...) Wir m\u00fcssen unsere Zeit geben, unser Hab und Gut und wenn es verlangt wird, m\u00fcssen wir unser Leben opfern. (...) Jeder Moslem muss in jeder Sekunde vorbereitet sein zum Djihad.\"","Trotz der offiziell gepflegten Zur\u00fcckhaltung zeigte auch im Jahr 2003 mancher Prediger eine unverhohlene Ablehnung gegen\u00fcber Nicht-Muslimen. So sagte ein Hodja im November: \"Die Moslems m\u00fcssen endlich verstehen, dass die Moslems keine Freunde haben, au\u00dfer andere Moslems.\" Die IGMG bem\u00fchte sich in der \u00d6ffentlichkeit, antisemitische \u00c4u\u00dferungen zu vermeiden. Diese Zur\u00fcckhaltung wird jedoch gelegentlich durchbrochen. Im publizistischen Sprachrohr der IGMG \"Milli Gazete\" (Nationale Zeitung) wurden wiederholt antizionistische und antisemitische Aussagen verbreitet. So hie\u00df es in der Ausgabe der \"Milli Gazete\" vom 20. November, der Begriff islamistischer Terror sei ein Produkt Amerikas und Israels. Jedes Mal, wenn man an der Oberfl\u00e4che der Terroranschl\u00e4ge kratze, grinse einen die Aufschrift \"Made in Pentagon\" oder \"Made in Mossad\" an. Am 20. Januar schrieb die \"Milli Gazete\": \"Die von den Zionisten geplante neue Weltordnung macht zunehmend von sich Reden. (...) Der Angriff auf die Zwillingst\u00fcrme in New York wurde geplant, um einen Streit zwischen Christen und Muslimen zu sch\u00fcren. (...) Das eigentliche Ziel stellt jedoch die neue Weltordnung der Zionisten dar. Unter dem Vorwand und der Angst vor dem Terror will man eine Basis f\u00fcr die zionistische Ordnung schaffen. Die Zionisten wollen drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: 1. Sie wollen einen geheimen Weltstaat errichten 2. Dieses Gebilde soll im Zentrum der Globalisierung entstehen 3. Gleichzeitig will man sich die Erd\u00f6lreserven im Nahen Osten aneignen. Der Plan der USA und der Zionisten umfasst s\u00e4mtliche muslimische Staaten.\" rgerungsDie IGMG empfiehlt ihren Anh\u00e4ngern den Erwerb der deutschen agne Staatsangeh\u00f6rigkeit. Sie will das starke Anwachsen der t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Bev\u00f6lkerung in Deutschland zur Vergr\u00f6\u00dferung der Einflussm\u00f6glichkeiten der IGMG auf Staat und Gesellschaft nutzen. Auf einer Veranstaltung des IGMG-Gebiets Schwaben in Neu-Ulm am 4. Juni 2001 hatte der damalige stellvertretende Bundesvorsitzende Yavuz Celik Karahan bei einer Erl\u00e4uterung des F\u00fcnfjahresplans der IGMG erkl\u00e4rt: \"Was wir wirklich wollen, werden wir in f\u00fcnf bis zehn Jahren bekommen.\"","Es gebe ann\u00e4hernd sieben Millionen Muslime, die sich legal oder illegal in Deutschland aufhielten, davon seien etwa vier Millionen T\u00fcrken. In rund f\u00fcnf Jahren werde diese Zahl auf ungef\u00e4hr elf Millionen Muslime angewachsen sein. Und in weiteren f\u00fcnf Jahren seien es 16 Millionen. Dann sei man bereits so stark wie die fr\u00fchere DDR. Mit diesem Potenzial sei man in der Lage, eine islamische Partei zu gr\u00fcnden, die es ohne weiteres schaffen k\u00f6nnte, ins Parlament nach Berlin zu kommen. Grundvoraussetzung daf\u00fcr sei jedoch die deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit. Das \u00f6ffentliche Bekanntwerden dieser und \u00e4hnlicher Aussagen und die Diskussion \u00fcber ein Verbot veranlasste die IGMG, in Bayern und n verschiedenen anderen Bundesl\u00e4ndern rechtliche Schritte gegen die Ver\u00f6ffentlichung von \u00c4u\u00dferungen in Verfassungsschutzberichten oder anderen Publikationen einzuleiten. Die IGMG nahm ferner Abstand von der Absicht, eine Partei zu gr\u00fcnden. Allerdings versucht sie weiterhin, politisch Einfluss zu nehmen. So will die IGMG die Politik in Deutschland durch eine verst\u00e4rkte Arbeit innerhalb der bestehenden Parteien beeinflussen. Am 18. September entschied das Bayerische Verwaltungsgericht VerwaltungsM\u00fcnchen, dass ein Faltblatt des Bayerischen Staatsministeriums des gerichtsverfahren nnern zum Thema \"Islamischer Extremismus\" nicht mehr verbreitet werden darf. Das Gericht r\u00fcgte die enge optische Verbindung zwischen einer Abbildung Usama Bin Ladins und einem Text zur IGMG. m \u00dcbrigen hatte die Klage aber keinen Erfolg. So sollte die Darstelung im Faltblatt untersagt werden, die IGMG wolle eine eigene Partei gr\u00fcnden und damit islamisch-extremistische Positionen, wie sie von der verbotenen FP (in der T\u00fcrkei) vertreten wurden, im politischen Spektrum der Bundesrepublik Deutschland dauerhaft verankern. Das Verwaltungsgericht M\u00fcnchen hat diesbez\u00fcglich best\u00e4tigt, dass f\u00fcr diese Darstellung ausreichende Gr\u00fcnde vorliegen und dass der Freistaat Bayern \"im Rahmen seiner Aufgaben, die \u00d6ffentichkeit \u00fcber gesellschaftlich relevante Themen zu informieren\" derartige Feststellungen und Wertungen treffen darf. Bereits im Jahr 2002 hatte die IGMG das Bayerische Staatsministerium des Innern aufgefordert, eine Unterlassungserkl\u00e4rung des Inhalts abzugeben, bestimmte im Verfassungsschutzbericht Bayern 2001 enthaltene Aussagen zur IGMG nicht mehr zu verbreiten. Dieser Aufforderung kam das Bayerische Staatsministerium des Innern nicht nach. Daraufhin reichte die IGMG am 9. Dezember 2002 Klage beim","Bayerischen Verwaltungsgericht M\u00fcnchen ein. Dieses Verfahren dauert noch an. Eine Klage gegen den Verfassungsschutzbericht Bayern 2002 wurde nicht erhoben. Einb\u00fcrgerungsbewerber aus dem IGMG-Bereich erhalten verst\u00e4rkt und gezielt juristischen Beistand. Widerspr\u00fcche und Klagen werden zunehmend nach einheitlichem Muster erhoben. In einer solchen Klagebegr\u00fcndung wird einger\u00e4umt, der Verband sei zwar fr\u00fcher extremistisch gewesen, es habe sich jedoch ein Wandlungsprozess vollzogen. Am Rande einer Gerichtsverhandlung erkl\u00e4rte der IGMG-Funktion\u00e4r Yeneroglu, sein Verband leiste zurzeit 80 Einb\u00fcrgerungsbewerbern juristischen Beistand. 3.10.2 Hilafet Devleti (Der Kalifatsstaat) Deutschland Bayern Mitglieder: 800 280 Vorsitzender: Metin Kaplan Gr\u00fcndung: 1984 Verbot: 12.12.2001 Sitz: K\u00f6ln Publizistische Sprachrohre: Asr-I Saadet; D.I.A. Der 1984 gegr\u00fcndete \"Kalifatsstaat\" (Hilafet Devleti) war eine am \"F\u00fchrerprinzip\" orientierte, streng hierarchisch gegliederte Organisation. Das Endziel dieses \"Staates ohne Staatsgebiet\" war die Weltherrschaft des Islam unter dem Kalifat seines Anf\u00fchrers Metin Kaplan. Als erste Stufe auf dem Weg zu diesem Ziel wurde der gewaltsame Sturz des laizistischen Regierungssystems in der T\u00fcrkei angestrebt. Der \"Kalifatsstaat\" lehnte Demokratie und jede Trennung von Politik und Religion strikt ab. Er richtete sich damit gegen die verfassungsm\u00e4\u00dfige Ordnung sowie den Gedanken der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung und gef\u00e4hrdete die Innere Sicherheit in Deutschland. Das Bunnsverbot desministerium des Innern verbot deshalb am 12. Dezember 2001 die Vereinigung \"Kalifatsstaat\" einschlie\u00dflich der ihr zugeordneten 17 Teilorganisationen, darunter alle vier bayerischen Verb\u00e4nde, und erkl\u00e4rte diese f\u00fcr aufgel\u00f6st. Die Beschlagnahme und Einziehung des Verm\u00f6gens des \"Kalifatsstaats\" wurde angeordnet.","Nachdem das Bundesverwaltungsgericht zun\u00e4chst mit Beschluss vom 21. M\u00e4rz 2002 den Antrag des ehemaligen \"Kalifatsstaats\" abgelehnt hatte, die sofortige Vollziehung der Verbotsverf\u00fcgung auszusetzen, best\u00e4tigte es schlie\u00dflich am 27. November 2002 letztinstanzlich das Verbot des Bundesministeriums des Innern. Eine diesbez\u00fcgliche Verfassungsbeschwerde wurde mit Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 2. Oktober nicht zur Entscheidung angenommen. Das Bundesministerium des Innern verbot am 19. September 2002 Emblem weitere 16 Teilorganisationen des \"Kalifatsstaats\". Gegen zwei weides Kalifatsstaats tere Gruppierungen wurden vereinsrechtliche Ermittlungsverfahren eingeleitet, da sie im Verdacht stehen, ebenfalls dem verbotenen \"Kalifatsstaat\" anzugeh\u00f6ren. Im Rahmen des Vollzugs wurden in den f\u00fcnf Bundesl\u00e4ndern Baden-W\u00fcrttemberg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Vereinslokale, Moscheen und Wohnungen von Vorstandsmitgliedern der Organisationen durchsucht. Der als \"Kalif von K\u00f6ln\" bekannt gewordene Islamistenf\u00fchrer und Haftentlassung fr\u00fchere Vorsitzende des \"Kalifatsstaats\" Metin Kaplan wurde am Kaplans 27. Mai aus der Haft entlassen. Er hatte wegen eines Mordaufrufs eine vierj\u00e4hrige Gef\u00e4ngnisstrafe verb\u00fc\u00dft. Das Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf hatte gleichzeitig seine von der T\u00fcrkei beantragte Auslieferung f\u00fcr unzul\u00e4ssig erkl\u00e4rt. Das Gericht sah bei seiner Entscheidung \"ernstliche Gr\u00fcnde f\u00fcr die Annahme, dass der Verfolgte einem Verfahren ausgesetzt sein wird, das dem v\u00f6lkerrechtlich verbindlichen Verbot einer Verwertung polizeilich erpresster Aussagen widerspricht\". In der T\u00fcrkei wird ihm vorgeworfen, den Befehl erteilt zu haben, ein sprengstoffbeladenes Flugzeug \u00fcber dem Mausoleum Atat\u00fcrks in Ankara zum Absturz zu bringen. Gleichzeitig sollten seine Anh\u00e4nger die Fatih-Moschee in Istanbul besetzen. Diese Aktionen sollten das Signal f\u00fcr eine allgemeine Erhebung gegen die t\u00fcrkische Staatsordnung sein. Das Verwaltungsgericht K\u00f6ln hatte im August den Widerruf der Anerkennung Kaplans als Asylberechtigter f\u00fcr rechtm\u00e4\u00dfig erkl\u00e4rt. Hiergegen richtete sich Kaplans Antrag auf Zulassung der Berufung, den das Oberverwaltungsgericht M\u00fcnster am 4. Dezember abgelehnt hat. Das Urteil des Verwaltungsgerichts K\u00f6ln ist somit","rechtskr\u00e4ftig. Gleichzeitig hat das Verwaltungsgericht K\u00f6ln allerdings eine Abschiebung Kaplans in die T\u00fcrkei untersagt. Diesbez\u00fcglich hat das Oberverwaltungsgericht M\u00fcnster am 4. Dezember einem Antrag der Bundesrepublik Deutschland auf Zulassung der Berufung stattgegeben. lungsIm Rahmen von zwei Ermittlungsverfahren gegen Kaplan und gegen hren vier ehemalige Mitglieder des verbotenen \"Kalifatsstaats\" wurden im Auftrag des Generalbundesanwalts am 11. Dezember ein Objekt in K\u00f6ln und vier weitere in Braunschweig und Peine durchsucht. Das erste Ermittlungsverfahren richtet sich gegen Kaplan, der im Verdacht steht, gegen das Verbot des \"Kalifatsstaats\" zu versto\u00dfen, indem er als R\u00e4delsf\u00fchrer den organisatorischen und geistigen Zusammenhalt des verbotenen \"Kalifatsstaats\" aufrecht erh\u00e4lt. So wird seit M\u00e4rz das Buch \"Meine Mitteilungen und Ratschl\u00e4ge\" unter dem Namen Kaplans ver\u00f6ffentlicht. Dieses Druckwerk gibt das Gedankengut des \"Kalifatsstaats\" wieder, das Grundlage des Verbotsverfahrens war. Das zweite Verfahren des Generalbundesanwalts betrifft vier ehemalige Mitglieder des verbotenen \"Kalifatsstaats\", gegen die wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt wird. Die Angeh\u00f6rigen dieser in Niedersachsen angesiedelten Gruppe sind verd\u00e4chtig, Anschl\u00e4ge auf nicht n\u00e4her bekannte Ziele geplant zu haben. Dar\u00fcber hinaus wird den Beschuldigten vorgeworfen, gegen das Verbot des \"Kalifatsstaats\" zu versto\u00dfen. Sie sind Bezieher der Zeitung \"Asr-I Saadet\". Die Ma\u00dfnahmen des Generalbundesanwalts waren eingebettet in das zeitgleiche Vorgehen mehrerer Staatsanwaltschaften in dreizehn Bundesl\u00e4ndern. Die seit April 2002 laufenden Ermittlungen richteten sich gegen eine Vielzahl von Personen, die regelm\u00e4\u00dfig die neue Verbandszeitung \"Asr-I Saadet\" des verbotenen \"Kalifatsesweite staats\" bezogen und daher im Verdacht standen, gegen das Vereinssuchungsverbot zu versto\u00dfen. Hierbei wurden deshalb bundesweit 1.150 n Objekte durchsucht. In Bayern waren 25 Wohnungen von den Ma\u00dfnahmen betroffen. Schwerpunkte der Durchsuchungsaktion in Bayern lagen im Bereich um M\u00fcnchen und Ingolstadt; vereinzelte Durch-","suchungen fanden aber auch in Schwaben, Mittelfranken und Niederbayern statt. Ziel der Ma\u00dfnahmen war es, die durch Verbreitung der Publikation \"Asr-I Saadet\" begr\u00fcndeten Nachfolgeaktivit\u00e4ten des ehemaligen \"Kalifatsstaats\" zu unterbinden, bestehende Verbandsstrukturen aufzuhellen, sowie Erkenntnisse \u00fcber deren derzeitige finanzielle Situation zu gewinnen und die jeweiligen Tatbeitr\u00e4ge der Mitglieder des ehemaligen \"Kalifatsstaats\" zu ermitteln und zu bewerten. In allen bayerischen Durchsuchungsobjekten wurde umfangreiches Schriftund Propagandamaterial (B\u00fccher, Zeitschriften, Videokassetten, DVDs) des ehemaligen \"Kalifatsstaats\" sowohl aus der Zeit vor als auch nach der Verbotsverf\u00fcgung aufgefunden und sichergestellt. Hinweise auf ein Verteilerzentrum der Publikationen in den Niederanden konnten belegt werden. Ein Grossteil der Verteilerstruktur in Bayern wurde zerschlagen. n Bayern existierten bis zum Verbot des \"Kalifatsstaats\" vier Teilorganisationen Moscheevereine als Teilorganisationen der Ulu-Camii / Zentralin Bayern moschee K\u00f6ln, und zwar in Augsburg, Ingolstadt, N\u00fcrnberg und Garching bei M\u00fcnchen. Der \"Statthalter des Kalifen von K\u00f6ln\", Hasan Pala, trug die Bezeichnung \"Gebietsemir von Bayern\". Er stand au\u00dferdem dem Mevlana-Moscheeverein in Augsburg vor. Ingolstadt war der Sitz des \"Gebietsjugendemirs von Bayern\". Aufgabe der Moscheevereine in Bayern war es, die Spenden und Steuern der Mitglieder einzutreiben und bei der Zentrale in K\u00f6ln abzuliefern. Ihnen oblag es ferner, die Weisungen des Kalifen bei den w\u00f6chentlichen Freitagsgebeten und Sonderveranstaltungen bekannt zu geben und umzusetzen. Dar\u00fcber hinaus waren die Vereine in Bayern verpflichtet, Kinder der Verbandsmitglieder im Koran zu schulen und ihnen die Doktrin des \"Kaplan-Verbands\" n\u00e4her zu bringen. Die Moscheevereine waren nur Verbandsmitgliedern zug\u00e4nglich und durch Vereinsfahnen oder T\u00fcrschilder als solche gekennzeichnet. Die Gebetsr\u00e4ume dienten auch dem gesellschaftlichen Beisammensein der Mitglieder. Bei Veranstaltungen wurden den Anwesenden Videos und Kassetten mit Reden und Beitr\u00e4gen von Cemaleddin und Metin Kaplan pr\u00e4sentiert. Der verbandseigene Fernsehsender Hakk-TV versorgte via Satellit die Mitglieder mit aktuellen Beitr\u00e4gen zum Weltgeschehen aus der Sicht des \"Kalifatsstaats\". Die Anh\u00e4nger des \"Kalifatsstaats\" lebten und agierten im Rahmen Abschottung und hres fiktiven Staatsgebildes. Sie bezahlten Steuern an den Kalifen. Finanzierung","Ferner wurden Mitgliedsbeitr\u00e4ge in H\u00f6he von 2,5 % der Nettol\u00f6hne erhoben, die sich sogar zeitweise bis auf den gesamten Monatslohn erh\u00f6hten. An die Moscheevereine waren L\u00e4den angegliedert, die Lebensmittel der verbandseigenen Firma \"KAR-BIR\" ver\u00e4u\u00dferten. Die Mitglieder wurden aufgefordert, nur dort Lebensmittel zu kaufen. kte zu In Bayern sichergestellte Unterlagen belegen, dass zwischen den en fundaafghanischen Taliban und dem \"Kalifatsstaat\" enge Kontakte bestanalistischen den. Der Europavertreter der Taliban, Mullah Nekmal, sprach auf pen einer Gro\u00dfveranstaltung des \"Kalifatsstaats\" am 15. Mai 1999 in K\u00f6ln. Der \"Kalifatsstaat\" hatte dar\u00fcber hinaus Verbindungen zum Spendensammelverein al-Aqsa e.V. sowie zur Hezb-i Islami (Partei des Islam) in Afghanistan. Bei einem hochrangigen Funktion\u00e4r des \"Kalifatsstaats\" in Bayern wurde Propagandamaterial der am 15. Januar mit einem Bet\u00e4tigungsverbot belegten Hizb ut-Tahrir (Partei der islamischen Befreiung) sichergestellt. In beschlagnahmten Videos der verbotenen Vereinigung wurde der Djihad verherrlicht. Titel wie \"Die Schule des Djihad\" und \"Der kleine Gotteskrieger\", ein Zeichentrickfilm, der besonders Kinder ansprechen sollte, repr\u00e4sentieren nur zwei der etwa 500 in Bayern sichergestellten Videofilme. Seit 2002 erscheinen zwei neue Publikationen, die nach Inhalt und Diktion dem verbotenen \"Kalifatsstaat\" zuzuordnen sind. Die \"Asr-I Saadet\" (Das Zeitalter der Gl\u00fcckseligkeit) ist eine w\u00f6chentlich in t\u00fcrkischer Sprache erscheinende Zeitung, w\u00e4hrend das Magazin \"D.I.A.\" (Die islamische Alternative) in deutscher Sprache verfasst ist. Die Illustrierte \"D.I.A.\" wird zu Werbezwecken an Fachhochschulen im bayerischen Raum versandt. Beide Publikationen verbreiten die Ideologie des \"Kalifatsationen staats\" weiter: \"Lasst uns innerhalb der islamischen Armee unseren Platz einnehmen, um zuerst Istanbul und dann die Welt zu islamisieren - lasst uns das Recht erlangen neue Eroberer zu sein! (...) Lasst uns diejenigen Menschen machen, die ihren Platz in der Armee der Eroberung einnehmen und blutverschmiert zur Audienz gelangen, weil sie bis zum letzten Atemzug gek\u00e4mpft haben, um M\u00e4rtyrer zu werden!\" (Asr-I Saadet Nummer 12 vom 20. M\u00e4rz 2002)","3.10.3 Front der islamischen K\u00e4mpfer des Gro\u00dfen Ostens (IBDA-C) Deutschland Bayern Anh\u00e4nger: keine gesicherten Zahlen Einzelpersonen Anf\u00fchrer: Mirzabeyoglu Salih Leitung: Funktion\u00e4rsgruppe (Zellen) Gr\u00fcndung: 1985 in der T\u00fcrkei Publikation: Furkan (Die Rettung) Die IBDA-C ging 1985 in der T\u00fcrkei aus der militanten Untergruppe \"Akinicilar\" der Nationalen Heilspartei (MSP) hervor. Der im April 2001 in der T\u00fcrkei zum Tode verurteilte Kurde Salih Izzet Erdis (alias Salih Mirzabeyoglu) gilt als F\u00fchrer der IBDA-C in der T\u00fcrkei. Die Todesstrafe wurde inzwischen in lebenslange Haft umgewandelt. In der Vergangenheit trat die IBDA-C unter verschiedenen Operationsbezeichnungen, wie z.B. IBDA-C Ultraforce, IBDA-C Intifada, IBDA-C GD (Islamic Guerilla Birligi - Islamische Guerillaeinheit), IBDA-C IB (Isci Birligi - Arbeitseinheit), auf. Die IBDA-C ist eine radikal islamische Organisation. Sie strebt die Zerst\u00f6rung der laizistischen Grundordnung der T\u00fcrkei und einen \"Vereinigten Islamstaat\" auf der Grundlage der Scharia an. Sie betont slamistische Positionen, propagiert eine \"islamische Revolution\" und bef\u00fcrwortet Gewalt zur Durchsetzung ihrer Ziele. Die IBDA-C gilt als Extreme Gewaltextrem gewaltt\u00e4tig. Sie soll mit al-Qaida, der GIA und der HAMAS bereitschaft sympathisieren. Zu den Feindbildern der IBDA-C geh\u00f6ren neben der aizistischen T\u00fcrkei generell der Westen - insbesondere die USA - sowie alle Juden und Christen. Die Organisation tritt seit 1992 \u00fcberwiegend mit Brand-, Bombenund Handgranatenanschl\u00e4gen mit Schwerpunkt in Istanbul in Erscheinung. Die IBDA-C hat sich neben dem al-Qaida-Netzwerk und den \"Abu Terroranschl\u00e4ge Hafs al-Masri Brigaden\" zu den Bombenanschl\u00e4gen in Istanbul am in Istanbul 15. November auf zwei j\u00fcdische Synagogen und am 20. November auf das britische Konsulat und die Hongkong and Shanghai Banking Corporation (HSBC) bekannt. Die hochprofessionelle, zeitgleiche und auf symbolische Ziele gerichtete Vorgehensweise bei den Attentaten deuten auf eine ma\u00dfgebliche Steuerung durch das al-Qaida-Netzwerk hin.","t\u00e4ten in In Deutschland wurde die Gruppierung IBDA-C NAS (Nizam Alem Say chland - Anstrengung f\u00fcr eine neue Weltordnung) durch einen Brandanschlag am 22. November 1996 auf das Geb\u00e4ude des T\u00fcrkischen Kulturvereins Hannover erstmalig bekannt. Die IBDA-C bekannte sich zu einem Sprengstoffattentat gegen das t\u00fcrkische Generalkonsulat am 17. April 2001 in D\u00fcsseldorf. In beiden F\u00e4llen entstand Sachschaden. Die Organisation verf\u00fcgt - soweit bisher bekannt - \u00fcber keinen hierarchischen Aufbau, sondern stellt sich als Zusammenschluss kleiner Zellen dar. Diese agieren konspirativ und unabh\u00e4ngig voneinander. In Deutschland sollen Zellen der IBDA-C in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-W\u00fcrttemberg und Schleswig-Holstein aktiv sein. 4. Sonstige ausl\u00e4nderextremistische Gruppierungen 4.1 Volkskongress Kurdistans (KONGRA GEL bzw. KHK), ehemals Freiheitsund Demokratiekongress Kurdistans (KADEK) bzw. Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) Deutschland Bayern Anh\u00e4nger: 11.500 1.800 Vorsitzender: Z\u00fcbeyir Aydar Kurdischer Volksf\u00fchrer: Abdullah \u00d6calan Leitung: F\u00fchrungsfunktion\u00e4re der \"Kurdischen Demokratischen Volksunion\" (YDK) (in Abh\u00e4ngigkeit vom Vorsitzenden des KONGRA-GEL bzw. KHK, dem kurdischen Volksf\u00fchrer Abdullah \u00d6calan und dem Exekutivkomitee des KONGRA-GEL bzw. KHK) Gr\u00fcndung: 1978 in der T\u00fcrkei (in Deutschland seit 26. November 1993 verboten) Publikation: Serxwebun (Unabh\u00e4ngigkeit) Die in der T\u00fcrkei und Deutschland verbotene PKK hatte sich auf ihrem 8. Kongress im April 2002 in KADEK umbenannt und die Einstellung aller Aktivit\u00e4ten der PKK beschlossen. Wesentliche Ver\u00e4nderungen in Organisation, Strukturen und Ideologie erfolgten damals nicht. Es ns\u00e4nderung handelte sich somit lediglich um eine \u00c4nderung des Namens. Das gegen die PKK erlassene vereinsrechtliche Bet\u00e4tigungsverbot aus dem Jahr 1993 erstreckt sich deshalb auch auf den KADEK. Mit Beschluss","vom 2. Mai nahm die Europ\u00e4ische Union den KADEK in die EU-Terroriste auf. Der KADEK beschloss auf seinem 2. au\u00dferordentlichen Kongress im Nordirak am 26. Oktober einstimmig seine Aufl\u00f6sung. Am 15. November gab der \"Volkskongress Kurdistans\" (KONGRA GEL; t\u00fcrkisch: \"Kurdistan Halk Kongresi\" - KHK -) im Rahmen einer Pressekonferenz n S\u00fcleymaniye / Nordirak seine Gr\u00fcndung bekannt. Abdullah \u00d6calan wurde zu seinem Volksf\u00fchrer erkl\u00e4rt. Ziel der Organisation sei es - nach Aussagen des ehemaligen Pr\u00e4sidialmitglieds des KADEK-nahen Kurdischen Nationalkongresses (KNK) Z\u00fcbeyir Aydar -, die milit\u00e4rischen Auseinandersetzungen zu beenden und einen politischen Kampf zu f\u00fchren. Die Kurdenfrage soll mit den davon betroffenen L\u00e4ndern gel\u00f6st werden. Der KADEK habe seine Auf\u00f6sung beschlossen, um eine Neustrukturierung der Organisation zu erm\u00f6glichen. Dabei sollen die bisherigen leninistischen Strukturen abgel\u00f6st werden, um k\u00fcnftig als politischer Ansprechpartner international anerkannt zu werden und zugleich die kurdische Problematik auf friedichem Wege l\u00f6sen zu k\u00f6nnen. Die bisherige Verteidigungslinie soll beibehalten und die Volksverteidigungskr\u00e4fte (HPG - bisherige KADEK-Guerilla) sollen neu strukturiert und aufgebaut werden. Sie seien k\u00fcnftig autonom, h\u00e4tten sich jedoch dem politischen Willen des KONGRA GEL unterzuordnen. \u00dcber Struktur sowie politische Ausrichtung dieser Organisation liegen bislang nur unzureichende Angaben vor. Verl\u00e4ssliche Aussagen hierzu sind erst m\u00f6glich, wenn von Seiten des KONGRA GEL Programm und Satzung offiziell bekannt gegeben werden. Bis zur sicheren Kl\u00e4rung, ob und inwieweit der KONGRA GEL sich vom urspr\u00fcnglichen Erneute KADEK-Programm distanziert, ist lediglich von einer erneuten UmUmbenennung benennung der PKK bzw. des KADEK auszugehen. Auch liegen bisher keine Erkenntnisse \u00fcber durchgreifende \u00c4nderungen der dem KONGRA GEL bzw. dem KADEK zuzurechnenden Strukturen vor. Im Folgenden wird deshalb die bisherige Terminologie verwendet und die Erkenntnislage, insbesondere auch zum KADEK, dargestellt. 4.1.1 Ideologie Der KADEK war eine gut organisierte, straff gef\u00fchrte, urspr\u00fcnglich marxistisch-leninistisch gepr\u00e4gte Kaderorganisation. Sein Programm","bestand aus einer Mischung von sozialistischem und nationalistischem Gedankengut. Gem\u00e4\u00df seiner Satzung wurde der KADEK nach dem Prinzip des \"demokratischen Zentralismus\" gef\u00fchrt. Im Mittelpunkt stand \u00fcber zwei Jahrzehnte der aktive \"revolution\u00e4re Kampf\" f\u00fcr ein freies und unabh\u00e4ngiges Kurdistan. Seit August 1999 pl\u00e4dierte die PKK/der KADEK f\u00fcr eine regionale L\u00f6sung aller Probleme des Mittleren Ostens auf der Grundlage der \"demokratischen Einheit\". Der bislang propagierte Friedenskurs zielte auf einen gewaltfreien politischen Ausgleich mit der T\u00fcrkei ab. Verlauf und Endg\u00fcltigkeit des angek\u00fcndigten Ver\u00e4nderungsprozesses sind jedoch weiterhin nicht absehbar; zwiesp\u00e4ltig ist nach wie vor das Verh\u00e4ltnis zur Gewalt. p\u00e4ltiges Einerseits verurteilte der KADEK jegliche Anwendung von Gewalt, ltnis zur andererseits hielt er an der Aufrechterhaltung milit\u00e4rischer Kampfeinltanwendung heiten im kurdischen Siedlungsgebiet als Druckmittel fest. Jede existenzielle Bedrohung der Volksverteidigungskr\u00e4fte (HPG) wird nach wie vor als Kriegsgrund angesehen. Daran h\u00e4lt auch der KONGRA GEL fest. Der KADEK setzte bislang die seit der Gr\u00fcndung der PKK beanspruchte ngsrolle F\u00fchrungsrolle im Kampf der Kurden uneingeschr\u00e4nkt fort. In der Vergangenheit kam es deshalb wiederholt zu Auseinandersetzungen auch milit\u00e4rischer Art mit konkurrierenden Kurdenorganisationen. Die Organisation verstand sich als die alleinige Vertretung der in Deutschland lebenden rund 500.000 t\u00fcrkischen Staatsangeh\u00f6rigen kurdischer Volkszugeh\u00f6rigkeit, obwohl sich nur etwa 10 % dieser Volksgruppe zum KADEK bekannten. 4.1.2 Organisation Als oberstes Entscheidungsgremium des KADEK diente bislang die Generalversammlung. An dessen Stelle d\u00fcrfte nunmehr ein so genanntes \"Exekutivkomitee\" treten. KADEK-Generalvorsitzender war der in der T\u00fcrkei inhaftierte PKK-Gr\u00fcnder Abdullah \u00d6calan. Er war bisher richtungsbestimmend. \u00d6calan n kurdischer wurde nunmehr zum kurdischen Volksf\u00fchrer im KONGRA GEL \u00fchrer erkl\u00e4rt. Offizieller Vorsitzender ist der bisherige F\u00fchrungsfunktion\u00e4r des KADEK-dominierten \"Kurdischen Nationalkongresses\" (KNK), Z\u00fcbeyir Aydar. Bei seinen Stellvertretern handelt es sich um ranghohe F\u00fchrungsfunktion\u00e4re des KADEK.","Die hauptamtlichen Kader des KADEK leben mit h\u00e4ufig wechselnden Aufenthaltsorten und unter Verwendung von Decknamen in ihrem eweiligen Zust\u00e4ndigkeitsbereich \u00e4u\u00dferst konspirativ. Die KADEK-AnKonspiratives h\u00e4ngerschaft ist in zahlreichen, der F\u00f6deration kurdischer Vereine in Verhalten Deutschland e.V. (YEK-KOM) angegliederten \u00f6rtlichen Vereinen organisiert. Diese Vereine, die sich nach au\u00dfen als reine Kulturvereine darstellen, haben die Aufgabe, Ziele und Politik des KADEK unter den TarnorganisaAnh\u00e4ngern zu verbreiten und zu f\u00f6rdern. tionen Dar\u00fcber hinaus bediente sich der KADEK zahlreicher vom Bet\u00e4tigungsverbot nicht erfasster Nebenorganisationen (\"Y-Gruppen\"). Diese haben die Aufgabe, verschiedene Zielgruppen innerhalb der kurdischen Bev\u00f6lkerung f\u00fcr die Interessen des KADEK zu gewinnen. n Westeuropa erfolgt die \u00d6ffentlichkeitsarbeit nach wie vor unter der Bezeichnung Kurdische Demokratische Volksunion (YDK), ehemals Nationale Befreiungsfront Kurdistans (ERNK). Die YDK sollte ihre Arbeit auf das \"Friedensprojekt\" des KADEK ausrichten und die \"kurdischen Massen\" nach \"demokratischen Prinzipien\" organisieren. Erkl\u00e4rtes Ziel ist die Aufhebung des seit 1993 in Deutschland bestehenden und auch f\u00fcr die YDK geltenden Bet\u00e4tigungsverbots. Am 12. August erfolgte die Gr\u00fcndung der \"Bewegung der freien Jugend Kurdistans\" (TECAK) als Nachfolgeorganisation der \"Union der Jugendlichen aus Kurdistan\" (YCK). Aus deren Reihen rekrutierte Jugendorganisasich ein Teil der Guerilla des KADEK. Nicht selten wurden dabei in der tion Vergangenheit Jugendliche gegen den Willen ihrer Eltern zwangsverpflichtet und in Ausbildungslagern im benachbarten Ausland geschult, bevor sie zum Kampfeinsatz in die T\u00fcrkei geschleust wurden. Der KADEK finanziert sich aus Spendenkampagnen, Mitgliedsbeitr\u00e4Finanzierung gen, dem Verkauf von Publikationen und den Einnahmen aus Veranstaltungen. Des Weiteren gab es Hinweise, dass der KADEK auch vom Rauschgifthandel profitierte, indem er beispielsweise kurdische Drogenh\u00e4ndler absch\u00f6pfte. Der KADEK setzte seine Bem\u00fchungen fort, \u00fcber den \"Internationalen WirtschaftsKurdischen Arbeitgeberverband\" (KARSAZ) das Wirtschaftspotenzial aktivit\u00e4ten der in Europa lebenden Kurden zu b\u00fcndeln und zu f\u00f6rdern. KARSAZ unterh\u00e4lt Niederlassungen in Frankfurt am Main und in Berlin. Ein wichtiges Propagandamedium ist der KADEK-nahe Fernsehsender MEDYA-TV mit Sitz in Frankreich, der am 30. Juni 1999 seinen Betrieb","GRA-GELaufnahm. Die Beitr\u00e4ge gleichen in wesentlichen Punkten der BerichtMedien erstattung seines Vorg\u00e4ngers MED-TV. Der Sender wird vom KADEK als Plattform zur Darstellung seiner politischen Ziele genutzt. Seit dem 20. August sendet der bislang analog zu empfangende Fernsehsender nur noch in digitaler Form. Als weiteres Agitationsinstrument dient dem KADEK die t\u00fcrkischsprachige Tageszeitung \u00d6zg\u00fcr Politika (Freie Politik), in der regelm\u00e4\u00dfig Stellungnahmen f\u00fchrender KADEK-Funktion\u00e4re publiziert werden. Die Zeitschrift versucht, Einfluss auf die Politik im mittleren Osten und den kurdischen Siedlungsgebieten im Sinn des KADEK zu nehmen. Dar\u00fcber hinaus war KADEK auch mit einer eigenen Homepage im Internet pr\u00e4sent, die allerdings nach der Namens\u00e4nderung im November eingestellt wurde. Kurz darauf erfolgte die Einrichtung einer mehrsprachigen offiziellen Homepage des KONGRA GEL. Die Inhalte k\u00f6nnen dort in deutscher, englischer, kurdischer und t\u00fcrkischer Sprache abgerufen werden. 4.1.3 Strategie Die Strategie des KADEK war seit der Festnahme des Generalvorsitsungszenden Abdullah \u00d6calan gepr\u00e4gt von der Anpassung an die ver\u00e4ngie derte politische und milit\u00e4rische Lage. Nach Verlautbarungen des ehemaligen PKK-Pr\u00e4sidialrats war der \"nationale kurdische Befreiungskampf\" in eine neue Phase eingetreten. Nach den bewaffneten Auseinandersetzungen der Organisation mit den t\u00fcrkischen Sicherheitskr\u00e4ften sei durch Verk\u00fcndung des einseitigen Waffenstillstands durch den KADEK-Generalvorsitzenden Abdullah \u00d6calan im August 1999 eine erste Friedensphase eingeleitet worden, die im weiteren Verlauf zu einem \"detaillierten Friedensprojekt\" ausgearbeitet wurde. Erstmals im Jahr 2002 floss in die Politik des KADEK die Anerkennung der territorialen Einheit der Nationalstaaten des Kurdengebiets ein. Als Folge des unbefriedigenden Verlaufs der vom KADEK initiierten Kampagnen erkl\u00e4rte der Pr\u00e4sidialrat jedoch in einer Stellungnahme vom 13. Februar das Ende des seit vier Jahren gef\u00fchrten einseitigen Friedensprozesses und die Aufnahme des Verteidigungskampfs. In einer weiteren Botschaft des KADEK zum 1. September erkl\u00e4rte die Organisation, dass der Waffenstillstand zwischen t\u00fcrkischen Sicherheitskr\u00e4ften und den KADEK-Volksverteidigungskr\u00e4ften (HPG) nur fortge-","f\u00fchrt werden k\u00f6nne, wenn er von beiden Seiten - also auch von der t\u00fcrkischen Regierung - getragen werde. Im Vorfeld hatte der KADEK dazu einen \"Fahrplan f\u00fcr einen demokratischen Wandel\" ver\u00f6ffenticht. Bei dieser so genannten \"Roadmap\" handelte es sich um ein einseitiges, vom KADEK erstelltes Konzept, das Forderungen an die Forderungen T\u00fcrkei enth\u00e4lt sowie seitens der Organisation die Bereitschaft zu an die T\u00fcrkei Gegenleistungen bis hin zur Aufl\u00f6sung seiner bewaffneten Einheiten signalisiert. Inwieweit der KONGRA GEL diesen \"Fahrplan\" \u00fcbernimmt, ist derzeit offen. Erste Verlautbarungen in der Publikation \"\u00d6zg\u00fcr Politika\" vom 2. Dezember deuten darauf hin, dass auch hier die KADEK-Initiative, wenn auch leicht modifiziert, fortgesetzt wird. Urspr\u00fcnglich hatte der KADEK f\u00fcr die Umsetzung der ersten Etappe des \"Fahrplans\" - Umwandlung des einseitigen in einen zweiseitigen Waffenstillstand - eine Frist von drei Monaten gesetzt. Diese Frist wurde bis zu einer \"zweiten Bewertung der Lage\" verl\u00e4ngert. 4.1.4 Aktivit\u00e4ten Trotz des seit 1993 verf\u00fcgten Verbots f\u00fchrten KADEK-Anh\u00e4nger erneut deutschlandweit eine Reihe von Veranstaltungen durch, die in der Regel friedlich verliefen. Diese Veranstaltungen belegen das nach wie vor vorhandene Mobilisierungspotenzial der Organisation von mehreren zehntausend Anh\u00e4ngern. Die Polizei musste bei Veranstaltungen mehrfach wegen Verst\u00f6\u00dfen gegen das Vereinsgesetz einschreiten. Unter dem Motto \"Freiheit f\u00fcr \u00d6calan\" f\u00fchrten KADEK-Anh\u00e4nger am 15. Februar in Stra\u00dfburg/Frankreich eine zentrale Gro\u00dfdemonstration Gro\u00dfdemonstramit rund 40.000 Teilnehmern aus mehreren europ\u00e4ischen Staaten tion in Stra\u00dfburg durch. Einige Versammlungsteilnehmer knebelten sich symbolisch, andere f\u00fchrten KADEK-Fahnen und Portraits von Abdullah \u00d6calan mit. Der von der KADEK dominierte Kurdische Nationalkongress (KNK) stellte eine 50-k\u00f6pfige Delegation; der KADEK-Pr\u00e4sidialrat sandte eine Gru\u00dfbotschaft. Darin hie\u00df es u. a., der Kampf sei in eine neue Phase getreten. Das Ultimatum an die T\u00fcrkei sei abgelaufen. Aus Bayern nahmen etwa 600 mit Reisebussen und Privatfahrzeugen angereiste KADEK-Anh\u00e4nger teil. Eine f\u00fcr den 14. und 15. Februar in N\u00fcrnberg von KADEK-Aktivisten des \"Mesopotamischen Kulturzentrums e.V.\" angemeldete Dauermahnwache aus gleichem Anlass wurde witterungsbedingt vorzeitig beendet. Insgesamt verliefen die Veranstaltungen weitgehend st\u00f6rungsfrei.","Anl\u00e4sslich des Internationalen Weltfrauentags veranstaltete die KADEK-nahe \"Partei der freien Frauen\" (PJA) am 8. M\u00e4rz in Dortmund einen Aufzug mit etwa 8.000 Teilnehmern. Das der PJA nahe stehende \"Kurdische Frauenb\u00fcro f\u00fcr Frieden e.V.\" hatte europaweit zur Teilnahme aufgerufen. Die Demonstrationsteilnehmer forderten \"Freiheit f\u00fcr Abdullah \u00d6calan\" und \"Frieden anstatt Krieg\". Abdullah \u00d6calan hatte zur Veranstaltung eine Gru\u00dfbotschaft gesandt. Anh\u00e4nger des KADEK f\u00fchrten anl\u00e4sslich des kurdischen Neujahrsfestes Newroz (21. M\u00e4rz) in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern ihre traditionelche len Veranstaltungen durch. Auch in zahlreichen deutschen St\u00e4dten, in oz-Feiern Bayern in M\u00fcnchen und N\u00fcrnberg, fanden insbesondere am 20. M\u00e4rz Fackelumz\u00fcge, Kundgebungen und Aufz\u00fcge unter Beteiligung von bis zu 200 Personen statt. Die Veranstaltungen wurden zumeist durch die \u00f6rtlichen KADEK-nahen Vereine ausgerichtet. H\u00f6hepunkt der diesj\u00e4hrigen Newroz-Feiern war die von YEK-KOM angemeldete zentrale Newroz-Veranstaltung am 22. M\u00e4rz in Frankfurt am Main. Nach Polizeiangaben beteiligten sich daran etwa 27.000 Personen aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland. Die Teilnehmer skandierten Parolen gegen den Krieg im Irak und forderten die Freilassung von Abdullah \u00d6calan. Bei umfangreichen Vorkontrollen stellte die Polizei Fahnen und Symbole der PKK bzw. des KADEK sicher. Der KADEK trat europaweit zwischen dem 31. Mai und dem 15. Juli mit einer Kampagne unter dem Motto \"Generalamnestie f\u00fcr gesellschaftlichen Frieden und demokratische Partizipation\" in Erscheinung. Ausl\u00f6ser war ein von der t\u00fcrkischen Regierung geplantes \"Reuegesetz\", mit dem PKK/KADEK-Anh\u00e4nger in relativ engen rechtlichen Grenzen Strafmilderung bis hin zu Straferlass gew\u00e4hrt werden sollte, wenn diese bereit seien, als \"Kronzeugen\" gegen die PKK /den KADEK auszusagen. Der KADEK-Pr\u00e4sidialrat wandte sich vehement gegen diesen Gesetzentwurf und forderte seinerseits ein \"Gesetz f\u00fcr Frieden und demokratische Partizipation\", dessen Beschluss mit der gleichnamigen Kampagne erreicht werden sollte. In Bayern wurden Aktionen in M\u00fcnchen, N\u00fcrnberg, Aschaffenburg, Ingolstadt und Schweinfurt bekannt. In einer Botschaft anl\u00e4sslich des \"11. Internationalen Kurdistan Kuleranstaltung turfestivals\", das am 13. September in Gelsenkirchen mit etwa 40.000 senkirchen Teilnehmern stattfand, erkl\u00e4rte \u00d6calan die Friedensmission ab dem","1. September f\u00fcr beendet und betonte, der demokratische Kampf m\u00fcsse in allen Bereichen fortgesetzt werden. W\u00e4hrend des Festivals brachten zahlreiche - zumeist jugendliche - Besucher ihre Sympathie f\u00fcr den KADEK und insbesondere f\u00fcr Abdullah \u00d6calan offen zum Ausdruck. n der Zeit vom 20. September bis zum 27. November regte der KADEK unter dem Motto \"Demokratische L\u00f6sung f\u00fcr den Frieden\" erneut eine Kampagne an, die in Europa und der T\u00fcrkei von zahlreichen Veranstaltungen begleitet wurde. Das Hauptanliegen bestand darin, die erste Stufe eines vom KADEK vorgelegten so genannten \"Fahrplans f\u00fcr eine friedliche und demokratische L\u00f6sung der kurdischen Frage in der T\u00fcrkei\" (Roadmap) - die Erreichung eines auch von Roadmapder t\u00fcrkischen Regierung mitgetragenen zweiseitigen WaffenstillKampagne stands bis zum 1. Dezember - zu unterst\u00fctzen. Ein von der Konf\u00f6deration der kurdischen Vereine und Verb\u00e4nde in Europa (KON-KURD) vorgegebener Aktionsplan f\u00fchrte in Deutschland zu einem merkichen Anstieg \u00f6ffentlichkeitswirksamer Aktionen in Form von nfo-St\u00e4nden, Demonstrationen, Kundgebungen und Hungerstreiks. Bei Spontanaktionen von KADEK-Anh\u00e4ngern in Berlin, Hamburg, Bremen und L\u00fcbeck wurden Autoreifen auf der Stra\u00dfe entz\u00fcndet, Molotowcocktails auf die Fahrbahn geworfen und Stra\u00dfen blockiert. Demonstrationsteilnehmer griffen am 9. Oktober im Anschluss an eine friedlich verlaufende Demonstration in Hamburg Polizeibeamte t\u00e4tlich an. In Bayern fanden zahlreiche friedliche Veranstaltungen, nsbesondere in M\u00fcnchen, N\u00fcrnberg und Aschaffenburg, statt. 4.1.5 Festnahmen und Gerichtsverfahren m Prozess des inhaftierten Kurdenf\u00fchrers Abdullah \u00d6calan gegen den t\u00fcrkischen Staat r\u00fcgte der \"Europ\u00e4ische Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte\" die T\u00fcrkei wegen der Verurteilung Abdullah \u00d6calans. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass \u00d6calans Recht auf Verteidigung behindert wurde, die Dauer der Untersuchungshaft zu lang gewesen sei und er keinen fairen Prozess erhalten habe. Die T\u00fcrkei wurde weiterhin dazu verurteilt, die Kosten des Verfahrens in H\u00f6he von rund 100.000 Euro zu tragen. In dem Urteil wurde hinsichtlich der Festnahme des PKK-Vorsitzenden und seine anschlie\u00dfende Verbringung in die T\u00fcrkei festgestellt, dass es sich \"um eine ungew\u00f6hniche Verhaftung\" gehandelt habe. Sowohl \u00d6calans Anw\u00e4lte als auch die T\u00fcrkei legten Rechtsmittel gegen das Urteil ein.","Im Zusammenhang mit der von der PKK im Mai 2001 durchgef\u00fchrten \"Identit\u00e4tskampagne\" dauert die rechtliche Aufarbeitung an. Damals sollten sich die PKK-Anh\u00e4nger den deutschen Sicherheitsbeh\u00f6rden offen als Anh\u00e4nger der PKK zu erkennen geben. Am 27. Juni leitete die Polizei in M\u00fcnchen ein Verfahren gegen den ehemaligen Verantwortlichen des PKK-Gebiets M\u00fcnchen/S\u00fcdbayern wegen Verst\u00f6\u00dfen gegen das Vereinsgesetz ein. Bei einer Durchsuchung des \u00f6rtlichen PKK-Treffpunkts in M\u00fcnchen konnten mehrere strafbare \"Selbsterkl\u00e4rungen\" sichergestellt werden. Auf Teilen der Erkl\u00e4rungen befanden sich Fingerabdr\u00fccke des Beschuldigten. Bereits im November 2002 wurde in Aschaffenburg ein t\u00fcrkischer engeldStaatsangeh\u00f6riger durch einen Landsmann zur Zahlung von monatsung lichen Betr\u00e4gen f\u00fcr die PKK /den KADEK erpresst. Bei Nichtzahlung drohte dieser, dem Gesch\u00e4digten die \"Beine kaputtzumachen\". Unter Androhung von Gewalt forderte er das Opfer im Juli erneut zu Zahlungen auf. Der Bedrohte leistete den Aufforderungen keine Folge und wandte sich an die Polizei. eilungen Im Bundesgebiet erfolgten mehrere Verurteilungen von KADEK-Funktion\u00e4ren wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie wegen Gewaltdelikten und anderen Straftaten. Das Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf verurteilte am 14. Mai einen ehemaligen PKK-Anh\u00e4nger wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und anderer Straftaten zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten ohne Bew\u00e4hrung. Der Verurteilte hatte nach \u00dcberzeugung des Gerichts von September 1995 bis mindestens Mai 1999 u. a. die PKK-Gebiete Kiel, M\u00fcnchen und K\u00f6ln als F\u00fchrungsfunktion\u00e4r der damaligen PKK verantwortlich geleitet. Ferner war er auch f\u00fcr die von der PKK-Europaf\u00fchrung am 16. Februar 1999 angeordneten Besetzungen t\u00fcrkischer und griechischer Einrichtungen mit verantwortlich. Dabei war ein Polizeibeamter verletzt worden und ein Sachschaden in H\u00f6he von mehr als 250.000 Euro entstanden. Am 20. Oktober verurteilte das Oberlandesgericht Celle zwei ehemalige PKK-Funktion\u00e4re wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zu Freiheitsstrafen von drei Jahren und drei Monaten bzw. zwei Jahren und neun Monaten. Die beiden hatten regionale Gliederungen der PKK /des KADEK verantwortlich geleitet. Am 3. Dezember verurteilte das Oberlandesgericht Hamburg einen PKK-Funktion\u00e4r wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereini-","gung, Landfriedensbruchs und Anstiftung zu schwerem Hausfriedensbruch zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Der Verurteilte leitete von Januar 1998 bis Mai 1999 die PKK-Region Nord-West. In dieser Funktion hatte er aus Anlass der Festnahme von Abdullah \u00d6calan die Besetzung der SPD-Landesgesch\u00e4ftsstelle in Hamburg am 17. Februar 1999 angeordnet. Die Besetzer hatten u. a. gedroht, den von ihnen als Geisel genommenen SPD-Kreisvorsitzenden zu verbrennen. Die Besetzungsaktion konnte noch am selben Tag beendet und die Geisel unverletzt befreit werden. Das Oberlandesgericht Stuttgart verurteilte am 18. Dezember einen ehemaligen KADEK-Funktion\u00e4r wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Der Verurteilte war von April 2001 bis Februar 2002 Gebietsverantwortlicher der PKK f\u00fcr Berlin und bis zu seiner Festnahme am 13. Januar 2003 Leiter des KADEK-Gebiets Mannheim. 4.2 Devrimci Sol (Revolution\u00e4re Linke - T\u00fcrkei) Deutschland Bayern Mitglieder: 800 120 Gr\u00fcndung: 1978 in der T\u00fcrkei (in Deutschland seit 1983 verboten) Die Organisation ist gespalten in: * Revolution\u00e4re Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) * T\u00fcrkische Volksbefreiungspartei-Front (THKP-C Devrimci Sol) (beide Gruppierungen in Deutschland seit 1998 verboten) Die 1978 gegr\u00fcndete und 1983 in Deutschland verbotene revolution\u00e4r-marxistische Devrimci Sol versteht sich als eine an den Grunds\u00e4tzen des Marxismus-Leninismus ausgerichtete Volksbewegung. Sie z\u00e4hlt zu den militantesten t\u00fcrkischen Extremistengruppen, die mit Hilfe einer bewaffneten Revolution auf die Zerschlagung des t\u00fcrkiRevolution\u00e4re schen Staates zielen und in der T\u00fcrkei terroristisch aktiv sind. Seit Zielsetzung 1993 ist die Devrimci Sol in den \"Karatas-Fl\u00fcgel\", aus dem die 1994 n Syrien gegr\u00fcndete Revolution\u00e4re Volksbefreiungspartei-Front DHKP-C) hervorging, und den \"Yagan-Fl\u00fcgel\", aus dem sich die T\u00fcrkische Volksbefreiungspartei-Front (THKP-C Devrimci Sol) entwickelte, gespalten. Das Bundesministerium des Innern hat am 13. August","1998 gegen die DHKP-C als Ersatzorganisation der Devrimci Sol ein Vereinsverbot und gegen die THKP-C Devrimci Sol ein Bet\u00e4tigungsverbot ausgesprochen. Die Verbote sind bestandskr\u00e4ftig. Mit Beschluss vom 2. Mai 2002 nahm die Europ\u00e4ische Union die DHKP-C ebenso wie die kurdische PKK/den KADEK in die EU-Terrorliste auf. \u00d6rtliche Schwerpunkte der DHKP-C mit insgesamt rund 110 Anh\u00e4ngern in Bayern bestehen in Aschaffenburg, M\u00fcnchen und N\u00fcrnberg; f\u00fcr die THKP-C Devrimci Sol sind in Bayern nur Einzelmitglieder aktiv. Mit Sprengstoffanschl\u00e4gen am 15. April in Istanbul sowie einer Serie l\u00e4ge von weiteren Anschl\u00e4gen u. a. im August ist die DHKP-C, nach einer nbul Phase der relativen Ruhe in den letzten Jahren, in der T\u00fcrkei wieder zu ihrer \"Politik mit Bomben\" zur\u00fcckgekehrt. Hauptzielrichtung ist der t\u00fcrkische Staat und dessen Einrichtungen. Daneben zielten im April ver\u00fcbte Anschl\u00e4ge auf Restaurants einer amerikanischen Fast-Food-Kette auch auf die USA. In im Internet ver\u00f6ffentlichten Selbstbezichtigungsschreiben der DHKC (Revolution\u00e4re Volksbefreiungsfront), milit\u00e4rischer Arm der DHKP-C, werden die Taten damit begr\u00fcndet, dass die USA und die t\u00fcrkische Regierung f\u00fcr die \"Massaker im Irak und in den t\u00fcrkischen Gef\u00e4ngnissen\" verantwortlich seien. Die DHKC fordert daher: \"Amerikaner! Verlasst unser Land! Verschwindet mit euren St\u00fctzpunkten, Monopolen, Restaurants, Soldaten und Beratern!\" Die DHKP-C rief im Internet alle revolution\u00e4ren Kr\u00e4fte auf, sich zu einer \"Volksfront\" zu vereinen und den Kampf gegen Imperialismus und Faschismus im Heimatland T\u00fcrkei zu verst\u00e4rken. W\u00f6rtlich hei\u00dft es u. a.: \"Falls wir den Kampf gegen den Imperialismus nicht f\u00fchren, wird uns das sp\u00e4ter von unseren Kindern und der Geschichte vorgeworfen werden. Das Volk ist gezwungen, friedliche, bewaffnete, unbewaffnete, passive und aktive, gem\u00e4\u00dfigte, radikale, gesetzliche und ungesetzliche Methoden des Kampfes zu ergreifen. Nein, wir rufen nicht zu einer demokratischen f zum Krieg Front oder legalen Plattform auf. Dies ist ein Aufruf zum Krieg.\" Der Aktivit\u00e4tsschwerpunkt der DHKP-C liegt nach wie vor bei Protestaktionen gegen die Gef\u00e4ngnisreform in der T\u00fcrkei, die von den der DHKP-C nahe stehenden Gruppen, dem Solidarit\u00e4tsverein f\u00fcr die Familien der Gefangenen (TAYAD) und dem Komitee gegen Isolationshaft (IKM) durchgef\u00fchrt wurden. Diese fanden ihren H\u00f6hepunkt im Juli. Anl\u00e4sslich des 1.000 Tags des \"Todesfastens\" fanden zwi-","schen dem 15. und 20. Juli Solidarit\u00e4tshungerstreiks in mehren deutschen St\u00e4dten und eine zentrale Veranstaltung am 15. Juli vor dem Europ\u00e4ischen Parlament mit rund 300 Demonstrationsteilnehmern statt. Dabei wurden S\u00e4rge symbolisch f\u00fcr die im Rahmen des Hungerstreiks in der T\u00fcrkei Verstorbenen mitgef\u00fchrt und darauf hingewiesen, dass auch die Europ\u00e4ische Union f\u00fcr die Zust\u00e4nde verantwortlich gemacht werde. Der sich bereits im Vorfeld des Irak-Kriegs abzeichnende Themenschwerpunkt \"Antiimperialismus\" bzw. \"Antiamerikanismus\" r\u00fcckte mit Kriegsausbruch in den Mittelpunkt der publizistischen Aktivit\u00e4ten. Hauptziel der Agitation waren die USA als Speerspitze des \"Imperiaismus\". Als alleiniger Kriegsgrund wurde die Profitgier des \"US-Imperialismus\", insbesondere nach Erd\u00f6l, herausgestellt, die den Ausbau der amerikanischen Vormachtstellung in der Welt bezwecke. Zur Umsetzung einer bereits zu Jahresbeginn propagierten gemeinsamen Front mit der TKP/ML und der MKP (vgl. auch Nummer 4.3 dieses Abschnitts) und zu aktiven Protestdemonstrationen kam es jedoch nicht. Mit Ausnahme von publizistischen Aktivit\u00e4ten waren im Zusammenhang mit dem Irak-Konflikt nur geringe Aktivit\u00e4ten der DHKP-C in Bayern zu verzeichnen. Die DHKP-C war u. a. Mitunterzeichnerin eines Aufrufs zusammen mit deutschen linksextremistischen Organisationen zu einer Kundgebung \"Krieg und Kriegspolitik der USA und hrer Verb\u00fcndeten\" am 13. April in N\u00fcrnberg. Am 9. und 15. Juli sowie am 18. November durchsuchte die Polizei Exekutivaufgrund eines Ermittlungsverfahrens gegen mehrere Unterst\u00fctzer ma\u00dfnahmen und Mitglieder der DHKP-C wegen des Verdachts der Erpressung sowie Verst\u00f6\u00dfen gegen das Vereinsgesetz in mehreren Bundes\u00e4ndern rund 50 Objekte, davon sechs in Bayern. Dabei konnten umfangreiche Beweismittel, u. a. Spendenlisten /-quittungen, Kommunikationsmittel, gr\u00f6\u00dfere Bargeldbetr\u00e4ge sowie eine Schusswaffe nebst Munition, sichergestellt werden. Seit 1997 wurden bei Exekutivma\u00dfnahmen in Deutschland sowie im benachbarten Ausland zahlreiche F\u00fchrungsfunktion\u00e4re und Aktivisten der DHKP-C festgenommen, sodann angeklagt und in einer Reihe von Gerichtsverfahren im Bundesgebiet zu teilweise langj\u00e4hrigen Freiheitsstrafen verurteilt. So verurteilte am 10. Februar das OberlandesVerurteilungen gericht D\u00fcsseldorf einen fr\u00fcheren Funktion\u00e4r der DHKP-C wegen zweifacher versuchter Brandstiftung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren.","Der ehemalige Duisburger Gebietsleiter der DHKP-C hatte vor Gericht einger\u00e4umt, im Januar 1995 zwei Brands\u00e4tze auf t\u00fcrkische Banken in Duisburg und K\u00f6ln geworfen zu haben. 4.3 T\u00fcrkische Kommunistische Partei/Marxisten-Leninisten (TKP/ML) Deutschland Bayern Mitglieder: 1.800 140 Gr\u00fcndung: 1972 in der T\u00fcrkei Die Organisation ist gespalten in: * Maoistische Kommunistische Partei (MKP), ehemals Ostanatolisches Gebietskomitee (DABK) * Partizan-Fl\u00fcgel (TKP/ML) Die Entwicklung der TKP/ML ist seit dem Ende der 70er Jahre durch eine Vielzahl von Fraktionsbildungen und Abspaltungen gepr\u00e4gt. Die Abspaltung des Ostanatolischen Gebietskomitees (DABK) im Jahr iche 1994 f\u00fchrte zur Bildung von zwei neuen unabh\u00e4ngig voneinander ltungen existierenden Organisationen, der MKP und dem so genannten Partizan-Fl\u00fcgel. Beide Organisationen sehen sich als Nachfolgeorganisation der urspr\u00fcnglichen TKP/ML. W\u00e4hrend der Partizan-Fl\u00fcgel nach wie vor die Bezeichnung TKP/ML verwendet, hat sich das DABK bei seinem ersten Kongress im Jahr 2002 in MKP umbenannt. ution\u00e4rBeide Organisationen vertreten die Ideologie des Marxismus-Leninisstische mus, erg\u00e4nzt um die Ideen Mao Tse-tungs, bef\u00fcrworten den bewaffgie neten Kampf als Grundform ihres Handelns und propagieren den bewaffneten B\u00fcrgerkrieg mit anschlie\u00dfender Bildung einer Volksregierung. Mit der Arbeiterund Bauernbefreiungsarmee (TIKKO) auf Seiten der TKP/ML und der Volksbefreiungsarmee (HKO) auf Seiten der MKP unterhalten beide Gruppierungen in der T\u00fcrkei bewaffnete Guerillagruppen. Zum 31. Jahrestag der Gr\u00fcndung der TKP/ML durch Ibrahim Kaypakkaya bekr\u00e4ftigten beide Organisationen ihr Bekenntnis zum Marxismus-Leninismus-Maoismus. So hie\u00df es in Flugblatt-Aufrufen: \"Der Name Kaypakkaya ist der Name der Wissenschaft des MarxismusLeninismus-Maoismus. Unsere Partei ... marschiert im Zuge der Werte,","die sie aus eigener Praxis gewinnt, weiterhin auf die Revolution zu.\" (Partizan-Fl\u00fcgel) \"Der Kommunismus ist unser endg\u00fcltiges Ziel. Der Staat wird mit Gewalt zerst\u00f6rt werden. Dies ist das universelle Gesetz der Revolution.\" (MKP-Erkl\u00e4rung vom Januar 2003) n Deutschland organisierten sich die Anh\u00e4nger der TKP/ML in der 1976 gegr\u00fcndeten F\u00f6deration der Arbeiter aus der T\u00fcrkei in Deutschand e.V. (ATIF) und der Ende 1986 gebildeten Konf\u00f6deration der Arbeiter aus der T\u00fcrkei in Europa (ATIK). Beide Vereinigungen pr\u00e4sentieren sich als Massenorganisationen und tarnen ihre Verbindungen zur TKP/ML weitgehend. Die Anh\u00e4nger der MKP sind seit Sommer 1997 in den beiden Basisorganisationen F\u00f6deration der demokratischen Rechte in Deutschland ADHF) bzw. Konf\u00f6deration der demokratischen Rechte in Europa ADHK) organisiert. Beide Organisationen f\u00fchrten anl\u00e4sslich des 30. Jahrestags des Todes und zu Ehren ihres Parteigr\u00fcnders Ibrahim Kaypakkaya sowie zum 31. Jahrestag der Gr\u00fcndung der TKP/ML 24. April) Gedenkveranstaltungen mit jeweils rund 4.000 Personen Gro\u00dfveranstaldurch. Die Veranstaltung der MKP fand am 17. Mai in Frankfurt am tungen Main, die vom Partizan-Fl\u00fcgel ausgerichtete Gro\u00dfveranstaltung am 24. Mai in Wuppertal statt. Der Irak-Krieg, der antiimperialistische Kampf sowie die Globalisierung bildeten die Themenfelder f\u00fcr Aktivit\u00e4ten. Die Agitation richtete Antiimperialistische sich in erster Linie gegen die USA als Speerspitze des Imperialismus, Agitation aber auch gegen Deutschland. So wird in einem aus dem Sommer stammenden Flugblatt der ATIF festgestellt: \"Der deutsche Imperialismus will eine noch aggressivere Rolle in der internationalen Ebene um Verteilung der Absatzm\u00e4rkte spielen, er verh\u00e4lt sich nach innen zunehmend antidemokratisch, nach au\u00dfen hin militaristisch und aggressiv.\" m Zusammenhang mit dem Irak-Krieg waren mit Ausnahme von publizistischen \u00c4u\u00dferungen nur geringe Aktivit\u00e4ten in Bayern zu verzeichnen. In einem Flugblatt \"Wir m\u00fcssen unsere Proteste gegen den US-Imperialismus richten\" stellte die ATIK fest, dass der Grund f\u00fcr einen Krieg der USA gegen den Irak nur in der \"Profitgier\" sowie in der Region als Absatzmarkt f\u00fcr Waffenexporte liege. Neben den USA und Gro\u00dfbritannien wurden auch die T\u00fcrkei und Deutschland als","\"Vasallen und Knechte der imperialistischen Bourgeoisie\" und als \"Handlanger\" des US-Imperialismus angeprangert. In einem im Januar erschienenen Flugblatt erkl\u00e4rte die TKP/ML: \"Die imperialistischen Banditen werden in dem Blut ersaufen, das sie vergossen haben! Die Probleme im Nahen Osten werden durch die revolution\u00e4ren K\u00e4mpfe der V\u00f6lker des Nahen Ostens gel\u00f6st!\" 4.4 Marxistisch-Leninistische Kommunistische Partei (MLKP - T\u00fcrkei) Deutschland Bayern Mitglieder: 600 40 Gr\u00fcndung: 1964 in der T\u00fcrkei Publikation: Yeniden Atilim (Neuer Vorsto\u00df) Die in der T\u00fcrkei verbotene und terroristisch operierende MLKP entstand 1994 aus dem Zusammenschluss zweier t\u00fcrkischer linksextremistischer Organisationen. Wie die TKP/ML und die Devrimci Sol ution\u00e4re erstrebt sie die gewaltsame Zerschlagung des t\u00fcrkischen Staatstzung gef\u00fcges und die Errichtung einer kommunistischen Diktatur. Ihre Basisorganisation ist die F\u00f6deration der Arbeiterimmigranten aus der T\u00fcrkei in Deutschland e. V. (AGIF) mit Sitz in K\u00f6ln. Themenschwerpunkte der MLKP-Aktivit\u00e4ten waren - wie bei der TKP/ML und MKP - der Irak-Krieg und der Imperialismus. Solidarit\u00e4tsaktionen im Zusammenhang mit der Gef\u00e4ngnisreform in der T\u00fcrkei waren nicht mehr zu verzeichnen, nachdem die MLKP ebenso wie die TKP/ML und MKP das \"Todesfasten\" am 28. Mai 2002 f\u00fcr beendet erkl\u00e4rt hatte. Die MLKP war im Zusammenhang mit dem Irak-Konflikt ebenso wie die DHKP-C und TKP/ML Mitunterzeichnerin eines Aufrufs zusammen mit deutschen linksextremistischen Organisationen zu einer ion Kundgebung \"Krieg und Kriegspolitik der USA und ihrer Verb\u00fcndedie USA ten\" am 13. April in N\u00fcrnberg. Demonstrationen f\u00fchrte die MLKP nicht durch. \u00c4hnlich wie die DHKP-C und die TKP/ML erkl\u00e4rte die MLKP in einer Sonderausgabe ihres \"Internationalen Bulletins\" unter der \u00dcberschrift","\"Dieser Krieg muss gestoppt werden!\", dass nur mit der \"geballten Wut und der Macht der V\u00f6lker\" diese \"Kriegsaggression\" zur\u00fcckgeschlagen werden k\u00f6nne. Die \u00f6ffentlichen Proteste m\u00fcssten in massenhafte Aktionen umgewandelt werden: \"Es sei daran zu denken, die Produktion zu stoppen, den Verkehr und die Kommunikation lahm zu legen und so das gesellschaftliche Leben zu beeinflussen. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnten diplomatische Vertretungen, Handelszentren der Kriegsprovokateure belagert und besetzt sowie Waffentransporte gestoppt und Autobahnblockaden durchgef\u00fchrt werden.\" 4.5 F\u00f6deration der T\u00fcrkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Europa e.V. (AD\u00dcTDF) Deutschland Bayern Mitglieder: 8.000 2.000 Vorsitzender: Cemal Cetin Gr\u00fcndung: 1978 Sitz: Frankfurt am Main Publikation: T\u00fcrk Federasyon B\u00fclteni Das Ziel der AD\u00dcTDF war bisher, die einzige und gr\u00f6\u00dfte t\u00fcrkische EinNationalistische richtung in Westeuropa zu werden. Die AD\u00dcTDF war deshalb auch Ideologie ein Sammelbecken von Anh\u00e4ngern der extrem nationalistischen t\u00fcrkischen Partei der Nationalen Bewegung (MHP), die eine Gro\u00dft\u00fcrkei nach osmanischem Vorbild propagierte. Dieses Streben der AD\u00dcTDF nach Dominanz stand einer echten Integration der T\u00fcrken wie auch der Muslime in die deutsche Gesellschaft entgegen. Diese Ideologie des Nationalismus gab vielen t\u00fcrkischen Jugendlichen ein \"Wir\"-Gef\u00fchl gegen\u00fcber der deutschen Gesellschaft. Ihnen wurde die \u00dcberegenheit der T\u00fcrken suggeriert. Zwar riet der Verband den Mitgliedern, die deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit anzunehmen, Motiv hierf\u00fcr waren aber nur die damit verbundenen gr\u00f6\u00dferen Einflussm\u00f6glichkeiten. n Bayern sind dem Verband etwa 30 Vereine zuzurechnen. Die Anh\u00e4nger der AD\u00dcTDF werden h\u00e4ufig auch als \"Graue W\u00f6lfe\" bezeichnet. Ihr Erkennungszeichen ist ein mit f\u00fcnf Fingern stilisierter Wolfskopf. Die F\u00fchrung der Organisation bekennt sich nach wie vor offen zu hrer Leitfigur Alparslan T\u00fcrkes, dem 1997 verstorbenen langj\u00e4hrigen","MHP-Vorsitzenden. Die Parteif\u00fchrung der MHP unter Devlet Bahceli bem\u00fcht sich seit einiger Zeit, der Partei ein konservativ gepr\u00e4gtes und europafreundliches Erscheinungsbild zu geben. Dies findet jedoch nicht die ungeteilte Zustimmung aller Mitglieder. So sind auch im Jahr 2003 noch Anhaltspunkte daf\u00fcr vorhanden, dass in der AD\u00dcTDF nationalistische und rassistische Denkmuster und Einstellungen gepflegt werden. Die Erteilung islamischen Religionsunterrichts in deutscher Sprache lehnt die AD\u00dcTDF ab. Sie verf\u00fcgt \u00fcber eigene Vereine, in denen t\u00fcrkischsprachiger Koranunterricht abgehalten wird. 4.6 Nationaler Widerstandsrat Iran (NWRI) Deutschland Bayern Mitglieder: 900 100 Aktivisten 200 Sympathisanten Gr\u00fcndung: 1981 in Paris Sitz: K\u00f6ln Publikation: Mojahed (Glaubensk\u00e4mpfer) sch-extremisIn Europa, Nordamerika und Australien tritt die Volksmudjahidin Ausrichtung Iran-Organisation (MEK) durch ihren politischen Arm, den Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI), und seine Teilorganisationen in Erscheinung. Die Aufgaben der im westlichen Ausland t\u00e4tigen MEK-Organisationen umfassen umfangreiche Propagandaaktivit\u00e4ten und Geldbeschaffungsma\u00dfnahmen. Die MEK gilt als st\u00e4rkste und militanteste iranische Oppositionsgruppe. Die weltweit operierende Organisation verfolgt seit Jahren eine Doppelstrategie. So f\u00fchrten in der Vergangenheit bewaffnete Kr\u00e4fte der auf irakischem Territorium stationierten National Liberation Army (NLA) - des milit\u00e4rischen Arms der Bewegung - im Iran einen Guerillakampf gegen das iranische Regime, den die Organisation ab 1997 intensivierte. Bis zum Beginn des Irak-Kriegs im Fr\u00fchjahr z\u00e4hlte die NLA mehrere tausend K\u00e4mpfer. Im Rahmen der Besetzung des Iraks durch amerikanische und britische Truppen wurden die Einheiten entwaffnet. Die MEK /der NWRI verlor somit die mitit\u00e4rische St\u00fctze.","Am 2. Mai 2002 wurde die MEK - mit Ausnahme des NWRI - in die Aufnahme der Liste der als terroristisch eingestuften Organisationen der Europ\u00e4MEK in die schen Union aufgenommen. In den zurzeit in Deutschland bekannten EU-Terrorliste Strukturen der Organisation ist nahezu keine Abgrenzung zwischen der MEK und dem NWRI zu erkennen. Trotz umfangreicher propagandistischer Aktivit\u00e4ten verlieren die MEK /der NWRI - entgegen eigener Darstellung - an Bedeutung. UrsaBedeutungsverlust che hierf\u00fcr ist u.a. die gem\u00e4\u00dfigte Politik der Regierung Khatami, die den ohnehin geringen Zuspruch der Volksmudjahidin in der iranischen Bev\u00f6lkerung sowie unter den im Ausland lebenden Iranern weiter mindert. Die Volksmudjahidin sind innerhalb der iranischen Exilopposition seit Jahren isoliert, da sie f\u00fcr sich in Anspruch nehmen, \"einzige demokratische Alternative\" zum iranischen Regime zu sein. Tats\u00e4chlich weist die Organisation jedoch selbst ein erhebliches Demokratiedefizit auf, das mit einer erh\u00f6hten Gewaltbereitschaft gepaart st. Belege hierf\u00fcr sind die streng hierarchisch ausgerichtete Kaderstruktur in Verbindung mit einem sektenartigen F\u00fchrerkult um das Ehepaar Massoud und Maryam Radjavi, die Propagierung von Gewalt als legitimes Mittel zum Sturz der iranischen Regierung sowie die Durchf\u00fchrung von terroristischen Anschl\u00e4gen im Iran gegen Repr\u00e4sentanten des Staates. n Deutschland f\u00fchrten die MEK / der NWRI zur Finanzierung ihrer Finanzierung Aktivit\u00e4ten umfangreiche, meist illegale Sammlungen durch. Die angeblich f\u00fcr humanit\u00e4re Zwecke bestimmten Gelder dienten in Wirklichkeit dem Unterhalt der weltweiten Strukturen der Volksmudahidin sowie der Unterst\u00fctzung der NLA. Die haupts\u00e4chlich in Asylbewerberheimen angeworbenen Aktivisten der Volksmudjahidin sammelten \u00fcber Jahre hinweg oft unter Versto\u00df gegen ihre Aufenthaltsbeschr\u00e4nkung und ohne Sammlungserlaubnis. Aufgrund des konsequenten Einschreitens der Beh\u00f6rden stellte die Organisation in Bayern das Sammeln von Spenden auf der Stra\u00dfe nahezu g\u00e4nzlich ein. Um die Verwendung der Spenden f\u00fcr den zumindest bis Kriegsende auch mit terroristischen Mitteln gef\u00fchrten Kampf der Volksmudjahidin weitgehend zu verschleiern, bedienten sich die MEK /der NWRI nsbesondere folgender Tarnvereine: Tarnvereine - Fl\u00fcchtlingshilfe Iran e.V. (FHI) - Frauen f\u00fcr Demokratie im Iran e.V. - Verein Iranischer Demokratischer Akademiker e.V. (VIDA).","Die Aktivit\u00e4ten der MEK /des NWRI sind r\u00fcckl\u00e4ufig. Vor allem die angeblichen Angriffe des Iran auf die Lager der NLA w\u00e4hrend des Irak-Kriegs und das Ziel der Streichung der MEK von der EU-Terrorliste waren ma\u00dfgebliche Themen. Die Veranstaltungen verliefen st\u00f6rungsfrei. tivma\u00dfEine umfangreiche Durchsuchungsaktion der MEK-Europazentrale en und und weiterer Objekte der Organisation in Auvers sur Oise/Paris am nstrationen 17. Juni und die damit verbundene Verhaftung von Maryam Radjavi und weiterer 163 Personen waren weltweit Anlass f\u00fcr spontane Protestaktionen vor franz\u00f6sischen Einrichtungen. W\u00e4hrend die Aktionen in Deutschland, u.a. auch in M\u00fcnchen, ohne Zwischenf\u00e4lle und unter geringer Beteiligung stattfanden, kam es in Paris, Genf, London, Rom und Washington zu Selbstverbrennungsaktionen, in deren Verlauf zwei Personen starben. Die Organisation rief danach ihre Anh\u00e4nger auf, von Selbstverbrennungen abzusehen. An einer Konzertgala am 18. Oktober in der Dortmunder Westfalenhalle unter dem Motto \"Die Nacht der Solidarit\u00e4t mit dem iranischen Widerstandsrat\", angemeldet von dem bislang unbekannten Verein \"Kulturund Kunstfreunde e.V.\", nahmen rund 5.000 Anh\u00e4nger des NWRI aus dem Inund Ausland teil. Der Veranstalter versuchte, m\u00f6glichst viele deutsche Parlamentarier f\u00fcr eine Teilnahme zu gewinnen. Dies d\u00fcrfte ein Indiz f\u00fcr den Versuch einer verst\u00e4rkten politischen Selbstdarstellung sein, die darauf abzielt, sich als eine freiheitsliebende und \"demokratische\" Exilbewegung darzustellen.","5. \u00dcbersicht \u00fcber erw\u00e4hnenswerte extremistische Organisationen von Ausl\u00e4ndern sowie deren wesentliche Presseerzeugnisse Organisation, Organisation, Publikationen Publikationen ideologische Ausrichtung ideologische Ausrichtung (einschlie\u00dflich (einschlie\u00dflichErscheinungsweise) Erscheinungsweise) 1. Afghanische, arabische und maghrebinische Gruppen Al-Qaida und internationale islamische Front sunnitisch-extremistisch Muslimbruderschaft (MB) Risalat ul-Ikhwan sunnitisch-extremistisch - w\u00f6chentlich - Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD) Al-Islam - unregelm\u00e4\u00dfig - Al-Gamaa al-Islamiya (GI) sunnitisch-extremistisch Djihad Islami (JI) sunnitisch-extremistisch Islamische Widerstandsbewegung (HAMAS) und Islamischer Bund Pal\u00e4stina (IBP) Al-Aqsa e.V. (Nach Verbot am 05.08.2002 seit Juli 2003 mit Auflagen wieder erlaubt) sunnitisch-extremistisch Islamische Heilsfront (FIS) Al Ribat (Das Band) sunnitisch-extremistisch - w\u00f6chentlich - Bewaffnete Islamische Gruppe (GIA) Al-Djamaa (Die Gruppe) sunnitisch-extremistisch - monatlich - Al-Quital (Die Schlacht) - w\u00f6chentlich - En Nahda sunnitisch-extremistisch Hizb ut-Tahrir (Partei der islamischen Befreiung) Al-Khilafah (Das Kalifat) (in Deutschland seit 15.01.2003 verboten) - unregelm\u00e4\u00dfig - schiitisch-extremistisch explizit - viertelj\u00e4hrlich - Hezb-i Islami (HIA) sunnitisch-extremistisch Ansar al-Islam sunnitisch-extremistisch Tablighi Jamaat sunnitisch-extremistisch Al-Tauhid sunnitisch-extremistisch","nisation, Publikationen ogische Ausrichtung (einschlie\u00dflich Erscheinungsweise) Allah (Partei Gottes) Al-Ahd (Die Verpflichtung) tisch-extremistisch - w\u00f6chentlich - okratische Front f\u00fcr die Befreiung Pal\u00e4stinas (DFLP) Al-Hourriah (Die Freiheit) istisch-leninistisch - w\u00f6chentlich - sfront f\u00fcr die Befreiung Pal\u00e4stinas (PFLP) Al-Hadaf (Das Ziel) istisch-leninistisch - w\u00f6chentlich - Democratic Palestine - zweimonatlich - sfront f\u00fcr die Befreiung Pal\u00e4stinas Ila-al-Amam (Vorw\u00e4rts) neralkommando - (PFLP-GC) - w\u00f6chentlich - istisch-leninistisch al-Dawa al-Islamiya (Dawa) ei des islamischen Rufs / der islamischen Mission) tisch-extremistisch misch Irakische Gemeinschaft Deutschland e.V. (IIGD) tisch-extremistisch ranische Gruppen n islamischer Studentenvereine in Europa (U.I.S.A) Qods (Jerusalem) misch-extremistisch - unregelm\u00e4\u00dfig - iterkommunistische Partei Iran (API) Hambastegi (Solidarit\u00e4t) istisch - unregelm\u00e4\u00dfig - smudjahidin Iran-Organisation (MEK) misch-extremistisch onaler Widerstandsrat Iran (NWRI) Mojahed (Glaubensk\u00e4mpfer) K\u00f6ln - w\u00f6chentlich - misch-extremistisch Kurdische Gruppen skongress Kurdistan Serxwebun (Unabh\u00e4ngigkeit) NGRA GEL bzw. KHK) - monatlich - er: Freiheitsund Demokratiekongress Kurdistan Report istans (KADEK) - zweimonatlich - er: Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) istisch-leninistisch eutschland seit 26.11.1993 verboten) organisationen des KHK: sverteidigungskr\u00e4fte (HPG) er: Volksbefreiungsarmee Kurdistans (ARGK) ische Demokratische Volksunion (YDK) er: Nationale Befreiungsfront Kurdistans (ERNK) eutschland seit 26.11.1993 verboten)","Organisation, Publikationen ideologische Ausrichtung (einschlie\u00dflich Erscheinungsweise) Nebenorganisationen des ehemaligen KADEK: Kurdistan-Komitee e.V., K\u00f6ln (seit 26.11.1993 verboten) Kurdistan Informationsb\u00fcro in Deutschland (KIB) (seit 02.03.1995 verboten) F\u00f6deration der patriotischen Arbeiterund Kulturvereinigungen aus Kurdistan in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (FEYKA-Kurdistan) (seit 26.11.1993 verboten) Kurdistan Informations-Zentrum (KIZ) F\u00f6deration kurdischer Vereine in Deutschland e.V. (YEK-KOM) Haus der kurdischen K\u00fcnstler e.V. (bisher: HUNERKOM) Partei der freien Frauen (PJA) Jina Serbilind (Die stolze Frau) bisher: Union der freien Frauen aus Kurdistan (YAJK) - viertelj\u00e4hrlich - Union der Journalisten Kurdistans (YRK) Union der patriotischen Arbeiter Kurdistans (YKWK) Union zur Pflege der kurdischen Kultur und Kunst (YRWK) Welate Me (Unsere Heimat) Union der Jugendlichen aus Kurdistan (YCK) Sterka Ciwan (Stern der Jugend) - seit 12.08.2003: Bewegung der freien Jugend - zweimonatlich - Kurdistans (TECAK) - Verband der StudentInnen aus Kurdistan (YXK) Ronahi (Licht) - dreimonatlich - F\u00f6deration der Demokratischen Aleviten (DAV) Semah (bisher: Z\u00fclfikar) bisher: Union der Aleviten aus Kurdistan (KAB) - monatlich - Islamische Bewegung Kurdistans (KIH) Baweri (Glaube) Kurdischer Roter Halbmond (HSK) Roja Kurdistane (Sonne Kurdistans) 4. T\u00fcrkische Gruppen 4.1 Linksextremisten T\u00fcrkische Kommunistische Partei/ Isci-K\u00f6yl\u00fc Kurtulusu Marxisten-Leninisten (TKP/ML) (Arbeiter-Bauern-Befreiung) - zweimonatlich - Partizan-Fl\u00fcgel Devrim Yolunda Isci K\u00f6yl\u00fc (Arbeiter und Bauern auf dem Weg der Revolution) - vierzehnt\u00e4gig - Maoistische Kommunistische Partei (MKP) Devrimci Demokrasi bisher: DABK (Ostanatolisches Gebietskomitee) (Revolution\u00e4re Demokratie) T\u00fcrkische Arbeiterund Bauernbefreiungsarmee (TIKKO) Frontorganisation der TKP/ML (Partizan Fl\u00fcgel) Volksbefreiungsarmee (HK\u00d6), milit\u00e4rischer Arm der MKP","nisation, Publikationen ogische Ausrichtung (einschlie\u00dflich Erscheinungsweise) sorganisationen der TKP/ML: ration der Arbeiter aus der T\u00fcrkei eutschland e.V. (ATIF) Duisburg - Partizan-Fl\u00fcgel - ration der demokratischen Rechte in schland (ADHF) - DABK-Fl\u00fcgel - \u00f6deration der Arbeiter aus der T\u00fcrkei in Europa (ATIK) M\u00fccadele (Kampf) tizan-Fl\u00fcgel - - unregelm\u00e4ig - \u00f6deration der demokratischen Rechte in pa (ADHK) - DABK-Fl\u00fcgel - chewistische Partei Nordkurdistan/T\u00fcrkei Bolsevik Partizan KK/T) (Bolschewistischer Partisan) paltung von der TKP/ML) - monatlich - rimci Sol (Revolution\u00e4re Linke) eutschland seit 09.02.1983 verboten; nach dem Verbot wei Fraktionen - Karatasbzw. Yagan-Fl\u00fcgel - zerfallen) lution\u00e4re Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) Ekmek ve Adalet dem Karatas-Fl\u00fcgel der Devrimci Sol hervorgegangen (Brot und Gerechtigkeit) eutschland seit 13.08.1998 verboten) - w\u00f6chentlich - sche Volksbefreiungspartei-Front (THKP-C Devrimci Sol) dem Yagan-Fl\u00fcgel der Devrimci Sol hervorgegangen eutschland seit 13.08.1998 verboten) xistisch-Leninistische Kommunistische Partei (MLKP) Yeniden Atilim (Neuer Vorsto\u00df) - w\u00f6chentlich - sorganisation der MLKP: ration der Arbeiterimmigranten aus der T\u00fcrkei AGIF B\u00fclteni eutschland e.V. (AGIF) - zweimonatlich - Extreme Nationalisten ration der T\u00fcrkisch-Demokratischen T\u00fcrk Federasyon B\u00fclteni istenvereine in Europa e.V. (AD\u00dcTDF) - monatlich - Frankfurt am Main slamische Extremisten mische Gemeinschaft Milli G\u00f6r\u00fcs e.V. (IGMG) Publizistisches Sprachrohr: K\u00f6ln Milli Gazete (Nationale Zeitung) - t\u00e4glich - et Devleti (Der Kalifatsstaat) Asr-I Saadet er: Verband der islamischen Vereine und (Das Zeitalter der Gl\u00fcckseligkeit) einden e.V. (ICCB) - w\u00f6chentlich - K\u00f6ln D.I.A. (Die islamische Alternative) eutschland seit 12.12.2001 verboten) t der islamischen K\u00e4mpfer des gro\u00dfen Ostens (IBDA-C) Furkan (Die Rettung)","6. Abschnitt Scientology-Organisation (SO) International Deutschland Bayern Mitglieder: 125.000 bis 150.000* 5.000 bis 6.000 etwa 2.600 Vorsitzender: David Miscavige Helmuth Bl\u00f6baum Gerhard B\u00f6hm Gr\u00fcndung: Los Angeles 1952 M\u00fcnchen 1972 N\u00fcrnberg 1982 Church of Scientology Scientology Kirche Scientology Kirche International, (CSI) Deutschland e.V. Bayern e.V. Sitz: Los Angeles, USA M\u00fcnchen M\u00fcnchen/N\u00fcrnberg (in Deutschland unselbst\u00e4ndige Teilorganisationen) Publikationen: Freiheit, Impact, Ursprung, Source u.a. * gesch\u00e4tzte bzw. hochgerechnete Zahlenangaben, die auf Mitgliederbzw. Aussteigerinformationen basieren 1. Zur Geschichte der SO m Jahre 1950 ver\u00f6ffentlichte der amerikanische Science-Fiction-Autor Pers\u00f6nlichkeitsL. Ron Hubbard (1911 bis 1986) in den USA das Buch \"Dianetik - Die manipulation als moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit\". Darin stellte er neue Therapie seine \"Technologie\" zur \"Heilung psychosomatischer Krankheiten und geistiger St\u00f6rungen\" vor. In den folgenden Jahren kam es zur Gr\u00fcndung so genannter \"Dianetik-Zentren\" und schlie\u00dflich zum Aufbau der SO. Hubbard erkl\u00e4rte sein von ihm entwickeltes Verfahren der Psychomanipulation, das er zusammen mit einer totalit\u00e4ren Organisationslehre und -technik in Form eines Kommandosystems (\"Admintech\") entwickelt hat, zwei Jahre sp\u00e4ter zur Religion und gr\u00fcndete die erste \"Kirche\". Er hoffte, damit seine Organisation gegen staatEtiketteniche Eingriffe abzusichern. schwindel Seit Mitte der 80er Jahre, nach dem Tode Hubbards, \u00fcbernahm David Miscavige die F\u00fchrung der SO. Seit Jahrzehnten liegt Scientology im Konflikt mit den Rechtsordnungen demokratischer Staaten. Die Vorw\u00fcrfe lauten z. B. auf Betrug und Wucher gegen\u00fcber Kunden, Bedrohung und N\u00f6tigung von Kritikern, auf Verschw\u00f6rung gegen die Regierung, Steuerhinterziehung und Bildung einer kriminellen Vereinigung. In diesem Zusammenhang kam","es in den USA zu zahlreichen Verfahren und Verurteilungen von Funktion\u00e4ren der SO. Trotzdem erreichte Scientology 1993 mit einem Vergleich, von der obersten amerikanischen Steuerbeh\u00f6rde Internal Revenue Service (IRS), als gemeinn\u00fctzig anerkannt zu werden. Nach einem Bericht der \"The New York Times\" setzte die SO dabei schmutzige Methoden der h\u00fcchterungsEinsch\u00fcchterung und Erpressung ein. Mitarbeiter der IRS wurden bis rpressungsin die Privatsph\u00e4re hinein ausspioniert und zum Teil wegen erfundeoden ner Behauptungen mit rund 200 Prozessen \u00fcberzogen. Die Anleitung f\u00fcr dieses Vorgehen ist in einem Richtlinienbrief Hubbards vom 15. August 1960 \u00fcber die Einrichtung eines \"Department of Government Affairs\" enthalten, der Methoden beschreibt, mit denen Regierungen gef\u00fcgig gemacht werden sollen. 2. Ideologie und Aktivit\u00e4ten tspunkte f\u00fcr Nach Feststellung der Konferenz der Innenminister von Bund und sungsfeindL\u00e4ndern (IMK) vom 5./6. Juni 1997 liegen tats\u00e4chliche Anhaltspunkte it f\u00fcr verfassungsfeindliche Bestrebungen der SO vor. Die SO bek\u00e4mpft den Beobachtungsauftrag der Verfassungsschutzbeh\u00f6rden seit Jahren in der \u00d6ffentlichkeit mit polemischer, herabsetzender Kritik und mit dem Hinweis auf ihre angebliche Religionseigenschaft. Die Ideologie der SO st\u00fctzt sich ausschlie\u00dflich auf die Schriften von L. Ron Hubbard, die nach eigenen Aussagen unver\u00e4nderliche G\u00fcltigkeit besitzen. Insbesondere werden seine programmatischen \u00c4u\u00dferungen in den so genannten \"policy letters\" (Richtlinienbriefen) den Mitgliedern und Mitarbeitern als verbindliche Orientierung vorgegeben. Der ideologische \u00dcberbau der SO beruht auf drei S\u00e4ulen: der Dianetik, der Lehre Scientology und der scientologischen Ethik. Dianetik richtet sich vordergr\u00fcndig an den Einzelmenschen, dogmatisiert aber tats\u00e4chlich gesellschaftliche und politische Grunds\u00e4tze und Forderungen. In der Lehre Scientology, die sich an das \"Geistwesen\" des Menschen, den so genannten \"Thetan\", mit seinen verschiedenen Stufen der Befreiung richtet, prophezeit Hubbard, er kehre auf die Erde zur\u00fcck nicht als religi\u00f6ser, sondern als politischer F\u00fchrer. Die scientologische Ethik beschreibt dar\u00fcber hinaus die Disziplinierungstechnologie f\u00fcr Mitglieder, Mitarbeiter und die gesamte Gesellschaft.","2.1 Schriften der SO Die Analyse einer Vielzahl von Prim\u00e4rmaterialien der SO zeigt den generellen Absolutheitsanspruch der scientologischen Ideologie. Dieser bezieht sich nicht nur darauf, im Besitz der einzigen Wahrheit zu sein, sondern erfasst den Menschen in all seinen pers\u00f6nlichen sowie zwischenmenschlichen und gesellschaftlich-politischen Lebensbereichen, sobald er in das Kontrollsystem der Organisation eingebunden ist. Bereits vom Grundgedanken von Scientology ergeben sich politische Dimensionen daraus, dass mit scientologischer \"Technologie\" nicht nur der Einzelne, sondern die gesamten gesellschaftlichen und staatlichen Verh\u00e4ltnisse im Sinn einer grunds\u00e4tzlichen Neuordnung der Gesellschaft Ver\u00e4nderung der ver\u00e4ndert werden sollen. In diesem Zusammenhang wird eine verfasGesellschaft mit sungsfeindliche Wertordnung nicht nur propagiert, sondern eine solSO-Techniken che soll als verbindlicher Ordnungsfaktor f\u00fcr Staat und Gesellschaft etabliert werden. Die SO in Deutschland bekennt sich auch in ihren aktuellen Ver\u00f6ffentichungen ausdr\u00fccklich zur Person und der unver\u00e4nderbaren politischen Programmatik ihres Gr\u00fcnders. Verschiedene programmatische Festhalten an \u00c4u\u00dferungen der SO deuten sogar darauf hin, dass sie ihre Ziele k\u00e4mpHubbard ferisch-aggressiv verwirklichen will. Von Mitgliedern wird entsprechend einer Werbebrosch\u00fcre der International Association of Scientologists (IAS) erwartet, dass sie \"die Zerschlagung von Gruppen unterst\u00fctzen, die den Zweck verfolgen, die Anwendung der Scientoogy-Technologie zu verhindern\". Eine \u00c4nderung der ideologischen Ausrichtung ist nicht erkennbar; vielmehr werden weiter Schriften im genannten Sinn ver\u00f6ffentlicht. Auch wird strikt an den internen Richtinien und den so genannten \"policy letters\" festgehalten. 2.2 Errichtung einer scientologischen Gesellschaft Schon in seinem grundlegenden Buch \"Dianetik\" hatte Hubbard auf Politische die politische Relevanz und die Reichweite seiner Lehre und Technik Zielsetzung hingewiesen. Mit der Entwicklung seiner totalit\u00e4ren \"Admintech\", die in elf B\u00e4nden niedergelegt ist, hat sich Hubbard ein sozialtechnisches Instrumentarium geschaffen, um sich Gruppen gef\u00fcgig zu machen. Es soll eine ausschlie\u00dflich nach scientologischen Richtlinien funktionierende Welt geschaffen werden. Diese neue \"wahre Demo-","kratie\" soll an die Stelle der bisherigen Demokratien treten, die von Scientologen als Produkt einer aberrierten, d. h. von der Vernunft abweichenden, geisteskranken Gesellschaft angesehen werden. Alle gesellschaftlichen Probleme sollen dadurch gel\u00f6st werden, dass zun\u00e4chst 10 bis 15 % der politischen Meinungsf\u00fchrer, dann 80 bis 98 % der Bev\u00f6lkerung \"gekl\u00e4rt\" werden und die Gesellschaft schlie\u00dflich nur noch aus den so genannten Nichtaberrierten, den Clears, besteht. Gleichzeitig soll die \"Admintech\" zur Organisation aller gesellschaftlichen Gruppen und der Regierungen weltweit Verwendung finden. 2.2.1 Lenkung der Regierung durch Scientology t Bereits am 20. M\u00e4rz 1964 stellte Hubbard in einem Vortrag das Proegierung jekt \"International City\" vor und erhob darin den Anspruch, weltweit die Regierungen zu beherrschen. Dazu dient auch die Hubbard-Anweisung vom 13. M\u00e4rz 1961. Danach soll ein \"Department f\u00fcr Beh\u00f6rdenangelegenheiten\" u. a \"st\u00e4ndigen Druck auf Regierungen aus\u00fcben, um Gesetzgebung von Gruppen zu verhindern, die der Scientology entgegenstehen\". Beh\u00f6rden und unabh\u00e4ngige Gerichte werden von der SO als \"Gefahr\" gesehen, der man begegnet, indem \"immer ausreichend Drohungen gegen sie gesucht oder erfunden werden\". Die genannte \"Abteilung\" hat \u00fcber den Bereich \"Sicherheit\" hinaus zudem die wesentliche Aufgabe, die \"Clear Deutschland-Kampagne\" fortzusetzen. 2.2.2 Einf\u00fchrung eines scientologischen Rechtssystems Die bestehenden Rechtsordnungen werden von der SO abgelehnt. Der Kreis der Rechtstr\u00e4ger wird auf die \"Ehrlichen\" beschr\u00e4nkt, also nur auf diejenigen, die sich der SO verschrieben haben. Eine Ausgabe der SO-Zeitschrift \"Freiheit\" aus dem Jahr 1997 enth\u00e4lt unkom- e nur mentiert einen Artikel Hubbards mit der \u00dcberschrift \"Ehrliche Menhrliche\" schen haben auch Rechte\". Dieser befasst sich mit der Bedeutung chen der Rechte des Beschuldigten oder Angeklagten im Strafverfahren und der Rechtsf\u00e4higkeit des Einzelnen aus der Perspektive der SO. Der Beschuldigte oder Angeklagte soll sich im Strafverfahren zu seiner Verteidigung nicht auf Rechte berufen d\u00fcrfen. Die nur eingeschr\u00e4nkte Geltung aller Rechte, also auch der Grundund","Menschenrechte, geh\u00f6ren zu den von Hubbard aufgestellten Standardforderungen f\u00fcr die von ihm und der SO angestrebte \"Neue Zivilisation\". m bereits 1959 erschienenen \"Handbuch des Rechts\" \u00e4u\u00dfert sich \"Handbuch des L. Ron Hubbard zur Funktion des scientologischen Rechtssystems. Rechts\" Danach wird es im scientologischen Gesellschaftssystem keine Menschenund Grundrechte mehr geben, wie sie im Grundgesetz definiert sind. Im scientologischen Rechtssystem sind auch keine unabh\u00e4ngigen Gerichte vorgesehen. Vielmehr erforscht ein nicht an Recht und Gesetz gebundener Nachrichtendienst (vgl. auch Nummer 3.2.4 dieses Abschnitts) Sachverhalte und ergreift Ma\u00dfnahmen. 2.2.3 Bek\u00e4mpfung von Kritik an Lehre und Praxis - aggressive Expansionstechnik n einem Grundlagenwerk fordert Hubbard \"totale Disziplin\". Um die Totale DisziplinieMacht zu behalten, so offenbar der Gedanke von Hubbard in seinem rung der Anh\u00e4nger Werk \"Einf\u00fchrung in die Ethik der Scientology\", m\u00fcsse man kaltbl\u00fctig, skrupellos, hemmungslos, gegebenenfalls auch heimt\u00fcckisch, hinterlistig und mit Gewalt gegen die eigenen Feinde vorgehen, ansonsten w\u00fcrde man die Macht verlieren. Die im \"Handbuch des Rechts\" empfohlenen Operationen zur \"Abwehr\" von \"Unterdr\u00fcckern\" assen erkennen, dass die SO gewillt ist, die im Grundgesetz konkretisierten Grundrechte abzuschaffen oder hinsichtlich ihres Schutzbereichs verfassungswidrig einzuschr\u00e4nken und dadurch eine totale Kontrolle des Einzelnen durch die SO zu erreichen. 2.3 Aktivit\u00e4ten der SO 2.3.1 Angriffe auf Repr\u00e4sentanten des Staates Alle Aktivit\u00e4ten der SO sind auf die Expansion der Organisation ausgelegt. In diesem Zusammenhang sind auch Ma\u00dfnahmen der Kritikerbek\u00e4mpfung zu sehen. Kritiker sind alle Personen und Institutionen, die den Zielen der SO nicht zustimmen und ihrer Ausbreitung entgegenstehen. F\u00fcr deren \"Handhabung\" gibt es detaillierte Anweisungen, wie zu verfahren ist. Aus diesem Grund verunglimpft, beschimpft und verleumdet die SO Verunglimpfung entsprechend dem immer noch g\u00fcltigen HCO-Richtlinienbrief vom von Politikern","11. Mai 1971 seit mehreren Jahren Repr\u00e4sentanten der Bundesrepublik Deutschland. Dar\u00fcber hinaus richten sich Verunglimpfungen auch gegen die Verfassungsordnung in Deutschland selbst. Sie wird mit derjenigen des nationalsozialistischen Deutschlands gleichgesetzt. So behauptete David Miscavige, Leiter des \"Religious Technology Center\" und oberster Repr\u00e4sentant der SO, in seiner Neujahrsrede 2002 in Los Angeles, die sowohl im Internet als auch in Videoaufnahmen international verbreitet wurde, dass Deutschland seit jeher ein Platz der Unterdr\u00fcckung von Religionen gewesen sei und sich daran nichts ge\u00e4ndert habe. Das zeige sich darin, dass der deutsche Verfassungsschutz die SO mit kriminellen Methoden \u00fcberwache. Er verstieg sich zu der Behauptung, wenn der Verfassungsschutz seinen Job gemacht h\u00e4tte und den Terrorismus statt der SO beobachtet h\u00e4tte, w\u00e4re es zu der Trag\u00f6die des 11. September 2001 nicht gekommen. mierung Auch f\u00fchrende deutsche Scientologen diffamieren deutsche Verfascher Verfassungsorgane in polemischer und verleumderischer Form, wenn im organe Internet von der Vizepr\u00e4sidentin der Scientology Kirche Deutschland e.V. die Aussage verbreitet wird: \"Hierzulande darf nach wie vor bis auf wenige Ausnahmen nach Herzenslust aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft und Religion ausgegrenzt, boykottiert und diskriminiert werden, ohne dass der Gesetzgeber auch nur die Stirn dar\u00fcber runzelt.\" 2.3.2 Techniken der Verhaltenskontrolle und -steuerung Durch effiziente Techniken der Verhaltenskontrolle und -steuerung, der \"Technologie\", werden die Mitarbeiter, aber auch die einfachen, aktiven Mitglieder in manipulativer Weise unter st\u00e4ndigen Verhaltenszwang gesetzt, um nach dem internen Sprachgebrauch des Manageation der ments wie \"Maschinen\" neue Kunden zu werben und zu Anh\u00e4ngern ch-Maschine des Systems zu machen. Der Leistungsdruck des Systems auf die Mitarbeiter und Mitglieder ist dabei so stark, dass sie sich dem technokratischen Regelwerk der \"Admintech\" und den Befehlen der Funktionstr\u00e4ger in der Regel ohne Widerspruch f\u00fcgen, unter Umst\u00e4nden sogar unter Inkaufnahme der Verletzung von Normen und Dienstpflichten.","2.3.3 Ausforschung und Bek\u00e4mpfung von Kritikern Personen, die berechtigte Kritik \u00fcben, sollen mit schikan\u00f6sen bis diffamierenden Attacken als \"Feinde\" bek\u00e4mpft werden. Ziel ist es dabei, die Gegner der SO, die als \"unterdr\u00fcckerische Personen\" bezeichnet werden, mundtot zu machen, um die Expansion des Systems nicht von ihnen gef\u00e4hrden zu lassen. Kritiker werden wegen ihrer Gegnerschaft zur SO diffamiert, \u00f6ffentlich blo\u00dfgestellt, angezeigt und verklagt, bisweilen bedroht, bel\u00e4stigt und zur Zerm\u00fcrbung auch Psychofolterpsychisch gequ\u00e4lt. In den USA scheuen sich daher manche Medien methoden bereits, offen gegen Scientology Stellung zu nehmen. Auch in Deutschland wurden und werden Kritiker der Organisation von verdeckt arbeitenden Mitarbeitern und Privatdetektiven bis in hre Intimsph\u00e4re ausspioniert und observiert, um sie mit ehrenr\u00fchrigen Behauptungen in der \u00d6ffentlichkeit blo\u00dfzustellen (vgl. auch Nummer 3.2.4 dieses Abschnitts). 2.3.4 Kampagne gegen Schutzerkl\u00e4rung \u00dcber das \"Deutsche B\u00fcro f\u00fcr Menschenrechte der Scientology Kirche Deutschland e.V.\", das organisatorisch dem Office of Special Affairs vgl. auch Nummer 3.2.4 dieses Abschnitts) angegliedert ist, setzte die SO ihre 1997 bekannt gewordene Kampagne gegen die Verwendung von Schutzerkl\u00e4rungen durch deutsche Unternehmen und \u00f6ffentliche Stellen fort. Mit den Schutzerkl\u00e4rungen gegen\u00fcber Mitarbeitern und Drittfirmen wollen sich Unternehmen und \u00f6ffentliche Stellen gegen m\u00f6gliche Einflussnahmeund Ausforschungsversuche von Scientologen sch\u00fctzen. Die SO r\u00e4umt dem Ziel, die Verwendung von SchutzHohe Priorit\u00e4t erkl\u00e4rungen in der Wirtschaft zu unterbinden, hohe Priorit\u00e4t ein. Dazu f\u00fcr die SO bedient sie sich auch vorgeblicher amerikanischer Menschenrechtsorganisationen. Eine in Bayern erstmals im Berichtsjahr in Erscheinung getretene vorgebliche Menschenrechtsorganisation \"Alert International Inc.\" aus Florida/USA wandte sich mit Schreiben vom 31. M\u00e4rz an den bayerischen Innenminister, um die angebliche Diskriminierung von Scientologen in Bayern anzuprangern. Dabei verstieg sich der Pr\u00e4sident dieser Organisation, der auch in einer Ehrenliste der International Association of Scientologists (IAS) genannt wird, zu der Behauptung, das Bayerische Staatsministerium des Innern habe seine Abteiungen aufgefordert, Hinweisen auf ungew\u00f6hnliche Glaubenszugeh\u00f6rigkeiten von Arbeitnehmern nachzugehen. Ziel dieser Unter-","suchung sei es, Mitarbeiter aus dem Dienst zu entfernen, die mit \"nicht erw\u00fcnschten\" Religionsgemeinschaften in Verbindung st\u00fcnden. Dazu werde ein Formblatt verwendet, um diesen Personenkreis aus Wirtschaftsunternehmen \"herauszufiltern\". \u00dcber diese diskriminierende Politik in Bayern, die zudem US-Arbeitsrecht verletze, zeigte sich \"Alert\" besorgt und drohte damit, diese \"Praxis bayerischer Religionspolitik\" in der US-Gesellschaft publik zu machen. Die Art und Weise der Argumentation l\u00e4sst darauf schlie\u00dfen, dass es der SO gelungen ist, eine angebliche Menschenrechtsorganisation f\u00fcr ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Zudem versucht die SO - wie schon in auf deutsche den Vorjahren -, im Zusammenhang mit Ausschreibungen f\u00fcr \u00f6ffentden liche Auftr\u00e4ge Druck auf Landesund Bundesbeh\u00f6rden wegen der Verwendung der Schutzerkl\u00e4rung auszu\u00fcben. Es ist auch in Zukunft davon auszugehen, dass die Agitation gegen die Schutzerkl\u00e4rung anhalten wird. 2.3.5 Neue Scientology Zeitschrift \"free MIND magazin\" Mitte Juni wurde bekannt, dass die bisher auf Englisch erschienene und lediglich im organisationsinternen Bereich der SO erh\u00e4ltliche Zeitschrift mit dem Titel \"free MIND magazin\" nun auch in deutscher Sprache seit Mai im regul\u00e4ren Zeitschriftenhandel in Deutschland angeboten wird. Das professionell gestaltete Magazin wirbt in der ersten Ausgabe mit Schlagzeilen wie \"Die Reise zum Ich\" und \"Alles, was sie \u00fcber sich selbst und andere schon immer wissen wollten\". Das \u00e4u\u00dfere Layout erscheint geeignet, eine breite Bev\u00f6lkerungsschicht mit esoterischen Ambitionen anzusprechen, ohne dabei auf den ersten Blick erkennen zu lassen, dass es sich um eine Scientology-Publikation handelt. Der Begriff Scientology wird weder auf der Titelseite noch im Textteil der Publikation erw\u00e4hnt. Erst beim Lesen des Hefts wird die Scientology-Herkunft offensichtlich. Ingesamt besch\u00e4ftigt sich das Magazin fast ausschlie\u00dflich mit Dianetik und mit deren Begr\u00fcnder L. Ron Hubbard, dessen Leben und Werk verkl\u00e4rt beschrieben wird. Dar\u00fcber hinaus berichten prominente Scientologen wie John Travolta \u00fcber ihre privaten und beruflichen Erfolge, die sie angeblich der Anwendung von Dianetik zu verdanken haben. Der Erstausgabe des Magazins ist ein kleines Buch von L. Ron","Hubbard mit dem Titel \"Dianetik - die Entwicklung einer Wissenschaft\" beigelegt. Des Weiteren wird sowohl im Editorial als auch in den Artikeln dazu aufgerufen, das Buch \"DIANETIK - der Leitfaden f\u00fcr den menschlichen Verstand!\" zu erwerben. Auf die politischen Forderungen Hubbards in der Dianetik und die gesellschaftsver\u00e4ndernde Relevanz dieser Lehre geht das Heft nicht ein. Bei einem Gro\u00dfteil der Autoren und Mitwirkenden an dem Magazin handelt es sich um hochrangige und langj\u00e4hrige bekannte Scientologen. Als Redaktionsadresse ist der Scientology-Verlag New Era Publications Deutschland GmbH in Seevetal-Maschen/Niedersachsen genannt. 2.3.6 Aktivit\u00e4ten im Ausland Wenn auch die Bundesrepublik Deutschland seitens der SO immer wieder als wichtigstes Expansionsgebiet in Europa genannt wird, so sind ihre Verbreitungsbem\u00fchungen in vielen anderen europ\u00e4ischen Staaten nicht unerheblich und werden dort nicht ohne Besorgnis der B\u00fcrger und Beh\u00f6rden registriert. Zahlreiche Verfahren gegen Scientoogen in Frankreich, Belgien, Spanien und Italien zeigen, dass Verst\u00f6\u00dfe gegen die Rechtsordnungen dieser L\u00e4nder in Kauf genommen werden, um zu expandieren. Zudem werden in den genannten Staaten, nsbesondere in Frankreich, \u00e4hnliche Kampagnen gegen die angebiche religi\u00f6se Diffamierung durchgef\u00fchrt wie in Deutschland. Am Aufbau neuer Organisationsstrukturen im Ausland waren auch deutsche Scientologen beteiligt. n Frankreich sind nach Presseberichten vom Oktober 1998 in einem Frankreich Gerichtsverfahren gegen die SO Hunderte von Gerichtsdokumenten aus dem Justizpalast in Paris verschwunden. In diesem Zusammenhang sieht sich die SO Vorw\u00fcrfen der Unterwanderung des Rechtssystems ausgesetzt. Im Zusammenhang mit der Vernichtung von Gerichtsakten vor einem Strafprozess gegen SO-Verantwortliche in Marseille im September 1999 wurden die Vorw\u00fcrfe gegen die SO wegen Unterwanderung des Rechtssystems \u00f6ffentlich von der in Frankreich zur Bek\u00e4mpfung von Sekten eingesetzten Mission Interministerielle De Lutte Contre Les Sectes (MILS) wiederholt. Der Prozess endete in Marseille mit einer Verurteilung von f\u00fcnf Verantwortlichen der SO zu Haftstrafen wegen Betrugs. Zwei Angeklagte wurden freigesprochen. Ebenfalls in Frankreich wurde die SO im Mai 2002 durch ein Pariser Gericht zu einer Geldstrafe von 8.000 Euro verurteilt. Der Vorsitzende","der Organisation erhielt eine Strafe von 2.000 Euro. Die Verurteilung erfolgte wegen eines Versto\u00dfes gegen das Datenschutzgesetz und unlauterer Werbung zum Zwecke betr\u00fcgerischer Machenschaften. n In Belgien laufen gegen SO seit Oktober 1999 Strafermittlungen wegen Betrugs und anderer Straftaten. Im Rahmen von etwa 25 Razzien wurden tausende pers\u00f6nlicher Dossiers von SO-Anh\u00e4ngern, Beamten, Politikern und Journalisten beschlagnahmt. Die Dossiers enthielten ausf\u00fchrliche medizinische Informationen \u00fcber die Betroffenen, Berichte \u00fcber ihr Privatleben und ihr sexuelles Verhalten, Angaben \u00fcber ihre Familien und \"Gest\u00e4ndnisse\" beim Einsatz des von Scientologen verwendeten \"E-Meters\". Im Fr\u00fchjahr 2003 wurden daraufhin neun Angeh\u00f6rige der SO wegen verschiedener Delikte wie Betrug, Verletzung der Privatsph\u00e4re, illegaler Aus\u00fcbung des Apothekerund Arztberufs sowie Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung unter Anklage gestellt. ropa Besonders bei der Expansion der SO in Osteuropa spielt die Niederlassung der SO in M\u00fcnchen, die so genannte Org M\u00fcnchen, seit Jahren eine bedeutende Rolle. In Kursen der Org M\u00fcnchen werden zahlreiche Osteurop\u00e4er ausgebildet. Als eine der expandierensten Scientology-Gemeinden wurde im Berichtszeitraum die Organisation in Mailand/Italien in einer Publikation der International Association of Scientologists (IAS) vorgestellt. Angeblich soll sich die SO in Italien nach jahrelanger \"Unterdr\u00fcckung\" jetzt in einer \"sicheren Umgebung\" entwickeln und mittlerweile eine der mitgliederst\u00e4rksten Organisationen geworden sein. Im September er\u00f6ffnete die SO unter gro\u00dfem Medienaufwand in Br\u00fcssel/Belgien ein \"Menschenrechtsb\u00fcro\", das mit Mitteln der IAS finanziert wurde. Die SO will damit an einem wichtigen und einflussreichen Regierungsund Verwaltungszentrum Pr\u00e4senz zeigen und Lobbyarbeit leisten. 2.4 Bewertung der Schriften und Aktivit\u00e4ten Abschaffung Die bisherige Beobachtung der SO durch die Verfassungsschutzeiheitlichen beh\u00f6rden hat ergeben, dass die auf den Schriften ihres Gr\u00fcnders kratischen L. Ron Hubbard beruhende Ideologie nach eigenen Angaben unverdordnung \u00e4nderliche G\u00fcltigkeit besitzt. Die SO bestreitet dagegen, die freiheitliche demokratische Grundordnung abschaffen zu wollen. Sie behaup-","tet vielmehr, sie zu respektieren, und negiert jegliche politische Motivation f\u00fcr ihr Expansionsstreben. Sie betont, ihr gehe es vielmehr um die \"Erl\u00f6sung\" des einzelnen Menschen. Die Schriften und die Aktivit\u00e4ten der SO enthalten aber tats\u00e4chliche Anhaltspunkte, dass die SO die bestehende demokratische und rechtsstaatliche Ordnung durch die Etablierung einer Gesellschaft mit scientologisch bestimmten Normen ersetzen und lenkenden Einfluss auf Regierungen aus\u00fcben will. Als Ziel erscheinen nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Staaten, ihre Rechtssysteme und Regierungen. Die scientologische Gesellschaft ist auf die Beseitigung des in Art. 3 Grundgesetz konkretisierten Gleichheitsgrundsatzes, die Abschaffung der universalen Geltung der Menschenrechte, der Unabh\u00e4ngigkeit der Gerichte und der Meinungsfreiheit gerichtet. Die SO will ihr Ziel, die Schaffung einer neuen Zivilisation, nicht wie die herk\u00f6mmlichen politischen Parteien oder politischen Gruppierungen durch die demokratische Auseinandersetzung wie die Teilnahme an Wahlen erreichen. Die Umgestaltung der Gesellschaft soll vielmehr durch eine detaillierte Programmierung des Einzelmenschen - als \"Befreiung\" propagiert - erreicht werden: Wenn alle nach scientologischer Technologie verfahren und sich dem System widerspruchslos unterwerfen, kann die scientologische Gesellschaft, die im Widerspruch zur verfassungsm\u00e4\u00dfigen Ordnung steht, entstehen. In der Regel treten die einfachen Mitglieder der SO nicht aus politischer Motivation bei und beurteilen die gesellschaftsver\u00e4ndernden Ziele der SO anf\u00e4nglich auch nicht als politisch relevant. Sie werden allerdings auf v\u00f6lligen Gehorsam gegenAbsolutes \u00fcber dem System gedrillt und darauf eingeschworen, durch die VerGehorsamstraining breitung von Scientology die \"Welt zu retten\". Somit werden die zun\u00e4chst noch unpolitischen Mitglieder in den Dienst der verfassungsfeindlichen scientologischen Ideologie gedr\u00e4ngt. 2.5 Best\u00e4tigung der Bewertung der SO durch neues Gutachten Das Institut f\u00fcr Therapieforschung (IFT) erstellte in Zusammenarbeit mit zwei Professoren der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen m Auftrag des Freistaats Bayern im Jahr 2002 ein interdisziplin\u00e4res Gutachten \u00fcber die Auswirkungen und Risiken unkonventioneller Psychound Sozialtechniken, das die Bayerische Staatsregierung in hrer Beurteilung der SO best\u00e4tigt. Die Untersuchung der Lehre und Methoden sowie deren AuswirkunErgebnisse des gen auf die Betroffenen durch namhafte Wissenschaftler hat ergeben, Gutachtens","dass die SO entgegen ihrer eigenen Darstellung weder eine Religionsnoch eine Weltanschauungsgemeinschaft im Sinn des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland ist. Die SO komme in vielfacher Hinsicht mit der objektiven Wertordnung der Verfassung in Konflikt, weil sie nicht nur ein internes Normensystem, das die Wahrung der Organisationsinteressen ausnahmslos \u00fcber die Belange des Einzelnen stelle, sondern daneben auch f\u00fcr ihre Anh\u00e4nger Feindbilder in Form von willk\u00fcrlich erkl\u00e4rten \"Unterdr\u00fcckern\" errichtet habe. Die interne Organisation sowie die Methoden der \u00dcberwachung und Instrumentalisierung, die gegen Mitglieder und Mitarbeiter angewendet werden, versto\u00dfen dem Gutachten zufolge gegen die Menschenw\u00fcrde, das allgemeine Pers\u00f6nlichkeitsrecht und gegen die Meinungsfreiheit. Dar\u00fcber hinaus wird von der Organisation das herrschende Gesellschaftssystem, insbesondere das Sozialstaatsprinzip, massiv kritisiert und negiert. Die SO richte ihre Dienstleistungen nicht nur an Einzelpersonen, sondern ziele \u00fcber die Pers\u00f6nlichkeitsver\u00e4nderung des Menschen auf die Errichtung einer scientologischen Gesellschaftsund Staatsordnung, die im Widerspruch zu zentralen Prinzipien unserer Rechtordnung stehe. Das Gutachten ist unter der ISBN 3-936142-40-8 beim Pabst Science Publishers Verlag unter dem Titel \"Gesundheitliche und rechtliche Risiken bei Scientology\" erschienen. Die SO agitiert gegen das Gutachten und behauptet wahrheitswidrig, dass die Studie manipuliert worden sei, um sie als Rechtfertigung f\u00fcr die vom Bayerischen Staatsminister des Innern \"angezettelte Verfassungsschutz\u00fcberwachung einer gesetzestreuen Religionsgemeinschaft f\u00fcr politische Zwecke missbrauchen zu k\u00f6nnen\". 3. Organisationsund Kommandostruktur der SO 3.1 Weltweite Kommandostruktur der SO Die Einrichtungen der SO in Deutschland erscheinen zwar nach au\u00dfen als rechtlich selbst\u00e4ndig, sind jedoch der strikten Befehlsund Disziplinargewalt des Internationalen Managements in den USA unterworfen und daher unselbst\u00e4ndige Teile. lszentrale Das Religious Technology Center (RTC) unter der Leitung von David O Miscavige hat die oberste Befehlsgewalt in der SO. Unterhalb des RTC ist das Internationale Management der SO angesiedelt. Dieses","stellt nach dem RTC die h\u00f6chste F\u00fchrungsebene der SO dar und ist daf\u00fcr verantwortlich, f\u00fcr jeden Sektor der SO Strategien und taktische Pl\u00e4ne zu entwickeln. Hier wird auch die F\u00fchrung der verschiedenen Sektoren koordiniert. Derartige Sektoren sind u. a. die Bereiche Sektoren \"Church\", WISE, ABLE und OSA. Das Internationale Management besteht demzufolge aus mehreren Gruppen, von denen jede eine ganz bestimmte Verantwortung tr\u00e4gt. Die oberste Stufe dieser F\u00fchrungsebene ist das Watch Dog Committee (WDC). Hierbei handelt es sich um eine \"Inspektionsund \u00dcberwachungsorganisation\", welche die eigentlichen Management-Gruppen inspiziert und f\u00fcr deren Funktionieren sorgen soll. 3.2 Organisation der SO in Deutschland 3.2.1 \"Church\"-Sektor Derzeit existieren im Bundesgebiet zehn \"Kirchen\" (Orgs) und \"Celebrity Centres\" (CC), und zwar zwei Einrichtungen in M\u00fcnchen (eine Org, ein CC), je zwei Einrichtungen in D\u00fcsseldorf (eine Org, ein CC) und Hamburg (eine Org, ein CC) sowie jeweils eine Org in Berlin, Stuttgart, Frankfurt am Main und Hannover. Au\u00dferdem gibt es in Deutschland insgesamt elf \"Missionen\", sechs in Baden-W\u00fcrttemberg, jeweils eine in Bremen und Hessen sowie drei in Bayern, n\u00e4mich in M\u00fcnchen, N\u00fcrnberg und Augsburg. Die Organisation der SO n Bayern ist auf Seite 217 dieses Berichts dargestellt. Die genannten Einrichtungen der SO sind in Deutschland \u00fcberwiegend als eingetragene Vereine organisiert. Als Dachverband fungiert die \"Scientology Kirche Deutschland e.V.\" (SKD). Diese Vereine sind edoch nur scheinbar selbst\u00e4ndig; sie haben im weltweiten, aus den Scheinselbst\u00e4ndige USA gesteuerten System kaum eigenst\u00e4ndige Funktionen. Faktisch Teilorganisationen erfolgt die Leitung der SO-Einrichtungen nicht durch die jeweiligen Vereinsvorst\u00e4nde, sondern - entsprechend den Festlegungen in den Lizenzvertr\u00e4gen zwischen der Konzernspitze in den USA und den \u00f6rtichen \"Kirchen\", \"Missionen\" usw. in aller Welt \u00fcber die Nutzung der Dianetikund Scientology-Warenzeichen - durch die Executive Directors und die sonstigen Funktionsinhaber nach detaillierten schriftlichen Anweisungen und Vorgaben des internationalen Managements in den USA \u00fcber die jeweiligen Verbindungsstellen. Dies zeigt sich u. a. daran, dass Mitglieder der Eliteorganisation Sea-Org aus den USA und dem Kontinentalen Verbindungsb\u00fcro in","216 Scientology-Organisation Religious The Command Chart of SCIENTOLOGY Technology - Die Kommandostruktur der Scientology-Organisation - Center (RTC) WATCHDOG COMMITTEE (WDC) [\u00dcberwachungsausschuss] C Z E E Reserven OSA Programme Flag Ship Flag Sea Org Scientology Celebrity Scientology WISE ABLE Golden Era Verlags- N N R\u00fccklagen B\u00fcro f\u00fcr DienstDienstDienstOrganisaCentres Missionen Weltinstitut f\u00fcr Gesellschaft Productions organisation T T Spezielle leistungsleistungsleistungstionen V.I.P. Zentren International Scientologyf\u00fcr besseres Audiovisuelle R R Angeleorganisation organisation organisation Unternehmen Leben und Medien und A A genheiten Bildung Tontr\u00e4ger L L C C O O CMO INT Int Leitender - Direktor - International M M Commodore's Messenger Finance Office - Ebene der leitenden Mitarbeiter - Golden Era P P Organization International (IFO) - Vorstand des Internationalen Managements - Productions U U T T CMO GOLD E E R R / K O O R D I N I E R U N G D U R C H D E N \u00dc B E R WA C H U N G S A U S S C H U S S / V O R S TA N D D E S I N T E R N AT I O N A L E N M A N A G E M E N T S / D A B T CMO IXU - Flag-Netzwerk Koordinierungsausschuss, geleitet durch das Flag-Befehlsb\u00fcro - A E N N FLAG COMMAND BUREAUX (FCB) K B NETWORKS FLAG BUREAUX SCIENTOLOGY MISSIONS WORLD INSTITUTE OF ASSOCIATION FOR BETTER BRIDGE PUBLICATIONS A (FB) INTERNATIONAL SCIENTOLOGY ENTERPRILIVING AND EDUCATION INCORPORATED (BPI) N K (SMI INT) SES INTERNATIONAL INTERNATIONAL (Verlagshaus) (WISE INT) (ABLE INT) NEW ERA PUBLICATIONS CMO FSSO FSO CC INT C O N T I N E N TA L N E T W O R K C O O R D I N AT I O N C O M M I T T E E H E A D E D B Y C O - C O N T I N E N TA L L I A I S O N O F F I C E CONT C O N T I N E N TA L L I A I S O N O F F I C E ( C L O ) Flag Ship Flag Celebrity Service Service Centre NETWORKS FLAG SCIENTOLOGY MISSIONS WORLD INSTITUTE OF ASSOCIATION FOR CONTINENTAL Org OPERATIONS LIAISON INTERNATIONAL SCIENTOLOGY ENTERBETTER LIVING AND PUBLICATIONS LIAISON Org International OFFICE CONTINENTAL PRISES CONTINENTAL EDUCATION CONTINENTAL OFFICE (CPLO) (Kontinentales Verbindungsb\u00fcro f\u00fcr (FOLO) (SMI CONT) (WISE CONT) (ABLE CONT) Publikationen) Executiv Council Executiv Council Executiv Council Aufsichtsrat Aufsichtsrat Aufsichtsrat FIELD GROUPS MISSIONS WISE SOCIAL CELEBRITY SEA ORG - Feldauditoren CHARTER REFORM CENTRE SERVICE CLASS IV - Dianetikgruppen COMMITTEES ACTIVITIES ORGANIZATIONS ORGANIZATIONS ORGANIZATIONS - OT-Komitees - GUNG HO & MEMBERS Hinweise zum besseren Verst\u00e4ndnis des Organigramms: Das RTC ist als selbst\u00e4ndige Kontrollstelle konzipiert und nicht in das so genannte Internationale Management eingegliedert. Dennoch handelt es sich beim RTC um die Befehlszentrale der SO. Das WDC leitet \u00fcber die \"F\u00fchrungskan\u00e4le\" das Management. Ein F\u00fchrungskanal stellt die Verbindung dar, \u00fcber die die internationalen Scientology-Organisationen Autorit\u00e4t aus\u00fcben. Es ist ein Befehlsweg, durch den Programme, Empfehlungen und Managementbefehle zu den Stellen flie\u00dfen, die mit der Durchf\u00fchrung beauftragt sind. Auf den \"Beobachtungsund Durchsetzungslinien\" \u00fcberwacht als verl\u00e4ngerter Arm des WDC die CMO mit ihren den verschiedenen Managementebenen zugeordneten Einheiten CMO INT, CMO GOLD, CMO IXU und CMO CONT die Erf\u00fcllung der vom WDC dem Management gegebenen Befehle. Eine Beobachtungsund Durchsetzungslinie stellt die Verbindung dar, die von den CMO-Einheiten benutzt wird, um die Befolgung von Befehlen des \u00dcberwachungsausschusses (WDC) durchzusetzen und zu kontrollieren. Netzwerk der LRH-Kommunikatoren: (LRH=L. Ron Hubbard) * Oberstes HCO Netzwerk (HCO=Hubbard Kommunikationsb\u00fcro) * Bewahrer der Technologie und Richtlinienkenntnis Netzwerk * Oberstes Netzwerk der Qualifikationsabteilungen und der Internationalen Ausbildungsorganisation Finanznetzwerk: * Finanz Durchsetzungsbeauftragter Netzwerk * Flag Finanzbeauftragter Netzwerk (FBO=Flag Banking Officer) Unter-Netzwerke: Stellvertreter FBO-Netzwerk f\u00fcr M.O.R.E. * Netzwerk der Hauseigent\u00fcmer B\u00fcro f\u00fcr Spezielle Angelegenheiten Netzwerk (OSA) Es handelt sich um selbst\u00e4ndige Scientology-Gruppen, die nicht in den Konzern eingegliedert sind. Verbindungen zum Konzern bestehen \u00fcber Kommissionsund Franchising-Vertr\u00e4ge. Anmerkung: Das Organigramm wurde erstellt nach Renate Hartwig \"Scientology. Das Komplott und die Kumpane\", 1995, sowie nach Originalvorlagen der SO.","Organisationen der SO Hof in Bayern Aschaffenburg W\u00fcrzburg KVPM - Schl\u00fcsselfeld N\u00fcrnberg NARCONON RehabilitationsScientology zentrum Mission - in Planung - N\u00fcrnberg Cham Regensburg Scientology Mission Ingolstadt Augsburg Passau Augsburg Scientology Mission M\u00fcnchen M\u00fcnchen Celebrity Center M\u00fcnchen Lindau WISE Scientology Scientology KVPM - Starnberg Kirche Kirche Bundesleitung Deutschland e.V. Bayern e.V. Department of Department of KVPM Special Affairs Special Affairs M\u00fcnchen GER MUC Kopenhagen in deutsche Einrichtungen der SO abgeordnet wurden, um dort Befehle zu erteilen und f\u00fcr die richtige \"Handhabung\" der scientologischen Technologie zu sorgen. 3.2.2 WISE-Sektor Das World Institute of Scientology Enterprises (WISE) wurde 1979 von der SO gegr\u00fcndet. Es besteht aus Gesch\u00e4ftsleuten oder Firmen aus Wirtschaftliche allen Bereichen der Wirtschaft. Zweck von WISE ist es, Geld f\u00fcr die und politische SO zu beschaffen und durch die Verbreitung der auf L. Ron Hubbard Ausrichtung beruhenden Technologie Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen. Damit kommt WISE auch eine f\u00fchrende politische Bedeutung zu.","Schwerpunkte in Deutschland und Bayern sind die Immobilienbranche sowie die Unternehmens-, F\u00fchrungsund Personalberatung; daneben l\u00e4sst sich jetzt die IT-Branche als weiterer Ansatzpunkt scientologischen Interesses in Bayern erkennen. Die IT-Branche stellt aufgrund der globalen Vernetzung und ihrer technischen M\u00f6glichkeiten ein besonderes Risiko f\u00fcr die Sicherheit deutscher Unternehmen dar, da der Zugang in sensibelste Unternehmensbereiche er\u00f6ffnet wird. Der Schwerpunkt der Expansionsbestrebungen der SO liegt seit einiger Zeit in Osteuropa (Russland, Ungarn). Kontinentale WISE-B\u00fcros finden sich f\u00fcr Europa in Kopenhagen, Mailand, Budapest und Moskau. \u00dcber so genannte Hubbard Colleges of Administration wird aktiv versucht, Hubbards Verwaltungstechnologie als vorgeblich erfolgreiches westliches Know-how in Unternehmen und in der Verwaltung zu etablieren. In Bayern sind die WISE-Aktivit\u00e4ten nicht sehr ausgepr\u00e4gt. Unternehmen, die scientologisch gef\u00fchrt werden oder bei denen an zentralen Stellen Scientologen besch\u00e4ftigt sind, m\u00fcssen jedoch nicht WISE-Mitglied sein. Die Gef\u00e4hrdung besteht gleicherma\u00dfen, wenn Hubbards totalit\u00e4re Verwaltungstechnologie Einzug h\u00e4lt, weil mit deren Einf\u00fchrung im Rahmen der Unternehmenssteuerung rigide F\u00fchrungsmechanismen in das Unternehmen eingebracht werden, die zu umfassender Kontrolle der Mitarbeiter sowie zur Kontrolle des Gesamtunternehmens durch die SO f\u00fchren k\u00f6nnen. Ein bayerischer Unternehmer musste dies 1999 in seiner ungarischen Niederlassung erfahren, deren Leiter scientologisch geschult worden war. \u00dcber alle Mitarbeiter wurden so genannte \"Ethik-Akten\" gef\u00fchrt. Nach Presseberichten hat der ungarische Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer t\u00e4glich einer der scientologischen Beratungsfirmen, die ihn geschult hatten, Unternehmensinterna weitergegeben. 3.2.3 ABLE-Sektor wanderung Die Association for better Living and Education (ABLE) versucht, f\u00fcr ozialbereichs die SO den sozialen Bereich der Gesellschaft zu durchdringen und scientologische L\u00f6sungsans\u00e4tze zu realisieren.","Zu den dem ABLE-Bereich zuzuordnenden Organisationen geh\u00f6ren vor allem - das \"Zentrum f\u00fcr individuelles und effektives Lernen\" (ZIEL), - \"Applied Scholastics\" (Ausbildungsprogramm; u.a. Englisch-Fernkurse), - \"NARCONON\", ein angebliches Drogenrehabilitationsprogramm, - \"CRIMINON\", ein Programm zur angeblichen Strafgefangenenrehabilitation. Mit diesen Organisationen versucht die SO, sich als humanit\u00e4re, karitative und sozial verantwortliche Organisation darzustellen. Die Auswahl von Ausbildung, Gefangenenund Drogenrehabilitation als weiteren Schwerpunkten l\u00e4sst den Schluss zu, dass die gerade bei diesen Personengruppen gegebene M\u00f6glichkeit der leichteren Einflussnahme benutzt wird, um diese f\u00fcr die SO zu werben. \u00c4hnlich wie WISE im Wirtschaftsbereich wendet ABLE im soziokulturellen Bereich die entsprechende Technologie nicht selbst an, sondern izenziert und kontrolliert deren Benutzung durch einzelne Organisationen. So sind auch alle Zeichen und Signets von NARCONON im NARCONON Besitz von ABLE. Die Gr\u00fcndung einer NARCONON-Einrichtung wird wie folgt beschrieben: \"Jeder, der daran interessiert ist, als Pionier ein NARCONON-Zentrum auf der Grundlage der Technologie L. Ron Hubbards zu er\u00f6ffnen, sollte als erstes mit dem n\u00e4chstgelegenen NARCONON-Zentrum oder mit einem Repr\u00e4sentanten von NARCONON International Kontakt aufnehmen, der ihm dabei helfen wird. NARCONON International wird anschlie\u00dfend mit Rat, Anleitung und Materialien zur Verf\u00fcgung stehen, die f\u00fcr einen Start ben\u00f6tigt werden.\" (Auszug aus \"Was ist Scientology?\", Seite 514) Die Teilnehmer an einem \"NARCONON-Entzug\" durchlaufen u.a. eine \"Trainings-Routine\", was in den \"Kirchen\" zum Vorbereitungsprogramm der Ausbildung zum Auditor geh\u00f6rt. Teil des Kurses ist ferner ein \"Reinigungsprogramm\", das in den \"Kirchen\" vor Beginn des Auditings zu absolvieren ist. n der Vergangenheit wurde ein Verantwortlicher von NARCONON in einem Strafverfahren wegen Verst\u00f6\u00dfen gegen das Heilpraktikergesetz verurteilt. Damals wurde festgestellt, dass weder der verurteilte","Vorsitzende des Vereins \"NARCONON-Schliersee\" noch die Betreuer zur Aus\u00fcbung eines Heilberufs bef\u00e4higt oder berechtigt waren. NARCONON, das in den letzten Jahren in Bayern kaum mehr in Erscheinung getreten ist, hat seit einigen Monaten verst\u00e4rkte Aktivit\u00e4ten entwickelt, um ein neues NARCONON-Rehabilitationszentrum im Landkreis Cham zu errichten. 3.2.4 Office of Special Affairs (OSA) OSA ist die Nachfolgeorganisation einer bereits in den 60er Jahren unter dem Namen Guardian Office (GO) aufgebauten Abteilung, die mdienst nach eigenem Selbstverst\u00e4ndnis auch Nachrichtendienstund Spio- O nagefunktionen hatte. Zahlreiche Grundlagenpapiere f\u00fcr das GO, z. B. f\u00fcr nachrichtendienstliche Schulung, wurden f\u00fcr den neuen Dienst als OSA-Network Orders \u00fcbernommen. Im Gegensatz zur rigiden und direkten Vorgehensweise des GO, die in der Vergangenheit zu einem internationalen Ansehensverlust der SO gef\u00fchrt hat, operiert das OSA heute erkennbar vorsichtiger, ohne seine Ziele im Wesentlichen ge\u00e4ndert zu haben. che Die f\u00fcr Deutschland zust\u00e4ndige OSA-Einheit ist das Department of Zentrale Special Affairs (DSA), das nach der Verlagerung von Hamburg seit 13. November 1971 seinen Sitz in M\u00fcnchen hat. Nach au\u00dfen tritt das DSA unter der Bezeichnung \"Scientology-Kirche Deutschland, Beichstra\u00dfe 12, 80802 M\u00fcnchen\" auf; der inoffizielle Sitz ist Nordendstra\u00dfe 3, M\u00fcnchen. Dem DSA-Deutschland als Zentralstelle nachgeordnet sind die lokalen DSA-B\u00fcros in Berlin, D\u00fcsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, M\u00fcnchen und Ulm, angesiedelt bei den dortigen \"Scientology Kirchen\" oder den \"Celebrity Centres\". Die SO selbst stellt ihre OSA-Einrichtung f\u00fcr Deutschland mit Sitz in M\u00fcnchen als B\u00fcro f\u00fcr \u00f6ffentliche Angelegenheiten oder als Presseund Rechtsamt dar. Teile des OSA sind das Deutsche B\u00fcro f\u00fcr Menschenrechte und die Citizens Commission on Human Rights (CCHR). Da das CCHR weisungsgebend f\u00fcr die Kommission f\u00fcr Verst\u00f6\u00dfe der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V. (KVPM) ist, kann dieses \u00f6ffentlichkeitswirksame Aush\u00e4ngeschild zur Bek\u00e4mpfung der Psychiatrie ebenfalls dem Bereich OSA zugerechnet werden. Auch die im August 2001 gegr\u00fcndete \"Aktion Transparente Verwaltung M\u00fcn-","chen\" (ATV), betrieben von einem DSA-Unterabteilungsleiter, ist dem OSA zuzurechnen. Die ATV unterh\u00e4lt im Internet eine Homepage; ein Hinweis auf Scientology ist dort nicht erkennbar. Das Engagement im Bereich angeblicher Menschenrechtsverletzungen gegen Scientologen durch feindliche Staaten und ihre Beh\u00f6rden st wesentlicher Bestandteil der Expansionsbem\u00fchungen, ebenso der von Hubbard betriebene Kampf gegen die Psychiater als \"Quelle allen \u00dcbels in der Welt\". Das DSA-Deutschland ist in f\u00fcnf Abteilungen gegliedert: Aufbau des DSA Abt. I Kommunikation, Personal, Berichtswesen, Abt. II Ermittlungen (Investigations) Abt. III \u00d6ffentlichkeitsarbeit Abt. IV Rechtsfragen/Menschenrechtsb\u00fcro Abt. V Social Reforms. Gem\u00e4\u00df der Hubbard-Anweisung (HCO-PL) vom 13. M\u00e4rz 1961 soll n den OSA-Akten die jeweilige Ausgangslage f\u00fcr Ma\u00dfnahmen von OSA bzw. DSA gegen \"Feinde\" (der SO kritisch begegnende Personen) gesammelt werden. Der HCO-PL beschreibt als Ziel der Abteiung: \"Beh\u00f6rden und ihnen entgegen gesetzte Denkmodelle oder Gesellschaften in einen Zustand v\u00f6lliger \u00dcbereinstimmung mit den Zielen der SO zu bringen. (...) Dies geschieht durch die hochrangige F\u00e4higkeit zur Steuerung und - falls sie nicht gegeben ist - durch die weiter unten angesiedelte F\u00e4higkeit zur \u00dcberw\u00e4ltigung.\" Das DSA-Deutschland setzt diese Anweisung vollinhaltlich um, samArbeitsweise des melt zu Kritikern, Politikern, Beh\u00f6rdenangeh\u00f6rigen und anderen DSA-Deutschland Gegnern Informationen, wertet sie aus und verwendet sie f\u00fcr eigene operative Ma\u00dfnahmen. Durch Recherchen unter Falschnamen und andere Ma\u00dfnahmen verschafft sich das DSA-Deutschland interne Unterlagen deutscher Einrichtungen. Seine Au\u00dfendienstmitarbeiter observieren als \"Feinde\" bezeichnete Gegner der SO und beziehen, um R\u00fcckschl\u00fcsse auf ihre Organisation zu verhindern, Privatdetektive n ihre Arbeit ein. SO-intern arbeitet das DSA abgeschottet gegen\u00fcber anderen SO-Strukturen. Die fernschriftliche Informations\u00fcbermittlung an \u00fcber-","geordnete Einrichtungen erfolgt verschl\u00fcsselt oder durch konspirativen Botenverkehr. 4. Mitglieder der SO Die SO hat bundesweit zwischen 5.000 und 6.000 Mitglieder, wobei die Organisation selbst eine deutlich h\u00f6here Zahl angibt. Der Mitgliederstand in Bayern ist mit etwa 2.600 konstant geblieben. Als Mitglieder werden solche Personen verstanden, die ihre Mitgliedschaft in einem SO-Verein oder einer sonstigen SO-Gliederung, z. B. im WISEoder ABLE-Bereich, schriftlich erkl\u00e4rt haben oder durch die Belegung von Kursen in einem Verein ihre Mitgliedschaft verdeutlichen. 5. Veranstaltungen der SO Die Schwerpunkte der f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit bestimmten scientolot\u00e4nde gischen Aktivit\u00e4ten in Bayern waren die Durchf\u00fchrung von Informationsst\u00e4nden vor allem in M\u00fcnchen, vereinzelt aber auch in N\u00fcrnberg und Augsburg. W\u00e4hrend die \"Scientology Kirche Deutschland e.V.\" bzw. \"Scientology Kirche Bayern e.V.\" mit der Aufkl\u00e4rung \u00fcber die Drogenproblematik Aufmerksamkeit erwecken wollte, waren die Themen ihrer Tarnorganisation Kommission f\u00fcr Verst\u00f6\u00dfe der Psychiatrie gegen Menschenrechte (KVPM) angebliche Missbr\u00e4uche in der Psychiatrie. Diese Themen dienen nur vordergr\u00fcndig dazu, angebliche Missst\u00e4nde anzuprangern; tats\u00e4chlich sollen bei diesen PR-Aktionen neue Mitglieder geworben werden. Trotz aller Bem\u00fchungen der Veranstalter war die Resonanz in der \u00d6ffentlichkeit bei den Veranstaltungen gering. Im Zusammenhang mit ihrer bundesweiten Werbekampagne \u00fcber die so genannten \"Ehrenamtlichen Geistlichen\" (Volunteer Ministers) hatte die \"Church of Scientology International\" (CSI) bei der Landeshauptstadt M\u00fcnchen die Durchf\u00fchrung von Veranstaltungen beantragt, wobei mit Hilfe zweier Gro\u00dfzelte \u00fcber die \"Volunteer Ministers\" informiert werden sollte. Diese Antr\u00e4ge auf Sondernutzung wurden von der Stadt M\u00fcnchen mit Hinweis auf den Werbecharakter des Vorhabens abgelehnt. Der Verdacht, dass damit letztlich gewerbliche Ziele verfolgt werden sollten, ergab sich aus den Schilderungen von Besuchern vergangener Veranstaltungen, bei denen f\u00fcr kostenpflichtige Orientierungsseminare f\u00fcr die \"Volunteer Ministers\" gewor-","ben wurde und des Weiteren daraus, dass f\u00fcr die Mitnahme von Werbebrosch\u00fcren \"Spenden\" verlangt wurden. Das Rechtsmittel der CSI gegen die Entscheidung der Stadt M\u00fcnchen beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof war erfolglos. Neben \u00f6ffentlichen Veranstaltungen wurden noch zahlreiche PostFlugblattaktionen wurfaktionen durchgef\u00fchrt, wobei Flugbl\u00e4tter und die Publikation \"Freiheit\" in gro\u00dfer Anzahl verteilt wurden. Im Zusammenhang mit der nicht erlaubten Verteilung von Werbematerialien in der N\u00e4he von Niederlassungen der SO-Vereine wurden gegen mehrere Stra\u00dfenwerber wegen Versto\u00dfes gegen das Bayerische Stra\u00dfenund Wegegesetz Bu\u00dfgeldbescheide erlassen. In zwei F\u00e4llen erfolgten durch das Amtsgericht M\u00fcnchen Verurteilungen. Dar\u00fcber hinaus wurde von Scientologen - wie auch schon in der Vergangenheit - die Brosch\u00fcre \"Die Fakten \u00fcber den Joint! Sag NEIN zu Drogen\" bei Polizeidienststellen verteilt. Eigenen Angaben zufolge soll diese Publikation auch an Schulen und Beh\u00f6rden zur Verteilung gekommen sein. Mit der Propagierung von scientologischen L\u00f6sungsans\u00e4tzen in der Drogenproblematik sollen betroffene Personen zur Inanspruchnahme von kostenpflichtigen Dienstleistungen der SO (Verkauf von B\u00fcchern, Kursen, sog. Reinigungsrundowns usw.) veranlasst werden. 6. Verwaltungsgerichtsverfahren Das Verwaltungsgericht des Saarlands hat am 29. M\u00e4rz 2001 eine Saarland Klage der \"Scientology Kirche Deutschland e.V.\" (SKD) abgewiesen, die sich gegen die Beobachtung der Kl\u00e4gerin mit nachrichtendienstichen Mitteln durch das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz Saarland richtete. Nach Feststellung des Gerichts sind die entsprechenden Voraussetzungen f\u00fcr diese Ma\u00dfnahmen erf\u00fcllt, da Anhaltspunkte f\u00fcr verfassungsfeindliche Bestrebungen der Kl\u00e4gerin vorliegen. Die SKD hat gegen das Urteil Berufung eingelegt, \u00fcber die bisher noch nicht entschieden wurde. Mit Schreiben ihrer Rechtsanw\u00e4lte vom 7. M\u00e4rz an das Bundesamt K\u00f6ln f\u00fcr Verfassungsschutz (BfV) verlangten die \"Scientology Kirche Deutschland e.V.\" (SKD) und die \"Scientology Kirche Berlin e.V.\" SKB) die umgehende Einstellung der Beobachtung ihrer Organisation durch den Verfassungsschutz mit Klageandrohung. Das BfV verweigerte die Einstellung der Beobachtung. Daraufhin erhoben die","genannten Scientology-Vereine am 31. M\u00e4rz beim Verwaltungsgericht K\u00f6ln Klage gegen das BfV mit dem Antrag, dem BfV die Beobachtung der SO zu untersagen. In seiner Klageerwiderung vom 15. August gab der Prozessbevollm\u00e4chtigte des BfV eine ausf\u00fchrliche Darstellung der vorliegenden tats\u00e4chlichen Anhaltspunkte f\u00fcr verfassungsfeindliche und teilweise sogar aggressiv-k\u00e4mpferische Bestrebungen der SO gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung und dar\u00fcber hinaus f\u00fcr Straftaten wie Betrug und N\u00f6tigung. Hierzu einige Zitate aus der Klageerwiderung: \"Scientology sieht sich in einem Kampf auf Leben oder Tod mit dem Rest der Welt, und hieraus wird erkl\u00e4rlich, weshalb dieser Kampf nach Auffassung von Scientology ohne R\u00fccksicht, ohne Grenzen und mit allen Mitteln gef\u00fchrt werden mu\u00df und gef\u00fchrt werden darf.\" \"Es ist offensichtlich, dass eine Gruppierung mit diesem Verst\u00e4ndnis, sollte sie je bestimmenden oder gar beherrschenden Einflu\u00df in einem Staat erringen, eine Schreckensund Terrorherrschaft errichten w\u00fcrde, die auf die Unterdr\u00fcckung, wenn nicht gar vollst\u00e4ndige Vernichtung aller ihrer Gegner gerichtet w\u00e4re.\" \"Scientology ist stets, \u00fcberall und jederzeit, bem\u00fcht, alles in Erfahrung zu bringen, was sich in irgendeiner Weise gegen seine Kritiker verwenden lie\u00dfe. Dies wird eingesetzt, um Kritiker mit der Drohung der Ver\u00f6ffentlichung einzusch\u00fcchtern. Dabei handelt es sich um systematische strafbare N\u00f6tigung im Sinn des SS 240 StGB, weil die zur \u00f6ffentlichen Diskreditierung der Kritiker eingesetzten Informationen nichts mit der Kritik an Scientology zu tun haben.\" \"Scientology diffamiert s\u00e4mtliche ihre Gegner als \"unterdr\u00fcckerische Personen\", die mit aller Macht zu bek\u00e4mpfen seien. In einer scientologisch beherrschten Gesellschaft h\u00e4tten die Gegner von Scientology keine Rechte und m\u00fcssten mit rechtsstaatswidrigen Verfolgungsma\u00dfnahmen rechnen. Scientology achtet weder die freiheitliche Demokratie einschlie\u00dflich dem Recht auf Bildung und Aus\u00fcbung einer Opposition noch w\u00e4ren in einer scientologischen Gesellschaft die B\u00fcrgerund Menschenrechte gew\u00e4hrleistet.\" Die Klageerwiderung des BfV belegt damit ebenso wie das bereits unter Nummer 2.5 dieses Abschnitts dargestellte wissenschaftliche Gutachten \u00fcber die SO das Vorliegen von Anhaltspunkten f\u00fcr die Erw\u00e4gung eines Vereinsverbots nach dem Vereinsgesetz.","Andere von der SO angestrengte Gerichtsverfahren f\u00fchrten beim VerBerlin waltungsgericht Berlin zum Erfolg. Bereits im Dezember 2001 hatte das Verwaltungsgericht Berlin der Berliner Landesbeh\u00f6rde f\u00fcr Verfassungsschutz die Anwerbung und den Einsatz von Mitgliedern oder Mitarbeitern der \"Scientology Kirche Berlin e.V.\" (SKB) untersagt. Weitere Klagen der SKB sowie der \"Scientology Kirche Deutschland e.V.\" (SKD) im Jahr 2003 gegen die weitere Beobachtung der SO durch die Berliner Landesbeh\u00f6rde f\u00fcr Verfassungsschutz sowie die Nennung der SO im Berliner Verfassungsschutzbericht 2002 hat das Verwaltungsgericht Berlin am 4. Dezember bez\u00fcglich der Unterasung der Beobachtung der SO f\u00fcr unzul\u00e4ssig erkl\u00e4rt; die Berliner Landesbeh\u00f6rde hatte bereits im August 2003 die Beobachtung der SO eingestellt. Die Aufnahme der SO in den Berliner Verfassungsschutzbericht 2002 war nach Auffassung des Gerichts allerdings rechtswidrig, da der Berliner Verfassungsschutz keine aktuellen Erkenntnisse \u00fcber verfassungsfeindliche Bestrebungen vorlegte. 7. Vertrauliches Telefon und Informationsangebot im Internet Das Bayerische Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz unterh\u00e4lt ein \"vertrauliches Telefon\" unter der Nummer 0 89 / 31 20 12 96. Opfer, Aussteiger und Angeh\u00f6rige von Scientology-Mitgliedern k\u00f6nnen dort Hinweise \u00fcber die SO geben. F\u00fcr Beratungen stehen die anerkannten Beratungsstellen zur Verf\u00fcgung. Das Bayerische Staatsministerium des Innern informiert im Internet \u00fcber die Ma\u00dfnahmen der Bayerischen Staatsregierung, \u00fcber Pressemitteilungen und Gerichtsentscheidungen unter folgender Adresse: http://www.innenministerium.bayern.de/infothek /scientology","7. Abschnitt Spionageabwehr 1. Ausgangslage Die Schwerpunkte der Spionageabwehr haben sich nicht ver\u00e4ndert. Terroranschl\u00e4ge islamistischer Fundamentalisten beeinflussen weltweit die Sicherheitslage und verdeutlichen die Notwendigkeit f\u00fcr die internationale Staatengemeinschaft, die Verbreitung von Masseneration vernichtungswaffen (Proliferation) bei Krisenl\u00e4ndern und terroristischen Organisationen zu verhindern. Dies und die Beobachtung der Wirtschaftsspionage stehen weiter im Mittelpunkt der Abwehrbem\u00fchungen des Bayerischen Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz. Aktuelle Verk\u00e4ufe von hoch technisierten deutschen Wirtschaftsunternehmen bzw. von einzelnen Firmensegmenten an ausl\u00e4ndische Interessenten stellen unter dem Gesichtspunkt des Schutzes von Know-how ein Problem dar. Aktivit\u00e4ten fremder Nachrichtendienste zur Erlangung von Spezialwissen belegen dar\u00fcber hinaus das nach wie vor bestehende Interesse an deutscher Entwicklungsarbeit. Die Nachrichtendienste der Krisenl\u00e4nder, vor allem aus Syrien, Libyen und dem Iran, legen nach wie vor einen Schwerpunkt ihrer Auslandsekritiker aktivit\u00e4ten im Westen auf die Aufkl\u00e4rung und Infiltration regimekritiier scher Bestrebungen. Auch die VR China versucht weiterhin, oppositionelle Gruppierungen im Ausland zu beobachten und zu unterwandern. Vor allem die in China verbotene buddhistisch-taoistische Falun-Gong-Bewegung sowie die in Deutschland lebenden organisierten Angeh\u00f6rigen der uigurischen Minderheit stehen hier im Fokus der chinesischen Nachrichtendienste. Folgender Beispielsfall belegt die nachrichtendienstliche Aufkl\u00e4rung oppositioneller Gruppierungen: Ein chinesischer Nachrichtendienst nahm zu Angeh\u00f6rigen einer in Deutschland aktiven Gruppierung Kontakt auf und befragte dar\u00fcber hinaus diesen Personenkreis auch bei Reisen in die Heimat. Ziel der nachrichtendienstlichen Befragungen bzw. Kontaktaufnahmen war es, Informationen aus der oppositionellen Szene zu gewinnen. Auf-","f\u00e4llig war, dass der chinesische Nachrichtendienst bereits \u00fcber fundiertes Wissen zu dieser Gruppierung verf\u00fcgt hat. Meldungen, dass in Russland lebende deutsche Diplomaten und GeAktivit\u00e4ten sch\u00e4ftsleute vom dortigen Inlandsnachrichtendienst FSB zum Zwecke russischer Nachder Spionage unter Druck gesetzt wurden, haben f\u00fcr Schlagzeilen richtendienste gesorgt. Auch die Vielzahl der in russischen diplomatischen Vertretungen in Deutschland besch\u00e4ftigten Nachrichtendienstmitarbeiter \u00e4sst einen R\u00fcckschluss auf den Aktivit\u00e4tsgrad des russischen Ausandsaufkl\u00e4rungsdienstes SWR bzw. des milit\u00e4rischen Dienstes GRU n Deutschland zu. W\u00e4hrend sich der SWR in erster Linie um Informationen zu politischen und wirtschaftlichen Bereichen und Zielobjekten bem\u00fcht, ist der GRU prim\u00e4r an klassischen Milit\u00e4robjekten und -technologien interessiert. Die Erweiterung von NATO und EU, die Handelsbeziehungen zu Russland sowie der angestrebte schnellere Zugang zu westlichem Know-how f\u00fcr die Modernisierung der Wirtschaft Russlands sind Gegenstand der Auftr\u00e4ge der Staatsf\u00fchrung an die Nachrichtendienste. 2. Wirtschaftsspionage - Ausforschung von Wissenschaft und Technik \u00d6ffentliche Kritik im Zusammenhang mit dem Verkauf deutscher R\u00fcstungsfirmen an ausl\u00e4ndische Investoren belegt das wachsende Bewusstsein \u00fcber den mit der Ver\u00e4u\u00dferung zwangsl\u00e4ufig verbundenen Know-how-Abfluss deutscher Spitzentechnologie an ausl\u00e4ndische Know-how-Verlust Firmen. Die Zersplitterung von deutschen Firmen mit anschlie\u00dfendem Verkauf von technisch hochinteressanten Segmenten an ausl\u00e4ndische K\u00e4ufer wurde unter Gesichtspunkten der Wirtschaftsspionage besonders kritisch gesehen. Der wachsende internationale Wettbewerb f\u00fchrt ferner zu zunehmenden Aktivit\u00e4ten fremder Nachrichtendienste gegen deutsche Unternehmen. Die Bedeutung des Know-hows f\u00fcr den Wirtschaftsstandort Deutschand und insbesondere das Hightechland Bayern begr\u00fcndet den hohen Stellenwert der Abwehr der Wirtschaftsspionage im Spektrum der Spionageabwehr Spionageabwehr. Bevorzugt versuchen Nachrichtendienste fremder zur StandortStaaten den technischen Entwicklungsvorsprung bayerischer Untersicherung nehmen und Universit\u00e4ten, betriebswirtschaftliche Aspekte und auch die allgemeine Entwicklung der bayerischen Wirtschaft auszuforschen. Hierbei setzen nicht nur die im Aufbau befindlichen Volkswirt-","schaften, sondern auch die auf den Verbleib ihrer Wirtschaft im Spitzenfeld bedachten Staaten ihre Nachrichtendienste zur Aufkl\u00e4rung ein. Folgender Beispielsfall der Wirtschaftsspionage verdeutlicht die Vorgehensweise ausl\u00e4ndischer Nachrichtendienste: agefall in Ein bayerisches Hochtechnologieunternehmen konnte in seinem Forschem schungsbereich sowohl innovative Entwicklungsergebnisse hervorechunterbringen und patentieren lassen als auch an einem hochaktuellen Proen jekt entscheidende Fortschritte erzielen. Aus den B\u00fcror\u00e4umen der Firma wurden die diese Bereiche betreffenden Aufzeichnungen entwendet. Die bisherigen Ermittlungsergebnisse deuten auf Aktivit\u00e4ten eines fremden Nachrichtendienstes hin, der m\u00f6glicherweise durch Ver\u00f6ffentlichungen in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift auf die Unternehmenserfolge aufmerksam wurde. 3. Spionage im Bereich der Kommunikationstechnik Die Technik zur Ausforschung von Kommunikationswegen hat sich rasch weiterentwickelt. Besonders betroffen davon ist die so genannte Wireless-Technik, die zwar f\u00fcr den Anwender den Komfort erh\u00f6ht, anf\u00e4lligkeit aber das unerw\u00fcnschte Abh\u00f6ren und Erfassen von Miteilungen jedlekommuniweder Art erleichtert. Ver\u00f6ffentlichte Tests haben gezeigt, dass sich n technisch Versierte problemlos in Verbindungen einloggen k\u00f6nnen, ohne dass die Betroffenen hiervon Kenntnis erlangen. Vor dem \"Abh\u00f6ren\" der Kommunikationsverbindungen sind weder Telefon, SMS, E-Mail noch Fax sicher. Das muss vor der Weitergabe sensibler Daten stets bedacht werden. Insbesondere k\u00f6nnen Handys und Laptops durch Manipulationen zu \"Wanzen\" umfunktioniert werden, um damit alle Gespr\u00e4che in einem Raum zu belauschen. Auch die bekannten international agierenden Abh\u00f6rsysteme wie das von westlichen Staaten betriebene \"Echelon\", das trotz der Schlie\u00dfung des St\u00fctzpunkts in Bad Aibling als System weiterhin aktiv ist, oder das von Russland installierte \"Dozor\" dienen der \u00dcberwachung von Teilen der weltweiten Kommunikation. Aus diesen Gr\u00fcnden kommt es bei aller Notwendigkeit, die moderne herung von Kommunikationstechnik zu nutzen, entscheidend darauf an, die herung und wesentlichen Kernbereiche der geheim zu haltenden Informationen ragungsdurch weitgehend sichere Speicherm\u00f6glichkeiten und \u00dcbertragungs- n wege zu sch\u00fctzen.","4. Proliferation Unter Proliferation versteht man die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen bzw. der zu ihrer Herstellung verwendeten Produkte einschlie\u00dflich der dazu erforderlichen Kenntnisse sowie von entsprechenden Waffentr\u00e4gersystemen. nternationale Bef\u00fcrchtungen \u00fcber den Bestand von Massenvernichtungswaffen im Irak haben sich bisher nicht best\u00e4tigt. Aktivit\u00e4ten von Proliferation durch zahlreichen Krisenl\u00e4ndern belegen indessen deren Absicht, mit atoKrisenl\u00e4nder maren, biologischen und chemischen Waffen aufzur\u00fcsten. Nordkorea, Syrien, Kuba, der Iran, China und andere Staaten beliefern sich gegenseitig mit entsprechenden Materialien bzw. technischem Wissen. So hat auch der langj\u00e4hrige Leiter des pakistanischen Atomwaffenprogramms im Februar 2004 die Weitergabe nuklearer Technologien an den Iran, an Libyen und an Nordkorea einger\u00e4umt. Dar\u00fcber hinaus wird versucht, das notwendige Hochtechnologiematerial und Spezialwissen im Westen zu beschaffen. Hierzu setzen diese L\u00e4nder ihre Geheimdienste ein, gr\u00fcnden Scheinfirmen, verschleiern bei der Einfuhr von Material f\u00fcr die Herstellung der ABC-Waffen den Endabnehmer und t\u00e4uschen einen anderen Verwendungszweck vor. Sie versuchen dadurch, die internationalen Abkommen und die nationalen gesetzlichen Bestimmungen zur Verhinderung der Ausfuhr derartiger Waffenteile zu umgehen. Auch in Bayern liegen verschiedene proliferationsrelevante Anfragen an bayerische Unternehmen vor. Verst\u00f6\u00dfe gegen rechtliche Bestimmungen zur Umgehung des AusVerst\u00f6\u00dfe gegen fuhrverbots wurden dem Bayerischen Landesamt f\u00fcr Verfassungsdas Ausfuhrverbot schutz in zwei F\u00e4llen bekannt. Nachfolgende Beispiele f\u00fcr den Verdacht illegaler Ausfuhren sollen dies verdeutlichen: Das Bayerische Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz ermittelte in zwei F\u00e4llen wegen des Verdachts illegaler Ausfuhr von Embargog\u00fctern in Krisenl\u00e4nder. Betroffen waren sowohl eine oberfr\u00e4nkische als auch eine oberbayerische Firma. Die verbotenen Exporte wurden vermutlich n Form von Umweglieferungen \u00fcber Drittl\u00e4nder get\u00e4tigt. Die Ermittungsergebnisse wurden zur Weiterbearbeitung an die zust\u00e4ndigen Strafverfolgungsbeh\u00f6rden zu weiteren Ermittlungen abgegeben. Firmen, die als Lieferanten sensibler G\u00fcter infrage kommen, haben eine besondere Verantwortung, dies zu verhindern. Sie k\u00f6nnen sich","im Verdachtsfall vertrauensvoll an das Bayerische Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz wenden. Der Verfassungsschutz ist keine Strafverfolgungsbeh\u00f6rde und unterliegt somit nicht dem Strafverfolgungszwang. Er kann auch die Interessenlage der Personen und Firmen ber\u00fccksichtigen, die ihm Informationen zur Verf\u00fcgung stellen. 5. Schutzma\u00dfnahmen - Beratung durch den Verfassungsschutz Trotz gestiegener Sensibilit\u00e4t sind Teile der Wirtschaft noch nicht ausreichend bereit, sich des Themas Sicherheit, insbesondere im Kommunikationsbereich, mit der notwendigen Konsequenz anzunehmen. Dies liegt vor allem daran, dass Schutzma\u00dfnahmen zum Teil nur mit erheblichem finanziellem Aufwand installiert werden k\u00f6nnen und zus\u00e4tzlich zur Einschr\u00e4nkung der innerbetrieblichen Kontakte, aber elndes auch der nach au\u00dfen gerichteten Kommunikation mit Gesch\u00e4ftspartrdungsnern f\u00fchren. Die durch Spionage m\u00f6glicherweise entstehenden sstsein Sch\u00e4den werden zu wenig in Rechnung gestellt, weil die Schadensh\u00f6he nur schwer zu quantifizieren ist. Dar\u00fcber hinaus f\u00fcrchtet die gesch\u00e4digte Firma, negativ in den Blickpunkt der \u00d6ffentlichkeit zu geraten. Die Verb\u00e4nde und Organisationen, wie der Bayerische Verband f\u00fcr Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) oder die Industrieund Handelskammern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Unternehmen und vorrangig auch mittelst\u00e4ndische Betriebe gegen\u00fcber diesen Gefahren der Spionage zu sensibilisieren, arbeiten zunehmend enger mit dem Verfassungsschutz zusammen. Dabei geht es neben der gemeinsamen Erstellung von Informationsbrosch\u00fcren um gemeinsame Informationsveranstaltungen und vor allem um den Erkenntnisaustausch. Im Dezember wurde ein vom BVSW mit Unterst\u00fctzung des Bayeden rischen Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz erstellter Leitfaden zum Schutz vor illegaler Informationsbeschaffung der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt. Der Leitfaden hat zum Ziel, die F\u00fchrung mittelst\u00e4ndischer Unternehmen auf die Risiken durch Wirtschaftsund Konkurrenzspionage aufmerksam zu machen, ihnen das notwendige Problembewusstein zu vermitteln und Ans\u00e4tze bzw. Ansprechpartner zur L\u00f6sung der Probleme aufzuzeigen. Das Bayerische Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz informiert Firmen, Universit\u00e4ten und sonstige wissenschaftliche Einrichtungen \u00fcber Ziel-","objekte und Methodik der Nachrichtendienste. Auf der anderen Seite braucht das Landesamt f\u00fcr eine erfolgreiche Arbeit die Bereitschaft der von Spionage Betroffenen, den Verfassungsschutz \u00fcber Verdachtsf\u00e4lle zu informieren. 6. Ausblick Die Hoffnung auf eine stabilere und sicherere Weltlage im 21. Jahrhundert hat sich bisher nicht erf\u00fcllt. Die Bedrohungs-Szenarien haben sich ge\u00e4ndert und mit ihnen auch die Bereiche, die des Schutzes bed\u00fcrfen. Um die wirtschaftliche Stabilit\u00e4t, die auch Garant f\u00fcr die politische Stabilit\u00e4t und somit f\u00fcr das Wohlergehen aller ist, zu erhalten, bleibt es f\u00fcr unsere Gesellschaft unabdingbar, international wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben. Vorhandene Know-how-Vorteile in Forschung und Produktion m\u00fcssen gesichert und Aktivit\u00e4ten fremder Nachrichtendienste unterbunden werden. Staat, Wirtschaft und Forschung sind aufgrund der fortschreitenden Globalisierung und des steten Fortschritts der Kommunikationstechnik verst\u00e4rkt der Gefahr der Aussp\u00e4hung ausgesetzt. Sie sind schutzbed\u00fcrftiger geworden. Der Verfassungsschutz hat die Aufgabe, dies bewusst zu machen und vor diesen Gefahren zu sch\u00fctzen.","8. Abschnitt Organisierte Kriminalit\u00e4t 1. Ausgangslage Die durch die \u00c4nderung des Bayerischen Verfassungsschutzgesetzes im Jahr 1994 erm\u00f6glichte langfristig angelegte Beobachtung krimineller Strukturen und Personen im Vorfeld konkreter Straftaten durch das Bayerische Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz stellt eine wichtige Erg\u00e4nzung der polizeilichen Arbeit beim Vorgehen gegen die Organisierte Kriminalit\u00e4t (OK) dar. Die Beobachtung der OK durch den Verfassungsschutz muss auf eine breite Basis in Zusammenarbeit mit anderen Bundesl\u00e4ndern gestellt werden. Nach Bayern, Hessen, dem Saarland und Th\u00fcringen hat nun auch das Land Sachsen die gesetzliche Grundlage f\u00fcr diese Aufgabe des Verfassungsschutzes geschaffen. Mittlerweile dient das Bayerische Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz als zentraler Ansprechpartner f\u00fcr die Verfassungsschutzbeh\u00f6rden, die mit der Beobachtung der OK betraut sind. Ziel bleibt weiterhin die bundesweite Beobachtung der OK durch den Verfassungsschutz. 2. EU-Osterweiterung Mit der Aufnahme neuer Mitgliedstaaten in die Europ\u00e4ische Union werden durch die Verschiebung der EU-Au\u00dfengrenzen in Richtung Osten neue Ausgangslagen geschaffen. Dabei ist absehbar, dass europaweit agierende Kriminelle diese neuen Marktund Machtchancen nutzen und ihre bereits bestehenden Netzwerke weiter ausbauen werden. Zur Bew\u00e4ltigung dieser Aufgabe bedarf es einer ivierung der engen Zusammenarbeit der europ\u00e4ischen Sicherheitsbeh\u00f6rden, die mmenarbeit sich nicht nur auf die derzeitigen Mitgliedstaaten der Europ\u00e4ischen \u00e4ischer SicherUnion beschr\u00e4nken darf. Auch diese Staaten haben fr\u00fchzeitig der eh\u00f6rden wachsenden Bedrohung durch die OK Rechnung getragen und die Beobachtung und Bek\u00e4mpfung der OK ihren jeweiligen Nachrichtendiensten \u00fcbertragen. Das Bayerische Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz unterh\u00e4lt gute Kontakte zu den Nachrichtendiensten der angrenzenden L\u00e4nder. Im Hinblick auf die EU-Osterweiterung wurde die Zusammenarbeit erheblich intensiviert.","3. Beobachtungsschwerpunkte Die Erkenntnisse im Bereich der OK werden vorwiegend durch den Erkenntnismittel Einsatz geheimer Mitarbeiter, aus der Anwendung anderer nachrichdes Verfassungstendienstlicher Mittel sowie aus der Zusammenarbeit mit ausl\u00e4nschutzes dischen Nachrichtendiensten, die in Europa fast ausnahmslos mit der Bek\u00e4mpfung der OK beauftragt sind, gewonnen. Weitere Informationen erschlie\u00dfen sich aus der Analyse von offen zug\u00e4nglichem Material sowie aus dem Berichtsaufkommen anderer Aufgabenbereiche, insbesondere aus der Spionageabwehr und der Beobachtung ausl\u00e4ndischer extremistischer Organisationen. Die Ergebnisse der Strukturermittlungen m\u00fcnden oft in polizeiliche Ermittlungen. Die Schwerpunkte der Bearbeitung lagen nach wie vor auf der Schwerpunkte der Beobachtung der OK aus der Gemeinschaft Unabh\u00e4ngiger Staaten Aufkl\u00e4rung GUS), aus Asien und aus S\u00fcdosteuropa. Auch die Beobachtung von Rockergruppierungen wie etwa der \"Hells Angels\" oder der \"Bandidos\" mit den Deliktsschwerpunkten Rotlichtmilieu sowie Drogenund Waffenhandel wurde in Erg\u00e4nzung der polizeilichen Bearbeitung fortgesetzt. Deutsche, Staatsangeh\u00f6rige aus der GUS und Asien sowie aus s\u00fcdosteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern stellen den gr\u00f6\u00dften Teil des zu beobachtenden Personenkreises dar. Auff\u00e4llig werden sie vor allem in den Deliktsbereichen der Prostitution und Zuh\u00e4lterei, bei Waffendelikten, beim Menschenhandel und bei Schleusungen, bei F\u00e4lschungsdelikten sowie beim illegalen Gl\u00fccksspiel und der im Zusammenhang mit diesen Straftaten stehenden Geldw\u00e4sche. 3.1 GUS-Mafia Die Strukturkl\u00e4rungsma\u00dfnahmen, in deren Mittelpunkt bereits in den beiden Vorjahren insbesondere russischst\u00e4mmige Gesch\u00e4ftsleute mit Kontakten zu Nachrichtendiensten und Kreisen der OK in ihren Heimat\u00e4ndern standen, wurden weiter betrieben. Grundlage f\u00fcr die Beobachtung dieses Personenkreises waren Erkenntnisse, wonach diese Unternehmer vermehrt internationale Firmengeflechte aufbauen, die vorwiegend kriminellen Aktivit\u00e4ten, insbesondere der Geldw\u00e4sche, dienen sollen. Im Beobachtungszeitraum waren verst\u00e4rkt Reisen relevanter Personen nach Bayern, vorwiegend aus privaten Gr\u00fcnden, zu verzeichnen. Auch bei diesen Reisen konnten konspirative Aktivit\u00e4ten mit dem Ziel, wirtschaftliche Machtpositionen auszubauen, festgestellt werden.","nelle AktiVermehrt r\u00fcckten auch kriminelle Aktivit\u00e4ten von vorwiegend jungen n im Aussiedlern ins Blickfeld des Verfassungsschutzes. Urs\u00e4chlich hierf\u00fcr edlermilieu waren Hinweise darauf, dass dieser Personenkreis in Bayern Strukturen aufbaut, die vor allem Straftaten im Deliktsbereich der Rauschgiftkriminalit\u00e4t erm\u00f6glichen. Die weitere Beobachtung f\u00fchrte zu Erkenntnissen \u00fcber stark abgeschottete ethnische Gruppierungen, die sich um zwei F\u00fchrungspersonen herum gebildet hatten und die deutschlandweit ausgebaut wurden. Nach der Inhaftierung einer der F\u00fchrer wurden gruppeninterne Konflikte auch mit Anwendung von Gewalt \"gel\u00f6st\". Treffpunkte dieses Personenkreises sind vorwiegend Diskotheken, in denen sowohl Rauschgift konsumiert als auch vertrieben wird. Streitigkeiten werden \"untereinander\" geregelt, die Zusammenarbeit mit Sicherheitsbeh\u00f6rden wird strikt abgelehnt. Als weitere Treffpunkte haben sich Saunen herausgestellt, in denen, wie auch in speziellen Diskotheken, Prostituierte auf Wunsch zugef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Es liegen Hinweise vor, dass bei einigen dieser Treffpunkte immer wieder versucht wird, Schutzgeld zu erpressen. Der Verfassungsschutz kann hier die M\u00f6glichkeit nutzen, bereits im Vorfeld von Straftaten Erkenntnisse \u00fcber solche kriminellen Gruppierungen zu gewinnen und diese Informationen an die Polizeibeh\u00f6rden weiterzugeben. 3.2 S\u00fcdosteuropa-Mafia In diesem Bereich wurden weitreichende Strukturermittlungen durchgef\u00fchrt. Hierbei wurde deutlich, dass diese Gruppierungen h\u00e4ufig delikts\u00fcbergreifend aktiv sind. Dabei spielen insbesondere Eigentums-, Rauschgiftund F\u00e4lschungsdelikte, illegales Gl\u00fcckspiel, Wettgesch\u00e4fte mit erheblichen Ums\u00e4tzen sowie illegale Besch\u00e4ftigung im Bauund Reinigungsgewerbe eine zentrale Rolle. Ethnische Spannungen, wie sie im Heimatland - bedingt durch den Balkankrieg - teilweise noch vorherrschen, spielen in Bayern kaum eine Rolle. Ein besonderes Augenmerk wurde in diesem Bereich auf Wirtschafts- e straftaten im Zusammenhang mit illegaler Besch\u00e4ftigung im Bauge\u00e4ftigung werbe geworfen. Durch Abrechnungsmanipulationen und das Nichtabf\u00fchren von Steuern und Sozialabgaben entsteht dem Staat j\u00e4hrlich ein enormer finanzieller Schaden. Quellenaussagen belegen, dass sich","llegal in Nordbayern besch\u00e4ftigte Arbeiter auch bei ausbeuterischem Verhalten durch die Arbeitsvermittler aus Angst vor Repressalien nicht an die Beh\u00f6rden wenden. Im Zusammenhang mit illegaler Arbeitnehmer\u00fcberlassung wurden in enger Zusammenarbeit mit Bundesbeh\u00f6rden umfangreiche Durchsuchungen und Festnahmeaktionen bei Subunternehmern und Scheinfirmen durchgef\u00fchrt. Diese Exekutivma\u00dfnahmen st\u00fctzten sich gro\u00dfteils auf die beim Bayerischen Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz gewonnenen Strukturerkenntnisse. Einzelne Arbeitsvermittler wurden zwischenzeitlich zu mehrj\u00e4hrigen Haftstrafen verurteilt. Ein weiteres Ph\u00e4nomen sind zahlreiche so genannte Blitzeinbr\u00fcche Blitzeinbr\u00fcche bei bayerischen Juwelieren. Hier konnten internationale Verbindungen herausgearbeitet werden. Die Strukturen reichen dabei auch in den Balkan. Die zum Teil international gesuchten T\u00e4ter reisten mit gef\u00e4lschten Ausweispapieren ausgestattet zur Tatbegehung nach Bayern ein. In einem Fall f\u00fchrten die Erkenntnisse des Bayerischen Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz zu mehreren Festnahmen. Verbindungen zu internationalen Mafia-Strukturen waren in einem Fall belegbar. Die Erkenntnisgewinnung durch verdeckte Ma\u00dfnahmen im Vorfeld OK-relevanter Deliktsbereiche f\u00fchrte auf die Spur von Personen, die n den internationalen Drogenhandel involviert sind. Operative Ma\u00dfnahmen des Bayerischen Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz ergaben umfassende Erkenntnisse \u00fcber die Kontakte der Zielpersonen sowie \u00fcber deren Vorgehensweise. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Beh\u00f6rden konnten Kontaktpersonen auf dem Balkan lokalisiert werden, die f\u00fcr den Drogentransport in das Bundesgebiet verantwortlich sein d\u00fcrften. Die Beobachtung der OK mit vorwiegend t\u00fcrkischst\u00e4mmigen T\u00e4tern brachte Hinweise auf illegalen Handel mit Bet\u00e4ubungsmitteln in BayRauschgifthandel ern. H\u00e4ufig wurde das Rauschgift aus dem benachbarten Ausland n die Bundesrepublik Deutschland eingef\u00fchrt. Bei dem Rauschgift handelt es sich vorzugsweise um qualitativ hochwertiges Kokain und Heroin in gro\u00dfen Mengen. Ein Ph\u00e4nomen des illegalen Drogenhandels ist das so genannte Multi-Drug-Trafficking. Gemeint ist damit der Schmuggel und Handel mit mehreren verschiedenen Rauschgiftarten durch eine T\u00e4tergruppierung. Die gewonnenen Informationen wurden im Einzelfall an die jeweils zust\u00e4ndigen Strafverfolgungsbeh\u00f6rden abgegeben. Im Rahmen der durchgef\u00fchrten Ermittlungen konn-","ten mehrere T\u00e4ter festgenommen werden. Bei einer Vielzahl der T\u00e4ter wurden geoder verf\u00e4lschte Ausweisdokumente sichergestellt. Zum Teil hielten sich die Festgenommenen illegal in Deutschland auf. Festzustellen ist, dass die T\u00e4ter sich konsequent konspirativ verhalten und sich ethnisch stark abschotten. Ebenso wird die Logistik st\u00e4ndig modernisiert und die Vorgehensweise ge\u00e4ndert. Die gezielte Informationsbeschaffung wird daher schwieriger. es Strukturermittlungsma\u00dfnahmen in der t\u00fcrkischen Gl\u00fccksspiel-Szene sspiel ergaben, dass es sich auch hier um einen weitestgehend geschlossenen Personenkreis handelt, der sich aber nicht ausschlie\u00dflich auf T\u00fcrken beschr\u00e4nkt, sondern auch Albaner und Griechen umfasst. Es wird um sehr hohe Betr\u00e4ge gespielt und nicht selten verlieren einzelne Teilnehmer ihr gesamtes Verm\u00f6gen. Spiels\u00fcchtige lassen sich auch nicht von szene-bekannten Berufsspielern abschrecken. Sie legen es zum Teil direkt darauf an, sich mit einem Profispieler zu messen und gef\u00e4hrden dadurch die Existenz ihrer Familien. Illegale Geldverleiher in der Szene bringen manchen Spiels\u00fcchtigen an den finanziellen Abgrund, so dass diese als letzten Ausweg die Geldbeschaffung durch Bank\u00fcberf\u00e4lle und Betr\u00fcgereien im gro\u00dfen Stil sehen. Der Betrieb von illegalem Gl\u00fccksspiel unterliegt einem Wandel. Im Gegensatz zu fr\u00fcheren Jahren wird der Spielbetrieb nicht mehr \u00fcberwiegend in \"illegalen Spielcasinos\", sondern in \u00f6ffentlichen t\u00fcrkischen Gastst\u00e4tten betrieben. Um eine Verfolgung durch Exekutivbeh\u00f6rden zu erschweren, werden als Bargeld-Ersatz beispielsweise Spielkarten verwendet, die gegen Geld eingetauscht werden k\u00f6nnen. 3.3 Rockerkriminalit\u00e4t in Bayern Das Ph\u00e4nomen der Rockerkriminalit\u00e4t war lange Zeit vorwiegend aus \u00dcbersee bekannt, wo einzelne Rockerclubs bereits seit 50 Jahren bestehen. Die \"Hells Angels\" waren einer der ersten Clubs, der sich bereits vor 30 Jahren in Hamburg etablierte und mittlerweile deutschlandweit \u00fcber eine gro\u00dfe Anzahl von Niederlassungen, auch in Bayern, verf\u00fcgt. Um Organisierte Kriminalit\u00e4t bei Rockern handelt es sich, wenn typihe sche Indikatoren wie ein interner Ehrenkodex, hierarchischer innerer toren Aufbau, Expansionsstreben und Durchsetzung von Gebietsanspr\u00fcchen, Machtund Gewinnstreben sowie spezifische Delikte wie beispielsweise illegaler Waffenhandel, Bet\u00e4ubungsmittelkriminalit\u00e4t,","Menschenhandel, K\u00f6rperverletzungsdelikte, Schutzgelderpressungen und deren arbeitsteilige Begehung erkennbar sind. Derartige OK-typische Verhaltensweisen bzw. Straftaten konnten immer wieder bei Mitgliedern der bekanntesten Rockergruppierungen wie den \"Hells Angels\" oder den \"Bandidos\" festgestellt werden. Diese Gruppen sind auch in Bayern aktiv. W\u00e4hrend die \"Hells Angels\" eine Gruppe in M\u00fcnchen und N\u00fcrnberg mit insgesamt etwa 25 Mitgliedern unterhalten, verf\u00fcgen die \"Bandidos\" \u00fcber sechs Gruppen mit insgesamt nahezu 100 Mitgliedern in Passau, M\u00fcnchen, Ingolstadt und Allersberg. Bundesweit verf\u00fcgen sowohl die \"Bandidos\" als auch die \"Hells Angels\" \u00fcber ungef\u00e4hr 30 \"Ortsgruppen\", so genannte Chapter bzw. Charter. Enge Verbindungen zur internationalen Rocker-Szene wurden immer wieder festgestellt. Bei beiden Rockergruppierungen konnten starke, zum Teil auch Expansionsaggressive Expansionsversuche registriert werden. versuche Wie aktuelle Ereignisse zeigen, kommt es zwischen verfeindeten Motorradclubs, insbesondere zwischen den \"Hells Angels\" und den \"Bandidos\", immer wieder zu Auseinandersetzungen. Hierbei schrecken die beiden Clubs auch nicht vor dem Einsatz von Waffen zur\u00fcck. m Oktober wurde dem Bayerischen Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz bekannt, dass gewaltt\u00e4tige Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Rocker-Gruppen in Mittelfranken drohten. Hintergrund hierf\u00fcr war der beabsichtigte \u00dcbertritt der \"Golden Drakes Winkelhaid\" zu den \"Hells Angels\". Dies sollte bei einer \"Herbst-Party\" am 3. Oktober gefeiert werden. Die rivalisierenden \"Bandidos\" und \"Outlaws\" wollten die Etablierung der \"Hells Angels\" in Mittelfranken verhindern und drohten mit gewaltt\u00e4tigen \u00dcbergriffen. Zur Verh\u00fctung solcher Auseinandersetzungen f\u00fchrte die N\u00fcrnberger Kriminalpolizei eine Razzia bei der \"Herbst-Party\" durch, bei der u.a. diverse Schusswaffen sichergestellt wurden. 3.4 Asiatische Organisierte Kriminalit\u00e4t m Bereich der Bek\u00e4mpfung der Organisierten Kriminalit\u00e4t aus dem s\u00fcdostasiatischen Raum, hier mit den Schwerpunkten Vietnam und China, ist eine zunehmende Vernetzung und Zusammenarbeit von Zunehmende zuvor \u00fcberwiegend unabh\u00e4ngig agierenden ethnischen GruppierunVernetzung gen festzustellen.","Die Beobachtung der OK aus dem Bereich der Chinesen erbrachte vorwiegend Hinweise auf den Deliktsbereich der Schleusungskriminalit\u00e4t. Bayern bzw. Deutschland war hierbei meist lediglich Transitland. Die Hauptverantwortlichen f\u00fcr den Bereich der vietnamesischen OK halten sich in den neuen Bundesl\u00e4ndern, der Tschechischen Republik und teilweise auch in Polen auf. Dies l\u00e4sst sich u. a. damit erkl\u00e4ren, dass in der Vergangenheit in diesen L\u00e4ndern viele Gastarbeiter aus Vietnam rekrutiert wurden, die nach dem Zusammenbruch der damaligen Regime dort geblieben sind. 3.4.1 Schleusungsdelikte mmenarbeit Bemerkenswert im Bereich der Schleusungskriminalit\u00e4t durch Vietnaietnamesen mesen und Chinesen ist, dass diese jetzt eng zusammenarbeiten. So hinesen wird von den chinesischen Schleusungsorganisationen die \"menschliche Ware\" haupts\u00e4chlich \u00fcber die Achse Moskau - Kiew in die Tschechische Republik oder Polen gebracht. Dort werden die illegalen Migranten in so genannten Lagern \"gesammelt\". Von den vietnamesischen Schleusern werden sie von dort \u00fcbernommen. Das Zentrum bzw. die Drehscheibe f\u00fcr diese Gesch\u00e4fte ist Prag. Die Schleusungen \u00fcber die deutsch-tschechische Grenze werden dann zu einem gro\u00dfen Teil durch tschechische Staatsangeh\u00f6rige zu Fu\u00df, mit Pkw, Kleintransportern oder sogar mit umgebauten Tanklastz\u00fcgen ausgef\u00fchrt. Diese Praxis unterscheidet sich erheblich von der fr\u00fcheren Vorgehensweise, wo Vietnamesen und Chinesen \u00fcberwiegend abgeschottet voneinander t\u00e4tig waren. Der Einsatz tschechischer Staatsangeh\u00f6riger als Schleuser l\u00e4sst sich neben deren Ortskenntnis auch damit erkl\u00e4ren, dass diese wegen ihres europ\u00e4ischen Erscheinungsbilds weniger mit einer Kontrolle durch die Polizei rechnen m\u00fcssen. Als Ziell\u00e4nder f\u00fcr geschleuste Vietnamesen wurden hier neben Deutschland noch Gro\u00dfbritannien und die USA bekannt. eg bei der Auffallend ist die signifikante Steigerung von geschleusten Chinesen. usung von Diese Schleusungen werden \u00fcberwiegend von Landsleuten aus der sen chinesischen Provinz Fujian bis nach Prag organisiert. Dort werden dann oftmals vietnamesische Banden zur Weiterschleusung eingebunden. Die Fujian-Chinesen agieren innerhalb ihrer Organisationen sehr abgeschottet. F\u00fcr den Kontakt zu Schleusergruppierungen, die anderen Ethnien angeh\u00f6ren, werden Mittelsm\u00e4nner eingesetzt.","Der Grund f\u00fcr die steigende Zahl von geschleusten chinesischen Staatsangeh\u00f6rigen d\u00fcrfte in den hohen Gewinnen zu sehen sein. F\u00fcr eine Schleusung in die USA werden 15.000 bis 20.000 Euro bezahlt. Die Masse der chinesischen Migranten bevorzugt als Ziell\u00e4nder Gro\u00dfbritannien, die USA und die Niederlande. Neuerdings sind auch die skandinavischen L\u00e4nder Norwegen und Schweden als Ziell\u00e4nder begehrt. Stark nachgefragt werden auch Italien und Spanien. Bayern bzw. Deutschland sind meist lediglich Transitl\u00e4nder. Zurzeit sind Bayern mehrere Personen bekannt, die als Organisatoren von Schleusungen angesehen werden k\u00f6nnen. Diese Personen verAufbau triadensuchen, triaden\u00e4hnliche Strukturen aufzubauen, um dann auch in \u00e4hnlicher Strukanderen Deliktsbereichen wie der Prostitution und dem Rauschgiftturen handel t\u00e4tig werden zu k\u00f6nnen. n einem konkreten Fall f\u00fchrten Mitteilungen des Bayerischen Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz an die Polizei zu Initiativermittlungen gegen einen in M\u00fcnchen ans\u00e4ssigen vietnamesischen Staatsangeh\u00f6rigen, der nach vorliegenden Erkenntnissen als Schleusungsorganisator und damit einhergehend auch als Vermittler von Scheinehen auftrat. Zur Durchf\u00fchrung dieser Schleusungen bediente sich der Beschuldigte eines Netzwerks von Firmen, die sich in seinem Heimatland Vietnam und in mehreren L\u00e4ndern des ehemaligen Ostblocks befinden. Diese Firmen werden von Vietnamesen gef\u00fchrt. Es gibt Hinweise, dass neben der Organisation dieser Schleusungen auch die Erl\u00f6se aus den Schleusungsgesch\u00e4ften \u00fcber diese Firmen legalisiert werden. Aufgrund der Strukturerkenntnisse wurden durch die Polizei in diesem Bereich exekutive Ma\u00dfnahmen eingeleitet. Durch weitere Ermittlungen konnte eine organisierte Vermittlung von Scheinehen nachgewiesen werden. 3.4.2 Bet\u00e4ubungsmittelund Zigarettenhandel Auch im Deliktsbereich des von Asiaten betriebenen illegalen Handels mit Bet\u00e4ubungsmitteln erfolgt die Einfuhr \u00fcber Russland nach Polen Schmuggelwege bzw. in die Tschechische Republik und von dort weiter in die \u00f6stlichen Bundesl\u00e4nder. Bei den Bet\u00e4ubungsmitteln handelt es sich zum gr\u00f6\u00dften Teil um Heroin, zu einem gewissen Teil auch um so genanntes Chrystal Speed, eine kristalline Form von Amphetamin.","Umschlagpl\u00e4tze sind nach vorliegenden Erkenntnissen haupts\u00e4chlich die St\u00e4dte Leipzig, Dresden und Erfurt; von dort erfolgt jeweils die Weiterleitung nach Bayern. Die Verteilung wird durch vietnamesische Gruppierungen vorgenommen, die fr\u00fcher im Bereich des illegalen Zigarettenhandels t\u00e4tig waren. Bereits bestehende Strukturen des Zigarettenhandels werden f\u00fcr den Vertrieb des Rauschgifts weiter genutzt. Es wird also marktorientiert und somit auch delikts\u00fcbergreifend agiert. hlagpl\u00e4tze Als Umschlagorte f\u00fcr die Rauschgiftgesch\u00e4fte in Bayern sind vor allem N\u00fcrnberg und M\u00fcnchen bekannt. Auch hier ist festzustellen, dass der Verkauf des Heroins nicht mehr wie fr\u00fcher \u00fcberwiegend an Landsleute erfolgt, sondern mittlerweile in der gesamten Rauschgift-Szene. Hinsichtlich der Verteiler des Rauschgifts dauern die Strukturermittlungen an. Auch in diesem Deliktsbereich f\u00fchrten Erkenntnisse aus den Strukturermittlungen zur Einleitung weiterer Exekutivma\u00dfnahmen durch die Polizei. 3.4.3 Vietnamesenm\u00e4rkte Wohl im Hinblick auf die EU-Osterweiterung ist eine Orientierung der asiatischen H\u00e4ndler aus Tschechien in Richtung Westen festzustellen. So wird derzeit in Bayern gezielt nach Grundst\u00fccken gesucht, die f\u00fcr einen Vietnamesenmarkt nach tschechischem Vorbild geeignet erscheinen. Neben dem Vertrieb von legalen Produkten birgt ein Vietnamesenmarkt ein gro\u00dfes Potenzial an illegalen Gesch\u00e4ften. So werden die Vietnamesenm\u00e4rkte in Tschechien oft als Drogenumschlagpl\u00e4tze oder als zentrale Treffpunkte f\u00fcr Schleusungen genutzt. Nach hier vorliegenden Erkenntnissen dienen die Vietnamesenm\u00e4rkte des Weiteren zur Legalisierung der Gewinne aus illegalen Gesch\u00e4ften (Geldw\u00e4sche). ktpiraterie Einen gro\u00dfen Marktanteil nimmt auch die Produktpiraterie ein. Es werden gef\u00e4lschte Markenartikel - insbesondere aus dem Bereich Bekleidung -, illegale Kopien von Software sowie Raubkopien von Produkten der Unterhaltungsmedien angeboten. Auch die Zahl von Firmengr\u00fcndungen in Tschechien durch Asiaten hat innerhalb des letzten halben Jahres rapide zugenommen. Diese Firmen dienen vor allem als Sprungbrett f\u00fcr weitere Niederlassungen auf dem Gebiet anderer EU-Mitgliedstaaten.","Bayerisches Verfassungsschutzgesetz (BayVSG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. April 1997 (GVBl S. 70, BayRS 12-1-I) Ge\u00e4ndert durch SS 2 des Gesetzes zur Anpassung des Bayerischen Landesrechts an Art. 13 des Grundgesetzes vom 10. Juli 1998 (GVBl S. 383), Art. 4 Abs. 1 des Parlamentarischen Kontrollgremium-Gesetzes vom 10. Februar 2000 (GVBl S. 40) und SS 1 des esetzes zur \u00c4nderung des Bayerischen Verfassungsschutzgesetzes, des Gesetzes zur Ausf\u00fchrung des Gesetzes zu Art. 10 Grundgesetz, des Bayerischen Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungsgesetzes und des Parlamentarischen Kontrollgremium-Gesetzes vom 24. Dezember 2002 (GVBl S. 969) I. Abschnitt erheblicher Bedeutung f\u00fcr die Rechtsordnung sind, Organisation und Aufgaben durch mehr als zwei Beteiligte, die auf l\u00e4ngere oder des Verfassungsschutzes unbestimmte Dauer arbeitsteilig t\u00e4tig werden - unter Verwendung gewerblicher oder gesch\u00e4fts\u00e4hnArt. 1 licher Strukturen oder Organisation des Verfassungsschutzes, Verh\u00e4ltnis zur Polizei - unter Anwendung von Gewalt oder durch entsprechende Drohung oder (1) 1 Zum Schutz der freiheitlichen demokratischen undordnung, des Bestandes und der Sicherheit des - unter Einflussnahme auf Politik, Verwaltung, Justiz, ndes und der L\u00e4nder besteht in Bayern ein LandesMedien oder Wirtschaft. t f\u00fcr Verfassungsschutz. 2 Es dient auch dem Schutz Organisierter Kriminalit\u00e4t. (4) 1 Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz ist eine dem Staatsministerium des Innern unmittelbar (2) 1 Freiheitliche demokratische Grundordnung nachgeordnete Beh\u00f6rde. 2 Das Landesamt und Dienst- h Absatz 1 ist eine Ordnung, die unter Ausschluss stellen der Polizei d\u00fcrfen einander nicht angegliedert licher Gewaltund Willk\u00fcrherrschaft eine rechtswerden. 3Dem Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz atliche Herrschaftsordnung auf der Grundlage der steht ein Weisungsrecht gegen\u00fcber Dienststellen der bstbestimmung des Volkes nach dem Willen der Polizei oder die Befugnis zu polizeilichen Ma\u00dfnahmen weiligen Mehrheit und der Freiheit und Gleichheit nicht zu. stellt. 2 Zu den grundlegenden Prinzipien dieser dnung geh\u00f6ren mindestens: Die Achtung vor den im Art. 2 undgesetz konkretisierten Menschenrechten, vor allem Zust\u00e4ndigkeit dem Recht der Pers\u00f6nlichkeit auf Leben und freie faltung, die Volkssouver\u00e4nit\u00e4t, die Gewaltenteilung, (1) 1 Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz hat die Verantwortlichkeit der Regierung, die Gesetzm\u00e4\u00dfiggesetzlich festgelegten Aufgaben zu erf\u00fcllen. 2 Dazu ge- t der Verwaltung, die Unabh\u00e4ngigkeit der Gerichte, h\u00f6rt auch die Zusammenarbeit Bayerns mit dem Bund Mehrparteienprinzip und die Chancengleichheit f\u00fcr und den anderen L\u00e4ndern in Angelegenheiten des Ver- e politischen Parteien mit dem Recht auf verfassungsfassungsschutzes. \u00dfige Bildung und Aus\u00fcbung einer Opposition. (2) Verfassungsschutzbeh\u00f6rden der anderen L\u00e4nder (3) Organisierte Kriminalit\u00e4t ist die von Gewinnd\u00fcrfen in Bayern nur im Einvernehmen mit dem Laner Machtstreben bestimmte planm\u00e4\u00dfige Begehung desamt f\u00fcr Verfassungsschutz nach Ma\u00dfgabe dieses n Straftaten, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit von Gesetzes t\u00e4tig werden.","Art. 3 haltungsbed\u00fcrftige Tatsachen, Gegenst\u00e4nde oder Aufgaben Erkenntnisse anvertraut werden, die Zugang dazu erhalten sollen oder ihn sich verschaffen k\u00f6nnen, 1) 1 Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz hat die gabe, 2. an der Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfung von Personen, die an sicherheitsempfindlichen Stellen von lebensoder Bestrebungen im Geltungsbereich des Grundgesetverteidigungswichtigen Einrichtungen besch\u00e4ftigt es, die gegen die freiheitliche demokratische sind oder besch\u00e4ftigt werden sollen, Grundordnung, den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder eines Landes gerichtet sind oder eine 3. an technischen Sicherheitsma\u00dfnahmen zum Schutz ngesetzliche Beeintr\u00e4chtigung der Amtsf\u00fchrung von Tatsachen, Gegenst\u00e4nden oder Erkenntnissen, erfassungsm\u00e4\u00dfiger Organe des Bundes oder eines die im \u00f6ffentlichen Interesse geheimhaltungsLandes oder ihrer Mitglieder zum Ziele haben, bed\u00fcrftig sind, gegen die Kenntnisnahme durch Unbefugte icherheitsgef\u00e4hrdende oder geheimdienstliche T\u00e4tigkeiten im Geltungsbereich des Grundgesetzes mitzuwirken. \u00fcr eine fremde Macht, (3) Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz hat die Bestrebungen im Geltungsbereich des GrundgesetAufgabe, amtliche Ausk\u00fcnfte zu erteilen es, die durch Anwendung von Gewalt oder 1. im Rahmen der \u00dcberpr\u00fcfung der Verfassungstreue arauf gerichtete Vorbereitungshandlungen ausw\u00e4rvon Personen, die sich um Einstellung in den \u00f6ffentge Belange der Bundesrepublik Deutschland lichen Dienst bewerben, ef\u00e4hrden, 2. nach Ma\u00dfgabe des Art. 14, insbesondere in Einb\u00fcrBestrebungen im Geltungsbereich des Grundgesetgerungsund Ordensverfahren zur Verleihung des es, die gegen den Gedanken der V\u00f6lkerverst\u00e4ndiVerdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ung (Art. 9 Abs. 2 Grundgesetz), insbesondere - mit Ausnahme der Verdienstmedaille - und des egen das friedliche Zusammenleben der V\u00f6lker Bayerischen Verdienstordens, sowie nach Art. 15. Art. 26 Abs. 1 Grundgesetz), gerichtet sind, Bestrebungen und T\u00e4tigkeiten der Organisierten Kriminalit\u00e4t im Geltungsbereich des Grundgesetzes II. Abschnitt Allgemeine Befugnisse und Datenverarbeitung beobachten; solche Bestrebungen und T\u00e4tigkeiten nen von Gruppierungen oder Einzelpersonen ausArt. 4 en. 2 Das Landesamt hat in Erf\u00fcllung dieser Aufgabe Allgemeine Befugnisse rmationen, insbesondere sachund personenbezo- e Ausk\u00fcnfte, Nachrichten und Unterlagen \u00fcber sol(1) 1 Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz darf zur Bestrebungen oder T\u00e4tigkeiten zu sammeln und Erf\u00fcllung seiner Aufgaben nach diesem Gesetz die dazu uwerten. 3 Die notwendige Koordinierung mit den erforderlichen Informationen einschlie\u00dflich personeneren Sicherheitsbeh\u00f6rden und den Strafverfolgungsbezogener Daten auch ohne Kenntnis der betroffenen \u00f6rden wird in Richtlinien des Staatsministeriums Gruppierung oder Person erheben und in Akten und Innern im Einvernehmen mit dem Staatsministerium Dateien verarbeiten, diese Informationen nutzen sowie Justiz geregelt. 4 \u00dcber diese Richtlinien wird das aus Akten und Dateien \u00fcbermitteln, soweit nicht nachamentarische Kontrollgremium gem\u00e4\u00df Art. 3 Abs. 3 folgend besondere Bestimmungen gelten. 2Das Landes- 1 des Gesetzes zur parlamentarischen Kontrolle amt f\u00fcr Verfassungsschutz darf personenbezogene Staatsregierung hinsichtlich der Ma\u00dfnahmen nach Daten auch f\u00fcr die Vorgangsverwaltung nutzen und ver13 Abs. 3 bis 5 des Grundgesetzes sowie der T\u00e4tigarbeiten. 3Ist zum Zweck der Datenerhebung die \u00dcberdes Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz (Parlamittlung personenbezogener Daten erforderlich, so darf tarisches Kontrollgremium-Gesetz - PKGG) vom ein entsprechendes Ersuchen des Landesamts f\u00fcr VerFebruar 2000 (GVBl S. 40) unterrichtet. fassungsschutz nur diejenigen personenbezogenen Daten enthalten, die f\u00fcr die Erteilung der Auskunft uner2) Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz hat die l\u00e4sslich sind. 4Schutzw\u00fcrdige Interessen des Betroffegabe, nen d\u00fcrfen nur in unvermeidbarem Umfang beeintr\u00e4chtigt werden. ach Ma\u00dfgabe des Bayerischen Sicherheits\u00fcberpr\u00fcungsgesetzes an der Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfung von (2) 1 Die Befugnisse des Landesamts f\u00fcr Verfasersonen, denen im \u00f6ffentlichen Interesse geheimsungsschutz bei der Mitwirkung nach Art. 3 Abs. 2","n. 1 und 2 sind im Bayerischen Sicherheits\u00fcberpr\u00fc(2) Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz darf pergsgesetz vom 27. Dezember 1996 (GVBl S. 509, sonenbezogene Daten nach Art. 5 durch Anwendung yRS 12-3-I)), zuletzt ge\u00e4ndert durch SS 6 des Gesetzes nachrichtendienstlicher Mittel erheben, wenn m 24. April 2001 (GVBl S. 140), in der jeweils gel1. tats\u00e4chliche Anhaltspunkte f\u00fcr Bestrebungen oder den Fassung geregelt, soweit sie nicht in besonderen T\u00e4tigkeiten nach Art. 3 Abs. 1 vorliegen oder auf setzen geregelt sind; Art. 6 Abs. 1 Satz 4 bleibt undiese Weise Erkenntnisse \u00fcber Nachrichtenzug\u00e4nge \u00fchrt. 2Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz darf, gewonnen werden k\u00f6nnen oder weit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist, an einer erpr\u00fcfung nach Art. 3 Abs. 2 Nr. 2 nur mitwirken 2. das zur Abschirmung der Mitarbeiter, Einrichtungen, d nach Art. 3 Abs. 3 Nr. 1 nur Auskunft erteilen, Gegenst\u00e4nde und Nachrichtenzug\u00e4nge des Landesamts nn die betroffene Person der Durchf\u00fchrung der f\u00fcr Verfassungsschutz gegen sicherheitsgef\u00e4hrdende erpr\u00fcfung zugestimmt hat; werden der Ehegatte oder oder geheimdienstliche T\u00e4tigkeiten erforderlich ist. Person, mit der die betroffene Person in ehe\u00e4hnlicher er gleichgeschlechtlicher Gemeinschaft lebt, in die (3) 1 Personenbezogene Daten d\u00fcrfen durch Anwenerpr\u00fcfung mit einbezogen, so ist auch deren Zustimdung nachrichtendienstlicher Mittel nur erhoben werng erforderlich. den, wenn die Daten nicht auf eine andere geeignete Weise gewonnen werden k\u00f6nnen, die die betroffene (3) 1 Sind f\u00fcr die Erf\u00fcllung einer Aufgabe verschiePerson weniger beeintr\u00e4chtigt. 2 Die Anwendung nachne Ma\u00dfnahmen geeignet, so hat das Landesamt f\u00fcr richtendienstlicher Mittel darf nicht erkennbar au\u00dfer fassungsschutz diejenige zu w\u00e4hlen, die die betrofVerh\u00e4ltnis zur Bedeutung des aufzukl\u00e4renden Sachver- e Gruppierung oder Person voraussichtlich am halts stehen. 3 Sie ist unverz\u00fcglich zu beenden, wenn ihr nigsten beeintr\u00e4chtigt. 2 Eine Ma\u00dfnahme unterbleibt, Zweck erreicht ist oder sich ergibt, dass er nicht oder nn sie einen Nachteil herbeif\u00fchrt, der erkennbar nicht auf diese Weise erreicht werden kann. \u00dfer Verh\u00e4ltnis zu dem beabsichtigten Erfolg steht. (4) Die Zul\u00e4ssigkeit von Ma\u00dfnahmen nach dem Art. 5 Gesetz zu Art. 10 Grundgesetz bleibt unber\u00fchrt. Erhebung personenbezogener Daten Art. 6 a 1 Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz darf persoEinsatz besonderer technischer Mittel nbezogene Daten erheben, soweit das zur Erf\u00fcllung im Schutzbereich des Art. 13 Grundgesetz ner Aufgaben nach diesem Gesetz erforderlich ist. ur Erf\u00fcllung seiner Aufgaben nach Art. 3 Abs. 3 (1) 1 Der Einsatz besonderer technischer Mittel zur 1 darf das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz persoInformationsgewinnung im Schutzbereich des Art. 13 nbezogene Daten jedoch nur im Rahmen von Nachdes Grundgesetzes ist als nachrichtendienstliches Mitmittlungen erheben, soweit das zur \u00dcberpr\u00fcfung von tel im Sinn des Art. 6 Abs. 1 unter besonderer Ber\u00fcckormationen erforderlich ist, die bei den Verfassungssichtigung des Grundsatzes der Verhaltnism\u00e4\u00dfigkeit utzbeh\u00f6rden bereits vorliegen. nach Art. 6 Abs. 3 nur zul\u00e4ssig, wenn Art. 6 1. die materiellen Voraussetzungen f\u00fcr einen Eingriff Anwendung nachrichtendienstlicher Mittel in das Brief-, Postoder Fernmeldegeheimnis nach SS 1 Abs. 1 und SS 3 Abs. 1 des Gesetzes zur Beschr\u00e4n(1) 1 Zur Erf\u00fcllung seiner Aufgaben nach diesem kung des Brief-, Postund Fernmeldegeheimnisses setz darf das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz auch vom 26. Juni 2001 (BGBl I S. 1254) in der jeweils hrichtendienstliche Mittel anwenden. 2 Sie dienen geltenden Fassung vorliegen, oder verdeckten Informationsgewinnung und der Sicher2. tats\u00e4chliche Anhaltspunkte f\u00fcr den Verdacht vorlie- t des Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz und seiner gen, dass jemand Bestrebungen nach Art. 3 Abs. 1 tarbeiter. 3Nachrichtendienstliche Mittel sind Ma\u00dfSatz 1 Nrn. 1, 3 oder 4 durch die Planung oder Behmen zur Tarnung, der Einsatz geheimer Mitarbeiter gehung von Straftaten nach SSSS 129, 129 a, 129 b, 130 d andere Ma\u00dfnahmen, die verbergen sollen, dass das oder 131 des Strafgesetzbuchs (StGB) in der jeweils ndesamt f\u00fcr Verfassungsschutz Informationen ergeltenden Fassung verfolgt, oder bt. 4 Bei Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungen (Art. 3 Abs. 2 n. 1 und 2) darf das Landesamt f\u00fcr Verfassungs3. tats\u00e4chliche Anhaltspunkte f\u00fcr den Verdacht besteutz nur das nachrichtendienstliche Mittel der Tarhen, dass jemand Bestrebungen oder T\u00e4tigkeiten ng von Mitarbeitern anwenden. nach Art. 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 durch die Planung","der Begehung von Straftaten nach SS 100 a der StrafBetroffenen nach Absatz 5 oder f\u00fcr eine gerichtliche rozessordnung (StPO) in der Fassung der BekanntNachpr\u00fcfung der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Ma\u00dfnahme nach machung vom 7. April 1987 (BGBl I S. 1074, 1319), Absatz 1 von Bedeutung sein k\u00f6nnen. 7In diesem Fall uletzt ge\u00e4ndert durch Art. 3 des Gesetzes vom sind die Daten zu sperren und d\u00fcrfen nur zu diesen 2. August 2002 (BGBl I S. 3390), SSSS 261, 263 bis Zwecken verwendet werden. 65, 265 b, 266, 267 bis 273, 331 bis 334 StGB oder SS 92 a, 92 b des Ausl\u00e4ndergesetzes (AuslG) vom (4) Die \u00dcbermittlung personenbezogener Daten an . Juli 1990 (BGBl I S. 1353), zuletzt ge\u00e4ndert durch andere \u00f6ffentliche Stellen gem\u00e4\u00df Art. 14 Abs. 1 bis 3 ist Art. 11 des Gesetzes vom 9. Januar 2002 (BGBl I nur zul\u00e4ssig zur Abwehr von erheblichen Gefahren f\u00fcr . 361), in der jeweils geltenden Fassung verfolgt die \u00f6ffentliche Sicherheit, insbesondere zum Schutz der k\u00f6rperlichen Unversehrtheit von Personen und zur Verdie Erforschung des Sachverhalts auf andere Weise folgung von in Absatz 1 oder in SS 138 StGB genannten ichtslos oder wesentlich erschwert w\u00e4re. 2Der verStraftaten. kte Einsatz besonderer technischer Mittel darf sich gegen den Verd\u00e4chtigen oder gegen Personen rich(5) 1Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz teilt dem von denen auf Grund von Tatsachen anzunehmen Betroffenen Ma\u00dfnahmen nach Absatz 1 Satz 1 nach dass sie f\u00fcr den Verd\u00e4chtigen bestimmte oder von ihrer Einstellung, fr\u00fchestens jedoch dann mit, wenn eine herr\u00fchrende Mitteilungen entgegennehmen oder Gef\u00e4hrdung des Zwecks der Ma\u00dfnahme ausgeschlossen ergeben, oder dass der Verd\u00e4chtige sich in ihrer werden kann. 2Einer Mitteilung bedarf es nicht, wenn das hnung aufh\u00e4lt. nach Absatz 7 zust\u00e4ndige Gericht festgestellt hat, dass 2) 1 Der Einsatz besonderer technischer Mittel nach 1. die Voraussetzung auch nach f\u00fcnf Jahren nach Beenatz 1 bedarf einer richterlichen Anordnung. 2Bei digung der Ma\u00dfnahme noch nicht eingetreten ist, ahr im Verzug kann der Pr\u00e4sident des Landesamts 2. sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Verfassungsschutz oder dessen Vertreter die Anordauch in Zukunft nicht eintreten wird und g treffen; eine richterliche Entscheidung ist unverich nachzuholen. 3Die Anordnungen sind auf l\u00e4ngs3. die Voraussetzungen f\u00fcr eine L\u00f6schung sowohl bei drei Monate zu befristen; Verl\u00e4ngerungen um jeder erhebenden Stelle als auch beim Empf\u00e4nger der s nicht mehr als drei weitere Monate sind auf AnDaten vorliegen. zul\u00e4ssig, soweit die Voraussetzungen der Anord- g fortbestehen. 4Liegen die Voraussetzungen nicht (6) 1 Der verdeckte Einsatz besonderer technischer r vor oder ist der verdeckte Einsatz technischer Mittel im Schutzbereich des Art. 13 des Grundgesetzes el nicht mehr erforderlich, so ist die Ma\u00dfnahme unausschlie\u00dflich zum Schutz der f\u00fcr den Verfassungs\u00fcglich zu beenden. schutz in diesem Bereich t\u00e4tigen Personen bedarf der Anordnung des Pr\u00e4sidenten des Landesamts f\u00fcr Verfas3) 1 Ein Bediensteter des Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz oder eines von ihm bestellten Beauftraggsschutz mit Bef\u00e4higung zum Richteramt beauften. 2Eine anderweitige Verwertung der hierbei erlangtigt den Vollzug der Anordnung. 2Die nach Absatz 1 ten Erkenntnisse ist nur zul\u00e4ssig, wenn zuvor die benen Daten d\u00fcrfen nur zur Erforschung und VerRechtm\u00e4\u00dfigkeit der Ma\u00dfnahme richterlich festgestellt ung von dort genannten Bestrebungen und T\u00e4tigist; bei Gefahr im Verzug ist die richterliche Entscheien, sowie f\u00fcr Daten\u00fcbermittlungen nach Absatz 4 dung unverz\u00fcglich nachzuholen. 3Soweit Erkenntnisse wendet werden. 3Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsverwertet werden, gelten f\u00fcr die Datenverarbeitung, die utz pr\u00fcft unverz\u00fcglich und sodann in Abst\u00e4nden von L\u00f6schung der Daten und die Mitteilung des Betroffenen s Monaten, ob die durch Ma\u00dfnahmen nach Absatz 1 die Abs\u00e4tze 3 bis 5 entsprechend. 4Im \u00dcbrigen sind sie benen personenbezogenen Daten allein oder zuunverz\u00fcglich zu l\u00f6schen. men mit bereits vorliegenden Daten f\u00fcr die Verfol- g und Erforschung der dort genannten Bestrebun(7) 1Zust\u00e4ndiges Gericht zur Entscheidung nach den oder T\u00e4tigkeiten erforderlich sind. 4Soweit diese Abs\u00e4tzen 2, 5 und 6 ist das Amtsgericht am Sitz des en daf\u00fcr nicht erforderlich sind und nicht f\u00fcr eine Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz. 2F\u00fcr das Verfahren rmittlung an andere Stellen ben\u00f6tigt werden, sind gelten die Vorschriften des Gesetzes \u00fcber die Angeleunverz\u00fcglich unter Aufsicht eines Bediensteten, der genheiten der Freiwilligen Gerichtsbarkeit - FGG - Bef\u00e4higung zum Richteramt hat, zu l\u00f6schen. 5Die (BGBl III 315-1), zuletzt ge\u00e4ndert durch Art. 26 des chung ist zu protokollieren. 6Die L\u00f6schung unterGesetzes vom 23. Juli 2002 (BGBl I S. 2850), entsprebt, soweit die Daten f\u00fcr eine Mitteilung an den chend.","(8) 1Die Staatsregierung unterrichtet den Landtag (2) 1Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz darf im rlich \u00fcber die in Absatz 1, und soweit richterlich Einzelfall zur Erf\u00fcllung seiner Aufgabe nach Art. 3 erpr\u00fcfungsbed\u00fcrftig, nach Absatz 6 angeordneten Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, sofern die dort genannten Bestre\u00dfnahmen. 2Ein vom Landtag ausgew\u00e4hltes Gremium bungen durch Anwendung von Gewalt oder darauf auf der Grundlage dieses Berichts die parlamentariausgerichtete Vorbereitungshandlungen verfolgt wer- e Kontrolle aus. den, sowie zur Erf\u00fcllung seiner Aufgabe nach Art. 3 Abs. 1 Nr. 5 Ausk\u00fcnfte entsprechend SS 8 Abs. 5 bis 8 Art. 6 b BVerfSchG einholen. 2Absatz 1 gilt entsprechend. Datenerhebung bei Kreditinstituten, Fluggesellschaften, sowie Post-, Telekommuni(3) 1Das Staatsministerium des Innern unterrichtet im kationsund Teledienstgesellschaften Abstand von h\u00f6chstens sechs Monaten das Parlamentarisowie Einsatz des IMSI-Catchers sche Kontrollgremium nach dem Parlamentarischen Kontrollgremium-Gesetz \u00fcber die Durchf\u00fchrung der (1) 1Ausk\u00fcnfte nach SS 8 Abs. 5 bis 8 des Gesetzes Abs\u00e4tze 1 und 2; dabei ist insbesondere ein \u00dcberblick er die Zusammenarbeit des Bundes und der L\u00e4nder in \u00fcber Anlass, Umfang, Dauer, Ergebnis und Kosten der im gelegenheiten des Verfassungsschutzes und des BunBerichtszeitraum durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen nach den amts f\u00fcr Verfassungsschutz (BundesverfassungsAbs\u00e4tzen 1 und 2 zu geben. 2Das Gremium erstattet dem utzgesetz - BVerfSchG) vom 20. Dezember 1990 Bayerischen Landtag j\u00e4hrlich einen Bericht \u00fcber die GBl I S. 2954), zuletzt ge\u00e4ndert durch Art. 9 des Durchf\u00fchrung sowie Art, Umfang und Anordnungsgr\u00fcnde setzes vom 16. August 2002 (BGBl I S. 3202), in der der Ma\u00dfnahmen nach den Abs\u00e4tzen 1 und 2; dabei sind weils geltenden Fassung d\u00fcrfen nur auf Antrag eingedie Grunds\u00e4tze des Art. 2 Abs. 1 PKGG zu beachten. t werden. 2Der Antrag ist durch den Pr\u00e4sidenten des ndesamts f\u00fcr Verfassungsschutz oder seinen Vertreter (4) 1Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz darf im riftlich zu stellen und zu begr\u00fcnden. 3\u00dcber den Antrag Einzelfall zur Erf\u00fcllung seiner Aufgaben nach Art. 3 scheidet das Staatsministerium des Innern. 4Es unterAbs. 1 Satz 1 Nr. 1, sofern die dort genannten Bestrehtet monatlich die nach Art. 2 des Gesetzes zur Ausbungen durch Anwendung von Gewalt oder darauf ausrung des Gesetzes zu Art. 10 Grundgesetz (AGG 10) gerichtete Vorbereitungshandlungen verfolgt werden, m 11. Dezember 1984 (GVBl S. 522, BayRS 12-2-I), sowie zur Erf\u00fcllung seiner Aufgaben nach Art. 3 Abs. 1 etzt ge\u00e4ndert durch Art. 4 Abs. 2 des Gesetzes vom Satz 1 Nrn. 2 bis 5 unter den Voraussetzungen des SS 3 Februar 2000 (GVBl S. 40), gebildete Kommission Abs. 1 des Artikel 10-Gesetzes auch technische Mittel er die beschiedenen Antr\u00e4ge vor deren Vollzug. 5Bei zur Ermittlung des Standorts eines aktiv geschalteten fahr im Verzug kann das Staatsministerium des Innern Mobilfunkendger\u00e4ts und zur Ermittlung der Ger\u00e4teund n Vollzug der Entscheidung auch bereits vor der UnKartennummern einsetzen. 2Die Ma\u00dfnahme ist nur zuichtung der Kommission anordnen. 6Die Kommission l\u00e4ssig, wenn ohne die Ermittlung die Erreichung des ft von Amts wegen oder auf Grund von Beschwerden Zwecks der \u00dcberwachungsma\u00dfnahme aussichtslos oder Zul\u00e4ssigkeit und Notwendigkeit der Einholung von wesentlich erschwert w\u00e4re. 3Personenbezogene Daten sk\u00fcnften. 7 SS 15 Abs. 5 des Artikel l0-Gesetzes vom eines Dritten d\u00fcrfen anl\u00e4sslich solcher Ma\u00dfnahmen nur Juni 200l (BGBl I S. 1254), zuletzt ge\u00e4ndert durch erhoben werden, wenn dies aus technischen Gr\u00fcnden . 5 Abs. 1 des Gesetzes vom 22. August 2002 (BGBl I zur Erreichung des Zwecks nach Satz 1 unvermeidbar 3390), ist mit der Ma\u00dfgabe entsprechend anzuwenist. 4\u00dcber den Datenabgleich zur Ermittlung der gesuchn, dass die Kontrollbefugnis der Kommission sich auf ten Ger\u00e4teund Kartennummer hinaus d\u00fcrfen sie nur gesamte Erhebung, Verarbeitung und Nutzung der zur Verh\u00fctung und Verfolgung von Straftaten im Sinn h SS 8 Abs. 5 bis 8 BVerfSchG erlangten personenbedes SS 138 StGB verwendet werden. 5Nach Beendigung genen Daten erstreckt. 8Entscheidungen \u00fcber Ausk\u00fcnfder Ma\u00dfnahme sind sie unverz\u00fcglich zu l\u00f6schen. die die Kommission f\u00fcr unzul\u00e4ssig oder nicht not- 6 Abs\u00e4tze 1 und 3 gelten entsprechend. ndig erkl\u00e4rt, hat das Staatsministerium des Innern unz\u00fcglich aufzuheben. 9F\u00fcr die Verarbeitung der nach (5) Das Staatsministerium des Innern erstattet dem Abs. 5 bis 8 BVerfSchG erhobenen Daten ist SS 4 des Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundes j\u00e4hrikel l0-Gesetzes entsprechend anzuwenden. 10Das lich einen Bericht nach SS 8 Abs. 11 BVerfSchG \u00fcber die skunftsersuchen und die \u00fcbermittelten Daten d\u00fcrfen Durchf\u00fchrung des Absatzes 1; dabei ist insbesondere m Betroffenen oder Dritten vom Auskunftsgeber nicht ein \u00dcberblick \u00fcber Anlass, Umfang, Dauer, Ergebnis geteilt werden. 11SS12 Abs. 1 und 3 des Artikel 10-Geund Kosten der im Berichtszeitraum durchgef\u00fchrten zes finden entsprechende Anwendung. Ma\u00dfnahmen nach Absatz 1 zu geben.","Art. 7 Art. 8 Speicherung und Ver\u00e4nderung Berichtigung und L\u00f6schen von Daten personenbezogener Daten (1) Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz hat die in 1) 1 Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz darf zur Dateien gespeicherten personenbezogenen Daten zu llung seiner Aufgaben nach diesem Gesetz persoberichtigen, wenn sie unrichtig sind; in Akten, die bezogene Daten in Dateien speichern und ver\u00e4nzu einer bestimmten Person gef\u00fchrt werden, ist dies zu , wenn vermerken. ats\u00e4chliche Anhaltspunkte f\u00fcr Bestrebungen oder (2) 1 Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz hat die in T\u00e4tigkeiten nach Art. 3 Abs. 1 vorliegen oder Dateien gespeicherten personenbezogenen Daten zu ies f\u00fcr die Erforschung und Bewertung von Bestrel\u00f6schen, wenn ihre Speicherung nach Art. 7 unzul\u00e4ssig ungen oder T\u00e4tigkeiten nach Art. 3 Abs. 1 erforderwar oder ihre Kenntnis f\u00fcr die Erf\u00fcllung seiner gesetzch ist oder lich festgelegten Aufgaben nicht mehr erforderlich ist; as Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz nach Art. 3 Akten, die zu einer bestimmten Person gef\u00fchrt werden, Abs. 2 Nrn. 2 und 3 an \u00dcberpr\u00fcfungen mitwirkt. sind unter diesen Voraussetzungen zu vernichten. 2 Ob die Voraussetzungen der L\u00f6schung und Vernichtung den F\u00e4llen des Art. 3 Abs. 3 Nr. 1 d\u00fcrfen personennach Satz 1 vorliegen, ist bei jeder Einzelfallbearbeiogene Daten in Dateien nur gespeichert werden, tung und nach festgesetzten Fristen zu entscheiden. n tats\u00e4chliche Anhaltspunkte f\u00fcr Bestrebungen oder 3 Die L\u00f6schung oder Vernichtung unterbleibt, wenn gkeiten nach Art. 3 Abs. 1 vorliegen. 3Das Recht der Grund zu der Annahme besteht, dass durch sie schutzzung und Verabeitung personenbezogener Daten w\u00fcrdige Interessen der betroffenen Person beeintr\u00e4ch- h Art. 4 Abs. 1 Satz 2 zur Vorgangsverwaltung bleibt tigt w\u00fcrden. 4 In diesem Fall sind die Daten zu sperren; er\u00fchrt. sie d\u00fcrfen nur noch mit Einwilligung der betroffenen Person \u00fcbermittelt werden. 2) 1Personenbezogene Daten \u00fcber das Verhalten r Person vor Vollendung des 14. Lebensjahres d\u00fcr(3) 1 F\u00fcr die Archivierung gelten die Vorschriften nicht in Dateien gespeichert werden. 2 Personenbedes Bayerischen Archivgesetzes. 2 Die Anbietungsene Daten \u00fcber das Verhalten einer Person nach pflicht bestimmt sich nach Ma\u00dfgabe der nach Art. 6 endung des 14. und vor Vollendung des 16. LebensAbs. 2 BayArchivG abzuschlie\u00dfenden Vereinbarung. es sind zwei Jahre nach dem Verhalten zu l\u00f6schen, ei denn, dass weitere Erkenntnisse im Sinn des Art. 9 3 Abs. 1 angefallen sind. 3 Personenbezogene Daten Errichtungsanordnung das Verhalten einer Person nach Vollendung des und vor Vollendung des 18. Lebensjahres sind zwei (1) 1 F\u00fcr den erstmaligen Einsatz einer automatisier- e nach dem Verhalten auf die Erforderlichkeit der ten Datei, in der personenbezogene Daten verarbeitet cherung in Dateien zu \u00fcberpr\u00fcfen und sp\u00e4testens werden, hat das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz in Jahre nach dem Verhalten zu l\u00f6schen, es sei denn, einer Errichtungsanordnung, die der Zustimmung des weitere Erkenntnisse im Sinn des Art. 3 Abs. 1 Staatsministeriums des Innern bedarf, festzulegen: efallen sind \u00fcber ein Verhalten nach Eintritt der j\u00e4hrigkeit. 4 F\u00fcr Akten, die zu einer minderj\u00e4hrigen 1. Bezeichnung der Datei, on gef\u00fchrt werden, gelten die vorstehenden Pr\u00fc2. Zweck der Datei, gsund L\u00f6schungsfristen entsprechend. 3. betroffener Personenkreis, 3) Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz hat die 4. Art der zu speichernden Daten, er der Speicherung in Dateien und in Akten, die zu 5. Eingabeberechtigung, r bestimmten Person gef\u00fchrt werden, auf das Ma\u00df 6. Zugangsberechtigung, zulegen, das zur Erf\u00fcllung seiner Aufgabe nach dieGesetz erforderlich ist. 7. regelm\u00e4\u00dfige \u00dcbermittlungen, 8. \u00dcberpr\u00fcfungsfristen, Speicherungsdauer, 4) Werden Bewertungen \u00fcber Betroffene gespei9. Protokollierung des Abrufs. t, muss erkennbar sein, wer die Bewertung vorgemen hat und wo die Informationen gespeichert 2 Nach der Zustimmung des Staatsministeriums des , die der Bewertung zugrunde liegen. Innern ist die Errichtungsanordnung dem Landesbeauf-","gten f\u00fcr den Datenschutz unverz\u00fcglich mitzuteilen. 4. die Information oder die Tatsache der Speicherung ntsprechendes gilt f\u00fcr wesentliche \u00c4nderungen des nach einer Rechtsvorschrift oder ihrem Wesen fahrens. nach, insbesondere wegen der \u00fcberwiegenden berechtigten Interessen eines Dritten, geheimgehal(2) Die Zustimmung des Staatsministeriums des ten werden muss. ern darf nur erteilt werden, wenn die Speicherung sonenbezogener Daten auf das erforderliche Ma\u00df (4) 1 Die Ablehnung der Auskunftserteilung bedarf chr\u00e4nkt ist. keiner Begr\u00fcndung. 2 Wird die Auskunftserteilung abgelehnt, ist der Betroffene auf die Rechtsgrundlage f\u00fcr (3) Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz hat in das Fehlen der Begr\u00fcndung und darauf hinzuweisen, gemessenen Abst\u00e4nden die Notwendigkeit der Weidass er sich hinsichtlich der Verarbeitung personen\u00fchrung oder \u00c4nderung seiner Dateien zu pr\u00fcfen. bezogener Daten an den Landesbeauftragten f\u00fcr den Datenschutz wenden kann. 3 Dem Landesbeauftragten Art. 10 f\u00fcr den Datenschutz ist auf sein Verlangen Auskunft zu Geltung des Bayerischen Datenschutzgesetzes erteilen, soweit nicht das Staatsministerium des Innern im Einzelfall feststellt, dass dadurch die Sicherheit des Bei der Erf\u00fcllung der gesetzlich festgelegten AufBundes oder eines Landes gef\u00e4hrdet w\u00fcrde. 4 Mitteilunben durch das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz fingen des Landesbeauftragten an den Betroffenen d\u00fcrfen n die Art. l0 bis 13, 15 bis 23 und 26 bis 28 des keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf den Kenntnisstand des Landesyerischen Datenschutzgesetzes keine Anwendung. amts f\u00fcr Verfassungsschutz zulassen, sofern dieses nicht einer weitergehenden Auskunft zustimmt. Art. 11 Auskunftserteilung III. Abschnitt (1) 1 Ein Anspruch auf Auskunft \u00fcber die beim \u00dcbermittlungsregelungen ndesamt f\u00fcr Verfassungsschutz in Dateien oder ten gespeicherten Informationen besteht nicht. 2 Hat Art. 12 e Person ein besonderes Interesse an einer Auskunft Informations\u00fcbermittlung er die zu ihrer Person gespeicherten Daten, so entan das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz eidet das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz nach ohne Ersuchen chtgem\u00e4\u00dfem Ermessen \u00fcber das Auskunftsbegeh(1) Die Beh\u00f6rden, Gerichte hinsichtlich ihrer Regis- . ter, Gebietsk\u00f6rperschaften und andere der staatlichen Aufsicht unterstehenden juristischen Personen des (2) Soweit eine Person einer Sicherheits\u00fcberpr\u00fc\u00f6ffentlichen Rechts sowie sonstige \u00f6ffentliche Stellen g nach Art. 3 Abs. 2 unterzogen wird oder zu einer des Freistaats Bayern haben von sich aus dem Landesson Auskunft nach Art. 3 Abs. 3 Nr. 1 erteilt wird, amt f\u00fcr Verfassungsschutz die ihnen bei Erf\u00fcllung ihrer diese Person abweichend von Absatz 1 einen Aufgaben bekannt gewordenen Informationen zu \u00fcberspruch auf Auskunft \u00fcber die Daten des Landesamts mitteln, wenn tats\u00e4chliche Anhaltspunkte daf\u00fcr besteVerfassungsschutz, die es im Rahmen der Erf\u00fcllung hen, dass die \u00dcbermittlung f\u00fcr die Erf\u00fcllung der Aufser Aufgaben \u00fcbermittelt hat. gaben des Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz nach Art. 3 Abs. 1 oder entsprechender Aufgaben auf Grund eines (3) Die Auskunftserteilung unterbleibt, soweit Gesetzes nach Art. 73 Nr. 10 Buchst. b oder c des eine Gef\u00e4hrdung der Erf\u00fcllung der Aufgaben nach Grundgesetzes erforderlich sein kann. Art. 3 durch die Auskunftserteilung zu besorgen ist, (2) 1 Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz hat die durch die Auskunftserteilung nachrichtendienstliche \u00fcbermittelten Informationen nach ihrem Eingang unZug\u00e4nge gef\u00e4hrdet sein k\u00f6nnen oder die Ausforverz\u00fcglich darauf zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob sie f\u00fcr die Erf\u00fclschung des Erkenntnisstandes oder der Arbeitslung seiner in Absatz 1 genannten Aufgaben erforderweise des Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz zu lich sind. 2 Ergibt die Pr\u00fcfung, dass sie nicht erforderbef\u00fcrchten ist, lich sind, sind die Unterlagen unverz\u00fcglich zu vernichdie Auskunft die \u00f6ffentliche Sicherheit gef\u00e4hrden ten. 3 Die Vernichtung kann unterbleiben, wenn die oder sonst dem Wohl des Bundes oder eines Landes Trennung von anderen Informationen, die zur Erf\u00fcllung Nachteile bereiten w\u00fcrde oder der Aufgaben erforderlich sind, nicht oder nur mit un-","retbarem Aufwand erfolgen kann; in diesem Fall Art. 14 en die nicht erforderlichen Informationen nicht verPersonenbezogene Daten\u00fcbermittlung det werden. durch das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz (1) 1 Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz darf perArt. 13 sonenbezogene Daten an \u00f6ffentliche Stellen \u00fcbermitteln, Informations\u00fcbermittlung wenn das zur Erf\u00fcllung seiner Aufgaben nach diesem an das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz Gesetz erforderlich ist oder wenn die \u00f6ffentliche Stelle auf Ersuchen die Daten zum Schutz der freiheitlichen demokratischen Grundordnung oder sonst f\u00fcr Zwecke der \u00f6ffentlichen 1) 1 Die in Art. 12 Abs. 1 genannten \u00f6ffentlichen Sicherheit einschlie\u00dflich der Strafverfolgung ben\u00f6tigt; len haben dem Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz hat die \u00dcbermittdessen Ersuchen die ihnen bei Erf\u00fcllung ihrer Auflung aktenkundig zu machen. 2 Gleiches gilt, wenn der en bekannt gewordenen Informationen zu \u00fcbermitEmpf\u00e4nger die personenbezogenen Daten zur Erf\u00fcllung soweit das zur Erf\u00fcllung der Aufgaben des Lananderer ihm zugewiesener Aufgaben ben\u00f6tigt, sofern er mts f\u00fcr Verfassungsschutz nach diesem Gesetz dabei auch zum Schutz der freiheitlichen demokratischen rderlich ist. 2 Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz Grundordnung beizutragen oder Gesichtspunkte der Ersuchen nach Satz 1 nur stellen, wenn die Infor\u00f6ffentlichen Sicherheit oder ausw\u00e4rtige Belange zu on auf andere Weise nur mit \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Aufw\u00fcrdigen hat. 3 Der Empf\u00e4nger darf die \u00fcbermittelten d oder nur durch eine die betroffene Gruppierung Daten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist, Person st\u00e4rker belastende Ma\u00dfnahme gewonnen nur zu dem Zweck verwenden, zu dem sie ihm \u00fcbermitden kann. 3 Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz telt wurden, es sei denn, dass das Landesamt f\u00fcr VerfasErsuchen zu begr\u00fcnden, es sei denn, dass eine Besungsschutz einer anderen Verwendung f\u00fcr Zwecke ndung dem Schutz der betroffenen Gruppierung nach den S\u00e4tzen 1 und 2 zugestimmt hat. 4 Satz 1 gilt Person zuwiderl\u00e4uft oder den Zweck der Ma\u00dfnahauch f\u00fcr die \u00dcbermittlung personenbezogener Daten ingef\u00e4hrden w\u00fcrde. 4 Es hat die Ersuchen aktenkundig nerhalb des Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz. machen. (2) 1 Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz darf 2) 1 Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz darf Dienststellen der Stationierungsstreitkr\u00e4fte im Rahmen en anderer \u00f6ffentlicher Stellen und amtlich gef\u00fchrte von Art. 3 des Zusatzabkommens zu dem Abkommen eien unter den Voraussetzungen des Absatzes 1 einzwischen den Parteien des Nordatlantikvertrags \u00fcber n, soweit das zur Erf\u00fcllung seiner Aufgaben nach die Rechtsstellung ihrer Truppen hinsichtlich der in der em Gesetz erforderlich ist und die sonstige \u00dcberBundesrepublik Deutschland stationierten ausl\u00e4ndilung von Informationen aus den Akten oder den schen Streitkr\u00e4fte vom 3. August 1959 (BGBl II 1961 eien den Zweck der Ma\u00dfnahme gef\u00e4hrden, einen S. 1183) personenbezogene Daten \u00fcbermitteln; das Lanm\u00e4\u00dfigen Aufwand erfordern oder das Pers\u00f6nlichdesamt f\u00fcr Verfassungsschutz hat die \u00dcbermittlung srecht des Betroffenen unn\u00f6tig beeintr\u00e4chtigen w\u00fcraktenkundig zu machen. 2 Der Empf\u00e4nger ist darauf hin\u00dcber die Einsichtnahme in amtlich gef\u00fchrte Dateien zuweisen, dass die \u00fcbermittelten Daten nur zu dem das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz einen NachZweck verwendet werden d\u00fcrfen, zu dem sie ihm \u00fcberzu f\u00fchren, aus dem der Zweck und die eingesehene mittelt wurden. ei hervorgehen; die Nachweise sind gesondert aufewahren, gegen unberechtigten Zugriff zu sichern (3) 1 Das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz darf peram Ende des Kalenderjahres, das dem Jahr ihrer sonenbezogene Daten an \u00f6ffentliche Stellen au\u00dferhalb ellung folgt, zu vernichten. des Geltungsbereichs des Grundgesetzes sowie an \u00fcberoder zwischenstaatliche \u00f6ffentliche Stellen \u00fcber3) 1 H\u00e4lt eine in Art. 12 Abs. 1 genannte \u00f6ffentliche mitteln, wenn die \u00dcbermittlung zur Erf\u00fcllung seiner le das Ersuchen nach Absatz 1 oder die EinsichtAufgaben nach diesem Gesetz oder zur Wahrung me nach Absatz 2 f\u00fcr unzul\u00e4ssig, so teilt sie das erheblicher Sicherheitsinteressen des Empf\u00e4ngers erforLandesamt f\u00fcr Verfassungsschutz mit. 2 Besteht derlich ist; das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz hat es auf dem Ersuchen oder der Einsichtnahme, so die \u00dcbermittlung aktenkundig zu machen. 2 Die \u00dcbercheidet dar\u00fcber die oberste fachliche Aufsichtsmittlung unterbleibt, wenn ausw\u00e4rtige Belange der Bun\u00f6rde, die f\u00fcr die ersuchte Stelle zust\u00e4ndig ist. desrepublik Deutschland oder \u00fcberwiegende schutzw\u00fcrdige Interessen der betroffenen Person entgegenstehen. 4) Art. 12 Abs. 2 gilt entsprechend. 3 Sie ist aktenkundig zu machen. 4 Der Empf\u00e4nger ist","auf hinzuweisen, dass die \u00fcbermittelten Daten nur 1. erkennbar ist, dass unter Ber\u00fccksichtigung der Art dem Zweck verwendet werden d\u00fcrfen, zu dem sie der Informationen und ihrer Erhebung das schutz- m \u00fcbermittelt wurden. w\u00fcrdige Interesse der Betroffenen das Allgemeininteresse an der \u00dcbermittlung \u00fcberwiegt, oder (4) 1Personenbezogene Daten d\u00fcrfen au\u00dfer in den 2. \u00fcberwiegende Sicherheitsinteressen dies erfordern. len des Art. 4 Abs. 1 Satz 3 an andere Empf\u00e4nger als entliche Stellen nur \u00fcbermittelt werden, wenn dies (2) Besondere Rechtsvorschriften, die Informations- m Schutz vor den in Art. 3 Abs. 1 Satz 1 bezeichne\u00fcbermittlungen zulassen oder verbieten, bleiben unBestrebungen, Gefahren und T\u00e4tigkeiten erforderber\u00fchrt. h ist. 2Die \u00dcbermittlung nach Satz 1 bedarf der vorigen Zustimmung des Staatsministeriums des Innern; Zustimmung kann auch f\u00fcr eine Mehrzahl von ichartigen F\u00e4llen vorweg erteilt werden. 3Das Lanamt f\u00fcr Verfassungsschutz hat die \u00dcbermittlung IV. Abschnitt enkundig zu machen. 4Der Empf\u00e4nger darf die \u00fcberParlamentarische Kontrolle telten Daten nur zu dem Zweck verwenden, zu dem ihm \u00fcbermittelt wurden. 5Das Landesamt f\u00fcr VerfasArt. 18 gsschutz hat den Empf\u00e4nger darauf hinzuweisen. Parlamentarisches Kontrollgremium Die parlamentarische Kontrolle der Staatsregierung (5) 1 \u00dcbermittlungspflichten nach bundesrechtlichen hinsichtlich der T\u00e4tigkeit des Landesamts f\u00fcr Verfasrschriften bleiben unber\u00fchrt. 2 Das Landesamt f\u00fcr sungsschutz erfolgt nach den Bestimmungen des Gesetfassungsschutz kann andere Verfassungsschutzbeh\u00f6rzes zur parlamentarischen Kontrolle der Staatsregie- n auch dadurch unterrichten, dass es diesen den Abruf rung hinsichtlich der Ma\u00dfnahmen nach Art. 13 Abs. 3 n Daten im automatisierten Verfahren erm\u00f6glicht, bis 5 des Grundgesetzes sowie der T\u00e4tigkeit des Landesweit deren gesetzliche Aufgaben identisch sind. amts f\u00fcr Verfassungsschutz - Parlamentarisches Kontrollgremium-Gesetz - vom 10. Februar 2000 (GVBl Art. 15 S. 40, BayRS 12-4-I) in der jeweils geltenden Fassung. Unterrichtung der \u00d6ffentlichkeit 1 Das Staatsministerium des Innern und das LandesArt. 19 und 20 (aufgehoben) t f\u00fcr Verfassungsschutz unterrichten die \u00d6ffentlich- t \u00fcber Bestrebungen und T\u00e4tigkeiten nach Art. 3 s. l. 2 Dabei d\u00fcrfen der \u00d6ffentlichkeit personenbezone Daten bekanntgegeben werden, wenn das Interesse V. Abschnitt \u00d6ffentlichkeit an der Unterrichtung das schutzSchlussvorschriften rdige Interesse der betroffenen Person an der Wah- g ihrer Anonymit\u00e4t \u00fcberwiegt. Art. 21 Erf\u00fcllung bundesrechtlicher Aufgaben Art. 16 Nachberichtspflicht Zur Erf\u00fcllung von Aufgaben auf Grund eines Gesetzes nach Art. 73 Nr. l0 Buchst. b und c des GrundErweisen sich personenbezogene Daten nach ihrer gesetzes stehen dem Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz ermittlung durch das Landesamt f\u00fcr Verfassungsdie Befugnisse zu, die es zur Erf\u00fcllung der entsprechenutz als unvollst\u00e4ndig oder unrichtig, sind sie unverden Aufgaben nach diesem Landesgesetz hat. glich gegen\u00fcber dem Empf\u00e4nger zu berichtigen, nn das zur Wahrung schutzw\u00fcrdiger Interessen der Art. 22 roffenen Person erforderlich ist. Einschr\u00e4nkung von Grundrechten Art. 17 Auf Grund dieses Gesetzes kann das Grundrecht \u00dcbermittlungsverbote der Unverletzlichkeit der Wohnung nach Art. 13 des Grundgesetzes und Art. l06 Abs. 3 der Verfassung und (1) Die \u00dcbermittlung von Informationen durch das das Grundrecht des Brief-, Postund Fernmeldegeheimndesamt f\u00fcr Verfassungsschutz nach den Art. 4 und nisses nach Art. 10 des Grundgesetzes und Art. 112 der hat zu unterbleiben, wenn Verfassung eingeschr\u00e4nkt werden.","Art. 23 Art. 24 \u00c4nderung des Gesetzes zur Ausf\u00fchrung In-Kraft-Treten des Gesetzes zu Art. 10 Grundgesetz 1 Dieses Gesetz tritt am 1. November 1990 in Kraft.* Das Gesetz zur Ausf\u00fchrung des Gesetzes zu Art. 10 2 Gleichzeitig treten au\u00dfer Kraft: ndgesetz (AGG 10) vom 11. Dezember 1984 (GVBl 1. Das Gesetz \u00fcber die Errichtung eines Landesamts 22, BayRS 12-2-I) wird wie folgt ge\u00e4ndert: f\u00fcr Verfassungsschutz (BayRS 12-1-I), Art. 2 Abs. 3 Satz 6 erh\u00e4lt folgende Fassung: 2. Art. 8 Abs. 2 Nr. 5 des Bayerischen Datenschutz- 6 Die Kommission gibt sich eine Gesch\u00e4ftsordnung, gesetzes (BayRS 204-1-I). ie der Zustimmung der Parlamentarischen Konrollkommission f\u00fcr die Angelegenheiten des Verfasungsschutzes bedarf.\" n Art. 3 werden die Worte \"den f\u00fcr Sicherheitsragen zust\u00e4ndigen Ausschuss des Landtags\" durch * Diese Vorschrift betrifft das In-Kraft-Treten des Gesetzes in der ie Worte \"die Parlamentarische Kontrollkommission urspr\u00fcnglichen Fassung vom 24. August 1990 (GVBl S. 323). \u00fcr die Angelegenheiten des Verfassungsschutzes\" Der Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens der sp\u00e4teren \u00c4nderungen rsetzt. ergibt sich aus den jeweiligen \u00c4nderungsgesetzen.","Gesetz zur parlamentarischen Kontrolle der Staatsregierung hinsichtlich der Ma\u00dfnahmen nach Art. 13 Abs. 3 bis 5 des Grundgesetzes sowie der T\u00e4tigkeit des Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz (Parlamentarisches Kontrollgremium-Gesetz - PKGG) Vom 10. Februar 2000 (GVBl S. 40, BayRS 12-4-I) Ge\u00e4ndert durch SS 4 des Gesetzes zur \u00c4nderung des Bayerischen Verfassungsschutzgesetzes, des Gesetzes zur Ausf\u00fchrung des Gesetzes zu Art. 10 Grundgesetz, des Bayerischen Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungsgesetzes und des Parlamentarischen Kontrollgremium-Gesetzes vom 24. Dezember 2002 (GVBl S. 969) und SS 1 Nr. 6 des Dritten Gesetzes zur Aufhebung von Rechtsvorschriften vom 7. August 2003 (GVBl S. 497) Art. 1 (3) 1 Scheidet ein Mitglied aus dem Landtag oder seiParlamentarisches Kontrollgremium ner Fraktion aus, so verliert es seine Mitgliedschaft im Parlamentarischen Kontrollgremium; Absatz 4 bleibt (1) 1 Das Parlamentarische Kontrollgremium \u00fcbt die unber\u00fchrt. 2F\u00fcr dieses Mitglied ist unverz\u00fcglich ein lamentarische Kontrolle gem\u00e4\u00df Art. 13 Abs. 6 Satz 3 neues Mitglied zu w\u00e4hlen; das Gleiche gilt, wenn ein Grundgesetzes zum Vollzug der Ma\u00dfnahmen nach Mitglied aus dem Parlamentarischen Kontrollgremium . 13 Abs. 3 bis 5 des Grundgesetzes nach Ma\u00dfgabe ausscheidet. 3Die S\u00e4tze 1 und 2 gelten entsprechend f\u00fcr Art. 48 a des Gesetzes zur Ausf\u00fchrung des Gerichtsdie stellvertretenden Mitglieder. fassungsgesetzes und von Verfahrensgesetzen des ndes (AGGVG), Art. 34 Abs. 6 des Polizeiaufgaben(4) Das Parlamentarische Kontrollgremium \u00fcbt seine etzes (PAG) und Art. 6 a Abs. 8 des Bayerischen T\u00e4tigkeit auch \u00fcber das Ende der Wahlperiode des Landfassungsschutzgesetzes (BayVSG) in der Fassung tags hinaus solange aus, bis der nachfolgende Landtag ein Bekanntmachung vom 10. April 1997 (GVBl S. 70, neues Parlamentarisches Kontrollgremium gew\u00e4hlt hat. yRS 12-1-I), zuletzt ge\u00e4ndert durch Art. 4 Abs. 1 des setzes vom 10. Februar 2000 (GVBl S. 40), aus. Art. 2 m Parlamentarischen Kontrollgremium obliegt ferGeheimhaltung die Kontrolle der Staatsregierung hinsichtlich der igkeit des Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz; die (1) 1 Die Beratungen des Parlamentarischen Kontrollchte des Landtags und seiner Aussch\u00fcsse bleiben ungremiums sind geheim. 2Die Mitglieder und stellvertre\u00fchrt. tenden Mitglieder sind zur Geheimhaltung der Angelegenheiten verpflichtet, die ihnen bei ihrer T\u00e4tigkeit im (2) 1 Das Parlamentarische Kontrollgremium besteht Parlamentarischen Kontrollgremium bekannt geworden f\u00fcnf Mitgliedern. 2Die Mitglieder des Parlamentarisind. 3Dies gilt auch f\u00fcr die Zeit nach ihrem Ausscheien Kontrollgremiums werden zu Beginn jeder neuen den aus dem Parlamentarischen Kontrollgremium. hlperiode vom Landtag aus seiner Mitte gew\u00e4hlt. 3In icher Weise wird f\u00fcr jedes Mitglied ein stellvertreten(2) 1 Das Parlamentarische Kontrollgremium tritt Mitglied gew\u00e4hlt. 4Gew\u00e4hlt ist, wer die Stimmen der mindestens einmal im Jahr zusammen. 2Jedes Mitglied hrheit der Mitglieder des Landtags auf sich vereint. kann die Einberufung des Parlamentarischen Kontroll-","miums verlangen. 3Das Parlamentarische KontrollArt. 4 mium gibt sich eine Gesch\u00e4ftsordnung. 4Ferner ob\u00c4nderung von Gesetzen ihm die Wahl seiner bzw. seines Vorsitzenden und vertretenden Vorsitzenden. (1) Das Bayerische Verfassungsschutzgesetz (BayVSG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. April 1997 (GVBl S. 70, BayRS 12-1-I), ge\u00e4ndert Art. 3 durch SS 2 des Gesetzes vom 10. Juli 1998 (GVBl chte des Parlamentarischen Kontrollgremiums S. 383), wird wie folgt ge\u00e4ndert: und Berichtspflichten der Staatsregierung 1. Art. 18 erh\u00e4lt folgende Fassung: 1) Das Staatsministerium der Justiz erstattet dem \"Art. 18 amentarischen Kontrollgremium j\u00e4hrlich Bericht Parlamentarisches Kontrollgremium h Art. 48 a AGGVG. Die parlamentarische Kontrolle der Staatsregie2) 1 Das Staatsministerium des Innern erstattet dem rung hinsichtlich der T\u00e4tigkeit des Landesamts f\u00fcr amentarischen Kontrollgremium j\u00e4hrlich Bericht Verfassungsschutz erfolgt nach den Bestimmungen h Art. 34 Abs. 6 PAG und Art. 6 a Abs. 8 BayVSG. des Gesetzes zur parlamentarischen Kontrolle der Berichterstattung nach diesen Vorschriften kann Staatsregierung hinsichtlich der Ma\u00dfnahmen nach ondert erfolgen. Art. 13 Abs. 3 bis 5 des Grundgesetzes sowie der T\u00e4tigkeit des Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz 3) 1 Das Staatsministerium des Innern unterrichtet - Parlamentarisches Kontrollgremium-Gesetz - vom Parlamentarische Kontrollgremium ferner regel10. Februar 2000 (BayRS 12-4-I).\" ig umfassend \u00fcber die allgemeine T\u00e4tigkeit des desamts f\u00fcr Verfassungsschutz und \u00fcber Vorg\u00e4nge 2. Art. l9 und 20 werden aufgehoben. besonderer Bedeutung. 2Dar\u00fcber hinaus berichtet es inem konkreten Thema aus dem Aufgabenbereich (2) In Art. 3 des Gesetzes zur Ausf\u00fchrung des Landesamts f\u00fcr Verfassungsschutz, sofern das ParGesetzes zu Art. 10 Grundgesetz (AGG 10) vom entarische Kontrollgremium dies verlangt. 3Zeit, Art 11. Dezember 1984 (GVBl S. 522, BayRS 12-2-I), Umfang der Unterrichtung des Parlamentarischen ge\u00e4ndert durch Art. 23 des Gesetzes vom 24. August trollgremiums werden unter Beachtung des not1990 (GVBl S. 323), werden die Worte \"die Parlamendigen Schutzes des Nachrichtenzugangs durch die tarische Kontrollkommission f\u00fcr Angelegenheiten des tische Verantwortung der Staatsregierung bestimmt. Verfassungsschutzes\" durch die Worte \"das Parlamentarische Kontrollgremium\" ersetzt. 4) 1 Das Staatsministerium des Innern erstattet dem amentarischen Kontrollgremium ferner Bericht Art. 5 h Ma\u00dfgabe des Art. 3 des Gesetzes \u00fcber die AufIn-Kraft-Treten, \u00dcbergangsvorschrift en der G 10-Kommission im Bayerischen Landtag zur Ausf\u00fchrung des Artikel 10-Gesetzes (G 10) (1) Dieses Gesetz tritt am 1. April 2000 in Kraft.* nach Ma\u00dfgabe des Art. 6 b Abs. 3 und 4 BayVSG. . 2 AGG 10 bleibt unber\u00fchrt. (2) (aufgehoben). * Diese Vorschrift betrifft das In-Kraft-Treten des Gesetzes in der urspr\u00fcnglichen Fassung. Der Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens der sp\u00e4teren \u00c4nderungen ergibt sich aus den jeweiligen \u00c4nderungsgesetzen.","achwortregister BLE 218 Arbeitsgemeinschaft Bayern 63 bu Sayaff 146 ARYAN REBELLS 75 G der Kommunistischen Plattform Assoziation Marxistischer Bayern 104 Studierender (AMS) 112 ktion Transparente Verwaltung ATTAC 114 \u00fcnchen (ATV) 220 Autonome 115 -Aqsa e.V. 152 .d.e.n.t.e. - autonome gruppe Bamberger Linke 103 t biss 118 barricada - zeitung f\u00fcr autonome -Gamaa al-Islamiya (GI) 151 politik und kultur 120 -Qaida 145 Bewegung der freien Jugend -Tauhid 163 Kurdistans (TECAK) 201 nsar al-Islam 159 Bewaffnete Islamische Gruppe (GIA) 154 tifa 110 BLUTRAUSCH 73 tifaschistisch k\u00e4mpfen (m\u00fcnchen) 118 BLUTSTAHL 75 ntifaschistische Aktion M\u00fcnchen 118 Bolschewistische Partei Nordkurdistan/T\u00fcrkei (BP-KK/T) 202 ntifaschistisches Aktionsb\u00fcndnis yern (AABB) 119 B\u00fcndnis M\u00fcnchen gegen Krieg 114 ntifaschistisches Aktionsb\u00fcndnis B\u00fcndnis Rechts 68 \u00fcrnberg 131 B\u00fcrgerinitiative Ausl\u00e4nderstopp (BIA) 53 ntikernkraftbewegung 126 Bund der Antifaschisten (BdA) 110 pplied Scholastics 219 Bund Frankenland - Staatsb\u00fcrgerliche abische Mudjahidin 145 Runde 65 beiterbund f\u00fcr den Wiederaufbau Burschenschaft Danubia 89 r KPD (AB) 115 beiterkommunistische Partei Iran Castle Hill Publishers Ltd. 84 PI) 200 Celebrity Centres (CC) 215 beiterpartei Kurdistans Church of Scientology International KK; nunmehr Volkskongress (CSI) 222 urdistans - KONGRA GEL -; rmals Freiheitsund DemokratieCitizens Commission on Human ngress Kurdistans - KADEK -) 180 Rights (CCHR) 220","ar Deutschland-Kampagne 206 Die Freunde im Ausland (DFiA) 85 ars 206 Die Republikaner (REP) 48 mbat 18 77 Die Ware 103 ntinental Liaison Office (CLO) 216 DISPUT 130 urage 131 Djihad Islami (JI) 151 MINON 219 Druckschriftenund Zeitungsverlag GmbH (DSZ-Verlag) 56 s Freie Forum 89 wa 166 Echelon 228 mokratie Direkt M\u00fcnchen e.V. 50 En Nahda 156 mokratische Front f\u00fcr die Befreiung \u00e4stinas (DFLP) 200 Falun-Gong-Bewegung 226 nk mit! 89 Flag Command Bureaux (FCB) 216 nk mit!-Verlag 89 Fl\u00fcchtlingshilfe Iran e.V. (FHI) 197 partment of Special Affairs (DSA) 220 F\u00f6deration der Arbeiter aus der Aktivist 88 T\u00fcrkei in Deutschland e.V. (ATIF) 193 Republikaner 88 F\u00f6deration der Arbeiterimmigranten utsche Aufbau-Organisation (DAO) 55 aus der T\u00fcrkei in Deutschland e.V. (AGIF) 194 utsche Geschichte 89 F\u00f6deration der Demokratischen utsche Kommunistische Partei (DKP) 106 Aleviten (DAV; ehemals Union der utsche Liga f\u00fcr Volk und Heimat Aleviten aus Kurdistan - KAB -) 201 VH) 89 F\u00f6deration der demokratischen utsche Stimme (DS) 88 Rechte in Deutschland (ADHF) 193 utsche Volksunion (DVU) 42 F\u00f6deration der Islamischen utsche Volksunion e.V. 88 Organisation in Europa (FIOE) 149 utsches B\u00fcro f\u00fcr Menschenrechte 209 F\u00f6deration der patriotischen Arbeiterund Kulturvereinigungen utsches Kolleg (DK) 89 aus Kurdistan in der Bundesrepublik utschland-Bewegung/FriedensDeutschland e.V. (FEYKA-Kurdistan) 201 mitee 54 F\u00f6deration der T\u00fcrkisch-Demokravrimci Sol (Revolution\u00e4re Linke) 189 tischen Idealistenvereine in Europa e.V. (AD\u00dcTDF) 195 netik nach L. Ron Hubbard 203 F\u00f6deration kurdischer Vereine in Artgemeinschaft - Germanische Deutschland e.V. (YEK-KOM) 183 ubensgemeinschaft wesensgem\u00e4\u00dfer ensgestaltung (Artgemeinschaft) 89 Fr\u00e4nkische Aktionsfront (F.A.F.) 61","auen f\u00fcr Demokratie im Iran e.V. 197 Hilafet Devleti (Der Kalifatsstaat) 174 auenverband Courage 131 Hilfsorganisation f\u00fcr nationale politische Gefangene und deren eie Nationalisten 28 Angeh\u00f6rige e.V. (HNG) 88 eiheit 203 Hizb Allah (Partei Gottes) 165 eiheitsund Demokratiekongress Hizb al-Dawa al-Islamiya (Dawa) 166 urdistans (KADEK; nunmehr Volksngress Kurdistans - KONGRA GEL -; Hizb ut-Tahrir 156 emals Arbeiterpartei Kurdistans Huttenbriefe 89 KK -) 180 eizeitverein Isar 96 e.V. (FZV) 62 Impact 203 eundeskreis Ulrich von Hutten 89 Info-L\u00e4den der Autonomen 119 eden 2000 - Nachrichten f\u00fcr die eutschland-Bewegung 89 Info-Telefon \"B\u00fcndnis Rechts\" 68 edenskomitee 54 Initiative Libertad! 128 ONTALKRAFT 73 Institute for Historical Review (IHR) 85 ont der islamischen K\u00e4mpfer des INTERIM 119 tens (IBDA-C) 179 International Anti-Jewish Task Force 79 International Association of EGENSTANDPUNKT 115 Scientologists (IAS) 205 erechtigkeitsund AufschwungInternational City 206 rtei (AKP) 168 Internationale islamische Front 145 Germania\"-Rundbrief 85 Internationaler Kurdischer Arbeitgeberverband (KARSAZ) 183 esellschaft f\u00fcr Freie Publizistik e.V. FP) 89 Islamische Bewegung Kurdistans (KIH) 201 \u00fcckseligkeitspartei (SP) 168 Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD) 149 ossraumzeitung - N\u00fcrnberg/Erlann/F\u00fcrth 120 Islamische Gemeinschaft Milli G\u00f6r\u00fcs e.V. (IGMG) 168 RU (Milit\u00e4rischer Nachrichtendienst r GUS) 227 Islamische Heilsfront (FIS) 153 US-Mafia 233 Islamische Widerstandsbewegung (HAMAS) 152 Islamisch-Irakische Gemeinschaft akk-TV 177 Deutschland e.V. (IIGD) 166 AMAS 152 Islamischer Bund Pal\u00e4stina (IBP) 152 aus der kurdischen K\u00fcnstler e.V. 201 Islamischer Widerstand (Muqawame ezb-i Islami (HIA) 167 Islamiya) 165","misches Zentrum (M\u00fcnchen bzw. Kurdistan-Komitee e.V., K\u00f6ln 201 rnberg) 149 Landser 77 maah Islamiya 146 lernen und k\u00e4mpfen (luk) 130 rnal of Historical Review 85 Leuchter-Bericht 83 endverband REBELL 131 Linksabbieger 103 endverband ['solid] 102 Linksruck 130 ge Nationaldemokraten (JN) 40 Linksruck-Netzwerk 112 ifatsstaat 174 Maoistische Kommunistische Partei meradschaft Frankfurt am Main 76 (MKP; ehemals Ostanatolisches Gebietskomitee - DABK -) 192 meradschaft Heinrich II. 65 Marxistische Bl\u00e4tter 130 meradschaft Lichtenfels 66 Marxistische Gruppe (MG) 115 meradschaft S\u00fcd - Aktionsb\u00fcro ddeutschland (AS) 62 Marxistisches Forum (MF) 102 mmission f\u00fcr Verst\u00f6\u00dfe der PsychiaMarxistisch-Leninistische gegen Menschenrechte e.V. Kommunistische Partei (MLKP) 194 PM) 220 Marxistisch-Leninistische Partei mmunistische Arbeiterzeitung Deutschlands (MLPD) 115 AZ) 130 MEDYA-TV 183 mmunistische Partei Deutschlands Mensch und Ma\u00df 89 D) 100 militante gruppe (mg) 121 mmunistische Plattform (KPF) 100 Mitteilungen der Kommunistischen nf\u00f6derale Fraktion der Vereinten Plattform der PDS 130 op\u00e4ischen Linken/Nordische Mudjahidin 145 \u00fcne Linke (GUE/NGL) 99 M\u00fcnchner B\u00fcndnis gegen Rassismus 113 nf\u00f6deration der Arbeiter aus der kei in Europa (ATIK) 193 M\u00fcnchner Friedensb\u00fcndnis 114 nf\u00f6deration der demokratischen M\u00fcnchner Kurdistan-Solidarit\u00e4tshte in Europa (ADHK) 193 komitee 131 dische Demokratische Volksunion Muslimbruderschaft (MB) 148 DK) 183 discher Roter Halbmond (HSK) 201 Nachrichten der HNG 88 distan Informationsb\u00fcro in NARCONON 219 utschland (KIB) 201 Nationaldemokratische Partei distan Informations-Zentrum (KIZ) 201 Deutschlands (NPD) 28","ationaldemokratischer HochschulOrganisierte Autonomie 118 nd (NHB) 88 Ostanatolisches Gebietskomitee ationale Au\u00dferparlamentarische (DABK; nunmehr Maoistische pposition (NAPO) 32 Kommunistische Partei - MKP -) 192 ationale Befreiungsfront Kurdistans Out of Control 120 RNK; nunmehr Kurdische Demokrache Volksunion - YDK -) 183 Partei der freien Frauen (PJA) 186 ationale Heilspartei (MSP) 179 Partei der Nationalen Bewegung ationale Info-Telefone (NIT) 68 (MHP) 195 ationaler Widerstand 34 Partei des Demokratischen tionaler Widerstandsrat Iran (NWRI) 196 Sozialismus (PDS) 94 ationales Info-Telefon Partei des Islam (HIA) 167 ddeutschland 68 Partizan-Fl\u00fcgel 192 ationales Kommunikationszentrum ederbayern (NaKomm) 41 PDS-Pressedienst 130 ational Journal 85 POSITION 131 ational Liberation Army (NLA) 196 Pro.K - Zeitung des revolution\u00e4ren Aufbau M\u00fcnchen 120 ational-Zeitung/Deutsche ochen-Zeitung (NZ) 89 PROPAGANDA 73 ation-Europa-Freunde e.V. 58 ation Europa Verlag GmbH 58 RADIKAHL 75 ation & Europa - Deutsche radikal 131 onatshefte 58 Rebell 131 eonazi-Kameradschaften 61 red action n\u00fcrnberg 118 eonazi-Kreis um Falko Sch\u00fc\u00dfler 65 Redskins 69 eonazi-Kreis um Sven Schlechta 88 Religious Technology Center (RTC) 214 eues Deutschland 130 Revisionismus 83 chtaberrierte 206 Revolution\u00e4re Volksbefreiungsordische Zeitung (NZ) 89 partei-Front (DHKP-C) 189 S Kampfruf 88 Revolution\u00e4re Zellen (RZ) 129 SDAP-Auslandsund AufbauRevolution\u00e4r Sozialistischer Bund ganisation (NSDAP-AO) 86 (RSB) 114 \u00fcrnberger Friedensforum 106 Rockerkriminalit\u00e4t 236 Rote Armee Fraktion (RAF) 128 fice of Special Affairs (OSA) 220 Rote Fahne 130 -Skins 69 ['ROTFRONT!] 103","dolf-Gutachten 84 T\u00fcrkische Arbeiterund Bauerndolf-He\u00df-Aktionen 68 befreiungsarmee (TIKKO) 192 T\u00fcrkische Kommunistische Partei/Marxisten-Leninisten (TKP/ML) 192 afiyya-Gruppe f\u00fcr die Mission und n Kampf (GSPC) 154 T\u00fcrkische Volksbefreiungspartei-Front (THKP-C Devrimci Sol) 189 misdat Publishers Ltd. 84 Tugendpartei (FP) 168 utzbund f\u00fcr das Deutsche Volk e.V. V) 89 entology Kirche Bayern e.V. 222 Union der Aleviten aus Kurdistan (KAB; nunmehr F\u00f6deration der Demoentology Kirche Deutschland e.V. kratischen Aleviten - DAV -) 201 D) 215 Union der freien Frauen aus Kurdistan entology-Organisation (SO) 203 (YAJK; nunmehr Partei der freien ARPs 69 Frauen - PJA -) 201 nheads 69 Union der Journalisten Kurdistans ULT 75 (YRK) 201 pnir 68 Union der Jugendlichen aus Kurdistan (YCK) 201 lid] 102 Union der patriotischen Arbeiter lid]-Ortsgruppe N\u00fcrnberg 106 Kurdistans (YKWK) 201 urce 203 Union islamischer Studentenvereine ialismus von unten 130 in Europa (U.I.S.A.) 200 ialistische Arbeitergruppe (SAG) 112 Union zur Pflege der kurdischen ialistische Deutsche ArbeiterKultur und Kunst (YRWK) 201 end (SDAJ) 111 Unsere Zeit (UZ) 130 ialistische Einheitspartei Ursprung 203 utschlands (SED) 94 UTOPIE - kreativ - Diskussion ialistische Gruppe 115 sozialistischer Alternativen 130 atsb\u00fcrgerliche Runde 66 eetfighter 75 Verband der islamischen Vereine und R (Auslandsnachrichtendienst Gemeinden e.V. (ICCB) 202 GUS) 227 Verband der StudentInnen aus Kurdistan (YXK) 201 lighi Jamaat 162 Verband ehemaliger Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand, ule-Seminar 42 Verfolgter des Naziregimes und HinterEL - Informationsforum der bliebener - Bund der Antifaschisten S Bayern 130 (VVdN-BdA) 110","rein Iranischer Demokratischer Volksfront f\u00fcr die Befreiung Pal\u00e4stinas kademiker e.V. (VIDA) 197 (PFLP) 200 reinigung der Verfolgten des NaziVolksmudjahidin Iran-Organisation gimes - Bund der Antifaschistinnen (MEK) 196 d Antifaschisten (VVN-BdA) 110 Volksverteidigungskr\u00e4fte rlag Hohe Warte - Franz von (HPG; ehemals Volksbefreiungsbenburg KG 89 armee Kurdistans - ARGK -) 200 Vrij Historisch Onderzoek (V.H.O.) 85 GB Verlagsgesellschaft Berg mbH 89 erteljahreshefte f\u00fcr freie eschichtsforschung (VffG) 86 Watch Dog Committee (WDC) 215 etnamesenm\u00e4rkte 240 Weltbund der Demokratischen Jugend (WBDJ) 111 aams Blok (VB) 59 White Power Peiting 75 lksbefreiungsarmee Kurdistans White-Power-Skinheads 69 RGK; nunmehr Volksverteidigungs\u00e4fte - HPG -) 200 WISE 217 lksfront f\u00fcr die Befreiung l\u00e4stinas - Generalkommando - Zentrum f\u00fcr individuelles und FLP-GC) 200 effektives Lernen (ZIEL) 219","sgeber: Bayerisches Staatsministerium des Innern, Odeonsplatz 3, 80539 M\u00fcnchen : Max Schick GmbH, M\u00fcnchen Gedruckt auf Recyclingpapier aus 100 % Altpapier eis: Der Verfassungsschutzbericht Bayern 2003 ist auch \u00fcber das Internet abrufbar: http://www.innenministerium.bayern.de http://www.verfassungsschutz.bayern.de"],"title":"Verfassungsschutzbericht 2003","year":2003}
